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Frankfurt/Hannover, 22.05.2019/cw – in einer gemeinsamen Presseerklärung haben sich mehrere bisher getrennt arbeitende Organisationen, in denen sich ehemalige Heimkinder zur Vertretung ihrer Rechte zusammengeschlossen haben, zu einer gemeinsamen Arbeit der Vereine bekannt: „Mit dem heutigen Tage endet die, durch die Täterorganisationen erzwungene Trennung der Opfer!“ heißt es zum Schluss der am 15.05. veröffentlichten Erklärung.

Der Fachbeirat der Stiftung Anerkennung und Hilfe in Schleswig-Holstein, der Verein ehemaliger Heimkinder e.V., die 1. Community – Ehemalige Heimkinder NRW e.V. und die Selbsthilfegruppen Frankfurt / Hannover heben in ihrer gemeinsamen Erklärung abschließend hervor: „Wir ALLE sind Opfer EIN und DESSELBEN STAATSVERSAGENS, verursacht durch die GLEICHEN TÄTERORGANISATIONEN von 1949 bis 1975 (West) und bis 1990 (Ost).“

„Zeit, über das Leid zu sprechen“

Die Verfasser fordern die „Opfergleichstellung und Opferentschädigung statt Entschuldigungen.“ Anlass für die gemeinsame Erklärung war die Veranstaltung „Zeit, über das Leid zu sprechen“ der “Stiftung Anerkennung und Hilfe” am 13. Mai 2019 im Museum für Kommunikation in Berlin. Die sich in vielen Jahren aufgebaute Frustration und Enttäuschung bei den engagierten Helfern trug wohl erheblich zu der längst überfälligen Zusammenarbeit bzw. der Überwindung des immer wieder beklagten bisherigen „Gegeneinanders“ bei: „Wir, die Opfer und Opfervertretungen aus Säuglingsheimen, Kinderheimen, Erziehungsheimen, Psychiatrien, “Behinderten”-Einrichtungen und Internaten haben die medienwirksamen, jedoch nicht ehrlichen Lippenbekenntnisse von Politik und Kirchen satt! Wir sind des Redens müde, der Erklärungen überdrüssig, sind die nicht ernst gemeinten Entschuldigungen leid!“ Und: „Wir brauchen keine weiteren fadenscheinigen Veranstaltungen mehr, die folgenlos bleiben.“

Immer wieder demonstrierten und demonstrieren ehem. Heimkinder für ihre Rechte, wie hier vor dem Justizgbäude in Potsdam
– Foto: LyrAg/RH

Wir alle sind Opfer eines Staatsversagens

Einsichtig in die bisherige vergebliche Arbeit wird das Bekenntnis abgelegt: „Wir werden uns von Ihnen“ (Anmerkung: den Politikern) „nicht mehr vereinzeln lassen, wir sind keine Opfer zweiten und dritten Grades, keine ehemaligen Heimkinder UND Behinderte UND Psychiatrisierte UND ehemalige InternatsschülerInnen – wir alle gemeinsam sind Überlebende deutscher Erziehung – in Heimen, Internaten und Psychiatrien. Wir sind die Opfer eines Staatsversagens auf allen Ebenen in der Nachkriegszeit bis Ende der 1970er Jahre.“

Aktuell werden die Forderungen noch einmal zusammengefasst: „Wir fordern den Staat auf,
● eine Enquete-Kommission im deutschen Bundestag einzurichten, und ● wir fordern Staat und Länder, Kirchen, Ärztekammern und Pharma-Industrie auf, uns endlich das zu geben, was wir benötigen: – Respekt für unser erlittenes Leid, – ein menschliches Leben und – die Möglichkeit, unser restliches Leben in Würde zu leben.“

Errang vor dem Verfassungsgericht Berlin einen Erfolg, dennoch ist das Verfahren um eine Rehabilitation des ehem. Heimkindes noch nicht beendet: Heike E., hier vor dem OLG Brandenburg – Foto: L. Adler

