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Von Tatjana Sterneberg

Berlin, 14.02.2020 – Zum Valentinstag erhielt der als „Mann vom Checkpoint Charlie“ bekannt gewordene einstige Mauerdemonstrant Carl-Wolfgang Holzapfel statt Blumen eine Zustellung (Amtsdeutsch) vom Landgericht Berlin. Inhalt: Eine Aufforderung, sich „innerhalb von 14 Tagen in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee“ einzufinden, um dort eine „ersatzweise festgesetzte Ordnungshaft von 10 Tagen“ anzutreten. „Sollten Sie nicht rechtzeitig zum Haftantritt erscheinen, muss gegen Sie ein Vorführungs- bzw. Haftbefehl erlassen werden.“

Hintergrund dieser außergewöhnlichen Post ist eine von der Chefin des „Mauermuseums Checkpoint Charlie“, Alexandra Hildebrandt, am 31.07.2019 erwirkte Ordnungsstrafe in Höhe von 1.000 € gegen den seinerzeitigen Vorsitzenden der Vereinigung 17. Juni 1953, der als freier Journalist auf der Vereinshomepage unter der Bezeichnung „Redaktion Hoheneck“ Artikel zu diversen Themen um die Aufarbeitung der DDR-Diktatur veröffentlicht. So hatte der einstige enge Freund des 2004 verstorbenen Museumsgründers Rainer Hildebrandt am 27.07.2018 einen kritischen Artikel über die Hildebrandt-Witwe veröffentlicht. „Die seltsamen Wege der Alexandra Hildebrandt“.

Erst eineinhalb Jahre später erhielt der als freier Journalist auch investigativ tätige einstige Demonstrant gegen die „zweite deutsche Diktatur“ eine Unterlassungserklärung der streitbaren Museumschefin. Pikant: Die beauftragte Berliner Kanzlei hatte zuvor Holzapfel vergeblich zu einer Unterlassung aufgefordert, nachdem dieser über einen Immobilien-Mogul berichtet hatte, der in Stade (Niedersachsen) wegen schwerer Vorwürfe vor Gericht stand. Auf die Ablehnung einer Unterlassung mit Schreiben vom 1.10.2018 erhielt weder Holzapfel noch die Redaktion eine Antwort. Stattdessen forderte ihn die besagte Kanzlei zwei Monate später unter Verweis auf den Hildebrandt-Artikel vom Juli 2018 „im Auftrag der Alexandra Hildebrandt“ zu einer Unterlassung auf.

Zu diesem Zeitpunkt stand Holzapfel persönlich unter unverschuldetem Druck, weil ihm und seiner Frau die bisherige Wohnung zum Jahresende gekündigt worden war. Er musste also den Umzug vorbereiten und die im Sommer 2018 unter den allseits bekannten schwierigen Bedingungen am Berliner Mietmarkt gefundene Wohnung unter Einsatz von mehreren tausend Euro umbauen. Dadurch kam es zu nachvollziehbaren Verzögerungen in der Abwicklung einer zwztl. 2019 gerichtlich erwirkte, wenn auch nur teilweise stattgegebene Unterlassung. Auf Antrag von Alexandra Hildebrandt wurde deswegen im Sommer vergangenen Jahres eine Ordnungsstrafe in Höhe von je 1.000,00 € verhängt: Gegen den Journalisten und den (verantwortlichen) Verein 17. Juni. Die Rechts-Vertretung von Holzapfel trug erfolgreich das „Verbot einer Doppelbestrafung in selber Sache“ vor, sodass letztlich das jetzt eingeforderte einmalige Ordnungsgeld i.H.v. 1.000,00 € als Forderung im Raum steht.

