You are currently browsing the tag archive for the ‘Stiftung Sächsische Gedenkstätten’ tag.

Berlin/Reichenbach, 19.01.2014/cw – Der einstige Landesvorsitzende der VOS in Sachsen und Bezirksgruppenvorsitzender Reichenbach, Werner Dietz (*31.01.1929), ist tot. Der fast fünfundachtzigjährige starb am 15.01. und hinterlässt seine Frau Petra, die ebenfalls in der VOS aktiv ist und Opfer der SED-Diktatur berät.

Dietz wurde bereits im  Alter von 16 Jahren nach dem Krieg durch die Sowjets in verschiedenen Lagern interniert. Fünf Jahre musste er in den Speziallagern Mühlberg und Buchenwald verbringen und den Tod vieler  Gleichaltriger miterleben. Erst 1950 durfte er ins Vogtland zurückkehren.

Nach dem Ende der DDR gründete er in Sachsen die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) mit und war deren langjähriger Landesvorsitzender. Am 25. Mai 2004 wurde Dietz vom Präsidenten des Sächsischen  Landtages „in Anerkennung und Würdigung besonderer Verdienste um die freiheitliche demokratische Entwicklung im Freistaat Sachsen“, wie es im  Amtsblatt Nr. 25 vom 17.06.2004 als Begründung veröffentlicht wurde, mit der Verfassungsmedaille des Freistaates Sachsen ausgezeichnet.

SterbeanzeigeVOS_NEWIm Februar 2009 überreichte Ministerpräsident Stanislaw Tillich im Auftrag des Bundespräsidenten in der Staatskanzlei in Dresden die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Werner Dietz. Der Bundespräsident würdigte mit der Auszeichnung das „außerordentliches ehrenamtliches Engagement für die Belange von SED-Opfern.“

Im krassen Gegensatz zu der öffentlichen Anerkennung stand häufig der Kampf vor Ort für die Belange der Diktatur-Opfer. So berichtete Valerie Bosse im Vereinsorgan Freiheitsglocke 2012 über die Diskussion im Kreistag des Vogtlandes über eine Fortführung der finanziellen Unterstützung für die Opferberatung durch die VOS. In der Debatte positionierte sich die FDP im Verein mit der Partei DIE LINKE gegen eine Fortführung der Förderung, während sich die GRÜNEN und die im Kreistag vertretene DSU dafür aussprachen.

In einem Nachruf würdigte der derzeitige Bundesvorsitzende des wegen zahlreicher Ermittlungsverfahren um seine Existenz ringenden Vereins, Hugo Diederich, die Verdienste des Verstorbenen: „Als langjähriger Vorsitzender der 1990 gegründeten Landesgruppe Sachsen setzte er sich unermüdlich für die Belange von SED-Opfern ein und half ihnen, ihre traumatischen Erlebnisse der kommunistischen Gewaltherrschaft zu verarbeiten. Darüber  hinaus gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung „Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft“.

Dietz hatte berühmte Namensvetter. So starb erst im Oktober 2012 ebenfalls mit 85 Jahren der als „Picasso von Bad Säckingen“ berühmt gewordene  Maler gleichen Namens.

Nach Mitteilung der VOS findet die Trauerfeier am 28.01.2014, um 13.00 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Treuen (Vogtland) statt.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

Stollberg/Erzgebirge, 22.07.2013/cw – Das einstige Frauenzuchthaus Hoheneck in Stollberg ist erneut verkauft worden. Die Stadt Stollberg, in deren Gemeinde der Ortsteil Hoheneck liegt, hat bereits am 10. Juli den notariellen  Kaufvertrag unterschrieben. Dies teilte der (zweite) Förderverein  Hoheneck aktuell auf seiner Homepage mit

(http://gedenkstaette-hoheneck.com/index.php/aktuelles/28-kaufvertrag-unterschrieben).

Im Gespräch war seinerzeit ein Kaufpreis von 160.000 Euro. Allerdings hat sich die Stadt, deren Oberbürgermeister Marcel Schmidt den Kaufvertrag für die Kommune unterschrieb, eine Rücktrittsklausel für den Fall vorbehalten, das die Fördermittel für das Projekt ausbleiben oder nicht in der erforderlichen Höhe beschlossen werden. Gefordert ist hier zunächst der Freistaat Sachsen. Der Bund hatte bereits früher für diesen Fall eine fünfzigprozentige Förderung in Aussicht gestellt.