Wenn das Verhalten die Worte als Lüge entlarven

Abschließend erfolgt der Appell an die Verantwortlichen: „Stellen Sie sich Ihrer Verantwortung! Kommen Sie Ihrer Pflicht nach, uns zu entschädigen und anzuerkennen! … Gründen Sie eine staatliche Kommission zur Aufarbeitung Ihrer nicht verjährten kriminellen Taten. Und: bitten Sie uns niemals wieder um Vergebung, wenn Ihr Verhalten Ihre Worte Lügen strafen! … Wir sprechen uns dagegen aus, dass Sie Opfer gegenüber Opfern diskriminieren! Wir fordern eine Gleichbehandlung aller Opfer durch die Täterorganisationen!“

Kommentar:

Der User Matthias H. machte uns, die Redaktion, durch die Übermittlung des LINKS http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/?m=201905 auf unserer Seite auf die begrüßenswerte Einigung der Heimkinderorganisationen aufmerksam, wofür wir uns herzlich bedanken. Wir hoffen mit den beteiligten Organisationen, dass sich dieses Beispiel fortsetzen möge und die sich vielfach befehdenden anderen Verbände der Opfer staatlicher Willkür und Gewalt 30 Jahre nach dem Fall der unseligen Mauer zu einem einheitlichen Vorgehen gegenüber Parteien und staatlichen Institutionen durchringen.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-85607953 (1.410).

Hans Sohn 1954 – Foto: Privat

Am 10. April 2019 verstarb Hans Sohn im Alter von 90 Jahren in Stuttgart.

Berlin/Stuttgart, 22./25.4.2019/ LgW – Ein Nachruf von Peer Lange mit Peter Eberle, Werner Gumpel, Gerald Joram und Horst Wöhe – als den noch lebenden „9/10ern“

Unser „Guter Kamerad“ „Hänschen“, Hans Sohn, ist mit 90 Jahren am 10. April 2019 nach längerem Siechtum letztlich friedlich „na etap“ von uns und in die andere Welt gegangen. Ihn kenne ich, seit wir uns nach unserer jeweiligen Begnadigung zu 25 Jahren in einer Zelle der Moskauer „Butyrka“ kennen und in der Distanzierung von unwürdigem Verhalten Anderer schätzen lernten. Das hat über die Zeiten und schwierigsten Lebenslagen gehalten.

Hans hatte seine Skepsis gegenüber dem „Dank des Vaterlands“ früh gewonnen: als er im April 1945 als begeisterter Flieger-HJ´ler in Pilotenbekleidung zum Häuser-„Endkampf“ um Berlin eingeflogen wurde – und am Flugplatzrand die braune Bonzenschaft auf ihren Abflug harren sah. Russland lernte er in seiner kurzen sowjetischen Gefangenschaft zunächst positiv als Hilfeleistung einer russ. Ärztin für den jugendlichen verwundeten Gefangenen kennen. In der SBZ eröffnete sich ihm als jungem Nachwuchskader eine vermeintliche Karriere bei der Reichsbahn. Seine sportliche Begeisterung führte ihn beim Handball in Berlin-Hermsdorf mit seiner jetzigen Witwe Inge zusammen – aber auch mit dem Sportjournalismus im damals noch zugänglichen Westberlin.

1952 gab dann eine von KGB und StaSi angeworbene Angestellte des Bundesbeauftragten für Berlin seine Karteikarte und seinen Namen an diese Dienste weiter. Hans wurde an seinem Hochzeitstag verhaftet. Die Nachfrage der verzweifelten Braut nach seinem Verbleib wurde so zynisch wie typisch mit dem verletzenden Worten abgetan: „er habe sich ja doch wohl eine Andere gesucht!“ Seine Verhörer nutzten gezielte Schläge für Nierenblutung – und liessen ihn andere russische Seiten, als die Ärztin 1945 erkennen. Ein Wachmann in Brest, Zwischenstation auf dem Transport zur Urteilsvollstreckung in Moskau, riet ihm nächstenliebend von jeglichem Versuch ab, sich am möglichen Ende gegen den Vollzug des Todesurteils körperlich noch wehren zu wollen – das verschlimmere das Unausweichliche nur.

