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Bukarest/Berlin, 31.08.2014/cw – Der Vorstandsbeauftragte der UOKG, Dr. Wolfgang Christian Fuchs, ist am vergangenen Wochenende zum neuen Präsidenten der Inter-Asso gewählt worden. Laut Fuchs gab es keinen Gegenkandidaten, die Wahl erfolgte einstimmig.

Die „Internationale Assoziation ehemaliger politischer Gefangener und Opfer des Kommunismus e.V.“ (kurz: Inter-Asso) ist ein Zusammenschluss von Verfolgtenverbänden in den einstigen kommunistisch regierten Staaten Europas und vertritt deren Interessen auf Europäischer Ebene. Mit der Wahl von Fuchs erweitert sich (erneut) der Einfluss der UOKG auf die Verbändepolitik und die Bündelung gemeinsamer Interessen der Verfolgten durch die kommunistischen Diktaturen in Europa. Die weiteren Mitglieder des Präsidiums sind: Brasov Octav Bjoza, Rumänien; Andras Dedi, Ungarn; Peteris Simons, Lettland und Jan Kosiar, Slowakei.

Bescheiden nim Hintergrund: Der Präsident der Inter-Asso, Dr. Fuchs (v.li.) bei der Ehrung. Im Bild: Senator Frank Henkel u. Erika Steinbach - Foto: LyrAg

Bescheiden im Hintergrund: Der Präsident der Inter-Asso, Dr. Fuchs (v.li.) bei der Ehrung. Im Bild: Senator Frank Henkel u. Erika Steinbach – Foto: LyrAg

Fuchs-Wahl von  SED-Verfolgten begrüßt

Beobachter begrüßten die Wahl des erst im Frühjahr zunächst als Direktor und dann als Vorstandsbeauftragten der UOKG eingeführten einstigen hochrangigen Mitarbeiters im Bundesinnenministerium und Sicherheitsexperten in dieses wichtige Amt. Mit Fuchs sei eine „nicht egomanisch ausgerichtete und mit großer Sachkenntnis ausgestattete Persönlichkeit“ an die Spitze der Assoziation gewählt worden. Seine ausgeprägte Bescheidenheit wird von seiner Umgebung besonders hervorgehoben. Fuchs stelle „die Arbeit und nicht die Person in den Mittelpunkt seines Handelns,“ äußerte der Vorstand der Vereinigung 17. Juni in Berlin in einer ersten Stellungnahme.

Deutlich wurde dies auch am gestrigen Samstag, wo Fuchs als Repräsentant der UOKG am „Tag der Heimat“ in der Berliner URANIA und der anschließenden Kranzniederlegung am Denkmal der Vertreibung am Theodor-Heuss-Platz teilnahm. Hier wurde er auf den hinteren Reihen gesichtet bzw. stand er bescheiden bei der Kranzniederlegung im Hintergrund, da die Akteure des Bundes der Vertriebenen, allen voran die scheidende Präsidentin Erika Steinbach, nichts von der neuen Funktion und damit der Anwesenheit des Präsidenten der Inter-Asso ahnten. Folglich konnte dieser auch nicht eigens durch Steinbach begrüßt werden, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, der ehem. bayerische Kultusminister Prof. Dr. Hans Mayer, der Historiker Prof. Arnulf Baring, der ehem. Bundesinnenminister und Präsident des Deutsche Roten Kreuzes, Dr. Rudolf Seiters und der Präsident des Ungarischen Parlamentes, László Kövér, um nur einige der prominenten Gäste zu erwähnen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Verleihung der Goldenen Ehrenplakette an die Bundeskanzlerin und die mit stehenden Ovationen verabschiedete scheidende Präsidentin des Bundes der Vertriebenen.

