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Berlin, 22.02.2015/cw – „Allah ist ein (arabisch) heidnischer Götze. Götzen aber sind nicht real, sondern Phantasieprodukte. Es gibt den Allah des Islams nicht wirklich (1.Kor. 8,4). Allerdings stehen hinter diesem Phantasiegebilde die Mächte der Finsternis (1.Kor. 10,20). Die Bibel zeigt, wer nicht zu Jesus gehört, Namenschrist, Jude, Heide oder Atheist, ist ein Knecht Satans (Eph.2,2) und niemals heilig (2.Kor 6,14).“
Rainer Wagner, Stadtmissionsbrief, Stadtmission Neustadt a.d. Weinstraße, 2006

Aber auch sonst ist unser Land von Aberglauben und Heidentum verseucht. Dazu kommt das öffentlich erkennbare Erstarken des Heidentums auch in unserer Region. In Lambrecht finden wir mittlerweile ein hinduistisches Heiligtum, in dem die indischen Dämonen – Götzen – verehrt werden. In Rhodt und anderen Orten kommen die Buddhisten zusammen. Eine Religion deren Hauptmerkmal Geisterkult ist. In Neustadt entsteht direkt am Ortseingang eine Moschee für den Götzen Allah und seinen falschen Propheten Mohammed. …
Dazu kommt die innere Gottlosigkeit in unserem Volk. Während das deutsche Volk langsam vergreist, werden Jahr für Jahr hunderttausende ungeborenen Kinder in den Krankenhäuser getötet. Unzucht, Unehrlichkeit und Geldgier beherrschen nicht nur die Programme der Fernsehsender, sondern sind überall gegenwärtig.
Rainer Wagner, Stadtmissionsbrief, Stadtmission Neustadt a.d. Weinstraße, 2011

Diese Äußerungen ließen sich beliebig fortsetzen. Ob mit Texten aus Hass-Predigten gegen den Islam (z.B. in Ungarn), ob schriftliche Ergüsse über die Sünden der Evangelischen Kirchleitung, die z.B. die Homosexualität zulasse. Wir werden die Texte nach und nach publizieren.

VOS-Chef Rainer Wagner im Frühjahr 2014 in Friedrichroda - Foto: LyrAg

VOS-Chef Rainer Wagner im Frühjahr 2014 in Friedrichroda –
Foto: LyrAg

Nicht nur wir haben in diesen Äußerungen eine Unvereinbarkeit mit den „weltlichen“ Funktionen des Predigers aus Neustadt gesehen. Die Vereinigung 17. Juni hat nicht zuletzt aus diesem Grunde den Werbungen des UOKG-Vorsitzenden, wieder in den Dachverband „als ein wichtiger Verein“ (Wagner) zurückzukehren, widerstanden. Der Verein wollte diese Äußerungen  nicht mit einem Beitritt „absegnen.“ Dabei war und ist uns als Redaktion bewußt, dass Rainer Wagner mit seinen öffentlich vorgetragenen Bekenntnissen durchaus auf Sympathien in sogen. „rechten“ und konservativen Kreisen stieß und stößt (entsprechende Medien eingeschlossen).

Dennoch bemühte sich die Vereinigung seit mehreren Jahren intensiv darum, Rainer Wagner zu einer „klärenden“ Erläuterung seiner umstrittenen Thesen zu bewegen. Der Vorstand legte ihm mehrfach nahe, eine nachvollziehbare Trennung zwischen religiöser Überzeugung und seinen Pflichten als Repräsentant verfolgter Diktatur-Opfer zu ziehen.

Anfang Februar d.J. wurde uns nun eine „Erklärung“ übermittelt, die uns buchstäblich auf dem falschen Fuß erwischte. In dieser Erklärung war von Irritationen über „Wortwahl und Formulierungen“ die Rede. Ohne von den religiösen Überzeugungen abrücken zu wollen, bestehe Verständnis dafür, wenn diese „religiös motivierten Aussagen… teilweise auf Unverständnis gestoßen (sind) oder offenbare Missverständnisse“ ausgelöst haben.

Auf dem berühmten „falschen Fuß“ erwischte uns in der Redaktion diese Erklärung deshalb, weil wir eigentlich jede Hoffnung auf eine Erledigung dieser uns alle belastenden Debatte aufgegeben hatten. Wir hielten Rainer Wagner inzwischen für einen Überzeugungstäter, der seine fundamentalistischen Credos für absolut(istisch) wichtiger hielt, als seine vielfachen weltlichen Verpflichtungen.

