You are currently browsing the tag archive for the ‘Hungerstreik’ tag.

Berlin, 17.02.2016/cw – Er ist seit 2014 der „Mann vom Brandenburger Tor“; Ronald Wendling, ehemaliger politischer Gefangener in der DDR, u.a. in Cottbus. Wendling führt seit über einem Jahr kontinuierlich jeden Donnerstag der jeweiligen Woche vor der Russischen Botschaft (Unter den Linden) nahe dem Brandenburger Tor eine mehrstündige Mahnwache durch. Dabei halten ihn weder Hitze im Sommer, noch Schnee (oder Regen) im Winter ab. Denn nur durch Beständigkeit, Ausdauer und unerschütterliche Geduld lässt sich etwas ändern, sagt er.

Es geht um diese Frau, Nadiya Savchenko, Mitglied des ukrainischen Parlaments (Rada) sowie Mitglied der ukrainischen Delegation zur Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Die bislang einzige Jet-Pilotin der Ukraine wurde am 17. Juni 2014 durch vom Kreml unterstützte Kämpfer gefangen genommen und entführt. Sie befindet sich bereits seit Ende Juni 2014 in russischer, illegaler Gefangenschaft. Seit Monaten wird ihr ein sehr fragwürdiger Prozess gemacht. Zu diesem Zweck wurde kürzlich ihre Untersuchungshaft um weitere Monate (vorerst bis April 2016) verlängert.

Gegen die seit 17 Monate andauernde Haft, die nicht nur Ronald Wendling für Rechtsbeugung, also illegal hält, führt der über 50jährige seine Mahnwachen durch. Er weiß sich dabei in solidarischer Verbindung mit Aktionisten in diversen Ländern, z.B. USA, Großbritanien, Frankreich, natürlich der Ukraine aber auch Russland, die ebenfalls diverse Aktionen für die unverzügliche Freilassung von Nadiya Savchenko durchführen. Die Ukrainerin befindet sich zudem aktuell in einem zweiten Hungerstreik, der bereits seit über zwei Monaten anhält. Ihre Freunde in aller Welt, besonders die Mutter und Schwester,  machen sich nun ernsthafte Sorgen um die Gesundheit und das Leben der jungen Frau.

Am morgigen Donnerstag, 18.Februar, werden in aller Welt Solidaritäts-Hungerstreiks für Savchenko durchgeführt. Auch Ronald Wendling wird sich einen Tag lang in Berlin vor der besagten Russischen Botschaft diesem Hungerstreik anschließen. Von 13:00 – 19:00 Uhr wir er überdies mit Freunden die Mahnwache vor der Botschaft durchführen.

Es geht ihm dabei auch um die vielen anderen Ukrainer die nach Russland verschleppt wurden, um Sentsov, Kolchenko, Dzemelev, Karpyuk, Afanasyef, Shur, Lytvinov, Chyrniy und viele andere. Savchenko ist der bekannteste Fall politisch motivierter Verfolgung, „daher wird hier symbolisch für alle Betroffenen um ihre Freiheit gekämpft,“ sagt Wendling. Es geht ihm aber auch um den Protest gegen den aus der Aktualität nahezu verschwundenen Krieg, den Putin gegen die Ukraine führt.

Bekommt er Unterstützung vom Menschenrechtszentrum Cottbus, deren aktives Mitglied er seit Jahren ist? Unterstützt ihn die Ukrainerin Alexandra Hildebrandt, die über einige Ressourcen als Direktorin des von ihrem verstorbenen Mann Rainer Hildebrand gegründeten Museums „Haus am Checkpoint Charlie“ verfügt? Roland Wendling zögert mit der Antwort, ringt um Worte: „Wir können Niemanden zur Solidarität zwingen, das ist immer freiwillig. Aber natürlich würde man sich über jedwede Unterstützung freuen, die es leichter macht, dem Protest Ausdruck zu verleihen.“ Immerhin war schon die Mutter von Nadiya Savchenko auf einer seiner Mahnwachen. Auch der Botschafter der Ukraine hat sich sehen lassen.

Wendling hat neben der Anfertigung unzähliger Plakate einen symbolischen Käfig gebaut und Fahnen Russlands und der Ukraine gekauft. Natürlich kostet das alles Geld: „Das geht oft an die eigene schmale finanzielle Substanz.“ Aber: „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wenn ich nicht an das letztlich Gute im Menschen glauben würde, hätte ich wohl wenig Kraft, diesen Protest durchzustehen,“ sagt er. Dann fertigt er weiter Transparente für den morgigen Tag (1.077).

