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Berlin, 15. Juni 2017/cw – Zum diesjährigen 17. Juni, dem Gedenktag an den Volksaufstand in Mitteldeutschland von 1953, veranstaltet die BStU einen Aktionstag. Unter dem Titel „Aufruhr in der Diktatur“ werden am kommenden Samstag, 17. Juni 2017, von 16:00 – 22:00 Uhr in der ehemaligen Stasi-Zentrale in der Ruschestr.103 in Berlin-Lichtenberg (U-Bhf. Magdalenenstraße) Diskussionsrunden angeboten, Filme und Dokumente zum Thema gezeigt und Führungen durchgeführt. Mitveranstalter dieser seit vielen Jahren umfangreichsten Veranstaltung zum Volksaufstand sind u.a. das Stasimuseum Berlin, die Gedenkstätte Hohenschönhausen, die Robert-Havemann-Gesellschaft und die UOKG.

Die in Berlin  ansässige Vereinigung 17. Juni, der nach dem Aufstand begründete und am 3. Oktober 1957, also vor sechzig Jahren in das Vereinsregister eingetragene historische Veteranen-Verein begrüßte ausdrücklich die „umfangreiche öffentliche Präsentation“ des Themas nach Jahrzehnten des „beschämten  Schweigens“ im ehemaligen „Zentrum der Unterdrückung“. Kritisch sieht der Vorstand „die vertane Chance, noch lebende Zeitzeugen in die Gestaltung dieses wichtigen Events einzubeziehen. Wir haben vor wenigen Tagen mit Hardy Firl erneut einen  Teilnehmer am Aufstand zu Grabe getragen. Die Chance, noch lebende Zeitzeugen dieses herausragenden Ereignisses in der Deutschen Geschichte der heutigen Generation vorzustellen und mit diesen ins Gespräch zu kommen, wurde einmal mehr vertan,“ erklärte der Vorstand heute in Berlin.

V.i.S.d.P.: VEREINIGUNG 17.JUNI 1953 e.V., Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.255).

Berlin/Potsdam, 6.04.2013/cw – Die Tageszeitung „Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ)“ mit Sitz in Potsdam sucht Zeitzeugen, die den Volksaufstand vom 17. Juni in Brandenburg erlebt haben. Unsere Vereinigung begrüßt diese Aktion und bittet um entsprechende Teilnahme.

Der Aufruf hat folgenden Wortlaut:

Erinnerungen an dramatische Tage

In den Tagen um den 17. Juni 1953 beteiligten sich viele Brandenburger an Streiks und Demonstrationen. Anlässlich des 60. Jahrestages des Volksaufstandes sucht die MAZ nun Zeit- und Augenzeugen.

Schreiben Sie uns! Wer ging wann und wo auf die Straße? Wie reagierten Polizei und Besatzungsmacht? Was geschah mit den Verhafteten? Wie beeinflusste das Geschehen den Alltag nicht unmittelbar Beteiligter?

Die Beiträge werden in der MAZ veröffentlicht. Fotografien, sofern vorhanden, sind natürlich besonders erwünscht. Die Texte können per Post oder E-Mail geschickt werden.

Die Adresse: Märkische Allgemeine, Ressort Kultur, Kennwort „1953“, Friedrich-Engels-Straße 24, 14473 Potsdam oder kultur@MAZonline.de. Weitere Informationen unter

0331/2840351. Einsendeschluss ist der 3. Juni 2013.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12497355/63369/Erinnerungen-an-dramatische-Tage.html#

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin (Für den wiedergegebenen Inhalt des Aufrufes „Erinnerungen an dramatische Tage“ ist die MAZ verantwortlich (siehe vorstehenden LINK).

