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WiesbadenPE_NEWWiesbaden, 30.11.2012/cw – Jutta Fleck (frühere Gallus), berühmt geworden als „Frau vom  Checkpoint Charlie“ (in der Hauptrolle Veronica Ferres) wird am 4. Dezember um 17:00 Uhr in der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) in Wiesbaden, Taunusstraße 4-6, die Ausstellung „Der dunkle Ort – Das Frauengefängnis von  Hoheneck“ eröffnen.

Fleck war seinerzeit wegen RF (Republikflucht) verhaftet und verurteilt worden und hatte ihre zugedachte Strafe im berüchtigten Frauenzuchthaus Hoheneck verbüßt. Jutta Fleck wurde 2009 vom damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) vielbeachtet zur Leiterin des neuen HLZ-Schwerpunktprojekts „Politisch-Historische Aufarbeitung der SED-Diktatur“ ernannt.

Die von der Heinrich-Böll-Stiftung mit Unterstützung der Stiftung SED-Aufarbeitung erstellte Ausstellung berichtet nach dem gleichnamigen Buch (be-bra-verlag, 19,95 Euro) über 25 Schicksale einstiger Insassinnen von  Hoheneck (Maggie Riepl /Text und Dirk von Nayhauß /Foto).  Die Ausstellung wurde bereits mit großem Erfolg u.a. in Berlin, Frankfurt/Oder und zuletzt in Rostock gezeigt.

In Wiesbaden werden sechs der 25 portraitierten Zeitzeuginnen anwesend sein (siehe Foto-Kollage):

Ehem. Hoheneckerinnen: Tatjana Sterneberg, Eva Aust, Katharina Mäge - Foto. LyrAg

Ehem. Hoheneckerinnen: Tatjana Sterneberg, Eva Aust, Katharina Mäge / Hier die Ausstellung in Rostock – Foto. LyrAg

Heidrun Breuer (nach diversen Ausreiseanträgen in  Hoheneck inhaftiert von 1984-1985); Regina Labahn (wegen  „Beeinträchtigung staatlicher und gesellschaftlicher Tätigkeit“ in  Hoheneck von 1984–1986); Tatjana Sterneberg (nach Ausreiseanträgen 1973 verhaftet, von 1974–1976 in Hoheneck); Catharina Mäge (wegen „Republikflucht“ von 1976–1977 in Hoheneck); Ellen Thiemann (Buchautorin >Der Feind an meiner Seite< u.a., wegen versuchter Republikflucht von 1973–1975 in Hoheneck) und Birgit Schlicke aus Wiesbaden (wegen „landesverräterischer Nachrichtenübermittlungen an eine Feindorganisation“ (IGFM) von 1988–1989 in  Hoheneck). Die Zeitzeuginnen werden anlässlich der Ausstellungs-Eröffnung über den erlebten  Horror im einstigen DDR-Frauengefängnis Hoheneck im Erzgebirge berichten.

http://www.hessen.de/irj/hessen_Internet?rid=HStK_15/hessen_Internet/sub/81e/81e20e5c-80e2-8321b30b-cd44e9169fcc,,,11111111-2222-3333-4444-100000005004%26_ic_uCon_zentral=81e20e5c-80e2-8321-b30b-cd44e9169fcc.htm

http://www.hlz.tu-darmstadt.de/uploads/tx_userhlzevent/20121204_ref5_hoheneck.pdf

http://www.blindad.de/events/Wiesbaden_ausstellung-4-dez2012-31jan-2013-der-dunkle-ort-das-frauengefaengnis-hoheneck_492872.php

http://hoheneck.wordpress.com/news/

V.i.S.d.P.: Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG) Hoheneck e.V., Tel.: 030-30207778

Rostock, 28.10.2012/cw – Zwölf ehemalige Hoheneckerinnen kamen eigens zur Eröffnung der von der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin finanzierten Ausstellung „Das Frauengefängnis Hoheneck“ in die BStU-Außenstelle Rostock. Der Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck (BuG) e.V. hatte die Fahrt von Berlin nach Rostock organisiert.

