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Wir sprechen hier von einem Hochland der Kultur, deren Geschichte sich über Jahrtausende verfolgen lässt. Diese Kultur ist ein Weltkulturerbe, auf das alle Völker dieser Welt dankbar zurückblicken dürfen. Beispiellos ist auch die Geschichte der persische Literatur, ein Transformator jeglicher geistigen Entwicklung.

Exil-Iraner stellten eindrucksvoll die Hinrichtungen im Iran nach – Foto: LyrAg

Hier sei erinnert, dass die persische Dichtung als Gesamtheit der klassischen Dichtungskultur im Iranischen Hochland bezeichnet und empfunden wird. Diese Dichtungskultur entstand in den Gebieten der heutigen Staaten Iran, Afghanistan, Tadschikistan und Usbekistan. Die persische Sprache war über eine sehr lange Zeitspanne hinweg die Kultur- und Amtssprache auch im Irak, in  Pakistan und in Nordindien.

Persische Dichter haben über Jahrhunderte hinweg andere Kulturen und Sprachen beeinflusst, auch hier in Deutschland. Denken wir an Johann Wolfgang von Goethe, dessen „West-östlicher Diwan“ auf der klassischen persischen Poesie basiert.

Kultur in einem Trauma des Terrors untergepflügt

Diese Kultur, dieser Anspruch auf die Teilhabe an der kulturellen und humanistischen Gesinnung auf unserer Welt, ist vor Jahrzehnten in einem Trauma des Terrors untergepflügt worden. Selbsternannte „Abgesandte des Himmels“, des „Propheten“ oder wie sie sich noch in ihrer wahnsinnsbeherrschten Eitelkeit benennen, haben sich diesen großen Staat und sein mit Recht stolzes Volk zu eigen gemacht und damit dessen tiefe humane Gesinnung mit Füßen getreten. Diese Turban-Diktatoren haben unter dem Missbrauch religiöser Gesetze und Formeln ihr Volk nicht befreit, sondern in ein Tal der Unterdrückung, Verzweiflung und Unkultur gepresst.

Der Vorsitzende der Vereinigung 17. Juni verlas ein Grußwort an seine iranischen Freunde – Foto: LyrAg

Doch immer wieder gab und gibt es Menschen, die ihr ganzes Leben, ihr ganzes Sein dafür aufopfern und hingeben, diese von geistigen Ursupatoren getretenen Werte im Blick auf ihren Glauben an eine nie untergehende Zukunft lebendig zu erhalten. Nahezu 40.000 Menschen haben bisher ihren Widerstand gegen diese wahrhaftigen Satansknechte der Unkultur mit ihrem Leben bezahlen müssen. Allein in diesem Jahr zählen wir bereits über 100 Hinrichtungen aus politischen oder vorgegebenen religiösen Motiven.

Und die übrige Welt? Und Deutschland? Wie steht die Weltgemeinschaft zu diesen Unsäglichkeiten, zu diesen Verbrechen im missbrauchten Namen Allahs?

Hier, am Brandenburger Tor, erlebte der Freiheitswille seine Auferstehung

Deutschland weiß um die Inhalte ungeheuerlicher Verbrechen. Gerade hier an dieser Stelle, am Brandenburger Tor, manifestierte sich bis zum 9. November 1989 die ungebrochene Kraft fortgesetzten Unrechtes, der Verweigerung der Lehren aus nationalsozialistischen Verbrechen. Hier, an dieser Stelle, manifestierte sich selbsternannter Größenwahn, der ja auch die „Befreiung der eigenen Bevölkerung von Unterdrückung und Unkultur“ posaunte, in Form dieser Mordmauer, an der jeglicher Freiheitswille durch die mörderischen Kugeln eines unmenschlichen Systems niedergemetzelt wurde.

Aber hier, liebe Freunde, an dieser Stelle erlebte auch dieser nie gebrochene Freiheitswille seine Auferstehung, seine neue Taufe. Hier tanzten die Menschen ekstatisch vor aller Welt auf den Trümmern einer letztlich besiegten Diktatur, die sich selbst für unsterblich gehalten hatte.

