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Berlin, 21.03.2014/cw – Erst erklärte er seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur für den Bundesvorstand, dann wurde er zum Vorsitzenden der Bezirksgruppe Berlin gewählt: Hugo Diederich, derzeit noch Bundesvorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) und Fernsehrat des ZDF.

Laut Satzung finden vor einer Generalversammlung jeweils Hauptversammlungen der örtlichen Bezirksgruppen statt, auf denen ein neuer Vorstand und jeweils ein Delegierter samt Stellvertretung für die Generalversammlung, dem obersten  Organ des ältesten und derzeit noch größten Opferverbandes gewählt wird. So hatte der „Kommissarische Vorsitzende“ der BG Berlin, eben Hugo D., zur diesjährigen Versammlung in das Hochhaus am Zoo eingeladen, da sich der bisherige Vorstand im Sommer letzten Jahres „verabschiedet“ hatte. Von den derzeit 113 Mitgliedern waren 24 der Einladung gefolgt, allerdings kein Mitglied des bisherigen BG-Vorstandes, wie Dr. Frieder Weiße und Edda Schönherz.

So mußte gleich am Anfang die Tagesordnung geändert werden, weil ohne die bisherigen Vorstandsmitglieder kein Rechenschaftsbericht abgegeben werden konnte und somit auch eine Entlastung nicht möglich war und daher mit großer Mehrheit abgelehnt wurde.

Empörung, Verzweiflung, Fatalismus

Die Versammlungsleitung übernahm auf Antrag die stv. Bundesvorsitzende Maybritt Krüger. Angesichts der gegenwärtigen Situation um den Verein kam es zu lebhaften Diskussionen, in denen Empörung und Verzweiflung, stellenweise aber auch Fatalismus zum Ausdruck kamen.

Hugo Diederich hatte zuvor seitens des Bundesvorstandes die „zahlreichen Gerüchte“ um  den Verein angesprochen und dabei u.a. den Bericht des BERLINER KURIER kritisiert, der von einem AUS der VOS „innerhalb von vierzehn Tagen“ geschrieben habe. Hingegen sehe er „gute Chancen für den Verein,“ da die Forderungen in Höhe von 104.000 Euro aus rückständigen Sozialversicherungsbeiträgen „erst einmal vom Tisch“ seien: „Wir haben Vereinbarungen getroffen, nach denen wir an eine Kasse ab November letzten Jahres monatlich 500 Euro und an eine zweite Kasse ab Januar monatlich 900 Euro rückzahlen,“ sagte Diederich. Solange diese Zahlungen regelmäßig geleistet werden würden, stehe keine Insolvenz ins Haus, zumal die VOS „finanziell gut aufgestellt“ sei. Im Übrigen laufe noch ein Verfahren vor dem Sozialgericht, das feststellen solle, dass diese Sozialbeiträge nicht mutwillig sondern in Unkenntnis der Rechtslage vorenthalten wurden. Sollte das Gericht, wie von der VOS beantragt, entscheiden, „sind wir außen vor, weil dann nur ein  Rückgriff auf die letzten vier Jahre“ möglich sei. Bei einer negativen Entscheidung stände „eine  Rückforderung für die letzten zehn Jahre“ ins Haus.

Ein Tag nach der Wahl: BG-Vorsitzender als Landesvorsitzender auf der VOS-Seite

Ein Tag nach der Wahl:
BG-Vorsitzender als Landesvorsitzender auf der VOS-Seite

Für die Wahl zum Vorsitzenden der Bezirksgruppe Berlin stand als Kandidat nur der amtierende Bundesvorsitzende zur Verfügung. Er wurde mit 16 gegen 6 Stimmen bei 2 Enthaltungen gewählt. Zum stv. Vorsitzenden wurde Reiner Buchwald ebenfalls mit 16 Stimmen bei zwei Enthaltungen gewählt; sechs Stimmen entfielen auf einen weiteren Kandidaten. Die durch die Satzung vorgesehene Wahl einer Schriftführerin entfiel mangels einer Kandidatur. Die vom neuen BG-Vorsitzenden „prophylaktisch vorgeschlagene“ Wahl eines Kassenführers „für den Fall einer künftigen eigenen Kassenführung“ wurde mehrheitlich abgelehnt, ebenfalls die Wahl eines Kassenprüfers.

