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Berlin, 13.03.2018/cw – Heute wurde die Urne des Zeitzeugen Klaus Gronau auf dem Friedhof Seestraße in einem Ehrengrab der Stadt Berlin beigesetzt. Gronau, der am 9.Februar in Berlin verstorben war, hatte als Auszubildender den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 hautnah verfolgen  können. Jetzt wurde er in Anwesenheit des MdB Klaus-Dieter Gröhler (CDU), des Charlottenburger Stadtrates Carsten Engelmann (CDU), der Geschäftsführerin der Stiftung Aufarbeitung, Dr. Anne Kaminsky, des Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Tom Sello, des Vizepräsidenten des Landtages von Brandenburg und Vorsitzenden der UOKG, Dieter Dombrowski (CDU) sowie weiterer Vertreter des öffentlichen Lebens in Anwesenheit seiner Kinder zur letzten Ruhe geleitet. Die Vereinigung 17. Juni war durch den Vorstand Carl-Wolfgang Holzapfel und Tatjana Sterneberg vertreten.

FriedhofSeestr.In seiner Ansprache würdigte Dieter Dombrowski die kontinuierlichen Verdienste des Verstorbenen um die Demokratie und seine aktive Mitarbeit in der UOKG. Carsten Engelmann hob das stete Engagement Gronaus für die CDU hervor. Der Verstorbene hatte sich als Sonderbeauftragter des Vorstandes der Vereinigung 17. Juni, der er von 2005 – 2010 angehörte, nach dem neuntägigen Hungerstreik des Vorsitzenden (2005) insbesondere für die Umsetzung der Vereinsforderung auf die Benennung des Platzes vor dem heutigen Bundesfinanzministerium in „Platz des 17. Juni 1953“ eingesetzt. Vor dem vormaligen „Haus der Ministerien“ war am Abend des 16. Juni 1953 der Generalstreik für den folgenden Tag ausgerufen worden.

Die Vereinigung 17. Juni hatte nach der Jahrtausendwende in jahrelangen Verhandlungen mit dem Berliner Senat unter der damaligen Leitung von Klaus Wowereit (SPD) die Beisetzung von einstigen  Kämpfern des Volksaufstandes auf dem Friedhof erreicht. Zu diesem Zweck wurden eigens zwei Felder rechts und links des Ehrenfeldes in die Ehrengrabanlage der Stadt Berlin einbezogen, auf der alljährlich am 17. Juni um  11:00 Uhr der Staatsakt der Bundesregierung und des Berliner Senats stattfindet. Vor Gronau wurden die ehemaligen Arbeiter und aktiven Demonstranten von der Stalinallee, Manfred Plöckinger (2002) und Günther Mentzel (2007) beigesetzt. Im letzten Jahr konnte der legendäre Streikführer von Görlitz, Werner Herbig mit seiner Frau auf die Ehrengrabstätte umgebettet werden.

Anmerkung: Aus technischen Gründen können Fotos derzeit auf dieser Seite nicht veröffentlicht werden. Diese können aber bei Bedarf von der Redaktion oder der Vereinigung 17. Juni 1953 e.V. angefordert werden.

© 2018 Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.364).

 

Berlin, 28.09.2017/cw – Unter dem Geleit des Sohnes und einstiger Kameraden wurde heute Werner Herbig, Streikführer vom 17. Juni 1953 aus Görlitz, in einem Ehrengrab der Stadt Berlin auf dem Friedhof Seestraße im Berliner Bezirk Wedding mit seiner Frau Lieselotte beigesetzt. Die Urnen waren zuvor der bisherigen Grabstelle auf dem Luisenfriedhof am Fürstenbrunner Weg entnommen worden. Lieselotte Herbig war bereits 2006, Werner Herbig im Dezember 2008 verstorben.

