You are currently browsing the tag archive for the ‘Islam’ tag.

Berlin, Weihnachten  2012/cw – Unter dem vorgenannten Titel veröffentlichte der bayerische Pfarrer Friedrich Winter im Eichenauer Gemeindebrief (Juni 1987), dessen Redaktionsteam ich von 1973 bis 1988 angehörte, folgenden bemerkenswerten  Artikel. Die Weihnachts-feiertage sollten uns die Möglichkeit geben, über die auch hier kontrovers ausgeführte Debatte um unsere christliche Positionierung zu anderen Religionen,  hier besonders des Islam (Zitat: „Allah ist eine Erfindung und Mohammed sein falscher Prophet„.), in friedlicher Gelassenheit nachzudenken.

Carl-Wolfgang Holzapfel

„KISMET – SCHICKSAL – GOTTES WILLE?

Schon die Religionsbezeichnung „Islam“ ist kennzeichnend für die Grundhaltung der gläubigen Moslems: Sie bedeutet Gehorsam gegenüber Gott, Unterwerfung unter seinen Willen. Der Gläubige sucht seinen inneren und äußeren Frieden, sein diesseitiges Glück und sein jenseitiges Heil durch Ergebung in Gottes allmächtigen  Willen zu sichern. Damit ist die grundsätzliche Einstellung zum Leid, zu den Übeln und Schicksalsschlägen des Lebens  schon angedeutet: Alles Widrige ist in Ergebenheit hinzunehmen, es ist Gottes Wille, der so viel höher ist als der Mensch, daß es keinem zukommt, Fragen zu stellen oder gar Gott anzuklagen. So wird Leid hingenommen, oft ohne zu versuchen, ob nicht der Mensch von Gott her Möglichkeiten hat, Not zu lindern und Leid zu verringern. Damit ergibt sich die Haltung, das Schicksal fast klaglos hinzunehmen: „Kismet“ – Gottes Fügung, beinahe verstanden als willenlose Ergebung in ein blindes, undurchschaubares Schicksal. Diese Haltung darf nicht nur negativ gesehen werden, sie ähnelt auch dem Verhalten Hiobs: „Der Herr hat´s gegeben, der Herr hat´s genommen, der Name des Herrn sei gelobt!“ (Hiob 1,21). Sollten nicht auch wir machmal mehr Ergebung in Gottes Willen zeigen, die wir doch oft nach schlimmen Erfahrtungen mit Gott zu rechten beginnen: „Wie kannst du das zulassen?“

Gegenüber   e i n e m  Leiden und Tod hat freilich der Moslem keinerlei Verständnis: Die Passon und der Kreuzestod Jesu sind ihm völlig unverständlich und sinnlos. Jesus ist zwar auch für den gläubigen  Moslem ein  wichtiger Prophet, er kennt ihn als „Jesus, Sohn der Maria“ aus dem Koran. Aber sein Tod wird strikt abgelehnt. Ein anderer ist an Jesu Stelle damals gestorben. Und vor allem: Es gibt im Islam keine Erlösung; jeder wird beurteilt nach dem, was er zu verantworten hat. So ist das Leiden für die Moslems letztlich nur eine Prüfung zur Läuterung des Glaubens und der Ergebung in den Willen Gottes. Wer dabei stark bleibt, wird im Endgericht belohnt. Ein Leiden für einen anderen ist unmöglich.

Albrecht Dürer "Heilige Familie mit Kaninchen", Holzschnitt 1496/97

Albrecht Dürer „Heilige Familie mit Kaninchen“, Holzschnitt 1496/97

Wir Christen versuchen, von der Bibel her das Leid zu verstehen und auszuhalten. Die Übel und das Leid in der Welt sind von daher Zeichen, daß unsere Welt nicht in Ordnung ist. … Seit Christus wissen wir freilich, daß das Leid, das einen Menschen trifft, nicht Ausdruck der Strafe ist, die speziell er auf sich gezogen hat. Nicht der Einzelne muß die Schuld bei sich suchen, sondern im großen Mensch-heitszusammenhang ist Leid auch Prüfung wegen der Schuld, Läuterung des Glaubens, Zeichen zur Umkehr. Das Verhalten dem Leid gegenüber ist vom Alten Testament her auf der einen Seite Ergebung in Gottes Willen, auf der anderen Seite vom Neuen Testament her auch Kampf gegen das Leid, gegen die Übel der Welt, gegen alle ungerechten und unmenschlischen Zustände: Wie Jesus durch sein Wunder das Leid besiegt hat, so sollen auch wir, soweit unsere Kräfte reichen, Leid verringern helfen in Jesu Nachfolge. …“