Rederecht auf Generalversammlung und Ausschluss aus Verein

Als Delegierter zur Generalversammlung wurde ebenfalls Reiner Buchwald gewählt, als Stellvertreter Carl-Wolfgang Holzapfel. Ein Delegierter (von rund sechzig Delegierten) vertritt lt. Satzung je 15 Mitglieder einer BG mit jeweils einer Stimme.

Von der Versammlung wurden auch verschiedene Anträge an die Generalversammlung und die BG Berlin diskutiert. Mit großer Mehrheit wurde die Generalversammlung gebeten, in Anbetracht der gegenwärtigen Situation angereisten einfachen Mitgliedern ausnahmsweise ein Rederecht auf der Versammlung einzuräumen.

Heftige Diskussionen entstanden um zwei Anträge, die den Ausschluss bisheriger Mitglieder beinhalteten. In einem einstimmig angenommenen Antrag wird der alte BG-Vorstand wie der Bundesvorstand gerügt, bereits vorgelegte entsprechende Anträge gegen Ronald Lässig und Frieder Weisse nicht positiv entschieden zu haben und diese erneut zu behandeln. So wurde dem vormaligen stv. Bundesvorsitzenden Lässig in der Antragsbegründung erneut „vereinsschädigendes Verhalten“ vorgeworfen.

Die gleichen Vorwürfe wurden  gegen den bisherigen Berliner  BG-Vorsitzenden Frieder Weiße erhoben. Außerdem habe dieser nach einer wissenschaftlichen Publikation und eines Zeitzeugenberichtes durch einen Betroffenen während seiner DDR-Haft Personen an die Stasi verraten, die infolge zu hohen Haftstrafen verurteilt worden waren. Ein solcher „Kamerad“ könne nicht Mitglied der VOS sein, hieß es in dem mit großer Mehrheit (20:0:3) angenommenen Antrag auf Ausschluss.

Weisse hatte erst kürzlich ein Gerichtsverfahren gegen die einstige Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld verloren, der er untersagen lassen wollte, weiter Vorwürfe auf finanzielle  Unregelmäßigkeiten in der VOS zu untersuchen.

Ob zumindest die Berliner Gruppe der VOS nach den Neuwahlen zur angestrebten  Ruhe kommt, bleibt fraglich. Zumindest dürfte der aktuelle Eintrag auf der offiziellen VOS-Seite für erneute Diskussionen sorgen. Einen Tag nach der Versammlung wird dort der neu gewählte Vorsitzende der Bezirksgruppe als Vorsitzender der „Landesgruppe“ Berlin ausgewiesen.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 12.03.2012/cw – Jetzt erreicht die Debatte um Verstrickungen mit der DDR-Stasi auch den ältesten Veteranen-Verband der Diktatur-Opfer. Auslöser diesmal: Die „Vorwahlen“ zu der in diesem  April stattfindenden Generalversammlung. Satzungs- und traditionsgemäß wählen die Mitglieder in den einzelnen Gliederungen (Bezirksgruppen) ihre(n) Delegierte(n) zur anstehenden Generalversammlung, die alle zwei Jahre tagt und nicht nur einen neuen Bundesvorstand wählt, sondern auch Satzungsänderungen beschließt.

Während in den einzelnen Bezirksgruppen entsprechende Versammlungen seit geraumer Zeit ohne große Aufregung abliefen, gab es auf der am vergangenen Freitag durchgeführten Bezirksversammlung Berlin bemerkenswerte Wortmeldungen, die allerdings erst im  Nachklang Aufregung und Unmut auszulösen scheinen. Dem Berliner Verband wird in der VOS stets eine besondere Aufmerksamkeit zuteil, weil der VOS-Bundesvorstand in Berlin nicht nur seinen Sitz hat sondern der Bezirksgruppe bis zum Ausscheiden von Ronald Lässig zwei Stellvertreter und mit dem Bezirksgruppenvorsitzenden ein Beisitzer des Bundesvorstandes angehören.

Johannes Rink tritt nicht mehr für den Vorsitz an

Der langjährige Bundesvorsitzende Johannes Rink (Magdeburg) war denn auch eigens angereist, um der Bezirksversammlung seinen Abschied als Bundesvorsitzender zu übermitteln. Rink bedauerte die Querelen innerhalb des Verbandes: „Dafür stehe ich nicht mehr zur Verfügung.“

Während die Ausführungen des Vorsitzenden ohne große Debatten zur Kenntnis genommen wurden, entzündete sich ein Wortgefecht aus Zitaten, die ein VOS-Mitglied aus Anlass der erneuten Kandidatur von Dr. Frieder Weiße als Bezirksvorsitzender der Versammlung zur Kenntnis gab. In dem 1994 verlegten Buch „Theologiestudenten der Humboldt-Universität – Zwischen Hörsaal und Anklagebank“ von Dietmar Linke wird über den wiedergewählten Berliner VOS-Bezirksvorsitzenden zitiert:

Das Buch sei eine Erfindung, wird jetzt behauptet. Äußerungen über F.W. unterstrichen.