Auf eigene Kosten nach Rostock: Ehemalige politische Gefangene aus Hoheneck
– Foto: LyrAg

 Der Leiter der Außenstelle, Dr. Volker Höffer, hatte das einstige DDR-Frauenzuchthaus für die Lange Nacht der Museen in der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt in der Hermannstraße 34 thematisiert und die von Maggie Riepl (Text) und Dirk von Nayhauß (Foto) konzipierte Ausstellung nach dem im be.bra-Verlag erschienenen Buch „Der dunkle Ort“ zu diesem Zweck in die alte Hansestadt geholt.

 25 Frauen waren zu diesem Vorhaben unter Hinzuziehung persönlicher Texte und Dokumente portraitiert worden. Die in mehreren Zellen der U-Haftanstalt aufgestellten gut zwei Meter hohen Tafeln vermittelten den zahlreichen und beeindruckten Besuchern eine beklemmende, weil authentische Realität aus dem verborgenen Alltag des „Ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschem Boden.“

Im überfüllten Vortragssaal lasen Maggie Riepl und Dirk von Nayhauß Texte aus ihrem Buch vor. Regina Labahn und Tatjana Sterneberg ergänzten als Zeitzeugen die Lesung eindrucksvoll. Labahn schilderte bewegend die psychische Belastung durch die psychische Folter der Trennung von ihren  Kindern, während Sterneberg Fakten aus ihrer Forschungsarbeit anführte, nach der zwischen acht- und zehntausend Frauen zwischen  1950 und 1989 allein aus politischen Gründen in Hoheneck inhaftiert waren. Der von ihr beschriebene gezielte Einsatz von Psychopharmaka zur Disziplinierung renitenter Gefangener  wie die von Regina Labahn geschilderten bis heute nachwirkenden

Zeitzeugin Regina Labahn (rechts) – Foto: LyrAg

Traumata auch bei ihren Kindern, die sie erst nach dem Mauerfall aus den Heimen befreien konnten, lösten eine atemlose, bedrückende Stille in dem Vortragsraum aus.

Eine Buchlesung der einstigen DDR-Fernsehansagerin Edda Schönherz ab 21:00 Uhr („Die Solistin“, Eigenverlag) rundete das eindrucksvolle, wenn auch vielfach Beklemmung hervorrufende Thema der BStU-Außenstelle ebenso ab, wie der über einen  Monitor in einer Zelle gezeigte Dokumentarfilm von Kristin Derfler und Dietmar Klein „Ein  Tag zählt wie ein  Jahr“. Viele Museums-Besucher nutzten überdies die gegebene Möglichkeit, mit den anwesenden ehemaligen Hoheneckerinnen vor Ort über deren Erlebnisse zu sprechen.

Ehem. Hoheneckerinnen: Tatjana Sterneberg, Eva Aust, Catharina Mäge – Foto. LyrAg

 BStU-Leiter Dr. Höffer zeigte sich von dem großen Interesse überrascht und kündigte weitere Veranstaltungen mit Zeitzeugen an, die „offenbar das Ohr einer interessierten  Öffentlichkeit für eine schwierige Materie“ fänden. Die Vermittlung der Vergangenheit „erhalte so den erforderlichen lebendigen  Bezug zur Gegenwart, in der permanent daran gearbeitet werden müsse, dass sich diese Vergangenheit nicht wiederhole.“

Nach Frankfurt/Oder war Rostock die zweite Station in einer Außenstelle der BStU. In der Hansestadt ist die Ausstellung bis Ende November zu sehen; ab 4. Dezember ist sie für sechs Wochen in Wiesbaden zugänglich.

