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Berlin, 12.10.2017/cw – Die Jubiläumsfeier zum 55. Jahrestag des Mauermuseums „Haus am Checkpoint Charlie“ überstrahlt die durchaus fachkundig wirkende Kritik vieler Besucher. Fachleute der Museumslandschaft kritisieren seit Jahrzehnten die „ungeordnete Ansammlung“ von Exponaten, die oft nicht hinreichend oder durch verwirrend lange Texte für den nach Informationen suchenden Besucher beschrieben sind.

In den letzten Lebensjahren des Museumsgründers Rainer Hildebrandt hatte ich diesen noch in meiner Eigenschaft als erster Leiter des Museums in der Bernauer Straße (1962-1963) gegen derartige Angriffe verteidigt und darauf hingewiesen, dass die Exponate historisch so eingeordnet wurden, wie diese tatsächlich in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gelangten.  Da hätte es kaum Raum gegeben, diese museal einzuordnen oder gar wissenschaftlich aufzubereiten. Das machte außerdem den Charme dieser Ausstellung aus, weil sie realitätsnah angelegt worden sei. Allerdings hatte mir Rainer im Vorfeld meines seinerzeitigen Beitrages zugesichert, dass die Ausstellung „über zehn Jahre nach dem Mauerfall“ gründlich renoviert und überarbeitet werden würde. Allerdings ist seither – außer dem Ausbau der Kommerzialisierung durch eine Ladenkette, in der museale Andenken, Postkarten, Schriften udgl. Angeboten werden – nichts geschehen.

So ergeben sich zum Beispiel aus 8.663 Bewertungen im Internet Benotungen, die den Ansprüchen eines der meist besuchten Museen in Berlin sicherlich nicht entsprechen: Nur 19% vergaben ein „Ausgezeichnet“; 25% „Sehr gut“; aber 35% nur ein „Befriedigend“, während 14% das Museum mit „Mangelhaft“ und 7% mit „Ungenügend“ taxierten. Mit 56% überwiegen also die Besucher, die das Museum kritisch beurteilen.

Quelle: https://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g187323-d242747-Reviews-Mauermuseum_Checkpoint_Charlie-Berlin.html

Wir haben einige kritische Stimmen zusammengefasst:

Meiden Sie dieses Museum. Gehen Sie lieber die Bernauer Strasse ansehen, da bekommen Sie einen besseren und eindrücklicheren Einblick ins Thema „Mauer.“ Und das sogar noch kostenlos. … Es war schlichtweg unmöglich, sich auf die Ausstellungsstücke und Texttafeln (viel zu viele und langatmig) zu konzentrieren. … Auf meine Frage, ob es denn nicht aus feuerpolizeilichen Gründen eine Höchstbesucherzahl gebe, zuckte die Mitarbeiterin nur mit den Schultern.“ Jam, Luzern/Schweiz.

Chaotisch, kein roter Faden:Das angebliche „must-see“ in Berlin ist schwer in die Jahre gekommen. Der sehr happige Eintrittspreis von 12,50€ ist angesichts der geschichtlich zweifelhaften Ausstellung eine Unverschämtheit. Einige Exponate sind zwar durchaus interessant und sehenswert, jedoch fehlt hier komplett der rote Faden. Die Toiletten sind in jedem bulgarischen Bahnhof sauberer und der Hygienezustand des ganzen Hauses ist eher nicht so doll. Was machen die nur mit dem ganzen Geld, das hier offensichtlich eingenommen wird?“ Bobolars.

Renovierung erforderlich: „Das Museum ist in die Jahre gekommen und muss dringend renoviert werden. Auch didaktisch ist das Museum nicht mehr auf dem neuesten Stand. Besonders für Kinder könnt das Museum viel interessanter und interaktiv gestaltet werden.“ Mainauge, Karlstadt, Deutschland.

Naja:Museum wirkt etwas chaotisch und unübersichtlich. Besteht hauptsächlich aus Texten, Zeitungsberichten und Fotos. Texte teilweise nicht lesbar weil zu weit oben oder weil völlig versperrt von den vielen Besuchern. Für Kinder wegen den vielen und teilweise langen Texten eher ungeeignet. Besuch als Schlechtwetterprogramm ok aber würde es nicht unbedingt weiterempfehlen..“ asiansummer10, Bern, Schweiz.

