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VEREINIGUNG (AK) 17. JUNI 1953 e.V.

Pressemitteilung

Potsdam/Berlin, 30.05.2018/cw – Der Vorstand der VEREINIGUNG 17. JUNI hat sich heute in Potsdam im Vorfeld zum 65. Jahrestag des Volksaufstandes von 1953 zu einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der UNION DER OPFERVERBÄNDE KOMMUNISTISCHER GEWALTHERRSCHAFT (UOKG), Dieter Dombrowski (MdL) getroffen. In dem einstündigen Gespräch im Büro des Vizepräsidenten des Brandenburger Landtages wurden ausführlich beide Organisationen interessierende Fragen und Themen erörtert. Über den Inhalt des offenen Meinungsaustausches wurde gegenseitig Vertraulichkeit vereinbart.

Der 1953 als KOMITEE 17.JUNI von ehemaligen Aufstandsteilnehmern gegründete Verein, der unter seinem jetzigen Namen am 3. Oktober 1957 in das Vereinsregister eingetragen wurde, war zum Jahresende 2008 neben dem „Bautzenkomitee“ und der „Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS)“ aus dem Dachverband ausgeschieden. Es handelte sich seinerzeit um einen Solidarakt mit der 1951 gegründeten VOS, die die UOKG nach einer „Verletzung der Satzung des Dachverbandes, die eine Nichteinmischung in Angelegenheiten der Mitgliedsvereine bestimmte“, verlassen hatte. Die VOS ist zwischenzeitlich wieder Mitglied in der UOKG.

V.i.S.d.P.: VEREINIGUNG (AK) 17. JUNI 1953, Berlin – Tel.: 030-30207785

Berlin, 21.11.2016/cw – Einer der profiliertesten Politiker in der Berliner Nachkriegsgeschichte feiert heute seinen 84. Geburtstag: Heinrich Lummer.

Der CDU-Politiker, Unions-Mitglied seit 1953, mußte sich 2003 nach einem Schlaganfall aus der aktiven Politik zurückziehen. Der in Essen geborene gelernte Elektromechaniker besuchte über den zweiten Bildungsweg neben seiner Ausbildung das Abendgymnasium in Dortmund, wo er das Abitur bestand. Danach studierte er an der Freien Universität (FU) Berlin Politische Wissenschaft, wo er von 1960 – 1961 Vorsitzender des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (ASTA) war. Nachdem der Jubilar das Studium 1962 als Dipl.Politologe beendet hatte, war er zunächst als Assistent am Institut für Politische Wissenschaft der Freien Universität Berlin tätig, ab 1964 übernahm er die Leitung des Besucherdienstes im Bundeshaus Berlin. 1965 (bis 1969) Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, 1967 (bis 1986) erstmals in das Abgeordnetenhaus gewählt, wurde er hier von 1969 bis 1980 Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion und von 1980 bis 1981 Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses. Im von Richard von Weizsäcker geführten Senat wurde Lummer 1981 Bürgermeister und Senator des Innern. Auch dem ab 1984 von Eberhard Diepgen geleiteten Senat gehörte Lummer an, trat aber 1986 gemeinsam mit dem Bausenator Klaus Franke und dem Umweltsenator Horst Vetter von seinem Amt zurück (Bauskandal).

Der Mitbegründer der etwa zehn Jahre lang innerhalb von CDU und CSU existierenden Gruppierung „Christlich Konservatives Deutschlandforum“ (1992) war wegen seiner klaren Sprache teils heftigem Widerspruch ausgesetzt. Bereits 1999 warnte der konservative Politiker vor einer „türkischen Einwanderung“, die eine Fortsetzung der beabsichtigten „Auslöschung des Deutschen Volkes“ sei. Die finanzielle Unterstützung der Vereinigung 17. Juni durch Lummer, mit der das Überkleben von SPD-Plakaten im Wahlkampf finanziert wurde, führte zu dem irrigen Vorwurf, Lummer hätte eine „rechtsextreme Gruppierung“ unterstützt. Auch seine gelegentlichen Artikel in der Wochen-Zeitung „JUNGE FREIHEIT“ wurden Lummer als Unterstützung „rechter Gesinnung“ vorgehalten.