Nun lag uns also eine Erklärung vor, die das Gegenteil zu belegen, Rainer Wagner als einen Menschen zu zeichnen schien, der nach wie vor zu seinen tiefen religiös orientierten Überzeugungen steht, aber für die Erwartung einer „Sensibilität gegenüber den historischen Abläufen“ von „in der Verkündung des christliche Wortes stehenden Menschen“ Verständnis zeige. In dieser Erklärung wurde abschließend die Bemühung betont, „die berechtigten Interessen der …in nichtreligiösen Verbänden vertretenen Menschen besonders … sensibel zu berücksichtigen.“

Bitte um Autorisierung

Hetze gegen Homosexuelle - Wagner mit Klaus Wowereit - Ist das gut so? - Foto: LyrAg

Hetze gegen Homosexuelle –
Wagner mit Klaus Wowereit – Ist das gut so? – Foto: LyrAg

Die übermittelte Erklärung vom 7. Februar 2015 sollte zwar lt. Vermerk in Davos (Schweiz) formuliert worden sein, war allerdings nicht unterzeichnet, für uns also in dieser Form nicht für eine Veröffentlichung verwertbar. Auf der anderen Seite erkannten wir das mögliche Potential, eine unsägliche Debatte, die durch die jüngsten aktuellen Ereignisse in Frankreich (Paris) und Deutschland (Bremen, Leipzig, Dresden) potenziert worden war und durch die wir die Interessen der Opfer und Verfolgten schwer beschädigt sahen, auf seriöse Art beenden zu können. Außerdem erschien uns eine Authentizität möglich, nachdem der Vorsitzende der Vereinigung 17. Juni Wochen zuvor ein intensives und vertrauliches Gespräch zu diesem Thema mit einem UOKG-Vertreter geführt hatte.

Im Ergebnis dieser sehr intensiv geführten Diskussion um das Papier beschloss die Redaktion, den übermittelten und zur Veröffentlichung anstehenden Text an Rainer Wagner zu übersenden: Per Mail (2fach) und per Post an das recherchierte Kurzentrum in der Schweiz (jeweils am 9.02.). Wir hielten es für richtig, Wagner neben dem übermittelten Text auch unseren beabsichtigten „Kommentar“ zu dem Vorgang zur Kenntnis zu geben und baten ihn, „etwaige Korrekturen bis 14.02., gerne auch unter redaktion.hoheneck@gmail.com“ anzumelden, ansonsten würde die Redaktion „den Text wie übermittelt“ veröffentlichen.

Bis zum 15.02. erhielten wir keinerlei Stellungnahmen, Änderungs- oder gar Untersagungswünsche, weder telefonisch, per Mail oder auf dem Postweg. Erleichtert konnten wir so von der Authenzität der übermittelten Erklärung ausgehen und veröffentlichten diese in der Ausgabe des Hohenecker Bote(n) vom 15.02. (Nr.038). Das Echo war durchweg und auch für uns überraschend positiv.

Abmahnung und Unterlassung

Am 18.02. erhielten wir allerdings mit einfacher Post (vom 16.02.) über den juristischen Vertreter der UOKG eine Abmahnung. In dieser wurden wir zu unserer Verblüffung zum Widerruf unserer Veröffentlichung unter Fristsetzung „18.02., 11:00 Uhr“ aufgefordert.

Da wir für eine zustehende Überprüfung der Gründe für diese Abmahnung eine angemessene Frist benötigten, zumal die „Abmahnung“  tatsächlich falsche Angaben beinhaltete, sagten wir taggleich dem bevollmächtigten Vertreter Florian Kresse per Mail (Kopie an Rainer Wagner) und per Briefpost unverzüglich eine Überprüfung zu und baten zu diesem Zweck um die Einräumung einer (üblichen) Frist bis zum 23.02.. Unabhängig vom Ausgang unserer Überprüfung einer möglichen Berechtigung des Vortrages ständen wir seiten der Redaktion auch jederzeit für ein klärendes Gespräch zur Verfügung.

Am 20.02. wurde uns per Gerichtsvollzieher eine erwirkte Unterlassung gegen den fraglichen Beitrag zugestellt; wir haben diese am 21.02. bei der Briefkastenleerung vorgefunden. Wir leben in einem Rechtsstaat, daher war für uns die entsprechende Änderung des fraglichen Beitrages unabhängig von der angestrebten rechtlichen Klärung Pflicht. Auch wenn wir das Vorgehen Rainer Wagners ausdrücklich bedauern. Andererseits sehen wir in dem Vorgehen Wagners eine pointierte und bisher nicht so deutlich ausgesprochene Bekräftigung seiner von uns zu Recht kritisierten Äußerungen gegenüber anderen Religionen: Hier stehe ich! Ich kann nicht anders!

Kommentar

Von Carl-Wolfgang Holzapfel

Respekt hatten wir bekundet für eine „Befreiende Erklärung“, die Rainer Wagner nicht abgegeben hat (Unterlassung vom 19.02.2015, LG Berlin, 27 0 97/15). Wir müssen das aus rechtlichen Gründen akzeptieren. Allerdings werden  gegen diese Unterlassung formal vorgehen, denn sie war völlig überflüssig. Hätte uns Rainer Wagner die jetzt dem Gericht präsentierte Untersagung (10.02.) auf direktem Weg zukommen lassen, hätten wir diese Erklärung (und den Kommentar) selbstverständlich niemals veröffentlicht.

Nun steht ein schlimmer Verdacht im Raum: Hat Rainer Wagner und sein juristischer Adlatus in der UOKG, Florian Kresse, diese Untersagung mit Bedacht an eine Mail-Adresse gesandt, die seit über drei Jahren  nach einer Hacker-Attacke nicht mehr zur Verfügung stand? Warum haben sich Wagner oder/und Kresse in der Antwort auf unsere Anfrage vom 9.02. nicht der Absender-Mail bedient: redaktion.hoheneck@gmail.com? Wollten Sie eine Veröffentlichung gar nicht verhindern, der Redaktion vielleicht eine (rechtliche) Falle stellen?