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

"Hier wurde symbolisch Geschichte beerdigt." Am ersten  Tag des Hunger-Protestes von Rosen zugdeckt. Foto: LyrAg

„Hier wurde symbolisch Geschichte beerdigt.“ Am ersten Tag des Hunger-Protestes 2005 von Rosen zugdeckt: C.W. Holzapfel.
Foto: LyrAg

Berlin, 15.06.2013/cw – „24 Jahre nach der Maueröffnung geht für mich ein Traum  in Erfüllung,“ sagt der fast siebzigjährige Berliner C.W. Holzapfel zur bevorstehenden Platzbenennung vor dem einstigen Haus der Ministerien in der Leipziger-/Ecke Wilhelmstraße. Er hat es nie begreifen können, dass das Gedenken an den Volksaufstand nach so langer Zeit noch immer im ehemaligen  West-Berlin angesiedelt war. Darum forderte er hartnäckig die „Rückkehr des Gedenken an den Ursprungsort.“

MdB Roland Gewalt und Frank Henkel unterstützten den Protest vor Ort, hier am 9. Tag. Foto: LyrAg

MdB Roland Gewalt und Frank Henkel unterstützten den Protest vor Ort, hier am 9. Tag.
Foto: LyrAg

Am Sonntag, den 16. Juni ist es soweit. In Anwesenheit des Bundesfinanzministers Dr. Wolfgang Schäuble wird der Platz vor dem Ministerium in „Platz des Volksaufstandes von 1953“ umbenannt. Vor acht Jahren hatte der Rentner spontan einen Hungerstreik vor dem Ministerium begonnen, als die dort jahrelang platzierten Fototafeln „unter fadenscheiniger Begründung“ abgenommen wurden. Der Hungerstreik dauerte neun Tage. Schon am zweiten Tag forderte der Vorsitzende der Vereinigung 17. Juni „gleichsam als Ausgleich für die entfernte Erinnerung einen „Platz des 17. Juni 1953“.

Seither hielt er jahrelang mit seinen Freunden zur jährlichen Kranzniederlegung am dortigen Denkmal den Politikern ein Transparent entgegen, auf dem die Platzbenennung gefordert wurde.

2012 unterstützten Klaus Wowereit und Frank Henkel gemeinsam die Forderung. Foto: LyrAg

2012 unterstützten Klaus Wowereit (2.v.r.) und Frank Henkel (4.v.r.) gemeinsam die Forderung.
Foto: LyrAg

Im letzten Jahr stellten sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und  der Bürgermeister und Innensenator Frank Henkel (CDU) ostentativ vor das Transparent. Holzapfel empfand dies „als ein gutes Zeichen.“ Er sollte recht behalten. Acht Jahre nach seinem kräftezehrenden Hungerstreik und „vielen vielen Gesprächen und Briefen“ wird die Forderung zum  60.Jahrestag des Volksaufstandes umgesetzt. Auch die VOS und die UOKG hatten sich in den letzten Jahren hinter die Forderung der Vereinigung 17. Juni gestellt.

Holzapfel 2005 nach dem 9. Tag mit einem Schild: "Platz des 17. Juni 1953". Foto: LyrAg

Holzapfel 2005 nach dem 9. Tag mit einem Schild:
„Platz des 17. Juni 1953“.
Foto: LyrAg

Bisher vergebliche Forderung in Strausberg bei Berlin. Foto: LyrAg

Bisher vergebliche Forderung in Strausberg bei Berlin.
Foto: LyrAg

      

                           

Am 16. Juni wird das neue Straßenschild enthüllt: "Platz des Volksaufstandes von 1953". Foto: LyrAg

Am 16. Juni wird das neue Straßenschild enthüllt: „Platz des Volksaufstandes von 1953“. Foto: LyrAg

Siehe auch:

http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/17–juni-der-mann–der-in-berlin-einen-platz-des-volksaufstandes-erkaempfte-,7169128,23323964.html

V.i.S.d.P.:Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Israelische Behörden halten Zusage ihrer

Berliner Botschaft nicht ein

Berlin/Jerusalem, 20.10.2010/cw – Die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich nun  zu bestätigen. Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer gestrigen Ausgabe (http://sueddeutsche.de/politik/einreisepolitik-in-israel-reise-nach-jerusalem-1.1013346)

meldet, weigern sich die zuständigen Behörden in Jerusalem, die zugesagten Eintragungen in die Ausweispapiere des Palästinensers Firas Maraghy vorzunehmen. Sie torpedieren damit öffentlich die Zusagen, die Maraghy durch die israelische Botschaft in Berlin gemacht wurden.

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse (SPD), hatte sich persönlich für den seinerzeitigen vor der Botschaft hungerstreikenden Maraghy eingesetzt und mit der Botschaft eigens verhandelt. Nicht zuletzt waren diese Vermittlungsbemühungen  ausschlaggebend für den Abbruch des Hunger-Protestes nach 42 Tagen.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Rupert Polenz (CDU), hatte den in Berlin mit der Deutschen Wiebke Diehl verheirateten Bürger Ost-Jerusalems eigens in den Nahen Osten begleitet. Wie sich jetzt herausstellte: vergeblich.

