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Ein Einwurf von Jörg Moll*

Berlin, 23.05.2017/jm – Der Innensenator sonnt sich im Medienrummel des aufrechten und gnadenlosen Aufräumers. Endlich greift einer durch. Endlich wird – über fünf Monate danach – untersucht, welche amtlichen Schlampereien und Versäumnisse dem Terroristen Anis Amri das weihnachtliche Attentat ermöglicht haben. Andreas Geisel (SPD) präsentiert sich als Saubermann an der Spree, als Saubermann der Nation. Durch eine Strafanzeige will er die Versäumnisse endlich aufklären lassen…

Strafanzeige? War da nicht was? 

Die meistgestellte Frage vor der Gedächtniskirche… – Foto: LyrAg

Ja, richtig. Am 27.12., also acht Tage nach dem furchtbaren Anschlag vor der Gedächtniskirche, stellte die Berliner Vereinigung 17. Juni bei der Staatsanwaltschaft in Berlin Strafanzeige gegen Unbekannt. Der Vorwurf: Unterlassung. Der Vereinsvorstand argumentierte: „Auch wenn Details seiner (Amris) Planung nicht bekannt waren, so hat man das Wissen um dessen Gefährlichkeit lange gekannt. Mithin haben sich diverse, derzeit unbekannte Personen der Unterlassung schuldig gemacht und haben insofern den Tod von Menschen inkauf genommen. Auch wenn die insbesondere für die Sicherheit verantwortlichen Personen im Nachgang eben diese Verantwortung bestreiten und dafür juristische und andere, die Verantwortung abweisende Gründe anführen, liegt hier zumindest der Verdacht auf einen Straftatbestand vor.“ Und: „Maßgeblich ist allein das Unterlassen des rechtlich gebotenen, aktiven Tuns (Wessels/Beulke/Satzger). Echte Unterlassungsdelikte begründen eine Rechtspflicht zum Tätigwerden in sich selbst.“ Der Vorstand forderte die Staatsanwaltschaft auf, „in diesem Sinne vorurteilsfrei „in alle Richtungen“ zu ermitteln. Falls den Ermittlungen das „Weisungsrecht“ möglicher politisch Verantwortlicher ggüb. der Staatsanwaltschaft entgegenstehen sollte, wäre Ihrerseits zu prüfen, inwieweit eine übergeordnete Dienststelle (z.B. Generalstaatsanwalt oder Bundesanwaltschaft) aufgefordert wird, die notwendige Ermittlungen an sich zu ziehen.“

Bereits am 17. Januar teilte die Staatsanwaltschaft dem Verein mit, dass sie keine Anhaltspunkte gesehen habe, entsprechende Ermittlungen aufzunehmen. In einer Beschwerde an den zuständige Generalstaatsanwalt vom 3.02.2017 argumentierte der Verein gegen die Ablehnung von Ermittlungen u.a.: „Der Tod von 12 Menschen und die Verletzung weiterer 50 Menschen durch einen solchen terroristischen Anschlag kann aber nicht einfach aus wie immer gearteten Bequemlichkeiten heraus zu den Akten gelegt werden. Hier ist die Staatsanwaltschaft  v e r p f l i c h t e t ,  jeglichem Verdacht auf eine mögliche strafbare Handlung nachzugehen.“

Unterschiedliche Verantwortlichkeiten

Zuständige Behörden und Institutionen hätten geäußert, sie würden „gewissenhaft jeder Möglichkeit unterschiedlicher Verantwortlichkeiten nachgehen, um entsprechende – auch strafrechtliche – Konsequenzen ziehen zu können.“ Unter diesem Gesichtspunkt sei die Entscheidung der Staatsanwaltschaft zumindest voreilig gefällt worden. Der Verein befürchtete durch die staatsanwaltliche Entscheidung eine Legitimation anderer Institutionen des Staates, „die weitere Untersuchung möglicher Verantwortlichkeiten unter Hinweis auf die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Berlin einzustellen.“ Es könne und dürfe nicht Sinn und Zweck einer Strafverfolgungsbehörde sein, möglichen Verantwortlichen oder gar Tätern im strafrechtlichen Sinn im Voraus einen Persilschein auszustellen, ohne nicht zuvor entsprechende Ermittlungen anzustellen.