Verleihung der Ehrenplakette in Gold an Angela Merkel in der URANIA, re. Erika Steinbach - Foto: LyrAg

Verleihung der Ehrenplakette in Gold an Angela Merkel in der URANIA, re. Erika Steinbach – Foto: LyrAg

Auf Nachfrage, warum seine Wahl an die Spitze eines europäischen Verbandes (auch von der UOKG) bisher nicht publiziert worden sei, sagte Christian Fuchs, er könne ja wohl „schlecht über sich selbst schreiben.“ Fuchs sprach die Hoffnung aus, mit seinen „bescheidenen Möglichkeiten“ die Arbeit der Inter-Asso in den nächsten vier Jahren begleiten und fördern zu können.

Denkmale an den Widerstand

Auf dem Kongress, der einmal jährlich in einem anderen Land Ost-Europas stattfindet, wurde u.a. eine Resolution in drei Kapiteln verabschiedet. Der erste Teil der Resolution bezieht sich auf den Bau von Denkmälern zur Erinnerung an den antikommunistische Kampf in Ländern des einstigen Ostblocks und die Notwendigkeit, die Geschichte in den Schulbüchern in allen ehemals kommunistischen Ländern zu dokumentieren. Es sei wichtig, über die Schrecken des Kommunismus und die Opfer, die von ehemaligen politischen Gefangenen erbracht wurden, weil sie nicht die kommunistische Gesellschaftsordnung in ihren Ländern akzeptieren wollten, zu sprechen. Die Schüler müssten über die Schrecken des Kommunismus ebenso unterrichtet werden, wie über die Schrecken des Nationalsozialismus und des Holocaust, damit Grundlagen geschaffen werden, die eine Wiederholung in der Zukunft ausschließen.

Unterstützung für ein Institut in Deutschland

Das zweite Kapitel der verabschiedete Resolution bezieht sich auf die Unterstützung der Arbeit des Instituts für Osteuropa in Deutschland, damit eine Reihe von wichtigen Dokumenten des Widerstandes und über die Repressalien, denen antikommunistische Kämpfer unterzogen wurden, bewahrt werden könnten. Viele andere Dokumente seien von den kommunistischen Regimen vor ihrem Verschwinden zerstört worden. Das Institut sei in Gefahr, seine Türen wegen mangelnder Finanzierung schließen zu müssen. Der Kongress forderte alle relevanten Interessengruppen auf, diese Aktivität zu unterstützen.

Gefahr aus Ukraine-Konflikt

Der letzte Teil der auf dem Bukarester verabschiedete Resolution bezieht sich auf die aktuelle Situation in der Ukraine. Die Mitglieder der ASSO INTER fordern alle Parteien auf, für den Konflikt in der benachbarten Ukraine friedliche Lösungen zu finden: „Wir sind uns bewusst, dass die Gefahr einer Ausdehnung des Konfliktes auf die baltischen Länder droht.“(849)

Anmerkung der Redaktion: Da uns die Resolutionen bei Abfassung des Berichtes nur in unzureichender deutscher Übersetzung vorlagen, bitten wir vorsorglich um Verständnis für etwaige Abweichungen von den tatsächlich verabschiedeten Texten.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.:030-30207785

Gerüchte um „Zeugnisse der Geschichte“ nie verstummt

AMos – Die Gerüchte halten sich hartnäckig, ja wurden durch ehemalige Mitarbeiter des Museums „Haus am Checkpoint Charlie“ in den vergangenen Jahren regelmäßig genährt: Die im Museum mit großem Erfolg verkauften Unikate von Brocken der Berliner Mauer seien erst im Nachhinein für den Verkauf produziert worden. Das Museum hat dieser Darstellung stets energisch widersprochen. Die eine noch die andere Darststellung konnte nie bewiesen werden.

Neben dem Uniform-Mantel des ungarischen Aufstands-Helden von 1956, Pal Maleter, zeigte das Museum am weltberühmten ehemaligen Checkpoint Charlie unter anderem auch Rock und Sandalen des indischen Freiheitskämpfers Mahatma Gandhi. … Das Museum … zog … nun strittig gewordene historische Trophäen aus der Ausstellung zurück, sie verschwanden in den Asservaten. Ob sich das Museum nun von diesen …. Zeugnissen der Geschichte trennt, ist derzeit nicht bekannt.

