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Nr.065 – Einigkeit und Recht und Freiheit 15. 05. 2017

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Hoheneck: Zukunft und Erinnerung

Kirchturmpolitik im Stadtrat? Das ehem. Zuchthaus Hoheneck 2017 – Foto: LyrAg

Stollberg/Hoheneck, 15.Mai 2017/cw – Die Stadt Stollberg hatte zu einem interessanten Event eingeladen. In Anwesenheit lokaler und überörtlicher Prominenz wurde am vergangenen Freitag auf dem Gelände des einstigen berüchtigten DDR-Frauenzuchthauses die Interaktive Lern- & Erlebniswelt Phänomenia eröffnet. An über 300 Exponaten wird eindrucksvoll gezeigt, wie „aus Staunen Wissen wird“, so das IWS Integrationswerk Westsachsen in seiner Werbung (www.phaenomenia.de). Für den durch Krankheit verhinderten hochbetagten ehem. Vorstandsvorsitzenden von VW, Prof. Dr. Carl H. Hahn sprach seitens der Sponsoren der Geschäftsführer von Porsche-Leipzig Dr. Joachim Lamla. Der ebenfalls von der Stadt eingeladene Vorstand des Frauenkreises der Hoheneckerinnen war nicht vertreten.

Zukunft auf Hoheneck – Foto: LyrAg

In seiner Eröffnungsansprache betonte Oberbürgermeister Marcel Schmidt (Freie Wähler) die Intention der Stadt, „Zukunft und Vergangenheit, Erinnerung und den Blick nach vorn“ am „Ort der schrecklichen Vergangenheit, wie es das DDR-Frauenzuchthaus darstellte“ miteinander zu verbinden. So werde neben der Phänomenia und der Umsetzung des Theaterprojektes die in der Planung befindliche Gedenkstätte die Neuausrichtung von Hoheneck dokumentieren. Das Theaterpädagogische Zentrum soll mit dem Kinder- und Jugendtheater burattino von seinem jetzigen Standort neben dem Kreiskrankenhaus nach Hoheneck verlegt werden, da der jetzige Standort in der Jahnsdorfer Straße für die Einrichtung eines dringend benötigten Medizinischen Versorgungs-Zentrums (MVZ) benötigt wird.

Blick in einen der Ausstellungs- und Aktionsräume – Foto: LyrAg

Im Gegensatz zu Schmidt ging der Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz (CDU) als zweiter Redner so gut wie gar nicht auf die Vergangenheit des Ortes ein. Sein Grußwort wurde von vielen Gästen der ansonsten gelungenen Eröffnung eher als deplazierte Wahlkampfrede in seinem Wahlkreis empfunden, den der Abgeordnete mehrmals demonstrativ erwähnte. Möglicherweise stand im Hintergrund das Verhalten seiner Partei im Stadtrat Pate. Die Stadtratsfraktion der CDU stellte sich in der Vergangenheit immer wieder in Opposition zu den Aktivitäten der Stadt bei der Neugestaltung von Hoheneck und kritisierte insbesondere die bisherige Investition der Kommune i.H.v. 1,8 Millionen Euro als eine „bedenkliche Belastung“.

Auch der anwesende Landrat Frank Vogel (CDU) räumte auf Befragen des HB ein, dass der Landkreis sich an den durch den Umbau entstandenen Kosten bisher nicht beteiligt habe. Man habe allerdings vor, sich seitens des Landkreises an den Investitionen für das geplante Theaterprojekt zu beteiligen. Eine Mitverantwortung des Landkreises für die Schaffung einer Gedenkstätte an die Frauen von Hoheneck, die zwischen 1950 und 1989 bis im Einzelfall zu über einem Jahrzehnt aus politischen Gründen in den Mauern des DDR-Frauenzuchthauses gelitten haben, sieht der Landrat und mithin seine Partei wohl nicht.

Nicht vergessen: Am Abend stand eine Buchlesung im Programm -Foto: lyrAg

Damit steht nach gegenwärtigem Stand die Eröffnung einer Gedenkstätte terminlich weiter im Ungewissen. Nach aktuellen Informationen des HB ist die Eröffnung planerisch wohl erst für 2019 vorgesehen. Dieser durchaus kritikwürdigen Zustandsbeschreibung in Sachen Erinnerung versucht die Stadt allerdings aktiv zu begegnen. So erwähnte Marcel Schmidt nicht nur mehrfach die „schmerzliche Vergangenheit von Hoheneck“. Für den am Samstag durchgeführten „Tag der Offenen Tür“ zur Phänomenia waren permanente (und gut genutzte) Führungen durch den einstigen Zellentrakt und eine Buchlesung für den Abend (18:00 Uhr) geplant, auf der das Buch von Nancy Aris „Das lässt einen nicht mehr los – Opfer politischer Gewalt erinnern sich“ vorgestellt wurde (Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 2017, ISDN 978-3-374-04935-6, 14,00 €, Paperback).

Fraglich bleibt in diesem Szenario die Rolle der „Stiftung Sächsische Gedenkstätten“ unter deren Geschäftsführer Siegfried Reiprich. Reiprich besuchte zwar kürzlich die Kreisstadt, hielt sich aber gegenüber Wünschen, die Stiftung an der Finanzierung der Gedenkstätte zu beteiligen, mehr als bedeckt, indem er auf Formalien (Projektförderung) pochte, die er im Fall Hoheneck als noch nicht erfüllt sah. Das sich diese reservierte Haltung nicht mit den Intentionen des novellierten Gedenkstättengesetzes des Freistaates deckt, in dessen Förderungskatalog Hoheneck ausdrücklich aufgenommen worden war, verdrängt der häufig selbstherrlich agierende Reiprich, wie einer der Vorwürfe gegen ihn lautet (siehe auch „Der Sonnengott von Dresden“ weiter unten).

Unabhängig davon wäre dem eindrucksvollen Projekt Phänomenia eine Verbreitung über Sachsen hinaus in weiteren Bundesländern zu wünschen. Sie bietet für Kinder und Jugendliche einen begeisterungsfähigen Einstieg in die Welt angeblich unerklärlicher Phänomene und ist geeignet, bislang unentdeckte Fähigkeiten bei dem/der einen oder anderen Heranwachsenden zu wecken. Die Phänomenia in Hoheneck ist Montags bis Freitags von 8:30 – 17:00, an Sonn- und Feiertagen von 12:00 – 19:00 Uhr geöffnet. Eintritt Kinder: 6,00 € (5,50); Erwachsene: 8,00 € (7,50); Familien: 26,00 € (23,00).

Ehemalige Hoheneckerin: Gut, aber gewöhnungsbedürftig *

Hohenecker Bote (HB): Tatjana Sterneberg, sie waren von 1974 bis 1976 im Frauenzuchthaus Hoheneck, weil sie den Wunsch hatten, auszureisen, um ihren Verlobten Antonio aus Italien heiraten zu können. Heute sind sie auf Einladung der Stadt Stollberg zur Eröffnung der Phänomenia eingeladen worden. Schmerzt sie die noch immer fehlende Gedenkstätte?

Begleitete eine Führung durch den ehem. Zellentrakt: Tatjana Sterneberg (re.) – Foto: LyrAg

Tatjana Sterneberg (TSt): Natürlich schmerzt das. Immerhin ist es fast auf den Tag genau sechs Jahre her, als Bundespräsident Christian Wulff hier vor Ort eine Gedenkstätte an die Leiden der Frauen von Hoheneck forderte. Allerdings ist seither auch einiges Positives geschehen. Das Areal ist von privater in die öffentliche Hand übergegangen, eine Grundvoraussetzung für die inzwischen weithin sichtbare Umgestaltung des Areals.

HB: Ist der offensichtliche Vorrang anderer kultureller Projekte vor der Schaffung einer Gedenkstätte für sie oder die Frauen von Hoheneck denn akzeptabel?

TSt: Die Reihenfolge der Umsetzung richtet sich wohl nach der notwendigen Bereitstellung erforderlicher Mittel, ist wohl darum weniger eine Frage des Wollens als des Könnens. Man kann der Stadt, die sich in den vergangenen Jahren ungewöhnlich engagiert hat, wohl am Wenigsten vorwerfen. Fraglich und seltsam ist hier eher das Verhalten der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, verkörpert durch Siegfried Reiprich, der seit dem Präsidentenbesuch augenscheinlich wohl eher die Rolle des Boykotts als die des Förderers eingenommen hat. Wenn Reiprich sich hier offensiv eingebracht hätte, wäre die Frage der Reihenfolge wohl kein Thema.

HB: Am Tag der Offenen Tür zeigte sich ja ein gewisser Trubel auf dem Innenhof des einstigen Zuchthauses, in dem ja auch sie Jahre ihres Lebens zubringen mussten. Erinnert dieses Treiben nicht eher an den einst vom Vorbesitzer Freiberger geplanten „Männertag im Frauenknast“ als an einen würdigen Umgang mit der Vergangenheit?