Fünf Jahre Zuchthaus für Streikführung

In seiner Gedenkrede erinnerte der Vereinsvorsitzende an die Verdienste Werner Herbigs um den Volksaufstand. Seine Mitwirkung in der im Vergleich zu anderen Städten in der SbZ zunächst sehr erfolgreichen Streikleitung brachte dem damals 35jährigen eine Strafe von fünf Jahren Zuchthaus ein, die Herbig im berüchtigten Zuchthaus Waldheim verbüßen mußte. Zwar wurde Herbig, gesundheitlich schwer gezeichnet, bereits 1956 entlassen. Aber eine drohende erneute Verhaftung veranlassten den 17er mit seiner Familie zur Flucht nach Westberlin. Dort schloss er sich sofort der Vereinigung 17. Juni an, die am 3. Oktober vor 60 Jahren, am 3. Oktober 1957, als rechtsfähiger Verein in das Vereinsregister eingetragen worden war. Schon damals mussten Flüchtlinge längere Zeiten in den dafür geschaffenen Einrichtungen verbringen. So verbrachte Herbig mit seiner Familie ein Jahr im Notaufnahmelager Marienfelde, ehe er in Charlottenburg eine Wohnung zugewiesen bekam.

Der Redner wies in seinem Gedenken auf die besondere Rolle hin, die Görlitz in der Aufstandshistorie gespielt habe: „In Görlitz wurden auf Weisung der Streikleitung systematisch Gebäude der SED, der Staatssicherheit, der Massenorganisationen, die Strafvollzugsanstalt und das HO-Kaufhaus besetzt. Der Bürgermeister wurde seines Amtes enthoben, nachdem sich zuvor eine neue Stadtverwaltung, ein so genanntes „Stadtkomitee“, konstituiert hatte. Die streikenden Arbeiter hatten sich mit einer neuen Verwaltung ein ihre Interessen vertretendes Machtorgan geschaffen. Die politisch Inhaftierten wurden aus der örtlichen Haftanstalt befreit,“ führte Holzapfel aus. Aber: „Auch das gehöre zur Geschichte des Görlitzer Aufstandes: Die herausragende Forderung nach Revidierung der Oder-Neiße-Grenze, die allerdings durch den hohen Anteil von Vertriebenen in dieser nunmehrigen Grenzstadt nachvollziehbar war.“ Immerhin gehörte die Forderung auf „Rückgabe der polnisch besetzten Gebiete“ auch zum damaligen politischen Kanon im Westen Deutschlands.

Engagement in das Gedächtnis der Nation einprägen

Am offenen Urnengrab dankte der Vereinsvorsitzende Herbig für sein Engagement, dass sich „in das Gedächtnis der Nation einprägen sollte.“ Herbig und seine mutigen Kameraden hätten es zweifellos verdient, für ihren Einsatz für „Einigkeit und Recht und Freiheit“ niemals vergessen zu werden. Die Ehrengrabanlage war 1953 von Ernst Reuter und Konrad Adenauer unter großer Anteilnahme der Bevölkerung durch die Beisetzung von Opfern des Volksaufstandes eingeweiht worden. Die Bundesregierung und der Senat von Berlin gedenken seither alljährlich an diesem Ort in einem öffentlich zugänglichen Staatsakt der Toten vom 17. Juni 1953.

Hinweis: Aus technischen Gründen ist ist die Veröffentlichung von Fotos derzeit nicht möglich. Wir arbeiten an dem Problem. Die Redaktion

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.290).

VEREINIGUNG (AK) 17.JUNI 1953 e.V.

Pressemitteilung

Streikführer von Görlitz erhält Ehrengrab

Berlin,26.09.2917/cw – Am 17. Juni 1953 wurde der gebürtige Görlitzer Werner Herbig in das Streikkomitee von Görlitz gewählt. Jetzt erhält Herbig, der am 11.12.2008 in Berlin verstarb, ein Ehrengrab der Stadt Berlin. Dies teilte die Vereinigung 17. Juni 1953 heute mit. Die Vereinigung, der Herbig ursprünglich bereits angehörte, wurde vor 60 Jahren, am 3.Oktober 1957, als Nachfolger des unmittelbar nach dem Aufstand gegründeten „Komitee 17.Juni“ in das Vereinsregister eingetragen.