Interessant – aber eng, unübersichtlich und heruntergekommen: „Das Museum enthält sicher sehr viele interessante Ausstellungsstücke und Informationen zur Berliner Mauer. Aber leider sind die Räume überwiegend eng und das gesamte Museum ist so verwinkelt, daß man sich nur schwer zurechtfindet. Dazu kommt, daß das Museum unglaublich heruntergekommen ist – sowohl die Räume als auch viele der Ausstellungsstücke. Stellenweise wirkt es sogar schmuddelig. So interessant es auch sein mag, man hat trotzdem schnell den Wunsch, einfach nur aus diesem Haus herauszukommen. Dafür ist der Eintrittspreis relativ teuer. Das Museum sollte man dringend gründlich renovieren!“ Icequeen2222, Paderborn

Nach 13 Jahren: Rainer Hildebrandt noch immer nicht beigesetzt

Zu vermuten ist, dass die Jubiläumsredner auf der heutigen Feier auf diese Kritik nicht eingehen werden. Sie werden vielmehr die Direktorin beweihräuchern, die das „große Erbe des unvergessenen Rainer Hildebrandt mutig und gekonnt“ in die Zukunft geführt habe. Bei diesen Elogen werden wohl weniger realistische Ein- und Ausblicke auf die aktuellen Darstellungen im Museum herausgearbeitet werden. Im Vordergrund dürfte die kapitalistische Umsetzung der Erinnerung durch die Hausherrin sein, die den anwesenden Politikern und Ehrengästen staatsimmanenten Respekt abnötigt. Dass die jährlichen Millionen Euro an Einnahmen nicht in das Museum investiert, sondern überwiegend an eine drei Tage vor dem Tod von Rainer Hildebrandt errichtete Stiftung in die Schweiz überwiesen werden, dürfte den Jubelgästen wohl eher als Ausweis einer gemeinnützigen Grundhaltung der Erbin eines einst ernstgemeinten historischen Anliegens erscheinen, als diesen Transfer einer durchaus notwendigen Kritik –gerade aus diesem Anlass – zu unterziehen.

Die sterblichen Überreste des Gründers Rainer Hildebrandt harren übrigens 13 Jahre nach seinem Tod noch immer der Beisetzung. Seine Urne steht nach wie vor in einer Nische des Krematoriums Ruhleben, weil seine einstige Ehefrau die Beisetzung an unhaltbare Bedingungen (gegenüber der Stadt Berlin) knüpft. Für die „nicht vorgesehene Lagerung der Urne“ (so ein Sprecher des Krematoriums) werde regelmäßig eine anfallende Gebühr überwiesen. Wenigstens das.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.296).

 

 

 

 

Berlin, 15.06.2017/cw – Erstmals seit 5 jahren erscheint der Hohenecker Bote verzögert. Diverse Themen: 17. Juni 1953, Verleihung des Aufarbeitungspreises an Karl-Wilhelm Fricke am heutigen Donnerstag, Anhörung zur Stiftung Sächsische Gedenkstätten am gestrigen Mittwoch im Landtag von Sachsen, Neues aus Stollberg (Hoheneck)  etc. haben die Redaktion zu dieser aktuellen Änderung gezwungen. Wir bitten um Ihr/Euer Verständnis. Die Redaktion.

Absprache? Für einen  Förderverein der Frauen von Hoheneck zumindest befremdlich...

Absprache? Für einen Förderverein der Anliegen der Frauen von Hoheneck zumindest eine befremdliche Mitteilung…

Auflösung mit „erforderlicher Mehrheit“?

Stollberg, 11.05.2013/cw – In den Abendstunden des heutigen  Samstag stellte der „Förderverein Gedenkstätte Stollberg – Frauenhaftanstalt Hoheneck“ vorstehende Meldung auf seine Homepage http://gedenkstaette-hoheneck.com/index.php/aktuelles/19-das-frauenzuchthaus-gestern-heute-morgen

In der Meldung wird seltsamerweise eine „erforderliche Mehrheit“ behauptet, die  von zahlreichen Vereinsmitgliedern bestritten wird, die das Erbe von Maria Stein und Margot Jann fortführen wollen. Die Information über die behauptete „ausreichende Mehrheit“ könnte nach Insider-Kenntnissen ausschließlich aus den Kreisen gekommen sein, die mit Hilfe des zuvor gewählten neuen Vorstandes ( 7 ) mit 17  Stimmen von 104 derzeitigen Mitgliedern die Auflösung betreiben und den zitierten Beschluss durchgewunken haben.

