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Berlin, 15.01.2018/cw – In der Bernauer Straße/Ecke Schwedter Straße wurde 55 Jahre nach der Grabung der sogen. Weinstein-Tunnel entdeckt. Die Berliner Wasserwerke bauen gegenwärtig ein Wasserrückhaltebecken am Rande des Berliner Mauerparks. Bei den Vorarbeiten wurden die Reste einer Kfz-Sperre (Panzersperre) aus den sechziger Jahren freigelegt. Der informierte Archäologe Torsten Dressler, ein Experte der Tunnelforschung, nutzte seine Kenntnisse über einen am gleichen Ort 1963 gegrabenen Tunnel durch den Verein Berliner Unterwelten und dessen rührigem Vorsitzenden Dietmar Arnold und ließ mit Unterstützung des Vereins und der von diesem erreichten Zustimmung des Landesdenkmalamtes, den Wasserwerken und der Stiftung Berliner Mauer die Grundmauern der einstigen Kartoffelgroßhandlung freilegen, von der die Fluchthelfer den Tunnel zur Eberswalder Straße 1 vorgetrieben hatten.

DDR-Behörden verweigerten dem Baby den Weg zu den Eltern

Liane Weinstein erblickte 1961 das Licht der Welt. Ihre Eltern, Angelika und Gerd Weinstein, wollten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Ostberlin leben. Wegen des Umzuges in eine Westberliner Wohnung ließen sie Liane bei den Großeltern zurück, um ihre Tochter vor den Unbilden eines Umzuges zu schützen. Just in diesen Tagen wurde am 13. August 1961 unter Walter Ulbricht und dem organisatorischen Kommando von Erich Honecker die Mauer gebaut. Die DDR-Behörden weigerten sich, das Baby Liane zu ihren Eltern nach Westberlin ausreisen zu lassen.

Der 1932 als Sohn eines jüdischen Vaters geborene Weinstein, der 1934 von seiner „deutschen“ Mutter verlassen und im jüdischen Waisenhaus in Berlin-Pankow aufgezogen worden war, wo er die Verbrechen der Nationalsozialisten als „Halbjude“ mit viel Glück überlebte (sein Großvater wurde 1943 in Auschwitz ermordet), wusste um die Schmerzlichkeit eines verlassenen Kindes. Er wollte mit allen Mitteln um Liane kämpfen. So sann er auf geeignete Fluchtmöglichkeiten, baute an der Wollankstraße in der Nähe des dort auf der Grenze liegenden S-Bahnhofes den ersten Tunnel, der aber bald scheiterte.

Ein Schuppen an der Mauer verkürzte den geplanten Fluchtweg

Ende 1962 entdeckte Lianes Vater einen aufgelassenen ehemaligen steinernen Schuppen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs der Reichsbahn an der Bernauer Straße. In dem Schuppen war früher eine Kartoffelgroßhandlung betrieben worden, die nach dem Mauerbau geschlossen worden war. Der Vorteil: Das Gebäude lag unmittelbar hinter der Geländemauer, die nach dem 13. August 1961 mit der Grenzmauer identisch war. Eine Grabung von dort nach Ostberlin würde viele Meter Tunnellänge ersparen, die andernorts erst einmal durch Westberliner Boden gegraben werden mussten, ehe die Mauer unterquert werden konnte.

Überraschend schnell organisierte Weinstein den notwendigen Hintergrund, denn zunächst mussten Menschen gefunden werden, die bereit waren, die kalkulierten Kosten in Höhe von rund 30.000 DM zu finanzieren. Mit dem Besitzer einer Zoohandlung am Schlesischen Tor fand Weinstein die Bereitschaft zu einer Beteiligung vor. Der Geschäftsmann Loewe (Nomen est Omen) war durch den 13. August von seiner im Ostberliner Familien-Domizil lebenden Frau getrennt worden und sah durch den geplanten Tunnel Chancen für eine familiäre Wiedervereinigung.

Karl Brix hatte ein gutgehendes Möbelgeschäft in der Oranienstraße in Kreuzberg. Mit der Lieferung von Holzstempeln für die Abstützung des geplanten Tunnels wollte er die Flucht seines einzige Sohnes und dessen Ehefrau in den Westen ermöglichen. Der Sohn Karl-Heinz Brix war bereits schon einmal wegen eines Fluchtversuches verurteilt worden.

