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Berlin, 27.07.2018/*11.01.2019/cw – Aufgrund einer rechtlichen Auseinandersetzung wurde der vorstehende Artikel eintweilen gelöscht.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 0176-48061953 (1.414).


Das „lukrative“ Museum, hier im Dezember 2014. – Foto: LyrAg

Berlin, 12.10.2017/cw – Die Jubiläumsfeier zum 55. Jahrestag des Mauermuseums „Haus am Checkpoint Charlie“ überstrahlt die durchaus fachkundig wirkende Kritik vieler Besucher. Fachleute der Museumslandschaft kritisieren seit Jahrzehnten die „ungeordnete Ansammlung“ von Exponaten, die oft nicht hinreichend oder durch verwirrend lange Texte für den nach Informationen suchenden Besucher beschrieben sind.

In den letzten Lebensjahren des Museumsgründers Rainer Hildebrandt hatte ich diesen noch in meiner Eigenschaft als erster Leiter des Museums in der Bernauer Straße (1962-1963) gegen derartige Angriffe verteidigt und darauf hingewiesen, dass die Exponate historisch so eingeordnet wurden, wie diese tatsächlich in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gelangten.  Da hätte es kaum Raum gegeben, diese museal einzuordnen oder gar wissenschaftlich aufzubereiten. Das machte außerdem den Charme dieser Ausstellung aus, weil sie realitätsnah angelegt worden sei. Allerdings hatte mir Rainer im Vorfeld meines seinerzeitigen Beitrages zugesichert, dass die Ausstellung „über zehn Jahre nach dem Mauerfall“ gründlich renoviert und überarbeitet werden würde. Allerdings ist seither – außer dem Ausbau der Kommerzialisierung durch eine Ladenkette, in der museale Andenken, Postkarten, Schriften udgl. Angeboten werden – nichts geschehen.

So ergeben sich zum Beispiel aus 8.663 Bewertungen im Internet Benotungen, die den Ansprüchen eines der meist besuchten Museen in Berlin sicherlich nicht entsprechen: Nur 19% vergaben ein „Ausgezeichnet“; 25% „Sehr gut“; aber 35% nur ein „Befriedigend“, während 14% das Museum mit „Mangelhaft“ und 7% mit „Ungenügend“ taxierten. Mit 56% überwiegen also die Besucher, die das Museum kritisch beurteilen.

Quelle: https://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g187323-d242747-Reviews-Mauermuseum_Checkpoint_Charlie-Berlin.html

Wir haben einige kritische Stimmen zusammengefasst:

Meiden Sie dieses Museum. Gehen Sie lieber die Bernauer Strasse ansehen, da bekommen Sie einen besseren und eindrücklicheren Einblick ins Thema „Mauer.“ Und das sogar noch kostenlos. … Es war schlichtweg unmöglich, sich auf die Ausstellungsstücke und Texttafeln (viel zu viele und langatmig) zu konzentrieren. … Auf meine Frage, ob es denn nicht aus feuerpolizeilichen Gründen eine Höchstbesucherzahl gebe, zuckte die Mitarbeiterin nur mit den Schultern.“ Jam, Luzern/Schweiz.

Chaotisch, kein roter Faden:Das angebliche „must-see“ in Berlin ist schwer in die Jahre gekommen. Der sehr happige Eintrittspreis von 12,50€ ist angesichts der geschichtlich zweifelhaften Ausstellung eine Unverschämtheit. Einige Exponate sind zwar durchaus interessant und sehenswert, jedoch fehlt hier komplett der rote Faden. Die Toiletten sind in jedem bulgarischen Bahnhof sauberer und der Hygienezustand des ganzen Hauses ist eher nicht so doll. Was machen die nur mit dem ganzen Geld, das hier offensichtlich eingenommen wird?“ Bobolars.

Renovierung erforderlich: „Das Museum ist in die Jahre gekommen und muss dringend renoviert werden. Auch didaktisch ist das Museum nicht mehr auf dem neuesten Stand. Besonders für Kinder könnt das Museum viel interessanter und interaktiv gestaltet werden.“ Mainauge, Karlstadt, Deutschland.

Naja:Museum wirkt etwas chaotisch und unübersichtlich. Besteht hauptsächlich aus Texten, Zeitungsberichten und Fotos. Texte teilweise nicht lesbar weil zu weit oben oder weil völlig versperrt von den vielen Besuchern. Für Kinder wegen den vielen und teilweise langen Texten eher ungeeignet. Besuch als Schlechtwetterprogramm ok aber würde es nicht unbedingt weiterempfehlen..“ asiansummer10, Bern, Schweiz.