Holzapfel hatte dem Gericht mehrfach mitgeteilt, sich nicht nur aus finanziellen Gründen (teurer Umzug) für die „ersatzweise Haft“ (10 Tage je 100,00 €) entschieden zu haben. Er wolle dadurch auch seinen Protest gegen das durch die Museumschefin beantragte Ordnungsgeld öffentlich machen. Er halte den Umgang der sich immer wieder als “Menschenrechtlerin“ in der Öffentlichkeit darstellenden Witwe seines Freundes Rainer Hildebrandt mit einstigen von Hildebrandt stets unterstützten Kämpfern gegen das SED-Unrecht für „widersprüchlich und beleuchtenswert“. So würde Hildebrandt in ihrer Einkommensquelle zwar auch Dokumente von oder über diese einstigen Widerstandskämpfer ausstellen, gleichzeitig aber gegen diese in unverhältnismäßiger Weise vorgehen. So sei der den Widerstandskämpfern von einst stets durch den Museumsgründer Rainer Hildebrandt gewährte kostenlose Eintritt in das Mauermuseum von seiner Witwe „schon seit Jahren“ abgeschafft worden.

Pikant an dieser Auseinandersetzung ist eine weitere historische Gegebenheit: Rainer Hildebrandt hatte Holzapfel während dessen ersten Hungerstreik im Oktober 1962 für sein im Aufbau befindliches erstes Mauermuseum an der Bernauer Straße „Die Freiheit darf hier nicht enden“ geworben. Holzapfel hatte die Leitung dieses ersten Mauermuseums ab 1. Dezember 1962 übernommen. Zu einer Zeit also, als Alexandra Hildebrandt noch unter anderem Namen in Kiew (Ukraine) wohnte.

Holzapfel, der als West-Berliner am 7.April 1966 vom Ostberliner Stadtgericht wegen seiner Demonstrationen für die Freilassung der politischen Häftlinge in der DDR zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, wird seine Ordnungshaft am kommenden Montag, 17. Februar, um 13:00 Uhr in der ausgewiesenen Justizvollzugsanstalt Plötzensee (Friedrich-Olbricht-Damm 16, 13627 Berlin) antreten. Er habe keine andere zeitliche Wahlmöglichkeit, weil ihm nach einem Schlaganfall Mitte November und einer anschließenden fünfwöchigen Anschlussheilbehandlung Anfang März ein Herzschrittmacher eingesetzt werden soll. Dieser Termin stehe bereits fest und sei ihm, Holzapfel, wichtiger, als sich auf eine Haftandrohung einzulassen.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-85607953 (1.511).

 

Erfurt/Berlin, 07.02.2020/cw – Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, will die AfD in Thüringen nach dem Rücktritt des amtierenden Ministerpräsidenten (FDP) im bevorstehenden erneuten Wahlgang den Amtsvorgänger Bodo Ramelow (LINKE) wählen. Wie der Informant unserer Redaktion gegenüber erläuterte, wolle die AfD mit diesem „ungewöhnlichen, weil in der Partei umstrittenen Schritt, die Doppelzüngigkeit des politischen Establishments aufzeigen.“ Danach sei es unwahrscheinlich, dass bei einer Mitwahl Ramelows durch die AfD der gleiche Empörungssturm losbrechen werde, wie dies bei dem FDP-Kandidaten der Fall gewesen sei. Auch sei kaum zu erwarten, dass Ramelow eine „mit Mehrheit erfolgte Wahl im Landesparlament“ unter Hinweis „auf die Stimmen der AfD“ ablehnen werde. Mit dieser neuerlichen „Umsetzung von Politik“ durch die AfD werde die „gezielt gesteuerte Empörung gegen eine rechtlich korrekt erfolgte Wahl“ in aller Öffentlichkeit als „große Desinformations- und Lügenkampagne“ entlarvt.

