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Berlin, 03.08.2019/cw – Im Zusammenhang mit der Aktion zum 30.Jahrestag der „Lebendigen Brücke“ : „WIR“ statt „IHR“ am Checkpoint Charlie (12.08.2019, 11:00 Uhr) erreichten mich zahlreiche Anfragen über meinen Weg zum gewaltlosen Widerstand gegen die Mauer. Bis zum 12. August werde ich an dieser Stelle Stationen auf diesem Weg und aus dem Kampf gegen die Berliner Mauer schildern. (6 -Teil 5 siehe 02.08.2019).

Von Carl-Wolfgang Holzapfel

Anfang Mai 1963 beendete ich meine Tätigkeit in der Ausstellung „Die Freiheit darf hier nicht enden“. Ein ehemaliger, weil geflüchteter Volkspolizist war schon einige Zeit bestrebt, diese Tätigkeit zu übernehmen. So entstand kein Vakuum und der Betrieb konnte wie gewohnt weiterlaufen. Ohnehin waren hier die Tage gezählt, weil Rainer Hildebrandt seit Wochen nach einem neuen Domizil Ausschau hielt, wobei der Checkpoint Charlie von Beginn der Suche an in seinem besonderen Fokus stand.

Eröffnung des 2. Mauer-Museums 1963 am Checkpoint Charlie : Ernst Lemmer (li.), Hildebrandt (re.) –
Foto: Archiv

Tatsächlich eröffnete er im Sommer das weltberühmt gewordene „Haus Museum am Checkpoint Charlie“. Wenig später, um 1964, wurde die Ausstellung in der Bernauer Straße endgültig geschlossen.

Große Ehre: Aufnahme in die Vereinigung 17. Juni 1953

Nach meinem zweiten Hungerstreik im März war ich von ehemaligen Teilnehmern am Aufstand des 17. Juni 1953 angesprochen und für den gleichnamigen Verein, der nach dem Aufstand gegründet worden war, geworben worden. Diese meinten , ich würde mit meinem Widerstand die Tradition des 17. Juni fortsetzen und wäre deshalb herzlich willkommen. Natürlich fühlte ich mich von dieser Werbung durch „Helden meiner Jugend“ geehrt und trat der Vereinigung bei. Mittlerweile bin ich das „dienstälteste Mitglied“ des Vereins (2019) und stolz darauf.

Auch den Werbungen des Fluchthelfers Gerhard Weinstein gab ich nach der Beendigung meiner Ausstellungsarbeit nach. Hildebrandt hatte mir während dieser Arbeit jedwede Beteiligung an Fluchtunternehmen verboten, weil er dadurch die Ausstellung in Gefahr sah. Was ich damals nicht wußte: Er traf sich zur gleiche Zeit immer wieder mit Fluchthelfern auf dem der Ausstellung gegenüberliegenden Güterbahnhof. Aber das ist eine andere Geschichte.

Auf dem Güterbahnhof trafen sich zahlreiche Fluchthelfer. Im Bild (Mitte): Anneliese Kirks. G.Weinstein (Rücken) u. der Autor. – Foto: LyrAg

Weinstein machte mich zunächst mit den Usancen vertraut: Der Tunnel wurde aus einem sogen. Kartoffelschuppen vorgetrieben, der unmittelbar hinter der Trennungsmauer des Güterbahnhofs stand, die durch den 13. August zur tatsächlichen Grenzmauer geworden war. Der Zugang war durch die Trennungsmauer nahezu total verborgen, konnte also nicht unbemerkt von den dort patrouillierenden Grenztruppen eingesehen werden. Die Fluchthelfer-Crew, also die unmittelbaren Tunnelbauer, fuhren aus Sicherheitsgründen bereits Sonntagabend ein und erst am Freitagabend wieder aus, um zu starke personale Bewegungen an diesem Ort zu vermeiden. Während unserer Grabungsarbeiten schliefen wir also in einem separaten Raum des Schuppens.

