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Berlin, 06.08.2019/cw – Im Zusammenhang mit der Aktion zum 30.Jahrestag der „Lebendigen Brücke“ : „WIR“ statt „IHR“ am Checkpoint Charlie (12.08.2019, 11:00 Uhr) erreichten mich zahlreiche Anfragen über meinen Weg zum gewaltlosen Widerstand gegen die Mauer. Bis zum 12. August werde ich an dieser Stelle Stationen auf diesem Weg und aus dem Kampf gegen die Berliner Mauer schildern. (9 -Teil 8 siehe 05.08.2019).

Auch dies war einer der Lehrsätze, die der Gandhi-Streiter T.N. Zutshi mir vermittelte: Gandhi habe sinngemäß gesagt, er habe „kein Vertrauen in Appelle, wenn nicht hinter diesen die Kraft stände, etwas persönlich dafür zu opfern, sich selbst dafür einzubringen.“ Und Zutshi, der sehr eindringlich und überzeugend argumentieren konnte, erläuterte auf Nachfrage: Es sei durchaus lobenswert, sich an der Mauer mit einem Schild aufzustellen und damit den DDR-Grenzern seine Forderungen zu vermitteln. Diese würden sich wahrscheinlich ärgern, aber ansonsten würde dies keine Auswirkungen haben. Ginge man aber mit einem solchen Schild „in den Osten, also über die Grenzlinie in das DDR-Gebiet“ würde man dem Gegner die „Ernsthaftigkeit seines Anliegens“ deutlich machen, weil man sogar „keine Angst vor einer mögliche Verhaftung“ hätte, sondern diese vielmehr inkauf nähme.

Der selbstlose Inder aus Benares in Indien hatte seinen Mahatma Gandhi gut studiert. So vermittelte er mir auch die Notwendigkeit, eine solche Aktion immer rechtzeitig öffentlich anzukündigen. Gandhi hatte das so gelehrt: „Gib dem Adressaten deines Anliegens immer die Möglichkeit, sein Gesicht zu wahren, indem Du diesem die Zeit gibst, auf dein Anliegen einzugehen.“

Legt Eure Furcht ab und sprecht die Wahrheit

Und wie war das mit der möglichen Angst, mit dem Herzklopfen vor und während einer solchen Aktion? Zutshi erinnerte an sein Credo von 1960 auf dem Alexanderplatz. Dort war er mit einem Schild aufgetreten: „Menschen hinter dem Eisernen Vorhang – Der erste Weg zur Freiheit: Legt Eure Furcht ab und sprecht die Wahrheit.“ Aber wie meinte Zutshi das in der Praxis? Auch das konnte er überzeugend erklären: „Wenn ein oder zwei Menschen in der DDR auf das nächste Revier gingen, um dort ihre Ablehnung des DDR-Systems zu bekunden, würden diese wahrscheinlich inhaftiert werden. Dann kämen die nächsten DDR-Bürger, um das Gleiche zu bekunden. Schnell würden sich die Hafteinrichtungen so füllen, dass die Diktatur gezwungen wäre, die ersten Häftlinge wieder zu entlassen. Diese würden dann ohne Angst die Ablehnung des kommunistischen Systems öffentlich artikulieren können, ohne erneut verhaftet zu werden.“

Zutshi hielt von 1962 – 1964 vor der Versöhnungskirche jeden Sonntag eine Mahnwache für die Menschen hinter der Mauer ab. Er wurde vor Ort unterstützt. Foto: Ein Bewohner reicht ihm einen Stuhl aus dem Fenster. Im Hintergrud die Versöhnungskirche.
– LyrAg

Fünfundzwanzig Jahre später, 1989, habe ich bedauert, dass T.N. Zutshi den Triumph seiner These nicht mehr erleben konnte. War es nicht so, als hätten die Abertausenden DDR-Bürger diese Zutshi-Worte verinnerlicht, als sie bar jeder Angst mit der Skandierung der Wahrheit auf die Straßen gingen?

Lebenslänglich Zuchthaus für Harry Seidel

1964 also, nach meinem Krankenhausaufenthalt, war die Umsteuerung auf eine andere Form des gewaltlosen Widerstandes für mich angezeigt. Zutshi hatte ja bereits mehrfach für den Fluchthelfer und ehemaligen DDR-Radrennsportler Harry Seidel demonstriert, der am 14. November 1962 am Ende eines 70 Meter langen Tunnels, den er im Auftrag der West-Berliner CDU in Kleinmachnow mitgebaut hatte, in einen Hinterhalt des MfS gelangt war. Wenige Wochen später wurde Seidel zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt.
Analog zu seiner Aktion im Oktober 1962 vor der Versöhnungskirche in der Bernauer Straße konnte Zutshi nach eigenem Bekunden selbst nicht mit dem Schild „Freiheit für Harry Seidel und 14.000 politische Gefangene in der SBZ“ in die DDR gehen. Die angedrohte Ausweisung als unerwünschter Ausländer hielt ihn davon ab. Er wollte seinen Freunden den gewaltlosen Widerstand vermitteln, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Zutshi mit dem Sohn Harry Seidels. Frau und Sohn lebten bereits in West-Berlin. Foto: LyrAg

