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Berlin, 02.07.2019/cw – Nahezu 150 Menschen nahmen heute in der katholischen Herz-Jesu-Kirche in der Zehlendorfer Riemeisterstraße Abschied von dem am 15. Juni verstorbenen Berliner Politiker Heinrich Lummer (1932 – 2019). Unter den Trauergästen wurden Klaus  Landowsky, der ehem. Innensenator und Bürgermeister Frank Henkel, Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski sowie Abgeordnete aus dem Deutschen Bundestag und dem Berliner Abgeordnetenhaus gesehen. Die Medien wurden durch den Chefredakteur der JUNGEN FREIHEIT vertreten, die Vereinigung 17. Juni 1953 durch den Vorstand.

Die Witwe Lummers hatte vorab anstelle von Kränzen um Spenden an die „Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe“, IBAN: DE80 4785 0065 0000 0000 50, gebeten. Dennoch war der eindrucksvoll-schlichte Holzsarg mit den sterbliche Überresten Heinrich Lummers von zahlreichen Kränzen würdevoll eingerahmt: Von den Präsidenten des Bundestages und des Abgeordnetenhauses, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, der Berliner CDU-Fraktion, den Wertkonservativen in der CDU, dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf, der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT und anderen.

Nach dem eindrücklichen kirchlichen Part der Trauerfeier sprach der Fraktionsvorsitzende der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Burkhard Dregger, Worte des Gedenkens, die wir nachstehend unwesentlich um persönliche Worte an die Familie gekürzt mit Einverständnis Dreggers wiedergeben:

Abschied von Heinrich Lummer am 2.07.2019 in der Herz-Jesu-Kirche –
Foto: LyrAg/RH

„Wir nehmen heute Abschied von einem großen Berliner, einem leidenschaftlichen Politiker und einem stolzen Christdemokraten.

Mit Heinrich Lummer haben das Land Berlin, die CDU Berlin und meine Abgeordnetenhaus- Fraktion eine außergewöhnliche Persönlichkeit verloren. Er war beeindruckende 66 Jahre lang
Mitglied der Christlich Demokratischen Union Deutschlands. 30 Jahre lang hat er leidenschaftlich unserer Stadt gedient und Berlin entscheidend mitgeprägt. Bereits zwei Jahre, nachdem er als Abgeordneter in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt worden wurde, übernahm er den Fraktionsvorsitz. Das war 1969. Er hatte ihn elf Jahre lang inne. Er ist derjenige unter meinen Vorgängern mit der bei weitem längsten Amtszeit.

Seine kampflustigen Reden waren legendär

Legendär waren seine kampflustigen Reden im Parlament. Heinrich Lummer war ein großer Rhetoriker. In freier Rede, als redegewandter Oppositionsführer, prägnant und klar hat er es dem politischen Gegner nicht leichtgemacht. Dass er nicht nur austeilen, sondern auch vermitteln konnte, bewies er als Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin.

Bewegende Worte von Burkhard Dregger –          Foto: LyrAg/RH

In der Deutschlandpolitik war er immer klar. Wiedervereinigung in Freiheit war auch sein Ziel. Als bekennender Antikommunist wusste er zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden.

Heinrich Lummer war eine beeindruckend-vielseitige Persönlichkeit. Für regimekritische DDR-Bürger verfasste er zum Beispiel eine Abhandlung über den Witz. Lummer verstand Humor als „Verteidigungswaffe des Geistes“ in den Staaten, die keine demokratische Opposition dulden. So verstand er es, auch den Menschen im unfreien Teil Deutschlands mit Geist und Witz Hoffnung zu geben.

Entschlossen für Durchsetzung von Recht und Ordnung

Unvergessen ist auch seine musikalische Liebeserklärung an Berlin aus dem Wahlkampf 1974/75. In dem Schlager „Ich kenne eine Stadt, nach der ich mich sehne“ beschreibt er das Gefühl der Freiheit und der Lebensfreude, das Berlin auszeichnet (https://www.youtube.com/watch?=NBI6HTENpOY).

