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Berlin, 22.09.2019/cw – Die führende Berliner Zeitung DER TAGESSPIEGEL hat am 15.09. eine umfangreiche und absolut lesenswerte Recherche zum Thema China veröffentlicht. Wir können an dieser Stelle aus Platzgründen nur einen Teil, bezogen in erster Linie auf Deutschland, wiedergeben, empfehlen aber dringend die Lektüre des vollständigen Beitrags von Elisa Simantke Harald Schumann und Nico Schmidt unter:

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/investor-partner-konkurrent-wie-gefaehrlich-china-fuer-europa-wirklich-ist/25014924.html?utm_source=pocket-newtab

Kein anderes EU-Land ist abhängiger von China als Deutschland

„Kein anderes EU-Land ist abhängiger von China als Deutschland. Die neue Supermacht in Asien ist längst größter Handelspartner. Im Schnitt verkaufen BMW, Daimler-Benz und VW dort ein Drittel ihrer Autos, mehr als in jedem anderen Land. Gleichzeitig sind sie mit chinesischen Unternehmen verflochten, allen voran Daimler-Benz, wo der private Autokonzern Geely und sein staatlicher Wettbewerber BAIC zwei der drei größten Aktionäre stellen.

Alle zwei Jahre kommen die Regierungen zu Konsultationen zusammen

Und niemand betreibt die Verflechtung mit China intensiver als die Deutschen. 70 „Dialogforen“ unterhält allein die Bundesregierung mit Partnerinstitutionen in China. Alle zwei Jahre kommen die Regierungen zu Konsultationen zusammen, die stets mit neuen großen Verträgen enden. Gerade erst ist Kanzlerin Merkel von ihrem zwölften Staatsbesuch in Peking zurückgekehrt, bei dem die mitreisenden Topmanager für Konzerne wie Airbus, Siemens und Allianz erneut elf Kooperationsverträge im Milliardenwert abschlossen.

Darin aber liegt das eigentliche Risiko. Die wachsende Abhängigkeit von Chinas Riesenmarkt macht weit eher erpressbar als Chinas Investitionen in Europa. Selbst Jörg Wuttke, Präsident der europäischen Handelskammer in China und für die BASF seit 22 Jahren im Geschäft mit dem Einparteienstaat, warnt: „Die Chinesen nutzen skrupellos ihre Wirtschaftskraft, um politischen Einfluss zu nehmen.“

Das bekamen etwa die Manager von Daimler im Februar 2018 zu spüren. Da hatte es ein Marketing-Mitarbeiter gewagt, eine Mercedes-Werbung auf Instagram mit einem Zitat des Dalai Lama zu schmücken. „Betrachte die Situation von allen Seiten, und du wirst offener“, riet der Autor den Lesern, aber aus Sicht der Pekinger Regenten ist schon die Erwähnung des „Separatisten“ ein Verbrechen.

Chinesischer Shitstorm gegen Daimler

Binnen Stunden tobte ein Shitstorm und die Volkszeitung, das Sprachrohr der Partei, erklärte Daimler zum „Volksfeind“. Umgehend nannte der Daimler-Vorstand den harmlosen Sinnspruch „eine extrem falsche Botschaft“ und Dieter Zetsche, bis vor kurzem Konzernchef, erklärte, er „bereue zutiefst das Leid, das der unsensible Fehler über das chinesische Volk gebracht hat“.

Ähnlich erging es dem Kamerahersteller Leica. Ein im Auftrag der Firma erstellter PR-Film warb mit weltberühmten Fotografien, und darunter auch die vom einsamen Demonstranten, der sich 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Peking den Panzern entgegenstellte.

Indirekt fügen sich auch Europas Regierungen

Prompt erhob sich auch dagegen der national gesteuerte Protest, und die Firma musste öffentlich „alle Missverständnisse oder falschen Schlussfolgerungen, die gezogen wurden“ bedauern. VW-Chef Herbert Diess machte sich für das Wohlgefallen der chinesischen Herren sogar vor laufender Kamera lächerlich. Als ein BBC-Reporter ihn im April fragte, wie er eine Fabrik in Xinjiang betreiben könne, wo das Regime von Parteidiktator Xi mehr als eine Million Uiguren wegen ihres muslimischen Glaubens gefangen hält, behauptete er kurzerhand „davon weiß ich nichts“.