Rainer Wagner steht also zu seinen Äußerungen, die nun einmal als hässliche Hetze gegen andere Religionen verstanden werden können. Anerkennung? Nein. Denn wir glauben nach wie vor, dass diese Äußerungen nicht geeignet sind, Toleranz und Verständnis zwischen den Religionen und den sie tragenden Menschen zu fördern. Im Gegenteil. Diese Äußerungen fördern Extremismus, Hass und Gewalt gegen andere Überzeugungen. Sie stehen damit im deutlichen Gegensatz zu den Interessen einstiger Verfolgter und Opfer von Unrechtssystemen, für die Rainer Wagner kraft Amtes – leider – auch (noch) spricht. (949)

Siehe auch:

https://17juni1953.wordpress.com/2015/02/15/rainer-wagner-befreiende-erklarung/

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 24.09.2012/cw – Seit der Veröffentlichung über die Äußerungen des evangelikalen Predigers Rainer Wagner treffen unterschiedliche Meinungen aufeinander. Wir geben nachfolgend zwei Meinungen als PRO und CONTRA zur Kenntnis. Wir wollten und wir wollen keine Reduzierung auf einen bestimmten Menschen. Wir wollen eine inhaltliche Diskussion befördern, an deren Ende sich dann im Ergebnis die eine oder andere Entscheidung und Konsequenz ergeben kann, sich für den einen oder anderen nicht unbedingt ergeben muß.

PRO

Rainer W. hat sich geäußert, als Prediger einer bestimmten kirchlichen  Ausrichtung in der weiten  und großen Evangelischen Kirche. Über die Inhalte muss sich die Kirche unterhalten, wenn sie es denn will. Solange Rainer W. als Prediger aus der Bibel zitiert, verlässt er nicht sein religiöses Tableau, kann er seinen Gläubigen  gegenüber Juden und Andere, die nicht auf der Seite Jesu stehen, als Knechte Satans bezeichnen. Satan spielt in den Überlieferungen sowohl des Alten wie des Neuen Testamentes eine wichtige Rolle, lässt seither Gläubige zwischen GUT und BÖSE unterscheiden. Auch die Bezeichnung Allahs als erfundenen Gott lässt folgerichtig seinen  Propheten  Mohammed als falsch erscheinen. Wo liegt hier das Problem?

Die Äußerungen  eines Predigers zu anderen Glaubensrichtungen, wie Buddhismus oder Hinduismus entspringen  der Konsequenz seiner religiösen Überzeugung; darf man die nicht mehr artikulieren? Auch seine Äußerungen zur Homosexualität bezieht Rainer W. auf Texte im Buch der Bücher, wie die Bibel auch bezeichnet wird. Rainer W. lebt seinem Glauben in einer Zeit, die zunehmend glaubenslos geworden ist. Ist diese Lebenseinstellung grundsätzlich schlecht, nur weil sie nicht in unsere reale Landschaft einzufügen ist (was auch noch zu beweisen wäre)?

Nun  ist Rainer W. auch Präsident oder Vorsitzender eines Dachverbandes von Opfern der Diktaturen. Darf er trotzdem seine religiöse Überzeugung von sich geben oder muß er sich einem Mainstream anpassen, einer political correctnis beugen? Werden hier nicht Äpfel mit Birnen verglichen? Warum soll ein Prediger kein politisches Amt ausüben dürfen, ohne seine Überzeugungen über Bord werfen zu müssen? Solange der Dachverbandsvorsitzende oder Präsident nicht die Juden diskriminiert oder andere Religionen verächtlich macht, also unverantwortlich politisiert, kann er in seinem Kirchenzimmer seinen Überzeugungen nachkommen und meinethalben auch seine Exerzitien zu Papier bringen. Das geht uns, die wir außerhalb dieser religiösen Denkvorstellungen leben, rein  gar nichts an.

 Herbert Klein

 

CONTRA

Es geht uns sehr wohl etwas an, ob in  diesem Land anno 2012 ein  Prediger, Politiker oder auch Extremist Juden (und Andere) als Knechte Satans bezeichnen kann und darf. Über alle Freiheiten der Meinungen hinweg dürfen in unserem Land bestimmte Äußerungen nicht mehr formuliert werden, weil sie sich von selbst verbieten. Die Leugnung von NS-Verbrechen verbietet sich ebenso, wie jegliche Hetze gegen andere Rassen, Religionen oder Andersdenkende. Wir können nicht Hass-Prediger aus den Reihen radikaler Islamisten verurteilen und gleichzeitig Hass-Prediger aus unseren Reihen auf deren religiöse Überzeugungen reduzieren. Glaubwürdigkeit sieht anders aus.