Dann, unter Workutas weitem Himmel, seinem Sternenmeer und seinen Nordlichtflammen, liess er mir seine Liebe für und seine Sorge um seine Frau Inge lebendig werden – und hat mir zudem (bis heute lebendig) seine tiefe und ihn lebenslang tragende Begeisterung fürs Fliegen verständlich gemacht.

Hans hat dann in unserem „Schacht 9/10“ den Rat eines erfahrenen Mitgefangenen zu nutzen verstanden und sich gezielt Respekt verschafft: wohldurchdacht wurde er zum Schein gegen seine Antreiber gewaltsam. Das brachte ihm in der Lagerobigkeit den Ruf eines „Unverbesserlichen“, in der untergründigen Lagerhierarchie Respekt und später die Absonderung im Lagerkomplex „Suchobeswodnoje“ ein – wo Hans zum festen Kern der Streikenden gehörte. Er begegnete auch hier – so wie dann auch lebenslang unter besseren Bedingungen – selbst schwierigsten Belastungen mit unverbrüchlicher Lebensfreude und -mut. Damit vermochte er auch uns, seine Gefährten, zu stärken und unseren Durchhaltewillen zu festigen. Beispielgebend wurde nun an seinem Lebensende seine Willensstärke gegenüber dem schließlichen Siechtum und im Sterben. Dann aber besiegte der Tod seinen Körper noch vor seinem sich beugenden Willen.

Nach unserer Heimkehr 1955 war ihm neuerlich der enttäuschende sogenannte „Dank des Vaterlands“ widerfahren, als die seinerzeit mit dem Bundesbeauftragten für Berlin geschlossenen Vereinbarungen für eine berufliche Gleichstellung im Notfall einer beruflichen Positionierung im Westen dann doch nichts mehr galten. Umso entschlossener hat „Hänschen“ Sohn sein Eheverprechen eingehalten, das er im Januar 1956 alsbald eingelöst hat, und das seither für ihn zum tragenden Element seines Lebens wurde.

Hans Sohn hat beispielhaft Kameradschaft bezeugt: insbesondere im Kreis der Schicksalsgefährten – unter den organisierten wie unter denen, die ihm dann auch zu freundschaftlichen Lebensbegleitern wurden. Und er hat in wiederholten Vorträgen vor seinen Eisenbahner-Berufskollegen und an Schulen dem Vergessen, Verharmlosen und Hintanstellen der Sowjet-Repression und deren Opfergängen entgegengewirkt. In seiner Funktion als Sprecher und Vertrauensmann der Seniorenvereinigung ehemaliger Eisenbahner-Gewerkschafter ist er überzeugt und erfolgreich seinem Leitspruch gefolgt: „Gemeinsam sind wir stark“!

Im Kreis der Lagergemeinschaft war er ein von allen uneingeschränkt angesehener und wegen seiner natürlichen Kameradschaftlichkeit beliebter Gefährte. Klar und schnörkellos wenn es um Beschlussfassungen ging und hilfsbereit, wenn es um Mitgefühl und Zutun ging.

Vor allem aber hat er seiner persönlichen „Wiedergutmachung“ gelebt: für seine Frau, seine Familie, seine Nächsten. Sie waren ihm das Zentrum seiner Lebenskreise.
Es gibt keinen besseren Nachruf auf ihn, als das Lied vom „Guten Kameraden“!

