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von Carl-Wolfgang Holzapfel

Budapest/Berlin, 24.02.2015/cw – Erfolgreich wehrte sich der Neustädter Prediger und Multifunktionär Rainer Wagner gegen eine Erklärung, die laut erwirkter Unterlassung (Landgericht Berlin) nicht von ihm stammte. In dieser ihm fälschlich zugeschriebenen Erklärung war Wagner ein „Bedauern über Missverständnisse“ ob seiner Äußerungen über Juden und den Islam unterstellt worden. Wir berichteten.

Jetzt wurden Äußerungen bekannt, die eine erneute Diskussion um die Ausdrucksformen des extrem-religiös geprägten Verfolgtenfunktionärs (Vorsitzender der UOKG und der VOS) beleben dürfte. In einem Vortrag in Ungarn äußerte sich Wagner u.a. auch zum Islam. Nachfolgend geben wir eine Skriptierung des besagten Ausschnitts wieder (Hörfehler trotz gründlicher Arbeit nicht ausgeschlossen). Der gesamte originale, also nicht gefälschte Vortrag (oder Predigt) kann unter: https://www.youtube.com/watch?v=8drpTjUmMFQ angeschaut bzw. angehört werden.

Seit Oktober 2014 im Netz, jetzt entdeckt: Predigt in  Ungarn

Seit Oktober 2014 im Netz, jetzt entdeckt: Predigt in Ungarn

Rainer Wagner*: „Die zweitstärkste Glaubensgemeinschaft in der Welt ist der Islam. Die Moslems behaupten, sie hätten heute 1,3 Milliarden Anhänger. Ob die Zahl ganz zutrifft, ist mir etwas zweifelhaft, aber es gibt sehr viel Moslems. 1934 wurde die erste arbeitende Moschee in Deutschland eröffnet.
Heute gibt es 2.400 Moscheen in Deutschland, in denen islamischer Götzendienst getrieben wird. Über 140 Moscheen sind auch äußerlich als Moscheen sichtbar. Es ist zumindest in Deutschland schon so, dass nicht nur Araber und Türken Moslems sind, sondern auch Nationalitäts-Deutsche gehören dazu. Einer der führenden Moslems in Deutschland war Baptisten-Prediger.

Es gibt zwei Missionsschiffe – Dolus – der eine heißt Dolus der andere heißt… weiß ich jetzt nicht, … da hat der mitgearbeitet… an den Missionsschiffen. Heute ist er der führende deutsche Moslem. Die Moslems behaupten, eine ganz friedfertige Religion zu sein. Und die wichtigsten Politiker geben ihnen Recht und sagen, jawohl, der Islam ist eine friedfertige Religion. Und selbst Kirchenführer lassen sich gern mit moslemischen führenden Leuten zusammen sehen und sagen, wir sind alle irgendwie Brüder.

Moslems lügen – Islam heißt Unterwerfung  

Dolmetsch für die geduldigen  ungarischen Zuhörer

Dolmetsch für die geduldigen ungarischen Zuhörer

Der Papst hat vor 20 Jahren erstmalig Moslems aber auch andere Götzendiener nach Assisi eingeladen und gemeinsame Gebetsversammlungen gemacht. Aber es ist nicht wahr, dass der Islam friedlich ist. Alle wichtigen Terrorsachen unserer Zeit und Kriege haben irgendwie mit dem Islam zu tun. Aber die Menschen haben die Augen verschlossen vor dieser Wirklichkeit. Die führenden Moslems in Deutschland behaupten öffentlich – Islam hieße Frieden. Und ich habe noch keinen Politiker gehört und keinen Kirchenführer, der gesagt hat, ihr Moslems lügt. Aber die Moslems lügen.

Nicht einmal von der Übersetzung her heißt es Frieden. Islam heißt Unterwerfung. Jeder Mensch mit ein bisschen Allgemeinbildung weiß doch, was im Arabischen und Türkischen Frieden heißt; nämlich „Salem“. Die Türken begrüßen sich Salem Aleikum – Friede sei mit Euch. Aber sie sagen nicht, Islam sei mit Euch. Nur die Politiker sind so blind, dass sie sich total verdummen lassen. Sie wollen nicht als Feinde des Islam dastehen. Im Islam ist es erlaubt, die anderen zu belügen. Denn nach islamischer Vorstellung steht man in einem ständigen Krieg mit der übrigen Welt. Nur wer den Islam angenommen hat, ist im Reich des Friedens. Und jeder kann und muss bekämpft werden.