Anmerkung der Redaktion:

Wir stehen den Vorgängen in Thüringen, vor allem den politischen und medialen Reaktionen auf den erfolgten (dritten) Wahlgang im Landesparlament distanziert gegenüber. In dieser schwierigen Situation sollten und müssen daher alle eingehenden Informationen mit besonderer Sorgfalt auf deren seriöse Inhalte überprüft werden. Wir halten allerdings nach einem ausführlichen Gespräch mit unserem Informanten, der der Redaktion seit vielen Jahren auch persönlich bekannt ist, dessen Informationen für so brisant wie nachvollziehbar, dass wir uns zu einer Veröffentlichung entschlossen haben. Unser Informant bestand allerdings darauf, seine Person und seinen Namen nicht zu benennen oder zu umschreiben. Daran fühlen wir uns gebunden. Die Redaktion

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 0176-48061953 (1.509).

Berlin, 02.09.2019/cw – Die in Berlin ansässige Vereinigung 17. Juni 1953 hat dem Journalisten und Schriftsteller Karl Wilhelm Fricke anlässlich seines 90. Geburtstages am 3. September die Goldene Ehrennadel des Vereins verliehen. Der nach dem Aufstand von 1953 gegründete Verein würdigt damit Frickes aktive Mitwirkung am Widerstand gegen die Zweite Deutsche Diktatur und damit seine Verdienste um die Deutsche Einheit.

Der Publizist Karl Wilhelm Fricke (*3.09.1929 Hoym) hat mehrere Standardwerke über den Widerstand und staatliche Repressionen in der DDR herausgegeben. Beim Deutschlandfunk war Fricke Redakteur für Ost-West-Angelegenheiten und prägte maßgeblich die politische Sendung „Hintergrund„.

Das Leben des hochbetagten Jubilars wurde maßgeblich durch den Umgang der Sowjetischen Besatzungsmacht mit seinem Vater Karl Oskar Fricke geprägt. Im Alter von sechzehn Jahren mußte er die Verhaftung des Vaters durch den sowjetischen Geheimdienst NKWD erleben. 1950 wurde dieser im Rahmen der Waldheimer Prozesse zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt, wo er 1952 im Zuchthaus Waldheim an den Folgen einer Ruhr- und Grippeepidemie verstarb.

Verweigerung der SED-Gefolgschaft

Geprägt von diesen Erfahrungen weigerte sich der Sohn, in die von der SED gesteuerte Freie Deutsche Jugend einzutreten. Nach dem Abitur hatte er durch sein Verhalten keine Chance auf ein Studium. Kurze Zeit arbeitete Karl Wilhelm Fricke an der Schule, an der schon sein Vater unterrichtet hatte, als Aushilfslehrer für Russisch. Erstmals wurde Fricke durch die Denunziation einer Kollegin am 22. Februar 1949 verhaftet. Der Vorwurf: Er habe sich SED-kritisch geäußert. Ihm gelang es jedoch, aus dem Polizeigewahrsam zu entkommen und über die innerdeutsche Grenze in den Westen zu fliehen.

Nach seiner Flucht studierte er zunächst bis 1953 in Wilhelmshaven an der Hochschule für Arbeit, Politik und Wirtschaft Politikwissenschaft, ehe er in West-Berlin  an der Freien Universität  das Studium fortsetzte und journalistisch zu arbeiten begann. Seine Beiträge für Presse und Rundfunk, in denen er unter anderem Informationen der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit und des Untersuchungsausschusses freiheitlicher Juristen verarbeitete, widmeten sich vorwiegend der Verfolgung Oppositioneller in der DDR durch deren Justizorgane.

Entführung durch das MfS

Das MfS wurde auf ihn aufmerksam und beobachtete Frickes Publikationen sehr genau. Weil die Staatssicherheit diese als hochgradig schädlich für die DDR einstufte entschied sie schließlich, Fricke in einer geheimen Operation nach Ost-Berlin  zu entführen. In bekannter Perfidie setzte das MfS den vermeintlichen Journalisten „Kurt Maurer“ auf Fricke an, indem dieser geplant auf den vorgeblichen von der GESTAPO in ein KZ verbrachten ehemaligen Häftling stieß, der nach der vorbereiteten Legende nach dem Krieg vom NKWD im Speziallager Sachsenhausen inhaftiert worden war. Natürlich interessierte sich Fricke für diese komplexe Biografie und hielt deswegen lose Kontakt mit dem vermeintlichen DDR-Kenner und -Kritiker.