In der ehem. Kapelle: Eindrucksvolle Arbeiten von Schülern – Foto: LyrAg

„Ode an die Freude“ zur Erinnerung an das Ende eines Traumas

TSt: Zunächst einmal müssen die Verantwortlichen mehr als Verständnis dafür aufbringen, wenn ehemalige, wohlgemerkt aus politischen Gründen Inhaftierte sich von Bierständen und buntem Treiben im Innenhof dieses traumatisierenden Bauwerks provoziert fühlen. Aber es ist aus meiner Sicht ein Unterschied, ob an diesem Ort nach einem fragwürdigen US-Vorbild Erlebnistage im Frauenknast als Klamauk veranstaltet werden oder ob man hier vor Ort Gedenken, also Vergangenheit, und Zukunft, wie es der OB bezeichnete, zusammenführen möchte. Es gibt immer verschiedene Sichten. Aber wer hat sich jemals in Zeiten der Haft vorstellen können, dass hier einmal junge Menschen herumtollen können oder sich zukunftsorientierten Experimenten widmen können? Und wer will denn ausschließen, dass auch ein Theater die Möglichkeit bieten kann, Dramen, die zum Beispiel die Verfolgung aus politischen Gründen thematisieren, hier am Ort des Schreckens aufzuführen? Man könnte im Theatersaal auch durchaus Aida oder Fidelio aufführen oder gar die „Ode an die Freude“ zur Erinnerung an das Ende des Zuchthauses erklingen lassen.

HB: Also unkontrolliertes Treiben inmitten eines Leidensortes, in dem unzählige Tränen vergossen, an dem unzählige Biografien gewaltsam verändert wurden, an dem Menschen aus politischen Gründen sterben mussten?

TSt: Keineswegs. Natürlich müssen wir als ehemalige Betroffene drauf hinwirken, dass die Würde des Ortes gewahrt bleibt. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, auf dem Gelände eines ehemaligen KZ Bier- oder Würstchenbuden aufzustellen. Andererseits hat ein KZ als Gedenkstätte keine sogen. gemischte Nutzung. Hier ist das anders. Wir haben in unserem ersten Konzept von 2011, das übrigens eine wichtige Grundlage für den Landtag war, Hoheneck in die Förderung aufzunehmen, ausdrücklich die unabweisbare Mischnutzung beschrieben, weil das die einzige Möglichkeit bot und bietet, eine „Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG)“ in diesem riesigen Areal umzusetzen. Hier müssen sowohl die einstigen Frauen von Hoheneck wie die Betreiber der zukunftsorientierten Einrichtungen sensibel aufeinander zugehen und ihre Bedürfnisse und berechtigten Interessen austauschen und abwägen. Dass dabei den Frauen von Hoheneck ein besonderes Gewicht zukommt, darf nicht Außerfrage gestellt werden.

Sensible Wiedergabe der Gedankenwelt einstiger gefangener Frauen – Foto: LyrAg

HB: Wie soll das geschehen? Haben die Frauen von Hoheneck denn noch eine Stimme? Hat sich denn der fragliche Verein nicht selbst aus der Mitsprache verabschiedet? Auch der aktuelle Förderverein ist wohl nicht mehr handlungsfähig?

Frauenkreis hat sich selbst durch Querelen blockiert

TSt: Das gehört auch zur Ehrlichkeit gegenüber den Betroffenen. Wir müssen natürlich dazu stehen, dass sich die einstigen Frauen von Hoheneck durch vielfältige Querelen einstweilen selbst um ihre Mitsprache gebracht haben. Dafür kann die Stadt nichts. Das gleiche gilt für die bereits zwei Versuche, einen Förderverein zu installieren. Der erste Verein wurde mit Hilfe von Siegfried Reiprich zerstört, obwohl dieser sich sofort in die sachliche Arbeit gestürzt hat. Der zweite Verein hat sich durch interne Auseinandersetzungen handlungsunfähig gemacht. Auch hier muss also ernsthaft daran gearbeitet werden, wieder arbeitsfähige Strukturen zu schaffen, um zumindest eine künftige und überaus notwendige Mitsprache zu sichern. Forderungen zu stellen, ist das Eine. Grundlagen zu schaffen, um als Gesprächspartner ernst genommen zu werden, das Andere.

HB: Vielen Dank für das offene Gespräch.

* Das Gespräch wurde in Hoheneck zum Tag der Offenen Tür am vergangenen Samstag aufgezeichnet. Tatjana Sterneberg war stellvertretende Vorsitzende des Frauenkreise der ehem. Hoheneckerinnen (2005 – 2007) und Vorsitzende des ersten Fördervereins „Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG) Hoheneck“ (2011-2013). Sterneberg war an diesem Tag die einzige ehemalige Hoheneckerin vor Ort.

Der Sonnengott von Dresden

Dresden/Bautzen – Als Siegfried Reiprich seinerzeit zum Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten berufen wurde, galt der langjährige vormalige Geschäftsführer der inzwischen weltweit bekannten Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen in Berlin als kompetente Lösung für dieses Amt. Nicht abzusehen war von den für die Berufung Verantwortlichen die Metamorphose des einstigen SED-Kritikers zum zur Selbstherrlichkeit neigenden Entscheidungsdiktator. Nicht erst seit heute wird der Dompteur der Stiftung spöttisch und nicht ohne Bitterkeit als „Sonnengott von Dresden“ bezeichnet.

Jüngstes Beispiel der unsensiblen Reiprichen Vorgehensweise war das diesjährige am 11. und 12. Mai durchgeführte und weit über die Grenzen hinaus bekannte, inzwischen 28. Bautzen-Forum. Seit über zwei Jahrzehnten findet dieses vielbeachtete Treffen in Anwesenheit namhafter Politiker, Publizisten und Zeitzeugen an das DDR-Unrecht statt. Die sozialdemokratische Friedrich-Ebert-Stiftung gehörte nicht nur zu den maßgeblichen Sponsoren dieses wichtigen Treffens ehemaliger Bautzen-Häftlinge, sondern begleitete dieses mit ihren Möglichkeiten jeweils aktiv bei der jeweiligen Planung und Durchführung.

Unsensibler Umgang mit der Vergangenheit: Feier im Gefängnisgelände – Foto: LyrAg

Traditionell fand die zentrale Veranstaltung in der Gedenkstätte Bautzen statt, in der sich der einstige Stasi-Knast für „besondere Häftlinge“ befand: Hier mussten DDR-Minister wie der hem. Justizminister Max Fechner (1892-1973) ihre zudiktierte Strafe ebenso absitzen, wie sonstige Geheimnisträger oder Oppositionelle, wie der Schriftsteller Karl-Wilhelm Fricke oder der im letzten Jahr verstorbene XingHu Kuo.

Wie die Sächsische Zeitung am 12. Mai berichtete („Getrübtes Treffen der Stasi-Opfer“) hatte Reiprich dem Geschäftsführer der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen, Matthias Eisel untersagt, eigenständig mit der Gedenkstätte Planungen für das Bautzen-Forum abzusprechen. Dies könne ausschließlich nur über ihn, Reiprich, erfolgen. Dieser Streit führte im Ergebnis dazu, dass das Bautzen-Forum erstmals ohne Einbeziehung der Gedenkstätte durchgeführt werden musste. „Seit 1990, also von Anfang an, haben wir unsere Zusammenarbeit im Rahmen des Bautzen-Forums immer direkt mit der Gedenkstätte Bautzen abgestimmt“, zitiert die SZ Matthias Eisel. Er sei bislang „den bewährten direkten Weg gegangen“. Nun habe Reiprich der Gedenkstätte und Eisel offiziell untersagt, miteinander zu sprechen. Eisel: „Das ist ein ernster Bruch des Vertrauensverhältnisses“. Da mache er nicht mit.

Eskalation der Auseinandersetzungen

Reiprich verschärft durch diese Eskalation offensichtlich seinen bisher unglücklichen Umgang mit den ihm formal zugeordneten Gedenkstätten. So führte er u.a. jahrelange heftige Auseinandersetzungen mit der vielseits geachteten Leiterin der Bautzen-Gedenkstätte, Silke Klewin. Auch andere Gedenkstättenleitungen klagen seit Jahren, wenn auch meist wegen befürchteter Repressalien unter vorgehaltener Hand über den eigenwilligen Reiprich.

Führung durch die Gedenkstätte Bautzen II im Schatten des Forums, ein ungeeigneter Ort für Provokationen – Foto: LyrAg

Der Vorsitzende des Bautzen-Komitees, Alexander Latotzky, reagierte bestürzt über die neueste Entwicklung: „Mit der „Aufkündigung der Zusammenarbeit von FES und Gedenkstätte sei ein Zustand erreicht, der die jahrelange und mühsame Arbeit vieler engagierter Mitarbeiter und Betroffener zunichte mache und konterkariert“, schrieb Latotzky in einem Brandbrief an Reiprich. Karl Wilhelm Fricke und Manfred Wilke reagierten „entsetzt“ auf die Selbstherrlichkeit des eigens vom Landtag berufenen Geschäftsführers der Sächsischen Gedenkstätten-Stiftung: „Aus fadenscheinigen Gründen verwehrt die Stiftung nicht nur jenen Menschen, die nach 1989 die Gedenkstätte auf den Weg gebracht haben, eine Veranstaltung im ehemaligen Stasi-Gefängnis.“ Sie verbiete der Gedenkstätte zudem „die Teilnahme am wichtigsten Treffen der Opfer“.

