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Von Stefan Krikowski

Berlin, 11.01.2017/stK – Am Sonntag, den 8. Januar, ereignete sich ein ähnlicher Terroranschlag in Jerusalem  wie in Berlin. Ein LKW raste in eine Menschenmenge mit vielen israelischen Soldaten: 4 junge Menschen wurden getötet. Wir kennen mittlerweile ihre Namen, ihr Alter und ihre Gesichter – und nehmen Anteil. Wir trauern mit den Angehörigen um den Verlust eines geliebten Menschen.

Traueranzeige der Deutschen Bank um "eine Kollegin" ...

Traueranzeige der Deutschen Bank um „eine Kollegin“ …

Am Montag, den 19. Dezember 2016 wurden bei dem ersten größeren islamistischen Terroranschlag in Deutschland 12 Menschen auf dem Breitscheidplatz getötet. Es ist in hohem Maße verwunderlich, dass von den 12 Todesopfern sämtliche sieben deutsche Opfer mit Gesicht und Namen unbekannt bleiben. Selbst nach über drei Wochen wissen wir nichts über sie: Kein Name, kein Gesicht, keine Familienbezüge, kein biografischer Hintergrund und kein Ort der Herkunft. Nichts. Einfach nichts! Es ist, als ob die Toten einfach spur- und geräuschlos verschwunden sind. Selbst bei einer Traueranzeige, die im TAGESSPIEGEL am 8.1.2017 abgedruckt war, trauerte die Deutsche Bank um „eine Kollegin“, die bei dem Terroranschlag vom 19.12. getötet wurde. Aber auch hier  (bei einer Traueranzeige!) kein Name, kein Alter  – nichts Persönliches. Eine eigentümliche Distanz ist so entstanden zu diesen Terroropfern. Berühren uns die Toten nur marginal?.

Schauert es uns nicht über so viel Unfähigkeit, zu trauern? Ist sie wirklich nur einer protestantischen Ausdrucksarmut (wie dies Timan Krause in DIE WELT schreibt: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article161007177/Die-Toten-vom-Breitscheidplatz-bleiben-uns-seltsam-fern.html) geschuldet? Oder ist das Schweigen, das Verschweigen, einer Scham geschuldet, sich nicht eingestehen zu können, dass der/die Attentäter (Anis Amri hatte 14 verschiedene Identitäten!) in Deutschland die offenen Grenzen, durch die unkontrolliert so viele Menschen ins Land kamen, mehrfach wiederholt für sich genutzt haben? Dass es eine Verbindung geben könnte zwischen den islamistischen Anschlägen (siehe auch das Selbstmordattentat in Ansbach und das Axtattentat bei Würzburg) und der Flüchtlingspolitik?

Oder soll uns einfach nur die Möglichkeit genommen werden, uns zu erinnern? Die Trauer mit den Familien zu teilen? Nach dem (politischen) Motto: Anonymität verflüchtigt sich am Schnellsten, Erinnerung ist schmerzhaft, wir sollten weiter ruhig schlafen? Verantwortung gegenüber den trauernden Familien und der Gesellschaft sieht anders aus.

V.i.S.d.P.: redaktion.hoheneck@gmail.com – Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.203).

Von Gunter Weißgerber*

Endlich, endlich nach aufgezwungenen Schamjahren der sogenannten SED/MfS-Aufarbeitung ist es vollbracht. Endgültig vollbracht mit der Niederlage von Hillary Clinton. Endlich, endlich stimmen die Koordinaten wieder. Trump ist wie Reagan und der Feind ist dort, wo Reagan/Trump präsidieren: Auf unserem Wohlfühlkontinent Antiamerica.

Diese blöde CIA-initiierte Konterrevolution in der früheren DDR, die unserem Sozialismus so eklig und brutal den friedens- und fortschrittsbejahenden Mantel wegriss und auch unsere schöne westdeutsche Friedens- und Sowjetkooperationsbewegung für ein Vierteljahrhundert ans hässliche Tageslicht zerrte, ist jetzt vergraben. Vergraben unter SudelRotGrün und unserer rosigen Zukunft. Wir sind wieder voll da. Auch weil wir nicht aufgegeben haben. Wir geben niemals auf!

