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Berlin, 1.05.2018/cw – Nicht geplant, dennoch pünktlich zur bevorstehenden Sause in Trier um den bärtigen „Vater des Sozialismus“, Karl Marx, der am 5. Mai mit der Aufstellung einer über fünf Meter hohen Statue geehrt werden soll: Der ehemalige politische Häftling Peter Ruegg (Berlin) stellt in der ehemalige Stasi-Zentrale am  DONNERSTAG, 3. Mai 2018, 18.00 Uhr sein Buch vor, das unlängst im OEZ- Berlin-Verlag in der Edition „DDR-Geschichte“ erschienen ist (Taschenbuch: 176 Seiten, Dezember 2017, ISBN-10: 3942437279 – ISBN-13: 978-3942437271, 16,90 €).

Durch ein DDR-Gericht wegen „Schädlingstätigkeit“ zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt war Ruegg in den Untersuchungshaftanstalten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin und in Potsdam eingesperrt. Sein „Verbrechen“ bestand ausschließlich aus wenigen Worten, die im Kreise von Freunden gesprochen wurden: „Sie wurden aus dem Zusammenhang gerissen oder willkürlich zusammengefügt, um mit viel schlechtem Willen den Tatbestand der „Staatsgefährdenden Hetze“ oder eben der „Schädlingstätigkeit“ zu erfüllen,“ beschreibt Ruegg die düsteren Hintergründe seines Prozesses.

Sein Schicksal ist jedoch nicht Gegenstand dieses Buches, schreibt der Autor. Während seiner Haftzeit traf er mehr oder weniger intensiv und für unterschiedlich lange Zeit auf hunderte andere Männer, erfuhr von ihrem Leben und hörte ihre sehr persönlichen Geschichten. Einige dieser Einzelschicksale im „Sozialismus hinter Gittern“ hat der ehemalige politische Häftling in seinem Buch beschrieben.

Der Verlag und das „Bürgerkomitee 15. Januar“ laden in Kooperation mit dem VPVDK e.V. zu dieser Veranstaltung im STASI- MUSEUM, Raum 614 in der Ruschestr.103, 10365 Berlin (U-Nhf. Magdalenenstr.) ein.  Zugang nur über den Diensteingang des Museums, 50 m links vom Haupteingang. Um Voranmeldung unter bueko_1501_berlin@web.de wird gebeten, der Eintritt ist frei.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.380).

 

Von Lutz Adler*

Korbach/Potsdam, 7.11.2016/la – Im Brandenburger Justizministerium hat es bekanntlich einen Amtswechsel gegeben. Der neue Justizminister Stefan Ludwig, *1967, (DIE LINKE) fand anlässlich der Justiz-Minister-Konferenz (JuMiKo) in Nauen am 01.06.2016 trotz eng gesteckter Termine die Zeit und auch das entsprechende Rückgrat, mit uns ins Gespräch zu kommen. Das hat bei den Betroffenen, die durch den DEMO Landesverband Hessen e.V. vertreten waren, einen mehr als guten Eindruck hinterlassen.

Annäherung: Stefan Ludwig (re.) und Lutz Adler in Nauen - Foto: Lutz Adler

Annäherung: Stefan Ludwig (re.) und Lutz Adler in Nauen – Foto: Lutz Adler

Es hat immerhin sechs Jahre gedauert, bis ein Minister zu erkennen gegeben hat, das er an einem Gespräch mit den Betroffenen interessiert ist. Die letzte Aussage seines Vorgängers habe ich persönlich noch heute im Ohr. Der gab ernsthaft zum Besten, leider nur „Elektriker“ zu sein, und „von Juristerei praktisch keine Ahnung zu haben“. Da könnte er leider gar nichts für die Betroffenen tun. Politik ist wohl auch von Personen abhängig. So blieb also meine Erwartung in die Zusage von Nauen verhalten, Gespräche mit uns zu führen.

Die derzeitige Behandlung der Betroffen, die trotz alledem den Mut haben, Anträge nach dem StrehaG zu stellen, vor den Kammern für Rehabilitation ist leider nur mit einem Wort zu beschreiben: Erbärmlich! Eine Kindheit, die von Gewalt, Missbrauch und Entrechtung geprägt war, haben wir überlebt. Und heute sollen wir den Kammern die Beweise dafür vorlegen, die wir als Kinder weder sichern noch beschaffen konnten!