Formal macht Siegfried Reiprich mit dem „Einspruch“ zwar von seinem Hausrecht Gebrauch. Mit der 2014 verabschiedeten novellierten Stiftungssatzung wurde endgültig festgeschrieben, dass der Geschäftsführer „alleiniger Entscheider in Gestaltung und Koordinierung“ der Stiftungsaufgaben „einschließlich ihrer Gedenkstätten“ ist. Reiprich hält nun Eisel entgegen, dass dieser „dennoch darauf bestanden hätte, nur mit der Leiterin der Gedenkstätte Bautzen über Art und Umfang seiner Veranstaltungsplanung zu verhandeln.“

Ob der Sächsische Landtag mit seiner wohl parteipolitisch bestimmten Unterstützung des eigenwilligen und offensichtlich unsensiblen Herrschers über Sachsens Gedenken der dringenden Aufarbeitung wohlmöglich einen Bärendienst erwiesen hat, sollten die zuständigen Gremien nach Ansicht von Beobachtern der Szene dringend überprüfen. Auch wenn Reiprich sich formal auf durch die Satzung bestimmte Vollmachten berufen kann, sein Agieren wirkt nicht nur unprofessionell. Reiprich schadet bereits seit Jahren mit seiner Selbstherrlichkeit und der kontinuierlichen Diskreditierung von verdienten Mitarbeitern dem Ruf und Ansehen der Gedenkstätten in Sachsen. Dass dieses Verhalten auch im Widerspruch zu seiner feierlich zur Schau getragenen Rolle als (einstiger) Bürgerrechtler steht, ist offensichtlich. Der Sonnengott von Sachsen zelebriert sich selbst. Und bis zu seiner ansehnlichen Rente wird es wohl kein Politiker wagen, ihm vor den Karren zu springen und das unrühmliche Spiel zu beenden. Siegfried Reiprich, einst FDJ und dann über die SPD in der CDU gelandet, ist gut vernetzt. Nicht zuletzt gründet seine Selbstherrlichkeit auf dieser Gewissheit.

Auch Hoheneck verdankt nicht zuletzt seinen desolaten bis katastrophalen Zustand in Sachen Begleitung beim Aufbau einer überfälligen Gedenkstätte zu einem wesentlichen Teil der Einmischung aus der Dresdner Dülferstrasse 1, dem Sitz der Stiftung „Reiprich“.

VOS zelebriert Widersprüche und beschließt: Schlussstrich!

Friedrichroda/Berlin – Auf der Generalversammlung in Friedrichroda kamen die Probleme der Vergangenheit, die den ältesten und größten Opferverband Deutschlands an den Rand der Insolvenz gebracht hatten, auf den Tisch. Allerdings in anderer Form, als es sich treue Wegbegleiter des Verbandes für einen Neustart erhofft hatten. Der geschickten Regie des Geschäftsführers, der bereits seit geraumer Zeit als „Mister VOS“ gehandelt wird, war es zu verdanken, dass die desolate Situation zwar auf den Versammlungstisch gelegt wurde aber durch einen folgenden Kassenprüfungsbericht ad acta gelegt werden konnte.

In gewohnter Übung hatte der Vorstand die selbst eingebrockte Finanzmisere beklagt und dabei den Geschäftsführer ausführlich bedauert, weil dieser einen erheblichen Strafbefehl „selbst bezahlen“ musste, obwohl eigentlich der gesamte Vorstand hätte haften müssen. In der Vereinspostille „FG“ las sich das dann so: „Kamerad Hugo Diederich musste – indem ihm eine saftige Geldstrafe auferlegt wurde – allein haften. Ob das gerecht ist oder nicht, mag dahingestellt bleiben.“ Und: „Über die Ursachen der Entstehung des riesigen Schuldenberges ist berichtet worden, wobei wir uns als VOS schließlich einig waren, dass wir unter die Debatte „Wer hatte Schuld?“ einen Schlussstrich ziehen wollen.“ Durch die geschickte und unermüdliche Verhandlungsführung sei es aber dem Geschäftsführer gelungen, weiteren Schaden von der VOS abzuwenden und den Verband schließlich zu retten. FG: „Es ist fraglich, ob unser Verband ohne seine (Hugo Diederichs) Beharrlichkeit und sein Verhandlungsgeschick jetzt schon aus der Krise wäre.“

Nach dieser Wandlung des Schadens-Verursachers in Höhe von immerhin rund 130.000 Euro in eine Lichtgestalt des Retters folgte der Kassenprüfungsbericht. Trotz des zurückliegenden Verfahrens wegen „Vorenthaltung von Sozialbeiträgen“, der gerichtlich festgestellten Rückzahlungspflicht und dem zitierten Strafbefehl gegen den Geschäftsführer wurde eine „einwandfreie Kassenprüfung (im Berichtszeitraum 2014 – 2016) attestiert. Natürlich wurde „Mister VOS“ nach dieser Waschmaschinenkür in seiner Funktion als Geschäftsführer bestätigt. Kein Wunder, wenn unter diesen Parteitagsverhältnissen unseligen Angedenkens auch keine Fragen nach der Vergangenheit zum Beispiel im Stasi-Geflecht gestellt wurden. „Wir müssen nach vorn blicken,“ hatte schon vor Jahren ein Vorstandsmitglied zu den VOS-Verhältnissen gesagt. Und so beschlossen die Kämpfer gegen die „Schlussstrich-Forderungen“ ihrer einstigen Peiniger den Schlussstrich unter eigene Verfehlungen. Glaubwürdigkeit sieht allerdings anders aus.

Frauenkreis: Aktionstag soll Versäumnisse kaschieren

Um Aktivitäten bemüht: Die Vorsitzende des Frauenkreises Regina Labahn – Foto: LyrAg

Hoheneck/Stollberg – Fast schon verzweifelt versucht der verbliebene Rumpfvorstand des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen die Reputation des einst unter Maria Stein und Margot Jann angesehenen Vereins zu retten. Mit dem für Juni d.J. geplanten „Aktionstag“ soll eine Kontinuität vermittelt werden, die längst nicht mehr existiert. Waren durch den gerichtlich durchgesetzten neuen Vorstand Hoffnungen auf eine Wiederbelebung geweckt worden, so wurden diese bisher enttäuscht. Anstatt an die notwendige Arbeit zu gehen, wurden neue Querelen auf den Weg gebracht, in deren Gefolge der jungfräuliche Vorstand kontinuierlich schrumpfte. Zwar wurden noch erfolgreich Fördermittel beantragt (Stiftung Aufarbeitung: 3.800 Euro für den Aktionstag), aber die bisherige Praxis der Kostenübernahme für Teilnehmer am geplanten Aktionstag auf „Mitglieder“ des Frauenkreises beschränkt. Auch bräuchten laut Einladung „nicht alle Mitglieder“ erscheinen, wenn diese ohnehin eine weite Anreise hätten. Auch die langjährige Vorsitzende und durch Mitgliederbeschluss zur Ehrenvorsitzenden berufene Margot Jann, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, wurde mir nicht dir nichts aus dieser Funktion gestrichen. Kann man so auf eine Wiederbelebung des Frauenkreises hoffen?

An Beratungen hat es gewiss nicht gefehlt. So war der jetzigen Vorsitzenden nach der erfolgreichen Gerichtsverhandlung u.a. empfohlen worden, den rechtlichen Sieg sensibel umzusetzen und – zum Beispiel – alle interessierten Frauen und augenblicklichen Kontrahenten zu einem „runden Tisch“ einzuladen. Dort sollte vorurteilsfrei auf neuer Grundlage (Urteil) die Zukunft debattiert und mögliche Gemeinsamkeiten, die schließlich auf gemeinsam erlittenem Unrecht und der dadurch entstandenen einstige Kameradschaft basierten, festgestellt werden. Die Reaktion: Mit „Denen“ setzen wir uns nicht an einen Tisch, die werden alle (aus dem Verein) rausgeschmissen. Zukunftsgestaltung sieht in der Tat anders aus.

Buchautorin Ellen Thiemann feiert 80. Geburtstag

Ellen Thiemann (Mitte) mit Bundespräsident Christian Wulff bei dessen Besuch in Hoheneck im Mai 2011 – Foto: HB-Archiv

Köln – Die ehemalige Ressortleiterin im Kölner Express und Autorin mehrerer vielbeachteter Bücher über das ehemalige Frauenzuchthaus Hoheneck feiert am Tag des Grundgesetzes, am 23. Mai, ihren 80. Geburtstag.

Thiemann, die ihren Ehrentag im Kreis der Familie verbringt, wurde durch ihre unermüdliche Arbeit um die Aufklärung der Geschehnisse im ehemalige Frauenzuchthaus Hoheneck bekannt. In dem Bestseller „Der Feind an meiner Seite“ (2005) schilderte sie die enttäuschende Entdeckung, dass ihr eigener Mann, einst ein bekannter Sportreporter, für die Stasi arbeitete.