Auch hier musste Fricke für sein Freiheits-Engagement büßen: Bautzen II – Foto: LyrAg

Am 1. April 1955 wurde Fricke von Maurer und dessen Frau in deren Wohnung im Bezirk Schöneberg gelockt. Was der interessierte Gast nicht wußte: In Wirklichkeit hatte das MfS die Wohnung angemietet. Gastfreundlich bot die Ehefrau Fricke ein Glas mit „Scharlachberg-Meisterbrand“ an, in dem sie zuvor Schlaftabletten aufgelöst hatte. Schon bald fühlte sich Fricke unwohl und wollte ein Taxi rufen, verlor aber schnell das Bewusstsein. Danach wurde Fricke nach Ost-Berlin entführt. Er gehörte damit zu mehreren hundert Personen, die das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gewaltsam in die DDR entführte.

Kurt Maurer hatte Fricke zwar nicht über seine eigene Biografie belogen, jedoch seinen Namen verändert: Er hieß in Wirklichkeit Kurt Rittwagen. Das MfS führte Rittwagen/Maurer als Mitarbeiter IM  „Fritz“. Fricke selbst, damals gerade 25 Jahre alt, wurde beim MfS unter dem Code-Namen „Student“ geführt. Drei Tage vor der Entführung hatte ein „Hptm. Buchholz“ die dafür entscheidende Einschätzung in einer Aktennotiz des MfS festgehalten:

Betr: Fricke. Die feindliche Tätigkeit von Fricke besteht darin, dass er durch Personen aus der DDR Unterlagen und Material über führende Funktionäre der Partei, Wirtschaft und Verwaltung erhält. […] Des Weiteren schreibt Fricke Artikel für die westdeutsche Presse. Durch die Festnahme Frickes soll erreicht werden, die Methoden unserer Feinde erkennen zu lernen, mit denen es ihnen teilweise gelungen ist, in den Besitz des oben geschilderten Materials zu kommen.“

Nach DDR-Haft unermüdliche Weiterarbeit an der Aufklärung

Der Entführung folgten 15 Monate lang Verhöre im zentralen Untersuchungsgefängnis des MfS in Berlin-Hohenschönhausen. Karl Wilhelm Fricke war die meiste Zeit in einer Einzelzelle des U-Boots ohne natürliches Licht im Keller des Gebäudes untergebracht. Schließlich verurteilte das Oberste Gericht der DDR Fricke in einem Geheimprozess im Juli 1956 wegen “Kriegs- und Boykotthetze“ zunächst zu 15, dann zu vier Jahren Zuchthaus. Der Entführte mußte seine Haft im Zuchthaus Brandenburg-Görden und in der Sonderhaftanstalt Bautzen II in Einzelhaft verbüßen.

1959 wurde Fricke entlassen und nahm in Hamburg  seine Arbeit als freier Journalist und Publizist wieder auf. 1970 wurde er in Köln (bis 1994) leitender Redakteur beim Deutschlandfunk. Das MfS der DDR beobachtete Fricke allerdings weiterhin. So heißt es in einem internen MfS-Papier noch 1985:

Papst für Widerstand und Opposition

 Fricke fungiert beim ‚Deutschlandfunk‘ als Leiter der ‚Ost-West-Redaktion‘. In seinen Beiträgen und Kommentaren verleumdet und entstellt er die politischen Verhältnisse in der DDR (Partei- und Staatsführung, Justiz und Strafvollzug). Seine Bücher über das MfS verfolgen das Ziel, das sozialistische Sicherheitsorgan der DDR international zu diskreditieren.