Die restliche Finanzierung sicherte sich Weinstein durch Zusagen des damalige Ordinarius für Byzantinistik und Osteuropakunde an der Universität in Köln, Prof. Dr. Berthold Rubin (u.a. Das Zeitalter Iustinians, 2 Bände, de Gruyter, Berlin 1960), der zwar mangels entsprechender Verwandtschaft keine Angehörigen schleusen, aber aus idealistischen Gründen ein derartiges Vorhaben unterstützen wollte.

Tunnel-Start Ende März 1963

Zwischenzeitlich hatte Weinstein die ersten Helfer für sein Vorhaben rekrutiert, und so konnte er Ende März 1961 den buchstäblichen „Einstieg“ in das Vorhaben starten. Bis zu jeweils vier Fluchthelfer wurden im Laufe von vier Monaten jeweils in der Nacht von Sonntag auf Montag über das Reichsbahngelände in den Schuppen geleitet, wo sie bis zum jeweiligen Freitagabend verblieben. Diese Vorsichtsmaßnahme war der Vermeidung von auffälligen Bewegungen auf dem Güterbahnhof und besonders um den an der Grenze liegenden Schuppen geschuldet, um Beobachtern der Grenzanlagen keine Indizien auf „Bewegungen“ zu liefern. Der Eingang war – neben der bereits beschrieben Lage – ideal. Über einen etwa 50 cm breiten Zugang zwischen der Mauer und dem Gebäude gelangten die Helfer sprichwörtlich „im Schatten der Mauer“, also uneinsehbar für die DDR-Grenzposten, in den Schuppen.

Der Vortrieb gestaltete sich allerdings unerwartet schwierig. Nachdem der etwa 4 Meter tiefe Einstieg ausgehoben worden war, arbeiteten sich die Fluchthelfer mühsam in Richtung Ziel vor. Der vor Ort befindliche Lehmboden gab dem Tunnel zwar eine gewisse Stabilität, machte aber auf der anderen Seite ein Vorwärtskommen äußerst schwierig. Mit einem Spaten mußte der Lehm mühsam Zentimeter um Zentimeter regelrecht abgeschabt werden. Das erklärt auch die relativ lange Bauzeit für rund 65 Meter bis vor das anvisierte Haus in Ostberlin. Trotz intensiver Arbeit konnten so pro Tag nur maximal 1,5 Meter vorangetrieben werden. Dabei mussten sich die „Schächter“, also die Fluchthelfer an der Spitze des Tunnels, ständig abwechseln, weil diese Arbeit äußerst anstrengend war. Da der Autor dieses Berichtes ab Mai 1963 selbst im Tunnel tätig war, kann er sich lebhaft auch an die Mühsal erinnern, den Abraum in Eimern in gebückter Haltung bis zum Einstieg zu transportieren, wo die Eimer herausgezogen und geleert wurden. „Wegen der Hitze arbeiteten wir oft nur mit Shorts bekleidet, also mit freiem Oberkörper. Trotz größter Vorsicht ließ es sich nicht vermeiden, dass ich in der gebückten Haltung immer wieder mit dem Rücken an die Querstützen an der Tunneldecke stieß. Dadurch schmerzten die so verletzten Rückenwirbel stark und wurden teilweise aufgeschürft. Schließlich zog ich mir dann trotz der Temperaturen doch ein dickeres Gewand über, um die schlimmsten Schmerzen zu mindern.“

Das Ende eines Traums

Ende Juli mußte der Tunnelbau eingestellt werden. Der Stollen war bereits bis zur Grund-mauer des anvisierten Hauses vorgetrieben worden, als ein westberliner Polizeiposten, der auf dem Dach des Schuppens postiert war, die Aufstellung eines Zeltes vor dem Haus Eberswalder Straße 1 bemerkte. Was zunächst wir ein Arbeitseinsatz der „Deutschen Post“ aussah (so die Aufschrift auf dem Zelt) entpuppte sich schnell als Tarnung eines Einsatzes von Grenzsicherungsorganen der DDR. Der Polizeibeamte bemerkte schnell, dass die vorgeblichen Postler unter ihren graublauen Arbeitskitteln Armeestiefel trugen. Der so ausgelöste Alarm war Grund für die sofortige Einstellung der Arbeiten im Tunnel. Keinen Augenblick zu früh. Denn tatsächlich war der Tunnel entdeckt worden. Nach den damaligen Darstellungen hatte der Polizist unter den „Postlern“ mittels eines Fernglases auch Helmut Karger erkannt, der nicht nur am Tunnel selbst gebaut hatte, sondern von Weinstein auch als Kurier zu den fluchtwilligen Menschen in Ostberlin eingesetzt wurde.

