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Berlin, 28.09.2017/cw – Unter dem Geleit des Sohnes und einstiger Kameraden wurde heute Werner Herbig, Streikführer vom 17. Juni 1953 aus Görlitz, in einem Ehrengrab der Stadt Berlin auf dem Friedhof Seestraße im Berliner Bezirk Wedding mit seiner Frau Lieselotte beigesetzt. Die Urnen waren zuvor der bisherigen Grabstelle auf dem Luisenfriedhof am Fürstenbrunner Weg entnommen worden. Lieselotte Herbig war bereits 2006, Werner Herbig im Dezember 2008 verstorben.

Fünf Jahre Zuchthaus für Streikführung

In seiner Gedenkrede erinnerte der Vereinsvorsitzende an die Verdienste Werner Herbigs um den Volksaufstand. Seine Mitwirkung in der im Vergleich zu anderen Städten in der SbZ zunächst sehr erfolgreichen Streikleitung brachte dem damals 35jährigen eine Strafe von fünf Jahren Zuchthaus ein, die Herbig im berüchtigten Zuchthaus Waldheim verbüßen mußte. Zwar wurde Herbig, gesundheitlich schwer gezeichnet, bereits 1956 entlassen. Aber eine drohende erneute Verhaftung veranlassten den 17er mit seiner Familie zur Flucht nach Westberlin. Dort schloss er sich sofort der Vereinigung 17. Juni an, die am 3. Oktober vor 60 Jahren, am 3. Oktober 1957, als rechtsfähiger Verein in das Vereinsregister eingetragen worden war. Schon damals mussten Flüchtlinge längere Zeiten in den dafür geschaffenen Einrichtungen verbringen. So verbrachte Herbig mit seiner Familie ein Jahr im Notaufnahmelager Marienfelde, ehe er in Charlottenburg eine Wohnung zugewiesen bekam.

Der Redner wies in seinem Gedenken auf die besondere Rolle hin, die Görlitz in der Aufstandshistorie gespielt habe: „In Görlitz wurden auf Weisung der Streikleitung systematisch Gebäude der SED, der Staatssicherheit, der Massenorganisationen, die Strafvollzugsanstalt und das HO-Kaufhaus besetzt. Der Bürgermeister wurde seines Amtes enthoben, nachdem sich zuvor eine neue Stadtverwaltung, ein so genanntes „Stadtkomitee“, konstituiert hatte. Die streikenden Arbeiter hatten sich mit einer neuen Verwaltung ein ihre Interessen vertretendes Machtorgan geschaffen. Die politisch Inhaftierten wurden aus der örtlichen Haftanstalt befreit,“ führte Holzapfel aus. Aber: „Auch das gehöre zur Geschichte des Görlitzer Aufstandes: Die herausragende Forderung nach Revidierung der Oder-Neiße-Grenze, die allerdings durch den hohen Anteil von Vertriebenen in dieser nunmehrigen Grenzstadt nachvollziehbar war.“ Immerhin gehörte die Forderung auf „Rückgabe der polnisch besetzten Gebiete“ auch zum damaligen politischen Kanon im Westen Deutschlands.

Engagement in das Gedächtnis der Nation einprägen

Am offenen Urnengrab dankte der Vereinsvorsitzende Herbig für sein Engagement, dass sich „in das Gedächtnis der Nation einprägen sollte.“ Herbig und seine mutigen Kameraden hätten es zweifellos verdient, für ihren Einsatz für „Einigkeit und Recht und Freiheit“ niemals vergessen zu werden. Die Ehrengrabanlage war 1953 von Ernst Reuter und Konrad Adenauer unter großer Anteilnahme der Bevölkerung durch die Beisetzung von Opfern des Volksaufstandes eingeweiht worden. Die Bundesregierung und der Senat von Berlin gedenken seither alljährlich an diesem Ort in einem öffentlich zugänglichen Staatsakt der Toten vom 17. Juni 1953.