„Nächstes Jahr in Teheran!“
Hunderte Exil-Iraner schwenkten hoffnungsvoll die Fahnen ihrer Heimat – Foto: LyrAg

Und darum ist es gut, dass Ihr Euch diesen Ort mit Bedacht ausgesucht habt, um wieder einmal und erneut für die Freiheit Eures großen Volkes zu demonstrieren. Wo denn sonst, als an diesem Ort, der den Marsch der braunen Bataillone und der roten selbsternannten Zaren überlebt und der Freiheit ein neues Symbol vermittelt hat?

Aber wir wissen auch, dass Symbole allein nicht ausreichen. Wir selbst müssen für deren stetige Schwangerschaft Sorge tragen, müssen die Frucht der Freiheit hüten und beschützen, damit diese auch eines Tages in Eurem Land wieder geboren werden kann.

Es wird zuwenig nachgefragt, wohin wir gehen wollen

Darum lasst uns nicht nachlassen in diesem Kampf um die Freiheit, die Würde des Menschen, den bewahrenswerten Kultus eigener Geschichte. Nachlassen dürfen wir aber auch nicht in unserem beständigen Einwirken auf die Politik dieses Landes, auf die Entscheidungsfinder und –träger Deutschlands. In diesem Land wird allzu sehr vergessen, woher wir kommen und zu wenig nachgefragt, wohin wir gehen wollen.

Die Pflege der Beziehung zu dunklen Mächten kann nicht länger allein von den Euro-Salden möglicher Geschäftsbeziehungen abhängig gemacht werden. So wichtig diese für einen prosperierenden Staat wie Deutschland sein mögen: Unsere Vergangenheit zwingt uns zu einer besonderen Bewahrung ethischer Ansprüche. Ein Holocaust-Mahnmal nahe dem Brandenburger Tor wird zu einer leeren Gesteinswüste, wenn aus deren Ursprung nicht der Wille zu einem permanenten Kampf gegen Unrecht, Mord und Gewalt und die Bereitschaft entspringt, dafür auch Opfer zu bringen.

Vergesst nicht dem Kampf um eine Humanisierung dieser Welt

Am Tor der Freiheit Erinnerung an das Massaker von 1988 – Foto: LyrAg

Darum ergeht von hier aus der Ruf an die Verantwortlichen in diesem Land: Vergesst in Eurem Werben um die Wiedererlangung von Sitzen im Bundestag nicht diesen notwendigen Kampf um eine Humanisierung dieser Welt, auch um eine Befreiung des einstigen Persien und heutigen Iran von faschistoiden Mullah-Banditen. Wer diese Verbrechen übersieht, weil es nicht in den aktuellen politischen Alltag passt, der ist verurteilt, dieses Unrecht eines Tages auch in den eigenen Mauern erneut zu durchleben. Und diese Mauern werden eines Tages höher, weiter und unbezwingbarer sein, als jene Mauern, die in der Nacht des 9. November zum Einsturz kamen. Denn die Gefahr, dass sich diese Mauern weltweit gegen die Freiheit auftürmen, wird uns seit jenem verheerenden 11.September in New York und seine permanenten Nachbeben, die seit geraumer Zeit auch Europa erreicht haben, überdeutlich. Allein aus Ankara kommen täglich diese verheerenden Signale des Rückschritts in eine überwunden geglaubte Unkultur.

Drahtzieher der Unkultur

Im heutigen Iran aber sitzen diese Drahtzieher der Unkultur. Viele Menschen haben den Kampf gegen diese Drahtzieher aufgenommen, haben dabei ihr Leben verloren. Ihnen gilt heute unsere unterstützende Demonstration. Wir verneigen uns nicht nur vor den Hungerstreikenden politischen Gefangenen im Iran, wir stehen fester denn je an ihrer Seite und hoffen inständig, dass diese Solidarität auf unergründlichen Pfaden den Weg in die grauen und muffigen Zellen im Iran finden möge. In diesem Sinn Dank für Euren beständigen Mut und die nicht nachlassende Kraft, diesen Kampf zu bestehen.

Nächstes Jahr in Teheran!

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*  Grußwort zur Iran-Demo vom 26.08.2017 am Brandenburger Tor von Carl-Wolfgang Holzapfel, Vorsitzender der Vereinigung 17. Juni 1953 e.V.