Lummer ist nach wie vor Ehrenpräsident der Vereinigung „Die Deutsche Konservativen e.V.“ unter dem Vorsitz des ehem. WELT-Redakteurs Joachim Siegerist und Beirat in der „Vereinigung 17. Juni 1953“ in Berlin, die sich nach dem Volksaufstand in West-Berlin zunächst als „Komitee 17.Juni“ gegründet hatte und 2017 ihren 60. Jahrestag als „e.V.“ unter dem seitherigen Namen begeht.

Der Vorstand gratulierte heute dem „konservativen und ungebeugten“ CDU-Politiker zu seinem Ehrentag und sprach die Hoffnung aus, daß dessen „mutiger Standort“ in der Union nicht „gänzlich vergessen wird.“

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.177)

Berlin, 16.06.2012/cw – Die Mitgliederversammlung der Vereinigung 17. Juni 1953 e.V. hat am Vorabend des Gedenktages an den Volksaufstand Wahlen zum Vorstand durchgeführt. Der bisherige, seit 2002 im Amt befindliche Vorsitzende Carl-Wolfgang Holzapfel (68) wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Zum neuen Geschäftsführer wurde Joachim Fritsch (75) gewählt (einstimmig), im Amt der Schatzmeisterin wurde Tatjana Sterneberg (60) ebenso einstimmig bestätigt. Sterneberg hatte nach dem aus familiären Gründen erfolgten Rücktritt des langjährigen Geschäftsführers André Rühring seit zwei Jahren das Amt des Geschäftsführers kommissarisch in Personalunion geführt.

Der neue Vorstand (von links): C.W. Holzapfel, Tatjana Sterneberg, Joachim Fritsch
– Foto: LyrAg

 Holzapfel gehört dem Verein seit 1963 an und wurde bereits 1965 Hauptgeschäftsführer. Er wurde durch seine Widerstandsaktionen gegen  die Berliner Mauer bekannt und nach mehreren Demonstrationen für die Freilassung politischer Gefangener 1965 am Checkpoint Charlie verhaftet und 1966 in Ost-Berlin zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt.

Joachim Fritsch war Zeitzeuge vom 17. Juni 1953, wurde wegen angeblicher aktiver Teilnahme verhaftet und durch die Stasi gefoltert. Erst dadurch wurde er zum überzeugten Gegner des DDR-Systems.

Tatjana Sterneberg wurde 1972 wegen ihrer Liebe zu einem in West-Berlin lebenden Italiener verhaftet, nachdem ihr Antrag auf Ausreise abgelehnt worden war und sie sich um  eine Fluchtmöglichkeit bemüht hatte. Sie verbüßte ihre fast vierjährige Haft im berüchtigten Frauenzuchthaus Hoheneck. Seit Jahren arbeitet Sterneberg in der Beratung von SED-Opfern und der Aufklärung der Diktatur-Verbrechen. Sterneberg ist seit September 2011 auch Vorsitzende des Fördervereins Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck.

Goldene Ehrennadel für Hardy Firl (rechts). Zu den Gratulanten gehörte auch Klaus Wowereit auf dem Empfang zum 20jährigen Bestehen der UOKG. – Foto: LyrAg

Hardy Firl, für seine aktive Teilnahme am Volksaufstand von 1953 zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, wurde auf der Mitgliederversammlung für seine Verdienste um die Freiheit und Einheit Deutschlands mit der Goldenen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet.

Die Vereinigung 17. Juni 1953 ging aus dem nach dem Aufstand gegründeten Komitee 17. Juni hervor und wurde unter ihrem jetzigen Namen am 3. Oktober 1957 in das Vereinsregister eingetragen. 2009 vereinigte sich der Verein wieder mit dem Arbeitskreis gleichen Namens, der sich nach internen Auseinandersetzungen um die Ausrichtung und Umsetzung der Ziele von 1953 im Jahr 1964 von der Vereinigung getrennt und dem Kuratorium Unteilbares Deutschland angeschlossen hatte.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Sohn fand Streikführer in seiner Wohnung auf

22.12.2008/cw – Werner Herbig, einer der profiliertesten und bekanntesten Streikführer des Volksaufstandes vom 17.Juni 1953, ist tot. Wie die Vereinigung 17.Juni mitteilte, wurde sein Tod erst jetz bekannt. Herbig starb nach schwerer Krankheit am 11.Dezember im Alter von 89 Jahren in seiner Berliner Wohnung in Charlottenburg.

