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Von  Sylvia Wähling*

Am kommenden Sonntag, dem 13. August, dem 56. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer, weiht das Menschenrechtszentrum Cottbus (MRZ) um 13:00 Uhr das Mahnmal für die Todesopfer an den Grenzen des Eisernen Vorhangs und der Berliner Mauer ein. Das MRZ startete zum 50. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer, am 13. August 2011, die Gedenkaktion „1 Ziegel für 1 Maueropfer“. Tausende Bürger der DDR versuchten nach dem Mauerbau zu Land, zu Luft und zu Wasser in die Freiheit zu gelangen. Vielen gelang die Flucht, andere scheiterten und mussten mehrere Jahre ihres Lebens in den Gefängnissen der DDR verbringen. Hunderte Fluchtwillige mussten jedoch ihr Leben an der Berliner Mauer, der innerdeutschen Grenze, in der Ostsee oder an den Grenzen osteuropäischer Länder lassen. Dieser Menschen möchte das MRZ in dem Ort gedenken, der früher das Republikfluchtgefängnis der DDR schlechthin war und heute von ihm als Gedenkstätte betrieben wird. Dieter Dombrowski, Vorsitzender des Vereins und selbst zu vier Jahren Gefängnisstrafe wegen Republikflucht am 13. August 1974 verurteilt, erklärt: „Die Todesopfer an der innerdeutschen Grenze und den Grenzen des Eisernen Vorhangs dürfen nicht vergessen werden und sollen uns eine Mahnung sein.“

Ziegel mit eingebranntem Namen der Opfer

Interessierte Bürger konnten seit dem 13. August 2011 einen Ziegel mit dem eingebrannten Namen eines Todesopfers für 20 € „kaufen“ d.h. spenden. Mit allen Ziegeln hat der Künstler Gino Kuhn im Gelände der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus ein neues Kunstwerk geschaffen, das die Umrisse der DDR symbolisiert. Gino Kuhn hat eine persönliche Beziehung zum Mahnmal, denn er musste als westdeutscher Fluchthelfer wegen „staatsfeindlichen Menschenhandels“ 20.000 Stunden (knapp 2,5 Jahre) die Gefängnisse der DDR kennen lernen. Bereits am 10. Dezember 2011, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, konnte der erste Abschnitt des Mahnmals mit den Opfern an der Berliner Mauer eröffnet werden. In diesem Jahr beendete der Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin seine Forschungsarbeit mit der Erforschung der Namen der Todesopfer an der innerdeutschen Grenze, sodass nun das Mahnmal in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus mit den neuesten Erkenntnissen der Forscher beendet werden kann. Es wird jedoch nicht aller Todesopfer gedacht, sondern lediglich der Menschen, die infolge einer Fluchtabsicht zu Tode gekommen sind.

Über 272 Einzelspender für das Mahnmal

Insgesamt haben aus der ganzen Republik und dem Ausland 272 Einzelspender, für ca. 200 Todesopfer mit 24.000 € die Gedenkaktion unterstützt. Unter ihnen befinden sich mehrere ehemalige Häftlinge des Zuchthauses Cottbus, Spender, die mehrere Ziegelsteine „kauften“, wie der Sächsische Landtag sowie Personen, die mit einer Geldspende ihre Solidarität mit der Gedenkaktion zum Ausdruck bringen wollten. Wir sind froh und dankbar, dass dieses Mahnmal ein echtes Bürgermahnmal ist, in dem kein einziger Cent an öffentlicher Förderung eingeflossen ist und komplett aus Spenden finanziert wurde. konstatiert

Im Anschluss an der Einweihung des Mahnmals wird die Plakatausstellung „Grenzen verstehen. Die Berliner Mauer 1961-1989“ im Menschenrechtszentrum Cottbus eröffnet. Die Ausstellung ist ein Projekt der Stiftung Berliner Mauer in Zusammenarbeit mit der Agentur Infographics Group und kann im Foyer der Gedenkstätte vom 13. August bis zum 17. September 2017 besichtigt werden. Mit einer Mischung aus Infografiken, Überblickstexten, Zitaten, biografischen Darstellungen und historischem Bildmaterial lädt die Plakatausstellung zur Auseinandersetzung mit den einstigen Grenzanlagen, dem Verlauf der Grenze um West-Berlin, der Stationierung der Grenztruppen, aber auch mit den Todesorten der Menschen ein, die an der Berliner Mauer auf tragische Weise ums Leben kamen.