Also begann ich mit der Planung meiner ersten Demonstration für die politischen Gefangenen für den zweiten Jahrestag der Verhaftung von Harry Seidel am 14.November 1964. Das erforderte vor allem eine gewissenhafte mentale Vorbereitung, denn ich wollte jeglichen Anflug von Angst vor der bevorstehenden Konfrontation mit der DDR-Diktatur überwinden. Getreu den vermittelten Lehrsätzen kündigte ich die geplante Aktion eine Woche vorher öffentlich an.

Nach einer demonstrativen Kranzniederlegung am Mahnkreuz für Peter Fechter, bei der ich bereits von einem West-Berliner Polizeioffizier daran gehindert wurde, eine Erklärung zu meiner beabsichtigten Demonstration zu verlesen, weil dies „nicht erlaubt“ sei, zog ich in Begleitung zahlreicher Freunde und Unterstützer mit meinem Schild zum Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße am Moritzplatz.
Wer hatte hier Angst? Und vor Wem?

In die Heinrich-Heine-Straße eingebogen bemerkte ich sofort auffallende Veränderungen am Grenzübergang. Die dortigen Mauerwächter waren nicht nur verstärkt worden, auch standen in vorderster Linie nur Grenzoffiziere ab Dienstgrad Oberleutnant aufwärts. Hatte ich zugegeben auf diesem Weg doch einiges Herzklopfen, so fielen bei Ansicht dieses Szenariums sämtliche Angstgefühle ab: Wer hatte hier denn Angst? Und vor wem? Ein einfacher Arbeiter, als der ich damals bei der BVG tätig war, demonstrierte und die DDR zeigte „mehr Angst als Vaterlandsliebe“? In diesen schicksalhaften Minuten veränderte sich mein Bewusstsein entscheidend: Seither hatte ich niemals mehr Angst vor den Organen der DDR. So konnte ich bis zum Ende dieser zweiten deutschen Diktatur meine Demonstrationen völlig angstfrei durchführen, was eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Grundlage meiner künftigen Aktionen war.#

Bei der ersten Demo für die Freiheit politischer Gefangener 1964 wurde Holzapfel von einem Oberleutnant der DDR-Grenzposten abgewiesen. Foto: LyrAg

Am 14. November 1964 wurde ich, kaum, dass ich den Grenzstrich überschritten hatte, von einem Oberleutnant in Richtung West-Berlin zurückgestoßen, worauf ich diese Demonstration sofort abbrach. Dieser erste gewaltlose Einsatz in einer unmittelbaren Konfrontation mit den DDR-Organen zielte in der Konsequenz in zwei Richtungen: Natürlich nach Ost-Berlin aber auch auf meine Freunde in West-Berlin. Diese hatten nämlich geunkt, ich würde nach dem ersten Schritt über die weiße (sprich „rote“) Linie sofort verhaftet werden, man würde mich für die nächsten Jahre nicht mehr sehen. Es war also für mich und künftige Aktionen sehr wichtig, dieses erste Mal nicht durch unbedachte Reaktionen zu überreizen, sondern meinen Freunden im Westen zu signalisieren: Man kann auch gegen die DDR gewaltlosen Widerstand leisten, ohne gleich verhaftet zu werden.

Allerdings erklärte ich dem abweisenden DDR-Oberleutnant, daß ich wiederkommen würde, um für die Freiheit von Harry Seidel erneut zu demonstrieren. Dabei würde ich mich nicht mehr so schnell zurückweisen lassen.

-Wird fortgesetzt-

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Mobil: 0176-48061953 (1.451)

Berlin, 05.08.2019/cw – Im Zusammenhang mit der Aktion zum 30.Jahrestag der „Lebendigen Brücke“ : „WIR“ statt „IHR“ am Checkpoint Charlie (12.08.2019, 11:00 Uhr) erreichten mich zahlreiche Anfragen über meinen Weg zum gewaltlosen Widerstand gegen die Mauer. Bis zum 12. August werde ich an dieser Stelle Stationen auf diesem Weg und aus dem Kampf gegen die Berliner Mauer schildern. (8 -Teil 7 siehe 04.08.2019).

Am Abend des Ersten Weihnachtsfeiertages hörte ich um 22:00 Uhr wie üblich zum Abschluss des Tages die Nachrichten. Gerhard Weinstein hatte mir eine Untermiete bei der alten Frau Weber in der Biesentaler Straße 5 im Wedding vermittelt, wo ich ein Zimmer bewohnte.