Amen!

Amen!

Mohammed ist ein elender Mörder und Lügner gewesen

Manchmal kann man zwar kurzzeitige Waffenruhen einziehen lassen, aber nur aus strategischen Gründen. Damit der Islam wieder Kraft schöpfen kann, um beim nächsten Mal um so stärker zuschlagen kann. Diese Taktik hat schon Mohammed selbst angewandt. Er hat Frieden mit den Einwohnern der Stadt Mekka geschlossen, obwohl er diese hasste. Die Bewohner von Mekka wussten, dass sie schwach waren Mohammed gegenüber und sie ließen sich auf einen Friedensvertrag ein. 10 Jahre sollte dieser Frieden dauern, er dauerte viel länger, denn alle die gegen ihn waren, waren schon nach drei Jahren tot. Die Kehle durchgeschnitten oder vergiftet. Mohammed ist ein elender Mörder und Lügner gewesen. Er ist ein falscher Prophet und hat einen antichristlichen Geist vertreten. Wer meint, dass der christliche Gott und Allah irgendwas miteinander zu tun hatten…haben, ist im Irrtum.

Allah ist ein Gott des Krieges – Er ist der Teufel

Unser Gott ist ein Gott der Liebe. Aber der Gott Allah ist kein Gott der Liebe. Er ist ein Gott des Krieges. Das Symbol der Christen ist das Kreuz. Aus Liebe zu uns hat Jesus sich selbst geopfert. Betrachten Sie die moslemische Fahne. Die Fahnen sind grün. Und wenn ein Symbol drin ist, ist ein Schwert drin. Ein Schwert ist eine Waffe. Das Gegenteil von dem, was wir glauben. Und es steht wörtlich im Koran: Gott hat keinen Sohn. Das heißt die Moslems glauben an einen Gott, der keinen Sohn hat. Und selbst wenn ich sagen würde, Sie irren sich in manchen Fragen, aber an Gott glauben Sie. Die Aussagen, dass Gott keinen Sohn hat, zeigt, dass sie an einen anderen Gott glauben. Sie glauben an einen alt-orientalischen Götzen, der seit Jahrtausenden in Arabien verehrt wird.

Mission in Grün, den Farben des Islam - Vorspann zur Erweckung

Mission in Grün, den Farben des Islam – Vorspann zur Erweckung

Paulus schreibt im Korintherbrief: Was die Heiden opfern, opfern sie den Dämonen. Die heidnischen Götter sind Dämonen, Teufel. Demnach ist der Gott der Mohammedaner der Teufel. Auch wenn sie das so nicht in jeder Einzelheit erkennen, ist es doch der Teufel. Der Teufel kann sich in einen Engel des Lichtes verstellen, dann kann er sich schon lange als ein Gott verstellen. Denn er betrachtet sich ja als Gott dieser Welt. Im Islam ist ein antichristlicher Gott, der verehrt wird. Ich habe jetzt eine ganze Menge von Aussagen aus dem Koran, die das beweisen würden, die auch beweisen, dass der Islam eine kriegerische Sache ist, aber ich habe jetzt nicht die Zeit, die Stellen im einzelnen zu lesen. Aber man kann sie im Internet oder man kann sich, wenn man sich damit beschäftigt, sich im Einzelnen über die Sachen noch informieren.

Moslems haben sich gegenseitig immer abgemetzelt

220 Mal wird im Koran zum Kampf gegen die Nicht–Moslems aufgefordert. Und wenn Sie sich die Geschichte des Islams ansehen, dann sehen Sie noch etwas anderes. Sie haben sich gegenseitig auch immer abgemetzelt. Soweit einer eine eigene Meinung hatte, wurde er von den anderen getötet. Die Mehrheit der Moslems sind Sunniten. Ihr Führer war ein Kalif. Er ließ Ali, den Neffen Mohammeds, töten, weil dieser sich zum Führer des Islam machen wollte. Auf Ali gehen die Schiiten zurück. Eine lange blutige Geschichte bis heute von Mord und Totschlag in dieser angeblich friedlichen Religion. Aber weil der Teufel ein Menschenmörder von Anfang an ist, aus diesem Grund geht es dort so zu.“ (950)

* Veranstaltung / Vortrag vom 27. August 2006 in Ungarn.
Der Prediger bekleidet neben seinen Vorstandsposten in der UOKG und der VOS u.a. auch Funktionen in den Stiftungen „Berliner Mauer“ und „Gedenkstätte Hohenschönhausen“, beide mit Sitz in Berlin. Die Zwischenüberschriften hat die Redaktion eingefügt.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 13.01.2015/cw – Der Dachverband „Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft“ (UOKG) hat in einer Presseerklärung vom 8.01. den Terror-Anschlag in Paris verurteilt:

UOKG zum feigen Mordanschlag in Paris am 7.1.2015

Die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft verurteilen den feigen Mordanschlag islamischer Extremisten auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris auf das schärfste.