* Die Autorin ist geschäftsführende Vorsitzende des Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. und Leiterin der   Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus.

V.i.S.d.P.: Menschenrechtszentrum Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus, Tel: 0049-355-290133-12

 

 

Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

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Nr.011-2 *                         Förderverein – Info                  15. November 2012

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Erstmals hatte der Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck, diverse Opferverbände am 12.10. zu einem Empfang in der Staatskanzlei in Potsdam eingeladen. Auch die Frauen von Hoheneck waren auf Initiative der Vorsitzenden des Fördervereins BuG Hoheneck e.V., Tatjana Sterneberg (zweite von rechts) vertreten und hatten  sich zu einem  Erinnerungsfoto mit dem Ministerpräsidenten platziert (von links): Hannelore Höfelmayr, Sieglinde Quade, Ina Jaekel, Birgit Krüger, Matthias Platzeck und (neben Sterneberg) Anita Kutschkau. Platzeck kündigte zuvor in einer Rede an, diesen Empfang künftig alljährlich zu wiederholen (Foto: LyrAg).

Hoheneck:                                                                                               Neuwahl des Vorstandes in Berlin gescheitert

Berlin, 20.10.2012/ts – Obwohl das Amtsgericht Darmstadt seinen Beschluss vom 5.10.2012 klar formuliert hatte, weigerte sich der amtierende Vorstand, den Beschluss-Inhalt umzusetzen. Der von der amtierenden Vorsitzenden gegen den Protest der Mehrheit aufs Podium zelebrierte Anwalt beschränkte sich entgegen mehrfacher Aufforderungen darauf, lediglich den Teil des Gerichtsbeschlusses vorzulesen, in dem eine sofortige und von zwanzig Prozent der Mitglieder beantragte Anordnung auf Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung abgelehnt worden war. Das Gericht hatte eben diese Ablehnung mit dem bereits zeitnah festgelegten Termin (20. Oktober) und der in der Tagesordnung zweifelsfrei feststehenden Wahl „des kompletten Vorstandes“ begründet. Nachdem die Versammlungsleitung nicht nur diesen Gerichtsbeschluss ignorierte, sondern auch mit der Organisation eines ordentlichen Ablaufes der Versammlung offenbar überfordert war – so wurden z.B. Anträge zur Geschäftsordnung wie auch der Antrag zur Tagesordnung, der fristgemäß vor der Versammlung eingereicht worden war, mutwillig übergangen – verließen über die Hälfte der anwesenden bzw. stimmberechtigten Mitglieder unter Protest diese „außerordentliche Mitgliederversammlung“. Nach uns vorliegenden Informationen liegt dem Gericht zwischenzeitlich ein  neuer Antrag vor.

Sächsischer Landtag beschließt Förderung von  Hoheneck

Dresden, 11.11.2012/cw – Der Sächsische Landtag hat erwartungsgemäß die institutionelle Förderung der Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck in das novellierte Gedenkstätten- und Stiftungsgesetz aufgenommen und das Gesetz mit großer Mehrheit beschlossen. Damit können erstmals Mittel für die Schaffung der Gedenkstätte in die Haushaltsberatungen aufgenommen werden. Tatjana Sterneberg begrüßte namens des ersten  Fördervereins den Beschluß und äußerte die Hoffnung auf eine „schnellstmögliche Umsetzung unter Einbeziehung aller Beteiligten.“ Nur unter Außerachtlassung „bisheriger Divergenzen“ lasse sich das „zweifelsfrei von Allen verfolgte Ziel einer den Ansprüchen genügenden Begegnungs- und Gedenkstätte“ umsetzen.