 V.i.S.d.P.: Redaktion „Hohenecker Bote“, Stollberg/Berlin, Tel.: 030.30207785

Rostock, 23.10.2012/cw – Die Dokumentations- und Gedenkstätte des BStU in der ehemaligen U-Haft der Stasi in Rostock (DUG), in der Hermannstraße 34b (Eingang gegenüber Supermarkt) bietet zum Thema „Frauenzuchthaus Hoheneck“ in der ehem. DDR zur Langen Nacht der Museen in der Hansestadt am 27.10.2012 (18:00 – 01:00 Uhr) ein interessantes Programm:

19.00 Uhr:
Das Frauengefängnis Hoheneck – 25 Porträts ehemaliger politischer Häftlinge
Ausstellungseröffnung
mit
Maggie Riepl (Texte) und
Dirk von Nayhauß (Fotos)

21.00 Uhr:
Die Solistin – Eine Frau, die von Deutschland nach Deutschland wollte –
Lesung und Gespräch mit Edda Schönherz

Die Frauen von Hoheneck – Filmdokumentation zum DDR-Frauengefängnis Hoheneck,
gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung

Undichte Stellen – Fotoprojektion und Toncollage aus dem Dienstalltag der Stasi

V.i.S.d.P.: Redaktion „Hohenecker Bote“, Tel.: 030-30207785

Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

                Nr.011        Förderverein – Info       15. Oktober 2012

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Frauen von Hoheneck wählen in  Berlin neuen Vorstand

Hoheneck, 10.10.2012/ts – Das Amtsgericht Darmstadt hat in einem Beschluss vom 5.10.2012 bestätigt, dass der Verein Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen am 20.10. in Berlin „einen kompletten neuen Vorstand“ wählt. Regina Labahn, die den Antrag auf Ermächtigung zur Einberufung einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung namens der Petenten eingereicht hatte, erklärte auf Anfrage dazu: „Unserem Ziel, den Frauenkreis durch die Beendigung der Auseinandersetzungen um  die Mai-Versammlung wieder zu befrieden, sind wir mit dem Beschluss des AG Darmstadt einen  großen Schritt näher gekommen. Wir sind sicher, mit den erfolgreich beantragten Neuwahlen einen Vorstand zu erhalten, hinter dem alle Frauen stehen können.  Damit sind klare Strukturen gegeben, die dem Verein die wichtige Mitsprache und Mitarbeit an der Schaffung einer Gedenkstätte für die Frauen und mit den Frauen ermöglicht.“ (Siehe auch unseren Bericht in Nr.10 des HB).

Einzelbestellung möglich: Druckversion Seite 1 – © 2012

Thema Hoheneck kommt im Sächsischen Landtag voran

Dresden, 11.10.2012/cw – Die Abstimmungen zwischen den Fraktionen zur Novellierung des Sächsischen Gedenkstättenstiftungsgesetzes sind nach Beratungen im zuständigen Ausschuss abgeschlossen worden. Die Novelle wird am 17.10. in zweiter Lesung im Parlament beraten und verabschiedet. In der dem Parlament empfohlenen Fassung ist das einstige Auslieferungsgefängnis Kassberg als eigenständige Gedenkstätte nicht enthalten. Tatjana Sterneberg, Vorsitzende des Fördervereins Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG) Hoheneck sprach von einer „konstruktiven Aussicht auf eine realistische Betrachtung der angestrebten Gedenkstättenkultur im Erzgebirge.“ Der Verein hatte bereits im  letzen Jahr eine Konzeption für eine Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck vorgelegt und dafür plädiert, Kassberg als „Gedenkort“ in eine Gedenkstätte Hoheneck zu integrieren. „Das spart und konzentriert Ressourcen,“ betonte Sterneberg in einer Stellungnahme. Jetzt hoffe „nicht nur der Förderverein“ auf eine zügige Verabschiedung und Umsetzung des Gesetzes, damit „auch die Frauen von Hoheneck eine überfällige Würdigung in Form eines angemessenen Gedenkens am Ort ihrer einstigen Leiden“ erfahren.

