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Berlin, 23.08.2017/cw – Die Exil-Opposition des Mullah-Staates Iran hat sich im Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI) organisiert. Die deutsche Sektion führt am kommenden Samstag. 26. August 2017, ab 17:30 Uhr auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor in Berlin eine erneute Protestaktion gegen die andauernden Hinrichtungen im Iran durch.

Massaker: 1988 wurden 30.000 Mensche  ermordet

Zum Hintergrund des aktuellen Protestes heißt es in einer verbreiteten Erklärung des NWRI: „1988 fand ein grausames Massakers im Iran statt, bei dem innerhalb von zwei Monaten mindestens 30.000 politische Gefangene – größtenteils Angehörige der oppositionellen Volksmodjahedin (MEK) – aufgrund einer Fatwa (Dekret) von Ayatollah Chomeni hingerichtet wurden. Man spricht vom größten systematischen staatlich geplanten Massaker nach dem zweiten Weltkrieg. Die verantwortlichen Blutrichter von damals sitzen heute noch im Kabinett von Rohani bzw. bekleiden höchste Ämter des Gottesstaates.“

Die Exil-Iraner weisen auch darauf hin, dass allein unter dem jetzigen Präsidenten Hassan Rohani, mit dessen Amtsantritt international viele Hoffnungen verbunden wurden, 3500 Hinrichtungen – darunter viele Jugendliche – erfolgten, 2017 sollen bereits über 100 Menschen aus politischen Gründen hingerichtet worden sein.

Andauernder Hungerstreik politischer Gefangener

Die Teilnehmer an der Protestaktion solidarisieren sich zudem mit den politischen Gefangenen im Iran, die aktuell im Hungerstreik sind und deren Zustand alarmierend ist. Es besteht die Möglichkeit, sich vor Ort in Unterschriftenlisten zugunsten der Hungerstreikenden einzutragen. Eine Menschenrechtsausstellung sowie szenische Darstellungen und Straßenaufführungen sollen die Grausamkeiten im Iran spürbarer machen.

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, FIDH (Liga für Menschenrechte), Human Rights Watch und viele andere NGOs haben mehrfach gefordert, dass diese Verbrechen international untersucht werden und die Verantwortlichen vor den Internationalen Gerichtshof gestellt werden. Die in Paris residierende iranische Oppositionsführerin Maryam Rajavi erklärte dazu: „Das Massaker an 30.000 politischen Gefangenen im Iran ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die UNO muss dies untersuchen und die Verantwortlichen vor Gericht stellen.“ Die Vereinten Nationen werden aufgefordert, ein unabhängiges Komitee zur Untersuchung der Verbrechen im Iran zu gründen. Der Abschlußbericht dieses Komitees muss vor dem UN-Sicherheitsrat debattiert und die Verantwortlichen, u.a. Ajatollah Chamenei, Hassan Rohani, der aktuelle und der frühere Justizminister im Kabinett Rohani und viele andere von einem internationalen Tribunal für diesen Genozid an Zehntausenden unschuldigen Zivilisten zur Rechenschaft gezogen werden.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1273).

 

Berlin, 27.11.2012/cw – Enttäuschung bei den ehemaligen Workutanern,  einem  Zusammenschluss ehemaliger Gefangener aus den berüchtigten  Lagern im Komplex Workuta im  Zentrum eines nördlich des Polarkreises liegenden Kohlebeckens, über die Ablehnung einer Einladung, Absender: Bundespräsidialamt. Workuta war eine  der größten  Lagerregionen nördlich des Urals in der einstigen UdSSR (siehe WIKIPEDIA > Workuta). Der Vater des gegenwärtigen  Bundespräsidenten war ebenfalls nach Workuta deportiert worden.

Am 1. August nächsten Jahres jährt sich der „Aufstand von Workuta“ wie zuvor der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 zum sechzigsten  Mal. Die ehemaligen Workutaner wollen dieses Ereignisses im nächsten  Jahr in besonderer Weise gedenken.

Im  Sommer 1953 hatten sich in den Lagern die Nachrichten  über die Machtkämpfe im  Kreml nach Stalins Tod verbreitet. Auch über den Volksaufstand in der DDR kursierten entsprechende Nachrichten und Gerüchte. Ende 1953 kam es zum ersten Streik, der sich schnell ausweitete. Die Lagerleitungen standen dem letztlichen Streik von über 15.000 Gefangenen des Workuta-Komplexes machtlos gegenüber und flüchteten. Streikkomitees übernahmen die Kontrolle. Nach vergeblichen Verhandlungen mit einer eigens aus Moskau angereisten Kommission wurde der Komplex am 1. August von Soldaten  der Roten Armee umstellt und die Streikenden zur Aufgabe aufgefordert. Mit dem Ruf „Auf in  die Freiheit“ marschierten die Gefangenen in  einem  Lager auf den Lagerausgang zu. Im  Feuer der Rotarmisten  starben offiziell über 40 Gefangene, nach Angaben von Häftlingen „mehrere Hundert“. Der Streik brach zusammen. Infolge des letztlichen Aufstandes lenkte Moskau allerdings ein und entließ nach zunächst kriminellen auch die nach dem 2. Weltkrieg zumeist aus Deutschland stammenden inhaftierten Gefangenen.

Der Vater Wilhelm des gegenwärtigen Staatsoberhauptes, einstiger Oberleutnant zur See und NSDAP-Mitglied (1934), war 1951 verhaftet und von einem sowjetischen  Tribunal in Stralsund zu 25 Jahren Haft verurteilt und zum Vollzug nach  Workuta deportiert worden (Vorwurf: Spionage und antisowjetische Hetze). Der Präsident in seinen  Erinnerungen: „Das Schicksal unseres Vaters wurde zur Erziehungskeule. Die Pflicht zur unbedingten Loyalität gegenüber der Familie schloss auch die kleinste Form der Fraternisierung mit dem System aus. Das machen wir nicht, vermittelte uns die Mutter (die bereits 1932 in die NSDAP eingetreten war) unmissverständlich.“ (2009, S.41).

Da Wilhelm Gauck also „Workutaner“ war, gingen die einstigen Lagergefährten von einem besonderen Interesse des Bundespräsidenten an dem bevorstehenden Jahrestag aus.   Bereits vor einigen Wochen kam die präsidiale Absage „aus terminlichen Gründen“, wie jetzt bekannt wurde.

Ein Workutaner, der mit Wilhelm Joachim Gauck seinerzeit im  Lager war, beschreibt diesen als einen „guten und hilfsbereiten“ Kameraden. Er war mit diesem in Taischet zusammen und „wir haben in  der selben Baracke geschlafen.“ Der fast neunzigjährige Zeitzeuge, dessen Name dem Autor bekannt ist und der nicht genannt werden will, weil auch er „von der Absage schwer enttäuscht“ sei, befürchtet gar einen Herzinfarkt, wenn er sich zu sehr darüber aufrege. Man werde nun des Ereignisses „auch ohne den Bundespräsidenten“ in würdiger Form gedenken und den Vater des Präsidenten in die Erinnerung einbeziehen, wie „wir das mit allen Kameraden tun“.

V.i.S.d.P.: Verein (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

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