Beobachter sprechen  von einem beispiellosen Affront der deutschen  Parlamentarier durch die israelischen Behörden. Auch die Vereinigung 17. Juni, die sich ebenfalls für das Anliegen der Familie eingesetzt hatte, ist „empört und tief beunruhigt über den Umgang gegenüber einem Menschen, der zu Recht seit Generationen Heimatrecht in Jerusalem beansprucht und nun die Eintragung seiner Ehefrau und seiner Tochter in die Ausweispapiere beantragt hat“, heißt es in einer Protest-Erklärung des Vereins. Außerdem sei „der Umgang mit Repräsentanten eines Staates, der zu den treuesten Fürsprechern und Bündnispartnern Israels zähle, völlig indiskutabel. Hier ist der Vizepräsident des Deutschen  Parlamentes offenbar dreist angelogen und der Vorsitzende des Auswärtigen  Ausschusses ohne jede diplomatische Rücksichtnahme von untergeordneten Beamten des Staates Israel öffentlich vorgeführt worden,“ kritisiert die Vereinigung.

Die Vertröstung Rupert Polenz´ auf den Januar nächsten Jahres, in dem deutsch-israelische Gespräche in Berlin stattfinden sollen, mag gutwillig sein, drückt aber dennoch die Hilflosigkeit der deutschen  Seite aus, das berechtigte Anliegen  der Familie Maraghy-Diehl glaubhaft und nachdrücklich zu vertreten. Freunde und Unterstützer der Familie hingegen befürchten die psychischen  Auswirkungen  auf Firas Maraghy, der durch seinen  langen Hungerstreik noch immer sehr geschwächt sei. Nur unter dem Eindruck der Vermittlungsbemühungen durch die Politiker Wolfgang Thierse und Rupert Polenz wie die Zusagen der Israelischen Botschaft haben  Maraghys Freunde diesen überzeugen können, seinen Hungerstreik im Vertrauen auf die gemachten Zusagen zu beenden. „Firas Maraghy wurde getäuscht, Wolfgang Thierse und Rupert Polenz wurden getäuscht. Auch die Freunde und Unterstützer wurden getäuscht.“ Dies sei „ein erbärmlicher Vorgang, der wohlmöglich bittere Folgen nach sich ziehen  könne!“

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.v., Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Israel sagt Palästinenser Aufenthaltsrecht für Familie zu

Berlin, 8.10.2010/cw – In einer gestern von seiner deutschen  Ehefrau Wiebke Diehl verbreiteten Presserklärung teilte der Palästinenser Firas Maraghy seinen kurzfristig anberaumten Flug nach Jerusalem mit. Maraghy hatte nach vergeblichen Bemühungen um die Eintragung seiner Tochter in seine Ausweispapiere und die Verlängerung seiner Aufenthalts-berechtigung in der Stadt seiner Väter und Vorväter vor der israelischen Botschaft in  Berlin einen unbefristeten Hungerstreik begonnen. Auch die Eintragung seiner Ehe war verweigert worden. Zahlreiche Berliner, unter ihnen auch Palästinenser, Israelis und deutsche  Juden, unterstützten das Anliegen. Nachdem sich der Vorsitzende des Auswärtige  Ausschusses im Deutschen Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU) und Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) in die Bemühungen um eine Lösung des Problems eingeschaltet hatten, unterbrach Maraghy seinen Hungerstreik nach 41 Tagen.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse im Gespräch mit Maraghy

Wolfgang Thierse hatte zuvor den Hungerstreikenden vor Ort besucht und hatte in der Botschaft vorgesprochen. Ruprecht Polenz wird Maraghy auf seiner Reise nach Israel begleiten.

Freunden gegenüber ließ Maraghy  verlauten, sein Hungerstreik sei erst endgültig beendet, wenn er die für ihn unerlässlichen  Eintragungen in seinen  Papieren habe, ansonsten werde er nicht zögern, den Hungerstreik in Berlin fortzusetzen. Nach mehreren Wochen  Aufenthalt in einem Krankenhaus ist dieses Vorhaben nicht unproblematisch für Maraghys Gesundheit.

Freunde unterstützten mit einem kurzfristigen Hungerstreik das Anliegen

Indes hofft nicht nur er sondern auch seine Familie und die vielen Freunde auf ein erfolgreiches Ergebnis seiner Reise nach Jerusalem. Diese ist allerdings für die junge Familie auch eine große finanzielle Belastung. Aus diesem Grund hat die Vereinigung 17. Juni, die Maraghys Hungerstreik moralisch unterstützt hatte, zu Spenden aufgerufen: Diese werden unter dem

Kennwort „Jerusalem“

auf das

Konto 632902

BLZ 700 916 00

Landsberg-Ammerseebank

erbeten. Die Spenden sind steuerlich begünstigt und abzugsfähig. Über das Ergebnis und die Verwendung wird nach Abschluss an dieser Stelle berichtet.

Um sie geht es: Wiebke Diehl-Maraghy mit Tochter vor der israelischen Botschaft

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Tel.: 030-30207785 – holzapfellyrag@aol.com

Fotos: LyrAg (c) 2010

Juni 2021
M D M D F S S
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930  

Blog Stats

  • 749.707 hits

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 128 anderen Followern an