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VEREINIGUNG 17. JUNI 1953 e.V.             

Presseerklärung

100. Mahnwache für politische Gefangene in Russland

Berlin, 27.10.2016/cw – Ronald Wendling (57) war selbst ehemaliger politischer Gefangener. Damals saß er im berüchtigten DDR-Gefängnis Cottbus (03. – 08.1984) ein. Heute engagiert er sich für politische Gefangene in Russland.

Unermüdlich: Ronald Wendling zur 100. Mahnwache für die politischen Gefangenen vor der Russischen Botschaft in Berlin  Foto: LyrAg

Unermüdlich: Ronald Wendling zur 100. Mahnwache für die politischen Gefangenen vor der Russischen Botschaft in Berlin Foto: LyrAg

Seit 2014 demonstriert er mit einer wöchentlichen Mahnwache vor der Russischen Botschaft, Unter den Linden in Berlin, nahe dem Brandenburger Tor. Und heute, am 27.10., begeht er die 100. Mahnwache, von 13:00 – 18:00 Uhr.

Auslöser war für ihn vor zwei Jahren die Inhaftierung der ukrainischen Pilotin Nadya Sawtschenko. Diese war unter ungeklärten Umständen im Rahmen der von Russland unterstützten Unruhen in der Ost-Ukraine nach Russland verschleppt und in diesem Jahr zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Durch die Befassung mit Sawtschenko, die inzwischen freigelassen wurde und jetzt ihr Mandat im Ukrainischen Parlament wahrnimmt, erfuhr Ronald Wendling von weiteren Schicksalen politischer Gefangener, die sich in russischem Gewahrsam befinden. Spontan beschloß der Berliner, seine Mahnwache fortzusetzen, um auch auf das Schicksal dieser Menschen aufmerksam zu machen. „Wir waren seinerzeit darauf angewiesen, dass Menschen im freien Teil Deutschlands aber auch

Gegen das Vergessen: Portraits von Politischen Gefangenen geben den Verfolgten ein Gesicht - Foto: LyrAg

Gegen das Vergessen: Portraits von Politischen Gefangenen geben den Verfolgten ein Gesicht – Foto: LyrAg

Amnesty International auf unser Schicksal hingewiesen haben.“ Heute möchte er etwas zurück geben, seine Stimme für diese aus politischen Gründen Verfolgten erheben.

Wendling wird von Ukrainern in Berlin aber u.a. auch von der Vereinigung 17. Juni 1953 unterstützt. Deren Vorsitzender Holzapfel (72) war 1966 selbst zu acht Jahren Zuchthaus in der DDR verurteilt worden, weil er sich für „14.ooo politische Gefangene in der DDR“ eingesetzt hatte und deswegen am 18. Oktober 1965 am Checkpoint Charlie verhaftet worden war. „Wir dürfen nicht nachlassen, die Inhaftierung von Menschen allein aus politisch motivierten Gründen anzuprangern. Es ist die einzige Möglichkeit, auf dieses Unrecht aufmerksam zu machen, wo immer es praktiziert wird,“ so der Vereinsvorsitzende. Darum unterstütze er persönlich „aus tiefer Überzeugung“, aber auch der Verein diesen bewundernswerten Einsatz Wendlings: „Wir brauchen mehr Wendlings in unserer Welt.“

V.i.S.d.P.: Vereinigung 17. Juni 1953 e.V., Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.162)

 

Zur 100. Demo für Nadya Sawtschenko: Die Vereinig. 17. Juni überreichte eine Blumenschale in den Farben der Ukraine an Ronald Wendling - Foto: LyrAg

Zur 100. Demo für Nadya Sawtschenko: Die Vereinig. 17. Juni überreichte eine Blumenschale in den Farben der Ukraine an Ronald Wendling – Foto: LyrAg

Berlin, 10.04.2016/cw – Am kommenden Montag, 11.April, führt der Berliner Ronald Wendling die 100. Demonstration für die Freilassung der Ukrainischen Pilotin Nadya Sawtschenko durch. Der ehemalige politische Häftling (Cottbus) demonstriert sei 2014 jeden Donnerstag vor der Russischen Botschaft in Berlin gegen die unberechtigte Inhaftierung der Ukrainerin. Seit ihrer kürzlichen Verurteilung in Russland zu 22 Jahren Freiheitsentzug demonstriert der

Die Blumen wurden vor Ort ggüb. der russischen Botschaft eingepflanzt - Foto: LyrAg

Die Blumen wurden vor Ort ggüb. der russischen Botschaft eingepflanzt – Foto: LyrAg

Menschenrechtler täglich in der Zeit von 13:00 bis 19:00 Uhr, für jedes Jahr der verhängten Freiheitsstrafe einen Tag. Am Mittwoch steht Wendling über drei Wochen an seinem Platz auf dem Mittelstreifen nahe dem Brandenburger Tor. Der Demonstrant wird ab Donnerstag zu dem wöchentlichen Tournus (13:00 – 16:00 Uhr) zurückkehren und ist gewillt, bis zur Freilassung Sawtschenkos diese Demos fortzuführen.