Für Berlin und die Berliner CDU war Heinrich Lummer ein Glücksfall. Als Innensenator und Bürgermeister war er der richtige Mann zur richtigen Zeit. In den wilden 1980ern wurde er wegen seines harten Kurses gegen Hausbesetzer oft als „Senator fürs Grobe“ bezeichnet. Die Verteidigung des Rechtsstaats aber war für ihn Inbegriff des politischen Liberalismus. Seine Entschlossenheit bei der Durchsetzung von Recht und Ordnung machte ihn für die einen zum Helden und für die anderen zum roten Tuch.

Ein meinungsstarker Charakter und überzeugter Konservativer

Er war einer, der die politische Auseinandersetzung nicht scheute und der mit seinen kernigen Sprüchen aneckte. Ein echtes Berliner Original – hart aber herzlich. Ein meinungsstarker Charakter und überzeugter Konservativer, der sich nicht verbiegen ließ. Er war für die Menschen da, sehr volksnah und hatte für sie immer ein offenes Ohr, auch in seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter von 1987 bis 1998.

Noch heute werde ich auf Heinrich Lummer angesprochen, auf diesen kantigen und klaren Konservativen, der vielen Menschen Orientierung gegeben hat und dem jede Form der modischen Beliebigkeit fremd war. Auch heute sehnen sich nicht wenige genau nach solchen authentischen und unbeugsamen Köpfen. …

Mit Heinrich Lummer hat Berlin einen guten Freund verloren, der sich um unsere Stadt und um unser Land verdient gemacht hat. Heinrich Lummer wird uns fehlen. Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Mobil: 0176-48061953 (1.432).

Berlin, 21.05.2016/cw – Karl-Heinz Gebhardt (*08.1929 -+ 04.2016), Veteran des Aufstandes vom 17. Juni 1953, ist tot. Er starb nach Mitteilung der Witwe von heute im hohen  Alter von 87 Jahren bereits am 1.April d. J. „nach langer schwerer Krankheit.“ Erst durch die aktuellen Einladungen zu den Feiern am 17. Juni hatte Anneliese Gebhardt die Anschrift des Vereins erfahren und diesen vom Ableben ihres Mannes informiert.

Seit Jahrzehnten treu zum 17. Juni auf dem jetzigen „Platz des Volksaufstandes von 1953“ (seit 2013): Karl-Heinz Gebhardt, 2012 zwischen dem seinerzeitigen Regierenden Klaus Wowereit (re.) und Bürgermeister und Innensenator Frank Henkel (li.). - Foto: Landesarchiv Berlin/Platow

Seit Jahrzehnten treu zum 17. Juni auf dem jetzigen „Platz des Volksaufstandes von 1953“ (seit 2013): Karl-Heinz Gebhardt, 2012 zwischen dem seinerzeitigen Regierenden Klaus Wowereit (re.) und Bürgermeister und Innensenator Frank Henkel (li.). – Foto: Landesarchiv Berlin/Platow

„Mit Karl-Heinz-Gebhardt verliert der 17. Juni einen der letzten, einst aktiven Zeitzeugen und Teilnehmer am Volksaufstand von 1953,“ erklärte der Verein in einem Nachruf. Man sei „bestürzt über das Ableben dieses stets freundlichen, in der Sache immer standfesten Kameraden, der seit Jahrzehnten bis zuletzt immer am Ursprungsort des seinerzeitigen Geschehens vor dem ehemaligen Haus der Ministerien  präsent war.“

