You are currently browsing the tag archive for the ‘Cafe Sibylle’ tag.

Berlin, 22.04.2014/cw – Die Berliner Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Textilanten Jan Bejšovec wegen angezeigter Volksverhetzung unter Berufung auf Art.5 GG als Meinungskundgabe eingestellt. Der UOKG-Vorsitzende Rainer Wagner hatte die Anzeige erstattet, nachdem die Vereinigung 17. Juni den Skandal öffentlich gemacht hatte. Die Berichterstattung bezog sich auf eine Ausstellung in den Räumen des „Cafe Sibylle“ in der Karl-Marx-Allee, in der ein gekreuzigter Hubertus Knabe mit Hitlergruß und Rotfrontkämpfer-Faust neben Extremisten wie Gaddafi, Goebbels, Zschäpe und Mahler dargestellt worden war.

Die Presseerklärung des Textilanten J.B. (Seite 1)

Die Presseerklärung des Textilanten J.B. (Seite 1)

In einer Presseerklärung von heute weist der Künstler nun auf die Verfahrens-Einstellung hin und erklärt die Kritik „an seinem Kunstwerk“ als „mediale Skandalisierung“. Unter der Internet-Seite „Konfliktstoff“ schreibt der Künstler, er sei „erfreut, dass mit dieser Entscheidung eines der höchsten Güter einer demokratischen Gesellschaftsordnung vor einem Angriff geschützt wird, der darauf abzielt, eine künstlerische Kommentierung bestimmter Missstände in der Aufarbeitung der jüngsten deutschen Geschichte zu unterdrücken.“ Durch die Kritik „in Blogs und bestimmten Zeitungen werden Bejšovec und weitere Personen grob beleidigt und ihnen außerdem die künstlerische bzw. berufliche Qualifikation abgesprochen.“

Der textile Künstler überzieht Wagner mit Hohn und Spott für dessen Aussage, nach der „diese geschmacklose und herabwürdigende Darstellung jeder Beschreibung“ spotte und „nicht nur Herrn Knabe selbst, sondern die ganze Gedenkstätte (Anmerkung: Hohenschönhausen) und alle Opfer der SED-Diktatur“ beleidige und sieht die Wagner-Äußerung als „einen Beleg für die mit dem Kunstwerk kommentierte quasireligiöse und unwissenschaftliche Überhöhung einer Person als Symbol für ALLE durch die DDR Geschädigten.“ Der Vorsitzende der Vereinigung 17. Juni, Carl-Wolfgang Holzapfel, versteige „sich zu der Behauptung (Zitat): Das sei keine Kunst, das ist Volksverhetzung in Reinkultur und die in der DDR-Diktatur praktizierte Erziehung zum Hass auf Andersdenkende (Ende Zitat).“ Holzapfel drohe „zukünftigen Ausstellern (Zitat): Jan Bejšovec kann das Bild nach diesem Skandal nicht mehr so harmlos ausstellen, wie weiland das ARD-Hauptstadtstudio. Es ist durch seine widerliche Agitprop-Textung buchstäblich verbrannt (Ende Zitat).“ Das ARD-Hauptstadtstudio hatte sich eindeutig von der jetzigen Textung zum Bild distanziert.

Die PE, Seite 2

Die PE, Seite 2

In einer ersten Reaktion teilt die Vereinigung 17. Juni ihre Verwunderung über die sehr eigenwillige Beurteilung der Anzeige durch die Staatsanwaltschaft mit. Man habe nicht das Kunstwerk selbst, sondern die beigefügte Textung zu Recht kritisiert und als Volksverhetzung und als eine Erziehung zum Hass auf Andersdenkende bezeichnet. Knabe sei ausdrücklich vom Künstler namentlich mit seinem „Gesicht“ benannt worden. Im Text hatte es geheißen: „„Das Bild thematisiert die umstrittene „Totalitarismustheorie“, nach der in Wesen und Wirkung alle totalitären politischen Systeme gleich sind. Diese von seriösen Historikern lange widerlegte Theorie wird in Deutschland nur noch von den Epigonen des Antikommunismus als Propaganda verwendet. Das „Gesicht“ dieser noch tief im Kalten Krieg verwurzelten Gruppe ist Hubertus Knabe, der als Direktor die Gedenkstätte eines ehemaligen Haftkrankenhauses der Staatssicherheit der DDR mit unwissenschaftlichen Mitteln zur politischen Einflussnahme missbraucht.“

Wenn jetzt die Staatsanwaltschaft in dem Einstellungsbeschluss auschließlich auf das „beanstandete Bild“ abstelle, ginge dies am Straftatbestand der Volksverhetzung durch den beigefügten Text in nicht mehr nachvollziehbarer Weise vorbei. Hier werde gewissermaßen durch die Justiz amtlich ein „Freibrief für künftige Hasstiraden und Volksverhetzungen“ ausgestellt, stellt die Vereinigung aus Berlin fest. Dass sich künftig jeder Extremist auf diese Entscheidung berufen könne, stimme bedenklich, wobei man über mögliche Erblindungen auf „seitenorientierten Augen“ nicht spekulieren wolle. Das unverständliche Schweigen der für die Gedenkstätte zuständigen politischen Institutionen gegenüber dieser schamlosen Diffamierung des Direktors der Gedenkstätte Hohenschönhausen habe dabei sicherlich die staatsanwaltliche Interpretation beflügelt.