19 Menschen machten sich Hoffnung

Durch den Tunnel sollten insgesamt 19 Menschen in den Westen geholt werden, darunter die inzwischen zweijährige Tochter der Weinsteins und deren Großeltern, bei denen die im Frühjahr 1961 geborene Tochter Liane seit der Trennung am 13. August  wohnte. Ihre Eltern waren vom Mauerbau überrascht worden, als sie gerade in West-Berlin eine Wohnung einrichteten. Seither verweigerten die DDR-Behörden die Zusammenführung der Eltern mit ihrer Tochter.

Auch der Möbelhändler Karl Brix wollte seinem Sohn die Flucht ermöglichen – Foto: LyrAg

Unter den Fluchtwilligen befand sich auch Karlheinz Brix, dessen Vater Karl Brix in der Oranienstraße in Kreuzberg ein Möbelgeschäft betrieb und der uns die notwendigen Holzstempel zur Abstützung des Schachtes zur Verfügung stellte. Auch die Frau des Inhabers einer Zoo-Handlung am Schlesischen Tor sollte die Flucht durch den Tunnel versuchen. Herr Löwe, so sein Name, beteiligte sich dafür an den finanziellen Lasten, die der Tunnelbau verursachte ebenso, wie Prof. Berthold Rubin, der sich als „deutscher Professor“ ideell dazu verpflichtet fühlte.

Da ich nach der Beendigung der Ausstellungsarbeit auch keine Unterkunft mehr hatte, übernachtete ich in der Wohnung von Weinstein. Das Ehepaar hatte mir uneigennützig Gastrecht eingeräumt. Durch diesen Umstand kam ich schließlich Ende Mai auf die Idee, am Wochenende nicht auszufahren, sondern alleine den Tunnel vorzutreiben. Heilige Einfalt! In der Absicht, unser Projekt einem schnelleren Ende zuzuführen, robbte ich also in dem bereits ca. 30 Meter geschaffenen Tunnelgang vor, um dort zu arbeiten. Durch den örtlich vorhandenen Lehmboden konnte ich allerdings mit dem Spaten nur schabend vorgehen. Ein von mir gedachtes zügiges „graben“ war unmöglich. Auch ein zweites Wochenende änderte mental an meiner Resignation nichts. Schließlich gab ich diesen wohlgemeinten aber hoffnungslosen „Alleingang“ auf.

An dieser Stelle  (von re. n. li.)  sollte der Tunnel vorgetrieben werden – Foto: LyrAg

Zuvor hatte ich aber buchstäblich „Blut und Wasser“ geschwitzt. War der alleinige Aufenthalt schon eine gewisse Belastung, auch ich hatte ja von Tunnelaufbrüchen durch DDR-Grenzer gehört oder gelesen, so verstärkte sich eine gewisse Furcht durch beunruhigende Geräusche. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich registrierte, dass diese Geräusche durch die Wendeschleife der Straßenbahn entstanden. Nach dem 13.August 1961 konnte diese nicht mehr nach West-Berlin durchfahren, dadurch war der Bau dieser Kehre notwendig geworden.

Kurz vor dem Bauende: Verrat

Im Juli bemerkte ein auf dem Dach des Kartoffelschuppens stationierter Polizist den Aufbau eines Zeltes mit der Aufschrift „Deutsche Post“ vor dem Gebäude, in dessen Keller wir den Tunnel enden lassen wollten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits bis nahe der Hausflucht angekommen. Der Polizist bemerkte durch sein Fernglas, dass die angeblichen Postler unter ihren grauen Postkitteln Militärstiefel trugen und gab sofort Alarm. Alle Arbeiten mussten sofort eingestellt und der Kartoffelschuppen unverzüglich verlassen werden. Wie richtig diese Anweisung war, konnte der Polizist wenig später erkennen: Durch sein Glas erkannte er den am Tunnelbau beteiligten Helmut Karger, der ebenfalls zur Tarnung einen Postkittel trug. Damit war klar: Der Tunnel war verraten worden.

