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Neustadt/Berlin, 19.05.2015/cw – Rainer Wagner, Ex-Vorsitzender der UOKG und des VOS-Verbandes, tut sich offenbar mit seinem Rücktritt „von allen politischen Funktionen aus gesundheitlichen Gründen“ schwer. DIE RHEINPFALZ zitiert Wagner in ihrer heutigen Ausgabe mit einer neuen Variante der Rücktrittsbegründung. „Die Kampagne gegen ihn werde von rechtsextremistischen Kreisen betrieben“, so der evangelikale Prediger.
http://www.rheinpfalz.de/lokal/artikel/neustadt-ruecktritt-vom-opferverband-nach-islam-schmaehung/
Bisher hatte Wagner neben gesundheitlichen Gründen eingeräumt, daß die Vereinigung 17. Juni ihn wegen seiner Äußerungen gegen Juden und Muslime kritisiert und zum Rücktritt gedrängt habe.

Die in Berlin ansässige Vereinigung reagierte empört: „Die bisher sachliche und akzeptable Begründung für den Rückzug Wagners wird von diesem nun in empörender Weise auf leider gewohnte Diffamierungen ausgeweitet,“ erklärte der Vorsitzende des auf den Aufstand von 1953 zurückgeführten Vereins, Carl-Wolfgang Holzapfel in Berlin. „Man sei überrascht, daß Wagner so schnell den Weg einer respektablen Entscheidung verlasse und sich zu derartigen absurden Äußerungen hinreißen lässt.“

Rücktritt von CDU-Funktion in Rheinland-Pfalz

Die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz http://www.jkgrp.de/?page_id=15 veröffentlichte heute auf ihrer Seite einen Bericht von dpa und FOCUS-online, wonach Wagner nach Kritik von SPD-Generalsekretär Jens Guth von seiner Funktion als stv. Landesvorsitzender des CDU-Verbandes OMV zurückgetreten sei. Guth hatte Wagner am Montag vorgeworfen, „in einem kürzlich aufgetauchten Vortragsvideo aus dem Jahr 2006 Muslime, Homosexuelle, die USA und die jüdische Religion beleidigt zu haben.

Auch im Vorstand der evangelikalen Allianz in Neustadt a. d. Weinstraße, dem bisherigen Wirkungsfeld von Wagner, zeichnen sich Veränderungen ab. Nach einer Veröffentlichung im Mai-Heft des Stadtmissionsbriefes Neustadt wurden bereits für den 3.Mai Neuwahlen angesetzt. Hier hatte Wagner für seinen Rücktritt als bisheriger Vorsitzender „Altersgründe“ angegeben. Allerdings wurde Wagner auf der Homepage der örtlichen Allianz am 19.05. noch immer als Vorsitzender ausgewiesen. Auch der OMV (Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung in der CDU) hatte es mit einer Korrektur bislang nicht eilig,  hier wird Rainer Wagner nach wie vor als stv. Landesvorsitzender präsentiert , Stand 19.05.2015 / http://www.cdu-rlp.de/omv/ . (989)

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785 –

Mobil: 0176-48061953

Titel HB 2014Nr.039 Einigkeit und Recht und Freiheit 15. 03. 2015

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„DER DUNKLE ORT“ nach Neuauflage erneut im Scheinwerferlicht: Korrekturen unerwünscht?

Berlin/cw – Der bebra-Verlag in Berlin hat vor wenigen Tagen die zweite erweiterte Auflage der aufwühlenden Edition DER DUNKLE ORT von 2012 vorgestellt. Der mit eindrucksvollen Portrait-Fotos des bekannten Fotografen Dirk von Nayhauß und Texten von Maggie Riepl versehene Bildband stellt 25 Frauen vor, die neben weiteren acht- bis zehntausend Frauen zu Zeiten der DDR aus politischen Gründen auf der einstigen Burg Hoheneck, dem berüchtigten Frauenzuchthaus im Erzgebirge inhaftiert waren. Das Buch entstand als Dokumentation zur gleichnamigen Ausstellung der Heinrich-Böll-Stiftung, die seit 2012 in ganz Deutschland ausgestellt wird und so nachgefragt ist, das eine lange Warteliste für Vormerkungen bei der Böll-Stiftung geführt wird. https://17juni1953.wordpress.com/2012/03/01/der-dunkle-ort-eindrucksvolle-portraits-hohenecker-frauen/

Auch nach der 2. Auflage Irritationen: "Dafür kam ich in die Wasserzelle... (S.42),

Auch nach der 2. Auflage Irritationen: „Dafür kam ich in die Wasserzelle… (S.42),

Nicht verschwiegen werden sollten die zahlreichen Proteste, die den Verlag besonders von Protagonistinnen nach dem Erscheinen des Bandes erreicht haben. Die Empörung richtete sich gegen Darstellungen einer mittlerweile umstrittenen ehemaligen Hoheneckerin, die neben anderen Behauptungen auch den Aufenthalt in der seinerzeitigen Wasserzelle in Hoheneck beschreibt, obwohl sie dies wenige Monate zuvor gegenüber dem in Hoheneck zu Besuch weilenden Bundespräsidenten nachdrücklich bestritten hatte.
Die Proteste an den Verlag sind nicht ganz ohne Wirkung geblieben. So hat der Verlag für ein Nachwort den renommierten Psychologieprofessor und führenden Psychotraumatologen Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker gewinnen können. Maercker beschreibt eindrucksvoll und durchaus nachvollziehbar die Gründe für sogen. Erinnerungslücken oder auch Erinnerungs-Verschiebungen im Gedächtnis von Zeitzeugen und deren Ursachen. Allerdings wäre es für den unbefangenen Leser hilfreich gewesen, zumindest an einem konkreten Beispiel wie dem vorgenannten die Thesen des Professors zu verdeutlichen.

Ein Buch „voller Geschichten“?

