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Berlin, 26.03.2014/cw – Der Künstler Jan Bejsovec hat jetzt mit einer Presseerklärung die Vorwürfe gegen ein „Kunstwerk“ durch die Vereinigung 17. Juni in Berlin scharf zurückgewiesen. Bejsovec hatte Hubertus Knabe, den Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, nach Ansicht des Vereins mit einem textilen Bildwerk diffamiert, das nach mehreren Stationen, u.a. im ARD-Hauptstadtstudio (2011) aktuell im Cafe Sibylle in der Karl-Marx-Allee (der früheren Stalinallee) im Kontext mit politischen Extremisten wie Josef Goebbels, Muammar al-Gaddafi, Horst Mahler und Beate Zschäpe gezeigt wird.

Programmgestaltung mit Stasi-Oberst a.D. Schramm

Programmgestaltung mit
Stasi-Oberst a.D. Schramm

Nicht nur an dieser Zusammenstellung hatte sich die Kritik entzündet, sondern auch an dem Begleittext zu dem „gekreuzigten Knabe“, der vom Künstler namentlich mit seinem „Gesicht“ benannt und, wie es der Vorsitzende des Vereins ausdrückt, mit nicht hinnehmbaren Unterstellungen, die einer gezielten Diffamierung entsprechen, verunglimpft wird. (Siehe dazu https://17juni1953.wordpress.com/2014/03/21/erziehung-zum-hass-unglaubliche-diffamierung-des-historikers-knabe/).

Bejsovec verweist in seiner heutigen Presseerklärung auf die zahlreichen Ausstellungen mit dem Knabe-Werk und dass es „weder in dieser Anstalt des öffentlichen Rechts (Anmerkung: Hauptstadtstudio der ARD) noch in kommunalen oder privaten Galerien … je zu obengenannten Vorwürfen“ kam.
Wenn dem tatsächlich so sei, würde es sich um eine Ausweitung des Skandals handeln, kontert der Vereinsvorsitzende Carl-Wolfgang Holzapfel dieses Argument. Er könne nicht nachvollziehen, dass eine öffentlich-rechtliche Anstalt die Diffamierung des Leiters einer öffentlich-rechtlichen Stiftung „noch mit einer Ausstellung in den eigenen Räumen“ prämiert. Allerdings würde das erklären, warum die ARD-Medien diesen „an schlimme Zeiten des Kalten Krieges erinnernden Vorgang“ bisher nicht thematisiert hätten.

Jan Bejsovec holt entsprechend verbal aus, bezeichnet die Kritik an dem Knabe-Bild als „publizistisch geführten Angriff auf die Freiheit der Kunst“ und schwingt bei dieser Gelegenheit gleich selbst den Verbal-Hammer: So sei der Autor dieses „Pamphlets“, in dem „zum Bruch der Meinungsfreiheit aufgerufen“ werde, der „rechtskonservative Aktivist Carl-Wolfgang Holzapfel,“ der „seit Jahrzehnten eine aggressive Form der politischen Auseinandersetzung“ verfolgt. Das Holzapfel gegen die Mauer stets mit gewaltlosen Demonstrationen nach Gandhi demonstrierte und dafür 1966 nach neunmonatiger Einzelhaft im Zentralen Untersuchungsgefängnis der Stasi, der heutigen Gedenkstätte Hohenschönhausen, zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, übersieht der um die Meinungsfreiheit besorgte Künstler ebenso, wie er den Vorsitzenden der UOKG, Rainer Wagner, ohne Nachweis als „Monarchist und radikalen Kreationisten“ bezeichnet. Wagner hatte sich dem Protest der Vereinigung 17. Juni seitens des Dachverbandes UOKG angeschlossen und sogar eine Strafanzeige gegen Bejsovec angekündigt.

Brandstifter - keine Diffamierung Knabes? - Ausstellung in der Deutschen Bank - eine Erfindung?

Brandstifter – keine Diffamierung Knabes? – Ausstellung in der Deutschen Bank – eine Erfindung?

In der PE des in Karl-Marx-Stadt gebürtigen Textilanten macht sich dieser die Ausführungen des Historikers Martin Jander zu eigen, der über die UOKG u.a. feststellte: „Der radikale Antikommunismus jedoch, die mehr oder weniger deutliche Gleichsetzung des sowjetischen Krieges gegen das nationalsozialistische Deutschland mit dem Vernichtungskrieg der Wehrmacht, die Gleichsetzung sowjetischer Internierungslager am Ende des Krieges mit den Nationalsozialistischen Konzentrationslagern sowie die via einer banalisierenden Totalitarismustheorie vollzogene Gleichsetzung von Nazis und Kommunisten, rechts und links, die hat weiter ihre Heimat in der UOKG, sie ist ihr Markenkern“ (Hrsg. Wolfgang Benz: „Ein Kampf um die Deutungshoheit“). Das der Dachverband in seiner Satzung ausdrücklich jeglichen politischen und religiösen Extremismus verurteilt, wird – natürlich – verschwiegen.

Wundern tun sich die Kritiker darüber nicht, denn Jan Bejsovec hat auch nichts gegen eine im Internet verbreitete Programmgestaltung, in der er gemeinsam mit dem bekannten Stasi-Obersten a.D. Gotthold Schramm aufgeführt wird (http://www.kritische-kunst.org/de/2013/menschen-rechte).