Der DDR-Forscher Johannes Kuppe, Schüler von Peter Christian Ludz und später Kollege Frickes beim Deutschlandfunk, nannte Fricke den „Papst für Widerstand und Opposition und Unterdrückung. Fricke hat das Thema Repression in der DDR tatsächlich allein abgedeckt. Was zu sagen war, hat Fricke publiziert.“ Die Bücher des Jubilars gelten heute als Standardwerke in den Bereichen Widerstand und Opposition in der DDR, Strafjustiz und Staatssicherheit.

Fricke war nach dem Ende seiner berufliche Laufbahn u.a. langjähriger Vorsitzender des Beirats der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen sowie des Fachbeirates Gesellschaftliche Aufarbeitung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Als Sachverständiger wirkte Fricke in den 90er Jahren in zwei Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages, die die Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland und die Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozeß der deutschen Einheit behandelten.

Von Burkhart Veigel gestiftet: Karl-Wilhelm-Fricke-Preis

1996 verlieh ihm die Freie Universität Berlin  die Ehrendoktorwürde für seine Beiträge zur Geschichte des Widerstandes in der DDR; 2001 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Der Förderverein der Gedenkstätte Berlin‑Hohenschönhausen ehrte den rastlosen Publizisten 2010 mit dem Hohenschönhausen-Preis.  Nachdem der Arzt und langjährige Fluchthelfer Burkhart Veigel einen mit 20.000 Euro dotierten Preis für Verdienste um den Widerstand gegen die DDR gestiftet hatte, wurde dieser nach Fricke benannt. Er erhielt diese hohe Auszeichnung, die alljährlich von der Bundesstiftung Aufarbeitung verliehen wird, als erster Preisträger im Juni 2017.

Von dieser Stelle gehen alle guten Wünsche für Gesundheit und Wohlergehen an den Jubilar, verbunden mit dem Dank an einen wirklich Aufrechten, der für seine Überzeugungen das Leid tausender Verfolgter teilte und beispielhaft gegen das Vergessen anschrieb.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Mobil:0176-48061953 (1.473).

Berlin, 22.07.2019 – Über 70 alternative Journalisten setzen ein Denkmal für die Geschichtsbücher! Im Rahmen einer koordinierten Aktion haben diese es als Antwort auf die grassierende Zensur für absolut notwendig gehalten, ein Zeichen zu setzen. Über 70 Persönlichkeiten aus der alternativen Szene, haben ihre Meinungsverschiedenheiten beiseite gelegt, um gemeinsam für den Erhalt der Meinungsfreiheit zu kämpfen.

Bitte schaut euch das Video an, liked es und teilt es, so oft ihr könnt. Das ist der beste Lohn, den wir uns wünschen können:

https://www.youtube.com/watch?v=qGAHvt-3ZPg&feature=youtu.be

In dem Aufruf unzähliger Journalisten und engagierter Bürger heißt es weiter:

„Gemeinsam schweigen wir für die Meinungsfreiheit! Nach den unfassbaren Zensuraktionen gegen viele YouTuber schließen wir uns zusammen und schweigen gemeinsam für die Meinungsfreiheit.

Mit diesem Video rufen wir euch alle auf, für das Recht auf freie Meinungsäußerung, wie im Grundgesetz garantiert, einzustehen.

Wir ziehen eine rote Linie: Bis hierhin und nicht weiter! Mach‘ mit und verbreite dieses Video! Lasst uns gemeinsam für unsere Rechte einstehen und für Frieden und Freiheit zusammenstehen.

Als sie die Juden abholten,
sagte ich nichts,
denn ich war ja kein Jude!

Als sie die Sozialisten abholten,
sagte ich nichts,
denn ich war ja kein Sozialist!

Als sie die Gewerkschafter abholten,
sagte ich nichts,
denn ich war ja kein Gewerkschafter!