Was ich damals mangels spezieller Kenntnisse noch nicht wußte: Am Tunnelbau Beteiligte und eingesetzte Kuriere, die die Verbindung zu den Fluchtwilligen in Ost-Berlin hielten, wurden aus Sicherheitsgrünen immer strikt getrennt. So erfuhren auch die Kuriere meist in letzter Minute, wo der Tunnel gegraben bzw. sich der Einstieg für die Flüchtlinge befand, während die am Tunnelbau Beteiligten in der Regel die Kuriere nicht kannten. Weinstein hatte diese Sicherheitsmerkmale außeracht gelassen. So arbeitete Karger als ehem. Bundeswehrsoldat einerseits fast regelmäßig am Tunnel mit, andererseits war er einer der zwei offiziellen Kuriere, die die Verbindung zu den Fluchtwilligen hielten. Ein folgenschwerer Fehler.

Gegen die Fluchthelfer und Fluchtwilligen wurden hohe Zuchthausstrafen verhängt: Berliner Morgenpost vom 18. Januar 1964. Archiv LyrAg

21 Menschen, darunter die zwei Kuriere, wurden in den folgenden Tagen verhaftet und später zu hohen Zuchthaustrafen verurteilt. Die Schwiegereltern Weinsteins verbüßten ihre Haft in Hoheneck und Rummelsburg, die zweijährige Liane wurde in ein Heim verbracht. Frau Löwe, die Frau des Zoohändlers, verstarb in der Haft.

Nach dem Verrat machte bei uns die Legende die Runde, nach der Karger in Ost-Berlin ein Techtelmechtel begonnen hatte. Im Bett soll er dieser Frau dann von dem Tunnel erzählt und ihr angeboten haben, sie ebenfalls in den Westen zu schleusen. Diese Frau sollte mit einem Offizier der Grenztruppen verheiratet gewesen sein und diesem von den Fluchtabsichten berichtet haben.

Als Faustpfand wurde die Tochter den Eltern vorenthalten

Die zweite, wesentlich spätere Version kam wohl dem Ablauf näher. Nach dieser hatte der zweite Kurier Brausewetter seiner Freundin von dem Tunnel berichtet und diese hatte die Information „weitergereicht“. Daraufhin wurde der Kurier verhaftet und aufgrund seiner Aussagen wenig später auch Helmut Karger, der dann die Staatssicherheit an den geplanten Tunnelausgang führte.

Großeltern verhaftet: Die zweijährige Liane wurde in ein Heim verbracht. – Foto: Privat

Die dramatische Geschichte des in Berlin-Dahlem geborenen Gerhard Weinstein selbst habe ich erst Jahrzehnte später recherchieren können. Weinsteins Großvater war 1943 in Auschwitz ermordet worden. Er selbst war von seiner Mutter im Alter von zwei Jahren 1934 in das Jüdische Waisenhaus in Pankow gegeben worden. Die Dramatik seines Lebens, eine deutsch-jüdische Geschichte, muß an anderer Stelle erzählt werden. Sie erklärt aber auch, warum Weinstein seiner Tochter ein Aufleben ohne Eltern unbedingt ersparen wollte. Aufgrund des tragischen Scheiterns wurde Liane weitere neun, also insgesamt elf Jahre als mögliches Faustpfand der DDR den Eltern vorenthalten. Aus der späteren Einsicht in die Akten der Staatssicherheit ging zweifelsfrei hervor, dass das MfS der DDR bis zuletzt hoffte, über Liane an die als Staatsfeinde eingestuften Eltern heranzukommen.

-Wird fortgesetzt-

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Mobil: 0176-48061953 (1.448)

Berlin, 02.08.2019/cw – Im Zusammenhang mit der Aktion zum 30.Jahrestag der „Lebendigen Brücke“ : „WIR“ statt „IHR“ am Checkpoint Charlie (12.08.2019, 11:00 Uhr) erreichten mich zahlreiche Anfragen über meinen Weg zum gewaltlosen Widerstand gegen die Mauer. Bis zum 12. August werde ich an dieser Stelle Stationen auf diesem Weg und aus dem Kampf gegen die Berliner Mauer schildern. (5 – Teil 4 siehe 01.08.2019).