BStU Rostock: Das Frauengefängnis Hoheneck

Rostock, 11.10.2012/cw – Die BStU-Außenstelle Rostock zeigt in  der Hansestadt die von der Heinrich-Böll-Stiftung konzipierte Ausstellung „Das Frauengefängnis Hoheneck“ nach dem Buch „Der dunkle Ort“ von Maggie Riepl (Text) und Dirk von Nayhauß (Fotos). Die Eröffnung findet zur „Langen Nacht der Museen“ am 27.10., 19:00 Uhr in der Gedenkstätte (Hermannstr.34 B) statt und wird bis zum 30.11. des Jahres zu sehen sein. In  einer Mitteilung der Außenstelle heißt es : „Fünfundzwanzig Frauen haben sich vom Fotografen Dirk von Nayhauß und der Autorin Maggie Riepl porträtieren lassen. Sie waren zwischen 1950 und 1989 in Hoheneck als politische Gefangene inhaftiert. Die bewegenden Schicksale dieser Frauen stehen stellvertretend für Tausende Betroffene.“

Im Rahmen des Programms wird auch der Dokumentarfilm  „Ein Tag zählt wie ein Jahr“ über Hoheneck von Kristin Derfler und Dietmar Klein gezeigt. Der Film zeichnet mehrere Schicksale von seinerzeit inhaftierten Frauen und zeigt eindrucksvolle Aufnahmen der einstigen Hölle im Erzgebirge. Der von der Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderte Film kann ebenso wie das Buch vor und nach der Veranstaltung erworben werden. Neben der ehemaligen  Hoheneckerin Edda Schönherz, die ab 21:00 Uhr aus ihrem Manuskript „Der Solist“ liest, stehen  mehrere ehemalige Gefangene des einstigen  DDR-Frauenzuchthauses für Gespräche zur Verfügung. Regina Labahn, früher wohnhaft in Mecklenburg-Vorpommern und seinerzeit wegen Republikflucht zur Haft auf Hoheneck verurteilt, berichtet auf Einladung der BStU als Zeitzeugin über „die schlimmste Zeit ihres Lebens.“ (Ende Sonntag, 01:00 Uhr). Eintritt für alle beteiligten Museen und Einrichtungen: Erwachsene 10 € Schüler, Studenten, Warnowpassinhaber 4 €, Kinder bis 12 Jahre frei.

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Sächsische Landesmedienanstalt:                                                                                                                          „Erinnerungen an Hoheneck“ ausgezeichnet

Dresden, 8.10.2012/cw – Björn Karnstädt, Autor für das SACHSEN FERNSEHEN, gewann in der Kategorie „Format“ den diesjährigen Leistungspreis Lokal-TV der Sächsischen Landesmedienanstalt. In  einem berührenden Film über eine Zeitzeugenbegegnung im Stollberger Veranstaltungs-Treff „Der Dürer“ mit der Autorin Ellen Thiemann („Der Feind an meiner Seite“ u.a.), der Drehbuchautorin Kristin Derfler („Es ist nicht vorbei“) und ihrem Ehemann, dem Regisseur Dietmar Klein,  hatte der Autor und sein Kameramann behutsam, aber eindringlich die Vergangenheit in den Mauern der Anlage, die düster über der Großen Kreisstadt Stollberg im Erzgebirge thront, aufleben  lassen. http://www.sachsen-fernsehen.de/Aktuell/Sachsen/Artikel/1181253/Hoheneck—Zeitzeugengespraech/

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UOKG-Chef und Prediger Rainer Wagner:                                                                                                            Veröffentlichung seiner Stellungnahme abgelehnt

