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Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

    Nr.012                  Förderverein – Info  15. Dezember 2012

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Die Mörderinnen heulten um ihre ermordeten Kinder

Hoheneck, Weihnachten/cw – Die Erinnerungen an die Weihnachtszeit in der Haft könnten nicht unterschiedlicher sein. Während sich durch das SMT (Sowjetisches Militär-Tribunal) verurteilte Frauen dankbar an den Posaunen-Chor erinnern, der unterhalb des einstigen Frauenzuchthauses mit Bedacht seine Proben  abhielt und Weihnachtslieder spielte, deren Klänge die Herzen in den kalten Zellen erreichten, hat Sabine T. (Name geändert), die Mitte der siebziger Jahre „auf der Burg“ war, nur spärliche Erinnerungen an Weihnachten, die sie zwangsweise im Erzgebirge hinter den Mauern der mittelalterlichen Burg verbringen  mußte.

Dezember 2012 - Titelseite

Dezember 2012 – Titelseite

Auch Lotte R. (Name geändert) erinnert sich nur vage an Weihnachten im berüchtigten einstigen DDR-Frauenzuchthaus Hoheneck. Sie war zehn Jahre später als Sabine und damit kurz vor dem Zusammenbruch des SED-Regimes in das frühere „Weiberzuchthaus“ verbracht worden. Anfangs saß sie mit 33 Frauen in einer Zelle, später wurde die Belegung auf 26 reduziert, die Freikäufe machten sich auch hier in den Belegungen der Zellen bemerkbar. Von den 33 Zellen-Insassen waren 31 wegen krimineller Delikte und nur 2 Frauen aus politischen Gründen inhaftiert; später war das Verhältnis 25:1.

Bis 31.01.2013 in Wiesbaden: Ausstellung "Der dunkle Ort" - Die Frauen von Hoheneck -          Foto: LyrAg

Bis 31.01.2013 in Wiesbaden: Ausstellung „Der dunkle Ort“ – Die Frauen von Hoheneck – Foto: LyrAg

Einige Wochen zuvor war Lotte ein „Paketschein“ für Weihnachten in  Aussicht gestellt worden, wenn sie 102 % ihrer Arbeitsleistung erbringen würde. Lotte schuftete für die Strumpf-Firma ESTA als „Heißformerin“ und durfte ihren Schein an ihre Berliner Kirchengemeinde schicken. Doch zu Weihnachten erhielt sie nur eine Karte u.a.  mit der Frage, ob das Paket angekommen sei.

Die Weihnachtsfeiertage waren für Lotte besonders schlimm. Die Mörderinnen in ihrer Zelle hatten Fotos und heulten um ihre (zum Teil von ihnen ermordeten) Kinder, während die „Politische“ nur in Gedanken bei ihren Söhnen sein durfte. „Das ist der schlimmste Teil meiner Erinnerungen an die zwei Weihnachten in Hoheneck,“ sagt Lotte und verdrückt mühsam ihre Tränen. „Nicht ein Foto durfte ich von meinen Söhnen haben.“