Gebhardt hat über seine eigene Rolle in den Tagen des Aufstandes von 1953 lange geschwiegen. Erst nachdem ein Foto kursierte, auf dem er untergehakt mit Demonstranten abgelichtet war und das für das Denkmal an den 17. Juni verwendet werden sollte, brach er nach 46 Jahren sein Schweigen. Eigentlich sei er ja gar nicht ein „richtiger Aufständischer“ gewesen, erzählte er, sondern eher durch Zufall in das Geschehen geraten. Allerdings habe dieser Zufall ihn in die Rolle einer wichtigen Zentralfigur gebracht. Nachdem er am 16. Juni auf Demonstranten am Alexanderplatz gestoßen und mit diesen zum Haus der Ministerien, dem heutigen Bundesfinanzministerium, gezogen war, wollte er am nächsten Tag zum Strausberger Platz. An diesem Ort sollten sich die Arbeiter zum Beginn des am Vortag ausgerufenen Generalstreiks treffen.

Angekommen am U-Bhf. Strausberger Platz konnten die Menschenmassen kaum die eingefahrenen Züge verlassen. Sowjetische Soldaten hatten den Ausgang auf der Karl-Marx-Allee abgeriegelt. Nach kurzem Zögern ergriff Gebhardt schließlich die Initiative, kämpfte sich durch die Menschenmenge bis zur Sperrkette der Rotarmisten durch und rief diesen laut zu: „Nicht gut!“ („Nix karascho!“). Tatsächlich wichen die Soldaten zurück und die Demonstranten konnten sich auf der Straße versammeln. Ganz im Gegensatz zu seiner sonstigen sprichwörtlichen Zurückhaltung und Bescheidenheit sagte er später dazu: „Ich habe die Tür zum Aufstand aufgemacht.“

Ansonsten hielt er sich zeitlebens zurück, überließ es anderen, deren Teilnahme herauszustellen, obwohl „diese vielfach gerade erst der Schulzeit entronnen, oft nur den Aufstand  vom Straßenrand beobachtet denn als Akteure erlebt haben,“ so Gebhardt.

Der Verstorbene beschränkte sich zuletzt auf das eher stille Gedenken vor dem einstigen Haus der Ministerien in der Leipziger Straße, um dort der gefallenen Kameraden zu gedenken. Den weiten Weg zum Friedhof in der Seestraße (Wedding) konnte er nicht mehr antreten. Dort hatte der unvergessenen Regierende Bürgermeister Ernst Reuter unter großer Anteilnahme der Bevölkerung nach dem Aufstand die nach West-Berlin getragenen Toten oder im Westteil der Stadt verstorbenen Teilnehmer am ersten Aufstand im kommunistischen Machtbereich nach dem Zweiten Weltkrieg zu Grabe geleitet. Alljährlich gedenkt die Bundesregierung und der Senat von Berlin in einem Staatsakt der Toten des Aufstandes (17. Juni 2016, 11:00 Uhr).

Der Vorsitzende des Veteranenvereins ist zwischenzeitlich mit der Trauer vertraut. Holzapfel: „Die Einschläge kommen immer näher; jedes Jahr beklagen wir den Tod von Kameraden.“ Jetzt hat es Karl-Heinz Gebhardt getroffen, „wir sind tief traurig, zumal wir ihn nicht auf seinem letzten Gang begleiten und seine Witwe trösten konnten.“ Der Verein wird auch Karl-Heinz Gebhardt  ein ehrendes Andenken bewahren (1.118).

Siehe auch BERLINER KURIER vom 24.05.2016:

http://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez—stadt/arbeiteraufstand-in-der-ddr-die-freiheit-trauert-um-einen-helden-24109306

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

 

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Den Toten des 17. Juni 1953 – Foto: LyrAg

Berlin, 17.06.2015/cw – In Anwesenheit zahlreicher Botschafter, der Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, BStU-Chef Roland Jahn, Vertretern der Fraktionen im Deutschen Bundestag und des Abgeordnetenhauses von Berlin, zahlreicher Opferverbände (u.a. UOKG, VOS,  Frauenkreis ehem. Hoheneckerinnen) und einstiger Teilnehmer vom Volksaufstand 1953 fand der alljährliche Staastakt der Bundesregierung, diesmal vertreten durch die Bundesministerin Andrea Nahles, und des Senats von Berlin, erstmals vertreten durch den Regierenden Bürgermeister Michael