©2019 / Veröffentlicht unter http://www.workuta.de/aktuelles/index.html

Berlin/Buschhoven, 23.04.2019/cw – Während der ehemalige Vorsitzende der UOKG, Horst Schüler, am 17.04. in Hamburg zu Grabe getragen wurde, erfuhren die Trauergäste vom Ableben des Mitbegründers und einstigen Vorsitzenden der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Roland Bude. Er starb am 17.04.2019 in Buschhoven bei Bonn.  Der am 22.03.1926 in Freiwaldau (Sudeten-Schlesien/ČSR) geborene Bude leitete die UOKG in den Gründungsjahren nach Lothar Brauer von 1992-1994. *

Gleich dem Kameraden Horst Schüler verbrachte auch Bude Jahre in Sibirien, was ihn nachhaltig prägte. Nach dem Notabitur 1944 in Gablonz (Neiße) wurde der 18jährige zum Wehrdienst in der Infanterie in Polen und der Slowakei eingezogen,  1945 in der CSSR interniert gelang dem Zwanzigjährigen 1946 die Flucht nach Arnstadt (Thüringen), wo er das Abitur wiederholte. Ein Studium wurde ihm von der Uni Jena zunächst verweigert, da er als Kind eines Angestellten nicht ein „Arbeiter- oder Bauernkind“ war. Nach einer entsprechenden Ausbildung war er schließlich als Russisch-Lehrer tätig und wurde im Wintersemester 1947/48 zum Studium Slawistik und Russisch zugelassen. Nachdem Bude 1948 geheiratet hatte, wechselte er zum folgenden Wintersemester an die Uni in Rostock. Dort war er Mitglied der FDJ, des FDGB und Referent für Kultur im Studentenrat.

Am 13.Juli 1950 erfolgte die Verhaftung durch die Staatssicherheit. Der Vorwurf: Verbindung zu geflohenen Kommilitonen in West-Berlin. Nachdem Bude eine Verpflichtung, für die Stasi zu arbeiten, abgelehnt hatte, wurde er an den sowjetische NKWD überstellt. Von einem Sowjetischen Militär-Tribunal zu 2 x 25 Jahren Arbeits-Besserungslager verurteilt, wurde der junge Mann nach Workuta zur Arbeit in den dortigen Kohlegruben verschleppt. Am 3.11.1954 wurde das verhängte Strafmaß um vier Jahre wegen hoher Arbeitsleistungen und guter Führung reduziert.

Erst im Oktober 1955 wurde er nach den bekannten Bemühungen des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer aufgrund des Erlasses des Präsidiums der Obersten Sowjets vom 28.9.1955 entlassen und konnte zu seiner Frau und seinem Kind nach München heimkehren. Erst 1993 wurde Roland Bude rehabilitiert.

In der Folge war er als Werkstudent zunächst wissenschaftl. Mitarbeiter im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in Bonn, danach arbeitete er in der wissenschaftlichen Kommission für die „Dokumentation Kriegsgefangenschaft“. Ab 1959 war Bude Leiter des Info-Zentrums „Einheit in Freiheit“ im Verein zur Förderung der Wiedervereinigung Deutschlands in Bonn, ehe er ab 1962 im Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen in der Öffentlichkeitsarbeit und politischen Bildung arbeitete; ab 1991 war er Abteilungsleiter „Kultur, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zur Deutschen Einheit“.

Maßgeblich an der Gründung der UOKG beteiligt wurde er 1992 deren erster Vorsitzender (bis 1995), ab 1998 war Bude Vizepräsident der Internationalen Assoziation ehemals politischer Gefangener und Opfer des Kommunismus (Inter-Asso).

Der Verstorbene wurde für sein Engagement 1987 mit dem Bundesver-dienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Mit Roland Bude verliert die Aufarbeitungs-Community einen weiteren engagierten Vertreter ihrer Intereressen. „Die uns allein in diesem Monat erreichten traurigen Nachrichten wiegen schwer, die Verluste gewohnter treuer Weggefährten sind unersetzlich. Auch Roland Bude wird uns fehlen,!“ erklärte die Vereinigung 17. Juni 1953 am heutigen Dienstag  nach Bekanntwerden der Nachricht. Deren ggw. Vorsitzender hatte 1992 an der Gründungsver-sammlung der UOKG in Berlin teilgenommen.

* Redaktionelle Korrektur 24.04.2019/cw:

Die Vorsitzenden der UOKG waren:

1. Lothar Brauer (Oktober 1991- März 1992)

2. Roland Bude (März 1992-November 1994)

3. Gerhard Finn (November 1994-Dezember 2001)

4. Horst Schüler (Januar 2002-Juli 2007)

5. Rainer Wagner (Juli 2007-April 2015)

6. Dieter Dombrowski (seit Oktober 2015)

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-85607953 (1.397).