Vorgelegter Finanzierungsvorschlag bedarf dringender Diskussion

Die gelernte Finanzbuchhalterin sieht allerdings in dem kürzlich vorgelegten Konzept des zweiten Fördervereins „dringenden Diskussionsbedarf.“ Neben der „mageren, weil wesentlich abgespeckten Variante“ zum bereits im November 2011 präsentierten (ersten) Konzept ihres Fördervereins BuG Hoheneck e.V. könne die „hier vorgelegte Finanzierung nicht ernsthafte Grundlage von Verhandlungen“ mit mögliche Geldgebern sein. Mit der jetzt vorgeschlagenen Größenordnung eines jährlichen Haushaltes von 95.000 Euro, von denen die Betroffenen bzw. der Verein  selbst die Hälfte aufbringen soll, sei eine angemessene Betreibung einer so wichtigen  Gedenkstätte „nicht machbar.“ Überdies vermisst Sterneberg Angaben über den Umfang einer „Gestaltungsfinanzierung, die unabdingbar in ein Finanzierungskonzept hinein gehöre.“  Aber: „Wir waren und wir sind gesprächsbereit, weil das Thema Hoheneck für alle Beteiligten im Vordergrund steht und stehen muss.“

Vor der Ausstellungseröffnung „Der dunkle Ort“ in der BStU-Außenstelle Rostock in der „Lange Nacht der Museen“ am 27.10. trafen sich die elf angereisten  ehemaligen Frauen von Hoheneck in einem Kaffe der Hansestadt. Die Außenstelle konnte am Abend über 600 interessierte Besucher begrüßen (Foto: LyrAg).

Termine:

14.11.2012 (Mittwoch): Vortrag der ehem. Hoheneckerin und Autorin Ellen  Thiemann: „Der Feind an meiner Seite. Die Hölle im Frauenzuchthaus Hoheneck“, Mittwoch, 14. November, 19.30 Uhr, im evangelischen Gemeindezentrum Bad Mergentheim (Härterichstraße 18 ) .

16.11.2012 (Freitag): Vorstellung der IKEA-Forschungsergebnisse zur Zwangsarbeit in den Haftanstalten der DDR. Ort: BStU-Ausstellung in der Kreuzberger Zimmerstraße 90 (Berlin), ab 14:00 Uhr. Moderation: Roland Jahn (BStU) und Rainer Wagner (UOKG).

04.12.2012 (Dienstag): Ausstellungseröffnung „Der dunkle Ort“ in Wiesbaden,  Taunusstr.4-6, ab 17:00 Uhr, Eröffnung (Einleitung) Jutta Fleck („Die Frau vom Checkpoint Charlie“), mit Maggie Riepl, Dirk von Nayhauß und Frauen von Hoheneck.

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Hinweis: Die bisherigen  Ausgaben des Hohenecker Boten können unter www.17juni1953.de (>Förderverein) abgerufen oder direkt bei der Redaktion  gegen Kostenbeitrag bestellt werden. Die Vereinigung hat uns einstweilen Gastrecht bis zur Einrichtung einer eigenen Homepage auf ihrer Seite eingeräumt.     _________________________________________________________________________________________
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Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

                Nr.011        Förderverein – Info       15. Oktober 2012

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Frauen von Hoheneck wählen in  Berlin neuen Vorstand

Hoheneck, 10.10.2012/ts – Das Amtsgericht Darmstadt hat in einem Beschluss vom 5.10.2012 bestätigt, dass der Verein Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen am 20.10. in Berlin „einen kompletten neuen Vorstand“ wählt. Regina Labahn, die den Antrag auf Ermächtigung zur Einberufung einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung namens der Petenten eingereicht hatte, erklärte auf Anfrage dazu: „Unserem Ziel, den Frauenkreis durch die Beendigung der Auseinandersetzungen um  die Mai-Versammlung wieder zu befrieden, sind wir mit dem Beschluss des AG Darmstadt einen  großen Schritt näher gekommen. Wir sind sicher, mit den erfolgreich beantragten Neuwahlen einen Vorstand zu erhalten, hinter dem alle Frauen stehen können.  Damit sind klare Strukturen gegeben, die dem Verein die wichtige Mitsprache und Mitarbeit an der Schaffung einer Gedenkstätte für die Frauen und mit den Frauen ermöglicht.“ (Siehe auch unseren Bericht in Nr.10 des HB).