An Weihnachten 1963 tödliche Schüsse hinter der Thomas-Kirche in Kreuzberg – Foto: LyrAg

In der Nachrichtensendung des RIAS wurde zu Beginn ein erneuter schwerer Grenzzwischenfall geschildert. Bei dem Versuch, die Grenzanlagen hinter der Kreuzberger Thomaskirche am Mariannenplatz zu überwinden, war der erst 18jährige Paul Schulz (* 02.10.1945; † 25.12.1963) aus Neubrandenburg unter Beschuss der DDR-Grenzposten geraten. Tödlich verletzt war er zwar auf die Westseite der Mauer gefallen, aber kurz darauf seinen schweren Verletzungen im nahe gelegenen Bethanien-Krankenhaus erlegen. Seinem Freund war zuvor die Flucht unverletzt gelungen.

Aufgewühlt zog ich mir etwas über und suchte die nächstgelegene Telefonzelle auf, um Prof. Rubin in Lichterfelde anzurufen. Wir hatten uns seit einiger Zeit in einer kleinen Gruppe gefunden, die unmittelbar nach einem Mord an der Mauer zur Stelle sein wollte, um vor Ort durch die Aufstellung eines Kreuzes oder anderer geeigneter Maßnahmen das Geschehen öffentlich zu machen und damit ein mögliches Vertuschen zu verhindern. Zu dieser Zeit hatte der Berliner Senat seine von Egon Bahr kreierte Politik des „Wandels durch Annäherung“ begonnen. Wir führten die aufkommende Kritik an der Errichtung von „Mauerkreuzen“ auch darauf zurück. So hatte Willy Kressmann (* 06.10. 1907; † 05.03.1986) gen. „Texas-Willy“ und Bürgermeister von Kreuzberg, öffentlich deklariert, man könne nicht wegen jedes Toten an der Mauer aus dieser einen Friedhof machen. Willy Brandt (*18.12 1913; † 08.10. 1992) hatte dem Vorhalt seines innerparteilichen Widersachers damals noch heftig widersprochen: „Nicht wir ermorden diese Menschen an der Mauer.“

Gedenken zum 50. Jahrestag: B.Z. vom 27.12.2013, Seite 18 – Archiv

Irmgard Klatt, die Inhaberin eines Blumenladens in der Bernauer Straße, war unsere engagierte Verbündete. Wir konnten diese auch nachts anrufen. Entweder wußte sie schon durch das Radio Bescheid oder sie fragte dann ahnungsvoll: „Haben die schon wieder einen Menschen ermordet?“ Innerhalb einer oder zwei Stunden hatte sie einen Kranz gebunden, den wir dann am Ort des Geschehens niederlegen konnten. Sie gehört in unserer Erinnerung zu den stillen Helden an der Berliner Mauer.

Rubin forderte mich nach meinem Anruf auf, nach Lichterfelde zu kommen, dort würden wir beraten. In seinem Haus in der Hildburghauser Allee kurz vor Mitternacht angekommen beschlossen wir nach kurzer Diskussion, im verschneiten Garten seines Anwesens ein Holzkreuz zusammenzubauen.

Ein Mahnkreuz für Paul Schulz

Nach einem kleinen Frühstück fuhren wir gegen 9:00 Uhr nach Kreuzberg an die Thomaskirche, um dort an einem Baum das gefertigte, etwa 2 Meter hohe Holzkreuz aufzustellen. Der diensthabende Polizeibeamte, ein vorübergehend in Berlin eingesetzter Westfale, begrüßte unser Vorhaben. Gleichzeitig machte er uns darauf aufmerksam, dass wir dafür eine Genehmigung brauchten, sonst könne er nicht dafür garantieren, dass dieses Kreuz nicht beseitigt werden würde. Mein Einwand: „Die DDR-Schützen haben doch auch nicht um Genehmigung gefragt, bevor sie gemordet haben,“ änderte nichts an der bürokratischen Realität.

Von der Öffentlichkeit übersehen, von uns zum 50.Todestag erneut aufgestellt: Holzkreuz für Maueropfer Paul Schultz – Foto: Lyrag

So befestigten wir das Kreuz an dem Baum und machten uns auf den Weg zur Friesenstraße, wo sich auch die zuständige Polizeiinspektion befand. Der mir durch die Mauer-Aktionen bekannte Polizeioberrat Däne war „wegen Grippe“ im Bett, also nicht erreichbar. So wollte man uns auf das Bezirksamt vertrösten, welches ja „nach den Weihnachtsfeiertagen wieder ansprechbar“ wäre. Zornig verließen wir am 2. Weihnachtsfeiertag die Inspektion. Während der Professor als treuer Beamter resignierte, erklärte ich ihm, zu Willy Brandt zu dessen Wohnung in Schlachtenssee fahren zu wollen. Meine Hoffnung, dass mich Rubin chauffieren würde, trog. Er hielt die Absicht für aberwitzig.