© 1987 Gemeindebrief Eichenau

Zusammenfassend ist die Vertiefung in den Glauben anderer Religionen hilfreich, um den eigenen Glauben zu ergründen und durchaus neu zu erfahren. Statt vom Thron der Allwissenheit die eigene Überzeugung als das Maß aller Dinge hinzustellen, sollten wir uns in Demut gegenüber anderen Denkweisen üben. In der Politik nennt man das Toleranz, die manchmal auch der Religion, gleich welcher Ausrichtung, gut anstände.

Der Weg zum Glück ist vielfach näher, als wir glauben. Wir müssen ihn nur finden:

Atemzug2012_NEW_0001

In diesem Sinne wünsche ich allen Freunden, Kritikern, Gegnern und auch selbsternannten „Feinden“ eine friedliche und fröhliche Weihnacht.

V.i.S.d.P.: C.W. Holzapfel, Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Berlin, 22.11.2012/hobo – Die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) hat den Prediger der Stadtmission Neustadt a.d. Weinstraße, Rainer Wagner, „aufgefordert, sich künftig gegenüber anderen Religionen oder Lebensweisen so zu äußern, dass jeglicher Eindruck von Diskriminierung Anderer vermieden wird.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher teilte dem Hohenecker Boten in einem Schreiben vom 20.11.2012 im Auftrag des Kirchenpräsidenten Christian Schad auf Anfrage mit, die Landeskirche sehe „keine Möglichkeit, Herrn Wagner disziplinarisch zu belangen.“ Herr Wagner wurde „jedoch in seiner Aufgabe als ordinierter Prädikant unser Landeskirche“ zu vorstehender Zurückhaltung bei seinen künftigen  Äußerungen aufgefordert.

Einstellung des Verfahrens ein  Freibrief?

Wagner war als gleichzeitiger Vorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) wegen  seiner im  monatlich erscheinenden Stadtmissionsbrief verbreiteten Äußerungen in  die Kritik geraten. Dort hatte er u.a. gegen  die Errichtung einer Moschee am Stadtrand von Neustadt postuliert, (Der islamische Gott) „Allah ist eine Erfindung und Mohammed sein falscher Prophet.“ In gleicher Tonlage griff er Buddhisten und Hindus in der Umgebung seiner Stadtmission an, die „Götzen“ verehrten und einem „Geisterkult“ huldigten. Bereits früher hatte der Stadt-Prediger „Juden (u.a.) als Knecht Satans“ bezeichnet (siehe u.a. WIKIPEDIA > „Rainer Wagner“). Auch der Umgang der Evangelischen Kirche mit Homosexuellen provoziere die „Spaltung der Kirche“, formulierte Wagner und sprach sich in diesem Zusammenhang für die „Umkehr von der Sünde“ aus.

Seine Kritiker werfen dem UOKG-Vorsitzenden nun  vor, die Einstellung eines seinerzeitigen Ermittlungsverfahrens „wegen  Volksverhetzung“ nicht als Mahnung  sondern offenbar als Freibrief  empfunden zu haben, „mit der Bibel begründete Hetze“ ungestraft fortsetzen zu können. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hatte seinerzeit in der Einstellungsverfügung attestiert, die Äußerung Wagners (über die Juden u.a.) sei „von der Religionsfreiheit“ gedeckt.

Mit der gleichen Begründung wurde nun ein aktuelles Ermittlungsverfahren (nach einer Selbstanzeige Wagners wegen „Volksverhetzung“) wegen dessen Äußerungen zum Islam, zu Buddhisten  und Hindus ebenfalls eingestellt.