Am 5. August ´69 erfolgte also meine Festnahme.  F.W. hatte in der Haft immer wieder schön erzählt. Wir sind gegenübergestellt worden. Er blieb bei seiner Aussage, ich bei meiner. … (siehe Faksimile im Kasten).

Und an anderer Stelle berichtet Olaf Schütze unter „Die Stasi hat zugeschlagen“:

Diese Fahrt habe ich 1967 gemacht. Das war´s  eigentlich auch. Zwei Jahre später wurde ich deswegen verhaftet. Der Grund war, daß F.W. bei seinen Vernehmungen durch das MfS in Ost-Berlin geschwatzt hat, über alles mögliche, was er wusste, bis ins Detail. Das muß im  Frühjahr 1969 gewesen sein…“ (siehe Faksimile im Kasten).

„Es gibt wohl kaum jemanden, der der Stasi nichts erzählt hat“

Auf den Vortrag erwiderte VOS-Vorstandsmitglied Dr. Weiße: „Ich glaube kaum, dass es hier im Raum jemanden gibt, der nicht das eine oder andere der Stasi erzählt hat.“ Die Empörung über diese „pauschale Diffamierung aller Opfer“ dämpfte die Stellvertreterin von Weiße: „Wenn Frieder das getan hätte, was ihm hier vorgeworfen wird, würde er keine Opferrente bekommen.“

Da die Versammlung trotz dieses teils hitzigen Wortgefechtes nach zwei Stunden und erfolgreich durchgeführten Wahlen (an denen sich Mitglieder aus einer anderen Bezirksgruppe beteiligten) beendet wurde, hätte auch der Berliner Verband zur Tagesordnung übergehen können, wäre da nicht das vertrackte Internet, in dem die begonnene Diskussion um mögliche Verstrickungen des VOS-Funktionärs ihre Fortsetzung fanden.

Im Gästebuch der Vereinigung 17. Juni (http://www.brainstorm-books.com/gaestebuch_von_17juni1953.html)  hatte sich ein Versammlungsteilnehmer mit Fragen an den Administrator und den Buch-Zitierer mit der Bitte um Einzelheiten zu den vorgetragenen Vorwürfen gewandt. Auch in zumindest einem anderen Forum (http://www.sed.stasiopferinfo.com/phpBB2/viewtopic.php?t=1747&postdays=0&postorder=asc&start=360) erschienen zwischenzeitlich (heute) entsprechende Berichte.

Einzelheiten auf den Seiten 266-267 - Erfindungen?

Foren –Betreiber anonym telefonisch bedroht

Konnte man die bisher geführte Diskussion unter der notwendigen  Klärung seinerzeitiger Vorgänge einordnen, scheint der Vorgang jetzt eine eigene Dynamik zu entwickeln. So wurde ein Forenbetreiber telefonisch, natürlich anonym, bedroht. Man forderte diesen ultimativ auf, die ID-Nummern seiner Foren-Gäste „umgehend mitzuteilen“ und „Verleumdungen übelster Art“ zu unterlassen. So gäbe es „zum Beispiel das behauptete Buch gar nicht, folglich könnten darin  auch nicht die verbreiteten Zitate des Dr. Frieder Weiße stehen“.

Mitglieder der Vereinigung der Opfer des Stalinismus sind entsetzt und tragen sich ernsthaft mit dem Gedanken, die altehrwürdige Vereinigung endgültig zu verlassen. Es könne nicht angehen, dass jede Diskussion mit fragwürdigen Mitteln unterbunden werde und nur noch von OBEN bestimmt werde, was in „unserem Verband“ geschehen oder diskutiert werden dürfe. So eine der zahlreichen Stellungnahmen. Auch die Kandidatin der LINKE-Partei, Beate Klarsfeld, wurde bereits ironisch ins Feld geführt. Diese wäre unter den obwaltenden Zuständen eine „repräsentative Vorzeigefrau“. Allerdings brauche man keinen Verband der Oligarchen  des Stalinismus, auch wenn man dann  das bekannte, bisher werbewirksame Kürzel beibehalten könnte. Eher brauchten wir wieder einen Verband, der sich auf seine Herkunft besinne und sich den Aufgaben der Gegenwart und Zukunft widme, so die Zusammenfassung diverser Stellungnahmen.