Danach werde Herbig mit seiner Ehefrau vom Luisenfriedhof am Fürstenbrunner Weg auf den Friedhof Seestraße im Bezirk Wedding umgebettet. Am Ehrenfeld der Toten vom 17. Juni wird das Ehepaar seine endgültig letzte Ruhe finden

Die Gedenkfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am 28.09.2017, 11:00 Uhr im Aussegnungsraum des Friedhofs statt.

Werner Herbig, der wegen seiner Teilnahme am seinerzeitigen Volksaufstand zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, hatte zeitlebens an den jährlichen Gedenkfeiern der Bundesregierung und des Senats von Berlin an der Seestraße teilgenommen. Sein Wunsch, selbst dort an der Seite seiner Kameraden bestattet zu werden, scheiterte zunächst am vorherigen Tod seiner Frau Lieselotte (2006). Seit 2014 gibt es die Möglichkeit, dass auch Ehepartner von Teilnehmern am 17. Juni 1953 dort bestattet werden können.

Die Vereinigung hatte die Bestattungsmöglichkeit für Aufstandsteilnehmer auf dem Friedhof nach langen Verhandlungen mit dem Berliner Senat unter der aktiven Unterstützung durch Klaus Wowereit erreicht.

Carl-Wolfgang Holzapfel                                                                                                                     Vorsitzender

Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V.

Kaiserdamm 9 – 14057 Berlin

Mobil: 0176-48061953                                                                                                                                                                                                                 Tel.: 030-30207785

Wir trauern um Herbert Buley * 01.10.1926  † 23.12.2011

Berlin, 3.01.2012/cw – Wieder hat uns ein aktiver 17er verlassen: Herbert Buley starb nach kurzer, schwerer Krankheit am Vortag zum Heiligen Abend im Alter von 85 Jahren in Berlin.

„Mit seinem Tod verlieren wir einen kantigen, kritischen  und mutigen Mitstreiter, der die Erinnerung an den Volksaufstand von 1953 an vorderster Stelle lebendig hielt,“ heißt es in einer Erklärung des Vorstandes der Vereinigung 17. Juni.

Er gehörte zum jährlichen Ritual der Ehrung: Herbert Buley (rechts) neben Werner Herbig † und Hajo Rückert † auf dem Friedhof Seestraße

„Die Reihen der aktiven Teilnehmer an diesem für Deutschland und Europa so wichtigen  Geschehen lichten sich. Was lebendig war, werde nun endgültig Geschichte,“ erklärte der Vorsitzende und langjährige Wegbegleiter Buleys heute in Berlin. Der Verein werde das Engagement des Verstorbenen „niemals vergessen, die 1964 getrennten 17er wieder in einem Verein zusammengeführt zu haben“. Herbert Buley hatte noch 2009 für sein  Wirken die Goldenen Ehrennadel der Vereinigung verliehen bekommen.

Die Beisetzung findet auf Wunsch der Familie nicht auf dem Ehrenfeld auf dem Friedhof Seestraße statt. Herbert Buley wird an der Seite seiner ersten  Frau auf dem Jerusalem-Friedhof in Kreuzberg beigesetzt: Freitag, 6. Januar 2012, 10:00 Uhr, Mehringdamm 21, 10961 Berlin (ggüb. Finanzamt).

Abschied vom guten Kameraden - Blumenmeer auf dem frischen Grab / Foto: LyrAg

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Sohn fand Streikführer in seiner Wohnung auf

22.12.2008/cw – Werner Herbig, einer der profiliertesten und bekanntesten Streikführer des Volksaufstandes vom 17.Juni 1953, ist tot. Wie die Vereinigung 17.Juni mitteilte, wurde sein Tod erst jetz bekannt. Herbig starb nach schwerer Krankheit am 11.Dezember im Alter von 89 Jahren in seiner Berliner Wohnung in Charlottenburg.