Amerika ist der kapitalistische Hauptfeind, Amerika stürzt die Welt ins Unglück und wir retten sie mit Anti-TTIP-, Anti-CETA, AntiTrump-Demos – natürlich auch mit Putin: Denn dieser Kapitalist ist ein guter Kapitalist. Er verzichtet zwar auf die ideologische Tarnung „Marxismus-Leninismus“, dafür beherrscht er das tschekistische Einmaleins der Zersetzung, der Informationsumkehr, und seine Feinde sind Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung in freien Wahlen in der Perfektion. Vor allem aber ist sein Feind unser Feind: Die USA.

Öffentliche Galgen sind Teil unseres Biotops

Was sind schon die Taten von Putin, Erdogan, Assad im Vergleich zu den Wahlkampfworten eines Trump? Nichts. Gar nichts. Überhaupt nichts! Über die Taten wächst Gras, da düngen wir fleißig mit. Trump aber kommt ab 20. Januar 2017: „Ami go home“ – und wenn dieses demokratische Europa darüber zusammenkracht. Endlich passt die Straße wieder richtig zu uns, so wie früher in den glorreichen 68ern und 80ern. Wir müssen nur unsere Reagan- und Uncle-Sam-Galgen wieder aufpolieren und jetzt Trump dran hängen. Denn wir dürfen das. Öffentliche Galgen sind Teil unseres Biotops. Jedenfalls solange die Richtigen dran baumeln. Was interessiert uns die Ukraine, was Aleppo (schon Väterchen Stalin wartete seinerseits genüsslich die Niederschlagung des Warschauer Aufstandes ab – welches Interesse sollte er an einem selbstbefreiten Polen gehabt haben?), was Georgien, was der homo sovieticus? Trump hat uns unser Feindbild wieder gegeben. Dagegen verblasst Putin zu menschlicher Wärme. Wer kann sich schon um alles kümmern? Wir nicht! Wir kümmern uns um Trump.

Ich habe einen anderen nicht krawalligen Tipp für die die immerwährend friedensbewegten Amerikahasser und Putinfreunde: Haltet es mit dem Historiker  Timothy Snyder. Der versucht gerade, das Wahlergebnis in den Vereinigten Staaten zu akzeptieren – was wären Wahlen, wenn die Ergebnisse nicht akzeptiert würden? Aber ich weiß schon: Ihr braucht den Krawall und sogar  die Vermummung um euer selbst willen. Den Mut, in einer Diktatur unvermummt und anständig für die Freiheit auf die Straße zu gehen, den würdet ihr niemals aufbringen. Weil ihr in dem Fall nämlich euer eigenes Leben und nicht das Unschuldiger riskieren würdet. Deshalb habt Ihr uns auch den Sozialismus gegönnt, ohne diesen selbst zu genießen. Ihr seid ja nicht rübergemacht in die Zone, in das Paradies. Habt uns lieber allein sozialistisch leben lassen. Und jetzt reißt ihr wieder den Mund auf, wie bis 1989.

* Gunter Weißgerber ist ehemaliger Bundestagsabgeordneter der SPD (1990 – 2009) und gehörte in der DDR zu den Leipziger Gründungsmitgliedern der Partei.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – redaktion.hoheneck@gmail.com (1.188)

Von Roger Letsch

Wer oder was brachte eigentlich die Berliner Mauer zu Fall? Kommt ganz drauf an, wen man fragt. David Hasselhoff würde sicher sagen, dass er sie mit Hilfe eines albernen Songs eingerissen hat und die blöden Ossis dank ihm endlich begriffen, dass es sich tatsächlich lohne, „for freedom“ zu „looken“. Udo Lindenberg war aber sicher auch ganz wichtig und vorn dabei, wollte er doch unbedingt im „Sonderzug nach Pankow“ zu Honecker fahren – während die meisten seiner Fans viel lieber in die andere Richtung unterwegs gewesen wären. Schwamm drüber, die Mauer ist ja nun weg. Aber Udo ist noch da und gibt der Rheinischen Post ein Interview.

Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, schließlich leben Künstler von wie auch immer hergestellter Öffentlichkeit. Udo singt, Udo malt, Udo lebt und diesmal spricht er eben. Über sich, das Leben und den ganzen Scheiß, klar Mann! Und über die fürchterlich unpolitischen Kollegen aus der Schlagerzunft, speziell über Helene Fischer, die es sträflich versäumt, den ihr zu Füßen liegenden Massen in angemessener Art politische Erziehung angedeihen zu lassen, anstatt das Publikum einfach nur zu unterhalten.

„In den vergangenen drei Jahren waren 800.000 Menschen bei unseren Konzerten, die können wir sensibilisieren, das ist auch innenpolitische Arbeit. Und Sinnkrisen, das hat ja jeder manchmal, Fußpilz und Sinnkrisen.“…

Udo Lindenberg als Ressortleiter Inneres, Psychologie und Dermatologie. Zuständig für Befindlichkeit, große Gefühle und politische Bildung und das Panik-Orchester als Einpeitscher der Political Correctness. Dafür kann man dann auch noch Eintritt verlangen. Udos Busenfreund Siggi Gabriel würde vor Neid erblassen!

„Mehr fände ich besser, wenn mehr Leute was machen, sich positionieren würden, auch aus der Schlagerecke. Wenn von Helene Fischer auch mal ein Statement käme gegen Rechtspopulismus. Aber es gibt viele, die äußern sich prinzipiell gar nicht, die sagen, wir sind reine Entertainer, wir machen nur Unterhaltung nach dem Motto: Mach dir ein paar schöne Stunden, geh ins Kino, vergiss die Welt da draußen. Fände ich besser, wenn mehr Leute einsteigen würden.“

Bei Preisverleihungen immer schön Politikerhände schütteln

Ich finde politische Belehrungen von Künstlern, deren Expertise um keinen Deut größer ist als die jeder Handleserin mit zwei Wochen Jahrmarkt-Erfahrung, verdächtig und anmaßend. Verdächtig besonders dann, wenn dieselben Künstler bei jeder Gelegenheit Politikerhände bei Preisverleihungen schütteln und bei Wahlkampfveranstaltungen zustimmend nicken. Wenn Udo bei seinen Konzerten Statements gegen Rechtspopulismus absondert, handelt es sich dabei logischerweise um lupenreinen Populismus. Aber eben der Gute, der von links! Das hält Udo nicht nur für angebracht und richtig, sondern für Schlagersängers Bürgerpflicht!

Denn was den Udo an der Helene wirklich stört, ist natürlich nicht, dass sie sich politisch nicht äußert. Es wäre ihm nämlich überhaupt nicht recht, wenn sie sich zwar engagieren würde, aber auf der (seiner Meinung nach) „falschen Seite“ stünde. Aber vielleicht trägt der Udo ja nicht nur Hut, sondern hat ihn auch im übertragenen Sinne auf und ist von Elvis höchstselbst berufen, alle Berufskollegen politisch in die richtige Richtung zu schubsen. Vielleicht gehen dem Meister aber auch nur die Ideen für neue Konzerte aus und wenn man die Fans auch zu einer politischen Demo zusammenrufen kann, umso einfacher.

Wie peinlich diese Weltretter-Attitüde werden kann, zeigt der Welt beispielhaft seit Jahren der U2-Frontmann Bono, dessen Vermögen nicht zuletzt aufgrund günstiger Niederländischer Steuergesetzgebung und einer 2,3%-igen Beteiligung an Facebook im Milliardenbereich liegt, während er die Steuerzahler der westlichen Welt auffordert, Afrika pauschal die Schulden zu erlassen. Zu seinem Glück hat er selbst Afrika kein Geld geliehen. Ergo: Populär, medial präsent, unglaubwürdig – aber seine Musik mag ich. Trotz, nicht wegen seiner fiskalischen Heuchelei.

Ob und wie sich ein Schauspieler oder Musiker politisch äußert, muss ihm natürlich vollkommen selbst überlassen bleiben. Leider ist es aber häufig so, dass Künstler ihre öffentliche Wirkung von ihrer Kunst wie selbstverständlich auf andere Bereiche übertragbar glauben und es einfach nicht wahr haben wollen, dass ihr Engagement im Politischen oft nur aus Oberflächlichkeiten ohne Substanz besteht und sie sich von Politikern nur allzu oft manipulieren und instrumentalisieren lassen. Das Medieninteresse ist ihnen aufgrund ihres Namens sicher, selbst wenn sie jenseits ihrer Kunst nichts zu sagen haben, das von besonderem Belang wäre. Es ist aber ein Fehler zu glauben, aus dem Interesse an der Person Udo Lindenberg würde sich Wirkungskapital schlagen lassen.