Indessen hat sich die Mitgliederzahl der VOS von 2009 (12.000) bis 2012 deutlich verringert. Nach Mitteilung des VOS-Bundesvize und Geschäftsführers auf der Berliner Versammlung beträgt die aktuelle Mitgliederzahl 1.903 Mitglieder.

V.i.S.d.P.: C.W.Holzapfel, Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

DAS ERSTE kontert Maybrit Illner und Gesine Lötzsch

Berlin, 15.01.2011/cw – Es geht also – wenn man will. Während das ZDF nach heftigen Protesten schnell noch einen Trailer mit dem UOKG-Vorsitzenden Rainer Wagner in der Gedenkstätte Hohenschönhausen produzierte, um den Dachverband der SED-DDR-Opfer wenigstens in der Sendung sichtbar zu machen, geht die ARD einen anderen Weg. Für die Sendung „Anne Will“ (kommenden Sonntag, 16.Januar, um 21:45 Uhr) wurde der Berliner Landesvorsitzende der VOS, Dr. Frieder Weiße, und seine Stellvertreterin zur Sendung eingeladen. Bereits gestern wurden nach Angaben des VOS-Bundesvorstandes entsprechende Einspielungen mit den VOS-Vertretern gedreht, damit die Gäste der Talk-Runde

Rainer Brüderle (FDP), Bundeswirtschaftsminister, Oskar Lafontaine (Die Linke), saarländischer Fraktionsvorsitzender, Christoph Butterwegge, Politikwissenschaftler und Armutsforscher, Aelrun Goette, Regisseurin und Jan Fleischhauer, Journalist

auf die unerhörten Vorgänge vor der Berliner URANIA am Samstag vor einer Woche eingehen können. Besonders Oskar Lafontaine dürfte hier gefragt sein, nachdem seine Nachfolgerin als Bundesvorsitzende der LINKEn, Gesine Lötzsch, erbärmliche Mühe hatte, auf die kritischen Anwürfe bei Maybrit Illner (ZDF, 13.01., 22:15) halbwegs passable Antworten zu finden. Auch die Gelegenheit, sich für die brutalen Schläge von Links-Extremisten am Rande der Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu entschuldigen oder wenigstens ihr deutliches Bedauern zu bekunden, ließ Gesine Lötzsch ungenutzt verstreichen. Ob Oskar dazu Worte findet?

Die unglücklich agierende Vorsitzende hatte im Vorfeld der 16. Luxemburg-Konferenz die Weg-Suche nach dem Kommunismus „in der Opposition oder der Regierung“ formuliert. Gegen diese Gedanken, eine von Verbrechen ungeahnten Ausmaßes flankierte Ideologie erneut zu beleben, protestierte nicht nur eine empörte Öffentlichkeit. Mehrere Gruppen, so die Vereinigung 17. Juni und Pro Deutschland, hatten unabhängig voneinander bei der Polizei Protestveranstaltungen vor der URANIA angekündigt.  Auch die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) wollte mitwirken und vereinbarte kurzfristig für den frühen Abend einen Presse-Termin, um die berechtigte Empörung der Diktatur-Opfer medienwirksam zum Ausdruck zu bringen. Als man sich zum Presse-Meeting aufbauen wollte, wurden die etwa sechs VOS-Funktionäre unerwartet von gewaltbereiten Links-Extremisten angegriffen und mit Faustschlägen traktiert. Die ebenfalls anwesende Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld wurde mit Stiefeln in den Bauch getreten. Während sich der verantwortliche Pressesprecher und die stellvertretende Landesvorsitzende in Sicherheit bringen konnten, wurde der VOS-Landesvorsitzende so schwer am Auge verletzt, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Nun hoffen die Opfer und Verfolgten der SED-DDR-Diktatur, dass die anwesenden Vertreter der VOS nicht nur „eingespielt“ werden, sondern sich besonders Frieder Weiße selbst und unmittelbar zu den Vorgängen äußern darf. Immerhin nahm der stv. Bundesvorsitzende Hugo Diederich, der ebenfalls verletzte Rainer Buchwald und weitere VOS-Mitglieder an der anschließenden Demonstration bis zum polizeilich angesagten Ende teil.

V.i.S.d.P.: Vorstand Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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