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Berlin, 17./18.06.2013/cw – An vielen Orten in Deutschland und in der Hauptstadt Berlin wurde vielfach an den Volksaufstand von 1953 vor 60. Jahren erinnert: Kranzniederlegungen, Platz-Benennung, Filmaufführungen , Lesungen, Ausstellungen. Nachfolgend Impressionen vom 17. Juni 2013 in der Hauptstadt. Sämtliche Fotos: LyrAG. (Verwendung nur unter Nachweis an Vereinigung 17. Juni 1953 gestattet).

Den Helden des 17. Juni 1953 – Gedenkfeier vor den Mauerkreuzen:

"Wior woll(t)en freie Menschen  sein"

„Wir woll(t)en freie Menschen sein“

Kämpfer von einst: Hardy Firl (1.v.li.), Joachim Fritsch (3.v.li.).

Kämpfer von einst: Hardy Firl (1.v.li.), Joachim Fritsch (3.v.li.).

„Platz des Volksaufstandes von 1953“ vor dem BMF:

Erinnerung an den 8jährigen Kampf um eine Platzbenennung.

Erinnerung an den 8jährigen Kampf um eine Platzbenennung.

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Am Ziel: Carl-Wolfg. Holzapfel, der 2005 neun Tage vor dem BMF in den Hungerstrei trat.

Am Ziel: Carl-Wolfg. Holzapfel, der 2005 neun Tage vor dem BMF in den Hungerstreik trat

Geschäftsführer Joachim Fritsch im Gespräch mit Martin Gutzeit, LStU

Geschäftsführer Joachim Fritsch im Gespräch mit Martin Gutzeit, LStU

Eine Teil-Adresse des BMF

Eine Teil-Adresse des BMF

Architektin und Zeitzeugin Edith Fiedler im  Gespräch mit Eberhard Diepgen

Architektin und Zeitzeugin Edith Fiedler im Gespräch mit Eberhard Diepgen

Strahlender VOS-Vorsitzeender: Hugo Diederich hatte 2005 den Hungerstreik unterstützt

Strahlender VOS-Vorsitzender:
Hugo Diederich hatte 2005 den Hungerstreik unterstützt

Stolz auf ihren Verein, der nie aufgab: Mitglieder unter dme neuen Straßenschild

Stolz auf ihren Verein, der nie aufgab: Mitglieder unter dem neuen Straßenschild

Mitgliederversammlung Vereinigung 17. Juni:             

Die Goldene Ehrennadel 2013 für Edith Fiedler

Die Goldene Ehrennadel 2013 für Edith Fiedler

Versammlungsalltag: Ein Antrag wir eingebracht.

Versammlungsalltag: Ein Antrag wird eingebracht.

Am einzigen originären Mahnmal des 17. Juni in Berlin-Zehlendorf:

Ansprache, rechts MdEP Alexandra Thein (FDP).

Ansprache, rechts MdEP Alexandra Thein (FDP).

Auch am 1954 errichteten  "Russenstein" wurden wie alljährlich Kränze niedergelegt.

Auch am 1954 errichteten „Russenstein“ wurden wie alljährlich Kränze niedergelegt.

Verneigung vor den Toten: Joachim Fritsch, Holzapfel, Alexandra Thein

Verneigung vor den Toten:
Joachim Fritsch, Holzapfel, Alexandra Thein (FDP)

VOS-Gedenken am Steinplatz in Berlin-Charlottenburg:

Den Toten der braunen Tyrannei. Seit 5 Jahren auf unsere Initiative in das Gedenken einbezogen

Den Toten der braunen Tyrannei: Seit 5 Jahren auf unsere Initiative in das Gedenken einbezogen

17er Horst Hertel gedenkt seiner Kameraden.

17er Horst Hertel gedenkt seiner Kameraden.

Den Toten der roten Tyrannei.

Den Toten der roten Tyrannei.

Die Spitze des Staates ehrt die Toten vom 17. Juni 1953:

Veteraninnen Edith Fiedler und Renate Weiss

Veteraninnen Edith Fiedler und Renate Weiss

Angela Merkel und Norbert lammert im  Gespräch mit Hardy Firl und Horst Hertel, Veteranen des 17. Juni.