Thiemann begleitete für den Kölner Express namhafte Politiker, wie Bundeskanzler Kohl, Justizminister Kinkel und dem Sächsischen Justizminister Heitmann 1992 nach Bautzen. Der geplante anschließende Besuch in Hoheneck scheiterte wegen eines Schneetreibens, der Hubschrauber konnte nicht nach Stollberg weiterfliegen. Allerdings war Thiemann später mehrmals mit der Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und dem Sächsischen Justizminister Heitmann in Hoheneck (1992, 1993).

Die engagierte ehemalige Hoheneckerin malt neben ihren schriftstellerischen Arbeiten eindrucksvolle Bilder und ist nach wie vor in der Forschung nach weiteren Dokumenten des Unrechts engagiert. Allerdings hat sie sich weitgehend aus der Vereinsarbeit zahlreicher Opferverbände zurückgezogen. So trat sie wegen der zahlreichen internen Querelen nach 35 Jahren Mitgliedschaft 2010 aus der VOS aus. Dem Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen gehörte Ellen Thiemann bis 2016 an. Der HB gratuliert herzlich und tröstet über die nach wie vor ausstehende öffentliche Ehrung der Lebensleistung mit dem Ausspruch von Inge Meisel hinweg: „Ein anständig gelebtes Leben braucht keinen Orden.“

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17. Juni 1953:

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Alexander Latotzky neuer Vorsitzender des Bautzen-Komitees

Bautzen, 29.05.2013/cw – Harald Möller, seit zehn Jahren Vorsitzender des renommierten Bautzen-Komitees, kandierte  nicht mehr für den Vorsitz des bekannten Vereins ehemaliger politisch Verfolgter aus dem einstigen Zuchthaus in der alten Sorben-Hochburg.

Der 1928 in Untermaßfeld (Thüringen) geborene Harald Möller geriet nach dem Besuch des Gymnasiums als Wehrmachtssoldat 1945 in Kriegsgefangenschaft der US-Armee. Nach seiner Entlassung nahm er 1947 ein Lehrer-Studium auf, wurde aber bereits 1948 durch den seinerzeitigen  Vorläufer der späteren Staatssicherheit, der Abt. K5 der Kriminalpolizei verhaftet und an die Sowjets ausgeliefert. Diese verbrachten den junge Mann in die NKWD-Untersuchungshaftanstalt in Weimar. Möller wurde 1948 zu zwei mal 25 Jahren Haft wegen antisowjetischer Propaganda und Spionage verurteilt und verbüßte den Entzug seiner Freiheit von 1948 – 1956 im Zuchthaus Bautzen.

Nach dem Besuch der Höheren Handelsschule in Düsseldorf wurde Möller 1961 Regierungsinspektor in Düsseldorf und war von 1968 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahre 1990  Prüfungsbeamter am Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf). Möller engagierte sich im  Bautzen-Komitee, war aber auch im nichtpolitischen Vereinsleben stark engagiert. Unvergessen vor Ort ist seine siebzehnjährige Tätigkeit als Vorsitzender des „Musikvereins Stadtkapelle“ in Ostheim, seinem seitherigen Wohnsitz. Nach seinem Rücktritt im September 2006 wurde er einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Langjährige Mitglieder des Bautzen-Komitees sehen den Abschied des Bundesverdienstkreuzträgers nach zehn Jahren Vorstandschaft als Zeitenwende in der Geschichte des Vereins. Mit Harald Möller ginge der letzte Grandseigneur der alten Kameraden, die mit Namen wie Benno von Heynitz, Hans Corbat, Horst Schirmer und Günther Mühle dem Verein Ansehen und  Akzeptanz verliehen hätten. Zwar bleibe Harald Möller als einer der Stellvertreter Mitglied des Vorstandes, die Geschicke werden aber zukünftig durch den einstigen stv. Bundesvorsitzenden der VOS, Alexander Latotzky, bestimmt. Latotzky stand als einziger Kandidat für den Vorsitz zur Verfügung, sodass seine Wahl quasi automatisch erfolgte.

Der umstrittene Latotzky fiel  besonders durch seine kontroversen Vorgehensweisen in diversen Vereinen auf, in denen er bereits in den vergangenen Jahren unverblümt Machtpositionen ansteuerte, wie z.B. im Verein Sachsenhausen 1945-1950, als er gegen die seinerzeitige Vorsitzende putschte, was in letzter Minute scheiterte. Schließlich wurde Latotzky im Herbst 2008 mit deutlicher Mehrheit aus dem Vorstand der VOS abgewählt. Alexander Latotzky war 1948 im Zuchthaus Bautzen geboren worden, sein  leiblicher Vater war in der  sowjetischen Wachmannschaft und hatte sich in seine Mutter verliebt. Seine Mutter, wegen angeblicher Spionage für die Amerikaner verurteilt, heiratete  nach ihrer Entlassung den späteren Adoptiv-Vater in West-Berlin und war bis kurz vor ihrem Tod nach Latotzkys eigenen Angaben Mitarbeiterin des KGB und des Ministeriums für Staatssicherheit.

Latotzkys Umtriebigkeiten führten schließlich auch zu juristischen Auseinandersetzungen mit dem Direktor der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen in Berlin, Hubertus Knabe.

( Siehe LINK:  http://www.berlin-aid.de/html/hohenschonhausen.html).

Latotzky hatte später auch dem Geschäftsführer Siegfried Reiprich u.a. Unfähigkeit vorgeworfen und sich selbst als dessen Nachfolger ins Gespräch gebracht.

Neu in den Vorstand gewählt wurde als weiterer stellvertretender Vorsitzender  Rocco Schettler. Schettler ist in Personalunion auch Vorsitzender des Opfer-, Förder- und Dokumentationsvereins Bautzen II, der seinen Sitz in der Gedenkstätte hat. Die bisherige Stellvertreterin Gudrun Sauer wurde in ihrem bisherigen  Amt bestätigt.

Der scheidende Vorsitzende Harald Möller dankt dem Spender mit bewegten Worten. Foto: LyrAg

Der scheidende Vorsitzende Harald Möller dankt dem Spender mit bewegten Worten.
Foto: LyrAg

Spende über 300.000 Euro für das Gräberfeld

Der Abschied von Harald Möller von dessen Vorstandsfunktion wurde durch die freudige Mitteilung aufgehellt, das ein großzügiger Spender und Sohn eines der Toten von Bautzen ganze 300.000 Euro gespendet hat, um dem Verein die würdige Herstellung des Gräberfeldes auf dem Karnickelberg zu ermöglichen. Möller zeigte sich beglückt über dieses Geschenk, welches seinesgleichen in der trostlosen Landschaft der fehlenden Unterstützung berechtigter Anliegen der Verfolgten der Diktatur suche. Harald Möller kündigte die Grundsteinlegung für den 20. Juni an. Bereits imNovember soll die Anlage „für Jahrzehnte präpariert“ (Möller) der Öffentlichkeit übergeben werden.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Tel.: 030-30207778

Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

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Nr.010                            Förderverein – Info                   15. September 2012

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Frauen von Hoheneck beantragen außerordentliche Mitgliederversammlung

Hoheneck, 10.09.2012/ts – Nach letzten Informationen, die der Redaktion vorliegen, haben über zwanzig Prozent der Mitglieder des „Frauenkreises der ehem. Hoheneckerinnen e.V.“ eine nach § 9 der Satzung mögliche „außerordentliche Mitgliederversammlung“ beantragt. Nachdem die durch den Austritt von Inge Naumann  amtierende Vereinsvorsitzende Anita Goßler den Antrag trotz Konformität zur Satzung abgelehnt hatte, haben die Initiatorinnen beim zuständigen Amtsgericht in Darmstadt nach § 37 BGB die ersatzweise Anordnung beantragt. Mit einem Entscheid wird Mitte September gerechnet. Danach müssen die Antragsteller unter Verweis auf die gerichtliche Anordnung innerhalb von vierzehn Tagen nach Zustellung eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen.

Die Antragstellerinnen haben dem Antrag eine Tagesordnung beigefügt, die u.a. die Wahl eines kompletten Vorstandes vorsieht. Nach der letzten Wahl im Mai diesen Jahres war es zu erheblichen vereinsinternen Auseinandersetzungen gekommen und das Wahlergebnis angezweifelt worden. Im  Gefolge des Streites hatte die bisherige Vorsitzende den Verein verlassen. Durch diese Disharmonien kam die Vereinsarbeit nahezu zum  Erliegen, zumal der (neue) Vorstand nicht vollständig gewählt werden konnte.