Nicht nur Wendling, der die Inhaftierung und das Urteil als „politischen Terror“ bezeichnet und dessen beharrliche Aktionen nicht nur von der Russischen Botschaft sondern auch in der Ukraine aufmerksam registriert werden, hofft auf eine baldige Vereinbarung auf internationaler Ebene, um der durch zahlreiche Hungerstreiks geschwächten politischen  Inhaftierten zur Freilassung zu verhelfen. Unlängst hatte sich die Bundeskanzlerin und der französische Staatspräsident für Sawtschenko eingesetzt, ebenso  Außenminister Steinmeier bei seinem kürzlichen Besuch in Moskau. Wie verlautet, will der Russische Präsident Putin  Sawtschenko gegen zwei wegen krimineller Delikte Verurteilte in den USA austauschen. Die Schwester der Ukrainerin hatte dazu kürzlich auf einer Pressekonferenz in der Ukrainische Botschaft in Berlin erklärt, dass Sawtschenko eine solchen Austausch ablehne: „Man könne nicht Schuldige gegen Unschuldige austauschen.“ Nadya Sawtschenko befindet sich seit zwei Tagen erneut in einem sogen. „trockenen Streik“; sie verweigert die Aufnahme von lebensnotwendigen Flüssigkeiten. Es ist der gesundheitlich bedrohliche dritte Streik seit dem Beginn ihrer Inhaftierung, wie besorgte Mitglieder der Familie der Öffentlichkeit mitteilten.

Am Montag wollen Freunde dem bisher ziemlich einsamen Demonstranten in der Straße Unter den Linden einen Blumenstrauß überbringen und diesem aus Anlass der 100. Demo für dessen unermüdlichen Einsatz danken (gegen 17:00 Uhr).

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785 (1.100)

Brüssel/Paris/Berlin, 20.03.2016/cw – Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident François Hollande haben am Donnerstag anlässlich eines Treffens mit dem Ukrainischen Staatspräsidenten Petro Poroschenko die unverzügliche Freilassung der Ukrainerin Nadya Sawtschenko gefordert.

Nach einer Mitteilung des Sprechers der Bundesregierung, Steffen Seibert, waren sich die drei Staatsführer mit ihrer Forderung nach einer sofortigen Rückkehr der Pilotin in ihre ukrainische Heimat einig. Auch die Einhaltung der Minsker Vereinbarungen sei unerlässlich, bevor die gegen Russland verhängten Sanktionen gelockert oder gar aufgehoben werden könnten.

Pressekonferenz in Berlin

Auf der Pressekonferenz (von li.): Sofia Onufriv (Dolmetscherin), Wira Sawtschenko (Schwester) und Natalia Pysanska (Frie Journalistin) - Foto: LyrAg

Auf der Pressekonferenz (von li.): Sofia Onufriv
(Dolmetscherin), Wira Sawtschenko (Schwester) und Natalia Pysanska (Freie Journalistin) – LyrAg

Auf einer Pressekonferenz in der Ukrainischen Botschaft in Berlin berichtete die Schwester Wira in Anwesenheit des Botschafters Andrij Melnyk und einigen Vertretern der Medien am vergangenen Freitag über die aktuelle Situation der inzwischen weltweit bekannten politischen Gefangenen der Russischen Föderation. Nadya Sawtschenko schwebe nach ihrem wochenlangen Hungerstreik in Lebensgefahr und ist sich dieser Gefahr selbst nicht so bewusst, wie das sein sollte. Sie, Wira, und ihre Mutter sind froh, dass Nadya wenigstens ihren Durststreik aufgegeben habe und nun wieder Flüssigkeit zu sich nehme.

Für die Freilassung von Nadya setzten sich nicht nur Ukrainer und ihre Politiker ein. In aller Welt würden sich Menschen und namhafte Politiker für die zu Unrecht Inhaftierte engagieren. „Allerdings haben wir nicht mehr viel Zeit,“ betonte die zierlich wirkende, aber sehr selbstbewusst auftretende Schwester der in Russland angeklagten ukrainischen Pilotin. Die Weltgemeinschaft müsse sich jetzt engagieren.

Wira spricht nicht gerne über die Gesundheit ihrer Schwester, zu tief sitzen die Sorgen darüber. Vor einem Jahr, als Nadya 83 Tage in den Hungerstreik getreten sei, habe sie das Schlimmste befürchtet. Die Familie habe in dieser Zeit „in großer Angst“ gelebt. Jetzt sei man sich bewusst: „Die letzte Schlacht steht bevor. Erst kommt das Urteil, dann die große Stille,“ sagte Wira Sawtschenko. Jetzt brauchten wir die größte Kraftanstrengung und Unterstützung, um Nadya mögliche Jahrzehnte in russischer Haft zu ersparen.