Sein Sohn besuchte seinen kranken Vater nahezu täglich. „Mindestens alle zwei Tage schaute ich nach ihm, denn er war in seinen letzten Lebensmonaten doch sehr gebrechlich,“ schildert er den für ihn schweren Tag. „Als ich am 11.Dezember wie gewohnt meinen Vater in seiner Wohnung aufsuchte, kam jede Hilfe zu spät. Er war friedlich eingeschlafen.“

Die Vereinigung 17.Juni würdigte in einem Nachruf die Verdienste des Verstorbenen. Der Vorsitzende, Carl-Wolfgang Holzapfel (64), erinnerte an die tragende Rolle, die Herbig während des Aufstandes in Mitteldeutschland in Görlitz gespielt habe. Der Verstorbene war Mitglied der seinerzeitigen Streikleitung.

Zum Zeitpunkt der Erhebung war Werner Herbig gerade arbeitslos. Zuvor sollte er im Pflanzenschutzamt in Dresden nachweisen, dass die damals grassierende Kartoffelkäferplage ein Sabotageakt der „imperialistischen US-Geheimdienste“ war. Herbig weigerte sich, an dieser Lüge mitzuwirken und wurde prombt entlassen. Am 17.Juni 1953 wurde Herbig von Kolonnen streikender Arbeiter überrascht, die ihn aufforderten: „Mensch, Herbig, marschiere doch mit.“ Uerwartet wurde er Mitglied der Görlitzer Streikleitung, „durch Wahl.“ wie er immer nicht ohne Stolz berichtete.

Noch am selben Abend wurde er von ausgesandten Trupps der Roten Armee verhaftet und einen Monat später zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in dem berüchtigten Zuchthaus Waldheim verbüßte. Nach der Haft flüchtete Werner Herbig mit seiner Frau „nur mit einer Aktentasche“ (Herbig) nach West-Berlin. Dort trat er kurze Zeit später der Vereinigung 17.Juni bei, die sich aus dem ursprünglichen „Komitee 17.Juni“ am 3.Oktober 1957 als selbständiger Verein formiert hatte.

1964 kam es dann zum Zerwürfnis. Herbig wollte den Verein in einen zwischenzeitlich beim damaligen Kuratorium Unteilbares Deutschland gegründeten „Arbeitskreis 17.Juni“ einbringen, was der damalige Vorstand ablehnte. So spaltete sich ein Teil der seinerzeitigen 17er vom Verein ab, Herbig wurde und blieb bis zu seinem Tod Vorsitzender des Arbeitskreises, der sich nach der Auflösung des Kuratoriums der Arbeitsgemeinschaft 13.August anschloss.

„Wir haben diesen unterschiedlichen Weg immer bedauert,“ stellt Holzapfel zum Tod des einstigen Streikführers fest. „Aber wir haben zu keiner Zeit dem Verstorbenen unsere Achtung und unseren Respekt für seinen Einsatz für die Einigkeit und Freiheit unseres Volkes verweigert. Wir werden ihn in dankbarer und würdiger Erinnerung behalten.“

Werner Herbig wird auf eigenen Wunsch am 16.Januar 2009 im Grab seiner verstorbenen Frau auf dem Luisenfriedhof beigesetzt. Wie sein Sohn mitteilte, wollte sein Vater entgegen seiner ursprünglichen Absicht, auf dem Ehrenfeld der Teilnehmer vom 17.Juni auf dem Friedhof Seestraße beigesetzt zu werden, die letzte Ruhe bei seiner Frau finden.

V.i.S.d.P.: Vereinigung 17.Juni 1953 e.V., C.W.Holzapfel, Tel.: 030-30207785 od. 0176-48061953
holzapfellyrag@aol.com

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