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Als Dichter war er unterschätzt. Am Ende applaudierte ihm die AfD. Jetzt ist Ulrich Schacht mit 67 Jahren in Schweden gestorben.

von Gregor Dotzauer

Das Schicksal meinte es von Anfang an nicht gut mit ihm. Schon seine Geburt im erzgebirgischen Frauengefängnis Hoheneck am 9. März 1952, wo seine Mutter als Antikommunistin einsaß, machte ihn zum Außenseiter. 21 Jahre später kam Ulrich Schacht wegen „staatsfeindlicher Hetze“ selbst in Haft. Von seinen sieben Jahren Gefängnis verbüßte er indes nur einen Teil: Im Herbst 1976 kaufte ihn die Bundesrepublik frei. Doch er blieb traumatisiert. Erzählerisch wusste er seine Geschichte wie in seinem letzten, autobiografisch geprägten Roman „Notre Dame“ (Aufbau) kühl zu halten, und dem naturlyrischen Feinsinn des Dichters waren die Verletzungen nicht anzumerken. Den Staatsbürger prägten sie umso mehr: Sein Hass auf alles Linke trug selbst ideologische Züge. Er wurde einer von denen, die der DDR-Sozialismus in der Bundesrepublik in die rechte Ecke trieb.

Er fand Aufnahme bei der „Welt“ in Hamburg

Im Osten hatte der gläubige Christ zuletzt evangelische Theologie studiert. Im Westen stürzte er sich auf Philosophie und Politikwissenschaft und fand als Kulturjournalist Aufnahme bei der „Welt“ in Hamburg, die schon rechtskonservativen DDR-Philosophen wie Günter Zehm Obdach gewährt hatte. Dietrich Bonhoeffers „Ethik“ wurde für ihn so wichtig wie Albert Camus’ „Mensch in der Revolte“.

Zu den Umwegen seines langen Wegs nach rechts gehören 16 Jahre SPD-Mitgliedschaft. Die Abkehr war nicht zu übersehen. 1994 gab er zusammen mit Heimo Schwilk „Die selbstbewusste Nation“ heraus, eine Gründungsschrift der Neuen Rechten. 1998 floh er das wiedervereinigte Land und sein politisches Klima. In Skåne län, Schwedens südlichster Provinz, fand er eine neue Heimat, die ihn zu zahlreichen Versen inspirierte. In seinem Haus in Förslöv ist er nach einem Herzinfarkt nun mit 67 Jahren gestorben. Erzrechte wie Götz Kubitschek und Michael Klonovsky, Alexander Gaulands persönlicher Referent, haben ihm schon nachgerufen. Es steht zu befürchten, dass dieser hochgebildete, als Schriftsteller unterschätzte Mann, der sich politisch in fragwürdigen Kreisen aufgehoben fühlte, davon geehrt gewesen wäre.

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-von-ulrich-schacht-der-lange-weg-nach-rechts/23087514.html

* Gregor Dotzauer (* 13. Mai 1962 in Bayreuth) ist ein deutscher Literaturkritiker, Essayist und Kulturredakteur. Als Essayist und Literaturwissenschaftler hat Dotzauer für text + kritik, Kursbuch, Sinn und Form sowie für den Hörfunk geschrieben, wie zum Beispiel für den Deutschlandfunk Köln oder das Deutschlandradio Kultur. Daneben moderierte er Podiumsdiskussionen und Autorengespräche. Seit 1999 ist Dotzauer Literaturredakteur des Berliner Tagesspiegels (wikipedia).

Weitere Nachrufe:

https://www.boersenblatt.net/artikel-der_aufbau_verlag_trauert.1519075.html

http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Wismar/Autor-Ulrich-Schacht-ist-gestorben

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ehemaliger-dresdner-stadtschreiber-ulrich-schacht-ist-verstorben-15793397.html

https://m.sz-online.de/nachrichten/ehemaliger-stadtscheiber-verstorben-4015790.html

https://www.mz-web.de/kultur/freigekauft-und-freigedacht-zum-tod-des-autors-ulrich-schacht-31323588

 

Eine Information der Redaktion „Hohenecker Bote“

Lange Nacht der Museen“ Berlin

Samstag, 25. August 2012, 21.00 Uhr

„Schattenfrauen“
Themenabend über die politische Inhaftierung von Frauen in der DDR

Ort: Bildungszentrum des BStU
Zimmerstraße 90
10117 Berlin

Die Schauspielerin und Autorin Reinhild Solf liest aus ihrem Roman „Schattenfrauen“. Im Mittelpunkt des Buches stehen die fiktiven traumatischen Erinnerungen von Frauen an ihre Stasi-Haft. Anschließend berichtet die Journalistin und Zeitzeugin Edda Schönherz von ihren persönlichen Erfahrungen im Frauengefängnis Hoheneck und ihrem Engagement für die Erinnerung an das Schicksal politisch Inhaftierter in der DDR.