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Berlin, 21.05.2016/cw – Karl-Heinz Gebhardt (*08.1929 -+ 04.2016), Veteran des Aufstandes vom 17. Juni 1953, ist tot. Er starb nach Mitteilung der Witwe von heute im hohen  Alter von 87 Jahren bereits am 1.April d. J. „nach langer schwerer Krankheit.“ Erst durch die aktuellen Einladungen zu den Feiern am 17. Juni hatte Anneliese Gebhardt die Anschrift des Vereins erfahren und diesen vom Ableben ihres Mannes informiert.

Seit Jahrzehnten treu zum 17. Juni auf dem jetzigen „Platz des Volksaufstandes von 1953“ (seit 2013): Karl-Heinz Gebhardt, 2012 zwischen dem seinerzeitigen Regierenden Klaus Wowereit (re.) und Bürgermeister und Innensenator Frank Henkel (li.). - Foto: Landesarchiv Berlin/Platow

Seit Jahrzehnten treu zum 17. Juni auf dem jetzigen „Platz des Volksaufstandes von 1953“ (seit 2013): Karl-Heinz Gebhardt, 2012 zwischen dem seinerzeitigen Regierenden Klaus Wowereit (re.) und Bürgermeister und Innensenator Frank Henkel (li.). – Foto: Landesarchiv Berlin/Platow

„Mit Karl-Heinz-Gebhardt verliert der 17. Juni einen der letzten, einst aktiven Zeitzeugen und Teilnehmer am Volksaufstand von 1953,“ erklärte der Verein in einem Nachruf. Man sei „bestürzt über das Ableben dieses stets freundlichen, in der Sache immer standfesten Kameraden, der seit Jahrzehnten bis zuletzt immer am Ursprungsort des seinerzeitigen Geschehens vor dem ehemaligen Haus der Ministerien  präsent war.“

Gebhardt hat über seine eigene Rolle in den Tagen des Aufstandes von 1953 lange geschwiegen. Erst nachdem ein Foto kursierte, auf dem er untergehakt mit Demonstranten abgelichtet war und das für das Denkmal an den 17. Juni verwendet werden sollte, brach er nach 46 Jahren sein Schweigen. Eigentlich sei er ja gar nicht ein „richtiger Aufständischer“ gewesen, erzählte er, sondern eher durch Zufall in das Geschehen geraten. Allerdings habe dieser Zufall ihn in die Rolle einer wichtigen Zentralfigur gebracht. Nachdem er am 16. Juni auf Demonstranten am Alexanderplatz gestoßen und mit diesen zum Haus der Ministerien, dem heutigen Bundesfinanzministerium, gezogen war, wollte er am nächsten Tag zum Strausberger Platz. An diesem Ort sollten sich die Arbeiter zum Beginn des am Vortag ausgerufenen Generalstreiks treffen.

Angekommen am U-Bhf. Strausberger Platz konnten die Menschenmassen kaum die eingefahrenen Züge verlassen. Sowjetische Soldaten hatten den Ausgang auf der Karl-Marx-Allee abgeriegelt. Nach kurzem Zögern ergriff Gebhardt schließlich die Initiative, kämpfte sich durch die Menschenmenge bis zur Sperrkette der Rotarmisten durch und rief diesen laut zu: „Nicht gut!“ („Nix karascho!“). Tatsächlich wichen die Soldaten zurück und die Demonstranten konnten sich auf der Straße versammeln. Ganz im Gegensatz zu seiner sonstigen sprichwörtlichen Zurückhaltung und Bescheidenheit sagte er später dazu: „Ich habe die Tür zum Aufstand aufgemacht.“

Ansonsten hielt er sich zeitlebens zurück, überließ es anderen, deren Teilnahme herauszustellen, obwohl „diese vielfach gerade erst der Schulzeit entronnen, oft nur den Aufstand  vom Straßenrand beobachtet denn als Akteure erlebt haben,“ so Gebhardt.

Der Verstorbene beschränkte sich zuletzt auf das eher stille Gedenken vor dem einstigen Haus der Ministerien in der Leipziger Straße, um dort der gefallenen Kameraden zu gedenken. Den weiten Weg zum Friedhof in der Seestraße (Wedding) konnte er nicht mehr antreten. Dort hatte der unvergessenen Regierende Bürgermeister Ernst Reuter unter großer Anteilnahme der Bevölkerung nach dem Aufstand die nach West-Berlin getragenen Toten oder im Westteil der Stadt verstorbenen Teilnehmer am ersten Aufstand im kommunistischen Machtbereich nach dem Zweiten Weltkrieg zu Grabe geleitet. Alljährlich gedenkt die Bundesregierung und der Senat von Berlin in einem Staatsakt der Toten des Aufstandes (17. Juni 2016, 11:00 Uhr).

