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Berlin, 24.11.2021/cw – Der in Köln lebende Publizist und Verfasser div. Standard- werke über den Widerstand in der einstigen DDR, Karl Wilhelm Fricke (92), hat jetzt der Berufung in den Beirat der nach dem Volksaufstand begründeten Vereinigung 17. Juni 1953 zugestimmt. Zuvor war Fricke die bereits zu seinem 90. Geburtstag verliehene Goldene Ehrennadel übersandt worden, da die Corona-Pandemie die vorgesehene Übergabe an seinem Wohnort verhindert hatte. Das teilte der in Berlin ansässige Verein heute mit.

Karl Wilhelm Fricke mit Brille und Pullover
Neuer Beirat: Karl Wilhelm Fricke – Foto: M. Schönherr

Neben Fricke gehören dem Beirat der historischen Vereinigung aktuell bereits der ehem. Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen, der Historiker Prof. Helmut Müller-Enbergs und der ehem. Bundesbankdirektor Prof. Horst Rudolf Übelacker an. Die Beirats-Mitglieder Heinrich Lummer, u.a. ehem. Bürgermeister von Berlin, Prof. Dr. Berthold Rubin, ehem. Ordinarius für Byzantinistik und Osteuropakunde Uni Köln, Prof. Emil Schlee, ehem. Flüchtlingsbeauftragter der Regierung von Schleswig-Holstein, Rainer Hildebrandt, Publizist und Begründer des Mauermuseums am Checkpoint Charlie und Dr. Wolfgang Ullmann, ehem. Bürgerrechtler und MdEP, sind bereits verstorben.

Im Fokus: Widerstand und politische Verfolgung

Fricke war nach seiner Entlassung aus politischer DDR-Haft bis zu seinem Ruhestand Mitarbeiter des Deutschlandfunks. Zuvor war er nach einer Denunziation 1949 aus der DDR geflüchtet und hatte in Wilhelmshaven, ab 1952 in Berlin Jura und Volkswirtschaft studiert. Neben seinem Studium arbeitete er bereits freiberuflich als Journalist. Der Schwerpunkt dieser Arbeit lag schon früh auf DDR-Themen und der Problematik politischer Verfolgung Andersdenkender. Der erste Artikel des engagierten Journalisten befasste sich mit den Waldheimer Prozessen. Für diese Arbeit suchte er schon früh Kontakte zur Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU/Rainer Hildebrandt), dem Berliner Büro des Ministeriums für gesamtdeutsche Fragen und zum Untersuchungsausschuss Freiheitlicher Juristen.

Schon früh war die DDR-Staatsicherheit auf diese Arbeit aufmerksam geworden. Schließlich wurde der „Staatsfeind“ in einer konspirativen Wohnung im April 1955 bewusstlos gemacht und im Kofferraum eines Pkw von West- nach Ost-Berlin verschleppt. 467 Tage wurde Fricke im Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen inhaftiert,  ehe er am 11. Juni 1956 vom 1. Strafsenat des Obersten Gerichts der DDR in Ost-Berlin »wegen Verbrechen gegen Artikel 6 der Verfassung der DDR« und »Kriegs- und Boykotthetze« zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Zunächst mußte die verhängte Strafe in Brandenburg-Görden absitzen, ehe er im August des Jahres nach Bautzen II verlegt wurde.

Nach strenger, von der Stasi angeordneter Isolation wurde Fricke Ende März 1959 nach West-Berlin entlassen. Seither arbeitete er wieder als Journalist und publizierte zahlreiche Bücher zur politischen Justiz und Staatssicherheit der DDR. Wie kaum ein  anderer Journalist berichtete Fricke jahrzehntelang über Opposition und Widerstand in der DDR, von 1970 bis 1994 als leitender Redakteur der Ost-West-Redaktion beim Deutschlandfunk. So war es nicht verwunderlich, das die Staatssicherheit Fricke bis zum Fall der Mauer beobachtete.

Gespendeter Preis nach Fricke benannt

1991 rehabilitierte das Landgericht Berlin den einst Verurteilten. Seit der Widervereinigung engagierte sich Fricke überdies in zahleichen Gremien, u.a. als sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission des Bundestages zur Geschichte und den Folgen der SED-Diktatur. Schließlich wurde der engagierte Publizist 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

2016 stiftete der ehemalige Fluchthelfer Dr. Burkhart Veigel einen mit 20.000 € dotierten Preis, der seither von der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur für „herausragendes Engagement für Freiheit, Demokratie und Zivilcourage“ verliehen wird. Die erste Verleihung erfolgte 2017 an Karl Wilhelm Fricke, nach dem der jährlich verliehene Preis benannt wurde.

