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Berlin, 12.01.2018/cw – Die Vereine „Bürgerkomitee 15 Januar“ und „ASTAK“ laden aus gegebenem Anlass zu einer Podiumsdiskussion am Sonntag, 14. Januar, 11.30 Uhr, auf dem ehem. Stasi-Gelände (Ruschestraße 103, 10365 Berlin-Lichtenberg / U-Bhf. Magdalenenstraße) im Haus 1 (Linker Aufgang), Raum 614 ein. Eine prominente Runde diskutiert unter der Moderation von Christian Booß den einstigen „Fehlschlag“.

Am 17. Januar 1988 schlug die Stasi zu: Rund um die traditionelle Kampfdemonstration der Partei in Gedenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden Personen, die mit eigenen Parolen wie dem Luxemburgzitat ‚Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden‘ mitdemonstrieren wollten, unter Druck gesetzt, der Demonstration fernzubleiben oder verhaftet. Einige Tage später wurden weitere Oppositionelle festgesetzt und mit Strafverfahren bedroht.

Mit dieser Aktion sollten zum einen die sogenannten Ausreiseantragsteller getroffen werden, die sich im September 1987 zur AG Staatsbürgerschaftsrecht DDR zusammengefunden hatten. Auf der anderen Seite sollte die Opposition enthauptet werden, die prominenten Köpfe wie Bärbel Bohley, Wolfgang Templin, Ralph Hirsch, Vera Wollenberger (Lengsfeld) und Werner Fischer sowie die Künstler Freya Klier und Stephan Krawczyk kriminalisiert werden. Die Stasi mußte jedoch bald von dieser harten Linie abweichen. Die Proteste in der DDR, die Stellungnahmen der Evangelischen Kirche, wie der Bundesregierung und die Medienbericht- erstattung zwangen die SED und die Stasi („Schwert und Schild der Partei“) zu Kompromissen. Diese mussten von der zunächst praktizierten harten Linie abweichen.

Im Nachhinein erwiesen sich die Proteste sogar als eine Art Generalprobe für das Protestjahr 1989. Bis heute zeigen die Ereignisse im Rückblick Widersprüche und werfen neue Fragen auf.

Auf dem Podium diskutieren:

Günter Jeschonnek, Regisseur, am 10.12.1987 ausgebürgert, damals Mitbegründer und Sprecher der AG Staatsbürgerschaftsrecht der DDR; Monika Walendy, Ärztin, am 17. Januar 1988 inhaftiert, damals Mitglied der AG Staatsbürger-schaftsrecht der DDR; Wolfgang Templin, Publizist, am 25. Januar 1988 verhaftet und 5. Februar 1988 ausgewiesen, damals Initiative Frieden und Menschenrechte; Hans-Jürgen Börner, ehemals ARD-Korrespondent in der DDR und Stephan Krawczyk, Sänger und Schriftsteller.

© 2018 Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 03030207785 (1342).

 

 

Berlin, 4.11.2016/cw – Das Bürgerkomitee ‚15. Januar‘ e.V. Berlin, ein Verein zur Aufarbeitung der DDR- und Stasi-Geschichte stellt in der Reihe „Bücher-Ecke – Aufarbeitungsautoren“ am Mittwoch, 9.November 2016 19.00 Uhr (Raum 614) in der Ruschestr.103, Haus 1 in der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg (U-Bhf. Magdalenenstraße) „Historische Stadtspaziergänge auch zur DDR und Stasi- Geschichte  in einer europäischen Metropole“ vor. Der Eintritt ist frei.

Dr. Martin Jander (1955) wird seinen Reiseführer „Berlin (Ost) 1945 – 1990“ (Mitteldeutscher Verlag, 2015) vorstellen und dabei auch über das Konzept „politischer Bildung auf der Straße“ sprechen. Der Historiker und Journalist hat mit dem Erscheinen des neuen Bandes bereits den fünften Reiseführer zum Thema Berlin/DDR verfasst [Berlin (DDR), 2003; Berliner Mauer, 2006; Orte der SED-Herrschaft, 2007; Orte der friedlichen Revolution, 2009;]. Die Texte dieser Stadtführer bildeten auch die Grundlage für die App „DDR-Diktatur in Berlin“ der ´Stiftung Aufarbeitung`. Jander betreibt neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit auch die Stadtführungsagentur „Unwrapping History“.

Der Referent studierte in West-Berlin Geschichte, deutsche Literatur und politische Wissenschaften. Er schrieb eine Dissertation über die Geschichte der DDR-Opposition-Gruppe „Initiative für Unabhängige Gewerkschaften“. Seither publizierte Jander neben den verschiedenen Stadtführern Themenhefte in der Reihe „Geschichte betrifft uns“.  Jander unterrichtet am Zentrum der „Stanford University“ in Berlin und forscht im Rahmen der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur über den linken deutschen Terrorismus (RAF, Bewegung 2. Juni, Revolutionäre Zellen).