Sein Sohn besuchte seinen kranken Vater nahezu täglich. „Mindestens alle zwei Tage schaute ich nach ihm, denn er war in seinen letzten Lebensmonaten doch sehr gebrechlich,“ schildert er den für ihn schweren Tag. „Als ich am 11.Dezember wie gewohnt meinen Vater in seiner Wohnung aufsuchte, kam jede Hilfe zu spät. Er war friedlich eingeschlafen.“

Die Vereinigung 17.Juni würdigte in einem Nachruf die Verdienste des Verstorbenen. Der Vorsitzende, Carl-Wolfgang Holzapfel (64), erinnerte an die tragende Rolle, die Herbig während des Aufstandes in Mitteldeutschland in Görlitz gespielt habe. Der Verstorbene war Mitglied der seinerzeitigen Streikleitung.

Zum Zeitpunkt der Erhebung war Werner Herbig gerade arbeitslos. Zuvor sollte er im Pflanzenschutzamt in Dresden nachweisen, dass die damals grassierende Kartoffelkäferplage ein Sabotageakt der „imperialistischen US-Geheimdienste“ war. Herbig weigerte sich, an dieser Lüge mitzuwirken und wurde prombt entlassen. Am 17.Juni 1953 wurde Herbig von Kolonnen streikender Arbeiter überrascht, die ihn aufforderten: „Mensch, Herbig, marschiere doch mit.“ Uerwartet wurde er Mitglied der Görlitzer Streikleitung, „durch Wahl.“ wie er immer nicht ohne Stolz berichtete.

Noch am selben Abend wurde er von ausgesandten Trupps der Roten Armee verhaftet und einen Monat später zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in dem berüchtigten Zuchthaus Waldheim verbüßte. Nach der Haft flüchtete Werner Herbig mit seiner Frau „nur mit einer Aktentasche“ (Herbig) nach West-Berlin. Dort trat er kurze Zeit später der Vereinigung 17.Juni bei, die sich aus dem ursprünglichen „Komitee 17.Juni“ am 3.Oktober 1957 als selbständiger Verein formiert hatte.

1964 kam es dann zum Zerwürfnis. Herbig wollte den Verein in einen zwischenzeitlich beim damaligen Kuratorium Unteilbares Deutschland gegründeten „Arbeitskreis 17.Juni“ einbringen, was der damalige Vorstand ablehnte. So spaltete sich ein Teil der seinerzeitigen 17er vom Verein ab, Herbig wurde und blieb bis zu seinem Tod Vorsitzender des Arbeitskreises, der sich nach der Auflösung des Kuratoriums der Arbeitsgemeinschaft 13.August anschloss.

„Wir haben diesen unterschiedlichen Weg immer bedauert,“ stellt Holzapfel zum Tod des einstigen Streikführers fest. „Aber wir haben zu keiner Zeit dem Verstorbenen unsere Achtung und unseren Respekt für seinen Einsatz für die Einigkeit und Freiheit unseres Volkes verweigert. Wir werden ihn in dankbarer und würdiger Erinnerung behalten.“

Werner Herbig wird auf eigenen Wunsch am 16.Januar 2009 im Grab seiner verstorbenen Frau auf dem Luisenfriedhof beigesetzt. Wie sein Sohn mitteilte, wollte sein Vater entgegen seiner ursprünglichen Absicht, auf dem Ehrenfeld der Teilnehmer vom 17.Juni auf dem Friedhof Seestraße beigesetzt zu werden, die letzte Ruhe bei seiner Frau finden.

V.i.S.d.P.: Vereinigung 17.Juni 1953 e.V., C.W.Holzapfel, Tel.: 030-30207785 od. 0176-48061953
holzapfellyrag@aol.com

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