Einzelbestellung möglich: Druckversion Seite 1 – © 2012

Thema Hoheneck kommt im Sächsischen Landtag voran

Dresden, 11.10.2012/cw – Die Abstimmungen zwischen den Fraktionen zur Novellierung des Sächsischen Gedenkstättenstiftungsgesetzes sind nach Beratungen im zuständigen Ausschuss abgeschlossen worden. Die Novelle wird am 17.10. in zweiter Lesung im Parlament beraten und verabschiedet. In der dem Parlament empfohlenen Fassung ist das einstige Auslieferungsgefängnis Kassberg als eigenständige Gedenkstätte nicht enthalten. Tatjana Sterneberg, Vorsitzende des Fördervereins Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG) Hoheneck sprach von einer „konstruktiven Aussicht auf eine realistische Betrachtung der angestrebten Gedenkstättenkultur im Erzgebirge.“ Der Verein hatte bereits im  letzen Jahr eine Konzeption für eine Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck vorgelegt und dafür plädiert, Kassberg als „Gedenkort“ in eine Gedenkstätte Hoheneck zu integrieren. „Das spart und konzentriert Ressourcen,“ betonte Sterneberg in einer Stellungnahme. Jetzt hoffe „nicht nur der Förderverein“ auf eine zügige Verabschiedung und Umsetzung des Gesetzes, damit „auch die Frauen von Hoheneck eine überfällige Würdigung in Form eines angemessenen Gedenkens am Ort ihrer einstigen Leiden“ erfahren.

BStU Rostock: Das Frauengefängnis Hoheneck

Rostock, 11.10.2012/cw – Die BStU-Außenstelle Rostock zeigt in  der Hansestadt die von der Heinrich-Böll-Stiftung konzipierte Ausstellung „Das Frauengefängnis Hoheneck“ nach dem Buch „Der dunkle Ort“ von Maggie Riepl (Text) und Dirk von Nayhauß (Fotos). Die Eröffnung findet zur „Langen Nacht der Museen“ am 27.10., 19:00 Uhr in der Gedenkstätte (Hermannstr.34 B) statt und wird bis zum 30.11. des Jahres zu sehen sein. In  einer Mitteilung der Außenstelle heißt es : „Fünfundzwanzig Frauen haben sich vom Fotografen Dirk von Nayhauß und der Autorin Maggie Riepl porträtieren lassen. Sie waren zwischen 1950 und 1989 in Hoheneck als politische Gefangene inhaftiert. Die bewegenden Schicksale dieser Frauen stehen stellvertretend für Tausende Betroffene.“

Im Rahmen des Programms wird auch der Dokumentarfilm  „Ein Tag zählt wie ein Jahr“ über Hoheneck von Kristin Derfler und Dietmar Klein gezeigt. Der Film zeichnet mehrere Schicksale von seinerzeit inhaftierten Frauen und zeigt eindrucksvolle Aufnahmen der einstigen Hölle im Erzgebirge. Der von der Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderte Film kann ebenso wie das Buch vor und nach der Veranstaltung erworben werden. Neben der ehemaligen  Hoheneckerin Edda Schönherz, die ab 21:00 Uhr aus ihrem Manuskript „Der Solist“ liest, stehen  mehrere ehemalige Gefangene des einstigen  DDR-Frauenzuchthauses für Gespräche zur Verfügung. Regina Labahn, früher wohnhaft in Mecklenburg-Vorpommern und seinerzeit wegen Republikflucht zur Haft auf Hoheneck verurteilt, berichtet auf Einladung der BStU als Zeitzeugin über „die schlimmste Zeit ihres Lebens.“ (Ende Sonntag, 01:00 Uhr). Eintritt für alle beteiligten Museen und Einrichtungen: Erwachsene 10 € Schüler, Studenten, Warnowpassinhaber 4 €, Kinder bis 12 Jahre frei.