Auch ein dem (bisherigen) Vorwort vorangestellter eigener Absatz: „Zur Entstehung dieses Buches“ bleibt leider ohne Bezug zu den vorgetragenen Bedenken durch immerhin fast der Hälfte der in dem Band portraitierten 25 Frauen. In dem Beitrag heißt es u.a., das die vorliegende Dokumentation keinen “Anspruch eines Geschichtsbuches erhebt, sondern ein Buch voller Geschichten, wie sie von Frauen erinnert werden, die die Schrecken der Haft in Hoheneck zu unterschiedlichen Zeiten durchleiden mussten.“ Der Autor dieser Anmerkung – oder der Verlag – stellt hier auf die unterschiedlichen Wahrnehmung der Frauen, nicht aber auf die konkreten Vorhalte ab. Dies kommt bedauerlicherweise eher einer Verharmlosung offensichtlicher Lügen gleich. Das ist weder wissenschaftlich noch korrekt. Hier wurde eine Chance vertan, den wissenschaftlichen Anspruch eines Verlages durch eine offensive Auseinandersetzung mit ernstzunehmenden, weil dokumentarisch untermauerten Vorwürfen zu belegen, die freilich erst nach der ersten Auflage bekannt wurden.

Die zehn ehemaligen Hoheneckerinnen hatten dem Verlag gegenüber vorsorglich ihr Einverständnis zur weiteren Verbreitung ihrer Schicksale untersagt, falls man in einer weiteren Auflage deren Kritik nicht berücksichtigen würde. Durch den fehlenden Bezug zu dieser Kritik gelangen die durchaus lesenswerten Einfügungen in der jetzt vorliegenden zweiten Auflage etwas deplaziert an den Leser. Schlimmstenfalls werden alle Beiträge durch den mangelnden und schließlich auslösenden Bezug zu den Einwendungen in ein fatal wirkendendes diffuses Licht gestellt: Vorsicht, die hier vorgestellten Berichte sind subjektiv und müssen nicht mit den geschichtlichen Wahrheiten übereinstimmen. Eine wenn auch sicherlich nicht beabsichtigte Verallgemeinerung, die den übrigen eindrucksvollen 24 Berichten ehemaliger Hoheneckerinnen nicht gerecht wird.

Bis auf diese Einschränkungen ist der Band Jedwedem empfohlen, der sich mit der jüngsten Vergangenheit im einst geteilten Deutschland ernsthaft auseinandersetzen möchte.

Dirk von Nayhauß, Maggie Riepl, DER DUNKLE ORT (2., akt. Auflage)25 Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck – Mit einem Nachwort von Andreas Maercker – 148 S., 110 z. T. farb. Abb., Pb. – ISBN 978-3-95410-049-1 – März 2015 – sofort lieferbar – 19,95 €
http://www.bebraverlag.de/verzeichnis/titel/655–der-dunkle-ort-2-akt-auflage.html

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Israel versagt Evangelikalen staatliche Anerkennung

Vancouver/Wetzlar/Berlin/cw – Unter vorgenannter Überschrift verbreitete die Evangelische Nachrichtenagentur idea am 7. März eine Äußerung des ehemaligen Generalsekretärs der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), des Kanadiers Geoff Tunnicliffe in Vancouver.
Tunnicliffe beklagte, daß die Evangelikalen zwar „die beste Freunde Israels“ seien, aber diese „Freundschaft einseitig ist.“ Danach kritisierte der Generalsekretär a.D. in der Internetzeitung „Christian Post“, dass die Evangelikalen in Israel zwar Religionsfreiheit genössen, diesen „aber manche Rechte immer noch versagt werden“, ihre Gemeinden seien immer noch nicht staatlich anerkannt. Die Evangelikalen würden wie „drittklassige Bürger“ behandelt.
Tunnicliffe, der sein Amt als Generalsekretär zum 31.12.2014 beendet hatte und jetzt als strategischer Berater der Christlichen Medien-Korporation International tätig ist, betonte, dass sich Evangelikale „für das Wohlergehen des Staates Israel“ einsetzen sollten. Dies werde aber durch den Staat Israel durch seine drittklassige Behandlung der Evangelikalen konterkariert.
Quelle: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/89893.html

Vielleicht liegen die Ursachen für diese Konflikte aber nicht nur in der religiösen Ausrichtung des Staates Israel, sondern auch in den oft eigenwilligen um nicht zu sagen provozierenden Bekenntnissen der Evangelikalen. Kann man die Freundschaft zu Israel postulieren und gleichzeitig (auch) Juden als Knechte Satans bezeichnen, wie dies z.B. der Orts-Vorsitzende der Evangelikalen Allianz in Neustadt a.d. Weinstraße tut?

"Bist du auch ein  Knecht Satans?" Imam Ferid Heider und Rabbi Daniel Alter (v.li.). - Satirischer Kommentar: LyrAg

„Bist du auch ein Knecht Satans?“
Imam Ferid Heider und Rabbi Daniel Alter
(v.li.). – Satirische Einfügung: LyrAg

Zwar hat Michael Diener, Präses des den Evangelikalen zugerechneten Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, in einer Mail die durch diese Äußerungen entstandenen Verletzungen ausdrücklich bedauert und sein Bemühen betont, „auf Ebene der Verbände und Dachverbände durch Schulungen und Dienstgespräche derartige eventuelle Fehlentwicklungen zu korrigieren“, tatsächlich aber haben sich die Evangelikalen bis heute nicht öffentlich zu den umstrittenen Verlautbarungen aus Neustadt geäußert.

BILD: Die Akte Judenhass

In Deutschland selbst tut man sich ebenfalls schwer im Umgang mit zwiespältigen Äußerungen. Mit einer Ausnahme: Können Äußerungen einer rechtsextremen Seite zugeordnet werden, heult die Republik unisono auf. Sind Äußerungen antisemitisch oder Hass-durchtränkt, kommen diese aber aus einer „demokratischen“ Ecke, werden diese zwar nicht zwangsläufig toleriert, aber nach Gusto übergangen oder totgeschwiegen. Dies ist – beispielsweise – an zwei Vorgängen festzumachen: Die BILD (Berlin) hatte am 6.März geschlagzeilt: „Die Akte Judenhass – 192 antisemitische Übergriffe im Jahr 2014“, sich dabei aber ausschließlich auf die Zitierung tätlicher Übergriffe beschränkt. Das verbale antisemitische Äußerungen geeignet sind, diese tätlichen Übergriffe zu befördern oder erst gar in Gang setzen (Weimar lässt grüßen), konnte oder wollte Deutschlands größtes Boulevardblatt nicht thematisieren. Dabei v verdienten die Hass-verbreitenden Ergüsse eines nicht unbedeutenden Verbandsfunktionärs in diesem Zusammenhang durchaus Beachtung.