Ein schwerer Fehler, den professionelle Fluchthelfer durch die strikte Trennung zwischen „Kurier“ und „Tunnelbauern“ zu vermeiden suchten. Karger hatte, wie später Recherchen ergaben, offenbar in Ostberlin eine Frau kennengelernt. Im Bett hatte er dieser Frau dann Avancen gemacht, sie zur Flucht nach Westberlin überreden wollen. Was Karger nicht wusste: Seine Bett-Geliebte war mit einem Grenzoffizier verheiratet. Ob diese bei ihrem amourösen Abenteuer durch den gehörnten Ehemann entdeckt wurde oder sich die auf fremden Pfaden befindliche Grenzerfrau lediglich gegenüber ihrem Mann reinwaschen wollte, ist nicht bekannt. Jedenfalls offenbarte sie sich vermutlich gegenüber ihrem Grenzoffizier, der den Fehltritt als „Einsatz zum Aufspüren eines feindlichen Agenten“ einstufen konnte. Karger wurde bei einer folgenden erneuten Einreise verhaftet.

Insgesamt wurden 21 Menschen im Zusammenhang mit dem Tunnelbau festgenommen und zu teilweise hohen Strafen verurteilt. Helmut Karger erhielt als „Haupträdelsführer“ 7 Jahre Zuchthaus, er wurde allerdings als erster von den Betroffenen aus der Haft entlassen. Frau Loewe starb während der Haft. Karl-Heinz Brix wurde zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt, ihm gelang 1966 die Flucht in einem Diplomatenwagen über den Checkpoint Charlie.

Liane kämpft 29 Jahre nach dem Mauerfall noch immer um ihre Rehabilitierung

Liane war durch die Mauer insgesamt 11 Jahre von ihren Eltern getrennt und nach der Verhaftung ihrer Großeltern zunächst in ein Heim verbracht worden. Danach wurde sie bei einer Frau untergebracht, ehe sie nach der Freilassung der Großeltern wieder in deren Obhut sein durfte. Der Großvater, Erich Meyer, wurde zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt, die er in Rummelsburg verbüßen mußte. Er starb 1967 bei der Ausreise am Bahnhof Friedrichstraße (Herzinfarkt im „Tränenpalast“). Hildegard Meyer verbüßte ihre eineinhalbjährige Haft im Frauenzuchthaus Hoheneck und durfte  erst 1972 ausreisen. Sie starb 2015 in Berlin.

Liane (56), inzwischen selbst Mutter, kämpft mit Hilfe der Vereinigung 17 Juni nahezu 29 Jahre nach dem Fall der Mauer noch immer um ihre Rehabilitierung als Opfer der SED-Diktatur. Sie kann die bisherige administrative Argumentation, nachdem ihr Heimaufenthalt „mangels einer Alternative pädagogisch notwendig war“ nicht nachvollziehen. Sie sei ein Opfer der menschenrechtsverletzenden SED-Politik geworden, wobei nicht nur neun Monate Heimaufenthalt, sondern auch die „durch die Maßnahmen des 13. August“ erzwungene Trennung von ihren Eltern anzurechnen sei. Sie habe diese erst im Alter von 11 Jahren „erstmals bewusst“ gesehen. Dies sei zweifellos ein durch die Diktatur verursachtes Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewesen. Angesichts auch des Schicksals ihres Vaters ein mehr als berechtigtes Argument. *

Lesen Sie auch: http://www.bwb.de/content/language1/html/index.php  –  http://www.tagesspiegel.de/berlin/spektakulaerer-fund-ddr-fluchttunnel-am-berliner-mauerpark-entdeckt/20838930.html  – https://www.nytimes.com/2018/01/12/world/europe/berlin-wall-tunnel.html  –   https://www.morgenpost.de/berlin/article213104901/Die-dramatische-Geschichte-hinter-diesem-Fluchttunnel.html

