You are currently browsing the tag archive for the ‘Wolfgang Schumacher’ tag.

Umstrittene Veröffentlichungen...

Umstrittene Veröffentlichungen…

Neustadt/Frankenthal, 23.01.2016/cw – Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat erneut Ermittlungen gegen den Leiter der Stadtmission Neustadt a.d. Weinstraße, Rainer Wagner, abgelehnt. Oberstaatsanwalt Karl Hempelmann teilte Wagner am 15. Januar mit, es sei „kein Anfangsverdacht für ein strafbares Verhalten gegeben“. Der zur Anzeige gebrachte Artikel (von Theo Lehmann) billige, verherrliche oder rechtfertige nicht die nationalsozialistische Gewalt und Willkürherrschaft. Aus dem Zusammenhang werde laut Hempelmann ersichtlich, „dass der Verfasser das aus seiner Sicht zu schwache Christentum in Deutschland beklagt, dessen Anhänger sich nicht ausreichend für ihren Glauben einsetzten oder für ihn kämpften“. Diese Aussage sei sowohl von der Meinungs- als auch von der Religionsfreiheit gedeckt.

Meinungs- und Religionsfreiheit

Der Mannheimer Grünen-Stadtrat Gerhard Fontagnier hatte nach dem großen Medienecho Anzeige wegen Verdachts der Volksverhetzung gestellt. Wagner hatte sich diesem Schritt durch eine Selbstanzeige angeschlossen: Er wolle sich von der Staatsanwaltschaft durch seine Selbstanzeige „die juristische Absolution holen,“ zitiert der Mannheimer Morgen (14.01.2016). „Als Prediger der Evangelischen Stadtmission Neustadt, Prädikant der protestantischen Landeskirche der Pfalz und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande sind diese Vorwürfe geeignet, meine Reputation zu schädigen“, erklärte Wagner ggüb. der Katholische Nachrichtenagentur.

Die Redaktion Hoheneck hatte erstmals am 2. Januar über die im Stadtmissionsbrief (Dez. 2015) verbreiteten Thesen kritisch berichtet: „Was wir brauchen: Feuerfeste, KZ-fähige Christen“. Offenbar stieß der Beitrag auf ein breites Medienecho und führte in der Folge zu den zitierten Anzeigen. Mit der Staatsanwaltschaft Frankenthal hingegen hat der auch als „Ayatollah von Neustadt“ bezeichnete Pietist bisher gute Erfahrungen gemacht. Bereits vor rund zehn Jahren hatte ein jüdisches VOS-Mitglied vergeblich Anzeige erstattet („Juden sind Knechte Satans.“). Die Frankenthaler Strafverfolgungsbehörden setzen die Hürden sehr hoch und begründen auch jetzt die Ablehnung von neuerlichen Ermittlungen mit der grundgesetzlich garantierten Meinungs- und insbesondere der Religionsfreiheit.

Sektenbeauftragter: Fälschung

Rainer Wagner hingegen hat nun ernsthafte Schwierigkeiten, seinen Kurs innerkirchlich weiterhin ungehindert zu verfolgen. So mußte er einräumen, der kritisierte Artikel des einst in der DDR beliebten Jugendpfarrers Theo Lehmann sei „nicht autorisiert“ gewesen. Er, Wagner, habe diesen Artikel „per Email“ aus religiösen Kreisen zugesandt bekommen und diesen für aktuell gehalten. Auch habe er nicht gewußt, daß ein vorangestelltes Zitat nicht von Lehmann sondern von einem sudanesischen Pfarrer stamme, dessen Namen er nicht kenne. Der sächsische kirchliche Weltanschauungs- und Sektenbeauftragte Harald Lamprecht sprach gegenüber epd von einer „Fälschung“, die die Aussage beider Texte erheblich verändere. Im Ergebnis werde „Angst vor dem Islam und den Flüchtlingen erzeugt“.

Auch Lehmann kritisiert, er sei „vor der erneuten Veröffentlichung nicht gefragt worden.“ Der Artikel stammt ursprünglich von 2004. Der Pfarrer will hingegen von einer Anzeige absehen, da es „Wichtigeres zu tun“ gäbe. Lehmann war wegen seiner kirchlichen Aktivitäten in der DDR von der Stasi verfolgt worden.

Der Evangelische Gemeinschaftsverband (EGV), die Dachorganisation der pfälzischen Stadtmissionen, ist hingegen beunruhigt. „Das ist eine ernste Angelegenheit“, sagte dessen Vorsitzender Tilo Brach im Mannheimer Morgen. Der Verwaltungsrat befasste sich am 15.01. mit dem Thema; ein Ergebnis der Beratungen liegt derzeit noch nicht vor. Allerdings hat die Stadtmission den LINK zum Missionsbrief vom Dezember 2015 von ihrer Internetseite genommen. Zuvor hatte der EGV bereits schriftlich formuliert: „Der Leitung des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes (EGV) Pfalz liegt es fern, vor Menschen anderen Glaubens, anderer Religion oder Kultur zu warnen. Der EGV warnt nicht vor Muslimen.“ Der Verwaltungsrat stelle sich ausdrücklich gegen die Vermischung der Themenbereiche „Schutz Suchende in der Bundesrepublik“ und „weltweite Christenverfolgung“.

Auch die evangelische Landeskirche der Pfalz, zu der die Stadtmissionen gehören, distanziert sich laut Kirchensprecher Wolfgang Schumacher von dem veröffentlichten Text. Dieser stehe im Gegensatz zum Engagement der Kirche für die Flüchtlinge. Bereits 2012 hatte die Landeskirche Wagner wegen seiner islamfeindlichen Haltung schon einmal ermahnt.