Einstiger trister Ausblick für die politischen Gefangenen von Hoheneck - Foto: LyrAg

Einstiger trister Ausblick für die politischen Gefangenen von Hoheneck – Foto: LyrAg

Die Artemis GmbH. in Chemnitz hatte das Gelände nach der Jahrtausendwende für einen  Symbolpreis von 5.000 Euro vom Freistaat Sachsen erworben. Der Eigentümer Bernhard Freiberger wollte seinerzeit u.a. „Erlebnistage im Frauenknast“ organisieren, was schließlich am heftigen Widerstand der ehemaligen Frauen von Hoheneck unter Führung der seinerzeitigen Vorsitzenden Margot Jann scheiterte.

Für Bernhard Freiberger beendet der Verkauf letztlich ein endloses und finanziell entgegen den ursprünglichen Erwartungen wenig lukratives Engagement. Noch vor wenigen Jahren wollte er das Areal für sage und schreibe 16 Millionen Euro veräußern, allerdings vergeblich.

Durch den Besuch des seinerzeitigen Bundespräsidenten Christian Wulff im Mai 2011 war Bewegung in das Projekt einer Gedenkstätte gekommen. Nachdem der Präsident sich klar für ein ehrenvolles Gedenken vor Ort ausgesprochen  hatte, wurde spontan noch im selben Jahr von ehemaligen Hoheneckerinnen ein  Förderverein „Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck (BuG)“ gegründet. Bereits im  Herbst hatte der Verein nach vielen Gesprächen, u.a. mit dem bisherigen Eigentümer  und der Stadt ein  vielbeachtetes erstes Konzept für die Zukunftsgestaltung vorgelegt, das bis hinein in den Sächsischen  Landtag Beachtung fand und Furore machte. Der Landtag beschloss im  Jahr darauf die Aufnahme von Hoheneck in die Förderung der Sächsischen Gedenkstätten, womit eine wichtige Voraussetzung, gleichsam eine erste Hürde für die Zukunftsgestaltung des einstigen „Weiberzuchthauses“ genommen  wurde.

Der Leidensweg begann mit den durch SMT verurteilten Frauen, die 1950 aus dem einstige  NS-KZ Sachsenhausen nach Hoheneck verlegt wurden. Foto: Archiv

Der Leidensweg begann mit den durch SMT verurteilten Frauen, die 1950 aus dem einstigen NS- und von den Sowjets fortgeführten KZ Sachsenhausen nach Hoheneck verlegt wurden. Foto: Archiv

Durch bedauernswerte Intrigen, die sich vornehmlich gegen  den Förderverein BuG richteten und später auch den Verein „Frauenkreis der ehemalige Hoheneckerinnen“ erfassten, der letztlich im  Mai diesen Jahres sogar seine allerdings umstrittene „Auflösung“ beschloss, gerieten die Gespräche und Verhandlungen zunächst ins Stocken. Ein mit entsprechender Unterstützung durch den Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten im  Herbst 2012 gegründeter weiterer Förderverein wurde schließlich vor Ort aktiv.

Die Vorsitzende des (ersten) Fördervereins BuG, Tatjana Sterneberg, selbst einstige Insassin des Frauenzuchthauses, lobte in einer ersten Stellungnahme das „unvergleichliche persönliche und politische Engagement“ des Stollberger Oberbürgermeisters Marcel Schmidt. Ohne ihn wäre „kaum  oder gar keine Bewegung“ in das Projekt gekommen. Dieses Beispiel zeige einmal mehr, wie sehr „Politiker vor Ort“ Einfluss in wichtigen Angelegenheiten einer Kommune nehmen könnten, wobei der Zukunftsgestaltung des Areals „fraglos eine überörtliche, wenn nicht gar gesamtstaatliche Bedeutung“ zukäme, sagte Sternberg.

Zum Thema siehe auch:

http://www.zeit.de/2011/42/S-Schloss-Hoheneck

V.i.S.d.P.: Förderverein BuG e.V. / Redaktion „Hohenecker Bote,  Tel.: 030-30207778

Erneut Kritik an Siegfried Reiprich

Dresden, 30.05.2013/cw – Der Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Siegfried Reiprich, musste diese Woche erneut eine Niederlage hinnehmen. Das Arbeitsgericht Dresden (Arbeitsgerichtsdirektor Busch) hatte der Klage einer Mitarbeiterin der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain gegen die Stiftung stattgegeben und die Stiftung zur Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses verurteilt.