So fuhr ich also allein mit der BVG nach Zehlendorf. Vor dem Domizil des Regierenden Bürgermeisters angekommen, fragte mich ein dort stationierter Polizist nach meinem Begehr. Im Ergebnis sagte er nach einem kurzen Blick auf die Uhr, Willy Brandt sei nicht da, aber seine Frau Ruth käme in wenigen Minuten, um ihren Pudel und die Katze auszuführen.

So sprach ich Rut Brandt auf mein Anliegen an. Auch sie war entsetzt über den neuerlichen Mord. „Mein Mann ist mit den Söhnen am Schlachtensee unterwegs, er müsste aber jeden Augenblick zurück sein. Sie könne ihm ja sagen, sie hätten schon mit mir gesprochen.“

Intervention von Willy Brandt

Denkmal-Schändung – Wenige Tage später: Das zerbrochene Kreuz an der Thomaskirche im Januar 2014 – Foto: LyrAg

Nachdem ich den Polizisten über den Inhalt des Gespräches informiert hatte, wartete ich auf den Regierenden. Der kam wenig später tatsächlich mit seinen Söhnen Lars, Peter und Matthias (der heutige bekannte Schauspieler saß auf den Schultern seines Vaters) den Anstieg vom Schlachtensee herauf. Brandt hörte meinen Schilderungen ernst und aufmerksam zu und fragte sehr gründlich, wer denn an dieser Kreuzaufstellung und warum beteiligt sei: „Haben sie schon mit Heinrich Albertz (Bürgermeister und Innensenator) gesprochen?“ fragte er schließlich.

„Nein,“ erwiderte ich. „Ich weiß zwar, wo Sie wohnen, aber den Wohnort von Albertz kenne ich nicht.“ Brandt schmunzelte. „Kennen sie die Stallwache im Rathaus (Schöneberg)?“ Nachdem ich vermeinte erklärte mir Brandt, dies sei der Bereitschaftsdienst im Rathaus. Er würde mit Albertz sprechen und ich solle in ca. zwei Stunden dort anrufen. Die Stallwache würde mich dann über die Entscheidung informieren.“

Nachdem mir telefonisch vom Schöneberger Rathaus eine Bestätigung gegeben worden war, machte sich der überraschte Prof. Rubin sofort auf den Weg, und so trafen wir fast zeitgleich erneut an der Thomaskirche ein. Hier war vor Ort bereits Ernst Lemmer (*28.04.1898; †18.08.1970) und zahlreiche Medien eingetroffen. Auch Polizeioberrat Däne war plötzlich, trotz Grippe vor Ort. Gemeinsam gedachten wir an dem nun offiziell aufgestellten Holzkreuz des am Tag zuvor verstorbene Maueropfers Paul Schulz.

Hungerstreik: UNO soll Morde verurteilen

Mit einem Schild auf dem Kreuz wiesen wir auf das Geschehen vor 50 Jahren hin – Foto: LyrAg

Täglich suchte ich den Gedenkort auf. Am 28. Dezember traf ich dort auf den wenige Jahre älteren Dieter Wycisk, einen Kollegen der BVG. Dieter erklärte mir, er habe „heute einen Hungerstreik begonnen, um gegen diesen Mord zu protestieren.“ Spontan schloss ich mich auf der Stelle diesem Streik an. Wusste ich doch aus inzwischen erlangter Erfahrung, wie wichtig eine solidarische Unterstützung war. Schnell einigten wir uns auf eine gemeinsame Forderung: Die UNO sollte die Morde an der Mauer verurteilen, damit diese international geächtet werden würden.

Der Hungerstreik an der Thomaskirche „bei Wind, Wetter und winterlicher Kälte“ dauerte insgesamt 10 Tage. Danach lag ich im Gegensatz zu Dieter mit einem Magengeschwür sechs Wochen im Krankenhaus. Die Ärzte empfahlen mir dort, künftig „andere Wege des Widerstandes“ zu wählen, da ich ansonsten meine Gesundheit gefährden würde.

Da erinnerte ich mich an T.N. Zutshis Demonstrationen für die Freilassung der politischen Gefangenen in der Sowjetisch besetzten Zone, wie wir damals noch in großer Übereinstimmung die DDR nannten. Und ich beschloss im Frühjahr 1964, mich künftig auf dieses Ziel zu konzentrieren.

-Wird fortgesetzt-

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Mobil: 0176-48061953 (1.450)

Berlin, 01.08.2019/cw – Im Zusammenhang mit der Aktion zum 30.Jahrestag der „Lebendigen Brücke“ am Checkpoint Charlie (12.08.2019, 11:00 Uhr) erreichten mich zahlreiche Anfragen über meinen Weg zum gewaltlosen Widerstand gegen die Mauer. Bis zum 12. August werde ich an dieser Stelle Stationen auf diesem Weg und aus dem Kampf gegen die Berliner Mauer schildern. (4 – Teil 3 siehe 31.07.2019).