Der Vorsitzende des Veteranenvereins ist zwischenzeitlich mit der Trauer vertraut. Holzapfel: „Die Einschläge kommen immer näher; jedes Jahr beklagen wir den Tod von Kameraden.“ Jetzt hat es Karl-Heinz Gebhardt getroffen, „wir sind tief traurig, zumal wir ihn nicht auf seinem letzten Gang begleiten und seine Witwe trösten konnten.“ Der Verein wird auch Karl-Heinz Gebhardt  ein ehrendes Andenken bewahren (1.118).

Siehe auch BERLINER KURIER vom 24.05.2016:

http://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez—stadt/arbeiteraufstand-in-der-ddr-die-freiheit-trauert-um-einen-helden-24109306

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

 

Berlin, 27.09.2013/cw – Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) hatte am Donnerstag zu einer Veranstaltung in das Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer eingeladen. Thema: Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953, Ursachen, Verlauf, Folgen. Lag es am späten Termin (drei Monate nach dem 60. Jahrestag), an der fehlenden Einladung an Veteranen des Volksaufstandes (die Vereinigung 17. Juni als Vereinsgründung einstiger Teilnehmer war zum Beispiel nicht eingeladen) oder am allgemeinen mangelnden Interesse an diesem Thema, jedenfalls hatten sich abzüglich der Podiumsteilnehmer und der Vertreter der UOKG selbst weniger als 20 Interessenten zu der Veranstaltung eingefunden.

Das war schade, denn besonders die beiden Professoren, Werner Gumpel aus München und Karol Sauerland aus Warschau, steuerten spannende Informationen und oft wenig bekannte Details aus der fraglichen Zeit bei.

Nach einem Impulsreferat von Dr. Jens Schöne, einem bekannten Historiker der LStU Berlin, der dankenswerter Weise noch einmal bekannte Fakten kurz zusammenfasste und so den thematischen Einstieg ermöglichte, kamen unter der Gesprächsführung von Holger Kulick, BStU, die beiden Professoren, Günther Gossler und Klaus Gronau auf dem Podium  als Zeitzeugen zu Wort.

Von Links: Axel Klausmeier (von  hinten), Holger Kulick, Günther Goßler, Karol Sauerland, Werner Gumpel, Klaus Gronau Foto: LyrAg

Von Links: Axel Klausmeier (von hinten), Holger Kulick, Günther Goßler, Karol Sauerland, Werner Gumpel, Klaus Gronau
Foto: LyrAg

Zu Beginn schilderte Klaus Gronau die von ihm bereits mehrfach vorgetragenen Erlebnisse um den 17. Juni. Ausschließlich für den Kenner der Materie waren durchaus Korrekturen und Erweiterungen zu bisherigen Darstellungen erkennbar, die aber insgesamt die Sicht eines damaligen Lehrlings auf die Ereignisse nicht beeinträchtigten. Gronau war beeindruckend nahezu an allen Orten des Geschehens zwischen Stalinallee, Oberbaumbrücke, Ostbahnhof, Lustgarten und Haus der Ministerien und konnte so eine fast lückenlose Reportage  über die Abläufe am 16. und 17. Juni in Berlin liefern. Eine beachtliche Leistung für einen Jugendlichen in einer Zeit, als „die Angst wie eine Glocke“ über Berlin schwebte, wie Gronau zutreffend zur Situation anmerkte.