Wundern sie sich, das auch der Generalstaatsanwalt keinen Grund sah, die beantragte Aufhebung des Einstellungsbescheides zu vollziehen? Dann haben sie sicherlich übersehen, das die Staatsanwaltschaft weisungsgebunden ist. Selbst wenn ein Staatsanwalt wollte könnte er sich nicht „Weisungen“ übergeordneter Stellen widersetzen. Es ist aber müßig, jetzt darüber zu debattieren. Denn jetzt hat der Innensenator höchst persönlich Strafanzeige erstattet. Und nach dem dadurch ausgelösten Medienrummel haben es die für die Strafverfolgung zuständigen Instanzen zumindest schwerer, erneut Ermittlungen abzulehnen. Es bleibt also zumindest durch die jetzige mediale Hype zu hoffen, dass Verantwortlichkeiten endlich ernsthaft geklärt, mögliche Versäumnisse notwendige Konsequenzen „ohne Ansehen der Person“ nach sich ziehen und die jetzige Anzeige letztlich nicht als purer Spree-Klamauk in die Analen der Hauptstadt eingeht. Auch der beginnende Wahlkampf darf nicht den Blick auf die Familien verstellen, die so sinnlos ihre Liebsten vor dem Fest der Liebe verloren haben oder schwerverletzte Angehörige noch heute in Krankenhäusern besuchen müssen.

An dieser Stelle ein Dank an die Bürgerrechtler von heute, die sich lange vor einem Senator veranlasst sahen, zumindest den Versuch einer Aufklärung zu unternehmen und die Verantwortlichen einschließlich der Staatsanwaltschaft an ihre Pflichten zu erinnern.

* Der Autor ist Vorsitzender der Vereinigung der Opfer des Kommunismus – Deutschland e.V., (VOK) in Wolfenbüttel und war zuvor um die Jahrtausendwende Bundesvorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), deren Ehrenmitglied er seither ist.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.249).

 

 

 

 

 

VEREINIGUNG 17. JUNI 1953 e.V.

 PRESSEMITTEILUNG

17.Juni 1953

Hardy Firl: Ein Kämpferherz hat aufgehört zu schlagen

Berlin, 16.Mai 2017/cw – Hardy Firl (*22.10.1931), aktiver Teilnehmer am Volksaufstand vom 17. Juni 1953, ist nach kurzer schwerer Krankheit am vergangenen Freitag, 12.05.2017, verstorben.

Firl hatte noch Anfang April der Vereinigung 17. Juni zugesagt, für die Toten des Volksaufstandes am Staatsakt der Bundesregierung und des Senats von Berlin teilzunehmen und den Kranz der Vereinigung niederzulegen. Bereits Mitte April musste seine Frau, mit der Hardy Firl 56 Jahre verheiratet war, dem Verein absagen. Ihr Mann sei schwer erkrankt und man müsse mit dem Schlimmsten rechnen.

Hardy Firl wurde 86 Jahre alt. Zeitlebens war er stolz auf seine Mitwirkung an den Demonstrationen, die zum Volksaufstand in der DDR mutierten. Der 21jährige Mitarbeiter der MITROPA war am 17.Juni in die Stalinallee gegangen und stieß dort auf eine unübersehbare Menschenmasse. Dem junge Mann wurde ein Banner in die Hand gedrückt: „Freie Wahlen“. Begeistert reihte sich Firl in die Reihen der Demonstranten ein. Mutig geworden, entwendete er einem Volkspolizisten, der die Demonstranten aufforderte, nach Hause zu gehen, das Mikrofon. Jetzt sprach Firl: „Weg mit der Volkspolizei“, „Der Spitzbart muss weg“ und „Wir fordern den Rücktritt der Regierung“.

Fünf Stunden später wird Firl mit zahlreichen anderen Demonstranten am Ostbahnhof von Vopos eingekesselt und auf Lastwagen geladen. Ziel der Gefangenen-Transporte: Das Armeegelände auf dem ehemaligen Viehhof in Friedrichsfelde.

