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Berlin, 11.03.2018/cw – Der am 9.02.2018 verstorbene Zeitzeuge des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in Berlin, Klaus Gronau, wird am kommenden Dienstag, 13.März, um 11:00 Uhr auf dem Ehrenfeld „17. Juni 1953“ auf dem Urnenfriedhof Seestraße (91-93) beigesetzt.

© 2018 Vereinigung 17. Juni 1953 e.V., Berlin

Berlin, 29.01.2018/cw – Der vor knapp 24 Stunden von der Vereinigung 17. Juni in einem Beitrag auf dieser Seite kritisierte Dachverband der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) hat reagiert und IKEA sein Bedauern über den „Tod von Ingvar Kamprad“, dem IKEA-Gründer, übermittelt. UOKG-Chef Dieter Dombrowski (CDU) gab in einer Presseerklärung seiner Überzeugung Ausdruck, dass sich durch den Tod von Kamprad „nichts an der guten Zusammenarbeit mit IKEA ändern wird.“

Auf die von der Vereinigung 17. Juni angesprochene Thematik der nach wie vor ausstehenden Entschädigung der auch für IKEA tätigen Haftzwangsarbeiter in der DDR ging Dombrowski hingegen nicht ein.

© 2018 Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.350).

Berlin, 17.12.2017/cw – Vor einem Jahr, am 19. Dezember 2016, raste um 20.02 Uhr ein von Anis Amri gesteuerter Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz – zwölf Menschen starben, mehr als 60 wurden verletzt. Amri hatte zuvor den polnischen Lkw-Fahrer Lukasz Urban ermordet. Ein Jahr lang wurde seither an der Berliner Gedächtniskirche mit einem improvisierten Kerzenmeer an den Anschlag erinnert. Jetzt soll zum ersten Jahrestag am 19. Dezember eine dauerhafte Gedenkstätte eingeweiht werden.

Das ZDF zeigt aus diesem Anlass am Sonntag, 17. Dezember 2017, 23.30 Uhr, und am Montag, 18. Dezember 2017, 20.15 Uhr die Dokumentation „Berlin Breitscheidplatz – Leben nach dem Attentat“. Die Filmemacher begleiten die Angehörigen der Opfer auf ihrem Weg vom Terror-Anschlag bis zum ersten Jahrestag. Die Hinterbliebenen treffen sich regelmäßig und helfen sich gegenseitig auf dem Weg zurück in den Alltag. Der Beitrag informiert über diesen schwierigen Weg, auf je eigene Weise das Geschehen zu verarbeiten – die eine „mit dem Willen zur Aufklärung, der andere mit Verdrängung, Wut im Bauch oder dem Wunsch nach Versöhnung,“ heißt es in der ZDF-Mitteilung zu diesem Film.

Öffentliches Gedenken von 14:00 – 20:30 Uhr

Zu einem „Öffentliche Gedenken“ am Jahrestag des Terroranschlags hat die Gemeinde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche aufgerufen. „Wir möchten es ermöglichen, dass am Jahrestag ab 14:00 Uhr die Berliner Bevölkerung die Möglichkeit hat, an den dann eingeweihten Gedenkort neben der Gedächtniskirche zu kommen,“ heißt es in einem entsprechenden Aufruf.

Bis 13:00 Uhr finden diverse Veranstaltungen zur Einweihung des Gedenkortes mit den Hinterbliebenen der Terror-Opfer und weiteren Betroffenen in Anwesenheit von Repräsentanten des Öffentlichen Lebens unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, was teilweise bereits auf harsche Kritik gestoßen ist. Die Veranstalter geben andererseits als Begründung Erfordernisse der Diskretion und der Sicherheit an.

Zum „Ausgleich“ hat die Kirchegemeinde „stellvertretend für die Berliner Zivilgesellschaftab 14:00 Uhr eine „Versammlung auf dem Breitscheidplatz angemeldet“. Zu diesem Zweck ist der gesamte Bereich des Weihnachtsmarktes, die Budapester Straße in diesem Bereich und die nördliche Fahrbahn des Kurfürstendamms für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Ab 18:30 Uhr lädt die Gedächtniskirchen-gemeinde zu einem ökumenischen Friedensgebet in der Kirche ein. Ab 19:30 Uhr findet gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft City e.V. und dem Berliner Schaustellerverband e.V. eine Friedenskundgebung auf dem Breitscheidplatz statt. Als Höhepunkt sollen alle Anwesenden um 20:02 Uhr, dem Zeitpunkt des Anschlages, unter dem Geläut der Kirchenglocken mit Kerzen der Opfer gedenken.

Vereinigung: Alle Weihnachtsmärkte ab 19:00 Uhr schließen

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird Angehörige der Opfer und Betroffene des Anschlags erstmals nach dem Attentat am morgigen Montag zu einem Gespräch empfangen. Das Kanzleramt hatte betont, dass die Einladung noch vor einem Protestbrief an die Bundeskanzlerin ausgesprochen worden sei. Betroffene hatten sich kürzlich in einem Offenen Brief an die Kanzlerin über die mangelnde Unterstützung und Wahrnehmung durch die Institutionen beschwert.

