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Berlin, 5.02.2016/cw – Er war das letzte Opfer des Grenzregimes, das an der Mauer zu Tode kam: Heute vor 27 Jahren versuchte der damals zwanzigjährige Chris Gueffroy zusammen mit einem Freund die Berliner Mauer zu überwinden. Am 5. Februar 1989 wollten die beiden Freunde über den Britzer Verbindungskanal nach Neukölln schwimmen. Bereits im sogen. Sperrgebiet wurden die Flüchtenden gestellt und beschossen. Während der Freund schwerverletzt verhaftet wurde, war Chris Gueffroy durch einen Herzschuss sofort tot.

Erinnerungsstele am einstige Tatort - Foto. LyrAg

Erinnerungsstele am einstige Tatort – Foto. LyrAg

Dieser Mord erregte weltweit Aufsehen, nachdem sich der Eindruck eines restriktiven Schusswaffengebrauchs durch DDR-Grenzorgane verbreitet hatte. Der Freund Gueffroys wurde im Oktober 1989, vier Wochen vor dem Fall der Mauer, von der Bundesrepublik freigekauft.

Rosen für den letzten Mauer-Toten: 5.02.2016 - Foto: LyrAg

Rosen für den letzten Mauer-Toten: 5.02.2016 –
Foto: LyrAg

Die vier Schützen wurden für ihr Engagement an der „Staatsgrenze“ belobigt und erhielten je 150,00 DDR-Mark als Kopfgeld. Lediglich ein Todesschütze wurde später vom Berliner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt; die Strafe wurde später vom Bundesgerichtshof auf eine zweijährige Bewährungsfrist reduziert. Die übrigen der an der Stellung der Flüchtenden beteiligten Soldaten wurden freigesprochen. Die (west-)deutsche Justiz machte für den Tod an der Mauer im Wesentlichen die DDR-Führung verantwortlich, während die Grenzsoldaten lediglich „ausführende Organe“ gewesen seien. In zahlreichen sogen. NS-Prozessen wurden hingegen Angeklagte bereits bei einer Tätigkeit im Umfeld der Mordmaschinerie wegen einer verantwortlichen Mitwirkung an den Morden verurteilt.

Rudi Dutschke und Peter Fechter

Vor Zwei Jahren, 25 Jahre nach seiner Ermordung, war in Anwesenheit von Fluchthelfern und zahlreicher ehemaliger politischer Gefangener der DDR im Berliner Bezirk Neukölln ein Straßenzug zur Erinnerung an den letzten Mauer-Toten in Chris-Gueffroy-Allee umbenannt worden. Dagegen weigert sich der Bezirk Mitte bis heute, einen Teil der Zimmerstraße zwischen Checkpoint Charly und Axel-Springer-Verlag zu Ehren des am 17.08.1962 an der Mauer elend verbluteten Bauarbeiters Peter Fechter in Peter-Fechter-Straße umzuwidmen. Die Alt-68er haben offenbar auch 27 Jahre nach dem Mauerfall Probleme im Umgang mit der DDR-Geschichte. Anders der Umgang mit dem APO-Heros Rudi Dutschke. Er erhielt trotz heftiger Proteste nach relativ kurzer Auseinandersetzung einen Teil der weltberühmten Kochstraße als Namensgeber.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785 (1.072)

Danke den Menschen und Helden vom 17. Juni 1953, die mit ihrem Mut zum ersten Aufstand gegen eine Diktatur nach dem 2. Weltkrieg den Weg eingeleitet haben, der über Ungarn, die CSSR und Polen zum 9. November 1989 geführt hat.

Danke den 3,5 Millionen Flüchtlingen, die unter Verweigerung freier Wahlen dieses Recht  mit ihren Füßen wahrgenommen haben.

Danke den über 200.000 politischen Gefangenen zwischen 1949 und 1989, die mit ihrem Mut und ihrer unbeugsamen Überzeugung NEIN zur zweiten deutschen Diktatur gesagt haben.

Danke den Toten an der Berliner Mauer, den Grenzen des Ostblocks, die ihr Leben für die Freiheit gaben und mit ihrem Tod ein nie vergessenes Signal gesetzt haben für eine bessere, Mauer-freie Welt. Wir erinnern stellvertretend an Günter Litfin, Dieter Wohlfahrt, Peter Fechter, Paul Schulz und Chris Gueffroy.