Gelungene erste Ansprache zum 17. Juni: Der Regierende Bürgermeister Michael Müller - Foto: LyrAg

Gelungene erste Ansprache zum 17. Juni: Der Regierende Bürgermeister Michael Müller – Foto: LyrAg

Müller, auf dem Ehrenfeld für die Opfer des 17. Juni,  dem Friedhof Sestraße im Berliner Bezirk Wedding statt. An der symbolträchtigen Kranzniederlegung unter den Klängen des Liedes vom Guten Kameraden beteiligten sich traditionell für das Abgeordnetenhaus der Präsident Ralf Wieland und für die Vereinigung 17. Juni in diesem Jahr Ltd. Senatsrat a.D., Dr. Werner Mäder.

Gedenken an die verstorbeen jahrzehnelange Mitstreiter für die Einheit Deutschlands - Foto: LyrAg

Gedenken an die verstorbenen jahrzehtelangen Mitstreiter für die Einheit Deutschlands. v.li.: Werner Mäder, Prof. Helmut Müller-Enbergs, Klaus Hoffmann, C.W.Holzapfel – Foto: LyrAg

Auch in diesem Jahr trauerte die Vereinigung 17. Juni erneut um zwei verstorbene Kameraden. Im  Anschluß an die offizielle Würdigung der Toten von 1953 gedachte die Vereinigung an den  Ehrengräbern der zwztl. verstorbenen Kameraden unter großer Beteiligung von Besuchern der Gedenkveranstaltung auch dieser Veteranen des Aufstands.

Zuvor legten der Regierende Bürgermeister und für die Bundesregierung der parlamentarische Staatssekretärs im BMF, Steffen Kampeter, sowie die Vereinigung 17. Juni vor dem einstigen Haus der Ministerien, dem heutigen  Bundesfinanzministerium auf dem „Platz des Volksaufstandes“ an der Leipziger Straße Kränze nieder. An dieser Stelle wurde am 16. Juni 1953 für den  folgenden Tag der Generalstreik ausgerufen: „Wir treffen uns morgen am Strausberger Platz,“ der in der ganzen  DDR in den

Vor dem Ministerium: Michael Müller im Gespräch mit Mitgl. der Vereinigung vor der Kranzniederlegung - Foto. Presseamt

Vor dem Ministerium: Der Regierende Michael Müller im Gespräch mit Mitgl. der Vereinigung vor der Kranzniederlegung – Foto. Presseamt

blutig niedergeschlagenen Aufstand durch die Rote Armee mündete.

Der Vorsitzende der Vereinigung, Carl-Wolfgang Holzapfel, erinnerte vor Ort an den neuntägigen  Hungerstreik vor exakt zehn Jahren, mit dem gegen die Abnahme der Erinnerungstafeln an den 17. Juni 1953 von der Hausfassade protestiert wurde und mit dem gleichzeitig die Forderung nach Benennung des Platzes an die Ereignisse von 1953 gefordert worden war. Ganze acht Jahre später führte die Beharrlichkeit der Vereinigung zum Erfolg, wurde der Platz vor dem Ministerum zum 60 Jahrestag 2013 endlich nach dem Volksaufstand benannt. (1.002)

Vor zehn Jahren: Hungerstreik vor dem BMF für einen Platz des 17. Juni. Auf dem Foto MdB Roland Gewalt und CDU-Landeschef Henkel (v.l.). Sie überbrachten am 9. Tag die Zusicherung, sich für eine Umsetzung einzusetzen. - Foto: LyrAg

Vor zehn Jahren: Hungerstreik vor dem BMF für einen Platz des 17. Juni. Auf dem Foto MdB Roland Gewalt und CDU-Landeschef Frank Henkel (v.l.). Sie überbrachten am 9. Tag die Zusicherung, sich für eine Umsetzung einzusetzen. – Foto: LyrAg

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 0176-4806 1953

Berlin, 10.04.2015/cw – Im Schatten des bevorstehenden 25. Jahrestag des Mauerfalls wurden letztes Jahr durch linke Aktivisten am Spreeufer in der Nacht des 1. November von dort postierten Sicherheitskräften unbemerkt die im Schatten des Reichstages (Deutscher Bundestag) befindlichen Mauerkreuze spektakulär abgebaut. Diese erinnerten an einige der Toten, die bei Fluchtversuche aus der DDR ermordet worden waren.