Die in Berlin ansässige VEREINIGUNG 17. JUNI hat am Sonntagabend dazu aufgerufen, a l l e Weihnachtsmärkte am 19. Dezember „ ab 19:00 Uhr zum Gedenken an den Anschlag vor einem Jahr“ zu schließen. Es bedürfe „eines solidarischen Zeichens, damit die beteuerte Anteilnahme die notwendige Glaubwürdigkeit der erklärten Trauer und Erschütterung“ erhalte, so der Vorstand. Es reiche keineswegs aus, zum Zeichen der Trauer die „selbstverständliche Schließung des Weihnachtsmarktes an der Gedächtniskirche“ anzukündigen und zu vollziehen. Es sei „eine Frage des Anstandes, auch der politischen Moral in unserer Stadt, zum Zeichen der Trauer um die Opfer und der Solidarität mit den Betroffenen für wenige Stunden auf Gewinne und Fröhlichkeiten zu verzichten.

 © 2017 Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 03030207785 (1.329).

 

Berlin, 2.12.2018/cw – Die Auslosung der Paarungen für die Fußballweltmeisterschaft (14. Juni bis zum 15. Juli 2018) in Russland verlief für den amtierenden Weltmeister durchaus günstig: In der Gruppe F stößt das Löw-Team auf bezwingbare Gegner wie Mexiko, Schweden und Südkorea.

Das Auftaktspiel gegen Mexiko soll allerdings ausgerechnet am 17. Juni in Moskau stattfinden. Am 17. Juni 1953 walzten sowjetische Panzer den Volksaufstand in der Sowjetisch besetzten Zone (SbZ) oder der selbsternannten Deutschen Demokratischen Republik (DDR) nieder. Der am Mittag durch die Sowjetische Militäradministration in den Streikzentren wie Ost-Berlin verhängte Ausnahmezustand erstickte die aufkeimende Hoffnung auf ein freies und demokratisches Gesamtdeutschland. Über 50 Menschen bezahlten ihren Mut mit dem Leben, Tausende wurden verhaftet und verschwanden in den Zuchthäusern der Noch-stalinistischen DDR.

Bis zum Mauerfall wurde dieser Tag im Westen Deutschlands als „Tag der Deutschen Einheit“ begangen, alljährlich wird der Toten und Opfer des Aufstandes (noch) mit einem Staatsakt auf dem Friedhof Seestraße gedacht. Letztmalig wurde der 17. Juni 1990 als arbeitsfreier „Nationaler Gedenktag des Deutschen Volkes“ begangen, ehe der 3. Oktober im gleichen Jahr als „Gedenktag nach Aktenlage“ den Jahrzehnte gepflegten Gedenktag „17. Juni“ ablöste.

Das der 17. Juni seither zunehmend aus dem Gedächtnis der Nation verschwindet, ist nicht zuletzt wohl einer gedankenlosen Politik zu verdanken. Das mindert aber keineswegs seine Stellung in der deutschen Historie als ersten Volksaufstand im Nachkriegseuropa, der andere Eruptionen in Posen (Polen) und Ungarn (1956), in der CSSR (1968) und wieder in Polen (ab 1980) nach sich zog. Ohne den 17. Juni 1953 wäre vermutlich das heutige freie Europa nicht denkbar.

Protest an DFB

So spricht die Vereinigung 17. Juni in Berlin nachvollziehbar von einer „Provokation, wenn dieser Termin für das deutsche Auftaktspiel in Moskau“ beibehalten wird. Zumindest zeuge diese Terminierung von „einer beispiellosen Ignoranz der Verantwortlichen,“ erklärte heute der Vorstand in Berlin. Man wolle „in den nächsten Tagen einen entsprechenden Protest an den Deutschen Fußball-Bund“ (DFB) richten: „Auch der Sport sei bei aller völkerverbindenden Funktion gehalten, sich an unbestreitbare historische Vorgaben zu halten und entsprechende Rücksichten zu nehmen.“

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin – Tel.: 0176-48061953 (1.322).

Berlin, 10.11.2017/cw – Eine interessante Veranstaltung zum 28. Jahrestag des Mauerfalls bietet das „Bürgerkomitee 15. Januar“ am 14. November, 18:00 Uhr, in der ehemaligen Stasi-Zentrale (Ruschestraße 103, 10365 Berlin-Lichtenberg) an. Im Haus 1, Raum 614, referiert Peter Erler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen, über die Entstehungsgeschichte der „Zentrale des Bösen“, dem ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit in Lichtenberg.

Peter Erler (* 1961) ist Historiker. Schwerpunkte seiner bisherigen Forschung sind die Geschichte deutscher Emigranten in der Sowjetunion sowie sowjetische Speziallager und politische Prozesse in der SbZ/DDR. Er studierte von 1980 bis 1985 Geschichtswissenschaft und Pädagogik an der Staatlichen Kubanuniversität in Krasnodar (Südrussland). Seit 1992 ist er Mitarbeiter im Forschungsverbund SED-Staat. Zudem ist Erler Redaktionsmitglied der Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat.

Vor der Stasi war der sowjetischen Geheimdienst NKWD in Berlin-Lichtenberg. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Gefängnis an der Magdalenenstraße als zentrales Militärtribunal für die gesamte sowjetische Besatzungszone (SbZ). Auch Hinrichtungen fanden an diesem Ort statt. Von hier wurden einst tausende politische Häftlinge in die Sowjetunion deportiert. Diese Geschichte ist weitgehend vergessen, kaum etwas erinnert in Lichtenberg noch an dieses Geschehen.

Ab 1950, als die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit seinen Sitz in Berlin-Lichtenberg nahm, wurde das Gefängnis zur Untersuchungshaftanstalt des MfS. Ergänzend zum Untersuchungskomplex in Hohenschönhausen wurde die Einrichtung als UHA II genutzt. Viele, auch prominente DDR-Häftlinge saßen hier in U- oder Auslieferungshaft.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.305).

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