Danke den ungezählten mutigen und selbstlosen Fluchthelfern, die über 28 Jahre geholfen haben, mit ihrer oft gefährlichen Hilfestellung der Fluchthilfe die punktuelle Wiederherstellung des Rechts verwirklicht haben.

Danke dem kleinen und mutigen Inder T.N. Zutshi, der nach dem Umgarnaufstand nach Europa kam, um uns den Weg aus der Unfreiheit mit den Methoden Mahatma Gandhis zu vermitteln. Unvergessen und 1989 umgesetzt seine Demonstration 1960 am Alexanderplatz in Ost-Berlin: „Menschen hinter dem Eisernen Vorhang, der erste Schritt zur Freiheit: Legt Eure Furcht ab und sprecht die Wahrheit.“

Danke allen Menschen in Ost und West, die den Glauben an Einigkeit und Recht und Freiheit für das Deutsche Vaterland niemals aufgegeben haben.

Danke den ebenso mutigen Menschen in Ungarn, in der CSSR und Polen, ohne deren Mut und Begleitung der Weg in die Freiheit auch für uns noch länger und dorniger gewesen wäre.

Danke nach Moskau an Michail Gorbatschow, der mit seiner neuen und mutigen Politik der Perestroika und Glasnost den Weg in eine neue und gemeinsame Zukunft geebnet hat.

Danke an Helmut Kohl, der in einer verwirrenden, vor Glück trunkenen Phase mutig und durchdacht den Zipfel der Weltgeschichte ergriffen und mit seinem 10-Punkte-Plan den Weg zur Einheit unter Einbeziehung der ehemaligen Gegner unbeirrt gegangen ist und vollendet hat.

Danke an Helmut Kohl für die Umsetzung der versprochenen „Blühenden Landschaften“, die trotz Ungeduld heute, 25 Jahre nach dem Mauerfall, überall in den mit uns vereinigten Bundes-Ländern der einstigen DDR zu sehen sind.

Euch Allen Danke! (890)

Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., ehem. „Komitee 17. Juni“, Berlin, 0176-48061953

Anklage vor Ort... Foto: LyrAg

Anklage vor Ort… Gegen das Vergessen
Foto: LyrAg

Berlin, 5.02.2013/cw – Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, erinnerte heute an der Gedenkstele für den vor 25 Jahren an dieser Stelle ermordeten Christ Gueffroy an dessen tragischen Tod „sieben Monate vor dem Fall der Mauer.“

Oliver Igel legte an der Stele ein Blumengebinde nieder - Foto: LyrAg

Oliver Igel legte an der Stele ein Blumengebinde
nieder – Foto: LyrAg

Die Mutter und Gueffroys Bruder hatten sich neben Freunden, Vertretern des Bezirksparlamentes und ca. 20 interessierten  Berliner Bürgern am Ort des seinerzeitigen Fluchtdramas eingefunden, um „in Stille des letzten durch Schusswaffengewalt ums Leben gekommenen Opfers der Berliner Mauer zu gedenken.“

Igel schloss in seine kurze Ansprache alle Maueropfer ein: „Mir ist es egal, ob es 136 oder über 1000 Opfer waren, jeder Einzelne war ein Opfer zu viel,“ betonte der Bürgermeister. Sein Bezirk fühle sich besonders verpflichtet, dieser Opfer zu gedenken, denn sein Bezirk habe die längste Mauer ertragen müssen, „allein 20 Menschen sind an diesem Mauerteil gestorben.“

Hinter der Stele am anderen Ufer: "Keine Grenzen mehr" - Foto. LyrAg

Hinter der Stele am anderen Ufer: „….kennt keine Grenzen“  –
Foto. LyrAg

Neben einem Vertreter der Gedenkstätte Hohenschönhausen und dem Vorstand des Heimatvereins Köpenick, letzterer ist in der Erinnerungspflege an die Opfer der Teilung beispielgebend, war nur die Vereinigung 17. Juni 1953 für die Opfer-Vereine der DDR-Diktatur zu der Gedenkveranstaltung erschienen.

Zuvor fand um 12:00 Uhr in der Versöhnungskapelle in der Bernauer Straße eine geistliche Erinnerung an den Toten statt, an der neben vielen Berlinern die Stiftung Berliner Mauer durch ihren  Direktor und die UOKG mit zwei Beiräten vertreten waren.