Angela Merkel und Norbert Lammert im Gespräch mit Hardy Firl und Horst Hertel, Veteranen des 17. Juni.

Klaus Wowereit, Juni-Veteran Walter Schöbe und Stephan Weil, Vizepräsident d. Bundesrates

Klaus Wowereit, Juni-Veteran Walter Schöbe und Stephan Weil, Vizepräsident d. Bundesrates

Die Last der Geschichte: Das Denkmal auf dem Friedhof.

Die Last der Geschichte:
Das Denkmal auf dem Friedhof.

Nachdenklich: Roland Jahn; re.: Raed Saleh.

Nachdenklich: Roland Jahn; re.: Raed Saleh.

Vor dem Staatsakt: Joachim Gauck, Angela Merkel, Joachim Fritsch

Vor dem Staatsakt: Joachim Gauck, Angela Merkel, Joachim Fritsch, Andreas Voßkuhle

Feierlicher Auftakt.

Feierlicher Auftakt.

Der Bundespräsident

Der Bundespräsident

Seestraße 2013Empfang 075

Seestraße 2013Empfang 090

Angela Merkel im  Gespräch mit Geschäftsf. Joachim Fritsch; re. Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfass.Gerichtes

Angela Merkel im Gespräch mit Geschäftsf. Joachim Fritsch; re. Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfass.Gerichtes

Ruhet in Frieden...

Ruhet in Frieden…

In Strausberg Gedenken an Heinz Grünhage und seine Kameraden:

Am Gedenkstein vor der Barnim-Kaserne

Am Gedenkstein vor der Barnim-Kaserne

Aus Berlin angereist: Vorstand und Mitglieder der Vereinigung.

Aus Berlin angereist:
Vorstand und Mitglieder der Vereinigung.

Empfang der Vereinigung am Kaiserdamm zum 60. Jahrestag:

Viele gute Gespräche im Restaurant ROCCO am Kaiserdamm.

Viele gute Gespräche im Restaurant ROCCO am Kaiserdamm.

Seestraße 2013Empfang 158

Mitglieder im Gespräch mit Vertretern des Iranischen  Widerstandes (li.)

Mitglieder im Gespräch mit Vertretern des Iranischen Widerstandes
(li.)

Seestraße 2013Empfang 162

Auch die Kinder der Revolutionäre waren unserer Einladung gefolgt

Auch die Kinder der Revolutionäre waren unserer Einladung gefolgt

Fotos © 2013:LyrAg

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 1.April 2012/cw – Noch sind sie nicht im Deutschen Bundestag vertreten, schon ziehen sie bereits seriöse Politiker auf ihre zumindest gedankliche Seite: Kein  Geringerer, als der agile und stets für Überraschungen gute Bundestagspräsident, Prof. Norbert Lammert (CDU), legt sich mit den Fraktionen an. Streitpunkt: Die interfraktionell vereinbarten Redezeiten für die gewählten Abgeordneten. Lammert möchte über diese Vereinbarung hinweg als Präsident selbst entscheiden, ob einem Abgeordneten  unabhängig von der jeweiligen  gemeldeten  Fraktionsliste ein  Rederecht eingeräumt werden kann. Der Bundestagspräsident weiß dabei das Grundgesetz auf seiner Seite, in dem feinst und demokratisch ziseliert steht: Ein Parlamentarier „sei an Aufträge und Weisungen  nicht gebunden und nur seinem Gewissen unterworfen“.

Doch Papier ist geduldig. Die Politkratur hat zwischenzeitlich ihre eigene Gesetzlichkeiten geschaffen und die Abgeordneten haben längst verinnerlicht, dass im  Grundgesetz manches verankert ist, was der Wirklichkeit nicht entspricht. Auch die Öffentlichkeit hat offensichtlich Begriffe wie Fraktionszwang akzeptiert, ohne über dessen demokratische Defizite nachzudenken. Die Politik wird es schon richten, sprich richtig machen.