Regina Labahn, die im Auftrag der Frauen den Antrag in Darmstadt eingereicht hatte, erklärt dazu: „Wir wollen in dieser wichtigen Phase der Diskussion um eine Begegnungs- und Gedenkstätte in  Hoheneck mit einem handlungsfähigen  Vorstand die notwendige Mitsprache des Frauenkreises sichern. Außerdem wollen wir dadurch so schnell wie möglich die überflüssigen und abträglichen Auseinandersetzungen im  Verein beenden und uns vereint wieder der notwendigen Arbeit zuwenden.“

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Spagat zwischen Himmel und Erde: Stolpert UOKG-Chef und Prediger über volksverhetzende religiöse Thesen?


Neustadt an der Weinstraße, 15.09.2012/cw – Rainer Wagner hat es wahrlich nicht leicht. Im Alltag steht er einem Dachverband mit über dreißig Vereinen vor und muß sich der von ihm als „sündhaft“ verstandenen Weltlichkeit widmen: Proteste für Diktatur-Opfer formulieren, Honneurs bei Politikern machen, die man eigentlich aus Überzeugung ablehnt und zwischen diversen (weltlichen) Ämtern jonglieren. Sonntags und – sofern nicht weltliche Termine dazwischen stehen – an manchen Wochentagen kommt er seinen beruflichen Pflichten als Prediger und Missionar nach. Und hier darf Rainer Wagner aus der Bibel zitieren, gegen Juden, Buddhisten und Moslems nach Herzenslust und  -überzeugung predigen oder wettern. Ob die PRO-Deutschland-Bewegung ihm wegen diesen „klaren und unmissverständlichen Predigten und Aufsätzen“ zum Beispiel gegen den Islam bereits einen Aufnahmeantrag zugesandt hat, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich würde der Prediger aus Rheinland-Pfalz diesen auch umgehend ablehnen. Denn der Prädikant der Stadtmission in Neustadt an der Weinstraße ist nebenberuflich auch Vorsitzender der „Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG)“, dem Dachverband der vormaligen Opfer der Kommunismus-Diktatur (dem auch der Frauenkreis ehem. Hoheneckerinnen angehört), durch die Mitgliedschaft des Bundes der Vertriebenen mit derzeit über zwei Millionen Mitgliedern. Und in diesem Amt weiß der Streiter Gottes, was er seinem weltlichen Amt schuldig ist: Er distanziert sich satzungskonform von radikalen und extremistischen Parteien und Gruppierungen, beteuert stets die Unvereinbarkeit derartiger Denk-, Äußerungs- und Handlungsweisen mit einer Mitgliedschaft in  der UOKG.

Jetzt taucht der nicht kleine Verdacht auf, der Missionar würde säuberlich unterscheiden zwischen seinem Wirken von Montag bis Samstag als Dachverbands-Vorsitzender und seinem religiösen Auftrag am Sonntag im  Gemeindesaal der Stadtmission. Dabei predigt er nicht nur Sonntags, sondern bringt auch seine Überzeugungen zu Papier, so im Stadt-Missions-Brief, der monatlich erscheint und auch im  Internet veröffentlicht wird.

Neujahrsempfang 2010: Ahnungslose Begrüßung des religiösen Eiferers und stv. OMV-Vorsitzenden der CDU Rheinland-Pfalz im Schloss Bellevue – Foto: OMV

Grundgesetz sichert die Freiheit der Religion

Unser Grundgesetz sichert die Freiheit der Religion. Und was ein  Priester, ein  Pfarrer, ein Bischof, Kardinal oder Papst im Rahmen seiner christlichen Funktionen äußert, findet im  Falle des Papstes sicherlich öffentliche Beachtung, wird aber grundsätzlich der religiösen Überzeugung zugeordnet. Doch selbst da gibt es Grenzen der tolerierten Wahrnehmung. Das hat schmerzlich der deutsche Papst anlässlich seines Besuches in  Deutschland erfahren  müssen, als seine Rede in Regensburg wegen der vorgetragenen Islam-Kritik für eisigen  Wirbel sorgte. Benedikt XVI. interpretierte nachträglich, eine äußerst seltene Vorgehensweise vatikanischer Präsenz.

Auch der Prediger Rainer Wagber kann die Bibel nach seinen Überzeugungen auslegen oder seinen anbefohlenen Schäfchen  nahe bringen, schlimmstenfalls oktroyieren. Das unterscheidet den politischen Einpeitscher vom religiös motivierten Pietisten. Anders sieht das aus, wenn ein  Religionsvertreter – gleich welcher Provenienz – auch sogen. weltliche Funktionen ausübt. Hier kann, hier muß er sich Äußerungen vorhalten lassen, die ansonsten Niemanden außerhalb seines Gemeindesaales interessieren würden. Im  jüngsten  Missionsbrief der Stadtmission Neustadt an der Weinstraße (Sept.2012) formuliert der Prediger erneut drastisch:

 „Finstere Kreaturen beherrschen die Welt. Die teuflische Dreieinigkeit aus Satan – als teuflischem Vater- dem Antichrist – als Sohn des Bösen – und dem falschen Propheten – als finsterem Geist – macht die Welt zu ihrem Hauptquartier. Die Menschheit läuft, vom falschen  Propheten beeinflusst, dem satanischen  Zeitgeist nach und verehrt mit Worten und Taten Satan und den Welttyrannen, den Antichrist.“

„Jude – ein  Knecht Satans“

Wer oder was unter dem Antichristen  zu verstehen ist, beschrieb der von der Evangelischen Kirche  in der Pfalz ordinierte Religionspädagoge bereits im Gemeindebrief  vom November 2006:

„… Wer die Aussagen  des Korans über Allah mit dem Gott der Bibel vergleicht erkennt, das Allah nicht mit unserem Gott … identisch ist. Allah ist ein (arabisch) heidnischer Götze. Götzen  aber sind nicht real, sondern Phantasieprodukte. Es gibt den Allah des Islam nicht wirklich. Allerdings stehen hinter diesem Phantasiegebilde die Mächte der Finsternis. Die Bibel zeigt, wer nicht zu Jesus gehört, Namenschrist, Jude, Heide oder Atheist, ist ein  Knecht Satans und niemals heilig…“.

Diese Ausführungen  hatten bereits vor Jahren internen Aufruhr im weltlichen Bereich verursacht; der größte Opferverband (VOS) hatte sogar auf Antrag seines jüdischen, inzwischen verstorbenen Mitgliedes Knut F. ein Ausschlussverfahren wegen „unerträglicher antisemitischer Äußerungen“ eingeleitet. Die seinerzeitige Berufung des religiösen Eiferers auf „rein  theologische, auf Bibelzitate gestützte Äußerungen“ bewahrten ihn  vor Schlimmerem, der Ausschluss scheiterte. Ein Gerichtsverfahren endete für den Prediger schmerzlich, seine Klage gegen ein SED-Opfer wegen dessen Prediger-Bezeichnung als „Ayatollah“ endete für den Missionar kostenpflichtig mit einem  Urteil. Viele getreue Mitstreiter teilten seinerzeit die Empörung über die „schlimmen und haltlosen Verdächtigungen“ gegen einen anerkannten „Pfarrer der Evangelischen Kirche“. Und der so über die Kritik zunächst obsiegende UOKG-Vorsitzende sonnte sich im Ansehen einer Funktion in der angesehenen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland, die ohne Zweifel außerhalb von Extremismen steht. Der Theologe aus Rheinland Pfalz wies bis heute in der UOKG nicht auf die „besondere Stellung und Funktion“ der Stadtmission in Neustadt mit ihrer pietistischen Ausrichtung hin. Erleichtert wurde und wird ihm dies durch den Umstand, dass es auch in Berlin eine bekannte „Stadtmission“ gibt, die tatsächlich ein Betrieb der Evangelischen Amtskirche (in Berlin) ist und sich vornehmlich mit deren Sozialprojekten befasst.

Wurden also die Äußerungen im  Gemeindebrief von 2006 noch gutwillig als „religiöse Ausrutscher“ eingeordnet, so sind die nachfolgenden Äußerungen nicht geeignet, die seinerzeitige Einordnung weiterhin als solche zu tolerieren. Rainer Wagner, ein  permanenter Wiederholungstäter?

„Götze Allah und sein  falscher Prophet Mohammed“

Im Gemeindebrief vom November 2011 äußerte sich der evangelikale Prediger gleich zu mehreren Weltreligionen, die sich zu seinem  Leidwesen in  dem von der Stadtmission Neustadt betreuten Umfeld ausbreiten:

„Die in der Bibel angekündigten Zeichen des Endes der Welt werden in  unseren Tagen immer deutlicher erkennbar. Klar ist aber auch, dass in  dieser (End-)Zeit die gottlose Gesinnung der Menschheit und der Einfluss dämonischer Kräfte wachsen wird. Ein Beispiel dafür ist in unseren Tagen das Aufkommen des altkeltischen  Geisterfestes Halloween Aber auch sonst ist unser Land von Aberglauben und Heidentum verseucht. Dazu kommt das öffentlich erkennbare Erstarken des Heidentums auch in unserer Region. In Lamprecht finden  wir mittlerweile ein hinduistisches Heiligtum, in dem die indischen Dämonen – Götzen – verehrt werden. In Rhodt und anderen Orten kommen die Buddhisten zusammen.