Dem Urteil war eine langwierige Auseinandersetzung des Geschäftsführers auch mit dieser Gedenkstätte vorausgegangen, in deren Gefolge sich Reiprich weigerte, mit dem Förderverein einen neuen Kooperationsvertrag abzuschließen. Er wolle nicht, so Reiprich, einen  Vertrag mit einem  Verein  schließen oder mit diesem verhandeln, der gegen  ihn  vor Gericht ziehe. Ende 2012 hatte Reiprich deshalb seitens der Stiftung die Verträge mit dem Förderverein  gekündigt. Der Klägerin, die bei dem Förderverein angestellt und in der Gedenkstätte tätig war, war ebenfalls von der Stiftung  gekündigt, aber ein neuer Arbeitsvertrag angeboten worden, allerdings mit weniger Stunden und in einer geringeren Lohngruppe. Die Argumentation der Stiftung: Man sei im öffentlichen Dienst an den Stellenplan gebunden, und der sehe für Zeithain eben nur zwei 20-Stunden-Stellen vor, so die vertretende Rechtsanwältin vor dem Arbeitsgericht. Ein Kompromissvorschlag der Klägerin, die Arbeitszeit von bisher 28 auf 25 Stunden in der niedrigeren Lohngruppe zu verkürzen, wurde von der Stiftung abgelehnt. Das Angebot einer Abfindung,  die laut der Stiftungsanwältin die Zeit bis zum Abschluss eines neuen Arbeitsverhältnisses hätte überbrücken sollen, lehnte hingegen die Klägerin ab. Nun wurde die Stiftung verurteilt, das bisherige Arbeitsverhältnis unverändert im bisherigen  Rahmen fortzusetzen.

Beobachter sahen  und sehen allgemein im Vorgehen Reiprichs den unzulässigen  Versuch, sich „vor Ort einzumischen und die zahlreichen Fördervereine an die Leine“ zu legen, so ein Verbandsvertreter aus Sachsen, der nicht genannt werden will. Man müsse sonst, wie früher, „Repressionen befürchten,“ darin sei der Geschäftsführer geübt.

In den letzten beiden Jahren waren auch aus anderen Förder- und Gedenkstättenvereinen schwere Vorwürfe erhoben worden. So hätte sich Reiprich massiv in die Gründung von Fördervereinen in Stollberg/Erzgebirge eingemischt, um einen ihm genehmen Verein vor Ort zu installieren, der eher seine Intentionen für eine Gedenkstätte im ehemaligen Frauenzuchthaus Hoheneck übernehmen würde, als durch eigene Vorstellungen und Konzeptionen „mehr als Arbeit“ zu machen.

Nachdem Siegfried Reiprich wegen seines unsensiblen Vorgehens in Stollberg nach einer Dienstaufsichtsbeschwerde durch das aufsichtsführende Ministerium ermahnt worden war, wird nunmehr in politischen Kreisen in Sachsen die Verlängerung des  Dienstverhältnisses mit dem Geschäftsführer infrage gestellt. „Die Fettnäpfchen des Geschäftsführers werden immer zahlreicher,“ kritisierte eine Landtagsabgeordnete gegenüber unserer Redaktion. Danach sei es nicht förderlich, in einer derartig sensiblen Position, die viel Fingerspitzengefühl erfordere, jemanden zu beschäftigen, der sich „gegenüber engagierten Bürgern als DDR-Rambo“ aufführe. Der Landtag müsse sich  eine anstehende Vertragsverlängerung „sehr sorgfältig überlegen.“

Bereits bei seiner Berufung war Reiprich auf den massiven Widerstand der seinerzeit für die Stiftung zuständigen Ministerin Eva-Maria Stange (SPD) gestoßen, wurde aber schließlich durch die Zustimmung der Mehrheit der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag in seine Position  berufen. Zuvor war Reiprich Geschäftsführer in der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen in  Berlin.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hohenecker Bote, Tel.: 030-30207778

Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

____________________________________________________________________________

Nr.007                                        Förderverein – Info                   15. Juni 2012

____________________________________________________________________________

Siegfried Reiprich mit Umsetzung überfordert?

Berlin/Hoheneck, 12.Juni 2012/cw –  Im Jahr Eins nach dem vielbeachteten Besuch des damaligen Staatsoberhauptes im einstige  Frauengefängnis Hoheneck gerät das Projekt einer Begegnungs- und Gedenkstätte in heftige Turbulenzen, die zumindest eine von allen Beteiligten angestrebte Umsetzung zumindest entscheidend verzögern könnten. Verantwortlich scheint ausgerechnet die Institution zu sein, die sich satzungsmäßig der Unterstützung von Initiativen und Vereinen verpflichtet weiß, die sich der Erinnerung an die zwei deutschen Diktaturen und dem Gedenken an deren Opfer widmen.