Das klappte auch alles hervorragend, überlebte sogar die 68er Revolte. den Einzug einst strickender und Baby-stillender „Umstürzler“ und die Demokratie-Defizit-Kritiker der LINKEn. Dann kamen die PIRATEN und nichts scheint mehr so selbstverständlich, wie bisher. Nun  entdeckt einer der ranghöchsten Politiker der Republik, der protokollarisch noch vor der Bundeskanzlerin rangiert, Defizite im  Parlament und will seine Rechte als Präsident zugunsten der Abgeordneten ausüben. Die aber wollen diesen Kampf um  ihre Rechte gar nicht, lassen zumindest ihre Fraktionen, gewohnt parteiübergreifend, in den Clinch mit ihrem Parlamentspräsidenten ziehen, um diesen über die Änderung der Geschäftsordnung an die Kandare zu nehmen.

An Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur seinem Gewissen unterworfen?

Volker Kauder, sogar Parteifreund von Lammert, tobt stellvertretend: „Wenn alle reden, die eine von der Fraktion abweichende Meinung haben, bricht das System zusammen“. Fragt sich, welches. Das System der Demokratie oder das System der unfreiwilligen Fesselung frei gewählter Abgeordneter?

Norbert Lammert, offenbar trotz seines hohen Amtes noch mit einer gewissen Bodenhaftung ausgestattet, scheint die Signale am politischen Horizont richtig zu deuten und will offenbar zeigen, bevor die PIRATEN auch den Deutschen  Bundestag entern, das das parlamentarische System sich auch ohne den Einzug von politischen Freibeutern verändern kann. Die gewohnt behäbigen  Parteien brauchen  für diese in der Tat notwendige Einsicht wohl etwas länger; auch ein  parteiübergreifender Aufstand der Abgeordneten („Rettet das Grundgesetz!“) ist kaum  zu erwarten. Man will ja wieder von seiner Partei nominiert oder zumindest auf die (Wahl-)Liste platziert werden. Die PIRATEN hingegen werden die Steilvorlage des rührigen Parlamentspräsidenten nutzen und auch dieses Thema vermutlich im bevorstehenden Wahlkampf thematisieren. Üben an der parlamentarischen  Front können sie ja schon: In Berlin, demnächst im  Saarland und bald schon in Schleswig Holstein und NRW.

Kann  ja sein, dass sie eines Tages Norbert Lammert ein  Denkmal als Oberpiraten setzen werden.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Berlin, 17.02.2012/cw – Das Kandidatenkarussell dreht sich immer schneller, obwohl der amtierende Bundespräsident erst in einer knappen Stunde seinen Rücktritt erklären wird.

An erster Stelle, wen wundert’s, wird wieder Joachim Gauck benannt. Der einstige Pfarrer und erste Chef der Stasi-Unterlagenbehörde war vor eineinhalb Jahren von der parlamentarischen Opposition nominiert worden, war aber im  dritten Anlauf gegen Christian Wulff gescheitert. Inzwischen halten politische Beobachter einen zweiten Anlauf für unwahrscheinlich, die Benennung eher als einen Akt der Höflichkeit. Gauck war zuletzt in die Schlagzeilen gelangt, weil er nach wie vor die Einbindung ehemaliger Angehöriger des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit in die Gauck-Behörde verteidigt hatte. Außerdem waren Honorar-Forderungen Gaucks für Auftritte bis zu 10.000 Euro bekannt geworden. Beobachter befürchten eine Fortsetzung der „Aufklärungs-Schlagzeilen“ im Falle eines Einzugs in das Schloss Bellevue.

Wieder ins Spiel gebracht wird der in allen politische Lagern geschätzte international renommierte Umwelt-Politiker Klaus Töpfer. Sein Alter gilt hingegen als ernstes Hemmnis, einem jungen  Bundespräsidenten nachzufolgen.

Auch der gegenwärtige Bundestagspräsident Norbert Lammert war bereits vor eineinhalb Jahren genannt worden. Lammert genießt in allen Parteien hohes Ansehen und gilt als präsidiabel. Der Wunsch, den etwas eigenwilligen Bundestagspräsidenten wegzuloben (oder –zuwählen) könnte eine breite Mehrheit in der Bundesversammlung ergeben.