Der UOKG-Bundesvorsitzende Rainer Wagner* stellte dazu fest:

Tuch (Schwamm) drüber: "Das hat der bestimmt nicht so gemeint, das ist Religionsfreiheit."                               Frei nach Paul Weber "Das Leichentuch", 1942 - Collage: LyrAg 2013 - Nicht nur die Stiftung Aufarbeitung schweigt zu den skandalösen Thesen des Predigers ...

Tuch (Schwamm) drüber: „Das hat der bestimmt nicht so gemeint, das ist Religionsfreiheit.“
Frei nach Paul Weber „Das Leichentuch“, 1942 – Collage: LyrAg 2013
– Nicht nur die Stiftung Aufarbeitung schweigt zu den skandalösen Thesen des Predigers …

„Der islamistische Terror in Europa hat damit eine bislang nicht gekannte Dimension erreicht. Es ist eine Tat, die sich direkt gegen die Meinungsfreiheit, und damit gegen die Freiheit an sich wendet. Damit kehrt der totalitäre Ungeist nach Europa zurück, der das 20. Jahrhundert beherrschte.
Das werden wir nicht zulassen. Die Zivilgesellschaft muss sich mit allen Mittel gegen diese Form des Totalitarismus wenden. Bei all der Grausamkeit ist diese Bluttat nur die Spitze des Eisbergs weltweiter, islamistischer Barbarei. Die Taten des sogenannte Islamischen Staats, von Boko Haram oder Al-Kaida, sind Zeugnisse hiervon. Die Opfer des Terrors sind dabei meist nicht nur Angehörige anderer Religionen. Der Großteil der Opfer sind friedliche Muslime. Hierbei zeigt sich, wie pervers und unglaubwürdig die angebliche Vorhut des Islams ist.
Unsere Gedanken und unsere Solidarität sind bei den vielen unschuldigen Opfern dieses neuen Totalitarismus und deren Angehörigen.“

Quelle: http://www.uokg.de/cms/attachments/UOKG-PE_zum_Anschlag_in_Paris_am_7.1.2015.pdf

*Anmerkung (Redaktion HB): Der hier zitierte UOKG-Vorsitzende schreibt – von der Politik bisher ignoriert – in seiner Eigenschaft als Prediger der Stadtmission Neustadt u.a.:
Die Bibel zeigt, wer nicht zu Christus gehört, Namenschrist, Jude , Heide oder Atheist, ist ein Knecht Satans und niemals heilig.“ Wort zum Sonntag, Nov.2006

Über andere Religionen und den Islam schreibt Wagner, der die 2006 auf der Frankfurter Buchmesse eingeführte Bibelübersetzung „Bibel in gerechter Sprache“ als „gotteslästerlich“ und vom „Satan aufgebrachte Irrlehre“ bezeichnet:

Aber auch sonst ist unser Land von Aberglauben und Heidentum verseucht: Dazu kommt das öffentlich erkennbare Erstarken des Heidentums auch in unserer Region. In Lamprecht finden wir mittlerweile ein hinduistisches Heiligtum, in dem die indischen Dämonen – Götzen – verehrt werden. In Rhodt und anderen Orten kommen die Buddhisten zusammen. Eine Religion, deren Hauptmerkmal Geisterkult ist.

In Neustadt entsteht direkt am Ortseingang eine Moschee für den Götzen Allah und seinen falschen  Propheten Mohammed“ (Stadtmissionsbrief Nov.2011).