Die Mehrheit der Geistlichen (in der Evangelischen Kirche) hat unveräußerliche Grundsätze nicht nur akzeptiert sondern verinnerlicht. Dazu gehört das Eingeständnis, durch exzessive Bibelauslegung den Boden für den verheerenden Antisemitismus vorbereitet, zumindest mitbereitet zu haben. In diesem Sinne verbreitete sich noch unsere geliebte Großmutter nach dem Desaster, also nach 1945, uns – ihren  Enkeln- gegenüber, das mit den Juden konnte nur geschehen, weil diese „unseren Herrn Jesus ermordet haben.“

Gott sei Dank sind diese Formen der Exegese aus den meisten Gottesdiensten verschwunden, bekennen sich Pfarrer und Bischöfe einhellig auch in ihren religiösen Verkündigungen zu den Grundwerten  unserer Verfassung: Die Würde des Menschen  ist unantastbar. In diesem Sinne verbreiten sie ökumenisch die notwendige Toleranz gegenüber anderen Religionen und Denkrichtungen.

Dagegen gibt es an den Kirchen-Rändern Widerstand, der sich wesentlich durch die wörtliche  Wiedergabe von Bibeltexten artikuliert und tolerante, der Zeit angemessene Auslegungen als Teufelswerk, weil von der vorgegebenen Linie des HERRN abweichend, verurteilt. Rainer W. hat sich dieser Linie angeschlossen.

Wenn  sich Rainer W. auf die Position zurückziehen  würde, ihm  wäre egal, was die RECHTE am Sonntag tut und die LINKE am weltlichen  Werktag, dann  stimmt entweder seine Überzeugung oder sein Weltbild nicht. Als verantwortlicher Sprecher eines Dachverbandes mit – nach eigenen Angaben – über zwei Millionen Mitgliedern kann er in unserem Land nicht mehr Juden (oder Andere) als Knechte Satans bezeichnen, kann er nicht Öl ins Feuer gießen und Allah als erfunden und Mohammed als dessen falschen Propheten bezeichnen. Weder als evangelikaler, sektirischer oder wie immer gearteter Christ noch als politischer Funktionär.

Das ist „Hetz-Predigt“, wie es der Jugendpfarrer aus Gera treffend bezeichnet. Mit seinem Amt, mit den Überzeugungen  des von ihm repräsentierten  Verbandes, ist das unvereinbar.

Wenn Rainer W. seinen Überzeugungen weiter leben  will, dann sollte er sich von seinem  politischen Amt zurückziehen. Und das unabhängig davon, wie die Evangelische Kirche oder deren Zusammenschlüsse innerkirchlich seine in diversen Gemeindebriefen und Publikationen  verbreiteten  Überzeugungen  werten.

Friedrich Muehlenhaupt

V.i.S.d.P.: Redaktion Hohenecker Bote., Berlin, Tel.: 030-30207785

Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

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Nr.010                            Förderverein – Info                   15. September 2012

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Frauen von Hoheneck beantragen außerordentliche Mitgliederversammlung

Hoheneck, 10.09.2012/ts – Nach letzten Informationen, die der Redaktion vorliegen, haben über zwanzig Prozent der Mitglieder des „Frauenkreises der ehem. Hoheneckerinnen e.V.“ eine nach § 9 der Satzung mögliche „außerordentliche Mitgliederversammlung“ beantragt. Nachdem die durch den Austritt von Inge Naumann  amtierende Vereinsvorsitzende Anita Goßler den Antrag trotz Konformität zur Satzung abgelehnt hatte, haben die Initiatorinnen beim zuständigen Amtsgericht in Darmstadt nach § 37 BGB die ersatzweise Anordnung beantragt. Mit einem Entscheid wird Mitte September gerechnet. Danach müssen die Antragsteller unter Verweis auf die gerichtliche Anordnung innerhalb von vierzehn Tagen nach Zustellung eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen.

Die Antragstellerinnen haben dem Antrag eine Tagesordnung beigefügt, die u.a. die Wahl eines kompletten Vorstandes vorsieht. Nach der letzten Wahl im Mai diesen Jahres war es zu erheblichen vereinsinternen Auseinandersetzungen gekommen und das Wahlergebnis angezweifelt worden. Im  Gefolge des Streites hatte die bisherige Vorsitzende den Verein verlassen. Durch diese Disharmonien kam die Vereinsarbeit nahezu zum  Erliegen, zumal der (neue) Vorstand nicht vollständig gewählt werden konnte.

Regina Labahn, die im Auftrag der Frauen den Antrag in Darmstadt eingereicht hatte, erklärt dazu: „Wir wollen in dieser wichtigen Phase der Diskussion um eine Begegnungs- und Gedenkstätte in  Hoheneck mit einem handlungsfähigen  Vorstand die notwendige Mitsprache des Frauenkreises sichern. Außerdem wollen wir dadurch so schnell wie möglich die überflüssigen und abträglichen Auseinandersetzungen im  Verein beenden und uns vereint wieder der notwendigen Arbeit zuwenden.“

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Spagat zwischen Himmel und Erde: Stolpert UOKG-Chef und Prediger über volksverhetzende religiöse Thesen?