Schließlich die Mehrzweckwaffe Thomas de Maizière, gegenwärtig Bundesverteidigungsminister. Allerdings gilt diese Wahl als unwahrscheinlich, weil die ob zweier Präsidentenrücktritte nun ins Visier geratende Bundeskanzlerin einen möglichen Nachfolger in Reserve halten möchte, zumal der Minister als absolut loyal gegenüber Angela Merkel gilt, also kein Dolchstoss zu erwarten sei, solange Merkel unumstritten an der Spitze der Union steht.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

 

Berlin/Leipzig, 19.07.2011/cw – Wir geben nachstehend außerhalb unserer redaktionellen Verantwortung für den Inhalt einen offenen Brief eines Leipziger Bürgers an den Bundestagspräsidenten zur Kenntnis und stellen den bemerkenswerten Inhalt zur Diskussion (Zwischenüberschriften durch Vereinigung 17. Juni eingefügt):

Leipzig, den 17. Juli 2011

Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident Prof. Lammert,

die Nachricht über die bevorstehende Rede von Papst Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag offenbarte einige eigenartige Erwartungen von Abgeordneten. Doch man kann auch die Gegenfrage stellen: Was wird von Abgeordneten erwartet? Wissen und Bildung und die Aufarbeitung deutscher Diktaturen als Voraussetzung für eine stabile und gedeihliche freiheitlich-demokratische Entwicklung sind mehr denn je gefordert.

Eigentlich gibt es für den Besuch eines deutschen Papstes im Zeichen der Ökumene keinen geschichtsträchtigeren Ort in Deutschland als Leipzig, wo Johann Tetzel, der die Baufinanzierung des Petersdoms sicherte, an der Paulinerkirche begraben lag und wo Martin Luther 26 Jahre später an gleicher Stelle die Kirche als erste deutsche Universitätskirche weihte.

Vor 50 Jahren sollte diese Geschichte ausgerottet werden

Doch vor nicht einmal 50 Jahren sollte diese Geschichte ausgerottet werden. Die Vorwärtsstrategie der SED und ihrer Vasallen bereitete den weltweiten Sieg des Sozialismus-Kommunismus auch in Westeuropa vor. Die mangelhafte Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Deutschland, sowohl in der damaligen Bundesrepublik als auch in der DDR, förderte dies.

Die Jugend begehrte dagegen auf und glaubte im Kampf gegen den Vietnamkrieg in beiden Teilen Deutschlands kurzzeitig, Alternativen mit der chinesischen Kulturrevolution und den offerierten Angeboten zur „sozialistischen Menschengemeinschaft“ zu finden. In Osteuropa wurde dieses Aufbegehren mit Gewalt niedergedrückt.

Die sozialistische Vorwärtsstrategie war mit der Vernichtung bürgerlicher Werte eng verbunden. Die Sprengung der intakten 700 Jahre alten Leipziger Paulinerkirche im Jahre 1968 ist nur ein Teil des größten unaufgeklärten Kulturverbrechens in Europa nach dem II. Weltkrieg. Viele historische Gebäude fielen den bolschewistischen Maximen der SED zum Opfer. Deren geheime Raubzüge erstreckten sich von Bibliotheken bis zum Inventar öffentlicher Einrichtungen. Selbst vor Friedhöfen machte man nicht halt. Nach Aussagen des Denkmalpflegers Dr. Hans Nadler waren in der Paulinerkirche 800 Persönlichkeiten begraben. Alle Gräber wurden geschändet und beraubt. Gleiches erfolgte auf dem Gelände der Leipziger Matthäikirche, das sich das Ministerium für Staatssicherheit der DDR mit seinem zweitgrößten Zentralneubau einverleibte.

Von all dem erfuhr die Studentin Angela Kasner, die heutige Bundeskanzlerin, nichts, als sie 1973 in Leipzig ihr Studium begann. Und dies ist weitestgehend bis heute so für junge Leute, die nach Leipzig kommen.