Der Antifaschismus gedeiht dort besonders gut, wo es keine Faschisten gibt

Als Udo Lindenberg zum Beispiel 2011 in Jena seine Fans zum Konzert „gegen rechts“ in bester Batman-Manier zusammenrief – „Es musste leider sein“, Gotham City hatte zum „Zeichen setzen“ gerufen – konnte er sicher sein, dass sich im jubelnden Publikum aber auch nicht ein einziger Nazi versteckt hatte, gegen den Udos Armee die Reihen fest geschlossen hatte. Der Antifaschismus gedeiht dort besonders gut, wo es keine Faschisten gibt. Auf Udo-Lindenberg-Konzerten zum Beispiel.

Bob Dylan’s Songs sind politisch, Konstantin Weckers Lieder auch, bei Udo Lindenberg ist es zumindest Attitüde. Aber Dylan betätigte sich nie als Propagandist und liess sich nie vor einen politischen Karren spannen – unter anderem deshalb kommt Wecker nie für einen Literaturnobelpreis in Frage und Lindenberg nicht als glaubhafter Minister für Volksaufklärung.

Wer Pommes liebt, ist der natürliche Feind der Kartoffelfäule, ob ihm das klar ist oder nicht. Ein Demokrat muss nicht lautstark „gegen Nazis“ rufen, weil er kein Demokrat wäre, wenn er für Nazis eintritt – das sollte langsam auch dem letzten Mundharmonikaspieler klar sein. Mir genügt auch schon, Lindenberg immer wieder an der Seite von Siggi Gabriel zu sehen um zu erkennen, dass im Udo eine unangenehme Affinität zur Macht steckt.

Also Udo, male, singe, tu‘ was gegen Sinnkrisen und Fußpilz und rufe Dein Publikum weiter gegen Rechtspopulismus auf – aber verschone uns zumindest mit politischen Belehrungen an Deine Kollegen. Ich würde es nämlich sehr begrüßen, mir nicht auch noch die politischen Empfehlungen von Helene Fischer anhören zu müssen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Roger Letschs Blog Unbesorgt hier  und http://www.achgut.com/artikel/gestatten_lindenberg_abteilung_inneres_und_indoktrination

V.i.S.d.P.: Roger Letsch und Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel. 030-30207785 (1.171)

 

Von Tommy Haltlos

Berlin, 1.11.2016 – Das Zentralorgan der Vereinigung der Opfer des Stalinistischen Terrors, erklärt in seiner letzten Ausgabe (Nr.767/68) das Ende jedweder Bewölkung und drohender Justiz-Schauer für den zunehmend stalinistisch ausgerichteten Verband, der nunmehr das ewige Sonnenlicht „entgegen aller Unkenrufe“ verkünden kann.

Der Finanz-Jongleur

Immerhin dankt der treu-stalinistische Chefredakteur („Auf ein Wort…“) “im Namen aller, die sich mit mir über die gute Nachricht (der Schuldenfreiheit) freuen“ unserem Ersten Sekretär der Vereinigung der Opfer des Stalinistischen Terrors, Mitglied des Fernsehrates des Zweifelnden Deutschen Fernsehens, Diplom-Kaufmann, Finanzmakler, ehemaligen Filialleiter einer MfS-Sparkasse, ehemaligen Vorsitzenden, Schatzmeister und amtierenden Geschäftsführer, dem Kameraden Udo Diebrich, „der viel Zeit und Lauferei zur Lösung des bedrückenden Problems investiert hat“.

Die Schuldentilgung „ging nun zuletzt doch – gewiss ein bisschen unerwartet – recht schnell,“ schreibt der Hofpoet des Zentralkomitees, der in gewohnter Manier in jeder Ausgabe der Hofpostille seine Lobeshymnen auf den Ersten Sekretär in die unter seinen diversen Pseudonymen veröffentlichten Artikel streut.