Indirekt fügen sich auch Europas Regierungen. Früher war der Dalai Lama als geistlicher Führer der von China kolonisierten Tibeter in allen Hauptstädten ein gern gesehener Gast, ungeachtet scharfer Kritik aus Peking. Das hat sich gründlich geändert. Seit 2016 wagte es kein europäisches Staatsoberhaupt mehr, dem berühmten Buddhisten auch nur die Hand zu schütteln.“

Kommentar:                                                                                                                                               Der Kotau vor dem KAPITAL

In der Vergangenheit gierten geradezu die Politiker in der westliche Hemisphäre darum, mit einem der berühmtesten Menschenrechtler auf unserem Planeten, dem vertriebenen geistlichen Oberhaupt des von China besetzten Tibet, dem Dalai Lama, abgelichtet zu werden. Galt doch ein Zusammentreffen mit diesem berühmten Menschenrechtler als Weihe und Zeugnis für das eigene Engagement in Sachen Menschenrechte. So wurde ein gemeinsames Bildnis mit dem Tibeter oft wertvoller für ausstehende Geschäfte (oder politische Ambitionen)  als das mit einem amtierenden Papst.

Die Zeiten haben sich geändert im Sinne des „Was schert mich mein Geschwätz (oder meine Ablichtungs-Gier) von Gestern?“ Und so erklärt sich auch der bisher noch einigermaßen schamvoll versteckte, aber immer deutlicher werdende Sinneswandel gegenüber der Zweiten Deutschen Diktatur: Die sinnvolle Einordnung in die Geschichte und damit endliche Beendigung der Auseinandersetzungen mit dieser Diktatur beschränkt sich auf den Unterhalt installierter Institutionen, die im Rahmen der „Aufarbeitungsindustrie“ das Geschichtsbild über die einstige DDR auftragsgemäß im Sinne der Politik verwalten und interpretieren. Da bleibt wenig Platz für die „ewigen Quengler und Nörgler“ aus den Reihen einstiger Verfolgter und Gequälter dieser Diktatur, die immer lästiger werdend dreißig Jahre nach dem Mauerfall noch immer ausstehende Rehabilitationen und Entschädigungen einklagen. Der Kotau vor dem Kapital lässt schließlich keinen Spielraum mehr für „Moralisten“. Schließlich lassen sich heute auch mit den rigidesten Kommunisten gute Geschäfte machen, siehe China. Da stören lästige Erinnerungen das notwendige Geschäft.

„Betrachte die Situation von allen Seiten, und du wirst offener“. Auch dieser Ausspruch des Dalai Lama hat eine befreiende Gültigkeit, trotz der unterwürfigen Anpassungsfähigkeit eines Industriebosses an die Gesetzmäßigkeiten des Kapitals. (cw)

V.i.S.d.P. (einschl. der Wiedergabe des „Auszuges aus dem vorgen. Artikel“):

Redaktion Hoheneck, Berlin – Mobil: 0176-48061953

Berlin, 27.01.2016/rh – Folgend geben wir einen Einblick in das Thema Staatsbürgerkunde. Wir fanden diesen Beitrag im Net und wollten diesen unseren Lesern nicht vorenthalten. Die Redaktion.

Was ist Politik

Ein Junge kommt aus der Schule und sagt zu seinem Vater: „Wir haben jetzt Staatsbürgerkunde. Kannst du mir mal erlären, was Politik ist?“

„Ja,“ sagt der Vater, „Also pass mal auf:

Das Kapital

Ich bringe das Geld mit nach Hause. Ich bin das Kapital.

Die Regierung

Deine Mutter verwaltet das Geld und gibt es auch wieder aus. Deine Mutter ist die Regierung.

Die Gewerkschaft

Der Großvater, der hier noch bei uns lebt, passt auf, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Das ist die Gewerkschaft.

Die Arbeiterklasse

Und die Anna, die bei uns im Haushalt mithilft, das ist die Arbeiterklasse.

Das Volk

Und für wen tun wir das? Für dich. Du bist das Volk.

Die Zukunft

Und dein kleiner Bruder, der noch in den Windeln liegt, das ist die Zukunft. Hast du das verstanden?“

„Ja,“ sagt der Junge, “ ich muss noch einmal darüber schlafen.“

Nachts wird der Junge wach, weil sein kleiner Bruder in die Windeln gemacht hat und schreit. Da steht er auf und geht zu seinen Eltern ins Schlafzimmer. Da liegt aber nur seine Mutter. Die schnarcht und schläft so fest, dass er sie gar nicht wach bekommt. Also geht der Junge zu Anna, vorsichtshalber. Aber die liegt mit seinem Vater im Bett. Der Großvater guckt draußen durchs Fenster zu. Da hat der Junge die Nase voll und geht wieder ins Bett.

Am nächsten  Morgen fragt der Vater am Kaffeetisch seinen Jungen: „Hast du nun begriffen, was Politik ist?“

Die Politik

„Ja,“ antwortet der Junge, „das habe ich nun begriffen:

Das Kapital missbraucht die Arbeiterklasse. Die Gewerkschaft schaut zu und die Regierung schläft. Das Volk wird ignoriert und die Zukunft liegt in der Scheiße.“

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785 (1.065)

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