Verbale Attacken ausgespart: BILD-Statistik über antisemitische Gewalttaten.

Verbale Attacken ausgespart: BILD-Statistik über antisemitische Gewalttaten.

Vielleicht aber lässt sich auch BILD (hin und wieder) von öffentlichen Vorgaben beeinflussen? Jedenfalls hat der DEUTSCHE BUNDESTAG offensichtlich keine Schwierigkeiten damit, auf seiner Internetseite unter dem amtlichen Bundesadler die Personalie des Ayatollah aus Neustadt zu veröffentlichen, der nicht nur Juden als Knechte Satans bezeichnet, sondern rundum auch den Islam als Religion verleumdet (Der erfundene Götze Allah ist ein Lügner und Mörder) und in diesem Atemzug auch gleich gegen andere Religionen oder religiösen Überzeugungen (Buddhisten und Hindus) die Keule schwingt. Wie wäre es mit dieser Schlagzeile:

SKANDAL: DEUTSCHER BUNDESTAG STELLT RELIGÖSEN FANATIKER AUF INTERNETSEITE
Quelle: http://www.bundestag.de/bundestag/gremien18/bstu/lebenslauf_wagner/356500

Hass-Prediger auf Seite des Deutschen Bundestages - Ein falsches Signal.

Hass-Prediger auf Seite des Deutschen Bundestages – Ein falsches Signal.

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Vielfach und leider auch durch die Justiz werden derartige Ausfälle immer noch mit der im Grundgesetz garantierten Religionsfreiheit bemäntelt, daher könne man dagegen nicht vorgehen. Wer aber die Verfassung gegen ihren eigenen Geist (Art.1: Die Würde des Menschen ist unantastbar) ins Feld führt, muß sich nicht wundern, wenn diese Republik eines Tages wieder im Ungeist und im permanenten Verfassungsverstoß aufwacht. Solange tatsächliche oder auch selbsternannte Theologen ihre Thesen in religiösen Räumlichkeiten von sich geben, mag der Artikel von der Religionsfreiheit greifen – auch wenn er diverse Aussagen dadurch nicht richtiger oder unangreifbarer macht. Wenn aber ein solcher Theologe auch als öffentlich tätiger Polit-Repräsentant und in dieser Funktion mit Orden ausgezeichnet als Gast des Staatsoberhauptes auftritt, in staatlichen Stiftungen Ämter bekleidet und – auch das noch – jetzt auf der Internetseite des Deutschen Bundestages aufgeführt wird, sollten die Grenzen der Zumutbarkeit erreicht sein. Das ist nicht mehr Tolerierung der Religionsfreiheit, das ist staatlich subventionierte Hetze gegen Juden, den Islam und andere Religionen. Siebzig Jahre nach dem 8. Mai 1945 eine nicht zu verantwortende negative Symbolik. In Neustadt wurde im Internet dazu aufgerufen „Schweine durch die (örtliche) Moschee zu treiben.“ Der Ayatollah, der den Bau dieser Moschee „in nächster Umgebung von Neustadt“ zuvor kritisierte, hat auch diesen Aufrufen bisher nicht widersprochen.

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Tragödie Heimkind oder Versöhnung im Tod

Berlin/cw – Käthe B. hat eigentlich ein Drehbuch-Reifes Leben geführt, auch wenn sie dies naturgemäß anders empfunden haben dürfte. Als sie im Juli 1943 geboren wurde, lagen noch fast zwei Jahre Krieg vor dem jungen Leben. Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozia-listischen Staates geriet das junge Mädchen in das Getriebe des nunmehr zerrissenen Vaterlandes. Ihre Mutter, im Ostteil von Berlin wohnend, schloss sich der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU) an. Der attraktiven Frau soll es gelungen sein, den aufstrebenden und späteren Geheimdienstchef Markus Wolf zeitweise an sich zu binden. Jedenfalls erkannte Käthe B. später – nach der Wiedervereinigung – auf diversen Fotos Markus Wolf als den smarten Mann wieder, der häufig bei ihrer Mutter zu Gast war. Als die Mutter schwanger wurde, wurde diese Bindung offenbar problematisch. Bei der Entbindung 1957 in Buch verstarb die siebenunddreißigjährige Mutter und das Baby überraschend und auf bis heute ungeklärte Weise.

Die zehnjährige Käthe B. mit ihrer Mutter - Archiv LyrAg

Die elfjährige Käthe B. mit ihrer Mutter – Archiv LyrAg

Wolf: „Ach sie schon wieder!“

Käthe B. nahm nach der Wiedervereinigung Kontakt zu Markus Wolf auf, der sie aber regelmäßig abwimmelte: „Ach, sie schon wieder!“ Die beim Tod ihrer Mutter dreizehnjährige Halbweise wohnte zunächst bei Bekannten der Mutter, kam schließlich bis zu ihrer Volljährigkeit in ein Heim. Der Vater war in den Westen geflohen, nach dem Bau der Mauer brachen auch diese immer losen Verbindungen ab.
Käthe B. versuchte sich in einigen beruflichen Stationen, scheiterte aber letztlich immer wieder an ihrer gebrochenen Lebenslinie. Bereits im Ostteil der Stadt mußte sich die junge Frau juristisch mit uneinbringlichen Forderungen aus Geschäften oder Mietverhältnissen auseinandersetzen. Auch der mehrmalige Versuch, eine Familie zu gründen, scheiterte. Ihr blieben aus zwei Verbindungen zwar zwei Söhne, diese mußte sie aber letztendlich allein aufziehen und dabei permanent um die Zahlungsverpflichtungen der Väter kämpfen.