Berlin, 6.03.2013/cw (605) – Die Vereinigung 17. Juni startet am 17. März „Gespräche mit Zeitzeugen“ vom Volksaufstand am 17. Juni 1953. Die für das gesamte Jahr aus Anlass des 60. Jahrestages konzipierte Veranstaltungsreihe sollte bereits im Januar beginnen. „Wegen gesundheitlicher Probleme, die bei dem hohen Alter unserer Gesprächspartner nicht ausszuschließen sind, kam es zu unvorhergesehenen Verzögerungen,“ sagte heute eine Vereinssprecher. Jetzt sei man froh, „die sicherlich spannenden Erlebnisse“ der Zeitzeugen Interessenten präsentieren zu können. Um eine Termin-Planung zu erleichtern, wurde als jeweiliger Veranstaltungstermin der 17. eines jeden Monats am gleichen Veranstaltungsort festgelegt. „Lediglich am 17. Juni selbst könnte es wegen diverser Veranstaltungen, u.a. Staatsakt auf dem Friedhof Seestraße mit Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angele Merkel, zu einer Verlegung kommen,“ heißt es in der Mitteilung der Vereinigung.

Renate Weiss (85) erlebte den Aufstand in Berlin-Pankow

Renate Weiss (85) erlebte den Aufstand in Berlin-Pankow

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 30.01.2013/cw – Wir erinnern uns: Nicht nur in der Gedenkstätte des ehem. KGB-Gefängnisses in der Potsdamer Leistikowstraße entbrannte ein Streit zwischen Historikern und Zeitzeugen um die reale Präsentation erlebter Geschichte. Sie mündete seinerzeit in die Feststellung von Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, die Zeitzeugen seien die schlimmsten Feinde der Historiker.

Morsch stieß auf empörte Proteste der Zeitzeugen, die den Historikern, hier aus gegebenen Anlass der für die Gedenkstätte Leistikowstraße verantwortlichen Dr. Ines Reich vorwarfen, diese würde angeblichen historischen Erfordernissen folgend die Erlebnisse der Zeitzeugen hintanstellen oder gar verfälschen.

Irritierungen über Angaben im Programm

Irritierungen über Angaben im Programm

Mittlerweile scheinen sich neue Sichtweisen auf den zweifellos schwierigen Komplex zu ergeben. Immer häufiger wird einigen Zeitzeugen vorgeworfen, es mit der Wahrheit nicht genau zu nehmen oder gar Berichte anderer Zeitzeugen in die eigene Vita „einzubauen“. Betroffene der SED-DDR-Diktatur befürchten  durch diese „eigenwillige Geschichtsdarstellung“ eine schleichende Aushöhlung der Glaubwürdigkeit und „Wasser auf die Mühlen Ewiggestriger.“ So diffamieren alte Stasi-Kader schon seit längerer Zeit Gedenkstätten mit ihrem Angebot von Zeitzeugen-Vorträgen als „Werkstätten der potenzierten Lügen“.

„Das aber schadet dem Ansehen aller Verfolgten der SED-Diktatur,“ stellt eine ehemalige Insassin des Frauenzuchthauses Hoheneck der DDR fest: „Wir haben individuell und gemeinsam so viel Schlimmes erlebt, dass es keiner Aufbereitungen oder Hinzufügungen bedarf, um diese Erlebnisse glaubwürdig erscheinen  zu lassen.“

Angeblicher Aufenthalt in der Wasserzelle Hoheneck

In der Tat haben sich erstmals Zeitzeuginnen zusammengetan, um gegen Lügen  und Verfälschungen vorzugehen. In einem gemeinsamen Schreiben wandten  sich elf von fünfundzwanzig Frauen, die als ehemalige Frauen von Hoheneck in einem Buch portraitiert worden waren, an den  Verlag und forderten die Berichtigung offensichtlicher Unwahrheiten. Anderenfalls, so die Frauen in ihrem bereits vor mehreren Wochen verfassten Schreiben, würden sie ihr Einverständnis zur weiteren Nutzung der eigenen Vita für dieses Buchprojekt zurückziehen.