Siehe auch: http://www.rbb-online.de/abendschau/

Die Erinnerungstafel an der Chris-Gueffroy-Allee mußte wegen Vandalismus bereits 3 x erneuert werden. Blick auf den Zugang zur Gedenkstele am Zweigkanal. - Foto: LyrAg

Die Erinnerungstafel an der Chris-Gueffroy-Allee mußte wegen Vandalismus bereits 3 x erneuert werden. Blick auf den Zugang zur Gedenkstele am Zweigkanal. – Foto: LyrAg

Die Vereinigung 17. Juni gab in einer Erklärung ihrer tiefen Befriedigung Ausdruck, dass sich der Bezirksbürgermeister Oliver Igel und sein Bezirk „beispielgebend für andere betroffene Bezirke der Mahnung und Erinnerung an die dunkle Zeit unser Stadt und unseres Landes verpflichtet weiß.“ Der Verein  habe jüngst mit Bestürzung registriert, das zum Beispiel der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zum 50. Todestag des Maueropfers Paul Schulz „bis heute keine Blume oder ein anderes Gedenken an den im Schatten der Thomas-Kirche zu Weihnachten 1963 erschossenen seinerzeit Achtzehnjährigen“ für angebracht gehalten hat. Dies sei „ein sehr trauriges Signal für das 25jährige Gedenken an den Fall der Berliner Mauer,“ erklärte der Vereinsvorstand.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 4.02.2014/cw – An das letzte gewaltsam ums Leben gebrachte Opfer der Berliner Mauer wird am morgigen  Mittwoch, 5. Februar 2014, um 12:00 Uhr in der Versöhnungskapelle in der Bernauer Straße erinnert. Dies teilte die Stiftung Berliner Mauer in einer Presseinformation mit. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick wird um 14:00 Uhr an der Gedenkstele für Gueffroy  in Johannistal, Chris-Gueffrroy-Allee mit Bezirksnürgermeister Oliver Igelein stilles Gedenken durchführen.

Chris Gueffroy, geboren am 21. Juni 1968,  hatte sich gemeinsam mit einem Freund zur Flucht entschlossen, als er Anfang 1989 erfuhr, dass er zur Wehrpflicht eingezogen werden sollte. Zuvor war ihm  das Abitur verweht worden, weil er sich weigerte, nach der Schule Offizier der Nationalen Volksarmee zu werden.

Der 20-Jährige wurde tödlich getroffen, sein Freund verletzt festgenommen, nachdem die Freunde versucht hatten, an den Sperranlagen vor dem Britzer Zweigkanal in Treptow die Mauer zu überwinden. Die Stiftung Berliner Mauer: „Chris Gueffroy war der letzte Flüchtling, der an der Berliner Mauer erschossen wurde und das zweitletzte Todesopfer, das bei einem Fluchtversuch ums Leben kam. Nach seinem Tod wurde der Schießbefehl aufgehoben.

Die Grenzposten wurden nach dem Mauerfall verurteilt. Der Haupttäter zu dreieinhalb Jahren  Gefängnis, drei Mitangeklagte bekamen Bewährungsstrafen. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil mit der Begründung allerdings aufgehoben, die Grenzposten hätten in der Hierarchie ganz unten gestanden. In der erneuten Verhandlung wurden die an dem Mord beteiligten vier DDR-Grenzer milde bestraft. Zwei der Mordschützen erhielten Bewährungsstrafen, zwei weitere wurden freigesprochen.

In der Kapelle der Versöhnung finden nach einer umgesetzten Idee des am 6. Dezember letzten Jahres verstorbenen Pfarrers Manfred Fischer von Dienstag bis Freitag, jeweils 12.00 bis 12.15 Uhr, regelmäßig Andachten für die Mauertoten statt.  In den Andachten werden die jeweiligen Biographien der Opfer verlesen. In den Wintermonaten finden die Lesungen witterungsbedingt nur zeitweise, nach Ankündigung, statt. Die nächste Andacht ist für den 04. März 2014 vorgesehen.

Siehe auch: Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989. Ein biographisches Handbuch – Hans Hermann  Hertle und Maria Nooke, Herausgeber: Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz.

Sendehinweis: Dienstag, 22:45 Uhr im RBB: „Das kurze Leben des Chris Gueffroy. http://www.rbb-online.de/doku/das/das-kurze-leben-des-chris-gueffroy.html

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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