Berlin, 24.02.2019/cw – „Die Ereignisse um die Entlassung des Direktors der Stasi-Opfergedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, haben Wellen geschlagen. Aber viele Fragen bleiben offen.“ So beginnt der Einladungstext zu einer Veranstaltung der CDU-Charlottenburg am kommenden Mittwoch, 27. Februar, 19:00 Uhr im Bürgerbüro von Andreas Statzkowski, MdA, Fredericiastr. 9a in 14050 Berlin-Charlottenburg.

Zu dem Gespräch hat Statzkowski seinen Brandenburger Parteifreund Dieter Dombrowski (MdL Brandenburg) eingeladen, der als Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände der kommunistischen Gewaltherrschaft (UOKG) und Mitglied im Stiftungsrat der Gedenkstätte der Entlassung von Hubertus Knabe nicht widersprochen sondern ausdrücklich zugestimmt hat. Dombrowski sah sich in der Folge heftiger Kritik auch aus den Reihen der UOKG ausgesetzt. Selbst sein Stellvertreter in der UOKG, Roland Lange, hatte ihm auf der aus diesem Grund eigens einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung im vergangenen November vorgeworfen, sein Votum ohne Rücksprache mit dem Vorstand abgegeben zu haben. Lange hatte vorgetragen, daß Dombrowski „auch ein eigenes Votum“ hätte abgeben können.

Zusammenarbeit CDU/LINKE

Dombrowski, bekannt für seine kontroversen politischen Kapriolen, hatte überdies fast zeitgleich mit den Auseinandersetzungen in Hohenschönhausen in Interviews eine Zusammenarbeit der CDU mit der SED-Partei, die jetzt als DIE LINKE firmiert, nach der nächsten Wahl in Brandenburg nicht ausgeschlossen.

Auch die CDU in Berlin hat gegenwärtig heftige Probleme in Sachen Hohenschönhausen. So hatte die amtierende Landesvorsitzende und Staatsministerin im Kanzleramt, Monika Grütters, im engen Schulterschluss mit dem Berliner Kultursenator Klaus Lederer (LINKE) der Entlassung des verdienten Historikers als Gedenkstättenleiter ohne Wenn und Aber zugestimmt. Diese Haltung brachte die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus jüngst in die Bredouille, weil Mitglieder der Fraktion dem FDP-Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Klärung der Vorgänge in HSH zustimmen wollten, während Fraktionschef Burkard Dregger mit Rücksicht auf die Landeschefin ein solches Votum vermeiden wollte. Dregger, Sohn des berühmten konservativen CDU-Politikers Alfred Dregger (Hessen), zögert zum Bedauern vieler Sympathisanten, seinem Vater durch das Aufzeigen „klarer Kanten“ nachzueifern und so ein eigenes unnachahmliches Profil zu entwickeln.

Die angekündigte Veranstaltung dürfte also einigen politischen Sprengstoff bergen, wenn sich vor allem Dieter Dombrowski den zu erwartenden unangenehmen Fragen stellen wird. Andreas Statzkowski hingegen verdient schon jetzt ein Lob für seine Initiative, unangenehme Themen auch in der CDU öffentlich diskutieren zu lassen.

Anmeldungen zu der Veranstaltung unter info@andreas-statzkowski.de oder unter der Rufnummer 644 407 00.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-85607966 (1.382).

Berlin/Cottbus/Sassnitz, 18.12.2018/cw – Am 12. Dezember 2016 wurde er noch mit zwei anderen Protagonisten in Danzig vom Europäischen Zentrum für Solidarität ausgezeichnet: Die ehemaligen politischen DDR-Gefangenen Knut Dahlbor, Axel Reitel und Viktor Witt. Zwei Jahre später, an diesem Freitag, 21. Dezember, wird Viktor Witt (63) um 10:00 Uhr auf dem Friedhof in Blankenfelde beigesetzt.