Neustadt an der Weinstraße, 15.09.2012/cw – Rainer Wagner hat es wahrlich nicht leicht. Im Alltag steht er einem Dachverband mit über dreißig Vereinen vor und muß sich der von ihm als „sündhaft“ verstandenen Weltlichkeit widmen: Proteste für Diktatur-Opfer formulieren, Honneurs bei Politikern machen, die man eigentlich aus Überzeugung ablehnt und zwischen diversen (weltlichen) Ämtern jonglieren. Sonntags und – sofern nicht weltliche Termine dazwischen stehen – an manchen Wochentagen kommt er seinen beruflichen Pflichten als Prediger und Missionar nach. Und hier darf Rainer Wagner aus der Bibel zitieren, gegen Juden, Buddhisten und Moslems nach Herzenslust und  -überzeugung predigen oder wettern. Ob die PRO-Deutschland-Bewegung ihm wegen diesen „klaren und unmissverständlichen Predigten und Aufsätzen“ zum Beispiel gegen den Islam bereits einen Aufnahmeantrag zugesandt hat, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich würde der Prediger aus Rheinland-Pfalz diesen auch umgehend ablehnen. Denn der Prädikant der Stadtmission in Neustadt an der Weinstraße ist nebenberuflich auch Vorsitzender der „Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG)“, dem Dachverband der vormaligen Opfer der Kommunismus-Diktatur (dem auch der Frauenkreis ehem. Hoheneckerinnen angehört), durch die Mitgliedschaft des Bundes der Vertriebenen mit derzeit über zwei Millionen Mitgliedern. Und in diesem Amt weiß der Streiter Gottes, was er seinem weltlichen Amt schuldig ist: Er distanziert sich satzungskonform von radikalen und extremistischen Parteien und Gruppierungen, beteuert stets die Unvereinbarkeit derartiger Denk-, Äußerungs- und Handlungsweisen mit einer Mitgliedschaft in  der UOKG.

Jetzt taucht der nicht kleine Verdacht auf, der Missionar würde säuberlich unterscheiden zwischen seinem Wirken von Montag bis Samstag als Dachverbands-Vorsitzender und seinem religiösen Auftrag am Sonntag im  Gemeindesaal der Stadtmission. Dabei predigt er nicht nur Sonntags, sondern bringt auch seine Überzeugungen zu Papier, so im Stadt-Missions-Brief, der monatlich erscheint und auch im  Internet veröffentlicht wird.

Neujahrsempfang 2010: Ahnungslose Begrüßung des religiösen Eiferers und stv. OMV-Vorsitzenden der CDU Rheinland-Pfalz im Schloss Bellevue – Foto: OMV

Grundgesetz sichert die Freiheit der Religion

Unser Grundgesetz sichert die Freiheit der Religion. Und was ein  Priester, ein  Pfarrer, ein Bischof, Kardinal oder Papst im Rahmen seiner christlichen Funktionen äußert, findet im  Falle des Papstes sicherlich öffentliche Beachtung, wird aber grundsätzlich der religiösen Überzeugung zugeordnet. Doch selbst da gibt es Grenzen der tolerierten Wahrnehmung. Das hat schmerzlich der deutsche Papst anlässlich seines Besuches in  Deutschland erfahren  müssen, als seine Rede in Regensburg wegen der vorgetragenen Islam-Kritik für eisigen  Wirbel sorgte. Benedikt XVI. interpretierte nachträglich, eine äußerst seltene Vorgehensweise vatikanischer Präsenz.

Auch der Prediger Rainer Wagber kann die Bibel nach seinen Überzeugungen auslegen oder seinen anbefohlenen Schäfchen  nahe bringen, schlimmstenfalls oktroyieren. Das unterscheidet den politischen Einpeitscher vom religiös motivierten Pietisten. Anders sieht das aus, wenn ein  Religionsvertreter – gleich welcher Provenienz – auch sogen. weltliche Funktionen ausübt. Hier kann, hier muß er sich Äußerungen vorhalten lassen, die ansonsten Niemanden außerhalb seines Gemeindesaales interessieren würden. Im  jüngsten  Missionsbrief der Stadtmission Neustadt an der Weinstraße (Sept.2012) formuliert der Prediger erneut drastisch:

 „Finstere Kreaturen beherrschen die Welt. Die teuflische Dreieinigkeit aus Satan – als teuflischem Vater- dem Antichrist – als Sohn des Bösen – und dem falschen Propheten – als finsterem Geist – macht die Welt zu ihrem Hauptquartier. Die Menschheit läuft, vom falschen  Propheten beeinflusst, dem satanischen  Zeitgeist nach und verehrt mit Worten und Taten Satan und den Welttyrannen, den Antichrist.“

„Jude – ein  Knecht Satans“

Wer oder was unter dem Antichristen  zu verstehen ist, beschrieb der von der Evangelischen Kirche  in der Pfalz ordinierte Religionspädagoge bereits im Gemeindebrief  vom November 2006:

„… Wer die Aussagen  des Korans über Allah mit dem Gott der Bibel vergleicht erkennt, das Allah nicht mit unserem Gott … identisch ist. Allah ist ein (arabisch) heidnischer Götze. Götzen  aber sind nicht real, sondern Phantasieprodukte. Es gibt den Allah des Islam nicht wirklich. Allerdings stehen hinter diesem Phantasiegebilde die Mächte der Finsternis. Die Bibel zeigt, wer nicht zu Jesus gehört, Namenschrist, Jude, Heide oder Atheist, ist ein  Knecht Satans und niemals heilig…“.