Wir alle waren Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 18 Jahren, die man in Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen unter den fadenscheinigsten Begründungen eingewiesen hat. Aller Rechte beraubt und ohne die Möglichkeit der Beschwerde und der Verteidigung unserer körperlichen Unversehrtheit. Haben gerade wir nicht ein Recht auf die Wiedererlangung unserer Würde und unserer Menschenrechte? Haben wir nicht auch das Recht darauf, das diese schweren Verbrechen und mindestens deren Folgen entschädigt werden? Das 27 Jahre nach der sogen. Wende fragen und konstatieren zu müssen, sollte alle Beteiligten tief beschämen.

Nun hat sich ein Justizminister bewegt und ich muss dem unabhängig von Ergebnissen schon jetzt meinen Respekt zollen. Nach einigen Telefonaten mit dem Ministerium traten zu Beginn einige Probleme (verwaltungsrechtlicher Natur) auf, die wir als Betroffene, aber auch das Ministerium für Justiz und auch ein Minister nicht lösen konnten. So schien es zunächst!

Heimkinder: Stefan Ludwig (Mi.) im Gespräch mit Lutz Adler (2.v.li.) in Korbach/Hessen am 5.11.1016 - Foto: Lutz Adler

Heimkinder: Stefan Ludwig (Mi.) im Gespräch mit Lutz Adler (3.v.li.) in Korbach/Hessen am 5.11.1016 – Foto: Lutz Adler

Ein Ministerium für Justiz hat, so die Mitteilung aus dem Büro des Ministers, habe leider nicht die Möglichkeit und die gesetzliche Grundlage, Gäste zu Gesprächen einzuladen bzw. deren Reisekosten zu übernehmen. Das müssten oder sollten, so offensichtlich die Haltung des Brandenburger Landtages, die schwächsten Glieder in der Kette, die Kinderopfer der SED- Diktatur selbst stemmen. Diejenigen, die wirtschaftlich in der schlechtesten Position sind und die um ihre Rehabilitierung kämpfen?

Der derzeitige Justizministers des Landes Brandenburg, Stefan Ludwig, hat an diesem Punkt eine gute und richtige Entscheidung getroffen! Können die wirtschaftlich Schwächsten nicht zu ihm kommen, reist er halt zu den Betroffen und deren Vertretern! Das sind bis nach Hessen und in Summe fast 1.000 km! So traf also der Minister nebst Büroleiter und Kraftfahrer am vergangenen Samstag in 34497 Korbach ein. Offen für ein Gespräch und – auch das ist erwähnenswert und keine Selbstverständlichkeit – ohne Zeitlimit! Allein dafür unsere Hochachtung und unsere uneingeschränkte Anerkennung.

Ich kann hier nicht jedes Detail des Gespräches wiedergeben, aber es sind alle wichtigen Themen besprochen worden, die immerhin rund 250.000 Personen betreffen. Einiges will ich hier besonders erwähnen. Die unwürdige Behandlung der Betroffenen vor den Landes- und Oberlandesgerichten in Brandenburg, gefolgt von der vollkommen unverständlichen Verfahrensdauer und der Vernachlässigung der Ermittlungspflicht von Amtswegen der Kammern. Weiter ist besprochen worden, das den Betroffenen bis heute die persönliche Anhörung verweigert wird. Von einer Fürsorgepflicht der Kammern kann zumindest in Brandenburg kaum oder nicht die Rede sein. Das die meisten der Betroffenen schon längst verrentet und oft körperlich nicht mehr in bester Verfassung sind. Wer will das eigentlich verantworten?

Ein wichtiges Thema war die „Beweislastumkehr in den Verfahren ehemaliger Heimkinder der DDR“ nach dem StrehaG. Da besteht nach unserer Meinung auch im Ergebnis der bis heute vorliegenden Publikationen der Wissenschaft und auch der Betroffenen selbst dringender Handlungsbedarf!

Weiter sind meine Ausführungen zum „Beschlussregister“ (Register der Einweisungsbeschlüsse) vom Minister und dem Büroleiter – und auch dafür Anerkennung – aufmerksam verfolgt worden. Dieses Register ist bis heute in den Händen des Jugendamtes der Stadt Potsdam und kann nicht aufgearbeitet oder wissenschaftlich erschlossen werden, weil die Einsicht verweigert wird. Da besteht sofortiger Handlungsbedarf!