Sein letzter Auftritt: Nach dem Staatsakt 2016 auf dem Friedhof Seestraße mit Kanzleramtschef Altmeier im Gespräch: Hardy Firl – Foto: LyrAg

„Wir wurden wie Vieh in die Hallen getrieben und mussten uns auf den Boden legen. Mit fünf Männern musste ich mich mit dem Gesicht zur Wand aufstellen. Hinter uns lagen Volkspolizisten mit Maschinengewehren im Anschlag. Es war der entsetzlichste Augenblick meines Lebens, da ich glaubte, gleich tot zu sein,“ schilderte Firl die damalige dramatische Situation. Tatsächlich schossen die Vopos, allerdings in die Decke. Es war eine Scheinerschießung. Durch Querschläger kam es allerdings zur Panik, zahlreiche Menschen wurden verletzt. Möglich, dass hier die Geschichte ihren Anfang nahm, im ehemaligen Viehhof seien Soldaten der Roten Armee erschossen worden, weil sie sich geweigert hatten, auf deutsche Arbeiter zu schießen.

Für Hardy begann noch am Abend eine wahre Odyssee durch verschiedene Haftanstalten. Dazwischen immer wieder Verhöre. Die Stasi forderte das Eingeständnis, dass Firl im Auftrag der „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU)“, des CIA oder gar der SPD-Jugendorganisation „Die Falken“ an den Demonstrationen teilgenommen hätte.

In einem nur 30 Minuten andauernden Prozess wurde der junge Mann am 30. Juni 1953 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Haftstrafe musste er in Rummelsburg verbüßen, wo er eine Zelle mit einem Kinderschänder, einem Wirtschaftskriminellen und einem „Zeugen Jehovas“, letztere galten ebenfalls als Feinde der DDR, teilen musste.

Am Bittersten empfand Firl die Haltung seiner Eltern, die ihn niemals in der Haft besuchten. Sein Vater war überzeugter SED-Genosse (Firl: „Tausendprozentig!“) und hatte sich offensichtlich von seinem „Verräter-Sohn“ losgesagt.

1956, nach seiner Freilassung, flieht er nach West-Berlin. Aber der in seinem Kiez Verwurzelte kehrt schon 1958 zurück. Hier hatte er seine Freunde, seine zwei Geschwister. Und dass drei Jahre später eine Mauer seine einstige Haft auf andere Art fortsetzen würde, konnte auch Firl nicht ahnen. Bis zu seiner Verrentung arbeitete Firl im Kundendienst des Warenhauses am Alexanderplatz, dem heutige KAUFHOF.

Sein Urteil wurde 1994 aufgehoben, Hardy Firl rehabilitiert. Seine Erlebnisse am 17. Juni 1953 und die Zeit danach ließen ihn aber nicht mehr los. Nach dem Fall der Mauer konnte er dieser Erinnerung offen leben, war stolz auf seinen 17. Juni 1953. Noch im letzten Jahr stand er vor der TV-Kamera des Bayerischen Rundfunks. Zahlreiche Medien berichteten über diesen Mann, der stets bescheiden aber voller Stolz vom Aufstand der Arbeiter berichtete.

Firl lebte nur zwei Kilometer von Rummelsburg entfernt in Lichtenberg. Er hinterlässt seine Frau Siegrid, zwei Kinder, zwei Enkel und zwei Urenkel. Die Beisetzung findet am 12. Juni um 13:00 Uhr auf dem Parkfriedhof in Berlin-Marzahn statt.

Der Vorstand der Vereinigung würdigte in einem Nachruf die Verdienste des Verstorbenen, der „seinen unvergessenen Platz in der Geschichte des Volksaufstandes gefunden hat. Wir werden ihn stets in ehrenvoller Erinnerung behalten.“

V.i.S.d.P.: VEREINIGUNG 17.JUNI 1953 e.V., Berlin – Tel.: 030-30207785

 