Als sie mich abholten,
war keiner mehr da,
der seine Stimme erheben konnte…

Eine zensierte Stimme ist trotzdem eine Stimme! Eine zensierte Meinung ist trotzdem eine Meinung! Mit unserem Schweigen setzen wir ein Zeichen! Wir werden uns das Recht auf eine freie Meinung nicht nehmen lassen und warnen vor einem globalen Meinungsfaschismus!

Wer andere Meinungen unterdrückt, handelt faschistisch! Für die freie Meinung! Für die Menschen! Sei dabei!!!

Willkommen in der Menschheitsfamilie – save Meinungsfreiheit

Vielen Dank an Felix Kramer, dass er es geschafft hat, seine Vision zu einer Idee zu entwickeln und alle gemeinsam für den Zusammenhalt gewinnen konnte. Ein besonderer Dank gilt Thomas von „Beweg was in Dir!“ für das cutten des Videos. Andy von „Beweg Was in Dir!“ danken wir für die Tontechnik. Nico von „Reload Vision“ danken wir für die kreative Koordination. Anna Maria August danken wir für das engagierte Netzwerken.“

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Mobil: 0176-48061953

Berlin, 20. September 1898 – Wer in den schweren politischen Kämpfen unserer Zeit nicht  P a r t e i  n i m m t ,  ist ein Schwachkopf, ein Faulpelz oder ein Feigling. Es ist geradezu unmoralisch, mit verschränkten Armen abseits zu stehen und als Schlachtenbummler gemüthlich zuzuschauen, fern vom Schuß, wie kräftigere Arme die ewigen Schlachten der Menschheit schlugen. Wo Jemand Partei nimmt, ist Sache der Einsicht, des Temperaments, der bürgerlichen Lage nicht zuletzt, ist seine eigenste Sache, in die Niemand ihm hineinzureden hat. Ob Polizeistaat, für das Milizsystem und die zarische Abrüstung oder den Militarismus und Marinismus schwärmt, ob er roth glüht oder schwarz-weiß schillert, ist seine Angelegenheit. Das Leben wäre ohne Salz, wenn alle gleicher Ansicht wären, nur der Kampf erwirkt den Fortschritt. Aber, auf welcher Seite immer: der Bürger soll Partei   n e h m e n .

Damit ist aber nicht gesagt, daß er   P a r t e i g ä n g e r   sein soll in dem Sinne, daß er auf jeden Punkt seines Parteiprogrammes als eine ewiger Wahrheit schwört. Vielleicht gibt es ewige Wahrheiten, aber gewiß nicht in Politik und Wirtschaftslehre. Wenn sich das Volksleben wachsend entfaltet, immer neue Blüthen und Früchte treibt, dann müssen auch die Programme der Parteien diesem Wachsthum folgen. Sie sind die politischen Kleider des Volkes – und, wenn der Junge wächst, muß er eine neuen Anzug haben.

Leider sind die Parteivertretungen aus Menschen zusammengesetzt, die immer älter werden, immer weniger die wechselnde Welt verstehen, die sie umgibt, und sehr geneigt sind, das Bekenntniß ihrer Jugend für eine „ewige Wahrheit“ zu halten. So kommt es leicht, daß Parteien verknöchern, alt werden und wie Halbversteinerungen dem jungen Leben im Wege stehen. Wir kranken da an einem alten Uebel, dem Urmenschen = Respekt vor dem Alter. Unter ganz einfachen Verhältnissen nämlich, die sich nur sehr langsam verändern und namentlich vor Erfindung der Schrift, da waren die „Alten“, die Greise, der „Senat“ die natürlichen Berather und Leiter der Jugend, wie ihr treues Gedächtniß die einzige Quelle der diplomatischen Ueberlieferung, des Rechtes, der Sitte war. Heute aber, wo die Schrift und namentlich der Buchdruck alles Vergangene getreulicher aufbewahrt, als das menschliche Gesdächtniß, ist die Rolle der Alten zu einer schweren Störung des öffentlichen Lebens geworden. Ihre Erfahrung kann nichts mehr nützen, und ihre durch das Alter bedingte Unfähigkeit, die neue Zeit zu verstehen, schadet unendlich. Wahrlich, statt des von den Konservativen so heiß begehrten Gesetzes, daß das Wahlfähigkeitsalter heraufsetzt, wäre ein Gesetz besser, daß die passive Wahlfähigkeit bei ca. 60 Jahren aufhebt. Dann würden unsere Parteivertretungen nicht mehr von Mummelgreisen geleitet sein, die der nothwendigen Entwicklung des Volkslebens den Hemmschuh anlegen. Junge Kräfte brauchen wir überall an der Spitze mit jungen Gehirnen und modernen Begriffen statt der feierlichen alten Herren mit ihren vorsintflutlichen Anschauungen.