Hintergrund war der Bericht einer Haftkameradin, die von einem Aufenthalt in der Wasserzelle im Zuchthaus Hoheneck berichtete, obwohl diese nie in dieser Wasserzelle war, was sie später auch selbst einräumte. Die gleiche Zeitzeugin wird nun im Programm der zitierten Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam für den 25. September als „ehemalige Inhaftierte des Speziallagers Sachsenhausen und des Gefängnisses Hoheneck“ angekündigt, obwohl sie erst 1953 verhaftet und das Speziallager des KGB bereits 1950 aufgelöst worden war. Nun macht sich unter den ehemaligen Frauen von Hoheneck Empörung breit, zumal die angeführte Zeitzeugin in ihrer „Repräsentations- und damit Vorbildfunktion“ für die betroffenen Frauen bereits seit längerer Zeit in der Kritik steht.

Verschiebungen in den rückwärtigen Wahrnehmungen

Ein weiteres Beispiel „einer gewissen Selbstverliebtheit in die eigene Geschichte“ bot ein einstiger 16jähriger Lehrling, der als Zeitzeuge des 17. Juni auf einer Veranstaltung im Bundesfinanzministerium präsentiert wurde. Im Kontrast zu seinen eigenen bisherigen Berichten gegenüber dem Autor, die dieser u.a. auch im Buch „Blackbox der DDR“ (Ines Geipel/Andreas Petersen, 2009) veröffentlicht hatte, berichtete der heute 75jährige neben anderen „Ergänzungen“  darüber, daß er während der damaligen Ereignisse „auch Steine geworfen“ habe.

Variable Erinnerungen?

Variable Erinnerungen?

Vielleicht meinten Morsch, Reich und Kollegen ja diese „Verschiebungen  in den rückwärtigen  Wahrnehmungen“ von Zeitzeugen, als sie die Priorität historisch belegter Tatsachen hervorhoben. Gefehlt hat ihnen jedenfalls die Sensibilität gegenüber einstigen  Opfern, die vielfach auch von Geschehnissen „aus eigenem Erleben“ überzeugt sind, die sie anderen Erlebnissen entliehen haben. Die zweifellos vorhandenen traumatischen Erfahrungen der Zeitzeugen bedürfen einer historischen Analyse, ohne die berechtigten  Anliegen dieser Menschen auf authentische Bezeugung ihrer Verfolgung zu negieren oder diese Zeugen gar als „Feinde“ zu klassifizieren.

Der behutsame Umgang mit den vielschichtigen  „Wahrheiten“ sollte es ermöglichen, zwischen Zeitzeugen und Historikern „auf Augenhöhe“ einen unerlässlichen und gleichberechtigten Dialog zu führen. Dabei sollten Historiker und hier die verantwortliche Ines Reich allerdings mit gutem Beispiel vorangehen und zumindest in  ihren Veranstaltungsprogrammen nur Veröffentlichungen vornehmen, die wissenschaftliche Seriosität belegen. So wird eine solche Ankündigung, wie der einer angeblichen  Insassin des Speziallagers Sachsenhausen (Jahre nach dessen Auflösung), zum offenen Ärgernis für eine Sparte, die gerade gegenüber den Zeitzeugen ihre gründliche wissenschaftliche Arbeitsweise betont. Mit dieser Schludrigkeit werden genau jene unguten Auswüchse der subjektiven Erinnerungsleistung gefördert, der man vorgeblich durch exakte eigene  wissenschaftliche Arbeit begegnen will.