Unser Eindruck war nach ca. 3 Stunden Gespräch, dass dieses durchweg positiv zu bewerten ist, auch wenn dieses Gespräch oft ein Monolog war, was aber auch der Fülle der Themen (nach sechs Jahren Untätigkeit) geschuldet war. Der Minister hat uns zugesichert, das sich das Land Brandenburg auf der kommenden JuMiKo am 17.11.2016 dem Themenfeld widmen und trotz engem Zeitplan den vorbereiteten initiativen der Länder MV und Sachsenanhalt anschließen werde.

Unsere Hoffnung ist eindeutig neu befeuert worden, auch wenn es weitere Gespräche und Justierungen um das StrehaG geben muss. Inwiefern das nun noch dünne Eis trägt und wächst wird die Zukunft zeigen. Zeit ist nicht mehr lange vorhanden, für viele Betroffene auch schon längst überschritten, weil sie nicht mehr unter uns weilen. Wir appellieren an die Verantwortungsträger in Brandenburg und in den anderen Bundesländern, diesen begonnenen Dialog fortzusetzen und, wo noch ausstehend, endlich zu suchen. Die Betroffenen sind dazu bereit und dafür auch offen.

Ein herzliches „Danke!“ an den Minister für Justiz des Landes Brandenburg, Herrn Stefan Ludwig, für den hoffnungsvollen Auftakt und das gezeigte Beispiel für Bürgernähe.

* Der Autor ist 1. Vorsitzender des DEMO Landesverbandes Hessen e.V. – Siehe auch: http://www.wlz-online.de/waldeck/korbach/brandenburger-justizminister-stefan-ludwig-diskutiert-korbach-ehemaligen-ddr-heiminsassen-6943648.html  , Landeszeitung  07.11.2016

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.170)

Terminhinweis:

Freya Klier zeigt heute, Mittwoch, auf dem Hermannswerderaner Abend ihren jüngsten Dokumentarfilm über den Aufstand am 17. Juni 1953.

Mittwoch, den *19. Februar 2014*, 19:00 Uhr in der Aula des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder, Hermannswerder 18, 14473 Potsdam

Siehe dazu auch:

http://www.pnn.de/potsdam/828025/

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V.

Potsdam, 26.09.2013/cw – Ines Reich, Leiterin der „KGB-Gedenkstätte Leistikowstraße“ hatte zu einem besonderen Zeitzeugengespräch eingeladen: „Schwangerschaften in der Haft“. Etwa 20 Besucher interessierten sich für dieses Thema. Vielleicht hatten  sich aber auch weitere Interessenten ferngehalten, weil eine der Zeitzeuginnen mit ihren phantasievollen Vergangenheitsdarstellungen in die Kritik geraten war. Den Nicht-Anwesenden entging jedenfalls ein berührender, informativer Abend.

Das lag nicht zuletzt an der sensiblen und einfühlsamen Gesprächsführung von Dr. Reich, in die man sich erst einfinden mußte, die aber im  Laufe des Abends immer einsichtiger und überzeugender wurde. Denn  die Gesprächspartner, die hochbetagte Helga Gäbel (1929) und die nur vier Jahre jüngere Anita Goßler (1933) unterschieden sich trotz eines gemeinsamen Schicksals, der Geburt der jeweiligen  Tochter in der Haft, sowohl im Detail wie in deren Darstellungen. Dennoch gelang es Reich, mit anmutender Fürsorge und behutsamer Frageführung die beiden alten Damen zusammenzuführen.

Düstere Vergangenheit: Erinnerungstafel unter dem Zellengitter: KGB-Gefängnis Leistikowstraße - Foto: LyrAg

Düstere Vergangenheit: Erinnerungstafel unter dem Zellengitter: KGB-Gefängnis Leistikowstraße – Foto: LyrAg

Helga Gäbel tat sich schwer mit ihren präzisen Erinnerungen und räumte dies auch mehrfach freimütig ein. Das schmälerte keineswegs die Glaubwürdigkeit ihrer oft um  Worte ringenden Erzählungen, die sie oft mit einem  tiefen Humor belebte. Ihre Tochter wurde der Mutter rund drei Monate nach der Entbindung weggenommen, erst mit fünfeinhalb Jahren sahen sich die Beiden wieder. „Das war schwierig nach der langen Zeit. Da mußte man erst zusammenwachsen. Heute sind wir Freundinnen.“

In  der Leistikowstraße hatte der Vernehmer gedroht, ihr in den Bauch zu treten, wenn  sie nicht gestehen würde. Gäbel: „Ich wollte doch das Kind haben. Da habe ich schließlich alles unterschrieben.“ Nach der Verurteilung zu 25 Jahren („Für mich war es ein  Todesurteil, ich dachte, die wollten nur noch mein  Kind haben.“) kam Gäbel nach Hoheneck. Dort wurde sie von einer einstigen KZ-Ärztin und einer Hebamme gebadet („War das herrlich!“). Durch die Wärme wurde die Geburt gefördert.