V.i.S.d.P.: Vorstand Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin – Mobil: 0176-48061953 (1.682).

Berlin/Dresden, 8.12.2015/cw – Am Mittwoch, 16. Dezember 2015, um 18:00 Uhr (Gedenkstätte Münchner Platz, Georg-Bähr-Straße 7, 01069 Dresden) wird ein bisher wenig ausgeleuchtetes Kapitel der DDR-Geschichte beleuchtet. Dabei stehen diesmal jene im Vordergrund, die eher zu den Opfern der zweiten Diktatur gehören und sich dennoch – unter diversen Bedingungen – dem System als Handlanger zur Verfügung stellten. Jeder 20. Häftling in DDR-Haftanstalten war im Jahr 1989 als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Staatssicherheit verpflichtet.

Nach einer Information des Veranstalters ist „die Zusammenarbeit mit der Geheimpolizei unter den repressiven Bedingungen der Haft anders zu bewerten, als in Freiheit. Spitzel, die aus eigenem Antrieb spionierten, wurden von den Betroffenen als „Zinker“ bezeichnet und von der Staatssicherheit als IM geführt. Wer dagegen mit einem Spitzelauftrag versehen von einer Zelle in die nächste verlegt wurde, hieß im Häftlingsjargon „Zellenrutscher“ und wurde vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) als „Zelleninformator“ (ZI) bezeichnet. Sie kamen hauptsächlich in den Untersuchungshaftanstalten zum Einsatz.“

Danach trugen die Hauptverantwortung für die Überwachung der Gefangenen „die Aufseher der Volkspolizei. Hinzu kamen eine Reihe Hauptamtlicher Mitarbeiter des MfS, die in den Haftanstalten arbeiteten. So boten sie sich als Ansprechpartner an und forderten die Gefangenen bei der Kontaktaufnahme auf, zunächst Aufseher zu denunzieren. Für die Gefangenen war es schwer, sich dem Druck der Stasi zu entziehen.“

Als Referent wird Tobias Wunschik von der BstU Einblick über das „Misstrauen hinter Gittern“ geben. Wunschik (*1967) studierte Politikwissenschaft und Soziologie in München und Berlin, promovierte 1995 an der LMU. Seit 1993 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stasiunterlagen-Behörde und veröffentlichte bereits zahlreiche Forschungsergebnisse. Im letzten Jahr erschien sein viel beachtetes Buch: Knastware für den Klassenfeind. Häftlingsarbeit in der DDR, der Ost-West-Handel und die Staatssicherheit (1970-1989), (Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2014, ISBN 9783525350805, Gebunden, 363 Seiten, 29,99 EUR).

Der Historiker und BStU-Forscher Helmut Müller-Enbergs hatte bereits in den neunziger Jahren zu diesem Thema referiert und war bei seinen Forschungen auf zahlreiche Klarnamen von Zellen-IMs gestoßen. Aus wohl nachvollziehbaren Gründen wurde dieses Thema in den einschlägigen Verfolgtenorganisationen aber nicht vertieft, obwohl auch dieser Teil der DDR-und Stasi-Geschichte mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

Der Eintritt ist frei, Voranmeldung nicht erforderlich (1.062).

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 6.01.2015/cw – Nachfolgend geben wir einige wichtige Termine in den nächsten acht Tagen bekannt:

Adj.Prof. Dr. Helmut Müller-Enbergs: Spionage an der Ruhr-Universität Bochum

Mittwoch, 07.01.2015 um 12.00 Uhr von Institut für Deutschlandforschung in Bochum – Ort: Institut für Deutschlandforschung, 44801 Bochum, Universitätsstraße 150 (GB 04/48-4).
Das 1989 gegründete Institut für Deutschlandforschung (IDF) ist der Interdisziplinäre Arbeitskreis für Deutschland- und Europastudien der Ruhr-Universität Bochum. Entstanden aus der DDR- und Deutschlandforschung der alten Bundesrepublik hat das IDF systematisch sein Forschungs- und Arbeitsfeld weiterentwickelt.