V.i.S.d.P.: Redaktion „Hohenecker Bote“, Tel.: 030-30207785

Berlin/Potsdam, 21.04.2012/cw – Im Vorlesungsverzeichnis der Uni Potsdam (Institut Medien und Künste ) findet sich die nachfolgende Ankündigung. Nach den erbitterten Auseinadersetzungen zwischen  Zeitzeugen und der Historikerin Ines Reich könnte der Inhalt der Vorankündigung für deren Vorlesungen an der Uni Potsdam einen Schlüssel für das krude Selbstverständnis über die Gestaltung einer Ausstellung liefern, die sich mit den grausamen Erlebnissen von Menschen unter der menschenverachtenden Fuchtel des einstigen sowjetischen Geheimdienstes befassen soll(te). Im Ankündigungstext für die Vorlesungsreihe fällt auf, dass sich die Dozentin wohl ausschließlich mit dem „Gedächtnis der Dinge“ und der „bildungswirksamen Inszenierung des Materials“ auseinanderzusetzen gedenkt. Die „Nutzbarmachung von Geschichte für Gegenwartszwecke“ (?) scheint Zweck und Sinn einer heutigen Ausstellungsgestaltung zu sein, wohl nicht die einem Historiker unabhängig vom aktuellen Zeitgeist unterstellte Darstellung geschichtlicher Vorgänge. Der Umgang mit dem „Ding“ ist also eine Vorlesungsreihe wert, der Umgang mit Menschen und deren rücksichtsvolle Einordnung in traumatische Erfahrungen in und mit der Geschichte spielt dabei – wie in der Realität am Beispiel der Ausstellung in der Gedenkstätte Leistikowstraße wohl eine – gewollte? – untergeordnete Rolle.

Die Vorlesungsreihe ist wöchentlich bis 11.7.12 geplant.

Hier der Ankündigungstext:

„Ines Reich | Mi 16 – 18 Uhr | Raum: 1.09.2.04 | Erste Veranstaltung: 11.04.2012

PULS
Jede Erinnerung ist ein Prozess, der sich zwischen Re- und Dekonstruktion abspielt. Die in musealen Depots befindlichen Exponate haben im Laufe der Zeit in unterschiedlichen Kontexten Bedeutungen gespeichert. Die Aufgabe des Museums besteht nun darin, dieses „Gedächtnis der Dinge“ zu erforschen und zu transportieren. Als eine der wichtigsten Methoden, Besucher in die Lage zu versetzen, die jeweilige Bedeutung eines Dings zu erkennen gilt nach der Auswahl die „bildungswirksame Inszenierung des Materials“ (Parmentier, 1996). Das bedeutet im Umkehrschluss des postmodernen Dingverständnisses: Wenn die Bedeutung eines Dings letztlich immer ein Kontextphänomen ist, müssen die Kontexte, die in der wissenschaftlichen Analyse herausgefiltert wurden, in Ausstellungen durch entsprechende Arrangements geschaffen werden. Für eine bildungswirksame Inszenierung kommen nach Parmentier Verfahren in Betracht wie Verdichtung, Kontrastmontage, Iteration (Wiederholung) und Reihung, Mystifizierung und Verfremdung.
Durch die Verengung der Dingbedeutungen auf einen Aspekt oder die Verschiebung von Kontexten bieten historische Ausstellungen die Möglichkeit zur Instrumentalisierung der Vergangenheit, zur Nutzbarmachung von Geschichte für Gegenwartszwecke. Anhand von exemplarischen Fallbeispielen (Erinnerungsorte, Zeitzeugen etc.) sollen theoretische Ergebnisse mit empirischen Analysen verknüpft werden. Seminarteilnehmer besuchen deshalb verschiedene Museen, Gedenkstätten und historische Ausstellung und nehmen dabei die in der Bundesrepublik in der jüngeren Vergangenheit stattfindenden Diskussionen um solche Orte in den Blick. Sie gehen dabei der Frage nach, ob die Geschichtsmuseen ein neues Geschichtsbild verbreiten, wie dieses Geschichtsbild konstituiert ist und welche inszenatorischen Mittel bei der Vermittlung eingesetzt werden.“

https://puls.uni-potsdam.de/qisserver/rds?state=verpublish&status=init&vmfile=no&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfo&publishSubDir=veranstaltung&veranstaltung.veranstid=29121

 

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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