Eine Religion, deren Hauptmerkmal Geisterkult ist. In Neustadt entsteht direkt am Ortseingang eine Moschee für den Götzen  Allah und seinen falschen Propheten Mohammed. Dazu kommt die innere Gottlosigkeit in unserem Volk….Während das deutsche Volk langsam vergreist, werden Jahr für Jahr hunderttausende ungeborener Kinder in den Krankenhäusern getötet. Unzucht, Unehrlichkeit und Geldgier beherrschen nicht nur die Programme der Fernsehsender, sondern sind überall gegenwärtig. …“

Homosexuelle als Sünder zur Umkehr rufen

Zweideutig? Rainer Wagner mit Klaus Wowereit auf der UOKG-Festveranstaltung im Juni 2012 – Der Prediger aus Neustadt abwesend? Foto: Landesarchiv/Plato

Seit Jahren positioniert sich „der frühere Obmann der Ev. Notgemeinschaft und Stadtmissionsleiter“, wie Rainer Wagner in der Schrift „Erneuerung und Abwehr“ 2004 vorangekündigt wird, unzweideutig:

„Auf Bitten von Presbytern“ verfasste W. folgende Stellungnahme zum Thema: Homosexualität aus biblischer Sicht“ des Oberkirchenrates Schad:

„Wenn unsere Kirche homosexuelle Lebensweise akzeptiert, macht sie sich an ihrem Auftrag, Sünder zur Umkehr zu rufen, schuldig. Gleichzeitig versündigt sich eine solche Kirche an den homosexuellen Menschen selbst, da sie ihnen die Botschaft der Umkehr schuldig bleibt.

Wenn unsere Kirche homosexuelle Lebensweise akzeptiert, macht sie sich an der inneren Einheit der Weltchristenheit schuldig.  … Innerhalb der Evangelischen Kirche treiben die Befürworter der homosexuellen Lebensform ihre Kirche in die innere Spaltung.  … Innerhalb der EKD treiben die Kirchen, die eine gottesdienstliche Begleitung homosexueller Partnerschaften  befürworten, auch zum Bruch innerhalb der Evangelischen  Kirche Deutschlands. … In seinen Lasterkatalogen setzt das NT (Neue Testament) homosexuelle Lebensgestaltung mit anderen Sünden gleich… – Rainer Wagner.“ (Erneuerung und Abwehr, 1/2004, Zeitschr. der Evang. Notgemeinschaft Deutschland.)

Obskure Besegnung

Ob religiöse Wahnvorstellungen, pietistische Ausrutscher oder verkannte tiefe Frömmigkeit (die in diesem Zusammenhang fast schon einer Beleidigung frommer Menschen gleich kommen dürfte), der Prediger mag damit jene beglücken, die im  Gemeindesaal zu Neustadt dieser obskuren Besegnung bedürfen. Der Vorsitzende eines Dachverbandes von Opfer- und Verfolgten-Organisationen der SED-Diktatur beschädigt mit diesen Äußerungen die ernsthaften Anliegen der Mitgliedsverbände, so die Befürchtungen. Wer in  dieser Form anerkannte Weltreligionen diffamiert, Juden (neben anderen) in Deutschland wieder als „Knechte Satans“ antisemitiert und Homosexualität für seine religiösen Attitüden missbraucht, darf sich in unserem Land nach Meinung von SED-Opfern nicht auf seinen Beruf oder gar die Freiheit der Religion berufen. Auch der Verweis auf seine UOKG-Erklärung, in  der er sich gegen  Diffamierungen des einstigen Pfarrers und Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck wegen  dessen außerehelicher Freundin wandte, wird die Wort-Exzesse in  seinem  Hauptberuf kaum ausgleichen können, so die Kritiker. Diese Erklärung wirke unter dem Blickwinkel der jetzt diskutierten extremen Äußerungen doch zu sehr als Feigenblatt (des UOKG-Vorsitzenden) denn  als Äußerung innerer Überzeugung (des Predigers).

Freizeitkonto: Vorkasse für Reisen an die Orte der Verkündigung – Ein Nachweis für fehlende, biblisch begründete Juden- und Islam-Phobie?

Volksverhetzende und religionsfeindliche Thesen

Die geschickte Einfügung von Zitaten aus der Bibel, mit denen diese verheerenden, weil volksverhetzend wirkenden und religionsfeindlichen Thesen untermauert werden, erinnert Beobachter der Szene an die verwerfliche Praxis von Extremisten, die gerne historische Zitate verwenden und betonen: „Das ist nicht von uns, wir zitieren nur!“ Der Missbrauch der Bibel könne den hauptberuflichen Prediger kaum vor einem  Rücktritt als nebenberuflicher UOKG-Vorsitzender und den Rückzug auf die Kanzel in Neustadt schützen, meinen seine Kritiker.

Wie weit sich die Evangelische Kirche in Rheinland-Pfalz veranlasst sehen wird, eine deutliche Distanz zu erklären, wird man mit Interesse verfolgen. Auch die CDU des Landes, deren Landtagskandidat und führendes Mitglied (OMV) der rührige Prediger auch schon war bzw. ist, wird sich wohl erklären müssen. Ob sich im  Ergebnis des unausweichlichen Procedere auch die Stiftungen Gedenkstätte Hohenschönhausen und Berliner Mauer, deren institutionellen Gremien  Rainer Wagner ebenfalls angehört, von dem eifernden Endzeit-Prediger trennen werden, steht dahin, dürfte aber nach Meinung von Szene-Beobachtern nahezu unausweichlich sein, um  Schaden von diesen renommierten Erinnerungsstätten an den roten Terror zu wenden. Die VOS wird wohl ein  neuerliches Verfahren gegen den Extremisten prüfen müssen, falls dieser dem nicht durch seinen Austritt zuvor kommt.

Ob die zitierten „Verirrungen“ eines pietistischen Missionars den Bundespräsidenten veranlassen werden, das verliehene Bundesverdienstkreuz zurückzufordern, ist in diesem Zusammenhang mehr eine rhetorische Frage, die eher der Vollständigkeit möglicher Konsequenzen geschuldet ist.

Stellungnahme abgelehnt

Wir haben Rainer Wagner zwei Wochen vor der Veröffentlichung um eine Stellungnahme zu seinen religiösen Thesen, besonders gegenüber Juden und Muslimen  gebeten und nach evtl. Konsequenzen  befragt. Seine freundliche Antwort: Er sei zu keiner Stellungnahme bereit, verweise aber auf seine Reisen nach Israel und die erhaltenen „staatlichen Auszeichnungen.“ Der bibelfeste Reise-Organisator hatte durch das Tourismus-Ministerium und ein österreichisches Touristikunternehmen jeweils eine Urkunde für seine Verdienste um  die Organisation  von Reisen nach Israel bekommen.

Empörend, völlig indiskutabel

Der Verein „Gesicht zeigen – Für ein  weltoffenes Deutschland e.V.“ in Berlin zeigte sich in einer ersten Stellungnahme (27.08.) gegenüber der Redaktion „empört“. Die (dem Verein  vorgelegten) Zitate seien „völlig indiskutabel“.

Auch aus der Evangelischen Kirche kommen kritische Anmerkungen, so von Stadtjugendpfarrer Michael Kleim aus Gera (12.09): „Was da unter dem Deckmantel christlichen Glaubens verbreitet wird, ist nicht nur aggressiv und intolerant, sondern bereits Hasspredigt. Ich bin entsetzt!“

Anmerkung: Die von Rainer Wagner jeweils angegebenen Bibelstellen sind u.a. 1.Kor. 6,9.10 – 8,4 – 10,20; Eph.2,2; 2.Kor. 6,14; Mt 13,30; Joh. 8,44; Offb. 7,4 – 12,9 – 13 – 14 bis 15, 16 bis 18.

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Hoheneck Thema im Landtag

Dresden, 12.09.2012/cw – Der Landtag im Freistaat Sachsen hat am 12.September im zuständigen  Ausschuß den Gesetzentwurf zur Novellierung des Gedenkstätten-stiftungsgesetzes beraten. Die im  Landtag vertretenen Parteien hatten  den Entwurf fraktionsübergreifend beschlossen und eingebracht. Erstmals ist in dem Gesetz auch das ehemalige Frauenzuchthaus Hoheneck aufgeführt. Das Gesetz soll noch im  Herbst durch das Parlament verabschiedet werden.

Irritationen durch Siegfried Reiprich

Im Gegensatz zu dem Gesetzentwurf hatte der Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten gegenüber der Leipziger Volkszeitung („Damals und heute ein  streitbarer Geist“, 17.08.2012) erläutert, dass die „Stiftung künftig um einige Einrichtungen  erweitert“ werden soll, „beispielsweise  um das ehemalige Gefängnis auf dem Kaßberg in Chemnitz.“ Hoheneck fand in Reiprichs Darstellungen  keine Erwähnung, obwohl das Frauenzuchthaus im Gegensatz zum „Ausreisegefängnis“ Kaßberg im Gesetzentwurf erstmals angeführt wird.