Von Carl-Wolfgang Holzapfel

Im Frühjahr 1962 hatte ich mich aus den insgesamt zwölf Jahre andauernden Heimaufenthalten freigeschwommen. Nach meinem durch den Mauerbau in Berlin verursachten überstürzten Aufbruch von Hamburg nach Berlin war ich „zur Strafe“ vom Jugendamt in einen „Jugendhof“ eingeliefert worden. Man könne nicht einfach aus einem vom Staat bezahlten Lehrlingsheim ausbrechen, hatte mir eine Dame im Landesjugendamt empört vermittelt. In einem vergitterten Transportauto wurde ich einem Schwerverbrecher gleich in eine Unterkunft gefahren. Dort stand am Ausgang nicht nur ein Pförtner, ich wurde auch für die nächsten Wochen in einer vergitterten Baracke untergebracht. Das bezogene spartanische Zimmer wurde sorgsam abgeschlossen. Heimknast pur.

Positiv vermerkte ich jedoch, das ich ab Ende Oktober Vormittags die heimeigene Berufsschule besuchen konnte, was mir letztlich eine Mittelschul-Abschluss ermöglichte. Am Nachmittag durfte ich nach einer Übergangszeit in der Großküche Kessel putzen. Nach einer Bewährungszeit wurde ich in eine offene Baracke verlegt. Hier waren die Zimmer und das Haus nicht abgeschlossen, und am Wochenende durfte ich ab November das Heim sogar verlassen, wenn auch nicht über Nacht. Dadurch war mir die bereits geschilderte Teilnahme an der Demonstration „Jugend demonstriert gegen die Mauer“ möglich.

Als sich im Frühjahr 1962 der Berufsschulabschluss abzeichnete stand natürlich ein möglicher Berufswunsch im Raum. Durch die 1958 geknüpften Kontakte zum Telegraf, der Herausgeber Arno Scholz hatte beabsichtigt, mein 60 Thesen umfassendes Deutschlandpapier zu veröffentlichen, bewarb ich mich dort erfolgreich als Volontär, weil ich gerne Journalist werden wollte, um auf diesem Weg den 17 Millionen Ostdeutschen eine Stimme leihen und mich den Ungerechtigkeiten auf der Welt widmen zu können.

Mit achtzehn Jahren ein freier Mensch

Meine Mutter gab mir auf einem meiner Wochenendbesuche zu bedenken, daß ich in diesem Fall noch bis zum 21. Lebensjahr, also noch drei Jahre, in dem „Jugendhof“ verbringen müsste. Die Volljährigkeit wurde damals im Westen erst mit 21 Jahren erreicht. Meine Mutter hatte in der Berliner Morgenpost eine Anzeige gefunden. Dort suchte ein Landwirt aus Wuhlsbüttel (zwischen Bremen und Bremerhafen) zwei landwirtschaftliche Lehrlinge. Und meine Mutter meinte, ich hätte doch bereits entsprechende Kenntnisse, die ich während meines Aufenthaltes in einer kirchlichen Heimeinrichtung (mit vierzehnstündiger täglicher Arbeit) erworben hätte. Der Vorteil lag klar auf der Hand: Fern von Berlin, fern von jeder amtlichen Aufsicht und Bevormundung wäre ich vorzeitig (vor dem 21. Lebensjahr) ein freier Mensch. So fand ich mich nach dem 1. April 1962 auf einem Bauernhof wieder.

T.N. Zutshi 1963. Bis heute hat die Stadt Berlin dem Inder kein Denkmal gesetzt – Foto: LyrAg

Allerdings hatte ich in einem ersten Gespräch mit dem Landwirtschaftsmeister vorgetragen, dass ich alljährlich zum 13. August in Berlin sein müsse, was er akzeptierte. So begegnete ich in der zweiten Augustwoche 1962 im Studentenhaus am Steinplatz dem Inder T.N. Zutshi. Auf einer Veranstaltung, die der Publizist und ehem. KgU-Chef Rainer Hildebrandt organisiert hatte, sprach der Ingenieur aus Indien über den Gewaltlosen Kampf nach Mahatma Gandhi und dass dieser Kampf auch ein Weg sei, um die Berliner Mauer und die Teilung Europas zu überwinden. Er wolle, um dies zu demonstrieren, am 2. Oktober, dem Geburtstag von Gandhi, die Mauer vor der Versöhnungskirche in der Bernauer Straße symbolisch mit Hammer und Meißel einreißen.