Ein Baum  im  Zellengang und eine Orange aus Kuba

 Ansonsten erinnert sie sich an einen Baum im  Gang vor der Zelle, der mit elektrischen Kerzen bestückt war. Im  Speiseraum gab es einen  „Weihnachtsteller“, auf dem jede Frau eine kubanische Orange, einen Apfel und ein Stück Stollen erhielt. In die Zelle wurde über Weihnachten (und Ostern) morgens ein Spiel-Sortiment ausgegeben. Mit Dame, Mühle, Mensch-ärger-dich-nicht konnten die Frauen so die besonders zu den Festtagen gefühlte Einsamkeit überspielen. Lotte durfte auch am Tag auf ihrem Bett liegen, weil sie vor der Haft eine Krebs-OP hinter sich hatte. Das Verhältnis zu den Kriminellen war gespannt, erinnert sie sich. Weil sie der Zellenältesten, „Oma“ genannt, die lädierten Beine einrieb, hielt diese die Hand über Lotte und gebot, diese in Ruhe zu lassen. Oma hatte mit ihrer Tochter, die ebenfalls in der Zelle einsaß und die hin und wieder selbst im  Zuchthaus die Krücke ihrer Mutter zu spüren bekam, unter der Hilfestellung des Schwiegersohnes ihren Ehemann umgebracht und zerhackt. Nachbarn waren auf den sich ausbreitenden Geruch durch die verwesenden Teile aufmerksam geworden. Nun verbüßten Mutter und Tochter ihre lebenslängliche Strafe. Erst Ende Januar erhielt Lotte das Weihnachts-Paket der Kirchengemeinde ausgehändigt. Die Aufseherinnen hatten zuvor mit einem großen Messer aus den beigefügten Balsen-Kuchen Krümel gemacht, es hätten ja feindliche Objekte eingeschmuggelt werden können. „Wir haben die Krümel genüsslich gegessen und teilweise – über den Hof – weitergeschmuggelt. So kam nachträglich ein  Hauch von Weihnachtsfreude auf,“ erinnert sich Lotte.

Sabine hingegen ist die „fast unwirkliche Stille“ über die Weihnachtsfeiertage in Erinnerung geblieben: „Wenn Du Tag-ein-Tag-aus die Lärm-Kulisse in den Ohren hast und plötzlich eine unheimliche Stille herrscht, bewirkt das einen seltsamen Zustand innerer Vertiefung.“ Sabine: „Vielleicht ist das ja Weihnachten.“ Die ehemalige Frau von Hoheneck wirkt dabei sehr nachdenklich.

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Im aktuellen SPIEGEL: Die IKEA-Legende

Berlin/Hamburg, 10.12.2012/cw – Wer sich von der Berichterstattung zum diesjährigen  „Tag der Menschenrechte“ etwas verspricht, wird von Deutschlands berühmtesten Nachrichtenmagazin vom Titel verführt: DER SPIEGEL widmet dem schwedischen Möbelhaus-Konzern seinen zeitgerechten  Titel („IKEA intern – Die Legende vom ehrlichen Möbelhaus“) mit immerhin elf Seiten, davon rund 3 Seiten Fotos. Doch Vorsicht: Wer sich vom Nachrichtenmagazin vom Titel zum Kauf verführt sieht, weil er/sie sich ergänzende Aufklärung zum vor gut drei Wochen in Berlin vorgestellten IKEA-Skandal zur Ausbeutung politischer Häftlinge in der einstigen DDR verspricht, der wird herbe enttäuscht. Von rund 1.134 Zeilen (100%) widmen die drei Autoren der von IKEA eingeräumten Zwangsarbeit 41 Zeilen (3,6 %). Bezieht man das auf der Berliner Veranstaltung von einstigen DDR-Verfolgten zur Sprache gebrachte IKEA-Engagement in China mit ein (16 zusätzliche Zeilen) kommt man auf magere 5% des gesamten Textmaterials.

IKEA-Thema vermarktet: DER aktuelle SPIEGEL

IKEA-Thema vermarktet: DER aktuelle SPIEGEL

Wer sich also zusätzliche Informationen zur Zwangsarbeit in den einstigen Haftanstalten der DDR verspricht, sollte sich nicht zum Kauf verführen lassen. Auch der begrüßenswerte Versuch der FDP, vierzehn Tage nach der in Berlin öffentlich bekundeten IKEA-Reue in einer Anhörung im Bundestag das Thema zu vertiefen, findet in diesem Zusammenhang keine Erwähnung.