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Sächsische Landesmedienanstalt:                                                                                                                          „Erinnerungen an Hoheneck“ ausgezeichnet

Dresden, 8.10.2012/cw – Björn Karnstädt, Autor für das SACHSEN FERNSEHEN, gewann in der Kategorie „Format“ den diesjährigen Leistungspreis Lokal-TV der Sächsischen Landesmedienanstalt. In  einem berührenden Film über eine Zeitzeugenbegegnung im Stollberger Veranstaltungs-Treff „Der Dürer“ mit der Autorin Ellen Thiemann („Der Feind an meiner Seite“ u.a.), der Drehbuchautorin Kristin Derfler („Es ist nicht vorbei“) und ihrem Ehemann, dem Regisseur Dietmar Klein,  hatte der Autor und sein Kameramann behutsam, aber eindringlich die Vergangenheit in den Mauern der Anlage, die düster über der Großen Kreisstadt Stollberg im Erzgebirge thront, aufleben  lassen. http://www.sachsen-fernsehen.de/Aktuell/Sachsen/Artikel/1181253/Hoheneck—Zeitzeugengespraech/

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UOKG-Chef und Prediger Rainer Wagner:                                                                                                            Veröffentlichung seiner Stellungnahme abgelehnt

Neustadt a.d. Weinstraße/Berlin, 11.10.2012/cw – Zu den publizierten Vorwürfen (siehe: „Spagat zwischen Himmel und Erde“, HB Nr.10) hat der Berliner UOKG-Vorsitzende und Neustädter Prediger inzwischen Stellung genommen. Eine Veröffentlichung lehnte der streitbare Verbandschef allerdings ab. Er untersagte die Verwendung „seines geistigen  Eigentums“ mit Hinweis auf das Urheberrecht. Wagner nahm allerdings inhaltlich zu den Vorwürfen keine Stellung. Unter dem Titel Stellungnahme des Bundesvorsitzenden „zu Angriffen eines gewissen H.“ wirft er dem Autor des vorgen. Artikels zwar vor, er antisemitiere Wagner mit dem Zitat „Juden u.a. seien Knechte Satans“, unternahm aber keinen Versuch, seine offenbar religiös untermauerten und von vielen als Skandal empfundenen Thesen zu interpretieren. Wagner bestreitet pauschal, Antisemit zu sein und sieht offenbar auch in seinen wörtlichen Bibelzitaten keine Förderung des Antisemitismus. So nimmt Wagner auch keine Stellung zum Vorhalt der UOKG-Satzung, die in  § 1 bestimmt:  „Die UOKG tritt mit aller Entschiedenheit gegen linken und rechten Extremismus, sowie Antisemitismus ein.“

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Letzte Meldung: „Derfler-Film „Spur der Hoffnung“ in der ARD

Berlin/Hamburg, 11.01.2012/cw – Der Spielfilm „Spur der Hoffnung“, Drehbuch Kristin Derfler, wird am 9. November um 22.30 Uhr im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt. Derfler verknüpft die Schicksale der Ostseeflüchtlinge zu Zeiten  der DDR mit heutigen  Flüchtlingen aus der Dritten Welt. Ein sensibler, stiller Film mit inhaltlicher Dramatik.

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Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

Nr.001                                        Förderverein – Info                   08. Dezember 2011

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Akademie zur Extremismus-Forschung auf Hoheneck?