Wissen und Bildung werden verdrängt an dem Ort, wo Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy ihre eigenen Werke erstmals aufführten und über Jahrhunderte von den ersten Mönchen des Paulinerklosters bis zu Martin Niemöller und Pater Gordian mit ihren Worten wirkten. Und diese Verdrängung zieht sich eben bis in den Deutschen Bundestag des Jahres 2011.

Dr. Gregor Gysi meint, daß „die Sprengung der Universitätskirche scharf kritisiert werden muss“. Aufarbeitung hat er nie geleistet, obwohl er ein persönliches Interesse daran haben sollte, da sein Vater Dr. Klaus Gysi als damaliger Kulturminister der DDR und späterer Staatssekretär für Kirchenfragen Protestschreiben auf den Tisch bekam. Und nicht nur für jene, die an den Sozialismus glauben, werden die Fragen immer deutlicher: Wer hat denn von den Raubzügen profitiert? Wer waren die Hehler? Wo sind Schmuck und Kulturgüter geblieben? Warum hat sich ausgerechnet von der Nachwende-„Theologenschwemme“ niemand um Aufklärung bemüht?? Warum hat der 1. Untersuchungsausschuß des Bundestages nach Artikel 44 des Grundgesetzes Verbrechen nicht weiter verfolgt?

Deckelung von Straftaten hat Vorrang

Die Deckelung von Straftaten hat Vorrang vor Aufklärung und der Aufarbeitung deutscher Geschichte! Die negativen Folgen gehen über rein materielle Schäden für den Bürger und Steuerzahler hinaus. Das Beispiel des verhinderten Wiederaufbaus der Leipziger Paulinerkirche zeigt dies eindrucksvoll. Prof. Günter Blobel und 26 Nobelpreisträgerkollegen sowie viele andere Persönlichkeiten setzten sich für einen spendenmittelfinanzierten Wiederaufbau ein. Regionalpolitiker und Universitätsleitung blockierten dieses Ziel in Erwartung staatlicher Fördergelder. Das für alle Welt sichtbare Resultat ist eine „Betonkiste“ (Begriff des Architekten, der sich auf die Pyramiden und die Schlösser von Loire beruft bei seiner selbstgenannten Gebäudehalbwertszeit von 50 Jahren), für die der Steuerzahler nun zusätzliche Unsummen berappen soll – Johann Tetzel und so viele würden sich dort im Grabe herumdrehen, wenn sie die „Genossen“ nicht andernorts anonym verscharrt hätten…

Fehlendes und unterdrücktes Wissen

Fehlendes und unterdrücktes Wissen erzeugt neben diesen materiellen Schäden auch geistigen Mangel, sei es in Form von Ignoranz oder Intoleranz. Forderungen an die Papstrede im Bundestag lassen oftmals Rückschlüsse auf die geistige Verfassung der Autoren zu.

In den zurückliegenden Jahren habe ich für Sie, Frau Dr. Angela Merkel und Herrn Dr. Thomas de Maizière ausführlichst und augenscheinlich anhand von bislang unterdrückten Beispielen dokumentiert, über welche national und weltweit verpflichtenden kulturellen Reichtümer Leipzig verfügte und verfügt, nicht nach dem Motto „Wissen ist Macht“, sondern als Hinweis, damit sie als politisch Verantwortliche in komplizierten Situationen dieses Wissen anwenden könnten.

Wie sich gezeigt hat, fehlt im Bundestag nach wie vor Geschichtswissen, das über 40 Jahre ausgeklammert wurde. Der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche stellt ein überragendes Zeichen gegen Kriegswahn dar und vermag, geschichtliche Kontinuität wieder herzustellen.

Ein entsprechendes Monument gegen ideologischen Wahn fehlt. Im Verständnis geschichtlicher Quellen und deren geistiger Wurzeln könnte man der Geschichte näher kommen und damit identifikationsstiftend Perspektiven ermöglichen.