Der 64-jährige Bundesverdienstkreuzträger Rainer Wagner wurde bundesweit bekannt als langjähriger Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) und (seit 2014) Vorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS). Von diesen wie von allen anderen politischen Ämtern war er im April 2015 zurückgetreten.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel,.: 030-30207785 (1.064)

Berlin, 22.11.2012/hobo – Die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) hat den Prediger der Stadtmission Neustadt a.d. Weinstraße, Rainer Wagner, „aufgefordert, sich künftig gegenüber anderen Religionen oder Lebensweisen so zu äußern, dass jeglicher Eindruck von Diskriminierung Anderer vermieden wird.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher teilte dem Hohenecker Boten in einem Schreiben vom 20.11.2012 im Auftrag des Kirchenpräsidenten Christian Schad auf Anfrage mit, die Landeskirche sehe „keine Möglichkeit, Herrn Wagner disziplinarisch zu belangen.“ Herr Wagner wurde „jedoch in seiner Aufgabe als ordinierter Prädikant unser Landeskirche“ zu vorstehender Zurückhaltung bei seinen künftigen  Äußerungen aufgefordert.

Einstellung des Verfahrens ein  Freibrief?

Wagner war als gleichzeitiger Vorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) wegen  seiner im  monatlich erscheinenden Stadtmissionsbrief verbreiteten Äußerungen in  die Kritik geraten. Dort hatte er u.a. gegen  die Errichtung einer Moschee am Stadtrand von Neustadt postuliert, (Der islamische Gott) „Allah ist eine Erfindung und Mohammed sein falscher Prophet.“ In gleicher Tonlage griff er Buddhisten und Hindus in der Umgebung seiner Stadtmission an, die „Götzen“ verehrten und einem „Geisterkult“ huldigten. Bereits früher hatte der Stadt-Prediger „Juden (u.a.) als Knecht Satans“ bezeichnet (siehe u.a. WIKIPEDIA > „Rainer Wagner“). Auch der Umgang der Evangelischen Kirche mit Homosexuellen provoziere die „Spaltung der Kirche“, formulierte Wagner und sprach sich in diesem Zusammenhang für die „Umkehr von der Sünde“ aus.

Seine Kritiker werfen dem UOKG-Vorsitzenden nun  vor, die Einstellung eines seinerzeitigen Ermittlungsverfahrens „wegen  Volksverhetzung“ nicht als Mahnung  sondern offenbar als Freibrief  empfunden zu haben, „mit der Bibel begründete Hetze“ ungestraft fortsetzen zu können. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hatte seinerzeit in der Einstellungsverfügung attestiert, die Äußerung Wagners (über die Juden u.a.) sei „von der Religionsfreiheit“ gedeckt.

Mit der gleichen Begründung wurde nun ein aktuelles Ermittlungsverfahren (nach einer Selbstanzeige Wagners wegen „Volksverhetzung“) wegen dessen Äußerungen zum Islam, zu Buddhisten  und Hindus ebenfalls eingestellt.

Akzeptanz radikaler Äußerungen

Wagner hatte diese Einstellung am Wochenende auf der Mitgliederversammlung der UOKG in Berlin genutzt, Kritiker an seinen Äußerungen „als Lügner“ zu diffamieren und die Vertrauensfrage gestellt. Rund zwei Drittel der Verbandsmitglieder sollen am Wochenende erschienen sein und  („offenbar mangels vorgelegter Sachinformationen“) mit 21 zu 2 Stimmen ihrem Vorsitzenden das Vertrauen ausgesprochen haben, was ein  zwiespältiges Echo fand. So erklärten Teilnehmer gegenüber unserer Redaktion, der Dachverband hätte mit der „kritiklosen Hinnahme der skandalösen Äußerungen Wagners“ den Verfolgten  der SED-Diktatur „einen Bärendienst“ geleistet. Denn nun könne „straffrei behauptet werden, die UOKG unterstütze extremistische, islam- und religionsfeindliche Positionen.“ Auch sei die durch die Vertrauensabstimmung dokumentierte „Akzeptanz dieser diskriminierenden Äußerungen und des dadurch gegebenen Verstoßes gegen  die eigene Satzung (§ 1)* ein fatales Signal an Extremisten in unserem Land,“ die sich künftig nicht nur auf den Vorsitzenden, sondern „durch die Abstimmung auch auf den ganzen  Verband“ berufen könnten.

Bis heute keine inhaltliche Stellungnahme

Rainer Wagner selbst hatte die Veröffentlichung seiner umstrittenen Äußerungen durch die Ablehnung einer Stellungnahme oder Richtigstellung provoziert. Auch in der letzten UOKG-Versammlung nahm er nach Angaben von Teilnehmern zu seinen Äußerungen inhaltlich keine Stellung, obwohl seine Kritiker zumindest eine „Distanzierung oder zumindest Klarstellung“ erwartet hatten. Auch der Redaktion ist bis heute eine inhaltliche Auseinandersetzung des UOKG-Vorsitzenden mit seinen Äußerungen   nicht bekannt.

*Anmerkung: §1, Satz 2 der UOKG-Satzung lautet: „Die UOKG tritt mit aller Entschiedenheit gegen linken und rechten Extremismus, sowie Antisemitismus ein. Dies setzt sie auch bei allen Mitgliedsverbänden voraus.“

V.i.S.d.P.: Redaktion „Hohenecker Bote“, Tel.: 030-30207778, hohenecker.bote@gmail.com

Dieser Artikel wurde aufgerufen aus: Germany, Switzerland, Spain, Austria, United States, Italy, Russian Förderation, Netherlands, Canada, Luxembourg, Algerien, Chile.
August 2021
M D M D F S S
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Blog Stats

  • 754.202 hits

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 128 anderen Followern an