Auf die Frage der DEUTSCHEN WELLE, ob das deutsche Angebot auf ärztliche Untersuchung durchsetzbar wäre und wie der augenblickliche Gesundheitszustand der Gefangenen einzuschätzen sei, antwortete Wira:

Ihre Schwester betrachte die Situation sehr nüchtern. Ihre Handlungen sind sehr durchdacht und wohl überlegt. „Ich bewundere Nadya. Sie steht allein gegen dieses Imperium.“ Es ständen auch Ärzte bereit, jederzeit zu ihr zu fahren. Gegenwärtig würde das jedoch nicht gestattet werden. Nadya versichert uns ja auch, ihr gehe es gut, aber: „Sie kann ihren Zustand nicht richtig einschätzen, wenn sie behauptet, dass sie keine Hilfe brauche.“

Gefangenenaustausch möglich?

Einen Austausch lehnt Russland ab. Aber auch Nadya: „Man kann nicht Unschuldige gegen Schuldige tauschen.“ Auf eine weitere Frage betonte Wira, die Ukraine habe alles unternommen, um Nadya zu befreien, aber die Möglichkeiten sind beschränkt.

Auch zu den Gerüchten in westlichen Medien, wonach Nadya durch den russischen Geheimdienst getäuscht wurde, um ihren lebensbedrohlichen Durststreik zu beenden, nahm Wira auf Nachfrage der Redaktion Hoheneck Stellung: Der angebliche Brief des Ukrainischen Staatspräsidenten an Nadya sei ein Fake gewesen. Die Absicht sei aufgegangen, alle sprechen über den Abbruch. Diese Aktion der russischen Sicherheitsbehörden sei ein Tiefpunkt gewesen: „Tiefer kann man nicht sinken, als der FSB.“ Das Ziel der Aktion war wohl, alle gegeneinander aufzubringen und damit die Solidarität zu zerstören.

Mit welchem Urteil, voraussichtlich am Dienstag nächster Woche, rechnet Wira? „Wir sollten ein maximales Urteil erwarten. Putin kann nicht mit Würde verlieren.“

Wila Sawtschenko im Gespräch mit ehem. polit. Gefangenen der DDR - Foto: LyrAg

Wila Sawtschenko im Gespräch mit ehem. polit. Gefangenen der DDR – Foto: LyrAg

Auch Wira wurde bereits bedroht

Ob sie, Wira, inzwischen auch bedroht worden sei? Wira Sawtschenko lacht: „Darüber könnte ich sehr lange erzählen, diese Erlebnisse wären Hollywood-reif. Manchmal habe ich natürlich Angst. Dann helfen mir die ukrainischen Konsulate. Aber sie haben es bisher nicht geschafft, mich mundtot zu machen.“ Auf der anderen Seite steht die Hybris Russlands. Der russische Sender „TV24“ berichte jeden Abend über den Zerfall im Westen. Nadya ist „die Fahne“, zweifellos. Aber es gibt mindestens 28 weitere politische Gefangene in diesem Zusammenhang, die dürften nicht vergessen werden.

Nach dem Urteil sind in Russland alle Rechtswege erschöpft. Ob eine Berufung vor dem Europäischen Menschengerichtshof möglich sei, müsse man prüfen. Immerhin würden auch in Moskau viele Menschen mutig für die Freilassung Nadyas und der anderen Gefangenen demonstrieren. Das gebe Nadya und auch der Familie viel Kraft.

Nach Urteil weltweite Solidaritätsaktion

In vielen Orten und Metropolen der Welt werden ab kommenden Montag, dem 21. März, zweitägige Solidaritätsaktionen durchgeführt. Auch in Berlin wird der Dauerdemonstrant für die Freilassung Nadyas Sawtschenkos, Ronald Wendling (56), vor der Russischen Botschaft (Unter den Linden nahe dem Brandenburger Tor) mit Sondermahnwachen am Montag und Dienstag (jeweils 13:00 – 19:00 Uhr) die internationalen Demonstrationen für die Freilassung der ukrainischen Pilotin unterstützen. Wendling steht seit 2014 allwöchentlich vor der Botschaft und hat bereits angekündigt, seine Aktion nach dem Urteil täglich durchführen: Für jedes Jahr Freiheitsstrafe will er einen Tag lang vor der Russischen Botschaft demonstrieren. Es sei denn, Sawtschenko werde wider aller Erwartung „in einem humanitären Akt vorzeitig entlassen.“

Auch für den aktiven Berliner und ehemaligen DDR-Häftling gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Siehe auch: http://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/wer-ist-der-mann-der-71-mal-gegen-putin-demonstrierte

Letzte Meldung, 21.03.2016, 17:00 Uhr:

Wie die ARD-Tagesscheu meldet, will sich auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei seinem Besuch in Moskau in dieser Woche für die Freilassung Nadya Sawtschenkos einsetzen. Auch US-Präsident Obama hat die Freilassung gefordert.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785 (1.087)

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