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Vorstand, Weggefährten (Gerd Teege, 4. v.li.) ; Freunde u. der Sohn (Gerhard Gneist, 3.v.re.) gedachten der vor zehn Jahren verstorbenen Gisela Gneist. – Foto: LyrAg

Berlin, 22.03.2016/cw – „Vergesst uns nicht“, waren oft die letzten Worte sterbender Gefangener im vormaligen NS-Konzentrationslager Sachsenhausen

Die letzte Ruhestätte von Gisela Gneist am 10.Todestag – Foto: LyrAg

Gedenken der UOKG an ein engagiertes, streitbares Mitglied – Foto: LyrAg

(Oranienburg), das von den Sowjets zwischen 1945 und 1950 als KZ für Gegner des Kommunismus weitergeführt wurde. Der Verein „Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen 1945-1950 e.V.“ gedachte am vergangenen Mittwoch der vormaligen Mitbegründerin und Vorsitzenden, Gisela Gneist. Zu deren zehnten Todestag hatten sich Weggefährten, Freunde und die Familie am Grab auf dem Waldfriedhof Heerstraße zum Gedenken versammelt. Joachim Krüger, jetziger Vorsitzender, gedachte in bewegenden Worten seiner Vor-Vorgängerin im Vereinsvorstand. Gerd Teege, Mitglied der damaligen Wittenberger Jugendgruppe und Mithäftling in Sachsenhausen, schilderte die damaligen Zustände im einstigen KZ.

Für die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) legte Ursula Popiolek (Gedenkbibliothek) und Sybille Krägel (NKWD-Lager Tost) ein Blumengebinde nieder.

V.i.S.d.P.: redaktion.hoheneck@gmail.com – Berlin, Tel.: 030-30207785 (1.234).

Berlin, 23.01.2017/cw – Am morgigen Dienstag, 24.Januar, liest Peter Köpf in der „Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus“ zu gewohnter Zeit (18:00 Uhr) aus einem im LINKS Verlag erschienenen Taschenbuch „Wo ist Lieutenant Adkins?“ (Erschienen: Februar 2013, Hardcover, Seitenzahl: 224, ISBN: 978-3-86153-709-0, 22,00 €).

Der Autor beleuchtet das Schicksal von NATO-Soldaten, die aus unterschiedlichen Beweggründen in die DDR überliefen. Einige wollten nicht auf „den Schlachtfeldern in Asien“ sterben, andere wollten „den Sozialismus“ aufbauen helfen. Der von der SED gelenkten Stasi kamen diese Überläufer mehr als recht, widersprachen sie doch der „kapitalistischen Propaganda“, dass Flüchtlinge stets nur in eine Richtung flüchteten: Weg vom Sozialismus in den Westen.

Natürlich versuchten westliche Geheimdienste, diese Überläufer zurückzuholen. Den dadurch provozierten Zerreißproben hielten einige nicht stand. Charles Lucas drehte den Gashahn auf, William Smallwood landete im Zuchthaus. Richard Coffman, der in der DDR um Asyl nachsuchte, um dem Kriegsgemetzel in Korea zu entgehen, kehrte in einem Zinnsarg in die USA zurück.

Einer der bekanntesten Überläufer war William D. Adkins aus Indianapolis, ein überzeugter Sozialist, bekannt als John Reed. Dieser verschwand am 4. Mai 1963 spurlos. Tot war er nicht, stellt der Autor fest. Dieser schildert in seinem Sachbuch zehn Schicksale von Deserteuren, die die Stasi »Freunde« nannte, aber wie Feinde behandelte. Es sind private Geschichten aus einem weitgehend vergessenen Kapitel des Ost-West-Konflikts.

V.i.S.d.P.: redaktion.hoheneck@gmail.com – Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.211).

Berlin, 21.08.2016/cw – Anlässlich des Europäischen Gedenktages „an die Opfer des Nationalsozialismus und Kommunismus“ zeigt die „Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus“ am kommenden Dienstag, 23. August 2016, um 18:00 Uhr den 90min. Dokumentarfilm „Hitler & Stalin -Portrait einer Feindschaft“ der Regisseure Ullrich H. Kasten und Hans-Dieter Schütt.

In der Programmankündigung heißt es u.a.: „Sie begegneten einander nie und blieben doch dauerhaft aufeinander fixiert: Hitler und Stalin. Sie stiegen auf zu Führern von Diktaturen, die an blutiger Gewalt alles übertrafen, was menschlicher Wille zur Macht bis dahin an Grausamkeit hervorgebracht hatte. Der Film liefert neue Einsichten in alte Fragestellungen: Wie werden Menschen zu Diktatoren? Was machte die Ähnlichkeit und was den Unterschied beider Herrscher und Systeme aus?“

Siehe auch: http://gedenkbibliothek.de/?mid=veranstaltungen

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.145)

Berlin, 22.07.2016/cw – Eigentlich war er gebürtig ein Indonesier, denn Xing-Hu Kuo wurde 1938 in Jakarta geboren. Aber sein Vater war ein chinesisch-stämmiger Verleger. Und auf diese chinesische Abstammung legte Kuo großen Wert, wie auch der wohl bekannteste Buchtitel „Ein Chinese in Bautzen II“ (Anita Tykve Verlag, 1990, ISBN 3-925434-35-6) belegen sollte.