Nach der sogen. Wende verließ Käthe B. den Ostteil der Stadt, zog nach Zehlendorf. Aufmerksam und hoch motiviert verfolgte sie die Auseinandersetzungen um die Nachwehen der Ereignisse um den Mauerfall. Sie wurde zum Beispiel Dauergast in der Gedenkbibliothek des Kommunismus im Nicolaiviertel und beteiligte sich mit einer für ihre Gesprächspartner oft verblüffenden Sachkenntnis an den Diskursen um die Lehren aus dem Debakel des Kommunismus. Ihre Anstrengungen, Licht in das Dunkel um den Tod ihrer Mutter zu bringen, der sie nie losgelassen hatte, waren aber ebenso vergeblich wie das Aufspüren möglicher Konten, die von einem amerikanischen Geheimdienst für ihre Mutter angelegt worden waren.

Heimkinderfonds übernimmt die Bestattungskosten

Um 1954 gemeinsame Dampferfahrt mit Markus Wolf? Käthe B. mit ihrer Mutter (vorn re.)- Ausschnitt - Archiv LyrAg

Um 1954 gemeinsame Dampferfahrt mit Markus Wolf? Käthe B. mit ihrer Mutter (vorn re.)- Ausschnitt – Archiv LyrAg

Zuletzt war dieses Stöbern in der Vergangenheit wohl psychisch zu belastend. Das gelegentliche Glas Rotwein wurde irgendwann zur Flasche, zu vielen Flaschen. 2011 wurde Käthe B. hilflos aufgefunden und in ein Seniorenheim eingewiesen. Das erwies sich letztlich als Glücksfall.
Freunde machten sie dort ausfindig, kümmerten sich um sie. Die regelmäßigen Besuche von Außen, die zunehmenden Kontakte im Seniorenheim selbst ließen Käthe B. aufleben, auch wenn die tiefe, in Jahren der Einsamkeit entstandene Traurigkeit nicht mehr aus ihrem Gesicht wich. Am Morgen des 24.02. wurde Käthe B. tot in ihrem Bett aufgefunden.

Die Bemühungen um die Auffindung der Söhne, die sie so gerne noch einmal gesehen hätte, waren vergeblich. Ihre zaghafte Freude auf beantragte Mittel aus dem Heimkinder-Fonds war vergeblich. Aber wenigstens übernimmt der Fonds die Beerdigungskosten. So bleibt Käthe B. die letzte Demütigung am Ende ihres Lebens erspart. Ihre Urne wird nach einer von Freunden und ehemaligen Heimkindern organisierten Trauerfeier in einem Urnen-Wahlgrab in Berlin-Wannsee beigesetzt. Ein schlichter Grabstein wird zumindest eine Zeit lang die Erinnerung an ein bewegtes Leben wach halten. Letztlich eine Versöhnung im Tod.

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Deutsche Einheit: Bundesländer legen Förderprogramme auf

Wiesbaden/Dresen/cw – Zum 25. Jahrestag der deutschen Einheit haben einige Bundesländer spezifische Förderprogramme aufgelegt. So fördert Hessen  seit Beginn diesen Jahres ein besonderes Zeitzeugenprogramm für die Schulen im Land. Ehemalige politische Häftlinge aus der DDR können im Rahmen dieses Programms von den Schulen zu Referaten eingeladen werden. Auch ehemalige Hoheneckerinnen wie Tatjana Sterneberg haben bereits an diversen Schulen in Hessen beachtete Vorträge gehalten oder werden im Laufe des Jahres dort auftreten. Die entstehenden Kosten werden ausnahmslos durch die Hessische Staatskanzlei getragen und belasten so die einzelnen Schuletats nicht. Anfragen sind ausschließlich zu richten an die Hessische Staatskanzlei, Herrn Dr. Jehn, Alexander.Jehn@stk.hessen.de .

Auch der Freistaat Sachsen hat für das Jubiläumsjahr Mittel in Höhe von 800.000 Euro im Haushaltsentwurf für 2015 bereitgestellt. Vorbehaltlich der ausstehenden Genehmigung durch den Landtag können von „Vereinen, Verbänden, Kommunen, Religionsgemeinschaften und Privatpersonen, die sich mit dem Demokratisierungs- und Einigungsprozess in Sachsen vor 25 Jahren auseinandersetzen“ bis zum 31. März 2015 Fördermittel beantragt werden.
Nach der Ausschreibung soll es Ziel der Förderung sein, „besonders die Menschen, die die Ereignisse im Jahr 1990 nicht erlebten, zu erreichen. Es sollen Projekte unterstützt werden, die politische Beteiligung und bürgerschaftliche Aktivitäten hervorrufen oder verstärken.“ Bereits 2014 konnte der Freistaat 51 verschiedene Projekte zum Thema „25 Jahre friedliche Revolution“ fördern.

Anträge: http://amt24.sachsen.de/ZFinder/verfahren.do?action=showdetail&islandesimpressum=false&modul=VB&id=835869!0

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Neuwahlen im Förderverein Gedenkstätte Stollberg

Stollberg/ts – Der im Nachgang zum 2011 gegründeten Förderverein „Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG) Hoheneck“ auf Betreiben von Siegfried Reiprich gegründete „Förderverein Gedenkstätte Stollberg – Frauenhaftanstalt Hoheneck e.V.“ hat für den kommenden Monat Neuwahlen zum Vorstand angesetzt. Der bisherige Vorsitzende Dietrich Hamann hatte im letzten Jahr überraschend sein Amt „aus gesundheitlichen Gründen“ zur Verfügung gestellt. Seither wurden die Vereinsgeschäfte kommissarisch durch den Stellvertreter Jens Franz geführt.

Beobachter sehen den Neuwahlen interessiert entgegen, da aus Stollberger gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen war, dass Dietrich Hamann erneut seinen Hut in den Ring werfen will. Ob Jens Franz seinerseits für den Vorsitz kandidiert, war bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren. Franz´ ausgleichende und ruhige Führung war allgemein auf Anerkennung und Zustimmung gestoßen. Im Schatten der angelaufenen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen, die letztendlich auch einer geplanten und im Prinzip bereits genehmigten Gedenkstätte zugute kommen sollen, sind die Entscheidungen im Förderverein von Bedeutung, da der Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen als Vertretung der einst aus politischen Gründen inhaftierten Frauen seit geraumer Zeit keine eigenen Vorstellungen einbringen kann. Der Verein soll nach dem Willen des bisherigen Vorstandes aufgelöst werden. Gegen die Auflösung haben Mitglieder Klage eingereicht, über die frühestens am 11. Mai vor dem AG Michelstadt entschieden werden soll.