Die 2016 Ausgezeichneten waren 1981 in einem Cottbuser Gefängnis in Hungerstreik getreten, um die Ideen der polnischen Gewerkschaftsbewegung Solidarność zu unterstützen erhielten dafür die  Dankbarkeitsmedaille des Europäischen Zentrums für Solidarität. Ihr Schicksal war zuvor 2014 international durch den DW-Film „Lernt Polnisch” bekannt geworden. Produzenten der 43-minütigen Dokumentation waren die Deutsche Welle und Telewizja Polska (TVP). Der Film über DDR-Oppositionelle und die Solidarność-Bewegung zeigt, wie die spontane Solidaritätsaktion den Lebensweg der Protagonisten geprägt hat.

Hungerstreik für die Demokratie in Europa

Endlich bekommen sie einen handfesten Dank dafür, was sie 1981 in dem Cottbuser Gefängnis für die Demokratie in diesem Teil Europas getan haben“, sagte seinerzeit Bogdan Borusewicz, Mitglied des Komitees der Dankbarkeitsmedaille, Mitbegründer der Solidarność und stellvertretende Vorsitzende des polnischen Senats in seiner Laudatio auf die Preisträger. „Diese Männer zeigten ungeheuren Mut und machten klar, dass der Kampf um die Demokratie keine Grenzen kennt“.

Bei der feierlichen Auszeichnung der Protagonisten wurde „Lernt Polnisch“ erneut vorgeführt, in dem die Anfänge des Widerstands einer fast vergessenen Bewegung in der ehemaligen DDR geschildert werden. Die Dokumentation zeigt in eindrücklichen Bildern die Aufbruchstimmung und die Courage der DDR-Bürger, die für ihre Ideale ins Gefängnis gingen. Am Ende standen sich Lech Wałęsa, der damalige Chef von Solidarność, und die ehemalige DDR-Oppositionelle gegenüber. Sie reichten sich 25 Jahre nach dem Fall der Mauer die Hand in in der Stadt, in der alles begann.

Die Dankbarkeitsmedaille wird seit 2010 vom Europäischen Zentrum für Solidarität in Danzig verliehen. Sie ist eine Auszeichnung zum Gedenken an die polnische Oppositionsbewegung Solidarność und zur Ehrung der Menschen, die sie weltweit in den 1980er-Jahren unterstützten.

Dürrer Nachruf nach ungeklärtem Tod

Mit eher dürren Worten teilte das Menschenrechtszentrum Cottbus jetzt in einem Mitgliederrundschreiben den Tod und die Beisetzung von Viktor Witt mit: „Viele von Ihnen kannten unser früheres Mitglied Viktor Witt. Er war Anfang der 1980er Jahre in Cottbus inhaftiert. Viktor hat sich im Zusammenhang mit einer tragischen Geschichte selbst erschossen. Er wurde in Saßnitz auf Rügen tot aufgefunden,“ schrieb die Geschäftsführende Vorsitzende Sylvia Wähling.

Am 8.November hatten örtliche Medien über den offensichtliche Selbstmord eines Mannes berichtet, der in Saßnitz/Rügen tot aufgefunden worden war. Der zunächst nicht benannte Mann hatte sich „aus unbekannten Gründen“ selbst erschossen. Nun wurde bekannt, dass es sich dabei um den ehemaligen Cottbusser DDR-Häftling Viktor Witt handelte.

Einen Tag zuvor hatte es in Glasow (Blankenfelde-Mahlow südlich von Berlin) vor einem Döner-Laden einen schweren Zwischenfall gegeben. Ein Unbekannter hatte aus einem Auto heraus auf eine dreiköpfige Gruppe vor dem Imbiss geschossen und dabei eine Person schwer verletzt. Die Hintergründe der Tat sind bis heute nicht bekannt. Einen Tag später wurde Viktor Witt tot aufgefunden. Er soll nach den Ermittlungen der Polizei der Schütze in Glasow gewesen sein.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Mobil: 0176-48061953 (1.372).

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