Redaktionelle Anmerkung: Ursprüngliche Passagen bezüglich historischer Zeugnisse Gandhis
im Artikel vom 14.12.2008 sind auf Wunsch der Erben Gandhis einstweilen gelöscht worden
(….), da die rechtliche Auseinandersetzung n i c h t beendet ist. 23.12.2008/CWH

Doch weiteres Ungemach scheint am Horizont aufzuziehen. Nicht nur soll die Finanzbehörde mit der Museums-Erbin um erhebliche Millionensummen streiten – was bei den erzielten Einnahmen noch wegzustecken sein dürfte – schlimmer sind die Vorwürfe um die „Rainer-Hildebrandt-Stiftung“, die seit einiger Zeit in Insider-Kreisen kursieren und, wenn sie denn halbwegs wahr wären, das AUS für das weltberühmte Museum bedeuten könnten. Noch am 12.Dezember diesen Jahres verlieh die Hildebrandt-Witwe die nach ihrem Mann benannte Medaillie für Verdienste um die Menschenrechte an den DRK-Präsidenten Rudolf Seiters. Anstelle des zunächst verpflichteten Innenministers Dr. Wolfgang Schäuble hatte der ehemalige Umwelt-Kommissar der Vereinten Nationen Klaus Töpfer die Laudatio auf den vormaligen Minister-Kollegen gehalten. Wohl kaum einer in der im Museum versammelten Festgesellschaft ahnte von den unheilvollen Gerüchten um die Stiftung, die als Verleiher des Menschenrechtspreises seit einigen Jahren auftrat. Sollten sich diese Gerüchte als Wahrheit herausstellen, wäre auch dies wohl die letzte Preisverleihung in diesem Rahmen gewesen.

Denn nicht erst seit gestern flüstern die Auguren von seltsamen Begebenheiten um die seinerzeitige Stiftungs-Gründung in der Schweiz. So soll Rainer Hildebrandt die Gründungsurkunde in der Schweiz drei Tage vor seinem Tod selbst unterschrieben haben, während ihn der beauftragte Pflegedienst just in Berlin in seinem Haus versorgt haben soll. Wer die im Rollstuhl in das Schweizer Notariat hereingerollte Person indes gewesen ist, bleibt im Ungewissen. Vorgebliche Zeugen berichten lediglich, ein Hut sei so tief in das Gesicht des Rollstuhl-Geschobenen gezogen gewesen, dass man unmöglich eine bestimmte Person hätte bezeugen können.

Drei Tage nach der Unterschrift verstarb der Begründer des weltberühmten Museums in Berlin; nur wenige Tage später waren seine sterblichen Überreste verbrannt. Seitdem steht nicht nur eine Urne in einem Krematoriums-Regal, immerhin fünf Jahre nach dem Tod Rainer Hildebrandts. Es scheint, als würde sich auch die Witwe angesichts der dunklen Wolken über der Friedrichstraße und dem lauter werdenden Geraune über allerlei Begebenheiten um eines der meist besuchten Museen Berlins zunehmend nach Ruhe und Frieden sehnen.

Die nach wie vor zahlreichen Besucher bleiben derweil mehr oder weniger ehrfurchtsvoll vor dem Bildnis des einstigen Gründers in einer Museums-Ecke stehen, lesen die Bekundungen im seit fast fünf Jahren ausgelegten Beileidsbuch und fügen, ergriffen oder pflichtbewusst die eigene Unterschrift hinzu. Die neben dem Bildnis angezündete Kerze flackert ob der Bewegung einer schreibenden Hand, als fürchte sie, ihr Licht könne verlöschen.

* Dr. Rainer Hildebrandt wäre heute 94. Jahre alt geworden.

Der Autor dieses Artikels ist der Vereinigung 17.Juni bekannt.

V.i.S.d.P.: Vereinigung 17.Juni 1953 e.V., Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953, http://www.17juni1953.de , holzapfellyrag@aol.com

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