*  Vorstehender Artikel wurde am 17.01.2018 korrigiert und am 19.01.2018 ergänzt.  Liane durfte mit ihren Großeltern erst 1972 (und nicht 1967) ausreisen. Der Verein Berliner Unterwelten hatte seine Kenntnisse über den Weinstein-Tunnel entsprechend transportiert, wodurch eine Freilegung des Einstiegs zum Tunnels überhaupt erst möglich wurde.  Die Redaktion

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Berlin, 12.01.2018/cw – Die Vereine „Bürgerkomitee 15 Januar“ und „ASTAK“ laden aus gegebenem Anlass zu einer Podiumsdiskussion am Sonntag, 14. Januar, 11.30 Uhr, auf dem ehem. Stasi-Gelände (Ruschestraße 103, 10365 Berlin-Lichtenberg / U-Bhf. Magdalenenstraße) im Haus 1 (Linker Aufgang), Raum 614 ein. Eine prominente Runde diskutiert unter der Moderation von Christian Booß den einstigen „Fehlschlag“.

Am 17. Januar 1988 schlug die Stasi zu: Rund um die traditionelle Kampfdemonstration der Partei in Gedenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden Personen, die mit eigenen Parolen wie dem Luxemburgzitat ‚Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden‘ mitdemonstrieren wollten, unter Druck gesetzt, der Demonstration fernzubleiben oder verhaftet. Einige Tage später wurden weitere Oppositionelle festgesetzt und mit Strafverfahren bedroht.

Mit dieser Aktion sollten zum einen die sogenannten Ausreiseantragsteller getroffen werden, die sich im September 1987 zur AG Staatsbürgerschaftsrecht DDR zusammengefunden hatten. Auf der anderen Seite sollte die Opposition enthauptet werden, die prominenten Köpfe wie Bärbel Bohley, Wolfgang Templin, Ralph Hirsch, Vera Wollenberger (Lengsfeld) und Werner Fischer sowie die Künstler Freya Klier und Stephan Krawczyk kriminalisiert werden. Die Stasi mußte jedoch bald von dieser harten Linie abweichen. Die Proteste in der DDR, die Stellungnahmen der Evangelischen Kirche, wie der Bundesregierung und die Medienbericht- erstattung zwangen die SED und die Stasi („Schwert und Schild der Partei“) zu Kompromissen. Diese mussten von der zunächst praktizierten harten Linie abweichen.

Im Nachhinein erwiesen sich die Proteste sogar als eine Art Generalprobe für das Protestjahr 1989. Bis heute zeigen die Ereignisse im Rückblick Widersprüche und werfen neue Fragen auf.

Auf dem Podium diskutieren:

Günter Jeschonnek, Regisseur, am 10.12.1987 ausgebürgert, damals Mitbegründer und Sprecher der AG Staatsbürgerschaftsrecht der DDR; Monika Walendy, Ärztin, am 17. Januar 1988 inhaftiert, damals Mitglied der AG Staatsbürger-schaftsrecht der DDR; Wolfgang Templin, Publizist, am 25. Januar 1988 verhaftet und 5. Februar 1988 ausgewiesen, damals Initiative Frieden und Menschenrechte; Hans-Jürgen Börner, ehemals ARD-Korrespondent in der DDR und Stephan Krawczyk, Sänger und Schriftsteller.

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Dresden/Berlin, 7.01.2018/cw – Nach Medienberichten, so die Sächsische Zeitung vom 27.12.2017, erhält auch der Freistaat Sachsen Millionen Euro aus dem Rechtsstreit um das SED-Vermögen vor einem Schweizer Gericht. Insgesamt erhalten die ausschließlich begünstigten ostdeutschen Bundesländer und Berlin nunmehr weitere 185 Millionen Euro. Nach einer Mitteilung des Finanzministeriums in Dresden entfallen davon auf den Freistaat etwa 58 Millionen Euro. Der Sprecher des Finanzministeriums erklärte ggüb. der SZ, dass es noch keine Entscheidung über die Verwendung der Mittel gebe.

Bereits in den Jahren 2008, 2009 und 2010 hatte Sachsen in vier Tranchen insgesamt rund 69 Millionen Euro erhalten, die einer ursprünglichen Vereinbarung zwischen dem Bund und den ostdeutsche Ländern entsprechend in öffentliche Investitionen im Bereich Hochschulen, Forschung, Kitas, Krankenhäuser, Städtebau und öffentlichen Nahverkehr flossen. Von Zuwendungen an ehemalige Opfer und Verfolgte der SED-Diktatur ist bislang hingegen nichts bekannt.