Von Carl-Wolfgang Holzapfel

Meine Tätigkeit in der Ausstellung „Die Freiheit darf hier nicht enden“ faszinierte mich. Es kamen unendlich viel Besucher in die kleine Wohnung im 1. Stock des Hauses Wolliner Straße, in der Rainer Hildebrandt bis zu wandhohe beeindruckende Fotos vom Geschen um die Berliner Mauer und erste dokumentarische Utensilien ausgestellt hatte. So hatte er eine Uniformjacke aufgetrieben, die in einer Strafanstalt der DDR von vermutlich politischen Gefangenen genäht worden war. In dieser Jacke war ein Kassiber aus der Anstalt geschmuggelt worden, in dem die Verhältnisse in der Strafanstalt geschildert wurden. Für mich war auch wichtig, dass er die Ereignisse um den 20. Juli 1944 darstellte. War doch der mutige Widerstand gegen Hitler eine wichtige Inspiration, sich der zweiten Diktatur in Deutschland entgegenzustellen, Widerstand zu leisten.

Der Autor 1963 in der Ausstellung in der Bernauer Straße. Archiv Holzapfel

Während dieser Tätigkeit bekam ich auch die ersten Kontakte zu Fluchthelfern, wie z.B. Gerhard Weinstein, an dessen Tunnel, der erst 2018 bei Bauarbeiten der Berliner Wasserwerke wieder aufgefunden wurde, ich später mitbauen durfte. Beeindruckend und für mich unvergesslich war auch Anneliese Kirks. Die einunddreißigjährige kannte Hildebrandt aus früheren Jahren der KgU und war von ihm angeheuert worden, in der Ausstellung auszuhelfen.

10 Jahre im Frauenzuchthaus Hoheneck

Anneliese Kirks hatte zwischen ihrem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr je zweimal für fünf Jahre in dem berüchtigten und größten Frauenzuchthaus der DDR in Hoheneck „wegen der Verbreitung staatsfeindlicher Hetze“ verbracht (1950–1960). Für mich war dieses Schicksal erschütternd: In den wichtigsten Jahren einer Frau, so empfand ich das, war sie der Freiheit beraubt gewesen. Bewegt nahm ich 2012 beim Einblick in das Eingangsbuch von Hoheneck (Staatsarchiv Dresden) den Eintrag über Kirks Einlieferung zur Kenntnis. Anneliese war der erste Mensch, den ich abseits der einschlägigen Literatur über politische Verfolgung und Verurteilung persönlich kennen lernte. Das hat mich auch geprägt und später veranlasst, mich eigens für diese Personengruppen einzusetzen.

In der Ausstellung wurde diese in einer Haftanstalt hergestellte Uniformjacke ausgestellt.  Auf dem Foto: Die ehm. Hoheneckerin Anneliese Kirks. – Archiv Holzapfel

Im Februar 1963 las ich von der bevorstehenden Leipziger Messe. Über vierzig Menschen waren zu diesem Zeitpunkt bereits an der Berliner Mauer gestorben. Und trotz aller Beteuerungen hatten offensichtlich westdeutsche Politiker nichts dagegen, in Leipzig mit der DDR Geschäfte abzuschließen? Hatte man denn nichts aus der jahrelangen Tolerierung des Unrechtes im Dritten Reich gelernt? Und war das nicht auch ein Dolchstoss gegen die immer behaupteten „Brüder und Schwestern in der Zone“? Waren wir nicht verpflichtet, für 17 Millionen in der Unfreiheit lebende Menschen unsere Stimme zu erheben, statt Geschäfte mit ihren Schergen zu machen? Ich konnte, ich wollte das nicht verstehen und bat darum Rainer Hildebrandt um ein paar Tage Urlaub. Ich wollte am Mahnmal für Peter Fechter nahe dem Checkpoint Charlie drei Tage Hungerstreiken, um im Schatten des Kreuzes „Wir klagen an“ auf diesen Widerspruch zwischen Wort und Tat aufmerksam zu machen: „Ihr fahrt nach Leipzig – und die Mauer?“.