„Legt Eure Furcht ab und sprecht die Wahrheit“

Zutshi hatte bereits 1960 am Alexanderplatz mit einem Schild demonstriert: „Menschen hinter dem Eisernen Vorhang: Der erste Weg zur Freiheit – Legt Eure Furcht ab und sprecht die Wahrheit.“ Dieser Zutshi-Ausspruch wurde für mich zur Leitlinie und wurde unendliche Male durch die Realität bestätigt, letztens auch am 9. November 1989. Der „mutige Inder“, so der indische Ministerpräsident in Delhi zur Verhaftung über Zutshi, wurde zunächst von DDR-Organen festgenommen. Weil die Sowjets aber sehr darum bemüht waren, Ihre Beziehungen zu Indien auszubauen, zogen sie den Vorgang an sich und entließen den Inder bereits wenige Tage nach der Festnahme.

Prophetische Forderung:
Zutshi 1960 auf dem Alexanderplatz in Ostberlin – Foto: Archiv

Natürlich mußte ich zu dem im Studentenhaus angekündigten Ereignis in Berlin sein. Um meinen neuen Chef nicht zu verärgern, brach ich den Urlaub schon einige Tage vorher ab, damit ich im Oktober wieder nach Berlin fahren konnte. Allerdings blieben mir durch diesen vorzeitigen Aufbruch die kritischen Tage nach dem Mord an Peter Fechter am 17.August 1962 nahe dem Checkpoint Charlie erspart, wenngleich mich auch dieser Mord auch aus der Ferne emotional tief berührte und aufwühlte.

Am 2. Oktober fanden sich etwa zweitausend Menschen vor der Versöhnungskirche ein, um T.N. Zutshi bei seiner angekündigte Demonstration zuzuschauen. Die Lage war angespannt. Auf dem Turm der (1985 gesprengten) Kirche hatten DDR-Posten gut sichtbar ein Maschinengewehr aufgestellt. Schließlich kam der Inder, um den anwesenden Medien und den zahlreichen Menschen mitzuteilen, dass er die angekündigte Demonstration nicht durchführen würde. Der Innensenator hätte ihm, „auf Weisung der Alliierten“ eine Durchführung untersagt, anderenfalls würde er als „unerwünschter Ausländer“ abgeschoben werden. Dies wolle er vermeiden, weil er nach wie vor die Menschen in Berlin von einem Gewaltlosen Kampf gegen die Mauer überzeugen wolle.

Die ersten Erfahrungen: Gewaltloser Widerstand

Nachdem ich die Unschlüssig- und Ratlosigkeit der Vielen bemerkte, erfasste mich ein nicht gekannter Zorn. Kam denn Niemand auf die Idee, den Gedanken des Inders aufzugreifen, von unserer (betroffenen) Seite aus ein Zeichen zu setzen?

Werbung für den Gewaltlosen Kampf – Zutshi-Schrift von 1962. Das Bild zeigt seinen Marsch an die Brücke von Andau nach dem Ungarn-Aufstand von 1956 –            Foto: Archiv

Nach kurzer Überlegung setzte ich mich spontan unter das Straßenschild „Hussitenstraße“ gegenüber der Versöhnungskirche und verkündete einen „72-stündigen Sitz- und Hungerstreik.“ Bar jeder Vorstellung und Erfahrung verließ ich mich jugendlich darauf, das nicht schlecht sein könne, was Gandhi erfolgreich angewandt hätte.

Kurz darauf ein Polizist: „Was machen Sie hier?“
„Ich führe einen dreitägigen Sitz- und Hungerstreik aus Protest gegen die Mauer durch.“
„Das dürfen Sie hier nicht. Stehe Sie auf!“
„Entschuldigung, sind wir hier schon in Ost-Berlin?“
„Natürlich nicht. Aber Sie dürfen sich hier nicht einfach hinsetzen.“

Nachdem ich mich beharrlich geweigert hatte, meinen Demonstrations-Platz zu verlassen, fuhr wenig später ein Einsatzwagen der Polizei vor: „Steigen Sie ein!“
„Sie verwechseln hier etwas. Ich will hier nicht weg. Sie wollen mich weghaben.“

Daraufhin wurde ich gepackt und in den Mannschaftswagen verbracht. Vor dem Revier angekommen, wurde ich aufgefordert, den Wagen zu verlassen.
„Sie haben mich hier hinein gesetzt, Sie müssen mich auch wieder hinaustragen.“

Erneut wurde ich ergriffen und in eine Arrestzelle getragen, wo man mich in der Mitte der Zelle absetzte. Ich blieb im Schneidersitz so sitzen, wie man mich an der Ecke Hussitenstraße aufgegriffen hatte. Zugegeben, ich war mit mir über diese ersten, immerhin völlig unerfahrenen Schritte im Gewaltlosen Kampf zufrieden.

Zirka eineinhalb oder zwei Stunden später erschien der Reviervorsteher in der Zelle:
„Was machen wir denn jetzt mit Ihnen?“
„Das weiß ich nicht. Sie haben mich ja hierher verbracht,“ erwiderte ich.

