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Teheran/Paris/Berlin, 28.12.2015 – Die iranische Oppositionsführerin Maryam Rajavi, die ihren Wohnsitz im Exil in Paris hat, nimmt das Zusammenfallen der Geburt Jesu Christi mit dem Geburt des Propheten Mohammeds zum Anlass, Akzente auf die gemeinsamen Werte von Christen und Moslems, nämlich Toleranz, Liebe und Barmherzigkeit zu setzen und gegen den Fundamentalismus einzutreten. Sie ruft zum Engagement in einer gemeinsamen Front auf. In ihrer Botschaft zum Weihnachtsfest heißt es:

„Liebe Christen im Iran und allerorten, liebe Unterstützer des iranischen Widerstandes in aller Welt, ich grüße Sie zu Weihnachten, zur Geburt Jesu Christi, zu dem Fest, das in diesem Jahr mit dem Geburtstag des Propheten Mohammed zusammenfällt. Ich schließe meine Grüße zum Neuen Jahr an.

Ich wünsche, 2016 möge ein Jahr der Einheit und des Siegs über den islamischen Extremismus sein, besonders über den im Iran herrschenden religiösen Faschismus und seine üblen Verbündeten im Mittleren Osten, die in aller Welt den Samen der Feindschaft säen. Wir denken an Jesus Christus, der gesagt hat: „Liebt einander, wie ich euch liebe.“ Und im Koran sagt Gott zu Mohammed: „Wir haben dich zu einer Gnade für die ganze Menschheit geschickt.“

Dies ist die Botschaft aller Religionen und darum ist das Zusammenfallen der beiden Geburtstage ein Fest der Brüderschaft in allen Nationen. Glücklich sind die, die im Christentum und im Islam das Wesen des Glaubens gefunden haben: Liebe, Mitgefühl und Freiheit. Und wir grüßen in Verehrung die Jungfrau Maria, die Verkörperung der Liebe und des Opfermutes, die in der Bibel „die, die Gott lieb hat“ genannt wird. Geburt und Erscheinen jedes Propheten bezeichnen eine Neugeburt der Menschheit im Zusammenleben.

Gemeinsame Werte

Zu dieser Zeit, da die Welt unter den Anschlägen von Terror und Extremismus leidet, können wir im Erscheinen der Propheten das Licht der Freiheit, der Toleranz, der Standhaftigkeit gegen Fundamentalismus und Extremismus finden. Muslime und Christen können sich auf ihre gemeinsamen Werte verlassen. Sie sind die Kraft, mit der sie denen, die ihre Religionen verderben, widerstehen können.

Entgegen dem, was die Extremisten wollen, sollten wir stärker als je an die Menschheit glauben, tiefer auf sie hoffen. Lasst uns hoffen: auf ein Ende des Extremismus und auf Freiheit für das syrische Volk, Freiheit von den Diktaturen Bashar Assads, Khameneis und der ISIS-Terroristen. Lasst uns hoffen, dass die Vertreibung der Christen aus ihrer Heimat im ganzen Mittleren Osten ein Ende finde. Und lasst uns hoffen, dass die, die sich im Iran zum Christentum bekehrt haben, von der Unterdrückung durch die herrschenden Mullahs befreit werden. Möge die ganze iranische Nation von dieser religiösen Diktatur befreit werden.

In diesem Moment rufe ich die Weltgemeinschaft auf, eine internationale Front gegen die religiöse Diktatur im Iran, ihrer Statthalter und Milizen in Syrien und im Irak zu bilden und den islamischen Islamismus zu bekämpfen, den Feind wahrer Muslime, wahrer Christen und aller Angehörigen anderer Religionen. Möge die Botschaft des Mitgefühls, der Freiheit und der Toleranz im ganzen Mittleren Osten zur Geltung kommen.
Möge die Welt von Tyrannei und Fundamentalismus erlöst werden und eine neue Geburt, ein neues Leben finden. Ihnen allen frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr.“

V.i.S.d.P.: Nationaler Widerstandsrat Iran (NWRI) – Office in Germany – Vertretung in Deutschland (1.066)

Berlin, Weihnachten  2012/cw – Unter dem vorgenannten Titel veröffentlichte der bayerische Pfarrer Friedrich Winter im Eichenauer Gemeindebrief (Juni 1987), dessen Redaktionsteam ich von 1973 bis 1988 angehörte, folgenden bemerkenswerten  Artikel. Die Weihnachts-feiertage sollten uns die Möglichkeit geben, über die auch hier kontrovers ausgeführte Debatte um unsere christliche Positionierung zu anderen Religionen,  hier besonders des Islam (Zitat: „Allah ist eine Erfindung und Mohammed sein falscher Prophet„.), in friedlicher Gelassenheit nachzudenken.