Der BStU ist Mitveranstalter der Langen Nacht der Museen. Daher gelten für diese Veranstaltung die Eintrittspreise der Langen Nacht der Museen. Der Preis pro Ticket beträgt 18 EUR, ermäßigt 12 EUR.

Veranstalter:     Kulturprojekte Berlin GmbH
Mitveranstalter: Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen

Filmwoche im Kloster Reute

25. Aug. – 01. Sept. 2012

Di, 28.08.2012,  19.30 Uhr: „Es ist nicht vorbei“

Carola Weber erschrickt bis ins Mark, als ihr Mann Jochen ihr seinen neuen Kollegen aus dem Krankenhaus vorstellt: Diese Stimme kennt sie aus der Haft im DDR-Frauengefängnis Hoheneck …

Regie: Franziska Meletzky, ab 12. J., 90 Min. (D 2010)

http://www.ebo-rv.de/fileadmin/mediapool/einrichtungen/E_bildungswerk_oberschwaben/TAU-WERK_Filmprogramm_Flyer_2012_web.pdf

Stadtbibliothek Magdeburg

„Der dunkle Ort“

25 Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck
18.09.2012 um 19:30 Uhr

Zentralbibliothek, Lesecafé Eselsohr

Lesung Dirk v. Nayhaus / Maggie Riepl

In Kooperation mit der Landezentrale für politische Bildung  Sachsen-Anhalt

Eintritt frei

http://www.magdeburg-stadtbibliothek.de/veranstaltungen/veranstaltung.php?id=1398820

Donnerstag, 18.10.12, 19:00 Uhr, Ev. Samariter-Kirche, Berlin

„Der dunkle Ort“, 25 Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck

Dirk von Nayhauß und Maggie Riepl haben 25 Frauen porträtiert, die in Hoheneck inhaftiert waren. Eine davon ist Helga Müller. Sie berichtet darüber und liest aus dem Buch.

Gemeindehaus, Samariterstr. 27, 10247 Berlin

http://www.gsfn.de/termine/veranstaltungen/

Stadt und Schulbücherei Lauenburg

Dieses Buch kratzt sicher nur an der Oberfläche zum Thema politische Gefangene der DDR, aber es vermittelt einen ersten Eindruck zu einem weiteren dunklen Kapitel der deutschen Geschichte. Es gehörte für die zu Wort kommenden Frauen sicher viel Mut dazu, diesen Teil ihrer eigenen Vergangenheit der Öffentlichkeit zu offenbaren. Wir wünschen jedenfalls diesem Buch, das bei den Biografien zu finden ist, viele aufmerksame Leser!

http://buechereilauenburg.wordpress.com/2012/07/29/der-dunkle-ort-hoheneck/

KASSENÄRZTLICHE VEREINIGUNG SACHSEN

Zur Lektüre empfohlen

Ein Buch gegen das Vergessen!
Dirk von Nayhauß/Maggi Riepl

Der dunkle Ort
25 Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck;  2012.
142 Seiten mit 100 Abbildungen.
Format 17 x 24 cm.
Paperback. Euro 19,95
be.bra wissenschaft verlag GmbH,
Berlin-Brandenburg
ISBN 978-3-937233-99-4

http://www.kvs-sachsen.de/mitglieder/kvs-mitteilungen/2012//zur-lektre-empfohlen/?drucken=1

Information des be.bra Verlages zu

Der dunkle Ort

25 Schicksale aus dem DDR Frauengefängnis Hoheneck:

„Bautzen kennt jeder, in der dortigen Justizvollzugsanstalt saßen die Männer ein. Die wenigsten aber wissen, dass es in der DDR auch ein Frauengefängnis mit ähnlich brutalen Zuständen gab: die Strafvollzugsanstalt Hoheneck im sächsischen Stollberg. Eine Burg mit hohen Mauern, Stacheldraht und Elektrozäunen. Hier saßen nicht nur Kriminelle, sondern auch Regimegegnerinnen und Republikflüchtige. Die Gefangenen litten unter Kälte, minderwertigem Essen und dem brutalen Wachpersonal. In drei Schichten wurde Tag und Nacht in den Gefängnisbetrieben gearbeitet. 1961 kamen immer mehr Republikflüchtlinge. In den 1970er Jahren saßen zeitweise über 1.600 Frauen in dem hoffnungslos überbelegten Zuchthaus. Die Opfer des SED-Regimes werden öffentlich kaum wahrgenommen. Doch Leidtragende einer Diktatur dürfen nicht vergessen werden. In dem Buch erzählen 25 Frauen, die zwischen 1949 und 1989 als Politische Gefangene inhaftiert waren, von ihren Erlebnissen in Hoheneck.“