Der freundliche Beamte klärte mich nun über die tatsächlichen, realen Gegebenheiten auf. Danach hätten die Alliierten jegliche Demonstration in der Bernauer Straße untersagt. Die Polizei sei lediglich Befehlsempfänger der Alliierten und könne daher nicht selbständig Entscheidungen treffen. Schließlich fragte er mich, ob ich den Gedenkstein für den ersten erschossenen Flüchtling Günter Litfin (*19.02.1937 † 24.08.1961) kennen würde (Lehrter Bahnhof, heute: Hauptbahnhof). Nachdem ich verneint hatte, weil ich nur von dem Mord gehört, aber sonst keine örtlichen Kenntnisse hatte, empfahl er mir diesen Gedenkstein zur Fortführung meines Sitz- und Hungerstreikes.

„Dann kommen Ihre Kollegen und räumen mich weg,“ gab ich zu bedenken. Der Reviervorsteher verneinte und sagte, er würde mir garantieren, dass ich dort demonstrieren könne, weil zwischen der eigentlichen Mauer und dem Gedenkstein der breite Humboldthafen läge. Es beständen somit keine Sicherheits-Bedenken.

Die Freiheit darf hier nicht enden

1963 Wolliner Straße: C.W. Holzapfel, Rainer Hildebrandt mit Freundin, T.N. Zutshi, die ehem. Hoheneckerin Anneliese Kirks und ein Begleiter (von links nach rechts) – Foto: Lyrag

So fand ich mich am Abend gegen 22:00 Uhr an der früheren Entlastungsstraße gegenüber dem S-Bhf. Lehrter Straße ein, um meinen begonnenen Sitz- und Hungerstreik fortzusetzen. Dieser erste eigenverantwortliche Einsatz gegen die Mauer hatte für mich außer den dort gesammelten wichtigen ersten Erfahrungen über mögliche Formen des Gewaltlosen Widerstandes weitgehende Folgen. T.N. Zutshi besuchte mich mehrfach und es erwuchs bis zu seiner Abreise nach Indien 1964 eine tiefe Verständnis-Freundschaft.

Fortsetzung des Hungerstreiks vom 2.10.1962 am Mahnmal für Günter Litfin – Foto: Berliner CDU-Schrift Mai 1966 /  Archiv

Auch Rainer Hildebrandt besuchte mich und fragte gegen Ende des Hungerstreiks, ob ich Interesse an der Leitung seiner im Aufbau befindlichen Mauerausstellung in der Bernauer-/Ecke Wolliner Straße hätte? Nach Klärung der Bedingungen, er könne mich bis auf weiteres nicht bezahlen und als vorläufigen Schlafplatz könne er mir nur einen Prospektraum in der Ausstellung anbieten, sagte ich ohne lange Überlegung zu. Diese Aufgabe faszinierte mich. So fuhr ich nach Wuhlsbüttel zurück, um meinem enttäuschten Chef zu erklären, dass ich ab 1. Dezember in Berlin die Leitung einer Ausstellung übernehmen würde.

Die Ausstellung „Die Freiheit darf hier nicht enden“ war der Vorläufer des 1963 eröffneten weltbekannten und heute nicht mehr wegzudenkenden Mauer-Museums am Checkpoint Charlie.

-Wird fortgesetzt-

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Mobil: 0176-48061953 (1.446)

Berlin, 2.01.2012/cw – An die dreißig Personen, Geschichtsinteressierte, Freunde, Fluchthelfer und Wegbegleiter waren erschienen, um an ein  Ereignis zu erinnern, das fünfzig Jahre zuvor die Emotionen in der geteilten Stadt hochschlagen  ließ. Zum Geburtstag von  Mahatma Gandhi hatte der Inder T.N. Zutshi angekündigt, die Mauer vor der Versöhnungskirche in der Bernauer Straße symbolisch einreißen zu wollen. Fünfzig Jahre danach schilderte ein Weggefährte Zutshis vor Ort das damalige Geschehen und fand dafür aufmerksame Zuhörer.

Erinnerung an TN. Zutshi inder Bernauer-/Ecke Hussitenstraße – Foto: LyrAg

Der heutige Vorsitzende der Vereinigung 17. Juni hatte unmittelbar nach dieser vom damaligen Senat untersagten Aktion unter dem Straßenschild „Hussitenstraße“ seinen ersten  Hungerstreik begonnen, den er nach Interventionen  durch die Polizei in den Nachtstunden am Mahnmal für Günter Litfin am damaligen Lehrter Bahnhof fortsetzte. Dem Hungerstreik schloss sich spontan der spätere Chefreporter der BILD-Zeitung in Thüringen, Andreas Möller, an. Litfin war das erste Maueropfer, das seinerzeit durch die Anwendung von Schusswaffen ums Leben kam.