V.i.S.d.P.: VEREINIGUNG 17. JUNI 1953, Berlin – Tel.: 030-30207785

Liebe in Zeiten der Hühnerhofmediokratie

Ein Gastbeitrag von Susanne Baumstark

Garmisch, 12.02.2013 – Gesucht, gefunden: Die Wege zum Kommunismus führen augenscheinlich über die Liebe. Fast alle lieben Gysi, wie man etlichen Zeitungen und Leserkommentaren entnehmen kann. Einer seiner Genossen könnte gar einen Weinkrampf bekommen haben. Anders wäre sein fluchtartiges Verlassen des Immunitätsausschusses kaum erklärbar, worüber der Tagesspiegel informierte: „Vertreter der Linken war der sächsische Abgeordnete Jörn Wunderlich, selbst in den 90er Jahren Richter in Chemnitz. Er aber konnte seine Genossen nicht über die Aufhebung von Gysis Immunität informieren, denn er war just in dem Moment aus dem Saal, als Ausschusschef Thomas Strobl das Thema aufrief.“ Na sowas. Da scheint es einen ganz schwer erwischt zu haben. Liebeskummer wegen Gysi eben.

Die Rücktrittsforderungen aus Koalitionskreisen scheinen nur auf den ersten Blick lieblos, wenn auch möglicherweise blind vor Liebe. Denn ginge Gysi, stünde Lafontaines Liebste, die sich selbst schon ausführlich zur Liebe äußerte, unmittelbar auf dem roten Teppich. Ob wohl die Geliebte des Brutus aus dem Saarland als Gysi-Ersatz auch ein Wunschziel der Koalition ist? Die Liebe zur Beschaulichkeit ist ja seit der Affäre Brüderle auch in vorgeblich konservativen Kreisen allseits bekannt. Da können verliebte Gockel schon mal, blind vor Liebe, Verbindungen zur Kommunistischen Plattform übersehen. Wagenknecht statt Gysi tut der Liebe jedenfalls keinen Abbruch, den öffentlich-rechtlichen Talkshows sicher auch nicht. Schließlich versuchen uns die Medien fast durchgängig seit Monaten beizubringen, um welch anbetungswürdige Politikerin es sich dabei handelt. Die elegante Frau faltet ihre schlanken Hände und ähnliche Dinge konnte man unlängst lesen. Liebesbriefe statt Artikel eben.

Aus lauter Liebe zur Konsequenz erhebt sich selbige Politikerin nicht, wenn Schimon Peres anlässlich des Holocaust-Gedenktages im Bundestag spricht. Und ihre Missachtung gegenüber Stasiopfern erfolgt wohl aus Liebe zur Geradlinigkeit. Unserer Schnatterindustrie ist jedoch viel wichtiger, die Öffentlichkeit über Wagenknechts Liebe zu schönen Reisen und guten Restaurants zu informieren. Investigative Höchstleistung ist eine politisch höchst bedeutsame Recherche zu einem Vorfall aus ihrer Kindheit: Sie fackelte einen Weihnachtsbaum ab. „Es macht ‚Puff!‘, und der schöne Weihnachtsbaum brannte lichterloh.“ Journalistenblödelei statt Aufklärung eben.

Am Ende wird es schon klappen, die Linke mit ihrer Zugstute wieder in den Bundestag zu hieven. Der bisherige Zughengst kann ja inzwischen auch wirklich mal in die Seniorenliga abtreten. Ganz bestimmt bekommt er dort boulevardträchtiges Gnadenbrot gereicht. Empfohlener Leitspruch für den künftigen Wahlkampf ist ein Zitat von Goethe: „Wahrhaft Liebende betrachten alles, was sie bisher empfunden, nur als Vorbereitung zum gegenwärtigen Glück.“

Susanne Baumstark ist freie Redakteurin und Diplom-Sozialpädagogin

V.i.S.d.P.: Susanne Baumstark, Garmisch, c/o Tel.: 030-30207785 (Admin)

Anmerkung der Redaktion: Die Anzeige gegen Gysi soll ein „ehemaliger Richter“ erstattet haben. Der zeitgerechte Nestflüchter aus dem Immunitätsausschuss war einst Richter. Ob sich hier das neutestamentarische Liebesdrama um Judas gegenüber seinem Herrn wiederholt hat, muss allerdings Spekulation bleiben. Wie so vieles in der Politik und der Liebe.

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