Berufskolleg des Kreise Kleve

Ein Sachverhalt wird erklärt – 10.04.2012

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchte Frau Heidrun Breuer, Mitverfasserin des neu erschienenen Buches „Der dunkle Ort“, in dem Frauen über ihr Schicksal mit der Stasi berichten, das Berufliche Gymnasium für Wirtschaft und Verwaltung am Berufskolleg Kleve. Sie berichtete den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 13 über ihr Leben in der DDR, wobei ihre Zeit als Inhaftierte im DDR-Gefängnis Hoheneck den Schwerpunkt bildete. ….

http://www.berufskolleg-kleve.de/news_details+M57ddf19e32a.html

 

Freie Presse shop

Bestell-Nr.: 3937233994

Die Strafvollzugsanstalt Hoheneck im sächsischen Stollberg war in der DDR ein Frauengefängnis, in dem ähnlich brutale Zustände herrschten wie in der Justizvollzugsanstalt Bautzen für Männer. Eine Festung mit hohen Mauern, Stacheldraht und Elektrozäunen. Hier waren nicht nur Kriminelle, sondern auch Regimegegnerinnen und Republikflüchtige eingesperrt. In den 1970er Jahren befanden sich zeitweise über 1.600 Frauen in dem hoffnungslos überbelegten Gefängnis.
Die Opfer des SED-Regimes werden öffentlich kaum wahrgenommen, doch Leidtragende einer Diktatur dürfen nicht vergessen werden. In diesem Buch erzählen 25 Frauen, die zwischen 1949 und 1989 als Politische Gefangene inhaftiert waren, von ihren Erlebnissen in Hoheneck.

19,95 €

http://shop.freiepresse.de/Der-dunkle-Ort

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/KULTUR/Buch-zeigt-Schicksal-von-25-Frauen-im-Zuchthaus-Hoheneck-auf-artikel8001764.php

 

SZ-Shop (Süddeutsche Zeitung)

Der dunkle Ort

Maggie Riepl, Dirk von Nayhauss

Verlag: Bebra Verlag
Taschenbuch
Geisteswissenschaften/Kunst/Musik
142 Seiten
Sprache: Deutsch
Abbildungen: 120 Farbige und Schwarz-Weiß-Abb.

 

Verfügbar – versandfertig innerhalb
von 1 bis 2 Werktagen

19,95 €

http://sz-shop.sueddeutsche.de/mediathek/shop/Produktdetails/Buch+Der_dunkle_Ort+Maggie_Riepl_und_Dirk_von_Nayhauss/7545486.do;jsessionid=515A202AEA10BA2470568C8B841AEDE5.rilke:9009

Bundeszentrale für politische Bildung

Berichte politischer Häftlinge aus vier Jahrzehnten von SBZ- und DDR-Geschichte
20.6.2012

Von etlichen der ca. 250.000 politischen Häftlinge der SBZ und DDR liegen inzwischen Zeitzeugenberichte vor. Drei Neuerscheinungen:

  • Dirk von Nayhauß, Maggie Riepl: Der dunkle Ort. 25 Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck, Berlin: be.bra 2012, 142 S., € 19,95, ISBN: 9783937233994.
  • Harald Beer: Schreien hilft dir nicht … Ein Augenzeugenbericht mit Dokumentenanhang, Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2011, 249 S., € 24,–, ISBN: 9783865835710.
  • André Baganz: Endstation Bautzen II. Zehn Jahre lebenslänglich, Halle (S.): Mitteldeutscher Verlag 2011, 328 S., € 16,90, ISBN: 9783898127639.

http://www.bpb.de/geschichte/138885

V.i.S.d.P.: Förderverein Begegungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V., Tel.: 030-30207778 – Zusammenstellung der vorstehenden  Internet-Veröffentlichungen: Redaktion „Hohenecker Bote“. Für die jeweiligen Inhalte übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

                        Hinweis: Dies ist unser 500. Beitrag seit dem 20. März 2010                                             Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V.