Zuvor hatte der Multifunktionär (UOKG, VOS, Stiftung Hohenschönhausen, Stiftung Berliner  Mauer u.a.) bereits verkündet: „Wer die Aussagen des Korans über Allah mit dem Gott der Bibel vergleicht erkennt, dass Allah nicht mit unserem Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, identisch ist. Allah ist ein (arabisch) heidnischer Götze. Götzen aber sind nicht real, sondern Phantasieprodukte. Es gibt den Allah des Islam nicht wirklich. Allerdings stehen hinter diesem als Phantasiegebilde die Mächte der Finsternis“ (Missionsbrief, 11.2006). – 925

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck – Berlin (Ausser der UOKG-PE)

Kommentar

von Bernd Stichler*

Berlin, 9.12.2014/bst – Pegida – dieses Wort schreckt gegenwärtig Politiker und Medien . Da kommen Erinnerungen an die Zeit des sich aktivierenden Widerstandes gegen die SED-Diktatur. Damals schreckte das Wort Demokratie die Machthaber der DDR. Sie glaubten aufgrund ihrer horrenden Borniertheit , die ständig wachsende Unzufriedenheit der Volksmassen einfach aussitzen zu können . Die Geschichte hat sie eines Besseren belehrt.

Nun bahnt sich in Deutschland wieder eine Protestbewegung an, wieder vom Volke ausgehend und ständig wachsend. Wurden die Volksmassen damals als Konterrevolutionäre verunglimpft, so geht man heute noch einen Schritt weiter und beschimpft Bürger, die nichts Anderes wollen als ihre verfassungsmäßigen Rechte wahrzunehmen, als NAZI`s.

Löst das Volk auf und wählt Euch ein neues

In der DDR war man rechtlos gegenüber dem Kommunismus und im heutigen Deutschland wird man zunehmend entrechtet dem Islam gegenüber. Aber die wachsenden Massenproteste wird man diesmal nicht mit Vopo und Stasi niederknüppeln können. Da bleibt unseren Volkszertretern eigentlich nur der klassische Ausweg: Sie lösen das Volk auf und wählen sich ein neues. (903)

* Bernd Stichler war bis 2007 Vorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) und war Verfolgter der zweiten Diktatur.

V.i.S.d.P.: Bernd Stichler, c/o Redaktion Hoheneck, Berlin

Von Henryk M. Broder

Schön, dass Muslime gegen den IS protestieren. Doch die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus ist oft spitzfindig. Es sind manchmal zwei Seiten einer Medaille
Liebe muslimische Mitbürger und Mitbürgerinnen, liebe Nachkommen des Propheten Mohammed, ich weiß nicht, ob das die richtige Anrede ist, sie hört sich etwas sperrig an. Ich würde gerne sagen: Liebe Muselmänner und Muselfrauen, aber das wäre, fürchte ich, politisch nicht korrekt. Und ich will niemand kränken. Zumal wir einiges gemeinsam haben.
Auch ich bin ein Bürger mit Migrationshintergrund. Ich war elf und sprach kein Wort Deutsch, als meine Eltern Polen verließen und über Wien nach Köln zogen. Ausgerechnet Köln. Allerdings, Kattowitz, wo wir herkamen, war noch hässlicher.

Wenn ich heute zurückblicke, kann ich nur sagen: Ich hatte eine beschissene Kindheit. Nicht wegen der „Willkommenskultur“ aus Kölsch und Karneval, sondern wegen meiner Eltern. Sie hatten die Nazi-Jahre überlebt, aber ihre Seelen waren auf der Strecke geblieben. Unser Zuhause war das Fegefeuer der Erinnerungen. Dennoch wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich in die Luft zu sprengen oder einer Terrorgruppe anzuschließen. Obwohl ich nur eines wollte: raus aus diesem Jammertal des ewigen Leidens. Sogar in Köln hatte das Leben einiges zu bieten. Maastricht lag um die Ecke, nach Amsterdam waren es nur drei Stunden. Ich sage das nur, um klarzustellen, dass ich nicht auf einer Segelyacht mit einer goldenen Visa-Karte in der Hand auf die Welt gekommen bin. So viel zu mir. Und nun zu Euch.
Ich fand es gut, dass Ihr vergangenen Freitag „ein Zeichen“ gesetzt und gegen Rassismus, Fanatismus und die Barbarei des Islamischen Staates demonstriert habt, der, wie alle Redner unisono versicherten, mit dem „wahren Islam“ nichts zu tun habe. Ihr habt Euch von den Verbrechen distanziert, die „im Namen des Islam“ begangen werden. Allerdings überkam mich dabei ein Déjà-vu. Wo hatte ich diese Formel schon mal gehört? Richtig! Bei den Feiern zur Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, bei den Gedenkfeiern zum Tag der Bücherverbrennung, an jedem 9. November, wenn der „Reichskristallnacht“ gedacht wurde, bei allen Staatsbesuchen deutscher Bundespräsidenten in Polen, Frankreich und Griechenland, wenn sie um Vergebung für die Verbrechen baten, die „im deutschen Namen“ begangen wurden.