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.169)

Berlin, 18.02.2012/cw – Wie auf dieser Seite bereits vor dem offiziellen Rücktritt des Bundespräsidenten angekündigt, dreht sich das Personalkarussell immer schneller. Wie erwartet wird an vorderster Stelle Joachim Gauck angeführt und dabei auch (wieder) als „Präsident der Herzen“ gepostet.

Auffällig dabei die mangelnde Distanz gerade der Medien, die unter dem Postulat „Wächter der Demokratie“ in den vergangenen Wochen besonders eifrig mit ihrer Kritik am zurückgetretenen Bundespräsidenten getitelt hatten. Allein daraus stellt sich die berechtigte Frage, ob die Kritik an Christian Wulff nicht doch politisch motiviert war? Wie anders soll man die jetzt verbreitete Lobhudelei auf und über Joachim Gauck einordnen? Es sei denn, BILD und andere argumentierten, der Bürger sei der Kritik überdrüssig, man könne nicht unendlich weiter kritisch berichten…

Nun ist ja auch Joachim Gauck, wie Christian Wulff, ein ehrenwerter Mann und verdient zumindest ebenso Respekt vor seiner Persönlichkeit, das ist unbenommen. Aber ein Mann, der offensichtlich nach wie vor Willens ist, für das höchste Staatsamt zu kandidieren (Gauck wollte sich gestern im TV nicht zu dieser Frage äußern), muss sich im Vorfeld Fragen  stellen lassen. Eine erneute „Enthüllungskampagne“, diesmal gegen einen möglichen  Präsidenten Joachim Gauck, wäre nach den Erfahrungen mit der Causa Wulff in der Tat fatal für diesen Staat.

Wir haben diese Fragen und werden gerne und ohne Einschränkungen die eingehenden Antworten an dieser Stelle veröffentlichen:

1. Ist die Meldung der Hamburger Zeitung DIE WELT vom 23.April 1991 richtig, wonach das ZDF verbreitete, „Gauck habe die vom MfS über ihn angelegten Akten mehrfach und über längere Zeit ohne Beisein anderer Personen eingesehen“? Wenn ja, welche Gründe führen Sie dafür an, im  Gegensatz zu betroffenen Opfern der SED-Diktatur Ihre Akten ohne Aufsicht und allein eingesehen zu haben?

2. Am 19. September 1995 publizierte die Berliner Zeitung DER TAGESSPIEGEL einen Artikel von Regina Mönch,  in dem u.a. ausgeführt wird: „Ein Exhauptmann von der Stasi brüstet sich im folgenden mit banalen Kenntnissen über den damaligen Pfarrer, und er bedauert, daß sie Leuten wie Gauck nicht auf die Sprünge gekommen sind.“ Ist es richtig, dass Sie Kontakte zu zumindest einem Hauptmann Terpe der Stasi hatten und sich mit diesem 1988 zu einem Gespräch oder Gesprächen in Ihrer Wohnung getroffen haben? Ist es richtig, dass Sie in diesem (behaupteten) Gespräch u.a. über den vorausgegangenen Kirchentag berichtet haben?

3. Ist es richtig, dass der Leiter des ZDF-Studios „Studio 1“, Bodo Hauser, 1991 Ihre Integrität als „Herr der Stasi-Akten“ bezweifelt hat und Sie, Herr Gauck, als Organisator des DDR-Kirchentages 1988 für den   ›störungsfreien Ablauf‹ von der Staatssicherheit höchstselbst belobigt worden sind (DER SPIEGEL 17/1991)? Auch Hauser berichtete darüber, Sie hätten Ihre persönlichen Unterlagen im Rostocker Stasi-Bezirksarchiv stundenlang allein eingesehen; ist das richtig?

4. Ist es richtig, dass Peter Michael Diestel, damals Innenminister der Regierung de Maizière, den Vorgang der alleinigen  Akteneinsicht als ›eindeutig illegal‹ und ›rechtswidrig‹ bezeichnet hat?

5. Ist die Behauptung richtig, dass Sie für Ihre angebliche Kooperation mit der Stasi mit einem VW- Bus entlohnt wurden, der für DDR-Normalbürger unerreichbar war?

6. Steht die Ausreise Ihrer Kinder aus der DDR in einem Zusammenhang mit Ihrer behaupteten Kooperationsbereitschaft zu Staatorganen der DDR? Wie erklären Sie sich die außergewöhnlich erscheinende Besuchsmöglichkeit Ihrer Kinder bei Ihnen in der DDR nach deren erfolgter Ausreise? Welche Erklärung haben Sie für die Ihnen eingeräumte Reisemöglichkeiten in das kapitalistische Ausland (BRD)?

7. Sie haben auf einer Veranstaltung der BStU anlässlich der Wiedereröffnung des Hauses 1 (ehem. Mielke-Haus)in der Ruschestraße zur Begründung der Integration von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern in die Behörde durch Sie u.a. geäußert, Sie „könnten auf die Befindlichkeiten von Stasi-Opfern keine Rücksicht nehmen“? Wie begründen Sie diese unter Pfiffen und Buhrufen anwesender Opfer gemachte Äußerung nach einem gewissen zeitlichen  Abstand?

 

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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