Diese Ausführungen  hatten bereits vor Jahren internen Aufruhr im weltlichen Bereich verursacht; der größte Opferverband (VOS) hatte sogar auf Antrag seines jüdischen, inzwischen verstorbenen Mitgliedes Knut F. ein Ausschlussverfahren wegen „unerträglicher antisemitischer Äußerungen“ eingeleitet. Die seinerzeitige Berufung des religiösen Eiferers auf „rein  theologische, auf Bibelzitate gestützte Äußerungen“ bewahrten ihn  vor Schlimmerem, der Ausschluss scheiterte. Ein Gerichtsverfahren endete für den Prediger schmerzlich, seine Klage gegen ein SED-Opfer wegen dessen Prediger-Bezeichnung als „Ayatollah“ endete für den Missionar kostenpflichtig mit einem  Urteil. Viele getreue Mitstreiter teilten seinerzeit die Empörung über die „schlimmen und haltlosen Verdächtigungen“ gegen einen anerkannten „Pfarrer der Evangelischen Kirche“. Und der so über die Kritik zunächst obsiegende UOKG-Vorsitzende sonnte sich im Ansehen einer Funktion in der angesehenen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland, die ohne Zweifel außerhalb von Extremismen steht. Der Theologe aus Rheinland Pfalz wies bis heute in der UOKG nicht auf die „besondere Stellung und Funktion“ der Stadtmission in Neustadt mit ihrer pietistischen Ausrichtung hin. Erleichtert wurde und wird ihm dies durch den Umstand, dass es auch in Berlin eine bekannte „Stadtmission“ gibt, die tatsächlich ein Betrieb der Evangelischen Amtskirche (in Berlin) ist und sich vornehmlich mit deren Sozialprojekten befasst.

Wurden also die Äußerungen im  Gemeindebrief von 2006 noch gutwillig als „religiöse Ausrutscher“ eingeordnet, so sind die nachfolgenden Äußerungen nicht geeignet, die seinerzeitige Einordnung weiterhin als solche zu tolerieren. Rainer Wagner, ein  permanenter Wiederholungstäter?

„Götze Allah und sein  falscher Prophet Mohammed“

Im Gemeindebrief vom November 2011 äußerte sich der evangelikale Prediger gleich zu mehreren Weltreligionen, die sich zu seinem  Leidwesen in  dem von der Stadtmission Neustadt betreuten Umfeld ausbreiten:

„Die in der Bibel angekündigten Zeichen des Endes der Welt werden in  unseren Tagen immer deutlicher erkennbar. Klar ist aber auch, dass in  dieser (End-)Zeit die gottlose Gesinnung der Menschheit und der Einfluss dämonischer Kräfte wachsen wird. Ein Beispiel dafür ist in unseren Tagen das Aufkommen des altkeltischen  Geisterfestes Halloween Aber auch sonst ist unser Land von Aberglauben und Heidentum verseucht. Dazu kommt das öffentlich erkennbare Erstarken des Heidentums auch in unserer Region. In Lamprecht finden  wir mittlerweile ein hinduistisches Heiligtum, in dem die indischen Dämonen – Götzen – verehrt werden. In Rhodt und anderen Orten kommen die Buddhisten zusammen.

Eine Religion, deren Hauptmerkmal Geisterkult ist. In Neustadt entsteht direkt am Ortseingang eine Moschee für den Götzen  Allah und seinen falschen Propheten Mohammed. Dazu kommt die innere Gottlosigkeit in unserem Volk….Während das deutsche Volk langsam vergreist, werden Jahr für Jahr hunderttausende ungeborener Kinder in den Krankenhäusern getötet. Unzucht, Unehrlichkeit und Geldgier beherrschen nicht nur die Programme der Fernsehsender, sondern sind überall gegenwärtig. …“

Homosexuelle als Sünder zur Umkehr rufen

Zweideutig? Rainer Wagner mit Klaus Wowereit auf der UOKG-Festveranstaltung im Juni 2012 – Der Prediger aus Neustadt abwesend? Foto: Landesarchiv/Plato

Seit Jahren positioniert sich „der frühere Obmann der Ev. Notgemeinschaft und Stadtmissionsleiter“, wie Rainer Wagner in der Schrift „Erneuerung und Abwehr“ 2004 vorangekündigt wird, unzweideutig:

„Auf Bitten von Presbytern“ verfasste W. folgende Stellungnahme zum Thema: Homosexualität aus biblischer Sicht“ des Oberkirchenrates Schad:

„Wenn unsere Kirche homosexuelle Lebensweise akzeptiert, macht sie sich an ihrem Auftrag, Sünder zur Umkehr zu rufen, schuldig. Gleichzeitig versündigt sich eine solche Kirche an den homosexuellen Menschen selbst, da sie ihnen die Botschaft der Umkehr schuldig bleibt.

Wenn unsere Kirche homosexuelle Lebensweise akzeptiert, macht sie sich an der inneren Einheit der Weltchristenheit schuldig.  … Innerhalb der Evangelischen Kirche treiben die Befürworter der homosexuellen Lebensform ihre Kirche in die innere Spaltung.  … Innerhalb der EKD treiben die Kirchen, die eine gottesdienstliche Begleitung homosexueller Partnerschaften  befürworten, auch zum Bruch innerhalb der Evangelischen  Kirche Deutschlands. … In seinen Lasterkatalogen setzt das NT (Neue Testament) homosexuelle Lebensgestaltung mit anderen Sünden gleich… – Rainer Wagner.“ (Erneuerung und Abwehr, 1/2004, Zeitschr. der Evang. Notgemeinschaft Deutschland.)