Wie war es möglich, fragte ich mich jedes Mal, halb Europa zu verwüsten, Millionen von Menschen umzubringen und dabei die Taten von den Tätern zu separieren? Hatten die Deutschen irgendeinem Subunternehmer, irgendeiner GmbH eine Handlungsvollmacht gegeben, die Ostmark heim ins Reich zu holen, Polen zu überfallen, Rotterdam und Coventry plattzumachen, während sie selbst mit Kraft durch Freude auf Rügen und im Bayerischen Wald unterwegs waren?
Heute frage ich mich, wie kann man „im Namen des Islam“ Verbrechen begehen, die nichts mit dem Islam zu tun haben, die nicht auf den Islam zurückfallen? „Glauben Sie mir, die Terroristen sind keine Muslime“, sagte ein junger Mann am Rande einer der Kundgebungen vergangenen Freitag. Woher will er das wissen? Beten sie nicht fünf Mal am Tag? Verneigen sie sich nicht in Richtung Mekka? Essen sie vielleicht Schweinefleisch und spülen den üblen Nachgeschmack mit einer Flasche Jack Daniels runter? Und könnte es sein, dass die Kämpfer des IS sich für die „wahren Muslime“ halten und alle anderen, die nicht in der Lage sind, einem „Ungläubigen“ den Kopf abzuschlagen, für Weicheier, die dasselbe Schicksal verdienen? Hat irgendjemand einen Lackmustest oder eine Urinprobe entwickelt, um „wahre“ von „unwahren“ Muslimen zu unterscheiden?

Wenn der IS nicht islamisch ist, dann war die Inquisition nicht christlich. Dann ließ Tomás de Torquemada nur „im Namen des Christentums“ foltern, während die „wahren Christen“ sich schon auf den nächsten ökumenischen Kirchentag vorbereiteten. Und die Kreuzritter? Das waren die ersten Abenteuerurlauber. All inclusive, sozusagen.
Was mich noch mehr irritiert, liebe Verwandte, ist eine andere Formel, die in den letzten Tagen wie ein Mantra wiederholt wurde. „Der Islam ist perfekt. Nur manche Muslime sind es nicht.“ Ein Satz, der sich weise und konziliant anhört. Kein Mensch ist perfekt, jeder kann sich irren. Der Subtext freilich ist totalitär. So wenig, wie es einen perfekten Menschen geben kann, kann es auch kein perfektes System, keine perfekte Religion geben. Jeder Demokrat weiß, dass Demokratie kein finaler Zustand, sondern Work in Progress ist. Sie muss ständig nachgebessert werden. Es ist, als wollte man wissen, was einen hinter dem Horizont erwartet. Man kommt ihm näher, ohne ihn je zu erreichen.
Nur Anhänger totalitärer Systeme sind von ihrem Glauben so angetan, dass sie ihn für perfekt halten. Der Kommunismus war perfekt, der Nationalsozialismus ebenso. Kam es bei der Umsetzung in die Praxis zu Problemen, dann lag es nur an den Menschen, die der Aufgabe nicht gewachsen waren. In diese argumentativen Fußstapfen treten jetzt die Anhänger Mohammeds. Er war ein perfekter Mensch, der Islam ist perfekt, nur manche Muslime sind es nicht.

Mit so einer Zauberformel lässt sich jede Gräueltat auf „menschliches Versagen“ zurückführen und rechtfertigen. Zu diesem Zweck wurde die Unterscheidung zwischen dem Islam und dem Islamismus erfunden. Der Islam ist eine „Religion des Friedens“, das haben in den letzten Tagen Präsident Obama, Ministerpräsident Cameron und der deutsche Innenminister Thomas de Maizière ausdrücklich bestätigt.
Der Islamismus dagegen ist eine „menschenverachtende Ideologie“, deren Weg mit Leichen gepflastert ist. Und das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Außer, dass die Verbrechen, die „im Namen des Islam“ begangen, auf das Konto des Islamismus gebucht werden.
Ehrlich gesagt, mir ist das zu kompliziert. Ich blick da nicht durch. Vielleicht kann mir jemand helfen, ein wenig Klarheit herzustellen: Fallen die Anschläge vom 11. September in die Zuständigkeit des Islam oder des Islamismus? Das Aufhängen von Homosexuellen an Baukränen, das Steinigen von Ehebrecherinnen und das Abhacken von Händen und Füßen als Strafen bei Diebstahl – entspricht so etwas den Geboten des Islam oder der Praxis des Islamismus? Weisen die Anschläge von London, Madrid, Bali, Pune, Mumbai, Djerba, Ankara, Amman und Nairobi – nur um ein paar zu nennen – in die Richtung Islam oder Islamismus?