Jetzt auch Wasserzelle am 17. Juni entdeckt

Günther Goßler, dessen Frau Anita in Vertretung des verhinderten UOKG-Vorsitzenden Rainer Wagner die Anwesenden begrüßte, schilderte seine Erlebnisse vom Aufstand um Wolfen und Bitterfeld. Er habe sich eigentlich nicht aktiv beteiligt, „Politik ist nicht meine Sache.“ Aber am Morgen  des 17. Juni „sind Kollegen aus Bitterfeld auf die Baustelle gekommen und haben  gesagt: Ihr müsst mitkommen, wir streiken. Da sind wir dann mitgezogen.“ Um 15:00 Uhr kamen die Russen, „dann war Ruhe.“ Gossler: „Ich bin dann nach Hause. In Delitzsch wohnte ich gegenüber der Schokoladenfabrik und einer Polizeiwache. Dann hörte ich einen Krach.“ Als er sich um die Ursache kümmerte, gewahrte er einen Radfahrer, der von einem Volkspolizisten erschossen worden war. „Eigentlich sind ja zwei Leute erschossen worden, aber ich habe nur diesen gesehen.“

Günter Goßler berichtete von einer Wasserzelle im Raum Bitterfeld - Foto: LyrAg

Günter Goßler berichtete von einer Wasserzelle im Raum Bitterfeld – Foto: LyrAg

Auf Nachfrage von Holger Kulick räumte Gossler ein, doch mehr erlebt zu haben. So habe man Polizisten entwaffnet  („Es fiel kein  Schuss, wir haben die Waffen alle deponiert.“) und Häftlinge befreit: „Da war auch eine Wasserzelle, da stand einer bis zu den Knien im Wasser.“ Ob dieser Teil seiner Erinnerungen der Solidarität mit seiner Frau geschuldet war, konnte im  Rahmen der Veranstaltung nicht geklärt werden. Seine Frau war als ehemalige Hoheneckerin in die Kritik geraten, weil sie in diversen Veröffentlichungen über Aufenthalte in Wasserzellen sowohl in  Leipzig wie in Hoheneck berichtet hatte, was aber Überprüfungen nicht standhielt.

Goßler betonte mehrfach seine unpolitische Haltung. Auch als er mit seiner Familie 1957 in den Westen zog, „hatte ich nur Sorgen um meine Frau.“ Eine Aussage, die einem eher spröde wirkenden Zeitzeugen menschliche Sympathie vermittelte. Goßler hob sich mit seinen eher zögerlich vorgetragenen Beobachtungen  um  den Volksaufstand deutlich von der meist kolportierten „anhaltenden Begeisterung“ einstiger Teilnehmer ab.

Umstrittene Darstellungen

Umstrittene Darstellungen

„Schießt doch, Ihr Hunde!“

Werner Gumpel, emeritierter Professor aus München und Ehrendoktor der Hacettepe-Universität in Ankara, schilderte beeindruckend seinen Aufenthalt in der Hölle von Workuta, „140 Kilometer vom Eismeer entfernt.“ Er war wegen seiner Beteiligung an einer Oppositionsgruppe in Leipzig zu 2 x 25 Jahren verurteilt und nach Sibirien verbracht worden, wo er bis 1955 war. In den Lagern seien Menschen aus der gesamtem UdSSR gewesen, auch aus der CSSR, aus Ungarn und Polen. Von den Polen hieß es, unter jeder Schwelle der Eisenbahnschienen läge ein Pole, „die haben besonders Schlimmes in den Lagern durchgemacht.“

Die Ukrainer waren am Besten organisiert, auch die Russlanddeutschen, die als „Verbannte nicht direkt in den Lagern, sondern davor wohnten.“ Die hörten Nachrichten. So hätten die Gefangenen hin und wieder erfahren, was in der Welt vor sich ging. Durch diese Nachrichten und eine dürre Mitteilung in der Prawda habe man schließlich vom Aufstand in Mitteldeutschland erfahren. Dann fuhren plötzlich weniger, dann  gar keine Züge mehr, die die abgebaute Kohle transportierten. Schnell sprach sich die Ursache rum: Im Schacht 29 werde gestreikt. Man forderte die Überprüfung der Urteile, die Freilassung politischer Gefangener. Das lief zunächst relativ friedlich ab, bis ein Ukrainer an das Lagertor ging, sein Hemd über der Brust aufriss: „Schießt doch, ihr Hunde.“ Er wurde erschossen, Truppen wurden eingesetzt. Am Ende des Aufstandes von 1953 in Workuta gab es 64 Tote und über 120 Verletzte.