Ein beeindruckendes Zeugnis über die zweite deutsche Diktatur - Archiv: LyrAg

Ein beeindruckendes Zeugnis über die zweite deutsche Diktatur – Archiv: LyrAg

Xing-Hu Kuo starb, wie erst jetzt bekannt wurde, am vergangenen Montag, 18.07.2016, in Berlin*. Um den in Verfolgtenkreisen der zweiten deutschen Diktatur einst bekannten und geachteten einstigen Fluchthelfer und ehem. politischen Häftling im berüchtigten DDR-Zuchthaus Bautzen II war es in den letzten Jahren stiller geworden. So still, dass die Nachricht von seinem Tod zunächst als Gerücht durch die diversen Vereine kursierte, ehe Nachforschungen der Vereinigung 17. Juni in Berlin traurige Gewissheit brachten.

Siebeneinhalb Jahre Zuchthaus

Kuo hatte zunächst Journalistik in Leipzig studiert und zog, 25jährig, nach Ost-Berlin, wo er in der Presseabteilung der Botschaft der Volksrepublik China arbeitete. Kuo geriet ab 1964 in das Blickfeld der DDR-Staatssicherheit, da er bereits einigen Menschen zur Flucht über den Diplomatenübergang Checkpoint Charlie verholfen hatte. 1965 wurde der am Sozialismus zweifelnde Kuo verhaftet, schwer misshandelt und schließlich in einem Geheimprozess von der DDR-Justiz zu siebeneinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Die zudiktierte Strafe mußte er fast vollständig im berüchtigten Zuchthaus Bautzen II absitzen. 1970 unternahm der in jahrelanger Isolationshaft Eingesperrte einen Selbstmordversuch, ehe er 1972 durch die Bundesrepublik freigekauft wurde. Kuo wurde zu einem der drängendsten und bekanntesten Anklägern der DDR-Diktatur und fundierten Kritiker am Kommunismus.

Ein Blumenbeet vor Kuos nun verlassener Wohnung - Foto: LyrAg

Ein Blumenbeet vor Kuos nun verlassener Wohnung – Foto: LyrAg

Kuo war zunächst als politischer Redakteur im Axel-Springer-Verlag (DIE WELT), ab 1979 in Stuttgart tätig. Sein Interessenschwerpunkt wandte sich der Diktatur in Nord-Korea zu, über diese Steinzeit-Diktatur veröffentlichte er mehrere Bücher und Publikationen. In den neunziger Jahren zog er von Sindelfingen zurück nach Berlin, wo er sich u.a. einige Jahre als Presse- und Öffentlichkeitsreferent in der Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus im Nicolai-Viertel für die Interessen der Stalinismus-Opfer engagierte.

1992 erstritt Kuo als einer der ersten ehemaligen politischen Häftlinge der zweiten deutschen Diktatur seine Rehabilitation vor dem Landgericht Berlin. Im seinerzeitigen Urteil hieß es; daß die PDS als Nachfolgepartei der SED politische Häftlinge prinzipiell entschädigen müsse.

Die SED-PDS traktierte ihn nach dieser Rehabilitierung mit einem Zahlungsbefehl wegen entstandener Anwaltskosten in Höhe von über 10.000 DM, da Kuo nicht dezidiert nachweisen konnte, dass die SED seine Verfolgung gesteuert hatte.

Kuo erhielt neben anderen Auszeichnungen für seine Arbeiten 1981 den Journalistenpreis des Bayerischen Raiffeisenverbandes in München.

Ein aufrechter und unbeugsamer Kämpfer

In einer ersten Stellungnahme würdigte die Vereinigung 17. Juni in Berlin den „aufrechten und unbeugsamen Kämpfer gegen die Unmenschlichkeit, der sich jeder Versuchung, sich von diesem Kampf durch verlockende Vorteile abbringen zu lassen, beispielgebend widersetzte.

Mit Kuo haben wir einen streitbaren und mutigen Kameraden verloren,“ sagte der Vorstand. „Kuo wird uns fehlen. Wir werden ihn in ehrender Erinnerung behalten.“

Xing-Hu Kuo, der 78 Jahre alt wurde, hinterlässt einen Sohn, seine Frau starb vor gut einem Jahr. Ein weiterer Sohn kam vor 25 Jahren auf ungeklärte Weise ums Leben. Kuo hat diesen Tod nie überwunden und vermutete, dass es sich um einen Anschlag handelte, der eigentlich ihn  treffen sollte. Der Beisetzungstermin stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest und wird von der Familie rechtzeitig bekannt gegeben.

*Aktualisiert am 29.07.2016 (Todesdatum).