Die Bedingungen für Mutter und Kind waren schrecklich: „Unsauber, das Kind wurde krank, hat immer geschrieen und geweint. Sogar die Windeln mußten wir in Schmutzwasser waschen.“ Helga Gäbel konnte auch nicht stillen, das Kind wurde mit der Flasche groß gezogen. „Die übrige Milch gab ich weiter an kranke Mitgefangene.“

In Hoheneck konnte sie ihre soziale Einstellung praktizieren („Ich dachte ja damals kommunistisch, ehe ich dann  das als Religion erkannte, die utopisch war.“). Sie war für die Reparaturen an den Nähmaschinen zuständig und hatte dadurch Zugang zu allen Abteilungen: „Alle nannten mich „Mohrle“. Mohrle, komm mal, da ist etwas kaputt.“ Dort lernte sie auch eine Frau von den Zeugen Jehovas kennen, die ihr ein Medaillon mit dem Bild deren Kindes schenkte: „Das habe ich dann  immer in der Hosenfalte versteckt getragen.“

Am Ende verdienter Dank: Blume4n für Helga Gäbel (li.) und Anita Goßler (re.), Mitte: Dr.Ines Reich - Foto: LyrAg

Am Ende verdienter Dank: Blumen für Helga Gäbel (li.) und Anita Goßler (re.), Mitte: Dr.Ines Reich –
Foto: LyrAg

Anita Gossler, die mit mehreren Varianten um ihre Erlebnisse zu kämpfen hat, merkte man die Rhetorik eines in der Politik beheimateten Menschen an. In klaren Sätzen schilderte sie die Gegensätzlichkeiten zu den Erlebnissen Helga Gäbels. So gab es im Haftkrankenhaus Meusdorf ein Kinderzimmer, das sauber und gepflegt war und zu dem die Mütter auch Zutritt hatten: „Die Kinder hatten kleine Bettchen.“

Aber auch Gossler wurde die Tochter, die am späteren „Tag der Deutschen Einheit“ geboren worden war, nach drei Monaten entrissen. „Sie kam zu Pflegeeltern. Die Mutter war Heimleiterin, er  (der Vater) war wohl Kreisleiter (der Partei). Meine Tochter hatte wohl eine sozialistische Erziehung, jedenfalls wollte sie später von mir nichts wissen und sagte: Niemand sei unschuldig ins Gefängnis gekommen.“

Immerhin war die Zeitzeugin bemüht, in der Vergangenheit hinterfragte Darstellungen aus ihrem Erleben zu umschiffen, um keine neuerlichen Diskussionen zu entfachen. Dennoch schilderte sie aus ihrer persönlichen Leidensgeschichte durchaus neue und dramatische Aspekte. Angeblich sei sie, so Goßler, auch in anderen Haftanstalten gewesen, sie könne sich „daran aber nicht erinnern“. In einer dieser Haftanstalten sei sie in einer Gemeinschaftszelle ihrer Mutter begegnet, die wegen ihrer Teilnahme am 17. Juni 1953 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden war. „Dann  hat das wohl jemand verraten, dass wir Mutter und Tochter waren, und da wurden wir wieder getrennt.“

In Meusdorf sei man  sehr freundschaftlich miteinander umgegangen. Aber Hoheneck war „schlimmer, als die Stasi-Haft. Erst waren wir zu Dritt, dann, glaube ich, zu Acht in einer Zelle. Man mußte aufpassen, mit wem man sprach. Es waren da ja auch Kriminelle.“

Anita Goßler wurde nach dreieinhalb Jahren (Urteil: 5 Jahre) entlassen und zog mit ihrem heutigen Mann 1957 in den Westen. Hat sie ihren damaligen Freund und Vater ihrer Tochter jemals wieder gesehen? „Mir wurde ja in  Hohneck erzählt, er sei gestorben. Das war mir egal, weil er für mich schon längst gestorben war. Ich habe ihn  nie gesucht und auch nie mehr gesehen.“

Ähnlich erging es Helga Gäbel: „Ich war nur einmal mit diesem Mann  zusammen, und schon war ich schwanger,“ kann  sie heute mit Humor in der Stimme erzählen. „Eigentlich hatte ich kein Verhältnis zu Männern. Aber als ich ihn  sah, wusste ich, der ist es.“ Der Vater ihrer Tochter wanderte nach Brasilen aus, Mutter und Tochter haben nie mehr von ihm gehört.