Wenn die Hamas ein Dutzend vermeintliche Verräter im Hof einer Gaza-Moschee standrechtlich erschießt – geschieht das im Einklang mit den Regeln des Islam oder nach dem Gusto der Islamisten? Wenn Millionen von Muslimen in der ganzen Welt gegen ein paar Mohammed-Karikaturen demonstrieren, die sie nur vom Hörensagen kennen, und wenn bei diesen Umzügen über 100 Menschen zu Tode kommen, muss man das unter Islam oder Islamismus verbuchen?
Und wenn in einer Berliner Moschee ein aus Dänemark zugeflogener Imam dazu aufruft, die „zionistischen Juden bis zum letzten zu jagen und zu töten“, artikuliert sich darin die Nächstenliebe des Islam oder vielmehr der raue Sound des Islamismus?

In jeder Religion gibt es Fanatiker, die ihren Glauben so ernst nehmen, dass Gott, wenn es ihn denn gibt, sich entsetzt abwenden würde. Bei den Protestanten war es der vor Kurzem verstorbene Ian Paisley, der alles tat, um eine Lösung des Nordirland-Konflikts zu verhindern. Bei den Katholiken ist es der britische Bischof Richard Williamson, ein ausgewiesener Antisemit und Holocaustleugner. Bei uns sind es die Irren von der Neturei Karta, die sich für die einzig „wahren“ Juden und den Holocaust für eine gerechte Strafe Gottes halten. Sie beten mehrmals täglich für die Ankunft des Messias und wünschen Israel den Untergang, lieber heute als morgen. In keiner anderen Religion freilich – es tut mir wirklich leid, es sagen zu müssen – sind die Ränge der Fanatiker so dicht besetzt wie bei Euch, liebe Nachbarn und Nachbarinnen im großen Haus des Monotheismus. Und das hat nichts damit zu tun, dass es weltweit etwa 14 Millionen Juden, 800 Millionen Protestanten, 1,2 Milliarden Katholiken und 1,5 Milliarden Muslime gibt.
Jeder praktizierende Christ, jeder gesetzestreue Jude ist natürlich davon überzeugt, dass seine Religion anderen Religionen überlegen ist. Das ist auch der Fall bei Anhängern säkularer Glaubensgemeinschaften, bei Vegetariern, Kernkraftgegnern und Predigern des Weltuntergangs infolge Klimawandels. Aber wie viele Christen und Juden versuchen, ihren Glauben heute noch mit Feuer und Schwert durchzusetzen? Wann hat zuletzt ein Jude oder ein Christ sich und andere in die Luft gesprengt, weil irgendein Ungläubiger Jesus oder Moses beleidigt hatte? Wann zuletzt, von Irland abgesehen, sind Katholiken und Protestanten aufeinander losgegangen, wie es Sunniten und Schiiten heute noch tun?

Kann schon sein, dass Islam und Islamismus – zu dem es inzwischen auch einen Komparativ gibt: den radikalen Islamismus – nicht ganz deckungsgleich sind. Aber der Übergang ist fließend. Gehören Hamas, die in Gaza das Sagen hat, und Hisbollah, die im Libanon an der Regierung beteiligt ist, zum Islam-Flügel der Umma, während Boko Haram, al-Qaida, al-Nusra, al-Schabaab, die Sauerland-Gruppe und die beiden nigerianischen Konvertiten, die am 22. Mai 2013 den britischen Soldaten Lee Rigby mitten im Londoner Stadtteil Woolwich buchstäblich zu Tode hackten, eher zum Islamismus neigen? Klar ist nur eines: Sie werden alle vom Islamischen Staat getoppt. Und es wird nicht ewig dauern, bis irgendeine noch radikalere Gruppe den IS toppen wird.
Ich sagte es bereits. Ich finde es gut, dass Ihr letzten Freitag „ein Zeichen“ gesetzt habt, gemeinsam mit dem deutschen Innenminister, dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, die zu Euch so gesprochen haben, wie man zu begriffsstutzigen Kindern spricht: ganz laaaangsaaaam und jedes einzelne Wort betonend.