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785 (1.134)

Berlin, 20.08.2015/cw – Am vergangenen Dienstag referierte in der Gedenkbibliothek für die Opfer des Kommunismus in Berlin der ehemalige Grenzsoldat der DDR-Grenztruppen und spätere Fluchthelfer Rudi Thurow über seine Geschichte und wichtige Hintergründe aus der Zeit des Kalten Krieges wie der Nach-Wende-Zeit. Christine Meyer berichtete im Forum FLUCHT UND AUSREISE über den interessanten Abend. Die Zwischenüberschriften wurden durch die Redaktion eingefügt; eine Auslassung  (aus rechtlichen Gründen) gekennzeichnet (…).

Fluchttunnel mit Hilfe der Amerikaner

Von Christine Meyer

Wir waren gestern in der Gedenkbibliothek, wo Rudi THUROW erzählte, wie er vom DDR-Grenzpolizisten zum Fluchthelfer wurde.

Auf seiner Flucht nahm er Dokumente über die innerdeutsche Grenze mit und übergab diese den Amerikanern. Die Ami’s leiteten die Unterlagen nicht an den Berliner Senat weiter, weil sie die deutschen Behörden für nicht vertrauenswürdig hielten. Der Grund hierfür ist, dass Westberlin mit DDR-hauptamtlichen IM’s durchzogen war. …

Mit Hilfe der Amerikaner baute Rudi THUROW Fluchttunnel. Generalmajor Karl KLEINJUNG plante die Ermordung Thurows. Zwei Attentate scheiterten, weil THUROW durch die Amerikaner gewarnt wurde, beim dritten hatte er Glück und entkam.

Belege über Mordanschläge wurden unter Gauck vernichtet

Nach der Wende beantragte er Akteneinsicht und erhielt die bereinigte Akte durch die Gauck-Behörde. Focus-Journalisten informierten THUROW, dass sie weiteres Material über ihn hätten, welche den Auftragsmord des Generalmajor KLEINJUNG belegten – nachdem der Titel der Veranstaltung „Fluchthelfer Thurow ist zu erschlagen“ gewählt wurde. Es ist eine große Ausnahme, dass Journalisten diese Belege in die Hände fielen. Laut THUROW ist Joachim GAUCK (als BStU /wm) eine Nachlässigkeit passiert.

Sämtliche Belege über Mordanschläge wurden, noch unter GAUCK, vernichtet. Geschadet hat es Herrn KLEINJUNG trotzdem nicht. Er lebte gut situiert bis zum natürlichen Ende. Ebenso wie die Verräter am Tunnelbau. Ein Grieche hatte den Tunnelbau verraten, wodurch Flüchtlinge erschossen und verhaftet wurden. Der Verräter ist bekannt und wird vom deutschen Staat gedeckt.

Die Helfer beim Tunnelbau waren international: Dänen, Belgier… etc. Rudi THUROW erhielt das Bundesverdienstkreuz; seine Kameraden von damals wurden zur Feier nicht eingeladen. Ausländische Staatsbürger haben ihr Leben für die Freiheit der DDR-Flüchtlinge riskiert – ohne die kleinste Aufmerksamkeit durch den deutschen Staat. Rudi THUROW überlegt, ob er das Verdienstkreuz zurückgeben sollte.

Maulwurf“ für den RIAS wurde hingerichtet

Ein leitender Historiker unter den Zuhörern erforscht die Anzahl der Mauertoten. Staatlich hoch bezahlte Historiker rechnen die Opferzahlen herunter, indem die eine oder andere Gruppe nicht dazu gezählt wird. Die wahren Aufklärer sind die Ehrenamtlichen. Wahre Zahlen gibt es bei Alexandra HILDEBRANDT, Museum Checkpoint Charlie; geschönte Zahlen gibt’s in der Bernauer Straße und im „Tränenpalast“.

Ein Beispiel: Maueropfer gibt es erst seit dem 13.8.1961. Die 200 Toten davor werden nicht gezählt usw. usf. Die Grenze wurde bereits vor dem Mauerbau überwacht, bspw. Zufahrtswege nach Berlin. Am Abend davor wurden im kleinen Kreis die Züge, welche kontrolliert werden sollten, als Befehl für den nächsten Tag festgelegt. Darunter war ein Maulwurf, der die geplanten Aktionen dem RIAS zukommen ließ. Und der RIAS warnte seine Zuhörer vor diesen Zügen. Der Maulwurf flog auf und wurde in Leipzig hingerichtet und seine Leiche an einer bekannten Stelle verscharrt. Nach der Wende verhinderte die DDR-Opposition ein würdiges Begräbnis aller Hingerichteten. Aufgrund von Baumaßnahmen mussten diese dann doch umgebettet werden und sie ruhen jetzt auf dem Südfriedhof Nähe abseitsgelegenen Komposthaufen ohne jeglichen Hinweis, wer sie einmal waren.

Meine Schilderung ist ein bisschen lang geworden. Da kann sich jeder selbst einen Reim darauf machen, wo wir im 26. Jahr nach dem Mauerfall stehen.

Quelle: Flucht und Ausreise –
http://f3.webmart.de/f.cfm?id=2165073&r=threadview&t=3864164&pg=1

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