Nachdenklich. Die Nachfolgerin Maria Steins und einstige SMT-Verurteilte Margot Jann enthielt sich der Stimme - Foto: LyrAg

Nachdenklich am Gedenkstein für die toten Frauen von Hoheneck: Die Nachfolgerin Maria Steins und einstige SMT-Verurteilte Margot Jann enthielt sich bei der Auflösungs-Abstimmung. Foto: LyrAg

Cui bono?

Da gibt es eine Stiftung, die maßgeblich auf die Gründung des (zweiten) Fördervereins Einfluss genommen hat, weil der spontan gegründete (erste) Förderverein (BuG Hoheneck) mit zwei ehem. Hoheneckerinnen im  Vorstand als Fürsprecher der ehemaligen Frauen von Hoheneck u.a. mit einem zeitig vorgestellten Konzept kein bequemer Gesprächspartner im Hinblick auf eine künftige Gedenkstätte zu sein schien. Aus Auseinandersetzungen mit anderen Vereinen in Sachsen ist der Stiftungs-Anspruch auf alleinige Direktiven für die „Gestaltung vor Ort“ hinlänglich bekannt.

An zweiter Stelle freut sich offenbar ein Förderverein vor Ort, der mit der Auflösung des Frauenkreises zumindest nach außen ein Alleinvertretungsanspruch in Fragen der Gedenkstättengestaltung hätte. In enger Verzahnung mit dem fördernden und fordernden Geschäftsführer der Stiftung ist dabei eine eigenständige Interessenvertretung kaum zu befürchten.

Können die „Förderer“ der Geschicke von Hoheneck in Gestalt der Stiftung und ihres Fördervereins vor Ort mit der jetzigen  Entwicklung wirklich zufrieden sein? Einzig der Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen käme unter die Räder, bliebe bei dieser Konstallation außen vor. Einmal mehr blieben  damit  jene auf der Strecke, die zuvorderst an dieser Stelle unter einem unmenschlichen Regime leiden mussten. Die nicht Betroffenen, unter diesen der eine oder andere Mitläufer, reiben sich die Hände ob der ausstehenden Geschäfte mit der leidvollen Geschichte…

V.i.S.d.P.: Redaktion Hohenecker Bote, Tel.: 030-30207785

Berlin, 18.09.2012/cw – Zu einer bewegenden Erinnerung an den vor einem Jahr nach einer Verfolgungsjagd am Kaiserdamm  tödlich verunglückten Giuseppe Marcone (23) trafen sich die Familie, Freunde und anteilnehmende Bürger am Ort des Geschehens.

Vater, Mutter und Großmutter (von links) gedachten am Unfallort ihres Sohnes und Enkels – Foto: LyrAg

Marcone war in den Morgenstunden des 17. September 2012 auf der Flucht vor Gewalttätern auf der Höhe des U-Bhf-Kaiserdamm über diesen gelaufen und nach Passieren des Mittelstreifens von einem Fahrzeug aus Fürth/Nürnberg erfasst und gegen einen Ampelmast geschleudert worden. Giuseppe starb noch am Unfallort in den Armen seines Freundes, ehe Rettungskräfte eingetroffen waren.

Die Täter waren ein halbes Jahr später zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Zuvor hatten sich die Eltern immer wieder im Sinne ihres verstorbenen Sohnes „gegen Hass und Gewalt“ ausgesprochen. Zu diesem Zweck haben sie zu Beginn des Jahres die „Giuseppe-Marcone-Stiftung“ gegründet, die Projekte gegen Hass und Gewalt und Projekte zum gegenseitigen Verständnis von Menschen, unterschiedlichen Kulturen und Religionen anregen, fördern und unterstützen will.

Wer dieses Vorhaben unterstützen möchte, kann  sich an die Giuseppe Marcone Stiftung, Leibnitzstr. 33, 10625 Berlin (www.giuseppe-marcone.de) wenden.

Memorial gegen Hass und Gewalt: Die 2 Meter hohe Hülle eines Baumes, ohne seine Äste, ohne Laub – Entwurf: Stiftung Giuseppe Marcone

Ein in Auftrag gegebenes und beeindruckendes Denkmal (Foto) konnte aus Kostengründen nicht – wie ursprünglich geplant – zum ersten Todestag fertiggestellt werden. Die Skulptur kostet ca. 20.500 Euro; es fehlen derzeit noch rund 12.000 Euro. Wer dieses Vorhaben, ein  sichtbares Memorial gegen Hass und Gewalt zur Erinnerung an Giuseppe Marcone unterstützen möchte, kann sich auch über die Vereinigung 17. Juni an der Finanzierung beteiligen.