Nun  befürchten die Frauen  von Hoheneck, abermals „auf kaltem Weg“ ausgegrenzt zu werden. Beunruhigt habe man die Aktivitäten um das Chemnitzer Gefängnis bemerkt, während zum Thema Hoheneck „Beruhigungs-Bon-Bons“ verteilt würden. Tatjana Sterneberg, ehemalige Hoheneckerin und Organisatorin des Bundespräsidentenbesuches im Mai letzten Jahres: „Wir haben mit Bedacht in unserem Konzept-Entwurf angeregt, Kaßberg in  eine umfassende Lösung für Hoheneck einzubeziehen. Das Frauenzuchthaus hat die eindrucksvollere historische Vergangenheit und ist von der Anlage her geradezu  prädestiniert, in dieser Symbiose die Führungsrolle zu übernehmen. Eine umgekehrte Konstellation wäre schon vom Ansatz her nicht hinnehmbar.“

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             „Von Sprachlosigkeit befreien“ :                                                                                         

Wanderausstellung mit Bildern ehem. politischer Gefangener

Landkreis Prignitz, 14.09.2012/cw – Die Kreisverwaltung des Landkreises Prignitz lädt        zur Eröffnung der Wanderausstellung „Von Sprachlosigkeit befreien“ am 18. September, 14:00 Uhr in den Räumen der Kreisverwaltung in der Bergstraße 1 in Perleberg ein.

In der Ankündigung heißt es dazu: „Noch 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution fällt es politisch Verfolgten der SED-Diktatur schwer, über ihre seelischen Verletzungen zu sprechen. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Betroffenen, die in einer therapeutischen Malgruppe der Berliner Beratungsstelle „Gegenwind“ entstanden sind. Die Arbeiten zeigen eine individuelle Bild-Sprache, in der bedrängende Erinnerungen und bis heute bestehende Ängste, aber auch Hoffnungen Ausdruck finden.“ Auch ehem. Frauen von Hoheneck haben sich in der Gruppe auf diesem künstlerischen  Weg geäußert.

Die Eröffnung wird durch satirische Lieder des einstigen  politischen  Häftlings Detlef Jablonski aus Berlin musikalisch begleitet: „Mit seinen Liedern gibt er seinen Erfahrungen Ausdruck und befreit sich von Sprachlosigkeit“, heißt es in der Mitteilung.

Die Ausstellung ist Bestandteil der Reihe LAkD vor Ort“,Veranstaltungswoche der Landesbehörde zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD) im Landkreis Prignitz.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie auch alle Redaktionen sind herzlich eingeladen!

Hinweis: Die bisherigen  Ausgaben des Hohenecker Boten können unter www.17juni1953.de (>Förderverein) abgerufen oder direkt bei der Redaktion  gegen Kostenbeitrag bestellt werden. Die Vereinigung hat uns einstweilen Gastrecht auf der Homepage eingeräumt.
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Hohenecker Bote

Nr.009                            Förderverein – Info                   15. August 2012

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Ehemalige Hoheneckerinnen wollen Zukunft mitgestalten

Berlin/Hoheneck, 15.August 2012/cw– Das in der letzten Ausgabe des Hohenecker Boten veröffentlichte Interview mit Karl-Heinz Labahn hat ein vielfältiges Echo und Aktivitäten ausgelöst. Die amtierende Vorsitzende des Frauenkreises der ehemalige Hoheneckerinnen, Anita Goßler, lehnte allerdings eine Stellungnahme seitens des Vereins ab.

Dagegen haben sich mehr als zwanzig Prozent der Mitglieder für die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ausgesprochen. Nach der Satzung des Vereins (§ 9) ist ein „Zehntel der stimmberechtigten Mitglieder“ für die Einberufung ausreichend. In einem am 8. August der Vorsitzenden übermittelten Antrag wird die „satzungsgemäße Wahl eines neuen Vorstandes“ unter Punkt 7 eines beigefügten  Tagesordnungsvorschlages gefordert. Die Petenten, für die drei ehemalige Hoheneckerinnen das Schreiben unterzeichnet haben, weisen u.a. darauf hin, dass mit der ebenfalls vorgeschlagenen Ergänzung der Satzung gleichzeitig die entstandenen Auseinandersetzungen um die Verabschiedung der Satzung vor der Eintragung in das Vereinsregister erledigt werden könnten.

Begründet wurde der Antrag überdies mit der deutlichen Gefahr, den Verein in langwierige rechtliche Auseinandersetzungen  zu verstricken. Stattdessen solle dem Verein durch den eingereichten  Antrag eine klare Zukunftsperspektive aufgezeigt werden. Man verstehe sich als „Brückenbauer zwischen den divergierenden Meinungen“ im Verein und wolle Wunden  heilen statt „immer wieder neue Wunden“ aufzureißen. Gegenüber dem HB äußerten sich beteiligte Hoheneckerinnen besorgt über die vorhandenen Auseinandersetzungen zu einer Zeit, in der „wichtige Weichenstellungen für die Zukunft des Gedenkortes Hoheneck“ gestellt werden. Es drohe die akute Gefahr, dass „wir Frauen, die das Leiden getragen haben und zu erdulden hatten, bei den Entscheidungen außen vor“ bleiben. Entscheidungen „über unsere Köpfe hinweg“ seien aber keineswegs akzeptabel.

Trotz gesetzter Frist lag den Antragstellern nach Rückfrage durch den HB keine Reaktion oder Antwort des Vorstandes auf den satzungskonformen Antrag seiner Mitglieder vor.

Letzte Meldung:

Berlin, 15.08.2012/cw – Ehemalige Hoheneckerinnen trafen sich am Mittwoch in Berlin, um  das weitere Vorgehen wegen der „augenscheinlichen  Ignoranz der Satzung“ durch die Vorsitzende zu beraten. Bis zum Redaktionsschluss lagen allerdings noch keine konkreten Ergebnisse vor. Wir werden in der nächsten Ausgabe berichten.

Eskalation? Anwalt mit Vertretung gegen Siegfried Reiprich beauftragt

Dresden/Berlin, 13.08.2012/cw – Der Vorstand des Fördervereins BuG Hoheneck e.V. hat einen Anwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen gegenüber dem Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Siegfried Reiprich, beauftragt. Der Verein wirft Reiprich vor, „unwahre und verleumderische Behauptungen“ über den Verein und namentlich über Mitglieder des Vorstandes verbreitet zu haben. Dies sei nachweisbar u.a. in entsprechenden Schreiben oder Mails insbesondere an die UOKG (Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft) und an die vormalige Vorsitzende des Frauenkreises, Inge Naumann, geschehen. Da Reiprich bisher einer Aufforderung zur künftigen  Unterlassung oder einem Widerruf ignoriert habe, bleibe dem Vorstand kein anderer Weg, wie die Vorsitzende Tatjana Sterneberg bedauerte.

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„Wir sind diesen Weg unserer Selbstachtung als ehemalige politische Verfolgte des DDR-Systems schuldig,“ so Sterneberg gegenüber dem HB. Andererseits sei „eine Auseinandersetzung unter Menschen und Institutionen, die sich eigentlich den gleichen  Zielen verpflichtet wissen“, äußerst traurig. Auch unter diesem Gesichtspunkt „können wir eigentlich die unerklärliche Unbeweglichkeit Siegfried Reiprichs in dieser Sache“ nicht nachvollziehen.

Der Verein, dem auch die Botschafterin für Demokratie und Toleranz 2011, die ehemalige Hoheneckerin Waltraud Thiele angehört, sieht einer Klärung dennoch hoffnungsvoll entgegen, da sich „erwiesene Verleumdungen und einseitige Stellungnahmen“ als nicht haltbar erweisen würden. Im Übrigen läge es an Siegfried Reiprich, diesen Weg „durch ein klärendes Gespräch erheblich abzukürzen oder gar zu beenden,“ sagte Tatjana Sterneberg.

Ausstellung „Der Dunkle Ort“ stark nachgefragt

Berlin, im August 2012/cw – Die von der Heinrich-Böll-Stiftung erstellte Ausstellung „Der Dunkle Ort“ erfreut sich reger Nachfrage. Nach der Vorstellung am Sitz der Stiftung im Frühjahr geht die in  fünf Kisten untergebrachte und damit leicht transportable Ausstellung auf Reisen. So war sie bereits in der BStU-Außenstelle Frankfurt-Oder zu sehen. Auch die Bezirksversammlung des Berliner Bezirkes Pankow hat sich parteiübergreifend für eine Repräsentation vor Ort entschieden, Termin und Ort  stehen allerdings noch nicht fest. Der Förderverein hat auch angeregt, die Ausstellung im Vestibül des Sächsischen  Landtages zu zeigen; wegen derzeitiger Umbauarbeiten könne dies frühestens im nächsten Jahr geschehen, teilte die Landtagsverwaltung mit. Die empfehlenswerte Ausstellung nach dem gleichnamigen Buch, in dem 25 Schicksale ehemaliger Hoheneckerinnen vorgestellt werden, kann bei der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin (Schumannstraße 8, 10117 Berlin, Tel.:030 285340) gegen Übernahme der Transportkosten angefordert werden.

