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Berlin/Gardelegen, 27.09.2012/cw – IKEA produziert nach eigenen Angaben weiterhin unter Nutzung von Insassen in Haftanstalten. Dies berichtet die linke Wochenzeitung  jungle world in ihrer Ausgabe 35 vom 30.08.2012.

In seinem lesenswerten Bericht über die Gemeinde Gardeleben in Sachsen-Anhalt berichtet Ivo Bozic u.a. über den VEB Möbelfabrik Gardelegen, der für den schwedischen Möbelhaus-konzern hier ab 1982 Billy-Regale produzieren ließ. „Billige Billys wegen billiger Löhne in der DDR. Kaufen konnte man die Pressspan-Möbel dort nicht. Nach der Wende übernahm Ikea selbst bzw. die hundertprozentige Tochterfirma Swedwood das Unternehmen. Das Firmenschild steht noch an der Straße hinter einem Stacheldrahtzaun.“

2009 stellte IKEA die Produktion gegen heftige Proteste ein: „… die Produktion wurde in die Slowakei verlegt. Exakt zweieinhalb Minuten soll die Versammlung gedauert haben, bei der die Geschäftsleitung den Beschäftigten die Schließung mitteilte. 178 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter landeten auf der Straße. Sie protestierten vor Ikea-Filialen mit Transparenten wie »Hier stehen die verlorenen Kinder der Ikea-Familie« und »Ikea lässt seine gesunde Tochter sterben«. In Gardelegen war man geschockt und stinksauer.“

Zwangsarbeit auch über VEB Möbelfabrik Gardelegen?

Die Wochenzeitung berichtete nachfolgend über die Vorwürfe, nach denen IKEA „seit einigen Monaten die Ausnutzung von Zwangsarbeit vorgeworfen“ werde. „In mehreren Produktionsstätten in der DDR seien Gefängnisinsassen, darunter auch politische Gefangene, eingesetzt worden. Ob auch Gardelegen betroffen ist, weiß man bei Ikea nicht, es wurde eine Untersuchungskommission eingerichtet und eine Hotline.“

Der Autor zitiert die Pressesprecherin des Konzerns, Sabine Nold, nach der IKEA derzeit nicht wüsste, an wie vielen Standorten der Konzern in der DDR produzieren ließ. „Die Akten habe man nicht mehr und außerdem sei der Vertragspartner die Außenhandelsorganisation der DDR gewesen. Die habe die Aufträge dann verteilt,“ so Nold um dann  einzuräumen: „Auch heute lasse Ikea Möbel von Häftlingen produzieren, sagt Nold. Weltweit und auch in Deutschland.“ Definitiv sei aber Zwangsarbeit und die Beschäftigung politischer Häftlinge ausgeschlossen.

„Sinnvolle Arbeit in Haftanstalten“

Tatjana Sterneberg, Vorsitzende des Fördervereins BuG Hoheneck,  will das so nicht akzeptieren: „Wer definiert denn heute den „politischen“ Häftling?“ fragt die einstige Gefangene im Frauenzuchthaus Hoheneck der DDR. Hier agiere IKEA wohl nach den eigenen Farbgebungen, also blauäugig. Solange aus der Arbeit von Gefangenen generell

aus niedriger Bezahlung und Steuer-Vorteilen Profit erwirtschaftet werde, sei diese Form der Wirtschaftsbetätigung „äußerst fragwürdig.“

Sabine Nold sieht das aufgabengemäß anders, nach der Ikea Häftlingsarbeit … eher als soziales Engagement des Unternehmens versteht: „Die Gefängnisse brauchen händeringend sinnvolle Arbeit, die sie den Häftlingen anbieten können“, zitiert jungle world und fragt: „Was kann sinnvoller sein, als für vielleicht elf Euro pro Tag Billy-Regale zu verpacken?

LINK: http://jungle-world.com/artikel/2012/35/46145.html

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

 

 

Berlin, 26.09.2012/cw – Der schwedische Möbelhauskonzern IKEA will im  Herbst erste Ergebnisse über seine Untersuchungen zur DDR-Zwangsarbeit für den Konzern vorlegen. Dies teilte IKEA-Deutschland auf Anfrage der Vereinigung 17. Juni in Berlin mit.