Es war in diesen Tagen (01.–04.03.1963) besonders nachts bitter kalt, bis zu –15 Grad. Neben großer Zustimmung hunderter Besucher, die mich täglich bis in die Nacht aufsuchten, gab es natürlich auch zweifelhafte Begleiterscheinungen. So erinnere ich mich an einen Polizisten, der mir nächtens anbot, „ein leckeres Hähnchen“ zu besorgen, wobei er mit sichtlichem Wohlbehagen selbst ein solches verspeiste. Nicht, das ich Hunger verspürt hätte, da war ich schon – für mich selbst überraschend – ziemlich abgeklärt. Aber mich machte diese Provokation und damit die deutliche Missachtung meines Anliegens durch einen an der Mauer stehenden West-Berliner Polizisten traurig.

Dieter Beilig, ein West-Berliner Opfer der Mauer

Andererseits gab es auch Begegnungen, die man nicht vergisst. So lernte ich Dieter Beilig kennen, einen überzeugenden Empörer, dem das Kreuz für Peter Fechter zu verdanken war. „Wir klagen an“ hatte er auf die Rückseite des Kreuzes, vom Osten aus sichtbar, geschrieben. Beilig hatte mit bewundernswerter Energie immer wieder Protestaktionen gegen die Mauer organisiert. Der am 5.09.1941 Geborene wurde unter bis heute ungeklärten Umständen am 2.10.1971 am Brandenburger Tor durch Grenzorgane der DDR erschossen.

Peter Fechter ( ermordet † 17.8.1962). Gedenken in der Bernauer Strasse – Stiftung Berliner Mauer

Er war dort, nach einer zuvor durchlittenen Haft in der DDR (1964-1966), aus unerfindlichen Gründen über die bewehrungsfreie Mauer nach Ost-Berlin geklettert und festgenommen worden. Nach mehreren Fluchtversuchen soll man ihn in einem Raum eines Seitengebäudes allein gelassen haben, wobei – unter dieser Situation ungewöhnlich – ein Fenster offen gelassen wurde. Durch dieses Fenster soll Beilig schließlich geklettert sein und erneut einen Fluchtversuch unternommen haben. In der Folge wurde er erschossen.

Erfreulicher in der Erinnerung waren andere Begegnungen. So kam Peter Frankenfeld mit seiner Frau Lonny Kellner, um für eine Radiosendung im SFB ein Interview zu machen, was einen Anstieg der Besucherzahlen zur Folge hatte. Für mich unendlich wichtig, weil ich ja mit meinem Hungerstreik auf das Thema Mauer aufmerksam machen und die Menschen zu ernsthaften Diskussionen über Wege gegen die Mauer anregen wollte. Auch der damalige Minister für Gesamtdeutsche Fragen, Dr. Rainer Barzel (CDU), informierte sich anlässlich einer Kranzniederlegung am Mahnmal ernsthaft über meine Motive und Beweggründe.

Eine vorübergehend belastete, aber enge Freundschaft

Rainer Hildebrandt (* 14.12.1914;  † 9. 01.2004) zeigte in der Folge weniger Verständnis. Durch die Witterungsverhältnisse hatte ich mir eine schwere und schmerzhafte Hornhautentzündung am rechten Auge zugezogen (unter den Folgen leide ich noch heute) und mußte daher nach dem Hungerstreik ins Krankenhaus. Hildebrandt besuchte mich dort und forderte eindringlich die schnellstmögliche Rückkehr in die Ausstellung. Hintergrund: Die Lotto-Gesellschaft hatte endlich (ab 1. März) eine Anschubfinanzierung für seine Ausstellung genehmigt, darunter auch eine Gehaltszahlung für mich über 430 DM. Er, Hildebrandt, könne „nicht für einen Menschen zahlen, der im Krankenhaus liege“ statt seiner Arbeit in der Ausstellung nachzukommen.

Über diese, damals von mir als „Demaskierung“ empfundene Einstellung war ich erschrocken. Letztlich hat dies neben anderen Fakten zu einer Entfremdung und sogar Trennung geführt, der im Nachhinein sogar eine ernsthafte Auseinandersetzung folgte. Später allerdings wurden wir mehr als gute Freunde und arbeiteten bis zu seinem Tod (2004) eng zusammen.

-Wird fortgesetzt-

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Mobil: 0176-48061953 (1.447)

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