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Montag, 17. September, von 14:00 – 15:00 Uhr, Höhe U-Bhf. Kaiserdamm

Berlin, 16.09.2012/cw – Am 17. September vor einem Jahr kam Giuseppe Marcone nach einer Hetzjagd durch Jugendliche bei seiner Flucht über den Kaiserdamm ums Leben. Die Täter wurden zwztl. zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Symbol der gegründeten Stiftung: Giuseppe Marcone – © 2012 Guiseppe-Marcone-Stiftung

Die Familie, Freunde und Sympathisanten wollen am ersten Todestag (kommenden Montag, 17.09.) zwischen 14:00 und 15:00 Uhr am Sterbeort am Fußgängerüberweg (Höhe U-Bhf. Kaiserdamm) auf dem Mittelstreifen des Sohnes und Freundes gedenken.

Ein bereits geplantes und genehmigte Denkmal konnte nicht zeitgerecht fertiggestellt werden und wird zu einem  späteren Zeitpunkt auf dem Mittelstreifen installiert.

Giuseppe Marcone wurde als Sohn bulgarischer und italienischer Immigranten in Deutschland geboren. Er wuchs in Berlin Charlottenburg auf. In einem Nachruf der Jüdische Gemeinde zu Berlin schrieb Yves Arievitch u.a.:

Er war ein mehr als aufgeschlossener und toleranter Junge, welcher Freunde jeder Nationalität und Religionszugehörigkeit hatte. Da sein bester Freund jüdisch war, verbrachte Giuseppe häufiger den Schabbat mit ihm und seiner Familie und bekam so den ersten Einblick in die jüdische Kultur, die Religion und Tradition. … Da die (israelische) Armee sein Traum blieb schrieb er sich in der Bundeswehr ein …  Er freute sich trotzdem euphorisch auf seinen neuen, selbstständigen Lebensabschnitt, den er ohne Probleme gemeistert hätte. Giuseppe starb am Morgen des 17. Septembers, als er vor Angreifern flüchte und dabei von einem herannahendem Auto angefahren wurde. Er wird überlebt von seiner Familie, seinen Freunden und sehr vielen dankbaren Menschen, die das Glück hatten ihn gekannt zu haben.

Die Eltern Marcones und seine Brüder fielen durch ihre stille und sensible Trauer auf, die auf jeden Ruf nach Vergeltung und Hass auf die Täter verzichtete. Stattdessen gründeten sie die Giuseppe Marcone Stiftung (Leibnitzstr. 33, 10625 Berlin, Tel.: 0177 / 829 01 28), deren Ziel es ist, im Sinne ihres Sohnes und Bruders für Verständigung und Menschlichkeit zwischen den Kulturen und Religionen einzutreten und entsprechende Projekte zu unterstützen.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 5.10.2011/cw – Die JÜDISCHE GEMEINDE ZU BERLIN veröffentlichte auf ihrer Homepage (LINK am Ende) folgenden Nachruf:

Giuseppe Marcone kam als Sohn italienischer und bulgarischer Immigranten in Deutschland zur Welt. Er war ein mehr als aufgeschlossener und toleranter Junge, welcher Freunde jeder Nationalität und Religionszugehörigkeit hatte. Da sein bester Freund jüdisch war, verbrachte Giuseppe häufiger den Schabbat mit ihm und seiner Familie und bekam so den ersten Einblick in die jüdische Kultur, die Religion und Tradition.

Er begann sich selbst dafür zu interessieren und sich damit zu identifizieren. So kam es, dass er im Jahre 2007 in die Misgeret eintrat und damit der einzige Nichtjude war, der zusammen mit den israelischen Sicherheitsmännern deutsche Synagogen und andere jüdische Institutionen sicher hielt, indem er das Sicherheitspersonal unterstützte ein weiteres Paar Augen auf den näherliegenden Straßen zu haben und sogar Personenkontrollen durchführte. Giuseppe war ein Träumer, der stets ehrgeizig und bemüht war seine Träume in die Tat umzusetzen. Sein größter Traum jedoch blieb ihm leider verwehrt – Der Eintritt in die israelische Armee, sowie den Umzug in das gelobte Land. Aus zeitlichen Gründen gelang es Giuseppe nicht, die Aufwendigkeiten eines Giur aufzubringen, obwohl er dies, wäre ihm mehr Zeit geblieben auf sich genommen hätte, da er Teil des jüdischen Volks sein wollte und nicht nur der Davidstern um seinen Hals dies bewiesen. Es war sein wachsendes Ínteresse an der jüdischen Kultur, seine Synagogengänge und Hausbesuche zu Pessach und Rosch Haschnah die sein Interesse untermauerte. Da die Armee sein Traum blieb schrieb er sich in der Bundeswehr ein und berichtete trotzdem, dass es sich anfühle, als wäre es die falsche Armee.

 Er freute sich trotzdem euphorisch auf seinen neuen, selbstständigen Lebensabschnitt, den er ohne Probleme gemeistert hätte. Giuseppe starb am Morgen des 17. Septembers, als er vor Angreifern flüchte und dabei von einem herannahendem Auto angefahren wurde. Er wird überlebt von seiner Familie, seinen Freunden und sehr vielen dankbaren Menschen, die das Glück hatten ihn gekannt zu haben.

Yves Arievitch

http://www.jg-berlin.org/beitraege/details/auf-der-flucht-vor-gewalttaetern-verunglueckt-i464d-2011-09-19.html

 Anmerkung Admin:

Giuseppe Marcone wird am kommenden Freitag, 7.Oktober 2011, um 09:30 Uhr auf dem Waldfriedhof Dahlem, Hüttenweg (Nähe Clayalle bzw. U-Bhf. Oskar-Helene-Heim) beigesetzt.

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