Förderverein stellt zukunftsorientiertes Konzept für Gedenkstätte vor

Konzept mit umfangreichem Anhang - Gegen Schutzgebühr beim Förderverein anfordern

Hoheneck, 15.Dezember 2011/cw – In diesen Tagen legte der Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck seine „Konzeptionelle Vorstellung“ für eine „Europäische Begegnungs- und historische Gedenkstätte“ auf dem Gelände des einstigen  DDR-Frauenzuchthauses vor. „Wir haben unsere Vorstellungen komprimiert allen Fraktionen im Sächsischen  Landtag, der Sächsischen  Staatsregierung und allen sonst an dem Projekt mitwirkenden Institutionen zugestellt und hoffen jetzt auf eine breite, offene und zielführende Diskussion über eine Realisierung“, erklärte Tatjana Sterneberg, Vorsitzende  des Vereins und selbst ehemalige Hoheneckerin, aus diesem Anlass.

Der Sächsische Landtag hatte kürzlich über einen  Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIEGRÜNEN debattiert (Drucksache 5/7435) und die Staatsregierung aufgefordert, die Verkaufsaktivitäten für die „Ehemalige Justizvollzugsanstalt auf dem Kaßberg in Chemnitz“ auszusetzen, um eine „ergebnisoffene Diskussion über die zukünftige Nutzung … als Gedenkstätte“ zu ermöglichen.

Der Förderverein BuG Hoheneck begrüßt dieses „rechtzeitige Stopp-Signal“, dass seinerzeit beim Verkauf der Immobilie Hoheneck „in dieser Klarheit wohl nicht gekommen“ war. Allerdings gibt der Vorstand in seinem Konzept-Papier zu bedenken, den „für den Verkauf tausender politischer Gefangener auch aus Hoheneck“ wichtigen Gedenkort in Chemnitz in ein umfassendes Konzept Hoheneck einzufügen, da ein „getrenntes Gedenken und der damit verbundene fiskalische und verwaltungstechnische Aufwand in einer engen Region“ dem berechtigten Anliegen nicht gerecht werde. Außerdem eigne sich die Hoheneck-Immobilie zweifellos eher für die Umsetzung eines regionalen Gesamtkonzeptes, so Sterneberg.

Erinnerung an den Besuch des Bundespräsidenten

Der Förderverein erinnert in seinem Vorwort zu dem vorgelegten Konzept an den eindrucksvollen Besuch des Bundespräsidenten im Mai diesen Jahres, den die Gründungs-Vorsitzende nicht nur angeregt sondern auch im Auftrag des Frauenkreises organisiert hatte. Der Präsident habe sich eindrucksvoll und  unmissverständlich für ein Gedenken an „die Leiden der Frauen an diesem Ort“ ausgesprochen. Und Siegfried Reiprich, Direktor der Sächsischen Gedenkstätten, hatte einen vor dem Besuch durchgeführten Gedankenaustausch mit Sterneberg aufgegriffen und in einem MDRfigaro-Interview am Tage des Staatsbesuches daran erinnert, dass in Stollberg „das zivilgesellschaftliche Umfeld“ fehle, das man braucht „um  einen  regen und rührigen Förderverein zu haben“, der dann „auch der Politik ein bisschen auf die Beine helfen kann“.

Reiprich: Zivilgesellschaftliches Engagement notwendig

Der Stiftungs-Direktor führte weiter aus: „Durchbrochen  wird das Schweigen immer nur durch zivilgesellschaftliches Engagement … Immer mussten vor Ort engagierte Bürger erst mal die Politik wachrütteln“. Tatjana Sterneberg ist auch heute noch für „dieses klare Statement eines für die Gedenkpolitik in Sachsen maßgeblichen Entscheidungsträgers“ dankbar und ein  wenig stolz darauf, „das wir und einige Stollberger Bürger diesen Appell konstruktiv aufgenommen und mit der Gründung eines Fördervereins umgesetzt haben.“