Einbeziehung der Diktatur-Opfer gefordert

Die in Berlin ansässige Vereinigung 17. Juni 1953 hatte sich deswegen zum Tag der Menschenrechte, am 10.Dezember des vergangenen Jahres an den Ministerpräsidenten von Brandenburg gewandt und die Einbeziehung von Diktatur-Opfern in die Mittelverteilung gefordert. Eine Antwort steht noch aus. (Siehe: https://17juni1953.wordpress.com/2017/12/04/skandal-sed-nachfolger-verteilen-ehem-sed-gelder/ ).

Die jetzt erstrittenen Millionen stammen aus dem einstigen Vermögen der DDR-Außenhandelsfirma Novum, die aus den Geschäften ausländischer Firmen mit der DDR hohe Provisionen kassiert hatte. Nach intensiven und aufwändigen Recherchen der „Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR“, gelang es schließlich, den Reichtum von Novum aufzuspüren. Nach dem Zusammenbruch der DDR hatte die DDR-Firma das Geld vornehmlich auf Schweizer Konten deponiert. In einem jahrzehntelange Rechtsstreit mit Schweizer Banken hatte die Bundesrepublik dieses Geld als Nachfolgerin der DDR zurückgefordert. Die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) war schärfster Gegner und beanspruchte das Geld für sich. In einer Grundsatzentscheidung hatte schließlich das Oberverwaltungsgericht Berlin jedoch geurteilt, dass das Vermögen der SED zuzurechnen sei und damit der Bundesrepublik zustand.

Bereits 2010 war die ehemalige AKB Privatbank Zürich AG wegen mangelnder Sorgfalt in Bankgeschäften vom Obergericht des Kantons Zürich zu einem entsprechenden Schadensersatz verurteilt worden. Sämtliche Einsprüche gegen das Urteil waren 2017 endgültig gescheitert.

Weitere Nachzahlungen zu erwarten

Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums sind die Auseinandersetzungen um das ehemalige DDR-Vermögen mit der jetzt rechtskräftigen Entscheidung noch nicht abgeschlossen. Die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben führt noch einen weiteren Prozess auf Schadensersatzzahlungen. Die ostdeutschen Bundesländer können sich wohl auf weitere Nachzahlungen freuen, während die Opfer und Verfolgten der Zweiten Deutschen Diktatur weiterhin mühselig um ihre Ansprüche gegenüber Behörden und vor den Schranken deutscher Gerichte streiten dürfen.

Siehe dazu auch Kommentare Betroffener in der Sächsischen Zeitunghttp://www.sz-online.de/sachsen/sachsen-erhaelt-58-millionen-euro-aus-sed-vermoegen-3846968.html?ShowAllComments=true#Comments

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Berlin, 5.01.2018/cw – Der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) hat für den morgigen Samstag, 6.Januar, ab 14:00 Uhr, zu einer Solidaritätsdemonstration mit den Protesten der Bürger im Iran gegen das Mullah-Regime aufgerufen. In den letzten Wochen haben sich die Proteste in 115 Städten in 31 Provinzen des Iran zu einem Bürgeraufstand entwickelt. Nach bisher unbestätigten Berichten sind dabei bisher mindestens 45 Demonstranten ums Leben gekommen, Hunderte verletzt und Tausende festgenommen worden. Letztere sind nach der im Iran seit über drei Jahrzehnten geübten Praxis von Folter und Todesstrafe bedroht.

In einer Erklärung des NWRI zur angekündigten Demo am Brandenburger Tor heißt es: „Der iranische Widerstand solidarisiert sich mit den mutigen Demonstranten in verschiedenen iranischen Städten und fordert die Bundesregierung auf:

  • – Den Aufstand der iranischen Bevölkerung zur Erlangung von Freiheit und Demokratie zu unterstützen!
  • – Die Unterdrückung, willkürliche Verhaftungen und Straßen-Massaker an wehrlosen Demonstranten zu verurteilen und
  • – auf sofortige, bedingungslose Freilassung aller festgenommenen Demonstranten zu drängen!