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Umstrittene VOS- Nachwahl: Öffentliche Auszählung der Stimmen

Die Auszählung der Stimmen zur umstrittenen Nachwahl der stellv. Vorsitzenden der VOS findet am 7.01.2015 um 11.30 Uhr in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin, Hardenbergplatz 2 (Am Zoobogen, 6. Stock) statt. Die Wahl wurde als Briefwahl durchgeführt. Bei der Abstimmung über die Briefwahl wurde massiv gegen das Wahlrecht verstoßen. Die nachfolgende briefliche Nachwahl wurde zunäcgst ebenfalls auf gleicher gesetzwidriger Basis ausgeschrieben, kurz darauf jedoch nach Protesten korrigiert.
Nach Ansicht des Bundesvorstandes dürfen an der Auszählung keine Mitglieder, sondern nur Delegierte als Beobachter teilnehmen. Nach dem gültigen Wahlrecht ist die Auszählung öffentlich und Jedermann/frau zugänglich.

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Bürgerrechts-Demo vor Russischer Botschaft

Zur mittlerweile achten Demonstration gegen die Menschenrechtsverletzungen in Russland treffen sich Bürgerrechtler aus Russland, der Ukraine und Deutschland auf dem Mittelstreifen ggüb. der Russischen Botschaft (Unter den Linden, Nähe Brandenburger Tor) am Donnerstag, 8. Januar 2015, 13:00 – 16:00 Uhr.

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Der Fernsehfilm der Woche: Der Mann ohne SchattenMontag, 12. Januar 2015, 20.15 Uhr im ZDF

Der dritte Thriller um den Berliner Anwalt und Lebenskünstler Joachim Vernau (Jan Josef Liefers) führt ihn nach Kuba. Er soll in Havanna nach einem Mann suchen, der vor 30 Jahren spurlos verschwand. Das Drehbuch stammt von Bestsellerautorin Elisabeth Herrmann: Sie hat die Episode eigens für das ZDF entwickelt.
Regisseur ist Carlo Rola. Neben Jan Josef Liefers und Stefanie Stappenbeck als Berliner Anwälte spielen Alina Levshin, Gudrun Landgrebe, Henry Hübchen, Hans Uwe Bauer, Leslie Malton, Elisabeth Schwarz, Carmen-Maja Antoni und andere.

Drehbuchautorin Elisabeth Hermann:
Ich kannte Kuba nicht. Eine Diktatur, überzuckert von karibischer Lebensfreude. Nicht mein Ding. Allerdings – ich hatte durch meine Zusammenarbeit mit Prof. Helmut Müller-Enbergs von der Stasiunterlagenbehörde eine Geschichte gehört. So unglaublich, so außergewöhnlich, dass ich sie unbedingt erzählen wollte. Die Geschichte eines Stasi-Agenten, der es mit einem gestohlenen Lebenslauf bis in die Logistikzentrale eines der größten US-amerikanischen Rüstungshersteller geschafft hat. Aufstieg und Fall dieser realen Person sind die Vorlage zu “Der Mann ohne Schatten”, entstanden nach einer wahren Begebenheit. Prof. Müller-Enbergs hat zu diesem Film die wissenschaftliche Beratung übernommen, die Zusammenarbeit war wieder einmal großartig. So entstand aus einer Idee eine Story.“ (917)

Quelle: Presseportal ZDF https://presseportal.zdf.de/pm/der-mann-ohne-schatten/

V.i.S.d.P.: redaktion.hoheneck@gmail.com – Berlin

Berlin, 24.02.2013/cw – Der bekannte Forscher in der BStU, Prof. Dr. Helmut Müller-Enbergs,  hält am kommenden

Dienstag, 26.02.2013

im Old Fellow Haus                                                                                                                                   Fontanestr.12 A,                                                                                                                                               14193 Berlin

einen Vortrag zum Thema:

„Spionage der DDR gegen die Bundesrepublik Deutschland“

Beginn: 20:00 Uhr

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17.juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Ein Einwurf

Berlin, 22.02.2013/cw – Um es vorweg zu sagen: Der angesehene und zur guten  PR fähige Forscher und Buchautor Ilko-Sascha Kowalczuk war nach allen bisherige Erkenntnissen kein IM der Stasi, weder haupt- noch nebenamtlich. Nach seiner neuesten Studie über „Die schlanke Stasi“ (so  spiegel-online / Stefan Berg) wird der Historiker aber nicht die Wissenschaftlichkeit vorgestellter Fragestellung bestreiten wollen. Denn Wissenschaft stellt die Fragestellung an den  Anfang jedweder Forschung und sucht Antworten, die sie mit ihren Erkenntnissen mal mehr oder weniger fundiert untermauert. Das ist ihre vornehmste Aufgabe.