Wer sich hingegen Einblicke in das Multigeflecht des blaugelben Möbel-Riesen verschaffen will, kann durchaus Informationen in kompakter Form gewinnen. Vor allem kann im Ergebnis interpretiert werden: IKEA könnte eine ansehnliche und damit vorzeigbare Entschädigung für die einst Ausgebeuteten aus der Portokasse zahlen, ohne daß man mit dem Konzern oder seinem Gründer Mitleid haben müsste. Allerdings steht dem womöglich das aktuelle Engagement in China (und wahrscheinlich auch anderswo) im Wege. Ausbeutung aus der Vergangenheit zu entschädigen und die Augen vor der Gegenwart zu verschließen, passt nicht so recht zu einem wie immer gearteten Mea-culpa-Ritual: Die Legende vom ehrlichen Möbelhaus wird wohl Legende bleiben. Aber auch Legenden lassen sich gut vermarkten. Das weiß man nicht nur in Schweden, sondern auch in Hamburg.

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Dezember 2012 - Seite 2

Dezember 2012 – Seite 2

Sonstige Meldungen:

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel wird zum 60. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 auf dem Friedhof Seestraße in Berlin-Wedding die Gedenk-Ansprache halten. Das verlautet aus informierten Kreisen in Berlin. Neben Merkel werden Bundespräsident Joachim Gauck, der Bundesratspräsident, der Bundestagspräsident und der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes an dem von der Bundesregierung und dem Berliner Senat ausgerichteten Staatsakt teilnehmen.

Stollberg/Hoheneck – Die Vorstände der beiden in Stollberg ansässigen Fördervereine trafen sich kurzfristig in der Großen Kreisstadt im Erzgebirge, um sich über gemeinsam interessierende Fragen und Probleme auszutauschen. Beide Vereine wollen aktiv die Errichtung einer Begegnungs- und Gedenkstätte im einstigen DDR-Frauenzuchthaus durch geeignete Initiativen und Aktionen unterstützen.

Allen unseren Lesern ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2013

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Hinweis: Die bisherigen  Ausgaben des Hohenecker Boten können unter www.17juni1953.de (>Förderverein) abgerufen oder direkt bei der Redaktion  gegen Kostenbeitrag bestellt werden. Die Vereinigung hat uns einstweilen Gastrecht bis zur Einrichtung einer eigenen Homepage auf ihrer Seite eingeräumt.

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Zur Förderung unserer Arbeit sind wir sowohl auf Ihre Mitarbeit wie auf Beiträge und Spenden angewiesen:               

Unser Konto: 725004037 – BLZ: 870 540 00  – 

Erzgebirgssparkasse

Fordern Sie einen  Aufnahmeantrag an – Wir bedanken uns herzlich im Voraus!

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© 2012 Redaktion: Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG) Hoheneck e.V., verantwortlich: C.W. Holzapfel, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin
Dieser Artikel wurde aufgerufen aus: Deutschland, USA, Schweiz, Kanada, Österreich, Belgien Stand: 10.12.2012, 24:00 Uhr

 

Berlin, 10.09.2012/cw – Das unter die freigekauften Häftlinge der einstigen DDR auch von der DDR ungeliebte (Kriminelle) oder gezielt durch das MfS angeworbene Personen untergeschoben wurden, war schon länger vermutet worden. Jetzt berichtet DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe, dass die am Freikauf beteiligten Bundesregierungen von dieser Praxis wussten.

Nach dem Bericht nahmen die Bundesregierungen inkauf, mit ihren Geldern auch Kriminelle und sogar Stasi-Spitzel in die (alte) Bundesrepublik zu holen. Das ginge „aus bisher unbekannten Dokumenten des Bundesverfassungsschutzes und anderer westdeutscher Behörden hervor,“ schreibt das Nachrichtenmagazin.