Dresden, 25.07.2012/cw – Das halbjährlich erscheinende „Sächsische Archivblatt“ geht in seiner jüngsten  Ausgabe (Heft 1 / 2012) ausführlich auf den Besuch des Bundespräsidenten Dr. Christian Wulff am 13. Mai 2011 im ehemaligen  Frauenzuchthaus Hoheneck ein (Redaktionsschluss der aktuellen Ausgabe: 12. März 2012).

Raymond Plache, Autor des Beitrages (Seite 25) und Leiter der Außenstelle Chemnitz des Sächsischen Staatsarchivs, verhehlt nur mühsam seine Begeisterung über den hohen Besuch, mit dem der Bundespräsident „ein deutliches Zeichen  seiner Anteilnahme am Schicksal der politisch Inhaftierten“ setzte. Plache betonte, dass „auch das Staatsarchiv Chemnitz an der Ausgestaltung eines Programmpunktes beteiligt“ war. Plache: „Seit einigen  Jahren bestehen regelmäßige Kontakte zu Tatjana Sterneberg, der Organisatorin der Veranstaltung, und zu Carl-Wolfgang Holzapfel, der sich für den Frauenkreis stark engagiert.“ Bei einem Besuch im Staatsarchiv sei die Idee entstanden, „dem Bundespräsidenten anhand von Originalunter-lagen aus dem Frauengefängnis Hoheneck die dortigen Zustände zu erläutern.“

Nachdem Plache den Beginn der Veranstaltung mit der feierlichen Kranzniederlegung anführte, schildert er eindrucksvoll den Part des Staatsarchivs im Programm: „In einem Zellentrakt war der Pressepoint aufgebaut, an dem Bundespräsident Wulff und seinen Begleitern durch den Leiter des Staatsarchivs Chemnitz drei Akten aus dem Archivbestand der ehemaligen Strafvollzugsanstalt Hoheneck präsentiert wurden. Am Beispiel ausgewählter Seiten eines Rapportbuches des medizinischen Dienstes aus den Jahren 1982 und 1983, in denen Namen Betroffener mittels aufgelegter Folien anonymisiert waren, konnte der physische und psychische Zustand der Gefangenen dargestellt werden. Allein für den Zeitraum vom Mai 1982 bis Dezember 1983 sind über das Rapportbuch u. a. 11 Suizid- und Suizidgefährdungsfälle, ein Tbc- und ein weiterer Tbc-Verdachtsfall sowie zahlreiche Fälle von Nahrungsverweigerungen nachweisbar.“

Der Bundespräsident und die begleitende Wissenschaftsministerin, Frau Prof. Dr. Sabine Freifrau von Schorlemer brachten Plaches Ausführungen großes Interesse entgegen und waren „vor allem von der Aussagekraft der archivalischen Überlieferung beeindruckt.“ Wulff erkundigte sich abschließend „nach der Situation des Archivwesens und dessen Organisation in Sachsen. In dem anregenden Gespräch reflektierte er auch seine Erfahrungen aus Niedersachsen und hob dabei vor allem die dortige Ressortierung bei der Staatskanzlei hervor.“

Der Autor gibt abschließend einen Einblick in  das beachtliche Archivmaterial zum  Thema Hoheneck: „Der Bestand 30461 Strafvollzugsanstalt Stollberg/Hoheneck, aus dem die ausgestellten Unterlagen stammen, umfasst derzeit 4,75 Meter Archivgut aus dem Zeitraum 1954 bis 1996. Dabei handelt es sich unter anderem um Lageberichte, Protokolle von Dienstbesprechungen, Statistiken, Planungsunterlagen, Anweisungen der Anstaltsleitung, Tätigkeitsbücher der Wachdienste und des medizinischen Dienstes sowie Unterlagen der SED-Parteigruppe.“ Zwar sei der Bestand „vorläufig erschlossen“, er bedürfe allerdings noch „einer archivarischen Ordnung und Verzeichnung“, so Raymond Plache. Weitere Ergänzungen des Bestandes seien „aus künftigen  Übergaben der Justizvollzugsanstalt Waldheim zu erwarten.“ Das Staatsarchiv verwahre auch „(Lese)Filme von Gefangenenakten der Entlassungsjahre 1961 bis 1970.“

http://www.archiv.sachsen.de/download/Archivblatt_1_2012.pdf

V.i.S.d.P.: Redaktion Hohenecker Bote, C.W.Holzapfel, Tel.: 030-30207785
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