Obskure Besegnung

Ob religiöse Wahnvorstellungen, pietistische Ausrutscher oder verkannte tiefe Frömmigkeit (die in diesem Zusammenhang fast schon einer Beleidigung frommer Menschen gleich kommen dürfte), der Prediger mag damit jene beglücken, die im  Gemeindesaal zu Neustadt dieser obskuren Besegnung bedürfen. Der Vorsitzende eines Dachverbandes von Opfer- und Verfolgten-Organisationen der SED-Diktatur beschädigt mit diesen Äußerungen die ernsthaften Anliegen der Mitgliedsverbände, so die Befürchtungen. Wer in  dieser Form anerkannte Weltreligionen diffamiert, Juden (neben anderen) in Deutschland wieder als „Knechte Satans“ antisemitiert und Homosexualität für seine religiösen Attitüden missbraucht, darf sich in unserem Land nach Meinung von SED-Opfern nicht auf seinen Beruf oder gar die Freiheit der Religion berufen. Auch der Verweis auf seine UOKG-Erklärung, in  der er sich gegen  Diffamierungen des einstigen Pfarrers und Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck wegen  dessen außerehelicher Freundin wandte, wird die Wort-Exzesse in  seinem  Hauptberuf kaum ausgleichen können, so die Kritiker. Diese Erklärung wirke unter dem Blickwinkel der jetzt diskutierten extremen Äußerungen doch zu sehr als Feigenblatt (des UOKG-Vorsitzenden) denn  als Äußerung innerer Überzeugung (des Predigers).

Freizeitkonto: Vorkasse für Reisen an die Orte der Verkündigung – Ein Nachweis für fehlende, biblisch begründete Juden- und Islam-Phobie?

Volksverhetzende und religionsfeindliche Thesen

Die geschickte Einfügung von Zitaten aus der Bibel, mit denen diese verheerenden, weil volksverhetzend wirkenden und religionsfeindlichen Thesen untermauert werden, erinnert Beobachter der Szene an die verwerfliche Praxis von Extremisten, die gerne historische Zitate verwenden und betonen: „Das ist nicht von uns, wir zitieren nur!“ Der Missbrauch der Bibel könne den hauptberuflichen Prediger kaum vor einem  Rücktritt als nebenberuflicher UOKG-Vorsitzender und den Rückzug auf die Kanzel in Neustadt schützen, meinen seine Kritiker.

Wie weit sich die Evangelische Kirche in Rheinland-Pfalz veranlasst sehen wird, eine deutliche Distanz zu erklären, wird man mit Interesse verfolgen. Auch die CDU des Landes, deren Landtagskandidat und führendes Mitglied (OMV) der rührige Prediger auch schon war bzw. ist, wird sich wohl erklären müssen. Ob sich im  Ergebnis des unausweichlichen Procedere auch die Stiftungen Gedenkstätte Hohenschönhausen und Berliner Mauer, deren institutionellen Gremien  Rainer Wagner ebenfalls angehört, von dem eifernden Endzeit-Prediger trennen werden, steht dahin, dürfte aber nach Meinung von Szene-Beobachtern nahezu unausweichlich sein, um  Schaden von diesen renommierten Erinnerungsstätten an den roten Terror zu wenden. Die VOS wird wohl ein  neuerliches Verfahren gegen den Extremisten prüfen müssen, falls dieser dem nicht durch seinen Austritt zuvor kommt.

Ob die zitierten „Verirrungen“ eines pietistischen Missionars den Bundespräsidenten veranlassen werden, das verliehene Bundesverdienstkreuz zurückzufordern, ist in diesem Zusammenhang mehr eine rhetorische Frage, die eher der Vollständigkeit möglicher Konsequenzen geschuldet ist.

Stellungnahme abgelehnt

Wir haben Rainer Wagner zwei Wochen vor der Veröffentlichung um eine Stellungnahme zu seinen religiösen Thesen, besonders gegenüber Juden und Muslimen  gebeten und nach evtl. Konsequenzen  befragt. Seine freundliche Antwort: Er sei zu keiner Stellungnahme bereit, verweise aber auf seine Reisen nach Israel und die erhaltenen „staatlichen Auszeichnungen.“ Der bibelfeste Reise-Organisator hatte durch das Tourismus-Ministerium und ein österreichisches Touristikunternehmen jeweils eine Urkunde für seine Verdienste um  die Organisation  von Reisen nach Israel bekommen.

Empörend, völlig indiskutabel

Der Verein „Gesicht zeigen – Für ein  weltoffenes Deutschland e.V.“ in Berlin zeigte sich in einer ersten Stellungnahme (27.08.) gegenüber der Redaktion „empört“. Die (dem Verein  vorgelegten) Zitate seien „völlig indiskutabel“.