Eingerüstet: Das ehemalige Frauenzuchthaus wird saniert, um  u.a. eine Gedenkstätte an die Leiden der Frauen von Hoheneck einzurichten - Foto: LyrAg

Eingerüstet: Das ehemalige Frauenzuchthaus wird saniert, um u.a. eine Gedenkstätte an die Leiden der Frauen von Hoheneck einzurichten –
Foto: LyrAg

Der mögliche künftige und bis zu seinem Rücktritt Vorsitzende des Fördervereins hatte als Optiker über Jahre die Gefangenen auf der einstigen Burg über der Kreisstadt mit Lesehilfen versorgt. Hamann hatte diese Tätigkeit nach eigenen Angaben zusehends als Belastung angesehen, weil hin und wieder Gefangene direkt in seinen Laden transportiert worden waren und daher einen Kollegen gebeten, diese Arbeit zu übernehmen. In welcher Form die auch auf der Burg präsente Staatssicherheit diesen Wechsel tolerierte, ist bisher nicht bekannt. Der Optiker brachte es nach der Wende bis zum Vizepräsidenten des Zentralverbandes der Augenoptiker (bis 2002).

Anlässlich der Wahlen muß sich die Mitgliederversammlung womöglich mit der Satzung und den Aufnahmebestimmungen befassen. In der Satzung ist zweifelsfrei unter § 3, Abs.5 bestimmt: „Der Verein kann eine persönliche Erklärung verlangen aus der hervorgeht, dass der Antragsteller nicht Mitglied einer nazistischen Organisation war und nicht stasibelastet ist.“
Im Aufnahmeantrag heißt es hingegen: „Alle mit * gekennzeichneten Fragen sind keine Pflichtangaben und beruhen auf Freiwilligkeit.“ Allerdings ist nur ein Passus mit dem * gekennzeichnet: „ Früher tätig als IM, Mitarbeiter oder ähnlich für die Stasi JA / NEIN; Zuträger oder Aktiver des NS-Regimes JA / NEIN“. Abgesehen davon, dass ein Zuträger des NS-Regimes heute verantwortlich mindestens neunzig Jahre sein müsste, um diese Frage bejahen zu können, ist die ausgewiesene Freiwilligkeit für die Angabe einer wie immer gearteten Stasi-Tätigkeit den einstigen Opfern politischer Verfolgung wie der Öffentlichkeit kaum vermittelbar. Mitglieder einstiger verbrecherischer Organisationen haben in einem Förderverein für eine Gedenkstätte an die Verbrechen der DDR nun gar nichts zu suchen. Eine Freiwilligkeit, nach Gusto eine solche Betätigung zu verschweigen oder anzugeben, scheidet in diesem Fall auch satzungsgemäß eindeutig aus.

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Entwürfe: Zentrales Mahnmal für Opfer des Kommunismus

Berlin/cw – In der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Berlin werden ab 25. März Entwürfe von Studenten der TU Darmstadt für ein zentrales Mahnmal für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft im Rahmen einer Ausstellung vorgestellt (25.03. – 14.04.2015, KAS, Tiergartenstr.35, 10785 Berlin). Zur Eröffnung findet eine Diskussion um die Entwürfe und das Vorhaben statt, Begrüßung durch Stephan Hilsberg. Die Moderation übernimmt Robert Ide, DER TAGESSPIEGEL.
Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) hatte bereits 2008 eine Initiative Mahnmal mit dem Ziel gegründet, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls (2009) oder der Wiedervereinigung (2010) ein derartiges Mahnmal zu errichten. Nachdem die Bemühungen nicht voran kamen, nahm sich die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur des Anliegens an und finanzierte entsprechende Projekte.
Die Veranstaltung ist öffentlich, um Anmeldung an die KAS bis zum 22.März wird gebeten:
Tel. 030-55779620 – Fax: 55779340 – Mail: michels@uokg.de

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Wir gratulieren zum Geburtstag :

Uwe Holzapfel, 8. März, Berlin.
Tatjana Sterneberg, 14. März, Berlin
Günter Schulz, 20. März, Weil der Stadt
Prof. h.c. Horst R. Übelacker 26. März Linz/Austria

Geburtstage, die an dieser Stelle veröffentlicht werden sollen, bitte jeweils bis zum 10. eines Monats  an redaktion.hoheneck@gmail.com melden.

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Hinweis: Die bisherigen Ausgaben des Hohenecker Boten können unter http://www.17juni1953.de abgerufen oder direkt bei der Redaktion gegen Kostenbeitrag bestellt werden (Redaktion: Siehe Impressum). Die Vereinigung 17. Juni 1953 e.V. hat der Redaktion Gastrecht auf der Homepage eingeräumt, der Verein ist für die Inhalte nicht verantwortlich.
Impressum: Der „Hohenecker Bote“ ist einzig der demokratischen Auseinandersetzung und den Anliegen der Verfolgten beider Diktaturen verpflichtet, parteipolitisch und vereinsrechtlich unabhängig und erscheint in der Mitte eines jeden Monats. Beiträge dürfen b.a.W. kostenlos unter Zurverfügungstellung von Nachweisen (Belegen) insbesondere von gemeinnützigen Vereinen der Verfolgten- und Opferszene beider Diktaturen in Deutschland genutzt oder weiterverbreitet werden. Ausgenommen davon sind wirtschaftlich ausgerichtete Institutionen oder Unternehmen. Fotos dürfen grundsätzlich nur unter ausdrücklicher Zustimmung bzw. zu den Bedingungen der Redaktion verwandt werden. Redaktion: Carl-Wolfgang Holzapfel (cw) – verantwortlich; redaktion.hoheneck@gmail.com ; Kaiserdamm 9, D-14057 Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953; Fax: 030-30207786. Anzeigen auf Anfrage.