Akzeptanz radikaler Äußerungen

Wagner hatte diese Einstellung am Wochenende auf der Mitgliederversammlung der UOKG in Berlin genutzt, Kritiker an seinen Äußerungen „als Lügner“ zu diffamieren und die Vertrauensfrage gestellt. Rund zwei Drittel der Verbandsmitglieder sollen am Wochenende erschienen sein und  („offenbar mangels vorgelegter Sachinformationen“) mit 21 zu 2 Stimmen ihrem Vorsitzenden das Vertrauen ausgesprochen haben, was ein  zwiespältiges Echo fand. So erklärten Teilnehmer gegenüber unserer Redaktion, der Dachverband hätte mit der „kritiklosen Hinnahme der skandalösen Äußerungen Wagners“ den Verfolgten  der SED-Diktatur „einen Bärendienst“ geleistet. Denn nun könne „straffrei behauptet werden, die UOKG unterstütze extremistische, islam- und religionsfeindliche Positionen.“ Auch sei die durch die Vertrauensabstimmung dokumentierte „Akzeptanz dieser diskriminierenden Äußerungen und des dadurch gegebenen Verstoßes gegen  die eigene Satzung (§ 1)* ein fatales Signal an Extremisten in unserem Land,“ die sich künftig nicht nur auf den Vorsitzenden, sondern „durch die Abstimmung auch auf den ganzen  Verband“ berufen könnten.

Bis heute keine inhaltliche Stellungnahme

Rainer Wagner selbst hatte die Veröffentlichung seiner umstrittenen Äußerungen durch die Ablehnung einer Stellungnahme oder Richtigstellung provoziert. Auch in der letzten UOKG-Versammlung nahm er nach Angaben von Teilnehmern zu seinen Äußerungen inhaltlich keine Stellung, obwohl seine Kritiker zumindest eine „Distanzierung oder zumindest Klarstellung“ erwartet hatten. Auch der Redaktion ist bis heute eine inhaltliche Auseinandersetzung des UOKG-Vorsitzenden mit seinen Äußerungen   nicht bekannt.

*Anmerkung: §1, Satz 2 der UOKG-Satzung lautet: „Die UOKG tritt mit aller Entschiedenheit gegen linken und rechten Extremismus, sowie Antisemitismus ein. Dies setzt sie auch bei allen Mitgliedsverbänden voraus.“

V.i.S.d.P.: Redaktion „Hohenecker Bote“, Tel.: 030-30207778, hohenecker.bote@gmail.com

Dieser Artikel wurde aufgerufen aus: Germany, Switzerland, Spain, Austria, United States, Italy, Russian Förderation, Netherlands, Canada, Luxembourg, Algerien, Chile.

Berlin, 12.10.2011/cw – Im Internet-Portal „Die Achse des Guten“ (LINK unten) fanden wir einen bemerkenswerten Artikel von Chaim Noll zur Diskussion um den Islam. Wegen der Länge der Ausführungen geben wir nachfolgend nur einen Teil des Beitrages wieder und bitten den geneigten Leser, bei entsprechendem Interesse den nachfolgend aufgeführten LINK anzuklicken.

„Im Mai dieses Jahres kündigte die Alte Synagoge in Essen einen Vortrag von mir an, der den Ärger muslimischer Verbände erregte. Vor allem wegen einiger Sätze im Ankündigungstext: „Judenfeindliche Ressentiments spielen seit Niederschrift des Koran im 7. Jahrhundert und dem Massaker gegen die Juden von Medina im Jahre 628 durch Mohamed im Islam eine fundamentale Rolle. Bis heute kann dieser fundamentale Judenhass reaktiviert und instrumentalisiert werden. Ein Beispiel dafür liefert die im Gaza-Streifen herrschende Organisation Hamas in ihrer Charta (…) Der Vortrag beschäftigt sich mit neuen Formen von Judenhass und Feindschaft gegenüber Israel, mit den Zusammenhängen zwischen beiden und ihren Auswirkungen auf die Stimmung in Europa.“