Empörte Berliner, besonders vom seinerzeitigen SED-Unrecht Betroffene hatten daraufhin Anzeige gegen Unbekannt bzw. einige namentlich gewordene Aktivisten erstattet. Vermutlich infolge der unvermutet heftigen Proteste montierten die sich vermeintlich strafbar gemachten Aktivisten die Kreuze zum Jahrestag am 9. November wieder an. Zuvor hatte  Bundestagspräsident Norbert Lammert spontan und überraschend unbürokratisch angekündigt, die entfernten Kreuze schnellstens durch den Bundestag ersetzen zu wollen.

Von einer jungen Frau aus Neukölln seinerzeit spontan (aus Papier) ersetzt: Die gestohlenen Mauerkreuze am Reichstag - Foto: LyrAg

Von einer jungen Frau aus Neukölln seinerzeit spontan
(aus Papier) ersetzt: Die gestohlenen Mauerkreuze am Reichstag – Foto: LyrAg

Jetzt, dreieinhalb Monate nach dem Eingang diverser Strafanzeigen, hat die Berliner Staatsanwaltschaft in einem überaus schnellen Entscheidungsprozess die gegen diverse Personen eingeleitete Strafverfahren eingestellt (285 Js 4096/14). In entsprechenden Schreiben vom 27.03.2015 an Anzeigeerstatter verneint Oberstaatsanwalt Neudeck jegliche Strafbarkeit. Weder sei die Totenruhe gestört noch „eine Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener nach § 189 StGB“ erfolgt. Und: „Für einen Diebstahl nach § 242 oder einen besonders schweren Diebstahl nach § 243“ wäre die Absicht Voraussetzung gewesen, „dass die Beschuldigten im Moment der Demontage vorgehabt hätten, die Mauerkreuze nicht wieder zurückzuführen.“ Dies sei nicht der Fall gewesen. Auch konnten bei der Wiederanbringung der Kreuze „keine Substanzverluste festgestellt“ werden.

Einladung zur Zweckentfremdung von Denkmalen?

Bürger, die seinerzeit Anzeige erstattet hatten, sind fassungslos. Auch die Vereinigung 17. Juni und der Dachverband UOKG hatten Strafantrag gestellt und „den Frevel“ verurteilt. Jetzt sieht die Vereinigung in der Einstellung des Verfahrens eine Ermutigung und Einladung, „nach Bedarf Denkmale oder Teile von diesen zu entfremden und für irgendwelche Events zu missbrauchen,“ sagte der Vorstandssprecher in Berlin. Man sei gespannt, wie die Staatsanwaltschaft eine jetzt mögliche, weil durch die staatsanwaltliche Entscheidung sanktionierte Entfernung von zum Beispiel Gedenktafeln an die Orte der Vernichtung in der NS-Zeit oder auch von Stolpersteinen, die deportierten und ermordeten Juden eine bleibende Erinnerung setzten, in Zukunft verfolgen wolle. „Gründe für derartige Denkmalschändungen auf Zeit anzuführen dürfte in Zukunft nicht nur Aktivisten von links relativ leicht fallen.“ Nach Meinung der Vereinigung 17. Juni könne man für die Zukunft nur hoffen, „dass die Berliner Ermittlungsbehörden hier nicht die Büchse der Pandora geöffnet haben und wir in Zukunft mit derartigen Schändungen gewohnheitsmäßig leben müssten.“

