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Berlin, 16.04.2019/cw – Im Gegensatz zum berühmt berüchtigten Flughafen Schönefeld, dessen Inbetriebnahme seit Jahren immer wieder hinausgeschoben wird, hat die beauftragte Firma EUROVIA die Erneuerung der Autobahnbrücke über dem Zehlendorfer Kleeblatt überpünktlich fertiggestellt. Heute, um 13:30 Uhr, fand in Anwesenheit zahlreicher Prominenz im Schatten der extra aufgezogenen Bundes- und Berlin-Flagge die feierliche Übergabe und anschließende Freigabe der Fahrspuren statt.

Vorbereitung der feierlichen Brücken-Freigabe am 16. April 2019 – Foto: LyrAg/RH

Nach jahrelangen Bemühungen neues Kreuz

Mit der Fertigstellung der Brücken- und Straßenarbeiten stellt der Bezirk das inzwischen neu erstellte Holzkreuz an der einzigen originären Gedenkstätte, die an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 erinnert, auf. Dies teilte jüngst die Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (GRÜNE) der Vereinigung 17. Juni auf Anfrage mit. Der Verein setzte sich seit Jahren für eine inzwischen teilweise erfolgte Renovierung der Gedenkstätte ein. Dazu gehörte die Forderung auf Erneuerung des marode gewordenen Kreuzes.

„Wir sind froh, daß unsere jahrelangen Bemühungen endlich Früchte tragen,“ stellte Vereinssprecher Carl-Wolfgang Holzapfel (75) erleichtert heute vor Ort fest. Somit könne „rechtzeitig vor dem 30. Jahrestag der Maueröffnung“ auch die Erinnerung an den 17. Juni 1953 den ihr zustehenden Platz erhalten.

Das marode gewordene Holzkreuz soll demnächst erneuert werden – Foto: LyrAg/RH

Aufständische und Berliner Jugendliche hatten 1953 ein Holzkreuz durch die Berliner Bezirke getragen und gegenüber einem in der Potsdamer Chaussee aufgebockten sowjetischen Panzer aufgestellt. Es war die erste Mahnstätte an den Volksaufstand. Der Panzer wurde auf Drängen der Westalliierten 1955 entfernt, weil es vor Ort immer wieder zu Aggressionen kam. Ein Jahr nach der Errichtung des Mahnkreuzes wurde in Anwesenheit des einstigen demokratisch gewählten russischen Ministerpräsidenten Alexander Fjodorowitsch Kerenski (1881 – 1970), der eigens aus New York eingeflogen worden war, gegenüber dem Mahnkreuz ein Gedenkstein an die russischen Soldaten errichtet, die sich nach der Legende geweigert haben sollen, auf deutsche Arbeiter zu schießen. Der sogen. „Russenstein“ ist seit den neunziger Jahren umstritten. Der Verein hatte aber erfolgreich dafür plädiert, diesen zumindest solange stehen zu lassen, bis sich die seinerzeitigen Vorgänge um die „standrechtlich erschossenen Soldaten der Roten Armee“ einwandfrei klären lassen würden. Anfragen des Vereins in dieser Sache an die Russische Militärstaatsanwaltschaft in Moskau seien „bisher unbefriedigend verlaufen,“ stellte der Verein klar.

Allerdings sind mit der Erneuerung des Holzkreuzes nicht alle Anregungen und Forderungen umgesetzt worden. So mahnt der Verein mittlerweile seit Jahrzehnten Hinweisschilder auf die Gedenkstätte „zumindest am Bahnhof Wannsee und im Zentrum von Zehlendorf (Clayallee/Teltower Damm)“ an (Holzapfel). Zuletzt seien diese auch durch die BVV Steglitz-Zehlendorf Ende 2015 beschlossen worden: „Zu sehen ist davon bisher nichts,“ kritisiert der Verein.

Auch die Informationstafeln an der Gedenkstätte selbst, die „bereits vor vielen Jahren mit der Senatskulturverwaltung besprochen worden sind“ harren der Umsetzung. Die amtierende Bürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) hatte bereits vor längerer Zeit einer solchen Aufstellung zugestimmt, allerdings dies zu einer „Bezirksangelegenheit“ erklärt. Man wolle keine Einmischung der Senatskulturverwaltung, weil diese „andere Schilder aufstelle, als diese im Bezirk üblich seien.“

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, berlimn – Tel.: 030-85607953 (1.395).

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