Mitten inne stehen wir in einer Umgestaltung unseres ganzen Parteiwesens. Sie zu fördern durch das Emporbringen neuer Führer sollte überall das Streben der Bürgerschaften sein. Mit den neuen Führern kommen dann auch die neuen Programme, die dem Volk wieder paßrecht sitzen, oder kommt wenigstens eine praktische Auslegung der alten Worte, die den neuen Bedürfnissen entspricht. Darum fort mit den alten Redensarten von Verdienst und Dankbarkeit.   E s   i s t   e i n e   g an z   f a l s c h e   D a n k      b a r k e i t ,   v e r d i e n t e   M ä n n e r   s o l a n g e   a u f   i h r e n              E h r e n p o s t e n   z u   e r h a l t e n ,   b i s   s i e   i h r e   a l t e n                   V e r d i e n s t e   d u r c h    n e u e   T h o r h e i t e n   a u s g e l ö s c h t           h a b e n .  Man gebe ihnen die Bürgerkrone mit als Dank in ein ehrenvolles Altentheil! Aber man verjünge die politische Armee nach dem Muster der militärischen!

Um dieses gerade jetzt dringend nothwendige Ziel zu erreichen, gerade darum soll der Bürger Partei   n e h m e n !   Die Eigenbrödlerei, die fortwährend neue kleine Parteien oder „Vereine“ aus dem Boden stampft, ist nichts als thörichte Kraftzersplitterung. Innerhalb der alten großen Parteien mit ihrem geübten Stabe, ihren reichen Mitteln und Erfahrungen soll der Bürger sein reformatorisches Werk beginnen und durchsetzen: die Verjüngung der Personen und Ideen!

Unser öffentliches Leben befindet sich in einer trüben Gährung, die auf lange Zeit keine Abklärung erwarten läßt. Die Parteigänger der verschiedenen Lager stehen sich mit einem Haß und einer Erbitterung gegenüber, die bei Volksgenossen nur dadurch erklärbar ist, daß sie ihre Sprache gegenseitig nicht verstehen. Es ist, als hätte einen neue Heimsuchung von Neuem die Sprachen der Menschen verwirrt, die doch alle mit gleichem Eifer arbeiten sollten am Thurmbau zu Babel der Civilisation. Die Hauptschuld an dieser Verwirrung trägt die Thatsache, daß die Parteiführer sozusagen mit einem Fuß im Grabe stehen, in Verhältnissen des öffentlichen Lebens, die längst im Grabe der Zeit versunken sind. Hier thut schnelle Abhilfe noth:   w i r   b r a u c h e n           v i e l m e h r   P a r t e i n e h m e r   u n d   v i e l   w e n i g e r         P a r t e i g ä n g e r !

* Redaktionelle Anmerkung: Der Autor wurde leider nicht ausgewiesen. Quelle: Redaktions-Archiv

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin (30.05.2019) – Tel.: 0176-48061953 (1.414).

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