Siegfried Reiprich, Direktor der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, ist sicherlich ein ehrenwerter Mann. Der einstige FDJ-Sekretär für Agitation und Propaganda, was Reiprich in seiner Vita übrigens nie verschwiegen hat, glaubte seinerzeit an die Reformierbarkeit des Sozialismus und schloss sich schließlich entsprechenden Oppositionsgruppen in der auslaufenden DDR an. In  dieser Rolle befanden sich in der unaufhaltsamen Agonie des „ersten sozialistischen  Arbeiter- und Bauernstaates“ auf deutschem Boden viele Träumer, Phantasten und Utopisten wieder, die im  Verein mit Künstlern, Lyrikern,  Literaten und Theologen einer ebenso utopischen „Kirche im  Sozialismus“ an die friedliche Umwandlung in  einen  Sozialismus mit menschlichem Antlitz glaubten. Und da vielfach der Glaube für das Werk gilt, zogen diese vielfach realitätsfernen Polit-Akrobaten als Reformer und Antreiber der Friedlichen Revolution in die vielfach geschaffenen neuen oder bestehenden  alten Gremien des eigentlich so nicht gedachten vereinigten  Deutschland ein.

An dieser Stelle kann und soll nicht untersucht werden, welchen tatsächlichen Einfluss die Utopisten auf die Geschehnisse des Jahres 1989 hatten. Dass der Mut zum freien Geist und damit zur Entwicklung undenkbarer Vorstellungen derartige Entwicklungen wesentlich beeinflusst, steht hingegen  Außerfrage. Im Sog der ausgelösten  Umwälzungen konnte sich so auch Siegfried Reiprich seinen  Platz erobern, wobei seine in der späten DDR aufgebauten Bindungen zu führenden Oppositionellen besonders in Jena, wie Jürgen Fuchs, sicherlich hilfreich waren.

Reiprich wurde schließlich stellvertretender Direktor der Stiftung Gedenkstätte Hohenschönhausen und kümmerte sich dort um die Organisation eines umfangreichen Programms für die hunderttausende einströmenden Besucher des einstigen zentralen Stasi-Untersuchungsgefängnisses, während sich der Direktor Hubertus Knabe um die geistige Vermittlung des Erinnerungs-Auftrages kümmerte und kümmert.

2009 bewarb sich Reiprich als Direktor der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Aus den Reihen der Opferverbände kam Kritik, leider versteckt, nicht offen. Reiprich wandte sich an den Vorsitzenden der Vereinigung 17. Juni, der zu diesem Zeitpunkt auch stv. Bundesvorsitzender der VOS war. Holzapfel und der VOS-Bundesvorstand befürworteten schließlich in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten die Berufung, wofür sich Reiprich wärmstens bedankte.

Heute zweifelt der am Wochenende in seiner Vorstandsfunktion erneut bestätigte einstige Widerständler gegen  die Mauer an seinem Votum. Er wirft dem Stiftungs-Direktor vor, seine erworbenen Kenntnisse in der Agitation zur Durchsetzung eigener Ziele zu missbrauchen: „Diese Machtinstrumente dürften heute besonders im Umgang mit Diktatur-Opfern keine Rolle mehr spielen“, mahnt der 17.Juni-Vorsitzende.

Ausgangspunkt seiner harschen  Kritik ist Reiprichs Umgang mit dem im September in Stollberg gegründeten Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck. Zunächst hatte Reiprich am Rande einer missglückten Besprechung am 2.09. in Stollberg einer Gründung zugestimmt, nach der Etablierung allerdings einiges unternommen, um den Verein zu torpedieren.