Muhammet Balaban, Sprecher der „Kommission Islam und Moscheen in Essen“, fühlte sich durch diesen Text „persönlich beleidigt“. Er sah darin „Angriffe auf den Propheten, den Koran und auf alle Muslime“. In einem Brief an den Oberbürgermeister protestierte Balaban, ein wohlhabender türkischer Geschäftsmann und einflussreicher Bürger der Stadt Essen, gegen die geplante Veranstaltung. Dabei erwies er sich als versiert im Vokabular der Stigmatisierung: „Es ist inakzeptabel, dass diese Einrichtung (die Alte Synagoge – Ch.N.) Misstrauen, Hass, Anfeindung und Unfrieden in unserer Gesellschaft sät“. Balaban sorgte selbst dafür, dass eine öffentliche Debatte entstand, indem er seinen Protestbrief an dreizehn weitere Empfänger (darunter die Ministerpräsidentin des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen) und an die Medien verteilte. Er ist sich dabei der politischen Macht seines „Integrationsrates“ bewusst, wie er in einem Interview im vergangenen Jahr erläuterte: „Wir haben mit der Konstellation, wie sie der Integrationsrat jetzt aufweist, nach über zwanzig Jahren erstmals die Möglichkeit über die beratende Funktion hinaus einen Einfluss auf die politischen Entscheidungen in dieser Stadt zu nehmen.“

Wirklich zeigte der Essener Oberbürgermeister den bekannten Reflex und stimmte Balaban zu, auch er in einem Offenen Brief: „Daher erwarte ich, dass die neue Leitung der Alten Synagoge sich den Integrationsgedanken deutlich mehr zu eigen macht, als dies bisher der Fall war.“ Und nun ereignete sich das eigentlich Erstaunliche: die Leitung der Alten Synagoge gab nicht nach. Sie verteidigte ihr Recht auf eine dem muslimischen Funktionär unliebsame Meinungsäußerung. Sorgte dafür, dass der Vortrag stattfinden konnte, nach Lage der Dinge unter Polizeischutz. Ihre Zivilcourage fand breite Unterstützung in der Bevölkerung, durch Leserbriefe an die Medien und Zuschriften an den Oberbürgermeister, der seinen Angriff gegen die Alte Synagoge rasch zurückzog – das erfreulichste Ergebnis dieser Affäre.

Freie Meinungsäußerung ist eben dadurch „frei“, dass sie in niemandes Dienst stehen muss, auch nicht im Dienst einer obskuren Formel wie „Liebe zwischen den Menschen“. Freiheit der Meinung im westlichen Sinn bedeutet, dass man gerade die das eigene Verständnis in Frage stellende, die abweichende Meinung akzeptiert. Im Sinne des Voltaire zugeschriebenen Satzes: „Je ne suis pas d’accord avec ce que vous dites, mais je me battrai jusqu’au bout pour que vous puissiez le dire“, im Deutschen in einer freien, aber verbreiteten Übersetzung bekannt: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ Toleranz kommt vom Verb tolerare, Erdulden, Ertragen, meint also nicht nur das eigene Recht auf freie Äußerung, sondern vor allem die Bereitschaft, auch die fremde, befremdliche, die schwer erträgliche Meinung des Anderen hinzunehmen.

Nachtrag, Oktober 2011: Inzwischen hat die Stadt Essen das Problem auf ihre Weise gelöst, durch Appeasement der militanten muslimischen Funktionäre. Da die Leiterin der Alten Synagoge Edna Brocke nach 23 Jahren in den Ruhestand ging, lag es in der Logik des Oberbürgermeisters, einen anschmiegsameren neuen Leiter zu suchen. Er fand ihn in dem Schweizer Historiker und Ausstellungsmacher Uri Kaufmann, der sich rasch zu profilieren wusste: indem er mich in einem Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung abqualifizierte. Da ich aus „Ostdeutschland“ stamme, so Kaufmann, mangele es mir naturgemäß an der „fachlichen Kompetenz“, um über den Koran zu sprechen. Der Makel dieser Abkunft mache es generell unmöglich, Arabisch zu lesen und den religiösen Grundlagentext zu verstehen: „Dazu reicht eine Sozialisation in Ostdeutschland nicht aus“. Woher hat er die Information, ob ich Arabisch verstehe und mich in der DDR „sozialisiert“ habe? Meine Stasi-Beobachter waren damals anderer Meinung… Herrn Balaban hat es gefreut, er lud den neuen Dialogfreund an Ramandan zum Fastenbrechen ein.

(c) CHAIM NOLL, 2011″

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/annulierung_der_aufklaerung/

September 2021
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Blog Stats

  • 755.700 hits

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 129 anderen Followern an