Carl-Wolfgang Holzapfel

„KISMET – SCHICKSAL – GOTTES WILLE?

Schon die Religionsbezeichnung „Islam“ ist kennzeichnend für die Grundhaltung der gläubigen Moslems: Sie bedeutet Gehorsam gegenüber Gott, Unterwerfung unter seinen Willen. Der Gläubige sucht seinen inneren und äußeren Frieden, sein diesseitiges Glück und sein jenseitiges Heil durch Ergebung in Gottes allmächtigen  Willen zu sichern. Damit ist die grundsätzliche Einstellung zum Leid, zu den Übeln und Schicksalsschlägen des Lebens  schon angedeutet: Alles Widrige ist in Ergebenheit hinzunehmen, es ist Gottes Wille, der so viel höher ist als der Mensch, daß es keinem zukommt, Fragen zu stellen oder gar Gott anzuklagen. So wird Leid hingenommen, oft ohne zu versuchen, ob nicht der Mensch von Gott her Möglichkeiten hat, Not zu lindern und Leid zu verringern. Damit ergibt sich die Haltung, das Schicksal fast klaglos hinzunehmen: „Kismet“ – Gottes Fügung, beinahe verstanden als willenlose Ergebung in ein blindes, undurchschaubares Schicksal. Diese Haltung darf nicht nur negativ gesehen werden, sie ähnelt auch dem Verhalten Hiobs: „Der Herr hat´s gegeben, der Herr hat´s genommen, der Name des Herrn sei gelobt!“ (Hiob 1,21). Sollten nicht auch wir machmal mehr Ergebung in Gottes Willen zeigen, die wir doch oft nach schlimmen Erfahrtungen mit Gott zu rechten beginnen: „Wie kannst du das zulassen?“

Gegenüber   e i n e m  Leiden und Tod hat freilich der Moslem keinerlei Verständnis: Die Passon und der Kreuzestod Jesu sind ihm völlig unverständlich und sinnlos. Jesus ist zwar auch für den gläubigen  Moslem ein  wichtiger Prophet, er kennt ihn als „Jesus, Sohn der Maria“ aus dem Koran. Aber sein Tod wird strikt abgelehnt. Ein anderer ist an Jesu Stelle damals gestorben. Und vor allem: Es gibt im Islam keine Erlösung; jeder wird beurteilt nach dem, was er zu verantworten hat. So ist das Leiden für die Moslems letztlich nur eine Prüfung zur Läuterung des Glaubens und der Ergebung in den Willen Gottes. Wer dabei stark bleibt, wird im Endgericht belohnt. Ein Leiden für einen anderen ist unmöglich.

Albrecht Dürer "Heilige Familie mit Kaninchen", Holzschnitt 1496/97

Albrecht Dürer „Heilige Familie mit Kaninchen“, Holzschnitt 1496/97

Wir Christen versuchen, von der Bibel her das Leid zu verstehen und auszuhalten. Die Übel und das Leid in der Welt sind von daher Zeichen, daß unsere Welt nicht in Ordnung ist. … Seit Christus wissen wir freilich, daß das Leid, das einen Menschen trifft, nicht Ausdruck der Strafe ist, die speziell er auf sich gezogen hat. Nicht der Einzelne muß die Schuld bei sich suchen, sondern im großen Mensch-heitszusammenhang ist Leid auch Prüfung wegen der Schuld, Läuterung des Glaubens, Zeichen zur Umkehr. Das Verhalten dem Leid gegenüber ist vom Alten Testament her auf der einen Seite Ergebung in Gottes Willen, auf der anderen Seite vom Neuen Testament her auch Kampf gegen das Leid, gegen die Übel der Welt, gegen alle ungerechten und unmenschlischen Zustände: Wie Jesus durch sein Wunder das Leid besiegt hat, so sollen auch wir, soweit unsere Kräfte reichen, Leid verringern helfen in Jesu Nachfolge. …“

© 1987 Gemeindebrief Eichenau

Zusammenfassend ist die Vertiefung in den Glauben anderer Religionen hilfreich, um den eigenen Glauben zu ergründen und durchaus neu zu erfahren. Statt vom Thron der Allwissenheit die eigene Überzeugung als das Maß aller Dinge hinzustellen, sollten wir uns in Demut gegenüber anderen Denkweisen üben. In der Politik nennt man das Toleranz, die manchmal auch der Religion, gleich welcher Ausrichtung, gut anstände.

Der Weg zum Glück ist vielfach näher, als wir glauben. Wir müssen ihn nur finden:

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In diesem Sinne wünsche ich allen Freunden, Kritikern, Gegnern und auch selbsternannten „Feinden“ eine friedliche und fröhliche Weihnacht.

V.i.S.d.P.: C.W. Holzapfel, Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

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