Ihr seid allerdings erst auf die Straße gegangen, um gegen religiösen Fanatismus zu demonstrieren, nachdem zwei Amerikaner und ein Brite von einem IS-Killer enthauptet wurden. Das war natürlich eine Scheiß-PR, sowohl für den Islam wie für den Islamismus. Und es waren nicht die ersten Enthauptungen, die „im Namen des Islam“ vollzogen wurden. Daniel Pearl, ein jüdischer Journalist aus den USA, der für das „Wall Street Journal“ arbeitete, wurde im Januar 2002 auf die gleiche Weise vom Leben zum Tode befördert, in Karatschi; die Verantwortung für die Tat übernahm eine „Nationale Bewegung zur Wiederherstellung der pakistanischen Souveränität“.
Seitdem wurden immer wieder Ungläubige und Verräter geköpft, wie es zu Mohammeds Zeiten üblich war und in Saudi-Arabien noch immer Brauch ist. Vergangenen Freitag wurde der kopflose Körper eines Beduinen in der Nähe der Stadt Sheikh Zuweid im Norden der Sinaihalbinsel gefunden. Der Mann soll für Israel spioniert haben. Da er kein Amerikaner und kein Europäer war und da die „Hinrichtung“ nicht auf Video festgehalten wurde, hat sich die Tat auch nicht herumgesprochen.

Ich fürchte, Ihr werdet bald erneut losziehen und wieder „ein Zeichen“ setzen müssen. Für das „Heute-Journal“, für die „Tagesthemen“, für den Innenminister. Es sei denn, es fällt Euch was Besseres ein, um vor allem die jungen Menschen zu erreichen, die es in den Irak und nach Syrien zieht. Darunter auch minderjährige Mädchen, die einen „Märtyrer“ heiraten wollen. Wie wäre es mit einem Rockkonzert in der Moschee von Duisburg-Marxloh? Oder einem Dschihad für die freie Liebe?
Salam und Schalom allerseits.

Quelle: http://m.welt.de/print/die_welt/debatte/article132516186/Zeichen-setzen-reicht-nicht.html

V.i.S.d.P.: Henryk M. Broder, Berlin

 

Berlin, 7.09.2014/cw – Die Exil-Iraner, vertreten durch den NWRI (Nationaler Widerstandsrat Iran) demonstrierten erneut am gestrigen Samstag vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen das Mullah-Regime im Iran. Die Vereinigung 17. Juni wurde als befreundete Organisation auch diesmal gebeten, das Anliegen der iranischen Freunde mit einer Ansprache zu unterstützen. Durch akute gesundheitliche Probleme mußte der Vorsitzende seine Teilnahme kurzfristig absagen. Folgend der Text seiner vorgesehenen Ansprache:

„Liebe Freunde,

wieder einmal stehen wir fassungslos vor dem Geschehen im Irak. Der selbst ernannte Kalif Ibrahim führt eine Terrorgruppe an, die eine weitere Eskalation des Terrors mit Berufung auf den Islam darstellt.
Die Politik reagiert chaotisch. Man könnte meinen, es gäbe keine Außenministerien, keine Dienste mehr, die den Politikern vorzeitige Informationen liefern. Stimmt das? Ist es nicht vielmehr so, dass die Politik sich aussucht, wann sie etwas für wichtig hält, wann nicht?

Als in Camp Ashraf im Jahr 2009 ein Massaker an Exil-Iranern stattfand, hat es die Politik gestört? Als der mörderische Bürgerkrieg in Syrien ausbrach: Haben sich Politiker für einen Schrei nach Hilfe für die gepeinigten Bürger entschieden?

Jetzt sprechen sie sogar von Waffenlieferungen in den Irak, um den Terror-Milizen der Islam-Heuchler zu begegnen. Das ist ja nicht falsch, liebe Freunde. Aber warum erst jetzt diese notwendigen Reaktionen? Haben wir nicht schon bei der Machtergreifung im Iran durch Khomeini erkennen können, welche Bedrohung für die Menschheit durch diese religiösen Fanatiker entstanden ist?