Der Aufschrei gegen  Fragestellungen, die sich durch gefühlte oder bereits überprüfte Wahrnehmungen eigentlich erledigt haben, ist den Fragestellern gewiss, so auch mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit dem Verfasser dieser Zeilen. Dabei geht es hier nicht um eine vermeintlich echte wissenschaftliche Frage, sondern um ein  Beispiel, wie schnell vorgebliche wissenschaftliche Intention ein Geschmäckle bekommen kann, also genau das Gegenteil von Wissenschaftlichkeit belegt.

Wir wissen nicht, ob jetzt von der einstigen Generalität abwärts, zumindest bei deren Überlebenden, die Sektkorken knallen. Wahrscheinlich auch dies, belegt bisher nicht. Zumindest solange nicht, wie nicht eine Gestrigen-Postille triumphierend Fotos von Kelche schwingenden Obristen veröffentlichen (was nicht zu erwarten  steht, weil die Schreiber und Betreiber dieser Blätter ihr propagandistisches Handwerk gelernt haben).

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Interessante LINKS zum Thema STASI:

http://www.tagesspiegel.de/politik/streit-um-zahl-der-stasi-im-wer-gehoert-in-die-statistik-und-wer-nicht/7832420.html

http://www.epochtimes.de/ddr-forscher-es-gab-deutlich-weniger-im-als-angenommen-1062304.html

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-02/26026432-ddr-forscher-es-gab-deutlich-weniger-im-als-angenommen-003.htm

http://www.insuedthueringen.de/regional/thueringen/thuefwthuedeu/Jahn-Ich-will-auch-Bruecken-bauen;art83467,2372904

http://www.insuedthueringen.de/regional/thueringen/thuefwthuedeu/Jahn-reicht-hauptamtlichen-Stasi-Mitarbeitern-die-Hand;art83467,2383624

http://www.neues-deutschland.de/artikel/811022.lange-her-nicht-vorbei.html

http://www.berlin.de/imperia/md/content/lstu/vortraege/vortrag_b__stlein_7_12_11.pdf?start&ts=1327579779&file=vortrag_b__stlein_7_12_11.pdf

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Wir dürfen aber vermuten, dass die jetzt vorgelegte Kowalczuk-Studie zur „Verschlankung der Stasi“, die inhaltlich bis auf die angesprochene Bezug nehmende Veröffentlichung in spiegel-online nicht bekannt ist, auf ein größeres Interesse bei den Alt-Vorderen stoßen wird, als bei den Verfolgten und Opfern der Stasi-Krake. Warum?

Staatssicherheit wurde dämonisiert

Den Verfolgten und Opfern ist der von Kowalczuk aufgelegte Streit um tatsächliche Zahlen über die Mitarbeiter ihrer Peiniger egal, weil sie noch heute unter vielfachen Traumata dieser Verfolgung leiden und bis ans Lebensende nicht werden ablegen können, verstärkt durch die mehr als zaghaften Ansätze der Politik zu einer Wiedergutmachung (Stichwort: Soziale Zuwendung). Was die Verfolgten und ihre Verbände aber unabhängig von jeder wissenschaftlichen Beurteilung zu Recht auf die Barrikaden treiben wird, ist die von Spiegel-Autor Berg behauptete Intention des Verfassers der Stasi-Studie. Man habe, so wird Kowalczuk zitiert, „den Staatssicherheitsdienst dämonisiert“, ein Bild von diesem geschaffen, welches „mit der Realität nichts gemein“ habe. Das bisher gezeichnete Bild „vom Stasi-Offizier sei ein  Zerrbild“, und (die Stasi-Opfer  brechen vermutlich in Tränen aus) „keine Personengruppe“ sei „so intensiv und systematisch“ überwacht worden, wie der hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter selbst.

Stasi konkret_NEW

Hier sei eine aktuelle Anregung eingefügt: Es sollte schnellstens ein „Opferverband der durch Überwachung geschändeten Stasi-Mitarbeiter“ gegründet werden, um deren nunmehr berechtigten Ansprüche gegenüber den Verleumdern (Abtretung von Teilen,  im schlimmsten  Fall der gesamten sozialen Zuwendung) bis hin zu Ansprüchen gegenüber dem Staat wegen erlittener Verfolgungsmaßnahmen zu vertreten. Es finden sich sicherlich lässig Engagierte, die bei der Gründung und Satzungsformulierung behilflich sind.