Carl-Wolfgang Holzapfel, dem zu Beginn ein Blumenstrauß „zum fünfzigsten Jubiläum seines Einsatzes für Freiheit und Demokratie“ überreicht wurde, schilderte in bewegten Worten Zutshis Engagement für die Freiheit der Menschen in Europa, den er durch die Gandhi-Botschaft vom Gewaltlosen Kampf beflügeln wollte. Er war 1958 im Ergebnis des Volksaufstandes von 1956 in Ungarn nach Europa gekommen, zunächst nach Wien. Von dort organisierte er noch im selben Jahr einen sechshundert Kilometer langen Fußmarsch von Wien an die legendäre „Brücke von Andau“, über die nach dem Aufstand tausende Ungarn geflüchtet waren. 1959 hungerte Zutshi drei Wochen am Brandenburger Tor in Berlin und sammelte in diesem Zeitraum über zehntausend Unterschriften „für die Freiheit“.

Ein Bild Gandhis und Blumen zum Geburtstag des gewaltlosen Kämpfers und 50.Jahrestag der Zutsi-Demo vor der Versöhnungskirche – Foto: LyrAg

1960 ging Zutshi nach Ost-Berlin, um  am Alexanderplatz zu demonstrieren. Auf einem mitgeführten  Schild hatte er geschrieben „Menschen  hinter dem Eisernen Vorhang, der erste Weg zur Freiheit: Legt Eure Furcht ab und sprecht die Wahrheit“. Der Inder wurde verhaftet und den Sowjets überstellt. Diese ließen ihn  bereits nach wenigen Tagen  frei, da die Proteste unüberhörbar waren. Der indische Ministerpräsident Nehru, ein Weggefährte Gandhis, setzte sich vor dem indischen Parlament ebenso für Zutshi ein, wie in Bonn  der damalige Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Carlo Schmidt (SPD).

Am 13. August 1962 kündigte Zutshi im Studentenhaus am Steinplatz dann  seine Aktion vor der Versöhnungskirche an. Nach dem Verbot führte Zutshi bis zu seiner Abreise nach Indien im  Sommer 1964 jeden Sonntag in der Hussitenstraße gegenüber der Versöhnungskirche in den Mittagsstunden eine Mahn- und Gedenkstunde für die Opfer der Teilung Europas, Deutschlands und Berlins durch. Der gewaltlose Kämpfer engagierte sich auch für die Freilassung der politischen Gefangenen in der Sowjetisch besetzten Zone (DDR) und hier besonders für den am 14.11.1962 zu lebenslänglich Zuchthaus verurteilten Fluchthelfer und ehemaligen Straßenradrennmeister der DDR Harry Seidel. Tatsächlich wurde Seidel nach den Demonstrationen Zutshis und Holzapfels, die weltweit Beachtung fanden, vorzeitig im  September 1966 aus der DDR-Haft entlassen.

T.N. Zutshi starb nach Berichten vor wenigen Jahren unbeachtet von der deutschen Öffentlichkeit in seiner indischen Heimat.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 1.10.2012/ts – Am 2.10.1962 installierten  die DDR-Grenzer auf dem Turm der 1985 gesprengten Versöhnungskirche in der Bernauer Straße drohend, weil gut sichtbar ein  MG . Grund: Der gewaltlose Kämpfer und Inder T.N. (Tapeshwar Nath) Zutshi hatte angekündigt, an diesem Tag die Mauer vor der Kirche symbolisch einzureißen.

T.N. Zutshi 1963 – Foto: © 2012 LyrAg

Zutshi wurde diese Vorhaben nach Intervention der West-Alliierten durch den damalige  Innensenator Heinrich Albertz (SPD) unter Androhung der Abschiebung als „unerwünschter Ausländer“ untersagt.

Die Vereinigung 17. Juni in Berlin erinnert aus diesem Anlass am Vorabend zum Tag der Deutschen Einheit, Dienstag (2.10.) um  14:00 Uhr in der Bernauer- / Ecke Hussitenstraße (gegenüber der einstigen Versöhnungskirche) an dieses Ereignis und den gewaltlosen Kämpfer T.N. Zutshi. Dieser war 1956 nach dem Ungarn-Aufstand nach Europa gekommen, um hier den Gewaltlosen Kampf nach den Ideen Mahatma Gandhis zu propagieren. Im  Sommer 1964 verließ er enttäuscht Berlin und kehrte nach Indien zurück.

 Die Vereinigung hatte im  Sommer diesen Jahres angeregt, das ursprüngliche Ausstellungshaus der Stiftung Berliner Mauer mit der Aussichtsplattform zur Erinnerung an den „tapferen Inder“ auf „T.N.Zutshi-Haus“ zu taufen. Da das Haus der dortigen  Kirchengemeinde gehört, gestaltet sich die Abstimmung zwischen den Beteiligten (Stiftung und Kirche) offenbar schwierig. Bisher liegt dem Verein noch keine  Reaktion vor.

Siehe auch unseren Beitrag „T.N. Zutshi – Ein vergessener Kämpfer für die Freiheit“ auf dieser Seite.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

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