Diffamierende Schreiben an die UOKG und den Frauenkreis: Auszug aus einer Reiprich-Mail vom 27.03.2012

In einer von Reiprich Ende März 2012 verbreiteten Mail bestätigt der Stiftungs-Direktor die kritische Bewertung seiner Aktivitäten durch den Förderverein-Vorstand (Auszug siehe Fenster). Darin verbreitet sich Reiprich ungewohnt offen abfällig über die Akteure, deren Engagement wohl nicht in das Reiprich-Raster passt, wonach sich Vereine zuförderst nach seinen Wünschen zu richten oder vorher um Genehmigung zu bitten haben. So verbreitete er wider besseren Wissens Unwahrheiten gegen die Vorsitzende des Fördervereins und den Schatzmeister. Jedenfalls erreichte Reiprich mit seinen  Aktivitäten eine aktuelle Lähmung der Bemühungen um eine Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck, verhinderte die bereits mit der Stadt und den örtlichen Mitgliedern abgestimmte Übergabe (8.02.2012) des Vereins an einen Stollberger Vorstand und wirkte aktiv an der Gründung eines weiteren Fördervereins mit, um diesen augenscheinlich nach seinen Vorstellungen ausrichten zu können. Letztlich verhinderte Reiprich durch seine massive schriftliche Intervention die Aufnahme des Fördervereins in die UOKG, womit der Gründungsvorstand die Arbeit in  Sachen  Hoheneck auf eine breite Basis stellen wollte. Die obskure Vorgehensweise Reiprichs spiegelt sich auch in der Untersagung an den UOKG-Vorsitzenden Rainer Wagner, dem Förderverein das diffamierende, denunziatorische und vor der Mitgliederversammlung der UOKG verlesene Schreiben auszuhändigen.

Inzwischen  haben die von Reiprich kräftig geschürten Auseinandersetzungen den Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen erreicht. Statt sich konstruktiv um die Errichtung einer Gedenkstätte kümmern zu können, streiten derweil zwei Vorstände um die Legitimation, den Verein zu führen.

Tatjana Sterneberg, entgegen der Planungen nun noch immer Vorsitzende des mit Sitz in Stollberg angemeldeten Vereins, ist über die Entwicklung bestürzt. Sie sieht die mit dem Bundespräsidenten-Besuch in Fahrt gekommenen Bemühungen gefährdet und kann nicht verstehen, dass ausgerechnet die Stiftung Sächsische Gedenkstätten in  Gestalt ihres Direktors „die Bremsklötze auf die Schienen“ legt. Der Förderverein hat inzwischen in Dresden eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht und Herrn Reiprich eine Unterlassungs-Aufforderung hinsichtlich der verbreiteten Lügen zukommen lassen. Sterneberg: „Wir schlagen die Tür nicht zu. Wenn  Herr Reiprich sich verpflichtet, seine massiven Unwahrheiten nicht mehr zu verbreiten und sich bei uns entschuldigt, werden wir im Gegenzug unsere Dienstaufsichtsbeschwerde zurückziehen und wieder den Weg einer notwendigen  Zusammenarbeit fortsetzen, den wir von Anfang an gesucht haben.“

Allerdings stehen die Chancen schlecht. Statt die Schreiben des Fördervereins zu beantworten, schaltete Reiprich eine Anwaltskanzlei in  Berlin  ein. Als Stiftungsdirektor kann er auf die Übernahme der anfallenden Kosten durch die Stiftung rechnen. Der Förderverein muss jeden gespendeten Euro dreimal umdrehen und die Kosten  für einen Ggeenanwalt zunächst selbst aufbringen. Man nennt das gemeinhin „ungleiche Waffen“.

 ____________________________________________________________________________

Zur Förderung unserer Arbeit sind wir sowohl auf Ihre Mitarbeit wie auf Beiträge und Spenden angewiesen:

Unser Konto: 725004037 – BLZ: 870 540 00

Erzgebirgssparkasse

Fordern Sie einen  Aufnahmeantrag an – Wir bedanken uns herzlich im Voraus!

____________________________________________________________________

© 2012 Redaktion: Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V., verantwortlich:

C.W. Holzapfel, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin

Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Stiftungs-Geschäftsführer

Berlin, 10.04.2012/cw – Tatjana Sterneberg, ehemalige Hoheneckerin und Vorsitzende des Fördervereins „Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck“ ist empört. Durch die aktive Einmischung des Geschäftsführers der Stiftung Sächsische Gedenkstätten in die Verbands- und Vereinsarbeit blieb dem Förderverein die beantragte Aufnahme in die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) verwehrt. Siegfried Reiprich hatte von dem Aufnahmeantrag erfahren und einen  Brief an die UOKG geschrieben, in dem er sich gegen eine Aufnahme des Fördervereins aussprach. Durchaus pikant: Reiprich untersagte dem UOKG-Vorsitzenden ausdrücklich, diesen Brief oder gar dessen Inhalt dem Förderverein zur Kenntnis zu bringen.