Wenn 0,35 Prozent der Berliner 1 Euro stiften

„Wenn von 3,5 Millionen Einwohnern nur 12.000 Bürger je einen Euro überweisen würden, das wären weniger als 0,35 Prozent der Bevölkerung, könnte das Denkmal noch in diesem Jahr aufgestellt werden,“ so Tatjana Sterneberg, die im Vorstand  für diesen Bereich zuständig ist. Der Verein versichert, „jeden gespendeten  Euro ungeschmälert an die Marcone-Stiftung“ weiterzuleiten.

Eine Rose erinnert an Giuseppe – Foto: LyrAg

Spenden werden unter dem Kennwort: „Memorial Marcone“ an die Vereinigung 17. Juni, Konto: 632902,  Ammerseebank, BLZ 700 916 00 erbeten.

Über den jeweiligen Spendenstand wird der Verein regelmäßig über diese Homepage informieren.

Gegen Abend entzündet Vater Marcone Lichter für seinen toten Sohn – Foto: LyrAg

Eltern, Brüder, Freunde und anteilnehmende Bürger gedenken des Toten – Foto: LyrAg

Ein Ampelmast stand einem Leben im Wege … – Foto: LyrAg

HASS ist auch MORD – Die Würde des Menschen ist unantastbar – Foto: LyrAg

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 12.02.2012/cw – Diesen Termin sollten sich alle Bürger vormerken, die „die Schnauze voll haben“ von Hass und Gewalt gegen friedliche Bürger: Am Montag, 13.02., findet um  9:30 Uhr, Saal 500, im Kriminalgericht Berlin-Moabit die erste Verhandlung gegen die mutmaßlichen Mörder von Giuseppe Marcone statt. Marcone war in der Nacht vom 17. September 2011 von zwei in Berlin wohnenden türkischstämmigen Bürgern in der U-Bahn auf dem Nachhauseweg bedrängt worden. Um den Streit nicht eskalieren zu lassen, verließ Marcone und sein Freund die Linie 7 an der Station Kaiserdamm. Da sie verfolgt wurden, trennten sich die beiden Freunde, um  die Verfolger zu irritieren. Giuseppe Marcone querte im Laufschritt den Kaiserdamm. Auf dem Mittelstreifen angekommen, wurde er vermutlich von seinem Verfolger gestoßen und geriet so unter ein stadtauswärts fahrendes Fahrzeug mit Ingolstädter Kennzeichen. Er wurde gegen einen Ampelmast geschleudert und starb noch an der Unfallstelle in den Armen seines herbeigeeilten Freundes. Ohne sich um  das Geschehen zu kümmern, flüchteten  die Täter, konnten aber kurz darauf von der Polizei ermittelt und festgenommen werden. Ein Täter wurde wenige Tage später wieder entlassen, da nur eine mittelbare Tatbeteiligung – im Vorfeld – nachgewiesen werden konnte. Die Anklage lautet – wie leider häufig in solchen  Fällen – nicht auf Mord, sondern auf Körperverletzung mit Todesfolge, was die Täter nicht gerade abschrecken dürfte.

Das Logo der Stiftung erinnert an den Namensgeber

 An der Unfallstelle spielten sich in den folgenden Wochen bewegende Szenen ab. Ein Blumenmeer zeugte von der großen Anteilnahme, ein Kerzen-Teppich beleuchtete nahezu drei Monate lang den Ort des schrecklichen Geschehens. Leider ließ sich kein Politiker am Kaiserdamm sehen, der Wahlkampf war gerade mit den Wahlen zum Abgeordnetenhaus und den Bezirksvertretungen beendet worden, aber immerhin hat die BVV (BezirksVerordnetenVersammlung) Charlottenburg-Wilmersdorf in ihrer Sitzung am 19.01. beschlossen, den Antrag der Familie Marcone zu befürworten und die Bezirksverwaltung aufgefordert, zur Erinnerung an den 23jährigen Giuseppe Marcone auf dem Mittelstreifen eine „künstlerisch gestaltete und bepflanzte Schale an der Unfallstelle“ zu errichten (Drucksache – 0073/4).

Die Familie und Freunde streben eine Giuseppe-Marcone-Stiftung an und wollen im Sinne des verstorbenen Sohnes, Bruders und Freundes Initiativen gegen Hass und Gewalt fördern und „Begegnungen zwischen unterschiedlichen Ethnien, Religionen und Migranten“ unterstützen:http://de-de.facebook.com/pages/Giuseppe-Marcone-Stiftung/168617886564834.

V.i.S.d.P.: Carl-Wolfgang Holzapfel, Berlin, Tel.: 030-30207785

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