Überweisung ruckizucki ohne lästige Kontrolle

Kritik? Nachfragen nach den Urhebern des existenzbedrohenden Finanzskandals, als den die „Querulanten“ den Vorgang bezeichnen: Fehlanzeige. Der Erste Sekretär opfert sich schließlich seit über zehn Jahren für sein persönliches Wohlergehen auf, schindet sich im Rahmen eines Vertrages zwischen dem ZK und seinem Ersten Sekretär für die Organisation ab. Sogar die erste Vergütung aus dem Eigenvertrag überwies er sich „aus Zeitersparnisgründen“ vor der Unterzeichnung besagten Vertrages. In Personalunion mit dem Schatzmeister ging das ruckizucki ohne lästige, weil arbeitsaufwändige Kontrollen. Und schließlich rettete er jahrelang für die Empfänger von Gehältern die einkommensmindernden Abgaben an die Krake Sozialversicherung. Dass er für diese anstrengenden Bemühungen auch sein Entgelt zu 100 Prozent sicherte, wer wollte ihm die Anerkennung für diese Anstrengungen („Tag und Nacht“, wie Udo Diebrich nicht oft genug unter Tränen verkündete) versagen?

Als die ganze Sache durch „üble Quertreiber und Querulanten“ aufflog, drohte dem Verband sogar die Insolvenz. Aber der Erste Sekretär wußte – wieder einmal – selbstlos Rat. Schnell wurde auf Vorschlag des ZK die Satzung „korrigiert“, wurde die Gründung von selbständigen Landesverbänden ermöglicht, um die vorhandenen Gelder zu dezentralisieren und so vor dem Gerichtsvollzieher im Falle einer möglichen Insolvenz zu retten. Der Erste Sekretär ist genial. Unter unsäglichen Mühen gelang es ihm, die Kameraden von der Notwendigkeit zu überzeugen, die von ihm und dem ZK verursachten Forderungen gerechterweise auf eine breite Basis zu stellen: Alle Mitglieder sollten für die aufopferungsvolle Arbeit des Ersten Sekretärs einstehen und ihr Scherflein zur Schuldentilgung beitragen. Durch Vorauszahlung von Mitgliedsbeiträgen, durch entsprechende Vermächtnisse oder Abtretungen von Teilen der sogen. Opferrente. Auf diese Ideen muss man erst einmal kommen… DANKE, Udo Diebrich.

Hindernisse vor dem Frühjahrsplenum 2017 beseitigen

Eine Hürde gilt es allerdings noch zu überwinden: Im nächsten Jahr muß die Fortsetzung der Gemeinnützigkeit beantragt werden. Da wäre vorher zu klären, in welcher Form z.B. die edlen Spender Quittungen zur Vorlage beim Finanzamt erhalten haben (um eine mögliche Steuerschuld zu mindern). Aber das ZK unter bewährter Führung des Ersten Sekretärs Udo Diebrich wird auch dafür in bewährter Manier eine Lösung finden. Und dann steht der erneuten Wahl des Ersten Sekretärs und seines ZK auf dem Frühjahrsplenum der VOST in 2017 kein Hindernis mehr entgegen. Kameraden halten zusammen und sich die Treue, wenn’s sein muß, bis in den Untergang.

Und schließlich hat diese Praxis auch ihr Gutes, zumindest für den Hofpoeten. Er kann seine Loblieder ohne Zeitdruck schon vorher schreiben und sich weiterhin der heftigen Kritik an jenen widmen, die die Opfer „permanent vernachlässigen und verunglimpfen oder gar – skandalös – ausbeuten“ oder den Verband in Verruf bringen. Da behaupte noch einer, der Hofpoet sei kritikunfähig. Sogar die hehre FREIHEIT wird nach wie vor im Titel der ZK-Postille bemüht. Das war im einstigen SED-Staat nicht anders. NEUES DEUTSCHLAND nannte das SED-ZK sein Zentralorgan. Den Namen führt das Blatt immer noch…

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.163)

 Von Daniel Anderson*

Berlin, 21.09.2016/DA – Der Abschied war am Ende doch leichter, als ich dachte, was an dem exponentiell gestiegenen Frustlevel liegen mag – und zwar auf allen Ebenen.

