You are currently browsing the tag archive for the ‘Wolfgang Thierse’ tag.

Israelische Behörden halten Zusage ihrer

Berliner Botschaft nicht ein

Berlin/Jerusalem, 20.10.2010/cw – Die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich nun  zu bestätigen. Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer gestrigen Ausgabe (http://sueddeutsche.de/politik/einreisepolitik-in-israel-reise-nach-jerusalem-1.1013346)

meldet, weigern sich die zuständigen Behörden in Jerusalem, die zugesagten Eintragungen in die Ausweispapiere des Palästinensers Firas Maraghy vorzunehmen. Sie torpedieren damit öffentlich die Zusagen, die Maraghy durch die israelische Botschaft in Berlin gemacht wurden.

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse (SPD), hatte sich persönlich für den seinerzeitigen vor der Botschaft hungerstreikenden Maraghy eingesetzt und mit der Botschaft eigens verhandelt. Nicht zuletzt waren diese Vermittlungsbemühungen  ausschlaggebend für den Abbruch des Hunger-Protestes nach 42 Tagen.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Rupert Polenz (CDU), hatte den in Berlin mit der Deutschen Wiebke Diehl verheirateten Bürger Ost-Jerusalems eigens in den Nahen Osten begleitet. Wie sich jetzt herausstellte: vergeblich.

Beobachter sprechen  von einem beispiellosen Affront der deutschen  Parlamentarier durch die israelischen Behörden. Auch die Vereinigung 17. Juni, die sich ebenfalls für das Anliegen der Familie eingesetzt hatte, ist „empört und tief beunruhigt über den Umgang gegenüber einem Menschen, der zu Recht seit Generationen Heimatrecht in Jerusalem beansprucht und nun die Eintragung seiner Ehefrau und seiner Tochter in die Ausweispapiere beantragt hat“, heißt es in einer Protest-Erklärung des Vereins. Außerdem sei „der Umgang mit Repräsentanten eines Staates, der zu den treuesten Fürsprechern und Bündnispartnern Israels zähle, völlig indiskutabel. Hier ist der Vizepräsident des Deutschen  Parlamentes offenbar dreist angelogen und der Vorsitzende des Auswärtigen  Ausschusses ohne jede diplomatische Rücksichtnahme von untergeordneten Beamten des Staates Israel öffentlich vorgeführt worden,“ kritisiert die Vereinigung.

Die Vertröstung Rupert Polenz´ auf den Januar nächsten Jahres, in dem deutsch-israelische Gespräche in Berlin stattfinden sollen, mag gutwillig sein, drückt aber dennoch die Hilflosigkeit der deutschen  Seite aus, das berechtigte Anliegen  der Familie Maraghy-Diehl glaubhaft und nachdrücklich zu vertreten. Freunde und Unterstützer der Familie hingegen befürchten die psychischen  Auswirkungen  auf Firas Maraghy, der durch seinen  langen Hungerstreik noch immer sehr geschwächt sei. Nur unter dem Eindruck der Vermittlungsbemühungen durch die Politiker Wolfgang Thierse und Rupert Polenz wie die Zusagen der Israelischen Botschaft haben  Maraghys Freunde diesen überzeugen können, seinen Hungerstreik im Vertrauen auf die gemachten Zusagen zu beenden. „Firas Maraghy wurde getäuscht, Wolfgang Thierse und Rupert Polenz wurden getäuscht. Auch die Freunde und Unterstützer wurden getäuscht.“ Dies sei „ein erbärmlicher Vorgang, der wohlmöglich bittere Folgen nach sich ziehen  könne!“

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.v., Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Israel sagt Palästinenser Aufenthaltsrecht für Familie zu

Berlin, 8.10.2010/cw – In einer gestern von seiner deutschen  Ehefrau Wiebke Diehl verbreiteten Presserklärung teilte der Palästinenser Firas Maraghy seinen kurzfristig anberaumten Flug nach Jerusalem mit. Maraghy hatte nach vergeblichen Bemühungen um die Eintragung seiner Tochter in seine Ausweispapiere und die Verlängerung seiner Aufenthalts-berechtigung in der Stadt seiner Väter und Vorväter vor der israelischen Botschaft in  Berlin einen unbefristeten Hungerstreik begonnen. Auch die Eintragung seiner Ehe war verweigert worden. Zahlreiche Berliner, unter ihnen auch Palästinenser, Israelis und deutsche  Juden, unterstützten das Anliegen. Nachdem sich der Vorsitzende des Auswärtige  Ausschusses im Deutschen Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU) und Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) in die Bemühungen um eine Lösung des Problems eingeschaltet hatten, unterbrach Maraghy seinen Hungerstreik nach 41 Tagen.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse im Gespräch mit Maraghy

Wolfgang Thierse hatte zuvor den Hungerstreikenden vor Ort besucht und hatte in der Botschaft vorgesprochen. Ruprecht Polenz wird Maraghy auf seiner Reise nach Israel begleiten.

Freunden gegenüber ließ Maraghy  verlauten, sein Hungerstreik sei erst endgültig beendet, wenn er die für ihn unerlässlichen  Eintragungen in seinen  Papieren habe, ansonsten werde er nicht zögern, den Hungerstreik in Berlin fortzusetzen. Nach mehreren Wochen  Aufenthalt in einem Krankenhaus ist dieses Vorhaben nicht unproblematisch für Maraghys Gesundheit.

Freunde unterstützten mit einem kurzfristigen Hungerstreik das Anliegen

Indes hofft nicht nur er sondern auch seine Familie und die vielen Freunde auf ein erfolgreiches Ergebnis seiner Reise nach Jerusalem. Diese ist allerdings für die junge Familie auch eine große finanzielle Belastung. Aus diesem Grund hat die Vereinigung 17. Juni, die Maraghys Hungerstreik moralisch unterstützt hatte, zu Spenden aufgerufen: Diese werden unter dem

Kennwort „Jerusalem“

auf das

Konto 632902

BLZ 700 916 00

Landsberg-Ammerseebank

erbeten. Die Spenden sind steuerlich begünstigt und abzugsfähig. Über das Ergebnis und die Verwendung wird nach Abschluss an dieser Stelle berichtet.

Um sie geht es: Wiebke Diehl-Maraghy mit Tochter vor der israelischen Botschaft

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Tel.: 030-30207785 – holzapfellyrag@aol.com

Fotos: LyrAg (c) 2010

Oktober 2021
M D M D F S S
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Blog Stats

  • 756.599 hits

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 128 anderen Followern an