Zwischen 1963 und 1989 wurden 31775 Häftlinge aus DDR-Gefängnissen freigekauft. Die Bundesregierungen zahlten dafür mit Waren im Wert von  rund 3,4 Milliarden Mark. Offensichtlich ließen sich die Verantwortlichen durch die DDR wissentlich täuschen. Denn bereits 1968 berichtete der Bundesverfassungsschutz, manche aus DDR-Gefängnissen Entlassene „erschienen völlig undurchsichtig und zweifelhaft. Die tatsächliche Anzahl derjenigen, die früher für das MfS tätig waren, und derjenigen, die bei Entlassung einen Auftrag erhielten, liegt bestimmt höher als angegeben.“

Laut SPIEGEL fälschte Ost-Berlin „Häftlingslisten, in manchen Fällen zahlte die Bundesregierung sogar für Gefangene, die nur noch wenige Wochen in Haft gewesen wären, zum selben Satz von 40.000 Mark.“ Frustriert habe  der zuständige Direktor des Verfassungsschutzes über drei Aktionen zum Häftlingsfreikauf zwischen 1966 und 1968 berichtet: „Unter den 717 Haftentlassenen (…) befanden sich nur noch 112 ‚politische Täter‘.“ Der Bericht schloss mit der Einschätzung, dass die DDR „die humanitären Maßnahmen der Bundesregierung als willkommene Einnahmequelle nutzt„.

Aus diesen Berichten zogen die Verantwortlichen allerdings keine Konsequenzen. Man befürchtete eine Gefährdung des generell befürworteten und durch den damaligen  Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen, Rainer Barzel (CDU) eingeleiteten Freikaufs von aus politischen Gründen oft zu langjährigen Freiheitsstrafen Verurteilten.

Der Bericht scheint entsprechende Forschungsergebnisse zu bestätigen stellt dazu die in Berlin ansässige Vereinigung 17. Juni fest. So wären gerade in den letzten Jahren immer wieder Rückforderungen von Entschädigungszahlungen gegen einstige DDR-Gefangene erhoben worden, deren Verurteilungen sich nach entsprechenden Akten-Funden als „nicht-politisch“ herausstellten (kriminelle Delikte) oder die als Zuträger oder gar IMs geortet wurden.

Die Vereinigung hält es anlässlich der aktuellen Berichterstattung für wünschenswert, eine eigene Forschung über die seinerzeitige Ausstellung sogen. HHG-(10,4) Bescheinigungen einzuleiten. Diese waren offenbar „zu großzügig und in einigen Fällen unter Ausklammerung rechtsstaatlicher Grundsätze“ erteilt worden, um eben das begrüßenswerte humanitäre Projekt „Freikauf“ nicht zu gefährden. Dreiundzwanzig Jahre nach dem Ende der DDR sei es „gerade und zuförderst im Interesse der tatsächlich aus politischen Gründen Verfolgten“ erforderlich, dieser offensichtlichen Grauzone Aufmerksamkeit zu widmen. Befürchtungen, diese Aufmerksamkeit könne dem Ansehen der DDR-Opfer schaden, wies der Verein zurück: „Gerade die rückhaltlose Aufklärung über etwa vorhandene Missstände im Anerkennungs- und Entschädigungsverfahren dient dem Ansehen der Menschen, die aus rechtsstaatlich nicht zu vertretenden Gründen in die Mühlen der Diktatur-Justiz geraten waren.“ Wer nichts zu verbergen habe, würde sich auch einer angemessenen, sensiblen Überprüfung nicht widersetzen.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Berlin, 09.01.2012/cw – In Bezug auf Aussagen bei Günter Jauch (ARD, 08.01.2012) soll hier beispielhaft auf reale Vorgänge hingewiesen werden. So hatte Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo  in empörter Manier den Eindruck erweckt, es sei ein einmaliger Vorgang, dass ein hochrangiger Politiker einen fast fertigen Bericht verhindern wollte. Denkwürdig, dass sich auch hier kein ernsthafter Widerspruch erhob. Die Berliner Tageszeitung DER TAGESSPIEGEL hatte bereits Gegenteiliges berichtet. Nachfolgend zwei Berichte über ein  Beispiel aus der realen Politiker-Welt:

 Oskar Lafontaine verhinderte Bericht über Rotlichtmilieu

„1993 trifft Kuno Haberbusch (NDR) wieder den Nerv der Politik und deckt angebliche Verstrickungen von Oskar Lafontaine ins Rotlichtmilieu auf. Der Vorspann zum ARD-Magazin Panorama läuft schon, da lässt der Saarländer die Ausstrahlung des Berichts per einstweiliger Verfügung verbieten. Wieder ein Film, der nie gesendet wird. Lafontaine prägte damals den Ausdruck „Schweinejournalismus“ und meint damit die kritischen Redakteure von Panorama.“

http://daserste.ndr.de/panorama/wir_ueber_uns/geschichte/index.html

Lafontaine wollte im  Saarland Maulkorb für Presse

Im SPIEGEL-Archiv hätte sich Georg Mascolo auf die Sendung vorbereiten können, dann hätte er sich die Peinlichkeit der Uninformiertheit in der Jauch-Sendung wohlmöglich erspart. Aber vielleicht ging es gar nicht um Information?

Jedenfalls vermeldete sein Magazin vor achtzehn Jahren, am 25.04.1994: „ …Oskar Lafontaine will im Saarland das Presserecht verschärfen …

Selten zuvor in seiner neunjährigen Amtszeit stand Sozialdemokrat Lafontaine so sehr unter Druck wie in den vergangenen Wochen. Kritiker aller Couleur aus der ganzen Republik warfen dem rechthaberischen, von Pensions- und Rotlichtaffären gebeutelten Regierungschef vor, er wolle sich an der Journaille für ihre Enthüllungen rächen und kritischen Medien per Gesetz einen engmaschigen Maulkorb verpassen…

Schon im April letzten Jahres hatte der SPD-Spitzenmann bei einem Medien-Kongreß … in Magdeburg die angeblich zunehmende „Fahrlässigkeit und die Maßlosigkeit“, mit der Journalisten Politiker angehen, gegeißelt. Lafontaine dachte damals laut darüber nach, „wie der investigative Journalismus in seine ethischen Schranken zurückverwiesen werden kann“.

Seine Forderung, die Veröffentlichung geschützter Daten durch Presse, Radio und Fernsehen müsse „selbst dann gesetzlich untersagt werden . . . wenn sie der Aufdeckung von Mißständen dient“, fand lebhaften Beifall bei jenen, die früher schon Lafontaines peinliches Wort vom angeblichen „Schweinejournalismus“  in Deutschland beklatscht hatten. “

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13683741.html

Sicherlich könnten akribische Journalisten ganze Seiten mit Recherche-Ergebnissen über die Einmischungsversuche von Politikern in die Arbeit der freien Presse füllen. Ob das in den oberen Etagen überall erwünscht wäre, steht auf einem anderen Blatt. Denn hier geht es nicht um ernsthafte Diskussionen um die Pressefreiheit, die – so ganz nebenbei – ja durchaus auch Verpflichtungen beinhaltet, sondern vielmehr um das Weiterköcheln an einer angeblichen Präsidenten-Affaire, die bisher nicht das gewünschte Ergebnis, den Rücktritt von Christian Wulff, gebracht hat. Was hier seit Wochen  zelebriert wird, ist wohl eher ein Machtkampf zwischen Institutionen dieser Republik. Der Ausgang dürfte erhebliche Auswirkungen auf die künftigen Konstellationen in unserer Demokratie haben, die von Vielen schon seit geraumer Zeit eher als Demokratur empfunden wird. Die damit einhergehende Resignation und politische Verdrossenheit, schon länger an einem deutlichen Rückgang der Wahlbeteiligungen messbar, sind für unseren demokratischen Staat langfristig viel gefährlicher, als eine Handvoll Extremisten oder ein unbesonnener Anruf eines Präsidenten in einer Redaktion.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

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