Neustadt a.d. Weinstraße/Berlin, 11.10.2012/cw – Zu den publizierten Vorwürfen (siehe: „Spagat zwischen Himmel und Erde“, HB Nr.10) hat der Berliner UOKG-Vorsitzende und Neustädter Prediger inzwischen Stellung genommen. Eine Veröffentlichung lehnte der streitbare Verbandschef allerdings ab. Er untersagte die Verwendung „seines geistigen  Eigentums“ mit Hinweis auf das Urheberrecht. Wagner nahm allerdings inhaltlich zu den Vorwürfen keine Stellung. Unter dem Titel Stellungnahme des Bundesvorsitzenden „zu Angriffen eines gewissen H.“ wirft er dem Autor des vorgen. Artikels zwar vor, er antisemitiere Wagner mit dem Zitat „Juden u.a. seien Knechte Satans“, unternahm aber keinen Versuch, seine offenbar religiös untermauerten und von vielen als Skandal empfundenen Thesen zu interpretieren. Wagner bestreitet pauschal, Antisemit zu sein und sieht offenbar auch in seinen wörtlichen Bibelzitaten keine Förderung des Antisemitismus. So nimmt Wagner auch keine Stellung zum Vorhalt der UOKG-Satzung, die in  § 1 bestimmt:  „Die UOKG tritt mit aller Entschiedenheit gegen linken und rechten Extremismus, sowie Antisemitismus ein.“

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Letzte Meldung: „Derfler-Film „Spur der Hoffnung“ in der ARD

Berlin/Hamburg, 11.01.2012/cw – Der Spielfilm „Spur der Hoffnung“, Drehbuch Kristin Derfler, wird am 9. November um 22.30 Uhr im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt. Derfler verknüpft die Schicksale der Ostseeflüchtlinge zu Zeiten  der DDR mit heutigen  Flüchtlingen aus der Dritten Welt. Ein sensibler, stiller Film mit inhaltlicher Dramatik.

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Hinweis: Die bisherigen  Ausgaben des Hohenecker Boten können unter www.17juni1953.de (>Förderverein) abgerufen oder direkt bei der Redaktion  gegen Kostenbeitrag bestellt werden. Die Vereinigung hat uns einstweilen Gastrecht auf der Homepage eingeräumt.
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Zur Förderung unserer Arbeit sind wir sowohl auf Ihre Mitarbeit wie auf Beiträge und Spenden angewiesen:               

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© 2012 Redaktion: Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG) Hoheneck e.V.,

              verantwortlich: C.W. Holzapfel, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin

Berlin-Pankow, 24.06.2012/cw – Die BVV von Pankow hat in ihrer Sitzung am 13.06. fraktionsübergreifend einstimmig beschlossen, die eindrückliche Ausstellung „Der dunkle Ort“  in dem Bezirk zu zeigen. Die von der Heinrich-Böll-Stiftung zum gleichnamigen Buch*  konzipierte Ausstellung zeigt 25 Schicksale aus dem einzigen DDR-Frauengefängnis Hoheneck.

In der von der SPD und B90/GRÜNE initiierten und angenommenen Beschlussvorlage heißt es:

„Das Bezirksamt wird ersucht, die Ausstellung „Der dunkle Ort“ über die Schicksale von 25 Frauen aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck vorzugsweise im bezirklichen Museum oder in vergleichbaren, geeigneten bezirklichen Räumlichkeiten zu zeigen. Zur Eröffnung sollten die Autoren und Zeitzeuginnen eingeladen werden.“

Und zur Begründung wird ausgeführt:

Grundlage der Ausstellung: Das Buch von Dirk von Nayhauß und Maggie Riepl

„Bautzen kennt jeder, in der dortigen Justizvollzugsanstalt saßen die Männer ein. Die wenigsten aber wissen, dass es in der DDR auch ein Frauengefängnis mit ähnlich brutalen Zuständen gab: die Strafvollzugsanstalt Hoheneck im sächsischen Stollberg. Eine Burg mit hohen Mauern, Stacheldraht und Elektrozäunen. Aus allen Teilen des Landes wurden Frauen und Mädchen zur Verbüßung ihrer Haftzeit hierher gebracht. 40 Jahre lang war Hoheneck das zentrale und größte Frauengefängnis der Deutschen Demokratischen Republik.