Seite 1: Mitteilungen des Fördervereins 8.12.2011

In dem vorgelegten  Papier wird „bewusst und in Kenntnis der schrecklichen Geschehnisse während der ersten  deutschen  Diktatur“ auch an die Leiden politisch Verfolgter, vornehmlich aus Stollberg, erinnert und auch „die Erforschung dieses weiteren dunklen Kapitels deutscher Geschichte auf Hoheneck“ gefordert. Dazu gehöre auch die Dokumentation der einstigen  Verantwortlichkeiten von KZ-Aufseherinnen, die auch in Hoheneck inhaftiert waren und die Erforschung der makaberen Verhaltensweisen einstigen  Gefängnis-Personals, das bei seinen Unmenschlichkeiten und Folterungen Unschuldiger „die Gründe für die Verurteilung der ehemaligen KZ-Aufseherinnen offensichtlich ignoriert hat“.

Ein bleibendes Denkmal für die Verfolgten  Frauen überfällig

Mahnend weist der Verein darauf hin, dass im  Bewusstsein der Öffentlichkeit bisher vorwiegend der männlichen  Verfolgten  gedacht wird. Es ei überfällig, auch den Frauen ein würdiges und bleibendes Denkmal zu setzen. In  das Frauenzuchthaus wurden überdies von den Frauen nicht nur Kinder mitgebracht, sondern auch dort geboren. Den Müttern wurden diese Kinder schließlich brutal entrissen und verschiedentlich sogar Zwangsadoptionen durchgeführt.

Seite 2: Mitteilungen des Fördervereins 8.12.2011

Sächsische Akademie zur Extremismus-Forschung

Schließlich führt der Förderverein  aus, dass im Hinblick auf die Größe des betroffenen Areals nur eine „gemischte Nutzung“ der Immobilie umsetzbar wäre. Dazu gehöre neben dem Gedenkstättenbereich eine „gleichrangige Begegnungsstätte“ wie „zukunftsträchtige Institutionen wie die einer „Sächsischen Akademie zur Erforschung und Bekämpfung von Extremismen in Politik und Gesellschaft“. Sterneberg: „Wo denn sonst können wir jungen  Menschen die Auswirkungen linker und rechtsextremer Gedanken nahe bringen als am Ort extremistischer Wüterei gegen unschuldige Menschen?“

Die Unterbringung einer Außenstelle der TU Chemnitz zu Forschungszwecken vor Ort wie die Zusammenführung der „noch immer an unterschiedlichen  Stellen verwahrten Dokumente und Akten über Hoheneck“ an einer Stelle stehen als Denkanstösse ebenso auf der Agenda wie die Teilnutzung durch ein Hotel (für die Unterbringung von Seminaristen und Besuchern) und die Einrichtung für Sport und Begegnung für Jugendliche durch die Stadt Stollberg.

Trotz zweifellos „vorhandener Irritationen“ in den teils heftig geführten  Diskussionen um eine Zukunft des seit 2001 kaum genutzten Areals sieht der Vorstand des Fördervereins optimistisch in die Zukunft: „Da wir uns weder als Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen verstehen noch unrealistische Lösungen anstreben, sondern im Gegenteil auf die aktive Unterstützung aller Kräfte abstellen, die sich für eine Gedenkstätte in  Hoheneck engagieren wollen oder schon engagiert haben, sehen  wir für den Förderverein gute Ansatzpunkte und genug Möglichkeiten, dieses Projekt vereint zu fördern;“ stellte Tatjana Sterneberg abschließend fest.

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Berlin/Dresden, 12.06.2011/cw – Ausgerechnet die erklärten Protagonisten der Bürgerrechte und Meinungsfreiheit wollen nur 21 Jahre nach dem Ende der zweiten deutschen  Diktatur erneut die Überwachung der politischen  Einstellung der Bevölkerung einführen. Zwar sollen als Schwerpunkt einer angeregten Langzeitstudie „antidemokratische und menschenfeindliche Einstellungen“ festgelegt werden, wie die Freie Presse berichtet. Und es handelt sich bei dem Vorhaben um  die Überwachung der sächsischen, also nur eines Teiles der deutschen Bevölkerung. Allerdings haben „Experten“ in einer Sitzung des Innenausschusses des Sächsischen Landtages dieses Vorgehen „parteiübergreifend“ empfohlen, wie der demokratiepolitische  Sprecher der SPD-Fraktion, Henning Homann, anschließend erklärte.