Die weitverbreiteten Bürgerproteste, die vom Regime unterdrückt werden, müssen von den westlichen Demokratien unterstützt und in Schutz genommen werden. Die Europäische Union darf zu dem gewalttätigen Vorgehen des Regimes nicht schweigen. Die iranischen Machthaber müssen wegen der Gewaltanwendung gegen die Demonstranten zur Rechenschaft gezogen werden.“

Die Exil-Iraner weisen ferner darauf hin, dass mit der in Paris lebenden Präsidentin des Iranischen Widerstandes, Frau Maryam Rajavi, eine Alternative zur religiös indizierten Diktatur bestehe. Rajavi forderte erneut den Übergang zu einem demokratischen Regierungssystem im Iran.

Nach Berichten der ARD- und ZDF-Korrespondenten dürfen ausländische Journalisten keine Aufnahmen von den Protesten gegen Armut und Korruption machen. Das über die sozialen Netzwerke verbreitete Bildmaterial zeigt einerseits die mutigen Demonstranten und andererseits die brutale Vorgehensweise der staatlichen Sicherheitskräfte und der Revolutionsgarden. Das Militär hat nach diesen Berichten in vielen Fällen bereits mit scharfer Munition geschossen. Den bisher festgenommenen Protestanten drohen neben der Folter die Hinrichtung. Im Iran sind seit der Machtergreifung der islamistischen Mullahs bereits tausende Iraner hingerichtet worden.

Anfragen zur angekündigten Demo beantwortet Javad Dabiran, Tel.: 0049-177 893 1443.

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Teheran/Berlin, 01.01.2018/cw – Die beiden CDU-Politiker Otto Bernhardt und Martin Patzelt, Mitglieder im Deutschen Solidaritätskomitee für einen freien Iran (DSFI), haben nach den blutigen Auseinandersetzungen im Iran in einer gemeinsamen Solidaritätserklärung die Festnahme von Demonstranten im Iran verurteilt und die EU-Staaten aufgefordert, sich für die sofortige Freilassung der Inhaftierten einzusetzen. In der auf der Internet-Seite des DSFI veröffentlichen Erklärung heißt es:

„Seit Donnerstag protestieren in vielen iranischen Städten große Menschenmengen friedlich gegen ihre Regierung. Inzwischen haben sich die Proteste ausgeweitet: von der Provinzmetropole Maschhad im Nordosten des Landes über die Hauptstadt Teheran und weiter nach Kermanschah im Westen des Landes bis hin zu Großstädten wie Täbriz, Shiraz, Isfahan und Qom. Nach Medienberichten gab es viele Festnahmen, allein in Maschhad wurden nach Justizangaben 52 Menschen inhaftiert.

Laut Medien richten sich die Proteste gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung und die hohen Lebenshaltungskosten im Iran; immer deutlicher wird aber auch ein Ende der religiösen Diktatur gefordert. Viele Iraner sehen mit Unmut, dass Teheran Millionensummen zur Unterstützung von Terrorismus und für die militärischen Konflikte und Kriege im Nahen Osten ausgibt, anstatt für das Wohlergehen der eigenen Bevölkerung zu sorgen.

Der höchste Vertreter des Regimeführers Ali Khamenei in der Stadt Maschhad macht die Oppositionsführerin Maryam Rajavi für den Aufruf zu landesweiten Demonstrationen verantwortlich. Auf der vom Regime inszenierten Versammlung in Teheran wird deshalb die Hinrichtung von Aktivisten der Opposition verlangt. Trotzdem lassen sich die Menschen im Iran nicht einschüchtern und gehen weiter für das Ende der Diktatur und ein Leben in Freiheit und frei von Armut und Korruption auf die Straße. Diesen Bürgerprotesten im Iran für demokratische Freiheiten gilt unsere uneingeschränkte Unterstützung.

Wir verurteilen die Festnahme von Demonstranten in den letzten Tagen im Iran. Wir fordern die EU-Mitgliedsstaaten auf, sich für die sofortige Freilassung der Inhaftierten einzusetzen und der Regierung in Teheran klar zu machen, dass deren Verhalten im Focus der internationalen Beobachtung steht.“

30.12.2017

Otto Bernhardt, (CDU), MdB a.D., DSFI-Vorsitzender, Staatssekretär a.D., Vorstandsmitglied der Konrad-Adenauer-Stiftung;

Martin Patzelt, (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages

Quelle: https://www.ncr-iran.org/de/news/resistance/9389-die-forderung-der-iranischen-buerger-nach-freiheit-verdient-die-volle-unterstuetzung-der-internationalen-gesellschaft.html

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785 (1.334)

 

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