Die Bedingungen in Hoheneck waren menschenunwürdig, das Gefängnis oft überfüllt. In den Zellen wurden bis zu 30 Frauen gepfercht. Aus Platzmangel musste auch auf dem Boden geschlafen werden. In drei Schichten – rund um die Uhr – mussten die Inhaftierten in den hauseigenen Betrieben arbeiten. Die Strafen waren drakonisch, Arrest in der Dunkelzelle mit Wasser und Brot waren keine Ausnahme.

Zwanzig Jahre nach der Schließung von Hoheneck haben sich 25 Frauen, die zwischen 1949 und 1989 dort als politische Gefangene inhaftiert waren, von dem Fotografen Dirk von Nayhauß und der Autorin Maggie Riepl porträtieren lassen.“ * (Der dunkle Ort, be-bra Wissenschaft Verlag 2012, ISBN 978-3-937233-99-4, 19,95 €).

Bemerkenswert ist nicht nur die Zustimmung durch DIE LINKE. Die Fraktion hatte sich bereits im Vorfeld der Abstimmung der Initiative zum Antrag angeschlossen, die CDU hingegen nicht. Tatjana Sterneberg, selbst ehemalige Hoheneckerin und Vorsitzende des im September vergangenen Jahres gegründeten Fördervereins Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck sieht in der „Bewegung in Sachen Aufarbeitung“ bei der LINKE-Fraktion ein „durchaus positives Signal, das allerdings noch den Härtetest bestehen  müsse“, nachdem sich diese Partei bisher hartnäckig einer offenen und ehrlichen Aufarbeitung versagt hätte.

Ein Novum? Mitteilung der Pankower LINKE im Internet

„Dabei waren in der Vergangenheit Postulate wie die nach der Wegsuche zum Kommunismus durch die einstige Bundesvorsitzende sicher nicht hilfreich. Wir beobachten diese Entwicklung zur Realität aufmerksam und ohne Schaum vor dem Mund,“ sagte Sterneberg, die selbst vor ihrer Verbringung nach Hoheneck in der Stasi-Untersuchungshaft in Pankow (Kissingstraße) bis zu ihrer Verurteilung im Sommer 1974 fast ein Jahr zubringen  mußte. Die Vereinsvorsitzende hat darum in gleichlautenden Schreiben an alle Fraktionen der BVV den Beschluss begrüßt und auch der LINKE-Fraktion angeboten, in einen „offenen und ehrlichen Dialog“ einzutreten. Sterneberg ist sich klar darüber, dass dies „Neuland ist und auch von den ehemaligen Opfern der zweiten deutschen Diktatur viel Überwindung benötigt. Ein Ende der Debatte, wie sie jüngst der Brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck gefordert habe, ist aber nicht  v o r  der Aufnahme der Debatte, einer wirklichen  Auseinandersetzung mit der Vergangenheit unter Einbeziehung der Täter-Generation möglich,“ so Sterneberg. „Das Eingeständnis von Verantwortung und vorhandener Schuld ist Voraussetzung für jedweden konstruktiven Abschluss.“ Gleich, wie dieser auch aussehe, könne dieser Abschluss aber niemals eine permanente Aufarbeitung und Befassung mit historisch belegbaren Geschehnissen unter den Teppich der allgemeinen Verdrängung und des kollektiven Vergessens bedeuten. Dem Willen der DDR-Verteidiger und –Fürsprecher zur Barrierefreien Aufklärung komme dabei eine nicht überbrückbare Verantwortung zu. „Die Abgeordneten der LINKE-Partei in der Pankower BVV haben dafür ein hoffentlich in ihrer Partei zur Wirkung kommendes Signal gesetzt,“ hofft die ehemalige Hoheneckerin.

Siehe auch: http://www.kultur-in-pankow.de/dies-a-das.html und                      http://www.berlin.de/ba-pankow/bvv-online/vo020.asp?VOLFDNR=3253&options=4

V.i.S.d.P.: Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V., Tel.: 030-30207778                  (Hinweis: Der Förderverein ist Gast auf dieser Homepage, bis eine eigene zur Verfügung steht.)
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