Auch mit der Wahrheit nimmt es der offenbar bekennende oder auch „nur“ sympathisierende Kommunist nicht so genau. So unterschlägt er in dem seiner PE beigefügten Begleittext zur Abbildung seines „Knabe-Kunstwerkes“ seinen diffamierenden Exkurs in der Ausstellung und beschreibt stattdessen unverfänglich die Maße seiner Handstickerei und deren Entstehungsjahr (2010). Auch die Angabe der Kritiker über eine geplante Ausstellung durch die Deutsche Bank wird als „Beschuldigung“ der Bank durch Holzapfel hingestellt: „Es hat nie Planungen oder Absprachen mit der Deutschen Bank zu Einzelausstellungen von Werken des Künstlers … gegeben.“ Im Internet liest sich das anders. Auf der vom Künstler verantworteten Seite „Konfliktstoff“ wird an zweiter Position angeführt: „28.04.2013 / 24 Stunden – Konfliktstoff in der Deutsche Bank Kunsthalle Alte Münze Berlin.“ Neben dem Text wird ein Bild des Künstlers abgebildet
(http://www.testbildlabor.de/splitterbox/konfliktstoff/aktion.htm).

Auch auf dieser Seite: Das „Gesicht“ Knabes (Ausschnitt aus dem „Kunstwerk“) mit der Erläuterung „Beim Barte des Propheten – Einzelausstellung Textilpolitische Einsichten und handgestickte Ansichten von Knaben und anderen Brandstiftern.“ Keine Diffamierung?

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Siehe auch:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=42627

 

Stasi-Obristen diffamieren Gründungsväter der Bundesrepublik

5.10.2008/cw – Werner Großmann, einst Mielke-Stellvertreter und heute führender Protagonist einer Verklärung des berüchtigten DDR-Geheimdienstes hatte abgesagt. Aus gesundheitlichen Gründen. Möglich aber auch, dass dem alten Herrn der Wirbel um die Veranstaltung im Berliner Bezirk Lichtenberg zu viel wurde. Immerhin hatten erstmals auch führende Vertreter der LINKEN, wie der Landesvorsitzende Klaus Lederer heftige Kritik an dem neuerlich geplanten Auftritt ehemaliger Stasi-Obristen geübt.

Die Veranstalterin und Lichtenberger Bezirksvorsitzende Gesine Lötzsch, immerhin Mitglied des Deutschen Bundestages, focht diese Kritik nicht an. Schließlich standen weitere erprobte Genossen, wie der für die Sabotage im MfS zuständige Oberst Gotthold Schramm und sein Kollege Oberst Klaus Eichner, zur Verfügung, um über „Die Gründungsväter der deutschen Geheimdienste nach dem 2. Weltkrieg“ zu referieren.

Ach, wären sie doch nur bei diesem Thema geblieben. Die Inhalte waren für Eingeweihte seit Jahrzehnten durch entsprechende Propaganda-Schriften der DDR bekannt, wie ein Kritiker in der Diskussion anmerkte, waren also eher Agit-Prop als News. Interessant war vielmehr die im Kader-Deutsch vorgetragene trotzige Wiederholung von Geschichtsfälschungen und Beleidigungen der Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland.

So wurden diese mehrfach als „faschistisch“ bezeichnet, General Heusinger (um nur einen Namen anzuführen) als Schöpfer der Lüge von der Bereitschaft der Sowjetunion zum Angriff auf die Bundesrepublik und die Nato.

Selbst als sich ein Diskutant dagegen verwahrte, Konrad Adenauer, Carlo Schmidt oder Theodor Heuss als Faschisten zu bezeichnen, erfolgte kein Berichtigung. Man hatte ja wohlweislich nur pauschal diffamiert („Gründungsväter“), ohne Namen zu nennen.

Ein junger Mann, den linken Thesen von einer faschistisch durchsetzten Bundesrepublik durchaus zugetan, hinterfragte kritisch die Rolle des MfS und dessen Stolz auf die Bezeichnung als „Tschekisten“. Diese hätten ja wohl nachweislich fürchterliche Verbrechen begangen. Nachdem auch hier zunächst einer Beantwortung ausgewichen worden war, bequemte sich Oberst Eichner schließlich auf Nachfrage zu einer Antwort: Er habe auf seinem Schreibtisch noch heute eine Büste des Tscheka-Gründers Feliks Dserschinskij stehen, weil sich dieser beispielhaft für verwahrloste und obdachlose Kinder eingesetzt habe. Natürlich kein Wort zur Gründung der Tscheka und der GPU als Instrument des „Roten Terrors“ (Brockhaus).

Versammlungsleiter Prof. Dr. Harry Nick hatte zuvor Kritiker aufgefordert, „nach Hause zu gehen“ und dem Fernsehteam des RBB (Abendschau) nach alter Gewohnheit untersagt, die Veranstaltung aufzuzeichnen.

Im Vorfeld hatte Gesine Lötzsch ein DDR-Opfer angekündigt, das in Haft gewesen und erst kürzlich der Partei DIE LINKE beigetreten sei. Nur dumm, dass sich dieses Opfer als ihr eigener Ehemann vorstellte und stolz erklärte, er fühle sich nicht als „Opfer“, auch wenn er sogar in Bautzen gesessen habe. Man habe ihn zwar nach seiner Verhaftung aus der Partei „rausgeschmissen“, er sei aber 1970 wieder aufgenommen worden.

Ein besseres Beispiel für die eigenwillige Präsentation und Deutung von Wahrheit und Geschichte konnte wohl niemand an diesem Vormittag im Partei-Lokal liefern, denn um ein „neues Partei-Mitglied“, wie vollmundig angekündigt, konnte es sich bei dem Lötzsch-Ehegatten offensichtlich nicht handeln.

V.i.S.d.P.: Carl-Wolfgang Holzapfel, Vereinigung 17.Juni 1953, Tel.: 030-30207785
Holzapfellyrag@aol.-com –

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