Von Carl-Wolfgang Holzapfel

Manila/Mainz, 18.01.2015/cw – Papst Franziskus hat in Manila klare Position zu Verhaltendweisen gegenüber anderen Religionen bezogen. Diese Haltung unterstrich der Heilige Vater nicht nur durch einen spontanen Besuch bei buddhistischen Mönchen. Mit deutlichen Worten kritisierte er unzulässige Angriffe auf andere Religionen, als er laut Medienberichten in einem Gespräch mit Journalisten im Flugzeug u.a. sagte: „Wenn einer eine Religion beleidigt, dann ist das so, als ob man meine Mutter beleidigt, und dafür riskiert man schon mal einen Kinnhaken. Das ist doch normal.“ (Quelle: ZDF-heute-Journal, 18.01.2015, 21:45 Uhr).

Es ist diese klare und unmissverständliche Sprache, die Einen als bisher überzeugten Protestanten darüber nachdenken lässt, zum Katholizismus überzutreten. Was kann einem Besseres passieren, als im gesegneten Alter auf ein Vorbild zu stoßen, das so unverkrampft durch Wort und Tat neue Türen zu einem Glauben öffnet, an dem man in vielen Jahrzehnten oftmals zu verzweifeln drohte? Es war ja nicht das nach wie vor tragende Bild des Glaubens an Jesus Christus und die letztendliche Erlösung durch dessen Kreuzestod. Es waren die vielen Talarträger in den Amtskirchen, die mit ihrem täglichen Leben anderes dokumentierten, als sie tagtäglich oder besonders Feiertags den gläubigen Schäfchen verkündeten.

Franziskus´ Botschaft: Begegnung statt Ausgrenzung - hier mit seinem Vorgänger im Amt Benedikt XVI. Foto: LyrAg

Franziskus´ Botschaft: Begegnung statt Ausgrenzung –
hier mit seinem Vorgänger im Amt Benedikt XVI. Foto: LyrAg

Und nun tritt da ein Papst in unser Leben, der nicht nur theoretisch einen Namen auswählt sondern tatsächlich tagtäglich bemüht ist, diesem Namen Inhalt zu verleihen, seinem Vorbild und Namensgeber Franziskus glaubhaft und vor aller Welt sichtbar gerecht zu werden.

„Das hat juristische Folgen“

Wie anders der Alltag. Als am vergangenen Samstag eine ehemalige Hoheneckerin am Rande einer BStU-Veranstaltung in der einstigen Zentrale des Bösen, dem Ministerium der Staatssicherheit in Berlin, dem Prediger Rainer Wagner ein Schild mit dessen Beleidigungen anderer Religionen entgegen hielt („Die Bibel zeigt, wer nicht zu Christus gehört – Namenschrist, Jude, Heide oder Atheist, ist ein Knecht Satans und niemals heilig.“), drohte dieser mit ebenso deutlichen Worten: „Das hat juristische Folgen.“

Wagner ist nicht Irgendwer. Der hauptberufliche Prediger aus dem schönen Neustadt an der Weinstraße ist nebenberuflich Vorsitzender des Dachverbandes der SED-Verfolgten UOKG, Vorsitzender des ältesten Opferverbandes VOS, bekleidet zahlreiche ebenso ehrenamtliche Ämter in den Stiftungen Gedenkstätte Hohenschönhausen und Berliner Mauer und anderen Gremien. Dennoch findet der Evangelikale die Zeit, in seinem Hauptberuf in wiederkehrenden Philippiken heftig gegen andere Religionen zu wettern und deren Gläubige – nach den Worte des Papstes – zu beleidigen. So schrieb er in einem Wort zum Sonntag im Missionsbrief von Neustadt:

Moschee für den Götzen Allah

“Aber auch sonst ist unser Land von Aberglauben und Heidentum verseucht: Dazu kommt das öffentlich erkennbare Erstarken des Heidentums auch in unserer Region. In Lamprecht finden wir mittlerweile ein hinduistisches Heiligtum, in dem die indischen Dämonen – Götzen – verehrt werden. In Rhodt und anderen Orten kommen die Buddhisten zusammen. Eine Religion, deren Hauptmerkmal Geisterkult ist.“ Und weiter: „In Neustadt entsteht direkt am Ortseingang eine Moschee für den Götzen Allah und seinen falschen Propheten Mohammed.“ (Quelle: Wort zum Sonntag, Stadtmissionsbrief Neustadt, Nov.2011).

Engagierter Protest wider das Schweigen in der einstigen Stasi-Zentrale - Foto: LyrAg

Engagierter Protest wider das Schweigen in der einstigen Stasi-Zentrale durch eine „Knechtin Satans“ (Wagner) – Foto: LyrAg

Wagner hat sich trotz diverser Bitten und nachdrücklicher Aufforderungen bisher nicht von diesen Äußerungen distanziert oder den Versuch unternommen, diese wenigstens in Form von Klarstellungen zu relativieren. Stattdessen versteckt er sich hinter einem Persilschein der Staatsanwaltschaft Frankenthal, die ihm nach einer Anzeige durch ein jüdisches Mitglied der VOS attestierte, diese Äußerungen lägen im „Rahmen der garantierten Religionsfreiheit“. Im letzten Jahr setzte der Repräsentant der Opferverbände diesen Äußerungen eine weitere Krone auf, als er einstige politische DDR-Häftlinge auf einer UOKG-Veranstaltung in der ehemaligen Stasi-Zentrale während einer Pause ebenfalls als „Knechte Satans“ beschleuderte.

Private Auseinandersetzung

Bislang sehen die mit Wagner kooperierenden Politiker und Amtsträger in den umstrittenen um nicht zu sagen skandalösen Äußerungen des Predigers und Multifunktionärs keinen Grund, auf Distanz zu gehen. Im Gegenteil. Auf besagter Veranstaltung der BStU wurde der ehemaligen Hoheneckerin (1973-1976) einfach das Mikrofon abgedreht, als sie den Versuch unternahm, den auf dem Podium sitzenden Rainer Wagner mit dessen Äußerungen zu konfrontieren (“Warum sitzen Sie hier?“). Der Moderator, ein bekannter Journalist, meinte, dies sei eine „private Auseinandersetzung, die privat geführt werden sollte.“

Franziskus weilt derweil in Manila auf den Philippinen und seine klaren und Brücken-bauenden Worte zu anderen Religionen werden wohl kaum den Rufer in der Wüste „gegen Geisterkulte, Juden und Moslems wie den Ungeist in der (Evangelischen) Amtskirche“ aus Neustadt erreichen. Vielleicht befasst sich ja demnächst eine neue Philippika mit dem „Knecht Satans im Vatikan.“ (931)

heute-Journal 18.01.15-21.45_2V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 13.01.2015/cw – Der Dachverband „Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft“ (UOKG) hat in einer Presseerklärung vom 8.01. den Terror-Anschlag in Paris verurteilt:

UOKG zum feigen Mordanschlag in Paris am 7.1.2015

Die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft verurteilen den feigen Mordanschlag islamischer Extremisten auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris auf das schärfste.