Berlin/Strausberg/Bröthen, 01.05.2017/cw – Man stelle sich diese Szenerie vor: Bei einem Ausbruchversuch aus einem der NS-KZ geriet ein Flüchtling vor dem letzten Stacheldraht unter Beschuss vom nahen Wachturm. Ein KZ-Wächter verließ sogar den Turm, um in eine bessere Schussposition zu kommen und schoss sein Magazin leer. Der flüchtige KZ-Häftling brach in diesem Kugelhagel zusammen und wurde schwer verletzt. Er überlebte zwar das KZ und den Krieg, aber war durch die erlittenen Verletzungen zum lebenslänglichen Invaliden geworden. Helfer, die vom Ausbruch informiert waren, versuchten von außen, dem Flüchtigen mit eigenen Feuerwaffen Deckung zu geben, ohne Erfolg. Der schiesswütige KZ-Wächter allerdings wurde seinerseits getroffen und starb an den Schussverletzungen. Die Nationalsozialisten stilisierten diesen Vorfall zu einem Verbrechen gegen „Volk und Reich“ und erklärten den KZ-Schützen posthum zum Helden. In einer kleinen Stadt nahe Berlin wurde nach einem feierlichen Staatsbegräbnis eine Straße nach dem KZ-Wächter benannt. Als 20 Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches findige Bürger auf diesen Skandal aufmerksam wurden und die Stadt aufforderten, diese Straße nach einem Opfer der NS-Diktatur umzubenennen, weigert sich der der NPD zumindest geistig nahe stehende und mehrheitlich dominierte Stadtrat, dieser Forderung nachzukommen.

Wer nun meint, es handele sich vorstehend um ein Schauermärchen, welches zu den üblichen Szenarien der Antifa gehöre, um den „Kampf gegen Rechts“ am Leben zu erhalten, irrt. Die geschilderte Geschichte muss lediglich um die tatsächlichen und nachgewiesenen Geschehnisse ergänzt werden, um den veritablen Skandal vor den Toren Berlins deutlich zu machen.

Peter Göring schoss in Mordabsicht auf 14jährigen

Am 23.Mai 1962, also vor 55 Jahren, versuchte der 14jährige Schüler Wilfried Tews nach Überwindung zweier Mauern nahe dem Invalidenfriedhof angrenzenden Grundstück durch den dort befindlichen, an dieser Stelle etwa 22 Meter breiten Kanal in Richtung Freiheit zu schwimmen. Nahezu zeitgleich wurde er von zwei Streifen, einem Posten auf einem etwa 200 Meter entfernten Beobachtungsturm und dem Posten auf der etwa 300 Meter entfernten Sandkrugbrücke entdeckt. Bis zu acht der DDR-Grenzsoldaten zielten und schossen auf den im Wasser schwimmenden Jungen. Unter Verschluss gehaltene Militär- und Justizakten der DDR belegen, dass der 21jährige Grenzpolizist Peter Göring trotz eines ausdrücklichen Befehls seines Postenführers seinen Wachturm verlassen hatte, um in eine günstige Schussposition zu kommen. Göring verstieß gleich zweifach gegen damals gültige Schusswaffengebrauchsbestimmungen, als er seine Waffe gegen ein Kind einsetzte und in westliche Richtung schoss. Später wurde festgestellt, dass aus Görings Kalschnikow 44 der insgesamt mindestens 121 von den DDR-Grenzsoldaten abgegebenen Schüsse stammten.

Ein Teil der Schüsse aus dieser Kalaschnikow traf West-Berliner Gebiet, wodurch dort eine Streife der West-Berliner Polizei, die den flüchtenden Jugendlichen an dem einzigen Treppenaufgang in der senkrechten Kanalmauer ziehen wollten, bedroht wurde. Die Berliner Polizisten erwiderten das Feuer und der direkt gegenüber befindliche Göring wurde getroffen: Von den drei Treffern war ein Steckschuss in der linken Nierengegend tödlich.

Die DDR-Propaganda verklärte dennoch den 1940 in Dresden geborenen Peter Göring zum Helden. Sein Tod wurde zum Mord erklärt und für ihn eigens eine Gedenkplatte aus Bronze errichtet. Schulen, Straßen, die Radsportabteilung der SG Dynamo Frankfurt (Oder) und Pioniergruppen wurden nach diesem ersten uniformiertem Todesfall auf Seiten der DDR benannt. Seine Grabstätte auf dem Friedhof in Glashütte  wurde in der DDR ein Ort feierlicher Zeremonien.

