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Berlin, 7.11.2012/cw – Er sollte bereits 2007 vom NDR zu bester Sendezeit ausgestrahlt werden und fiel dann einer aktuellen Programmänderung zum Opfer. Nun ist der sehenswerte Spielfilm „Spur der Hoffnung“ aus dem NDR-Archiv hervorgeholt worden und wird am     9. November um 23:30 Uhr von der ARD (endlich) ausgestrahlt.

Der Sendetermin am Jahrestag der Maueröffnung ist zwar spät angesetzt, was bedauerlich ist. Es lohnt sich aber, für diesen eindringlichen und überzeugenden Film wachzubleiben. Das Drehbuch schrieb Kristin Derfler, deren weiterer Film „Es ist nicht vorbei“ (Thema: Frauenzuchthaus Hoheneck) vor einem Jahr ebenfalls zum 9. November zur besten Sendezeit (20:15 Uhr) in der ARD ausgestrahlt und im Ranking Tagessieger wurde.

Flüchtlingskind aus Sri Lanka: Satya (Brevin Koneswaran)

In „Spur der Hoffnung“ verbindet Derfler überzeugend, zugleich sehr sensibel das Drama der seinerzeitigen Fluchten über die Ostsee und ihren vielen namenlosen Toten mit den aktuellen Bezügen der heutigen Flucht aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen aus anderen Staaten und den sich daraus ergebenden Schicksalen; Regie: Hannu Salonen.

Der eigenbrötlerische, mehr in sich versunkene Ben (Peter Lohmeyer), der durch einen Fluchtversuch aus der DDR seine Frau und den fünfjährigen Sohn verloren hatte, entdeckt am Strand der Ostsee in einer Jolle das Flüchtlingskind Satya (Brevin Koneswaran), offenbar einzig Überlebender eines Boots-Flüchtlings-Dramas. Das Kind fleht Ben an, ihn nicht an die Polizei zu verraten. Ben, der selbst einst wegen Republikflucht im  Stasigefängnis Rostock einsaß, nimmt nach einigem Zögern das Kind bei sich auf und versteckt es, weil er die zwangsläufig befürchtete Ausweisung verhindern will. Das Drama um den eigenen Verlust wird wieder dramatisch lebendig.

Der Ex-Grenzsoldat Straussenberg (Jürgen Vogel), heute Polizist und nahezu naturgegeben Erzfeind von Ben, soll ausgerechnet bei der Suche nach dem Flüchtlingskind helfen. Hier entspinnt sich die Dramatik zwischen zwei unterschiedlichen Charakteren mit unterschiedlicher Lebensvita. Dazwischen ein kleiner Junge aus Sri Lanka, der zu Herzen gehend den Spagat zwischen Angst und Vertrauen schauspielerisch eindrucksvoll verkörpert.

Es ist nicht vorbei: Ben (PeterLohmeyer) und Straussenberg (Jürgen Vogel) bleiben im Misstrauen verhakt

An dieser Stelle Dank an die Drehbuchautorin, die sich einmal mehr des Dramas DDR angenommen hat und hier besonders die auf einem kleinen  Friedhof in Dänemark bestatteten, oft nur mit einer Nummer versehenen Flüchtlinge, die die Ostsee nur noch tot freigab, durch diesen Spielfilm dem Vergessen entriss.

Mag sein, daß die Inszenierung hier und da noch verbesserungsfähig gewesen wäre, „hölzern“, wie eine Kritik es kurz und bündig über das Messer schnitzte, wirkt der Film nicht.

Sehenswert, wach bleiben, eigenes Urteil bilden.

V.i.S.d.P.: C.W.Holzapfel, Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Berlin, 9.11.2011/cw – Nach der Sendung des Hoheneck-Spielfilmes „Es ist nicht vorbei“ hat sich der Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck in einem Schreiben spontan bei der Drehbuchautorin bedankt. In dem vom Vorstand unterzeichneten und noch am Abend übermittelten Brief an Kristin Derfler heißt es:

„Ohne Ihr jahrelanges persönliches Engagement in Hoheneck, der eindringlichen  Befassung mit den vielfältigen Schicksalen in dem ehemaligen einzigen Frauenzuchthaus der einstigen  DDR, die schließlich in die Idee zum Spielfilm und das Drehbuch einflossen, wäre dieser Film niemals zustande gekommen. Sie und Ihr Mann Dietmar Klein, der Ihnen bei der nicht leichten Arbeit zur Seite stand und mit dem Sie bereits zwei Dokumentarfilme über die Frauen  von  Hoheneck erstellt haben, haben den Frauen von  Hoheneck ein bleibendes, unvergessliches Denkmal gesetzt. Sie haben deren Schicksal dem Vergessen entrissen und einer zur Verdrängung neigenden Öffentlichkeit zugeführt. Das werden Ihnen die Frauen von Hoheneck, das werden wir Ihnen nicht vergessen. Danke, Kristin Derfler. Danke, Dietmar Klein.“

Unermüdlich: Kristin Derfler mit Dietmar Klein (li. Kamera) 2009 auf Hoheneck - Foto: LyrAg

Anlässlich dieses Schreibens gab die Vorsitzende des jüngst in Stollberg gegründeten Fördervereins Tatjana Sterneberg der Hoffnung Ausdruck, das nun auch der leider in der Archiv-Senke verschwundene Spielfilm „Spur der Hoffnung“, für den Kristin Derfler ebenfalls das Drehbuch geschrieben hatte, nun „endlich seinen Weg in  einen Sender findet, der diesen ebenfalls sensiblen Film mit dem Hintergrund der Dramen der einstiger Fluchten über die Ostsee der Öffentlichkeit zuführt. Der bereits festgesetzte Sendetermin des mit Peter Lohmeyer und Jürgen Vogel in den Hauptrollen verfilmten Spielfilmes unter der Regie von Hannu Salonen war seinerzeit aus aktuellen Gründen abgesetzt worden. Seither ist dieser „ebenso wichtige Spielfilm“, wie Sterneberg sagte, „bedauerlich aus dem Fokus der Verantwortlichen verschwunden.“

V.i.S.d.P.: Carl-Wolfgang Holzapfel, Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

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