Reiprich torpediert UOKG-Aufnahme

Weisungsgemäß hatte UOKG-Chef Rainer Wagner den Brief in Abwesenheit der Antragstellerin verlesen und damit, wie Sterneberg nun anmerkt, „vermutlich die beantragte Aufnahme negativ beeinflusst“. Denn die Vorsitzende hatte nach der Versammlung von Teilnehmern Bruchstücke aus den Formulierungen des Reiprich-Briefes erfahren, die, „wenn sie denn so geschrieben und vorgetragen wurden, den Tatbestand der Verleumdung erfüllen“, sagte Sterneberg heute in Berlin. Nachdem sich Reiprich auf Nachfrage weigerte, den Wortlaut des Briefes zu übermitteln und sich UOKG-Chef Wagner durch den Ukas von Reiprich ebenfalls gehindert sah, blieb dem Verein laut Erklärung des Vorstandes von heute keine andere Möglichkeit, als gegen den Geschäftsführer der Stiftung eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der zuständigen Ministerin in Dresden einzureichen. Der Vorwurf: Siegfried Reiprich würde die ihm übertragenen Kompetenzen, wonach sich die Stiftung um die Zusammenarbeit mit Vereinen und Gedenk-Initiativen bemühen soll, deutlich überschreiten.

So habe der Geschäftsführer bereits im Januar massiv in die vereinsinternen Strukturen eingegriffen und von Mitgliedern in Stollberg/Hoheneck ultimativ den Ausschluss der Vorsitzenden und eines weiteren Vorstandsmitgliedes gefordert. „Anderenfalls“, so wurde Reiprich zitiert, „könne die Stiftung keine Förderungen vornehmen“. Die Vereinsmitglieder sahen im  sofortigen  Austritt aus dem Förderverein die einzige Möglichkeit, dieser ultimativen Forderung nicht nachkommen zu müssen. Sie wollten gegen die Initiatoren einer Begegnungs- und Gedenkstätte nicht vorgehen. Reiprich hätte allerdings mit seinem Ultimatum die bereits fest geplante Übergabe „der Verantwortung für den Verein an Bürger in Stollberg“ torpediert, da diese nun dem Verein vorerst abhanden gekommen wären. Sterneberg: „Der Förderverein sollte von der Planung her schnellstens in die Hände Stollberger Bürger gelegt werden, da nur ein engagiertes Bürger-Engagement in Stollberg und die dortigen Institutionen die gemeinsame Aufgabe einer Begegnungs- und Gedenkstätte schultern können“. Da der historisch gewachsene Verein „Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen“, dem auch Sterneberg angehört, in ganz Deutschland verstreut ist, „braucht es die engagierte Förderung der Anliegen des Frauenkreises vor Ort“.

Mitte April weiterer Förderverein

Das sieht wohl auch der rührige Geschäftsführer so. Jedenfalls liegen  Informationen vor, Siegfried Reiprich „betreibe und unterstütze aktiv die Gründung eines weiteren Fördervereins“, der Mitte April feierlich aus der Taufe gehoben werden soll. Allerdings sähe die Fördervereinsvorsitzende auch darin eine unzulässige Einmischung in ein notwendiges Bürgerengagement. Tatjana Sterneberg will  nicht verstehen, warum ausgerechnet der Geschäftsführer erneute Unruhe in die Stiftung bringen will, nachdem diese gerade „Jahre voll unerfreulichen Auseinandersetzungen erfolgreich hinter sich gebracht hat“ und meint, Siegfried Reiprich sollte sich „schnellstens wieder seinen ureigenen Aufgaben zuwenden und Vereinen und Initiativen in ihrer ehrenamtlichen  Tätigkeit beratend und aktiv zur Seite stehen, statt diese von oben herab zu bekämpfen, weil dem Geschäftsführer offensichtlich einige Nasen nicht in ein selbstgestricktes Konzept passen.“ Das mochte ja zu SED- und FDJ-Zeiten ein üblicher Umgang von oben nach unten gewesen sein. „Nach unseren Erfahrungen und dem heutigen  Wissen um  diese Mechanismen des Machtmissbrauchs seien diese Formen des Umgangs weder zeitgemäß noch akzeptabel,“ so Tatjana Sterneberg.

V.i.S.d.P.: Förderverein BuG e.V., Stollberg, Tel.: 030-30207778 oder 0176-48061953

 

Mai 2021
M D M D F S S
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Blog Stats

  • 746.010 hits

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 129 anderen Followern an