Im Mittelalter, liebe Freunde, gab es die berüchtigte Inquisition. Angebliche und selbsternannte Christen-Fanatiker glaubten, aus einer religiösen Lehre der Liebe, der Vergebung und des Verzeihens den Hass auf und gegen Andersdenkende entwickeln zu dürfen. Unschuldige, oft Nichtwissende, wurden der Folter ausgeliefert, landeten auf den Scheiterhaufen der Christen.
Heute werden wieder Menschen angeblich im Namen Gottes gemordet, Frauen vergewaltigt, Kinder ihren oft gemordeten Eltern entrissen. Wir erleben die blutige Renaissance der Inquisition, diesmal unter dem behaupteten Diktat des Koran.
Und das nicht erst heute, liebe Freunde. Spätestens nach der Machtergreifung in Teheran durch Islam-Fanatiker hätte die Politik reagieren müssen. Stattdessen bejubelten Verblendete auch bei uns den Ayatollah im Iran als neuen Heilsbringer. Selbst der furchtbare Anschlag vom 11.September brachte nur einen von Drahtziehern herbeigesehnten Krieg im Irak hervor, ohne dass sich die Weltgemeinschaft zu einem gemeinsamen Handeln gegen diese Geißel des 21. Jahrhunderts verbündete.

Ihr, liebe Freunde, gehörtet und gehört zu den ernsten Warnern. Selbst meist dem wahren Impetus des Islam verpflichtet, habt Ihr Eure Stimme erhoben – und wurdet nicht gehört. Camp Ashraf und alles blutige Geschehen danach belegte Euren Kampf nicht nur für den legitimen Anspruch auf die Befreiung Eurer Heimat von den blutrünstigen Verfremdern des Koran. Mit Eurem Kampf deckt Ihr auch die wahren Hintergründe des Strebens machtbesessener religiöser Fanatiker auf.

Hier, an diesem Tor, trennte einst eine blutige Mauer nicht nur unsere Heimat, sondern Europa und die Welt. Schon damals setzten sich sogen. Friedensapostel mit der These durch, man solle doch diese Trennlinie endlich anerkennen. Dadurch würden wir den Erbauern dieses Mauer- und Stacheldrahtverhaus die Hand reichen und diese friedlich stimmen. Gott sei Dank gab es genug vernunftbegabte und kampfeswillige Menschen, die nicht aufgaben, die jedes Jahr lauter riefen: „Macht das Tor auf!“

In diesem Jahr begehen wir den 25. Jahrestag der Beseitigung dieses grässlichen Merkmales des Kalten Krieges. Und es ist gut so, wenn sich hier am Brandenburger Tor ungebeugte Menschen, wie Ihr es seid, treffen, um den unverbrüchlichen Glauben an die unteilbaren Menschenrechte, an das Recht auf Freiheit für jeden einzelnen Menschen und jede Nation nicht nur zu bekunden, sondern aktiv dafür einzutreten. Darum ist es wichtig, dass Ihr nicht aufgebt, dass Ihr Euch nicht dem religiös verbrämten Terror beugt und Euer Recht auf eine tolerante, dem Menschen verpflichtete Nation einfordert. Wo anders, als hier aus Berlin, hat diese Eure Forderung den besten Boden, um endlich gehört zu werden?

Wir brauchen den mutigen Kampf gegen die Terrorgruppen im Irak. Aber wir brauchen diesen Kampf auch in Syrien und anderswo, wo die Unfreiheit ihr freches Haupt erhebt und Menschen abschlachtet, die sich für die Menschenrechte und gegen jedweden religiösen und politischen Terror erheben. Hinter diesen Fanatikern des IS-Terrors stehen als Geburtshelfer die Mullahs in Eurer Heimat. Wenn wir diese gemeinsam besiegen, dann besiegen wir langfristig den religiös verbrämten Terror, wo immer er auftreten möge. Ob in Syrien, im Irak oder – seit Jahrzehnten – im Iran.

Wir, die Freiheitskämpfer in Deutschland, stehen in diesem Sinne ungebeugt an Eurer Seite. Unser gemeinsamer Gruß: Nächstes Jahr in Teheran!“(852)

V.i.S.d.P.: Vereinigung 17. Juni 1953 e.V., Carl-Wolfg. Holzapfel, Berlin,                           Tel.: 030-30207785

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