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VEREINIGUNG (AK) 17.JUNI 1953 e.V.

(Ehem. „Komitee 17.Juni“ von 1953)

Berlin, 16.Juni2018/cw – Am einzigen originären Denkmal des 17. Juni 1953 in Deutschland, am sogen. „Holzkreuz“ in Berlin-Zehlendorf (Höhe Kleeblatt) in der Potsdamer Chaussee (Mittelstreifen) enthüllt heute die Vereinigung 17. Juni um 18:00 Uhr anlässlich der seit Jahrzehnten vor Ort durchgeführten Gedenkfeier eine neue Gedenktafel, die an die Opfer des Volksaufstandes von 1953 und an die beiden ersten Vorsitzenden des Vereins erinnert.

Die Erneuerung war nach Jahrzehnten notwendig geworden. „Da sich die zuständige Bezirksverwaltung trotz entsprechende Beschlüsse der BVV aus dem Jahr 2015 nach wie vor damit schwer tut, die Gedenkstätte zu erneuern, wollten wir nicht jahrelang auf Entscheidungen warten,“ erklärte Vorstandssprecher Holzapfel. „Mit der Erneuerung der Gedenktafel haben wir auf eigene Kosten unseren Beitrag geleistet und hoffen nunmehr auf eine Bewegung der Verwaltung.“

Mit den beiden ersten Vorsitzenden der Vereinigung ehrt der Verein Friedrich Schorn, Streikführer der Leunawerke „Walter Ulbricht“ in Merseburg und Manfred Plöckinger, Bauarbeiter an der Stalinallee, der den Streik der Bauarbeiter, der in den Aufstand mündete, mitorganisierte. Plöckinger wurde zu einer Zuchthausstrafe verurteilt, Schorn gelang die Flucht nach West-Berlin.

Der Verein wurde unter seinem jetzigen Namen am 3. Oktober (!)1957 als Nachfolger des nach dem Aufstand gegründeten „Komitee 17.Juni“ in das Vereinsregister eingetragen.

An der heutigen Gedenkstätte stand bis 1955 ein sowjetischer sogen. „Stalin-Panzer“. Gegenüber der Panzerkanone errichteten Aufstandsteilnehmer und Jugendliche aus West-Berlin am 25.Juni 1953 das Holzkreuz, das zuvor durch die West-Berliner Bezirke getragen worden war.

Im Juni 1954 wurde vor Ort der sogen. „Russenstein“ in Anwesenheit des eigens aus New York angereisten letzten demokratischen Ministerpräsidenten Russlands, Alexander Fjodorowitsch Kerenski, eingeweiht. Er erinnert an die Soldaten und Offiziere der Roten Armee, die sich weigerten, 1953 auf deutsche Arbeiter zu schießen und – nach bisher nicht bestätigten Berichten – deswegen standrechtlich erschossen wurden. Bemühungen der Vereinigung, diesen Teil der Aufstandsgeschichte aufzuklären, scheiterten bisher am Desinteresse der Russischen Behörden und deutscher Institutionen, wie der Stiftung Aufarbeitung.

Der Vorstand

VEREINIGUNG (AK) 17.JUNI 1953 e.V.

Carl-Wolfgang Holzapfel

Vorsitzender

 

 

 

Berlin, 21.04.2013/cw – Mehrere Nachrichtenagenturen und  -dienste melden heute, daß die Bundesregierung 60 Jahre nach dem Volksaufstand von 1953 die Akten der „Organisation Gehlen“, dem Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes (BND), zum Volksaufstand freigegeben habe. Sie beziehen sich übereinstimmend auf Meldunge des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL (http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/westdeutsche-geheimdienstakten-zu-ddr-aufstand-1953-freigegeben-a-895531.html).

Nach diesen ersten  Mitteilungen glaubte die Organisation Gehlen an einen von den Sowjets selbst inszenierten Putsch, der dann  außer Kontrolle geraten sei. Zwar habe die Organisation „mehrere hundert Agenten“ in der einstigen  DDR geführt, von diesen aber nur spärliche Informationen erhalten, da Westberlin während des Aufstandes abgeriegelt gewesen sei. Informationen seien aber überwiegend direkt in Westberlin übermittelt worden. So habe die Organisation Gehlen wohl eher spekuliert als über nachweisbare Informationen verfügt. Daher habe der Dienst „das Ausmaß der Rebellion unterschätzt“ und andererseits die „Zahl der Toten überschätzt.“

In einer ersten Reaktion teilte die in Berlin ansässige Vereinigung 17. Juni 1953 mit, es handele sich hier nicht um „exclusive Neuigkeiten.“ Einstige Aufstandsführer hätten schon damals – nach dem Aufstand – die „Mär von einem Putsch westdeutscher Agenten“ in das Reich der Fabel verwiesen. Allerdings wurde bereits nach dem Aufstand unter ehemaligen Teilnehmern über eine „indirekte Auslösung oder Beförderung der Unruhen durch interessierte sowjetische Kreise“ spekuliert. So wurden Gerüchte kolportiert, ein hoher sowjetischer Vertreter habe sogar politische Oppositionelle im Zuchthaus Bautzen kontaktiert, um über eine Ablösung Ulbrichts, des damaligen SED-Chefs und DDR-Diktators zu eruieren.

Friedrich Schorn, einst Streikführer in den Leuna-Werken, berichtete seinerzeit gar über „Angebote einer Sowjet-Delegation“, in eine neue DDR-Regierung eintreten zu können. Vorraussetzung sei die Akzeptanz von mindestens fünf durch die Sowjets bestimmte Minister. Schorn habe dieses „Diktat“ abgelehnt und war kurz darauf nach Westberlin geflüchtet.

Der Sprecher des Vereins, der Friedrich Schorn noch selbst gekannt hat, verweist allerdings darauf, daß zwar Verhandlungen mit einem sowjetischen Kommandeur vor Ort verifiziert seien, wohl die einzige Ausnahme während des Aufstandes, hingegen bisher nicht die von Schorn kolportierten Angebote bezüglich eines DDR-Kabinetts. „Das bleibt im Raum und harrt der Aufklärung,“ so der Sprecher. Begrüßenswert sei allemal die Öffnung des Gehlen-Archivs. Spezifischer würden allerdings die offenbar vorhandenen Tagebücher des seinerzeitigen  Geheimdienstchefs der UdSSR, Lawrenti Beria, Auskunft geben können. Ein Historiker und nachfolgender General in der jetzt ukrainischen Armee habe Ende der neunziger Jahre bei einem  Gespräch in  München erklärt, er habe Zugang zu diesen Tagebüchern und werde dem Wunsch entsprechend speziell nach Einträgen  zum 17. Juni 1953 forschen. Nach dessen Ernennung zum General sei der Kontakt des jetzigen Vorsitzenden der Vereinigung zu dem Historiker allerdings abgebrochen.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Tel.: 030-30207785

 

 

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