Zurück zum Ernst der Wissenschaft: Niemand kann dem rastlosen Buchautor und Forscher Kowalczuk das Recht bestreiten, die bisherigen Zahlen über die Stasi-Krake zu hinterfragen und, wo notwendig zu korrigieren. Man wird auch nicht verlangen können, die sicherlich zumindest einseitig wirkende „westliche Sicht“  auf das SED-MfS-System der DDR fortsetzen zu müssen. Insoweit waren und sind sachlich und wissenschaftlich begründete Korrekturen sicherlich notwendig und ohnehin zulässig.

Was unter diversen Gesichtspunkten fragwürdig erscheint, sind die aufgeführten Intentionen der „Dämonisierung“ der durch und durch nach sowjetischem Vorbild verbrecherisch konzipierten Institution. So müsste die Gegenüberstellung von 6.000 Mitarbeitern der GESTAPO (bei 80 Millionen Staatsbürgern) den sechsstelligen Mitarbeiterzahlen (bei 17 Millionen Staatsbürgern) ebenso obligatorisch sein, wie der unzweifelhafte Kampf gegen „andere Meinungen“, die mit Hilfe der Stasi als „Vollstrecker der SED“, hier hat Kowalczuk zweifellos Recht,  zu kriminellen Delikten gegen Staat und Gesellschaft konstruiert wurden.

Wurden Müller-Enbergs und Hubertus Knabe befragt?

So sehr die „wunderbare Entlastung“ der SED und ihrer Mitglieder kritisiert werden muß (und nicht erst durch Kowalczuk thematisiert wird), unter diesen eine unbekannte Zahl von Überzeugungstätern, die vielfach als IM gar nicht erfasst waren, weil sie auch ohne Verpflichtung  ihrer Parteipflicht auf Denunzierung von Staats- und Parteifeinden nachkamen, so sehr sind Begriffe wie Dämonisierung der Stasi in diesem Zusammenhang völlig daneben, unangebracht und aufgrund bisheriger Erkenntnisse auch unwissenschaftlich.

Erinnert sei an die hilflose Argumentation von Kowalczuk und seiner Mitautoren gegenüber den seinerzeitigen Vorhalten der Vereinigung 17. Juni, einem nach dem Aufstand vor sechzig Jahren gegründeten „Kampfverband für die Umsetzung der Ziele des 17. Juni 1953“. Auf die Kritik an der Wiedergabe offensichtlich falscher Fakten über den  Verein  und einzelner Funktionäre in dem 2004 aufgelegten Buch „Die verdrängte Revolution“ räumten die Autoren ein, aus den vorliegenden Stasi-Akten abgeschrieben und wegen des Termindrucks keine Zeit gehabt zu haben, MfS-Vermerke zum Beispiel durch Rücksprachen mit einstigen  Akteuren zu hinterfragen. Eine notwendige Berichtigungs-Beilage zeigte kaum Wirkung. Noch heute zitieren Gegner des Vereins genüsslich diese falschen Angaben aus den Stasi-Akten, weil die Autoren außerhalb jeden Zweifels standen.

Auch hier steht die berechtigte Frage im Raum: Wurden die kritisierten, nicht weniger renommierten Forscher Helmut Müller-Enbergs und Hubertus Knabe zu den „Forschungsergebnissen“ von Kowalczuk befragt oder um ihre Meinungen  gebeten?

Bleibt zu hoffen, daß Ilko-Sascha Kowalczuk die ausdauernde und anhaltende Zitierung aus seiner neuesten Arbeit durch Ewig-Gestrige zur Verteidigung ihrer Untaten erspart bleibt. Das Werk wird sicherlich wie gewohnt auf Kosten des Steuerzahlers demnächst als Buch erscheinen. Vielleicht erklärt uns der Autor demnächst ja auch die Dämonisierung der GESTAPO, die mit ihrer vergleichbaren niedrigen Anzahl von Mitarbeitern eigentlich unbedeutend war und  absichtlich gegenüber ihrem Auftraggeber NSdAP dämonisiert wurde. Um ebenfalls die Partei und deren Genossen zu entlasten?

V.i.S.d.P.: C.W. Holzapfel, Berlin, Tel:: 030-30207785

Siehe auch: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/studie-zur-stasi-zahl-der-im-in-der-ddr-umstritten-a-884493.html

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