Hotline Ende August stillgelegt

IKEA hatte nach Interventionen der Vereinigung im Herbst 2011 und einem  Bericht im  schwedischen Fernsehen vom Mai diesen Jahres eine Hotline eingerichtet, über die sich betroffene ehemalige politische Häftlinge der einstigen DDR an eine beauftragte Wirtschaftsagentur wenden konnten. Die übermittelten Daten über die einstige Zwangsarbeit für IKEA sollten in die Untersuchungen einfließen.

Wie der Konzern in seiner Antwort mitteilte, habe man die Hotline „wegen mangelnder Inanspruchnahme“ Ende des vorigen  Monats eingestellt. Die Email-Adresse stehe aber nach wie vor für die Kontaktaufnahme oder Übermittlung von Daten zur Verfügung:

DDRAufarbeitung.IKEA@de.ey.com.

Die Vereinigung bestätigte  ein  Nachlassen der Meldungen durch ehemalige Zwangsarbeiter: „Während unmittelbar nach unseren Protesten, denen sich andere Opferorganisationen wie der Dachverband UOKG und die VOS dankenswerterweise nach einigem Zögern angeschlossen hatten, zahlreiche Meldungen eingingen, hat sich das in den letzten Monaten nahezu auf Null zu bewegt“, sagte ein Sprecher heute in  Berlin. Der Verein schließt aber nicht aus, daß sich betroffene Personen vergeblich über die jetzt geschlossene Hotline gemeldet und „dann einfach aufgegeben haben.“ Es würde zu wenig die Sensibilität vieler ehemaliger Verfolgungsopfer berücksichtigt, die nach den schrecklichen Erfahrungen vielfach schnell resignieren würden und den einstigen Mut, ihre berechtigten Anliegen durchzusetzen, in den Zellen der roten  Diktatur verloren hätten. Auch auf diesem Sektor besteht ein immenser Nachholbedarf, um  diesen Menschen durch einen Ausbau der Beratungsangebote Hilfe zu vermitteln, betonte der Verein.

Bitte um Verständnis

In seiner Antwort bat IKEA um Verständnisdafür, dass wir vorab keine Aussagen zu den Inhalten der Untersuchung machen können. Sicher können Sie sich vorstellen, dass der Umfang der auszuwertenden Dokumente immens war und auch die qualifizierte Auswertung der Aussagen von Zeitzeugen viel Zeit in Anspruch nimmt. Dies insbesondere auch deshalb, da wir das erste Unternehmen sind, dass sich diesem Teil seiner Unternehmensgeschichte widmet und wir an vielen Stellen Basisarbeit leisten müssen,“ so IKEA-Pressesprecherin Sabine Nold am Dienstag.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin/Hofheim-Wallau, 28.06.2012/cw – Das schwedische Möbelhaus IKEA hat einen „unabhängigen Untersuchungsausschuss“ (so Pressesprecherin Sabine Nold) eingerichtet, um die diversen Vorwürfe gegen IKEA im Zusammenhang mit geleisteter Zwangsarbeit durch einstige politische Gefangene in der DDR zu untersuchen.

Nach Nold habe man bereits „tausende Akten der BStU“ gesichtet, ohne bisher „eindeutige und aussagefähige Unterlagen“ gefunden zu haben. Daher habe man sich dazu entschlossen, eine kostenlose Hotline (Tel.: 0800 0007 303) einzurichten, um Betroffenen und Zeitzeugen die Möglichkeit zu geben, sich direkt an den Untersuchungsausschuss zu wenden. Hilfreich seien neben den Angaben über Ort, Zeitraum und Tätigkeit besonders Informationen, die den einstigen  Gefangenen Hinweise auf eine Involvierung des schwedische  Möbelhauskonzerns gegeben hätten.

Erstaunt zeigte sich Sabine Nold darüber, dass die Medien die Hotline in der jüngsten Berichterstattung nicht veröffentlicht hätten, obwohl IKEA in der eigens zu diesem Zweck herausgegebenen Presseerklärung ausdrücklich darauf verwiesen habe.