Prof.em.Dr. Werner Gumpel - Foto: LyrAg

Aus München: Prof.em.Dr. Werner Gumpel – Foto: LyrAg

Karol Sauerland, Professor an der Universität Warschau, wurde 1936 in Moskau als Kind kommunistischer Emigranten geboren. Sein Vater schloss sich den Komintern an, war Chefredakteur des „Aufbau“ und flüchtete 1935 in die UdSSR. In Moskau wurde er trotz seiner Überzeugung ein Opfer der stalinistischen Säuberungen und erschossen. Sauerland: „Davon erfuhr ich erst 1963. Davor glaubte ich, er lebe in Sibirien.“ Die Familie siedelte nach dem Krieg in  die DDR über: „Meine Mutter blieb trotz dieser Erlebnisse überzeugte Kommunistin.“

Posen, das war die Wiederholung des 17. Juni

Der junge Sauerland wurde immer nachdenklicher. Nach Stalins Tod sagte ein Freund und Gesinnungsgenosse zu ihm: „Nun gilt es, Trübsal zu blasen.“ Wenige Monate später sah er sowjetische Panzer gegen das Volk rollen. Ein bleibendes Bild, das sich für ihn 1956 in Posen wiederholte: „Für mich war das die Wiederholung des 17. Juni.“

Sauerland siedelte 1956 nach Polen über, erhielt die polnische Staatsbürgerschaft, studierte und wurde schließlich Professor. „Für dieses Land habe ich mich engagiert und gekämpft.“ Immerhin waren nach dem Beginn  der Sowjetherrschaft 1944 „über eine halbe Million Polen in den Gefängnissen gelandet. 1953 hatte dieses Land keinen Atem mehr.“ Aber nach dem Aufstand in Posen habe es positive Entwicklungen gegeben. Ab dieser Zeit gab es „keinen verpflichtenden Marxismus“ mehr, und es entstand wieder eine freie Marktwirtschaft.

Sauerland engagierte sich besonders in der freien Gewerkschaft Solidarnosc. Obwohl er nie zuvor einer Gewerkschaft oder Partei angehört habe und eigentlich „von Politik nichts mehr wissen wollte,“ sei diese Organisation ein  Teil seines Lebens geworden.

Aus Warschau: Prof.Dr. Karol Sauerland -        Foto: LyrAg

Aus Warschau: Prof.Dr. Karol Sauerland – Foto: LyrAg

Nachdem Jaruzelski Anfang der 80er Jahre (1981-1983) das Kriegsrecht verhängt hatte, war Sauerland untergetaucht, aber auch überzeugt: „Das System ist am Ende!“ 1988 habe er gesagt: „Wenn  Polen selbstständig wird, wird Deutschland wiedervereinigt. Die waren alle entsetzt,“ kann  Sauerland heute nicht ohne Schmunzeln berichten.

Man hätte sich vielleicht noch eine  Vertiefung über die „Folgen“ des 17. Juni, die heutige mangelhafte Befassung mit dem Volksaufstand und der Frage nach den Ursachen gewünscht. Vielleicht ist aber gerade diese Fragestellung politisch nicht gefragt und daher auch auf derartigen  Veranstaltungen obsolet.

Werner Gumpel beklagte am Ende die mangelnde Schulbildung über Geschichte und Auswirkungen  des Kommunismus und erhielt von seinem Kollegen  aus Warschau und aus den Reihen der Zuhörer ausdrückliche Zustimmung. Holger Kulick ließ dieses Fragezeichen stehen. Schade, andererseits nach Zuhörer wie Diskutanten fordernden drei Stunden Aufmerksamkeit irgendwie auch verständlich.

Der Direktor des Mauermuseums, Prof. Dr. Axel Klausmeier, kündigte in seinem Schlusswort für den kommenden Sonntag, 29. September, 18:00 Uhr, eine Veranstaltung zum 100. Todestag von Ernst Reuter an. Teilnehmer und Ehrengast: Der Sohn Dr. Edzard Reuter, vormaliger Industrie-Chef (u.a. Daimler).

V.i.S.d.P.:Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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