Ich bitte sie, halten sie weiteren Schaden von der Bundesrepublik Deutschland fern. Leisten sie ihren Anteil aus Anlaß und in Vorbereitung des Papstbesuches, bestehende Wissensdefizite zu Kirchen und bürgerlicher Kultur abzubauen, indem bisher unterdrückte Geschichte beider deutschen Diktaturen öffentlich aufgearbeitet wird. Durch solide Sachkenntnis im Dienste der Allgemeinheit kann und muß Unverständnis, ideologischer Haß und weitere Geschichtsfälschung und deren Folgen der Boden entzogen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Wieland Zumpe, Leipzig

http://www.paulinerkirche.org/archiv/diktatur/index.html

Berlin, 13.02.2010/cw – In einem Schreiben des Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert (CDU) an die Vereinigung 17. Juni wird erneut die Feststellung einer IM-Tätigkeit des Abgeordneten Dr. Gysi für das Ministerium für Staatssicherheit bestätigt. Der Bundestagspräsident sieht „persönlich keinen  Anlass zu der Vermutung, dass sich im Nachgang zu der kürzlich ausgestrahlten Dokumentation an dieser Feststellung etwas ändern sollte – zumal der Ausschuss 2008 seine Bewertung nach Sichtung neu aufgefundener Stasi- Unterlagen , die Gespräche von Dr. Gregor Gysi als Rechtsanwalt mit Mandanten betrafen, bereits bekräftigt hat.“

Nach der Sendung „Die Akte Gysi“ am 20.01.2011, 23:30 Uhr (ARD) hatte sich die Vereinigung 17. Juni in einem Brief an den Präsidenten des Deutschen  Bundestages gewandt und dringend Konsequenzen durch das Parlament angemahnt (wir berichteten). In dem Schreiben an Prof. Dr. Lammert (CDU) führte der Vorstand aus, der Deutsche Bundestag solle „unabhängig einer rechtlichen  Würdigung auf eine erneute eingehende Prüfung hinwirken, ob und inwieweit Herr Dr. Gregor Gysi unter Verletzung seiner Anwaltspflichten und der ihr innewohnenden Schweigepflicht für das einstige Ministerium für Staatssicherheit der ehem. DDR Verpflichtungen eingegangen ist oder auch – evtl. im vorauseilenden Gehorsam – dem MfS Berichte unter Verletzung seiner Pflichten zum Schaden der ihm anvertrauten Mandanten geliefert hat.“

In dem Schreiben wurde ferner eine „gesetzliche Regelung“ gefordert, die die Vertretung derart belasteter Personen in deutschen Parlamenten verbiete. Hier verweist der Bundestagspräsident allerdings darauf, dass es „Sache des betreffenden Abgeordneten, seiner Partei bzw. Fraktion und nicht zuletzt der Wählerinnen und Wähler“ bleibe, „die Ergebnisse (aus einer Überprüfung) zu bewerten und Konsequenzen zu ziehen.“ Lammert weist auch darauf hin, dass eine entsprechende Regelung, wie von dem Opferverband gefordert, vom Thüringer Verfassungsgericht für verfassungswidrig und nichtig erklärt worden sei.

Auf den Vorhalt der Vereinigung, SED-Opfer würden im  Gegensatz zu den Tätern durch harte Regelungen benachteiligt (Ausschließungsgründe nach § 16 Abs. 2 StrRehaG im Falle einer Verpflichtung für das MfS der ehem. DDR) weist Lammert darauf hin, dass „diese Ausschließungsgründe nur bei Vorliegen schwerwiegender Vorwürfe zur Anwendung kommen sollen.“ Dies sei dann nicht der Fall, wenn eine Person „zu einem gegen die Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit verstoßenden Handeln gezwungen wurde“ (Bundestagsdrucksache 12/1608, S.24).

In der Bewertung des Lammert-Schreibens begrüßt die Vereinigung die notwendigen Klarstellungen, bedauert aber die nach wie vor vorhandene Ungleichgewichtigkeit im Umgang mit und in der Behandlung von Opfern und einstigen Tätern. Hier seien die „Pflichten und Aufgaben der Politik nach wie vor stark verbesserungs- bzw. novellierungsbedürftig.“

V.i.S.d.P.: Vorstand Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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