Der UOKG-Bundesvorsitzende Rainer Wagner* stellte dazu fest:

Tuch (Schwamm) drüber: "Das hat der bestimmt nicht so gemeint, das ist Religionsfreiheit."                               Frei nach Paul Weber "Das Leichentuch", 1942 - Collage: LyrAg 2013 - Nicht nur die Stiftung Aufarbeitung schweigt zu den skandalösen Thesen des Predigers ...

Tuch (Schwamm) drüber: „Das hat der bestimmt nicht so gemeint, das ist Religionsfreiheit.“
Frei nach Paul Weber „Das Leichentuch“, 1942 – Collage: LyrAg 2013
– Nicht nur die Stiftung Aufarbeitung schweigt zu den skandalösen Thesen des Predigers …

„Der islamistische Terror in Europa hat damit eine bislang nicht gekannte Dimension erreicht. Es ist eine Tat, die sich direkt gegen die Meinungsfreiheit, und damit gegen die Freiheit an sich wendet. Damit kehrt der totalitäre Ungeist nach Europa zurück, der das 20. Jahrhundert beherrschte.
Das werden wir nicht zulassen. Die Zivilgesellschaft muss sich mit allen Mittel gegen diese Form des Totalitarismus wenden. Bei all der Grausamkeit ist diese Bluttat nur die Spitze des Eisbergs weltweiter, islamistischer Barbarei. Die Taten des sogenannte Islamischen Staats, von Boko Haram oder Al-Kaida, sind Zeugnisse hiervon. Die Opfer des Terrors sind dabei meist nicht nur Angehörige anderer Religionen. Der Großteil der Opfer sind friedliche Muslime. Hierbei zeigt sich, wie pervers und unglaubwürdig die angebliche Vorhut des Islams ist.
Unsere Gedanken und unsere Solidarität sind bei den vielen unschuldigen Opfern dieses neuen Totalitarismus und deren Angehörigen.“

Quelle: http://www.uokg.de/cms/attachments/UOKG-PE_zum_Anschlag_in_Paris_am_7.1.2015.pdf

*Anmerkung (Redaktion HB): Der hier zitierte UOKG-Vorsitzende schreibt – von der Politik bisher ignoriert – in seiner Eigenschaft als Prediger der Stadtmission Neustadt u.a.:
Die Bibel zeigt, wer nicht zu Christus gehört, Namenschrist, Jude , Heide oder Atheist, ist ein Knecht Satans und niemals heilig.“ Wort zum Sonntag, Nov.2006

Über andere Religionen und den Islam schreibt Wagner, der die 2006 auf der Frankfurter Buchmesse eingeführte Bibelübersetzung „Bibel in gerechter Sprache“ als „gotteslästerlich“ und vom „Satan aufgebrachte Irrlehre“ bezeichnet:

Aber auch sonst ist unser Land von Aberglauben und Heidentum verseucht: Dazu kommt das öffentlich erkennbare Erstarken des Heidentums auch in unserer Region. In Lamprecht finden wir mittlerweile ein hinduistisches Heiligtum, in dem die indischen Dämonen – Götzen – verehrt werden. In Rhodt und anderen Orten kommen die Buddhisten zusammen. Eine Religion, deren Hauptmerkmal Geisterkult ist.

In Neustadt entsteht direkt am Ortseingang eine Moschee für den Götzen Allah und seinen falschen  Propheten Mohammed“ (Stadtmissionsbrief Nov.2011).

Zuvor hatte der Multifunktionär (UOKG, VOS, Stiftung Hohenschönhausen, Stiftung Berliner  Mauer u.a.) bereits verkündet: „Wer die Aussagen des Korans über Allah mit dem Gott der Bibel vergleicht erkennt, dass Allah nicht mit unserem Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, identisch ist. Allah ist ein (arabisch) heidnischer Götze. Götzen aber sind nicht real, sondern Phantasieprodukte. Es gibt den Allah des Islam nicht wirklich. Allerdings stehen hinter diesem als Phantasiegebilde die Mächte der Finsternis“ (Missionsbrief, 11.2006). – 925

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck – Berlin (Ausser der UOKG-PE)

Von Carl-Wolfgang Holzapfel

Berlin, 3.01.2015/cw – „Auf alle Fälle bin ich als Mensch von Herrn Wagner sehr enttäuscht und besonders schlimm empfinde ich es deshalb, weil er Religionslehrer und Prediger ist. Er lügt, er manipuliert und er verheizt seit Wochen unseren …* besonders stark und uns ebenso.“(* Name redaktionell entfernt). „Das ganze Vertrauensverhältnis gegenüber Herrn Wagner ist bei der ganzen Belegschaft zerstört und ich kann nur sagen, dass der Gedanke zur Kündigung nicht nur in mir vorhanden ist, sondern in der kompletten Beratungsstelle.“

Diese scharfe Kritik am UOKG-Vorsitzenden Rainer Wagner kommt von Goldene-Henne-Preisträgerin Katrin B. Die UOKG-Beraterin wandte sich bereits vor geraumer Zeit in einer Mail, die uns vorliegt, an einige Vorstandsmitglieder, um sich offenbar ihren Frust gegenüber dem omnipotenten Vereinsfunktionär von der Seele zu schreiben.

Katrin B. ist durch die im Herbst erfolgte Auszeichnung mit der GOLDENEN HENNE einem breiteren Publikum bekannt geworden und ist seit einigen Jahren im Dachverband als Beraterin tätig. Nach dem Debakel um eine Kollegin, von der sich die UOKG aufgrund massiver Vorwürfe im Frühjahr 2014 getrennt hatte, war Katrin B. gewissermaßen zum Aushängeschild für die Arbeit des Dachverbandes geworden.