Abschließend betonte Nold gegenüber der Vereinigung 17. Juni, dass IKEA „nach wie vor“ an einer gründlichen  Aufklärung der Vorwürfe gelegen sei und man „mit Hochdruck“ daran arbeite.

Die Vereinigung 17. Juni bittet darum, sich im Falle einer Meldung bei IKEA auch dem Verein Rückmeldung zu geben, damit „nach dem Vier-Augen-Prinzip“ eine Erfassung der tatsächlich erfolgten  Meldungen an den Möbelhaus-Konzern möglich ist: Unter verein17juni1953@aol.com ist dies jederzeit formlos möglich.

Die Vereinigung wird sich in dieser Sache erneut an BStU-Chef Roland Jahn wenden und diesen wegen der grundsätzlichen Bedeutung bitten, eigene Ermittlungen  einzuleiten und Sichtungen der Akten mit dem Ziel vorzunehmen, Belege aufzufinden, die eine Zwangsarbeit für IKEA und/oder eine Beauftragung von DDR-Unternehmen durch den schwedischen  Möbelhauskonzern belegten.

Rückfragen unter: 030-30207785 oder 0176-48061953 (Vorstand).

Nachfolgend die PE vom 25.06.2012 von IKEA zur Information:

„IKEA intensiviert Untersuchung der DDR- Vergangenheit

[National]  Hofheim-Wallau, 25.6.2012. Hotline soll zur Aufklärung der Produktions-bedingungen bei Lieferanten in der ehemaligen DDR beitragen.

Das schwedische Möbelunternehmen hat eine Hotline eingerichtet, unter der sich Menschen melden können, die zur Aufklärung der Produktionsbedingungen von IKEA Produkten bei Lieferanten in der ehemaligen DDR beitragen möchten. Die Angaben werden im Rahmen einer bereits laufenden, externen Untersuchung entgegengenommen. IKEA erhofft sich von diesem Schritt ein möglichst vollständiges Bild der damaligen Ereignisse zu erhalten. Beauftragt mit der Aufklärung der Sachverhalte ist eine gesetzlich zur Unabhängigkeit und Verschwiegenheit verpflichtete Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Mit einem spezialisierten Team aus Historikern, Sozialwissenschaftlern und Ermittlungsexperten wird die Ernst & Young GmbH Wirtschafts-äprüfungsgesellschaft die DDR-Vergangenheit von IKEA aufarbeiten.

Seite 1 der PE: Hotline für DDR-Opfer

IKEA akzeptiert keine Zwangsarbeit

IKEA verurteilt die Beschäftigung von politischen Gefangenen in der Produktion aufs Schärfste und nimmt die Vorwürfe, dass dies bei der Produktion von IKEA-Produkten in den 60er- bis 80er-Jahren in der ehemaligen DDR passiert sein soll, sehr ernst. Sollte das tatsächlich passiert sein, so ist dies völlig unakzeptabel und zutiefst bedauerlich. Unsere Produkte müssen unter akzeptablen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Seit 2000 gilt bei uns ein sehr strenger Verhaltenskodex (IWAY), um dies sicherzustellen. Mithilfe eines gut entwickelten Kontrollsystems überprüfen wir, dass dieser Kodex eingehalten wird. Wir führen jährlich mehr als 1.000 angekündigte und unangekündigte Kontrollen bei unseren Lieferanten durch.

Zeitzeugen oder Menschen, die Angaben zu Produktion von IKEA Produkten in der ehemaligen DDR machen möchten, erreichen das Team von Ernst & Young

  • telefonisch: montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr unter der
    kostenfreien Nummer 0800 0007 303 oder
    aus dem Ausland (gebührenpflichtig) 0049 6196 996 14023,
  • per Fax: 0049 6196 996 19854
  • per E-Mail: DDRAufarbeitung.IKEA@de.ey.com oder
  • per Post:
    Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
    Stichwort: IKEA DDR Aufarbeitung
    Mergenthalerallee 3-5
    65760 Eschborn

Alle Angaben können selbstverständlich auch anonym übermittelt werden.“

http://www.ikea.com/de/de/about_ikea/newsitem/DDR-Hotline

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin

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