Interessant – aber eng, unübersichtlich und heruntergekommen: „Das Museum enthält sicher sehr viele interessante Ausstellungsstücke und Informationen zur Berliner Mauer. Aber leider sind die Räume überwiegend eng und das gesamte Museum ist so verwinkelt, daß man sich nur schwer zurechtfindet. Dazu kommt, daß das Museum unglaublich heruntergekommen ist – sowohl die Räume als auch viele der Ausstellungsstücke. Stellenweise wirkt es sogar schmuddelig. So interessant es auch sein mag, man hat trotzdem schnell den Wunsch, einfach nur aus diesem Haus herauszukommen. Dafür ist der Eintrittspreis relativ teuer. Das Museum sollte man dringend gründlich renovieren!“ Icequeen2222, Paderborn

Nach 13 Jahren: Rainer Hildebrandt noch immer nicht beigesetzt

Zu vermuten ist, dass die Jubiläumsredner auf der heutigen Feier auf diese Kritik nicht eingehen werden. Sie werden vielmehr die Direktorin beweihräuchern, die das „große Erbe des unvergessenen Rainer Hildebrandt mutig und gekonnt“ in die Zukunft geführt habe. Bei diesen Elogen werden wohl weniger realistische Ein- und Ausblicke auf die aktuellen Darstellungen im Museum herausgearbeitet werden. Im Vordergrund dürfte die kapitalistische Umsetzung der Erinnerung durch die Hausherrin sein, die den anwesenden Politikern und Ehrengästen staatsimmanenten Respekt abnötigt. Dass die jährlichen Millionen Euro an Einnahmen nicht in das Museum investiert, sondern überwiegend an eine drei Tage vor dem Tod von Rainer Hildebrandt errichtete Stiftung in die Schweiz überwiesen werden, dürfte den Jubelgästen wohl eher als Ausweis einer gemeinnützigen Grundhaltung der Erbin eines einst ernstgemeinten historischen Anliegens erscheinen, als diesen Transfer einer durchaus notwendigen Kritik –gerade aus diesem Anlass – zu unterziehen.

Die sterblichen Überreste des Gründers Rainer Hildebrandt harren übrigens 13 Jahre nach seinem Tod noch immer der Beisetzung. Seine Urne steht nach wie vor in einer Nische des Krematoriums Ruhleben, weil seine einstige Ehefrau die Beisetzung an unhaltbare Bedingungen (gegenüber der Stadt Berlin) knüpft. Für die „nicht vorgesehene Lagerung der Urne“ (so ein Sprecher des Krematoriums) werde regelmäßig eine anfallende Gebühr überwiesen. Wenigstens das.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.296).

 

 

 

 

Museumsgründer wird weiterhin Begräbnis versagt

9.01.2008/cw – Vor vier Jahren, am 9.Januar 2004, starb der Gründer des Mauermuseums „Haus am Checkpoint Charlie“, Dr. Rainer Hildebrandt. Doch der weit über Berlin und Deutschland hinaus bekannte Initiator der weltweit einmaligen Dokumentations-Schau über die Teilung Deutschlands und Europas in der Berliner Friedrichstraße konnte auch vier Jahre nach seinem Tod noch immer nicht beerdigt werden. Seine Urne steht nach wie vor einsam in einem Regal des Krematoriums Ruhleben.

Seine streitbare Witwe und heutige Direktorin des Museums, Alexandra Hildebrandt, begründet die ausstehende Beisetzung hartnäckig weiterhin mit der angeblichen „starren Haltung“ des Berliner Senates und legt stattdessen regelmäßig und publicity-wirksam Blumen vor den Sandsäcken der Häuschen-Kopie der ehemaligen alliierten Kontroll-Baracke nieder.

Freunde des Verstorbenen widersprechen allerdings vehement dieser „sehr eigenwilligen“ Interpretation der Witwe. So verweist u.a. Carl-Wolfgang Holzapfel, seit 1962 mit Rainer Hildebrandt befreundet und von 1962 – 1963 Leiter der ersten Mauer-Ausstellung in der Bernauer Straße im Berliner Bezirk Wedding, auf die „außerordentliche Kompromissbereitschaft der Verantwortlichen in der Causa Hildebrandt“. Der Witwe seien außerordentliche und großzügige Angebote, bis hin zu einem Ehrengrab der Stadt Berlin unterbreitet worden, sie habe sämtliche Angebote und Vermittlungen abgelehnt.

„Dabei“, so Holzapfel, der auch Vorsitzender der Vereinigung 17.Juni 1953 ist, deren Beirat Hildebrandt angehörte, „verwechselt Alexandra Hildebrandt offenbar die in ihrem Heimatland seinerzeit üblichen Usancen mit den Regeln in einer demokratischen Staatsordnung.“ Er bezieht sich dabei auf den Umstand, dass die Hildebrandt-Witwe der Ukraine den Rücken kehrte, als diese noch zur Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken“ (UdSSR) gehörte.

Und Holzapfel warnt anlässlich des vierten Todestages Rainer Hildebrandts: Die Freunde des Verstorbenen werden nicht mehr grenzenlos und langmütig dieser Verschleppung einer würdigen Totenruhe zuschauen. Schon jetzt habe er von ernsten Fragen um die Todesursache und damit zusammenhängender Vorwürfe um die „Verschiebung von Kapital“ in die Schweiz sowie obskurer Gründungs-Unterschriften um eine Stiftung, die auf den Namen des Verstorbenen lautet, erfahren. Die Witwe täte „gut daran, das Kapitel Rainer Hildebrandt endlich angemessen und würdevoll“ abzuschließen, dem jahrzehntelangen Streiter für die Freiheit die Totenruhe zu gewähren. Nicht nur der Verstorbene, auch die Freunde und seine Kinder hätten darauf einen berechtigten Anspruch. „Die verbrieften Rechte einer Witwe,“ so Holzapfel in einer Presseerklärung, „dürften nicht die Rechte eines Verstorbenen mit Füßen treten, wie das hier offenbar der Fall sei.“

V.i.S.d.P.: Carl-Wolfgang Holzapfel, holzapfellyrag@aol.com

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