Maulkorb, Strafanzeige und reger Kontakt

Katrin B. wirft Wagner u.a. vor, er verhänge gegen die Mitarbeiter „einen Maulkorb“ in Sachen der vormaligen Angestellten und würde andererseits rege mit deren Anwaltskanzlei kommunizieren und zu der mit Vorwürfen konfrontierten Kerstin K. selbst einen regelmäßigen Kontakt unterhalten: „Wieso übergeht Herr Wagner den kompletten Vorstand, obwohl eindeutige Beschlüsse erfolgt waren? Warum steht er so zu Frau K.?“ Nach den der Redaktion vorliegenden Unterlagen wurde durch die UOKG Strafanzeige gegen Kerstin K. erstattet, die Wagner allerdings auf der jüngsten UOKG-Mitgliederversammlung im November 2014 als „eher prophylaktisch“ bezeichnet hatte. Wagner hatte dem Anwalt der Angezeigten überdies kürzlich eine eidesstattliche Versicherung zugunsten von Kerstin K. übermittelt. Auch die demonstrative Ablichtung mit der einstigen Angestellten nach Bekanntwerden der Auseinandersetzung hatte in der UOKG Unmut ausgelöst.
Wagner hatte die Arbeit der Kerstin K. zunächst durchaus kritisch gesehen: „Der Aktenschrank von Frau K. muß spätestens Anfang kommender Woche geöffnet werden,“ schrieb Wagner am 30.01.2014 an seine Vorstandskollegen, „anders können wir den Betroffenen nicht helfen. Ich gehe auch davon aus, dass die Akten UOKG-Akten und nicht K…-Akten sind.“ Außerdem, so der UOKG-Chef, müsste der Leiter der zuständigen Heimberatungsstelle „über die Hintergründe“ informiert werden, „spätestens in 10 Tagen. Ihm muß klar sein, dass Frau K. in dem Fall nicht in unserem Auftrag arbeitet und wir für nichts haften.“

Am Ende ihrer Mail resümiert Katrin B. später bitter: „All das geht körperlich und psychisch nicht spurlos an uns Beratern vorbei. Vielleicht liegt es an der Ungerechtigkeit, seiner diktatorischen Art und an den seit Monaten andauernden Lügenkonstrukt durch Herrn Wagner. Ich weiß nicht wie lange wir das noch mit ihm als Chef durchhalten. … Als Arbeitnehmer wären wir mit solch schädigenden Vorfällen schon längst gekündigt worden.

Auch in der VOS häufen sich die Probleme

Rainer Wagner musste und muss sich nicht nur in der UOKG heftiger Kritik erwehren. Auch in der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), deren Vorsitzender der Prediger aus Neustadt seit April 2014 ebenfalls ist, werden mittlerweile heftige Vorwürfe laut. So soll Wagner die Gründung eigener VOS-Vereine auf Landesebene gebilligt haben, um damit eine mögliche Insolvenz des ältesten Verfolgtenverbandes zu verhindern. Er folgte damit einem Vorschlag seines Amtsvorgängers und jetzigen Stellvertreters, der mit dieser jetzt umgesetzten Idee die Gelder des Verbandes vor „möglichen Zugriffen“ retten wollte.
Der Verband sieht sich Nachzahlungsforderungen von über 100.000 Euro an vorenthaltenen Sozialabgaben gegenüber, für die der Wagner-Vorgänger hauptsächlich verantwortlich gemacht wird. Ein Ermittlungsverfahren gegen Hugo D. war erst kürzlich nach Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden. Nun wird von Kritikern in der VOS von dem Versuch einer möglichen (und strafbewehrten) Insolvenzverschleppung gesprochen. Mittlerweile hat die VOS gegen die Rückzahlungsforderungen Klage eingereicht.

Erneuter Verstoß gegen Wahlrecht?

Aber auch anderweitig scheinen die Hoffnungen auf eine Beruhigung der Auseinandersetzungen in der VOS durch die Wahl Wagners zu verfliegen. Per 31.12.2014 waren zwei Stellvertreter Wagners von ihren Posten zurückgetreten, ohne dass die Mitglieder darüber informiert wurden. Auch die jetzt ausgeschriebenen Nachwahlen zum Vorstand wurden den Mitgliedern nicht mitgeteilt. Der Vermerk der wählenden Delegierten mit Namen und Anschrift auf den versandten und eigentlich geheimen Abstimmungszetteln hatte ebenfalls Proteste ausgelöst. Darüber hinaus soll Wagner-Vorgänger Hugo D. seinen Rücktritt lediglich für den Fall der Finanzierung einer Beratungsstelle durch den Landesbeauftragten (Martin Gutzeit) avisiert haben. Gutzeit hatte signalisiert, eine Finanzierung nur dann zu übernehmen, wenn der Berater keine Vorstandsfunktionen ausübe. Ein Problem könnte sich dadurch ergeben, das Hugo D. Vorsitzender des Landesverbandes Berlin bleibt, also weiterhin Vorstandsfunktionen ausübt.

Der mittlerweile in der VOS umstrittene vormalige Bundesvorsitzende, Schatzmeister und noch amtierende ZDF-Fernsehrat hat neben seiner ZDF-Apanage ebenfalls seit vielen Jahren ein weiteres Einkommen als Geschäftsführer des Bundesverbandes. Rainer Wagner hatte noch im April 2014 die „bezahlte Stellung eines Geschäftsführers mit der eines Vorstandsmitgliedes“ für unvereinbar erklärt und von Hugo D. eine entsprechende Entscheidung „zwischen den beiden Funktionen“ verlangt. Seither sind acht Monate vergangen.
Der Prediger, der die ihm von einer Staatsanwaltschaft attestierte Religionsfreiheit für exzessive Ausfälle gegen Juden, Moslems, Buddhisten, Hindus und Homosexuelle nutzt, stößt in seinen inzwischen angehäuften Funktionen nicht nur bei Mitgliedern der VOS oder Mitarbeitern in der UOKG auf Kritik. (915)

V.i.S.d.P.: redaktion.hoheneck@gmail.com , Berlin

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