Aufarbeitung: Bronzetafel weg – Straßenname bleibt

Nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung wurde 1993 zwar die Gedenkplatte aus Bronze demontiert, die nach ihm benannte Straße in Strausberg bei Berlin existiert allerdings bis heute. Vorstöße verschiedenster Organisationen und Gruppen, unter diesen die Vereinigung 17. Juni und zuletzt die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) bemühten sich bisher vergebens, die Stadt zu einer Aufhebung oder Umbenennung der „Peter-Göring-Straße“ zu veranlassen. Auch der 2006 vorgetragene und naheliegende Antrag der Vereinigung 17. Juni, den Straßenzug nach dem in Strausberg sogar geborenen Grenzopfer Michael Gartenschläger (*13.01.1944) zu benennen, scheiterte an der linksorientierten Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung.

Michael Gartenschläger war vor 41 Jahren, am 30.04.1976 am Grenzzaun bei Bröthen, Kreis Herzogtum Lauenburg) in eine vermutlich vorher aufgestellte Falle der Stasi geraten und bei dem Versuch, erneut einen Selbstschussautomaten vom Typ SM70 zu demontieren, erschossen worden. Der vormalige mehrfache Fluchthelfer und politische Gefangene wurde zu einem der bekanntesten und erbittertsten Regimegegner des SED-Staates. Die Benennung einer Straße in seiner Geburtsstadt wäre ein deutliches Signal in Sachen Aufarbeitung der Geschichte, zumal die Beibehaltung der einzig in Deutschland existierenden Straßenbenennung nach einem schießwütigen DDR-Grenzer mehr als Frage aufwirft. Der Antrag der Vereinigung 17. Juni war vor elf Jahren u.a. mit der durchsichtigen, weil dialektischen Begründung abgelehnt worden, das man „die Schnauze voll habe von politisch inspirierten Straßenbenennungen“ und „froh darüber sei, dass dies abgeschafft wurde“. 28 Jahre nach dem Mauerfall und 27 Jahre nach der Auflösung des Mauer-Staates ist die deutschlandweite Ignoranz gegenüber dieser Haltung einer rückwärtsgewandten Stadtverordnetenversammlung ein Skandal.

Schützenhilfe aus Berlin

Indirekte Schützenhilfe erhalten die Strausberger Kommunalisten allerdings aus der naheliegenden Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschland. Trotz mehrfacher und intensiver Anläufe weigert sich Berlin auch 55 Jahre nach dem Tod des bekanntesten Maueropfers Peter Fechter (17.08.1962), wenigstens einen Teil der Zimmerstraße (zwischen Checkpoint Charlie und Axel-Springer-Verlag in Berlin-Mitte nach Fechter zu benennen. Auch der letzten Ruhestätte des weltbekannten Maueropfers wurde bis heute ein Ehrengrab aus formalistischen Gründen verweigert.

V.i.S.d.P.: redaktion.hoheneck@gmail.com – Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.245).

Trauer jetzt auch vor der Schwedischen Botschaft in Berlin: No Terror – Foto: LyrAg

Berlin, 8.04.2017/cw – Wieder haben international gesteuerte Terroristen unschuldige Menschenleben auf dem Altar ihrer verbrecherischen Gesinnung geopfert. Erneut mussten Menschen, diesmal vier (jeder Einzelne zuviel) in Stockholm sterben,  wurden zahlreiche Menschen verletzt. Wie zuvor in Nizza und Berlin hat der Täter vergleichsweise einfach mittels eines für die Tat missbrauchten Lastwagens viel Leid über Unschuldige gebracht. Diese Taten geschehen, weil ein paar Irre glauben, ihrem Gott durch die Ausübung von Verbrechen zu dienen oder sich gar dadurch einen Platz im  Paradies zu verschaffen.