Ich habe meine ehrenamtliche Tätigkeit für Flüchtlinge und Migranten im Helferkreis beendet.

Die vielen tausend Stunden, in denen ich versucht habe, wirkliche Starthilfe zu leisten, sind nutzlos gewesen. Mit mir haben gleich noch drei Ehrenamtler ihre Tätigkeit eingestellt. Es gab einen konkreten Anlass, aber ich bemerkte seit einigen Monaten bereits, dass meine Arbeit im Grunde genommen sinnlos ist.

Sinnlos, weil sich die Mehrzahl der Menschen, mit denen ich es zu tun hatte, nicht integrieren wollte, sinnlos, weil auch die Politik eigentlich eine Integration für überflüssig hält, sondern lediglich Verwahranstalten und Ghettos, die für die Flüchtlingsindustrie satte Gewinne abwerfen sollen, braucht.

Mit unseren Problemen allein gelassen

Sinnlos auch, weil wir im Helferkreis mit unseren Problemen in der Arbeit allein gelassen wurden und wir uns stattdessen sehr oft, wenn wir bestimmte Vorgänge des Rassismus, der uns und der deutschen Gesellschaft von vielen Flüchtlingen entgegengebracht wurde, thematisieren wollten, in rechte Schämecken gestellt sahen.

Wirkliche Probleme, die einer dringenden Lösung bedurft hätten, wurden schön- und kleingeredet. Kolleginnen wurden angespuckt, nur weil sie Frauen sind, beispielsweise, mir wurde ein Reifen am Auto zerstochen, just an dem Tag, als bekannt wurde, dass ich Jude bin.

Männern und Jugendlichen, denen wir mit viel Überzeugungsarbeit bei Firmen Praktika besorgt haben, schmissen oft schon nach einem Tag hin, weil ihnen 8 Stunden Arbeit zu anstrengend waren. Das Geld floss und fließt ja ohnehin und die Rundumversorgung ist trotzdem gewährleistet.

Politik hat keinen Plan für Integration

Intoleranz gegenüber religiösen Minderheiten führte in den Projekten dazu, dass wir etwa 50% abbrechen mussten, um Situationen nicht eskalieren zu lassen. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Das Schlimmste daran ist, dass die Politik nicht mal die Idee eines Plans für eine gelungene Integration hat, man die Last auf ehrenamtliche Helfer abwälzt und für ein Verhalten, dass geeignet ist, das friedliche Zusammenleben, für das wir uns so engagiert haben, zu stören, ja, unmöglich zu machen, keine Konsequenzen gezogen werden.

Alles bleibt so, wie es ist. Nichts bewegt sich. Und es interessiert auch niemanden. Lieber Schweigen, denn wer den Mund aufmacht, riskiert die soziale Ausgrenzung. Ich befürchte, dass sich der Dampf im gesellschaftlichen Kessel bei den nächsten Wahlen entladen wird und diese Gesellschaft einen kräftigen Rechtsruck erlebt. Wenn das gewollt ist, dann sind wir auf dem besten Weg dahin.

Menschen, die schon im letzten Herbst warnten, dass wir es mit Problemen zu tun haben werden, die sozialen Sprengstoff bieten, werden nicht etwa in die Diskussionen eingebunden, um ihr Potenzial progressiv zu nutzen, nein, im Gegenteil, sie werden jetzt dafür abgestraft, dass sie ja die Probleme, die immer offensichtlicher werden, herbeigeredet haben.

Wenn man immer wieder das Gleiche tut und bei jedem Mal andere Ergebnisse erwartet als beim Mal davor, ist das eine Form des Wahnsinns. Meiner Erfahrung aus 3 Jahren ehrenamtlicher Arbeit nach befinden wir uns an dieser Schwelle. Ich habe die Hoffnung aufgegeben.

* Der Autor war ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer in   einem Asylheim. Er ist selbständig, studierte zuvor an der HFF in Potsdam/Babelsberg und wohnt derzeit in Berlin.   Der Beitrag erschien zuerst in facebook (19.08.2016/22:43 – https://www.facebook.com/daniel.anderson.5011 ).

V.i.S.d.P.: Autor und Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.153)

 

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