Geschichte lässt sich letztlich nicht manipulieren

Leipzig, im August 2012/cw – Entgegen verbreiteten Darstellungen über einst vorhandene Wasserzellen auch in den DDR-Straf- oder Untersuchungshaftanstalten in Leipzig sollen sich  bisher nach Angaben von Insidern weder Anhaltspunkte für noch gegen deren Existenz gefunden haben. Umgekehrt hatten einstige Protagonisten des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit oder treue SED-Genossen derartige Foltereinrichtungen zum Beispiel im DDR-Frauenzuchthaus Hoheneck als „Verleumdungen des Klassenfeindes“ hingestellt, obwohl deren Existenz als nachgewiesen gelten. In  Hoheneck, so die roten Geschichts-Revisionisten, sei eine solche Zelle für ein Filmprojekt „über die Nazi-Verbrechen“ hergestellt, aber zu DDR-Zeiten nie genutzt worden (Artikel aktualisiert am 17.08.2012).

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Nr.007                                        Förderverein – Info                   15. Juni 2012

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Siegfried Reiprich mit Umsetzung überfordert?

Berlin/Hoheneck, 12.Juni 2012/cw –  Im Jahr Eins nach dem vielbeachteten Besuch des damaligen Staatsoberhauptes im einstige  Frauengefängnis Hoheneck gerät das Projekt einer Begegnungs- und Gedenkstätte in heftige Turbulenzen, die zumindest eine von allen Beteiligten angestrebte Umsetzung zumindest entscheidend verzögern könnten. Verantwortlich scheint ausgerechnet die Institution zu sein, die sich satzungsmäßig der Unterstützung von Initiativen und Vereinen verpflichtet weiß, die sich der Erinnerung an die zwei deutschen Diktaturen und dem Gedenken an deren Opfer widmen.

Siegfried Reiprich, Direktor der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, ist sicherlich ein ehrenwerter Mann. Der einstige FDJ-Sekretär für Agitation und Propaganda, was Reiprich in seiner Vita übrigens nie verschwiegen hat, glaubte seinerzeit an die Reformierbarkeit des Sozialismus und schloss sich schließlich entsprechenden Oppositionsgruppen in der auslaufenden DDR an. In  dieser Rolle befanden sich in der unaufhaltsamen Agonie des „ersten sozialistischen  Arbeiter- und Bauernstaates“ auf deutschem Boden viele Träumer, Phantasten und Utopisten wieder, die im  Verein mit Künstlern, Lyrikern,  Literaten und Theologen einer ebenso utopischen „Kirche im  Sozialismus“ an die friedliche Umwandlung in  einen  Sozialismus mit menschlichem Antlitz glaubten. Und da vielfach der Glaube für das Werk gilt, zogen diese vielfach realitätsfernen Polit-Akrobaten als Reformer und Antreiber der Friedlichen Revolution in die vielfach geschaffenen neuen oder bestehenden  alten Gremien des eigentlich so nicht gedachten vereinigten  Deutschland ein.

An dieser Stelle kann und soll nicht untersucht werden, welchen tatsächlichen Einfluss die Utopisten auf die Geschehnisse des Jahres 1989 hatten. Dass der Mut zum freien Geist und damit zur Entwicklung undenkbarer Vorstellungen derartige Entwicklungen wesentlich beeinflusst, steht hingegen  Außerfrage. Im Sog der ausgelösten  Umwälzungen konnte sich so auch Siegfried Reiprich seinen  Platz erobern, wobei seine in der späten DDR aufgebauten Bindungen zu führenden Oppositionellen besonders in Jena, wie Jürgen Fuchs, sicherlich hilfreich waren.

Reiprich wurde schließlich stellvertretender Direktor der Stiftung Gedenkstätte Hohenschönhausen und kümmerte sich dort um die Organisation eines umfangreichen Programms für die hunderttausende einströmenden Besucher des einstigen zentralen Stasi-Untersuchungsgefängnisses, während sich der Direktor Hubertus Knabe um die geistige Vermittlung des Erinnerungs-Auftrages kümmerte und kümmert.

2009 bewarb sich Reiprich als Direktor der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Aus den Reihen der Opferverbände kam Kritik, leider versteckt, nicht offen. Reiprich wandte sich an den Vorsitzenden der Vereinigung 17. Juni, der zu diesem Zeitpunkt auch stv. Bundesvorsitzender der VOS war. Holzapfel und der VOS-Bundesvorstand befürworteten schließlich in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten die Berufung, wofür sich Reiprich wärmstens bedankte.

Heute zweifelt der am Wochenende in seiner Vorstandsfunktion erneut bestätigte einstige Widerständler gegen  die Mauer an seinem Votum. Er wirft dem Stiftungs-Direktor vor, seine erworbenen Kenntnisse in der Agitation zur Durchsetzung eigener Ziele zu missbrauchen: „Diese Machtinstrumente dürften heute besonders im Umgang mit Diktatur-Opfern keine Rolle mehr spielen“, mahnt der 17.Juni-Vorsitzende.

Ausgangspunkt seiner harschen  Kritik ist Reiprichs Umgang mit dem im September in Stollberg gegründeten Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck. Zunächst hatte Reiprich am Rande einer missglückten Besprechung am 2.09. in Stollberg einer Gründung zugestimmt, nach der Etablierung allerdings einiges unternommen, um den Verein zu torpedieren.

Diffamierende Schreiben an die UOKG und den Frauenkreis: Auszug aus einer Reiprich-Mail vom 27.03.2012

In einer von Reiprich Ende März 2012 verbreiteten Mail bestätigt der Stiftungs-Direktor die kritische Bewertung seiner Aktivitäten durch den Förderverein-Vorstand (Auszug siehe Fenster). Darin verbreitet sich Reiprich ungewohnt offen abfällig über die Akteure, deren Engagement wohl nicht in das Reiprich-Raster passt, wonach sich Vereine zuförderst nach seinen Wünschen zu richten oder vorher um Genehmigung zu bitten haben. So verbreitete er wider besseren Wissens Unwahrheiten gegen die Vorsitzende des Fördervereins und den Schatzmeister. Jedenfalls erreichte Reiprich mit seinen  Aktivitäten eine aktuelle Lähmung der Bemühungen um eine Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck, verhinderte die bereits mit der Stadt und den örtlichen Mitgliedern abgestimmte Übergabe (8.02.2012) des Vereins an einen Stollberger Vorstand und wirkte aktiv an der Gründung eines weiteren Fördervereins mit, um diesen augenscheinlich nach seinen Vorstellungen ausrichten zu können. Letztlich verhinderte Reiprich durch seine massive schriftliche Intervention die Aufnahme des Fördervereins in die UOKG, womit der Gründungsvorstand die Arbeit in  Sachen  Hoheneck auf eine breite Basis stellen wollte. Die obskure Vorgehensweise Reiprichs spiegelt sich auch in der Untersagung an den UOKG-Vorsitzenden Rainer Wagner, dem Förderverein das diffamierende, denunziatorische und vor der Mitgliederversammlung der UOKG verlesene Schreiben auszuhändigen.

Inzwischen  haben die von Reiprich kräftig geschürten Auseinandersetzungen den Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen erreicht. Statt sich konstruktiv um die Errichtung einer Gedenkstätte kümmern zu können, streiten derweil zwei Vorstände um die Legitimation, den Verein zu führen.

Tatjana Sterneberg, entgegen der Planungen nun noch immer Vorsitzende des mit Sitz in Stollberg angemeldeten Vereins, ist über die Entwicklung bestürzt. Sie sieht die mit dem Bundespräsidenten-Besuch in Fahrt gekommenen Bemühungen gefährdet und kann nicht verstehen, dass ausgerechnet die Stiftung Sächsische Gedenkstätten in  Gestalt ihres Direktors „die Bremsklötze auf die Schienen“ legt. Der Förderverein hat inzwischen in Dresden eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht und Herrn Reiprich eine Unterlassungs-Aufforderung hinsichtlich der verbreiteten Lügen zukommen lassen. Sterneberg: „Wir schlagen die Tür nicht zu. Wenn  Herr Reiprich sich verpflichtet, seine massiven Unwahrheiten nicht mehr zu verbreiten und sich bei uns entschuldigt, werden wir im Gegenzug unsere Dienstaufsichtsbeschwerde zurückziehen und wieder den Weg einer notwendigen  Zusammenarbeit fortsetzen, den wir von Anfang an gesucht haben.“

Allerdings stehen die Chancen schlecht. Statt die Schreiben des Fördervereins zu beantworten, schaltete Reiprich eine Anwaltskanzlei in  Berlin  ein. Als Stiftungsdirektor kann er auf die Übernahme der anfallenden Kosten durch die Stiftung rechnen. Der Förderverein muss jeden gespendeten Euro dreimal umdrehen und die Kosten  für einen Ggeenanwalt zunächst selbst aufbringen. Man nennt das gemeinhin „ungleiche Waffen“.

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