Vorstand, Mitglieder und Freunde der Vereinigung 17. Juni legten Rosen vor der Botschaft nieder – Foto: LyrAg

Derweilen versucht sich die Politik in Erklärungsmustern und warnt permanent vor einer Verketzerung von Religionen. Aber ist das nach den vielen Anschlägen, die zweifelsfrei islamistisch begründet wurden, noch ausreichend? Muss nicht die Politik endlich, weil überfällig, in die Offensive gehen? Reicht es noch aus, auf die vielen friedlichen Moslems „unter uns“ zu verweisen oder gar weiter „Der Islam gehört zu Deutschland“ zu propagieren? Unsere Antwort muss ein klares, ein unmißverständliches NEIN sein.

Es reicht nicht mehr aus, die ausgerufene Kriegsführung durch einige Irre zu bagattelisieren. So sehr es richtig ist, friedliche Moslems in unserem Land anzuerkennen, so wichtig wäre die klare Aufforderung an diese, sich deutlicher als bisher, also unmissverständlich gegen diesen Krieg der angeblichen Glaubensbrüder zu positionieren.

Wir haben es bereits erlebt, dass Tausende Moslems in unserem Staat für einen Diktator Erdogan auf die Straße gingen. Im Gegensatz zum ausgerufenen „Kampf gegen Rechts“ war dazu allenfalls aus der Politik zu hören, dies müsse unsere Demokratie aushalten. Das mag ja sein. Was unsere Demokratie nicht mehr auf Dauer aushält, ist das Schweigen der in diesem Land lebenden Moslems zu dem ausgeübten Terror in Frankreich, Belgien, Deutschland, Russland und Schweden. Jeder soll nach seiner Fasson selig werden, hat uns weiland der Alte Fritz hinterlassen. Soll er/sie. Aber bitte nicht länger auf dem Rücken unschuldiger Menschen. Wer als Doppelbürger glaubt, dem Diktator in der Türkei den Rücken stärken zu müssen, sollte schnellstens in sein Ursprungsland zurückkehren, die Deutsche Staatsbürgerschaft an der Garderobe wieder abgeben. Wer als überzeugter Moslem glaubt, seine Religion durch Schweigen zu den Terroranschlägen verraten zu müssen – und damit auch Verrat an seiner neuen, christlich geprägten zweiten Heimat übt – der sollte in das Land seiner Väter zurückkehren.

Aufgabe der Politik wäre es, dies klar und deutlich zu formulieren. Das hat nichts mit „Fremdenfeindlichkeit“ zu tun, eher mit einer klaren Linie gegen einen sich ausbreitenden Terrorismus und einem couragierten Bekenntnis zu den Leitlinien unseres Staates: Einigkeit und Recht und Freiheit. Frieden ist kein Geschenk des Himmels. Die Grundsätze unseres Staats müssen täglich erkämpft und verteidigt werden. Dazu braucht es keine Waffen und keine Gewalt. Es genügt das Wort. Es genügt ein entsprechendes Gesetz, das zum Beispiel die doppelte Staatsbürgerschaft an unveräußerliche Bedingungen knüpft.

V.i.S.d.P.: Der Autor und redaktion.hoheneck@gmail.com – Berlin, Tel.: 030-30207785 (1.239).

 

 

Die Trauer um unschuldige Opfer kennt keine Grenzen. Hier vor der Russischen Botschaft am 5.04.2017 – Foto: LyrAg

Berlin, 5.04.2017/cw – Im Gegensatz zum Berliner Senat, der sich aus unerfindlichen Gründen einer Solidaritätsbekundung mit den Opfern des Terror-Anschlages in St. Petersburg via einer entsprechenden, inzwischen weltbekannten Beleuchtung des Brandenburger Tors versagt, legen unzählige Berliner seit Tagen Blumen und Kartengrüße vor der Russischen Botschaft Unter den Linden in Berlin nieder.

Ein letzter Gruß: Blumen in den Farben Russlands. – Foto: LyrAg

„No Terror“ – Auch die Vereinigung 17. Juni gab ihrer Trauer um die Opfer in Petersburg Ausdruck und legte vor Ort Rosen nieder. – Foto: LyrAg

Stiller Protest gegen die Verweigerung der Solidarität am Brandenburger Tor. – Foto: LyrAg

 

V.i.S.d.P.: redaktion.hoheneck@gmail.com – Berlin, Tel.: 030-30207785 (1.238).

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