Für die Besucher war die Begegnung mit den alten Damen sehr eindrucksvoll. Als Fazit lässt sich so zusammenfassend sagen: An diesem Abend waren Menschen am Ort der Unmenschlichkeit und schilderten den einmal mehr betroffenen Zuhörern von ihren  schrecklichen  Erlebnissen, ohne Vibration einer Spur von  Hass auf ihre einstigen Peiniger. Wenn  die Stimmen zitterten, dann  war dies dem Alter geschuldet.

Weniger gelassen, dies sei am Ende chronistisch erwähnt, zeigte sich ein Repräsentant des Gedenkstättenvereins, der doch allen Ernstes vor einer  Berichterstattung über die Zeitzeugen-Veranstaltung eine Genehmigung durch die Gedenkstättenleitung einforderte. Erst der Hinweis auf die Öffentlichkeit der Veranstaltung und die garantierte Pressefreiheit konnte ihn von seinem Ansinnen abbringen.

Auch das bemerkenswert: An einem  Ort der Unterdrückung von Meinungsfreiheit und Grundrechten im Jahre 2013 der Versuch, Meinungsfreiheit einzuschränken.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

ZDF am Sonntag 29.09.2013, 10:15 – 10:45 Uhr

Peter Hahne: Menschenhandel im kalten Krieg: Vor 50 Jahren erster Freikauf von DDR-Gefangenen

Gäste im Studio am Brandenburger Tor:

Ute Franke, freigekauft nach zwei Jahren Zuchthaus Hoheneck

Ludwig Rehlinger, ehem. Staatssekrektär und Bonner Unterhändler

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=g3l7zHoEQ6A

Potsdam/Berlin, 18.08.2013/cw – Im Jahre 2008 beschloss das Europäische Parlament mit der Mehrheit seiner osteuropäischen Mitglieder, den 23. August zum Gedenktag an die Opfer aller totalitären und autoritären Regime zu machen. Am 23. August 1939 wurde der berüchtigte Hitler-Stalin-Pakt zwischen den beiden Diktaturen geschlossen, in dem die Grenzen Europas neu definiert wurden. Durch diesen Pakt wurde der Überfall auf Polen möglich und damit der Zweite Weltkrieg eingeleitet.

Am Gedenktag, der auch in  Deutschland trotz zahlreicher Lippenbekenntnisse noch nicht offiziell übernommen wurde, finden trotzdem aus diesem Anlass einige Veranstaltungen statt. Wir machen hier auf zwei nachstehend aufmerksam:

Teil der Gedenktafel von Bob Bahra - Foto: Zeitzeugen-Initiative

Teil der Gedenktafel von Bob Bahra – Foto: Zeitzeugen-Initiative

Gedenktafel am KGB-Gefängsnis in Potsdam

Die „Zeitzeugen –Initiative ehem. KGB-Gefängnis Leistikowstraße“ wird unter Beteiligung des Gedenkstättenvereins um 17:00 Uhr im Hof der Leistikowstraße 1 in Potsdam im Rahmen einer Gedenkfeier (Entwurf: Bob Bahra ) eine bronzene Gedenktafel anbringen. Aus Anlass des Gedenktages werden die Namen der Toten „am Ort des Grauens“ im einstigen KGB-Gefängnis verlesen. Ministerpräsident Matthias Platzeck hat des Projekt „Gedenktafel“ unterstützt.

Gedenken am Steinplatz in Berlin

Ebenfalls am 23. August, hier um 17:30 Uhr, wird die Partei „DIE FREIHEIT“ am Charlottenburger Steinplatz (Hardenbergstraße ggüb. der TU-Mensa) der Opfer beider Terror-Systeme gedenken. Am Steinplatz befinden sich Mahnsteine für die Opfer des Stalinismus und des Nationalsozialismus. Seit einigen Jahren wird dort auf Anregung unserer Vereinigung jeweils am 17. Juni anlässlich der traditionellen Gedenkfeier der VOS (Vereinigung der Opfer des Stalinismus) vor Ort der Opfer beider Unrechtssysteme gedacht. Die Veranstalter rufen Teilnehmer dazu auf, selbst Blumen und Kerzen zur Gedenkfeier mitzubringen, um  ein persönliches Zeichen der Trauer und des Erinnerns zu setzen.

V.i.S.d.P.:Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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