Eine Vorahnung dieser Projektion hat der Verein durch eine Veröffentlichung auf der offiziellen Seite der Bundesarbeitsgemeinschaft KULTUR von BÜNDNIS 90/Die Grünen,. Dort schreibt eine Fannina Waubert de Puiseaus in einem offenen Brief an Innensenator Henkel (13.11.2014): „Entehrung von Mauertoten? […] Dass es in Deutschland noch Künstlerinnen und Künstler gibt, die uns wieder und wieder die eigene Hässlichkeit vor Augen zerren, die wieder und wieder die Toten ausgraben, und dass wir sie mit genau dieser Aufgabe betrauen, das ist die eigentliche, paradoxe Schönheit dieses Lande.“ Siehe: http://gruene-bag-kultur.de/inszenierung-erster-europaeischer-mauerfall-des-zentrums-fuer-politische-schoenheit/ (967)

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-4806 1953

von Carl-Wolfgang Holzapfel

Berlin, 21.11.2014/cw – Heinrich Lummer, politisches Urgestein, feiert heute seinen 82. Geburtstag. Auch die Vereinigung 17. Juni 1953 übersendet ihrem Beirat „ausreichende Gesundheit, um die Anerkennung und Wertschätzung für die verdienstvolle berufliche, politische und ehrenamtliche Arbeit noch möglichst lange aufnehmen zu können.“

Besonders hebt der Verein in seinem Glückwunschschreiben „das jahrzehntelange Engagement, die stets treue Unterstützung unserer Arbeit und den unverbrüchlichen Glauben an die Wiedervereinigung unsres Vaterlandes“ durch den Jubilar hervor.

Der in Essen geborene Lummer war Vorsitzender der Berliner CDU-Fraktion (1969 bis 1980), Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses (1980/1981), Innensenator (1981 bis 1986) und Bundestagsabgeordneter (1987 bis 1998). Nach einem Schlaganfall vor zehn Jahren zog sich der markante Politiker aus der Öffentlichkeit zurück.
Das hinderte seine politischen Gegner nicht daran, noch vor einem Jahr den jetzigen Innensenator Frank Henkel, wie Lummer CDU, aufzufordern, die Ruhestandsbezüge des einstigen Bürgermeisters und Innensenators zu überprüfen. Grund für den Antrag der PIRATEN, der auch von den GRÜNEN unterstützt wurde: Lummer werde nach wie vor als „Ehrenpräsident“ der „Deutschen Konservativen“ in Hamburg ausgewiesen. Diese würden als rechtsextreme Vereinigung vom Verfassungsschutz überwacht. Ausgerechnet Recherchen der keineswegs Lummer-freundlichen Zeitung „Neues Deutschland“ im Zusammenhang mit dem obskuren Piraten-Antrag ergaben hingegen, daß der Verfassungsschutz in Hamburg die gen. Organisation nicht mehr beobachtet oder in ihren Berichten aufführt.

Heinrich Lummer indes dürfte die offenbar nach wie vor andauernden Anfeindungen als eine gewisse Anerkennung seines geraden politischen Lebenswerkes empfinden. Der von seinem Schlaganfall gezeichnete Politiker ist zwar in seinen stimmlichen Äußerungsmöglichkeiten eingeschränkt, nimmt aber nach wie vor regen Anteil an den politischen Abläufen in seinem Land und besonders in seiner Stadt Berlin. Seine Kommunikationsenergie ist nach wie vor vorhanden und lediglich altersbedingt etwas eingeschränkt.

Seine Partei, besonders die Berliner CDU, dürfte sich weiterhin uneingeschränkt am heutigen Tag um ihr verdientes Mitglied scharen, um die Wertschätzung und Anerkennung für einen Mann zu demonstrieren, der seinem Glauben an den Sieg der Freiheit und die Wiedervereinigung treu blieb, als andere auch in der CDU dies längst als „hohle Phrase“ empfanden. Man darf wieder stolz sein auf diesen Mann.(894)

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

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