Auch aus der Evangelischen Kirche kommen kritische Anmerkungen, so von Stadtjugendpfarrer Michael Kleim aus Gera (12.09): „Was da unter dem Deckmantel christlichen Glaubens verbreitet wird, ist nicht nur aggressiv und intolerant, sondern bereits Hasspredigt. Ich bin entsetzt!“

Anmerkung: Die von Rainer Wagner jeweils angegebenen Bibelstellen sind u.a. 1.Kor. 6,9.10 – 8,4 – 10,20; Eph.2,2; 2.Kor. 6,14; Mt 13,30; Joh. 8,44; Offb. 7,4 – 12,9 – 13 – 14 bis 15, 16 bis 18.

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Hoheneck Thema im Landtag

Dresden, 12.09.2012/cw – Der Landtag im Freistaat Sachsen hat am 12.September im zuständigen  Ausschuß den Gesetzentwurf zur Novellierung des Gedenkstätten-stiftungsgesetzes beraten. Die im  Landtag vertretenen Parteien hatten  den Entwurf fraktionsübergreifend beschlossen und eingebracht. Erstmals ist in dem Gesetz auch das ehemalige Frauenzuchthaus Hoheneck aufgeführt. Das Gesetz soll noch im  Herbst durch das Parlament verabschiedet werden.

Irritationen durch Siegfried Reiprich

Im Gegensatz zu dem Gesetzentwurf hatte der Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten gegenüber der Leipziger Volkszeitung („Damals und heute ein  streitbarer Geist“, 17.08.2012) erläutert, dass die „Stiftung künftig um einige Einrichtungen  erweitert“ werden soll, „beispielsweise  um das ehemalige Gefängnis auf dem Kaßberg in Chemnitz.“ Hoheneck fand in Reiprichs Darstellungen  keine Erwähnung, obwohl das Frauenzuchthaus im Gegensatz zum „Ausreisegefängnis“ Kaßberg im Gesetzentwurf erstmals angeführt wird.

Nun  befürchten die Frauen  von Hoheneck, abermals „auf kaltem Weg“ ausgegrenzt zu werden. Beunruhigt habe man die Aktivitäten um das Chemnitzer Gefängnis bemerkt, während zum Thema Hoheneck „Beruhigungs-Bon-Bons“ verteilt würden. Tatjana Sterneberg, ehemalige Hoheneckerin und Organisatorin des Bundespräsidentenbesuches im Mai letzten Jahres: „Wir haben mit Bedacht in unserem Konzept-Entwurf angeregt, Kaßberg in  eine umfassende Lösung für Hoheneck einzubeziehen. Das Frauenzuchthaus hat die eindrucksvollere historische Vergangenheit und ist von der Anlage her geradezu  prädestiniert, in dieser Symbiose die Führungsrolle zu übernehmen. Eine umgekehrte Konstellation wäre schon vom Ansatz her nicht hinnehmbar.“

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             „Von Sprachlosigkeit befreien“ :                                                                                         

Wanderausstellung mit Bildern ehem. politischer Gefangener

Landkreis Prignitz, 14.09.2012/cw – Die Kreisverwaltung des Landkreises Prignitz lädt        zur Eröffnung der Wanderausstellung „Von Sprachlosigkeit befreien“ am 18. September, 14:00 Uhr in den Räumen der Kreisverwaltung in der Bergstraße 1 in Perleberg ein.

In der Ankündigung heißt es dazu: „Noch 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution fällt es politisch Verfolgten der SED-Diktatur schwer, über ihre seelischen Verletzungen zu sprechen. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Betroffenen, die in einer therapeutischen Malgruppe der Berliner Beratungsstelle „Gegenwind“ entstanden sind. Die Arbeiten zeigen eine individuelle Bild-Sprache, in der bedrängende Erinnerungen und bis heute bestehende Ängste, aber auch Hoffnungen Ausdruck finden.“ Auch ehem. Frauen von Hoheneck haben sich in der Gruppe auf diesem künstlerischen  Weg geäußert.

Die Eröffnung wird durch satirische Lieder des einstigen  politischen  Häftlings Detlef Jablonski aus Berlin musikalisch begleitet: „Mit seinen Liedern gibt er seinen Erfahrungen Ausdruck und befreit sich von Sprachlosigkeit“, heißt es in der Mitteilung.

Die Ausstellung ist Bestandteil der Reihe LAkD vor Ort“,Veranstaltungswoche der Landesbehörde zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD) im Landkreis Prignitz.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie auch alle Redaktionen sind herzlich eingeladen!

Hinweis: Die bisherigen  Ausgaben des Hohenecker Boten können unter www.17juni1953.de (>Förderverein) abgerufen oder direkt bei der Redaktion  gegen Kostenbeitrag bestellt werden. Die Vereinigung hat uns einstweilen Gastrecht auf der Homepage eingeräumt.
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Zur Förderung unserer Arbeit sind wir sowohl auf Ihre Mitarbeit wie auf Beiträge und Spenden angewiesen:
Unser Konto: 725004037 – BLZ: 870 540 00                                                                    Erzgebirgssparkasse
Fordern Sie einen  Aufnahmeantrag an – Wir bedanken uns herzlich im Voraus!

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© 2012 Redaktion: Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.,

              verantwortlich: C.W. Holzapfel, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin

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