Demokratie offensiv verteidigen: Tatjana Sterneberg in Diskussion mit Generalleutnant a.D. des MfS/DDR, Wolfgang Schwanitz, der auch Mordaufträge abzeichnete

Die Experten lehnten allerdings in der Mehrzahl eine Einbeziehung linksextremer Ansichten in die Langzeitstudie ab: „Sie werden keinen  Linksextremisten finden, der einen Obdachlosen anzündet“, begründet der Rechtsextremismusforscher Richard Gebhardt diese extrem, weil sehr einseitig erscheinende Ansicht, der auch der demokratiepolitische Sprecher der Grünen, Miro Jennerjahn, ausdrücklich zustimmt. „Eine Beobachtung des Linksextremismus sei nicht umsetzbar“, meint Jennerjahn, denn „dies scheitere an einer tragfähigen Begriffsdefinition.“

Menschen- und Bürgerrechtler bewerten das Vorhaben der sächsischen  Politiker als alarmierend. „Hier ist Gefahr für die Demokratie und unsere Grundwerte im  Verzug,“ betonte die Vereinigung 17. Juni in einer ersten  Stellungnahme, die über Pfingsten verbreitet wurde. Auch die SED habe die Überwachung unliebsamer politischer Gegner mit deren extremistischen und demokratiefeindlichen Einstellungen begründet. Jeder, der gegen die Grundsätze des Sozialismus agiere, sei in  diese Kategorien einzustufen. Natürlich könne ein Sozialist oder Kommunist niemals diese feindlichen Einstellungen haben und brauch(t)e daher auch nicht überwacht zu werden. So seien seinerzeit die sehr unterschiedlichen Begriffsdefinitionen  von „Freiheit“ und „Demokratie“ zwischen  der Bundesrepublik und der SED-Diktatur nie tragfähig untersucht worden. Diese seien vielmehr meist unterschiedslos in einen Bewertungstopf geworfen und in der politischen Diskussion „linker Traumtänzer“ absichtlich oder fahrlässig untergemischt worden: „Die Grenzen wurden im  Gegensatz zur Definition rechter Politik nie klar gezogen“, kritisiert die Vereinigung. So sei auch die Leugnung nationalsozialistischer Verbrechen durch „rechte Dumpfbacken“ wie die Leugnung kommunistischer Verbrechen durch „linke Dumpfbacken“ signifikant.

Aufklärung durch Information: Carl-Wolfgang Holzapfel überreichte im Jahr 2000 einer Schule in Landsberg am Lech auf seine Kosten Exemplare des "Tagebuch der Anne Frank"

Es stehe außer Frage, dass sich eine Demokratie „wehrhaft“ der Auseinandersetzung mit den Extremen von Links und Rechts stellen und diese „aktiv“ betreiben müsse, dies belegten die schlimmen Erfahrungen in der von Rechts und Links gemeinsam gemordeten Weimarer Republik. Dies könne aber ausschließlich nur durch entsprechende demokratische Regularien, wie der permanenten Aufklärung und öffentlichen  Diskussion, geschehen. Eine Wiedereinführung von Methoden, die an die glücklich und unter vielen Opfern überwundenen staatlichen Repressionen der Diktaturen von Rechts und Links in Deutschland erinnerten, sei mit den einstigen Freiheitskämpfern vom 17. Juni 1953 und mit den Bürgerrechtlern, die während der NS-Zeit und nach dem Krieg gegen „Mauern und Stacheldraht“ gekämpft hätten, nicht umzusetzen. Im Gegenteil würden diese Ansätze demokratiepolitischer Sprecher auf „unseren energischen Widerstand“ stoßen.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK)  17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

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