V.i.S.d.P.: Vereinigung 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 2.April 2014/cw – Nein, es war kein Aprilscherz, als der BZ-Kolumnist Gunnar Schupelius genau am 1. April in seiner Kolumne den Kultursprecher unsers Regierenden Bürgermeisters, Günter Kolodziej, mit dem Statement zitierte, das diffamierende Knabe-Bild in einer Ausstellung des Cafe Sibylle in der Karl-Marx-Allee sei „eine schwer erträgliche moralische Herabwürdigung“ des Herrn Knabe. Es solle aber „im Sinne der Kunstfreiheit“ toleriert werden. Die Skandale scheinen sich nicht nur auf den BER zu reduzieren.

Als Kunst verbrämter Hass auf die Diktatur-Opfer: "Das Gesicht" von Hubertus Knabe - Foto: LyrAg

Als Kunst verbrämter Hass auf die Diktatur-Opfer: „Das Gesicht“ von Hubertus Knabe
– Foto: LyrAg

Nicht nur Schupelius empörte sich über diese Agitprop-Kunst 25 Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR. (http://www.bz-berlin.de/thema/schupelius/dieses-hitlergruss-bild-ist-keine-kunst-article1823247.html). Er zitiert zwar die Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld und den UOKG-Vorsitzenden Rainer Wagner, um dann  festzustellen: „Sonst geschah nichts. Kein Protest war zu hören, kein Politiker mischte sich ein. Es schwieg das sonst allseits aufgebrachte Berlin.“ Schupelius, dessen Empörung wir ausdrücklich teilen, hat aber seine eigene Zeitung nicht gelesen, auch wenn er auf den Artikel vom 23.März ausdrücklich hinweist. Dort hatte sein Kollege berichtet, dass die in Berlin ansässige Vereinigung 17. Juni den Skandal öffentlich gemacht und heftigen Protest angemeldet hatte. Rainer Wagner und danach Vera Lengsfeld schlossen sich dieser Empörung an, immerhin. Das nur zur Korrektur.

Mit dem Protest ist das ja auch so eine Sache. Man kann bequem aus seinem Sessel heraus die Geschehnisse verfolgen und bei Bedarf, wenn es denn nützlich erscheint, Proteste formulieren. Das kostet nichts und bringt entsprechende Publicity. Sich selbst an den Ort der Ausstellung begeben, das Bild selbst in Augenschein nehmen, das ja erst durch den diffamierenden und beleidigenden Text zum Skandal wird?  Zuviel Arbeit, zuviel Aufwand?
Die den Skandal aufdeckende Vereinigung 17. Juni war mehrfach vor Ort, hielt den Skandal – Bilder und Texte – fotografisch fest, wandte sich an das ARD-Hauptstadtstudio und an die Deutsche Bank (wegen der vom Künstler selbst angekündigten Ausstellung am 28. April in der Alten Münze in Berlin) und informierte schließlich die Öffentlichkeit.

Im Kontext zu Knabe? Josef Goebbels Foto: LyrAg

Im Kontext zu Knabe?
Josef Goebbels
Foto: LyrAg

Vielleicht hatte aber diese Öffentlichkeit auch Schwierigkeiten mit dem Protest des Vorsitzenden des Stiftungsbeirats der Gedenkstätte Hohenschönhausen, der in Personalunion auch Vorsitzender der UOKG ist und in zwei Wochen zusätzlich den Vorsitz in der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) übernehmen will? Kommt ein Protest gegen die Diffamierung Knabes mittels „Hitlergruß und Rotfront-Faust“ an, wenn der Protestierende aus tiefer religiöser Überzeugung und unter Asserachtlassung seiner weltlichen Funktionen fast 70 Jahre nach dem Zusammenbruch des Hakenkreuz-Reiches den Juden (und andere) als „Knecht Satans“ bezeichnet, dem Islam vorwirft, eine erfundene Religion mit dem „falschen Propheten Mohammed“ zu sein und gleich noch andere Religionen wie den Buddhismus diffamiert? Bislang weigert sich der pietistische Prophet, einem Vorschlag zu folgen und seine Äußerungen zumindest als „Missverständnis, das auf  berechtigte Proteste gestoßen“ sei, zu bezeichnen und – natürlich in diesem Sinn – zu bedauern.
Schupelius weiß von diesen umstrittenen Äußerungen, um die Kritik daran. Würde er jetzt auch zitieren: „Sonst geschah nichts. Kein Protest war zu hören, kein Politiker mischte sich ein. Es schwieg das sonst allseits aufgebrachte Berlin?“

Auch die NSU-Angeklagte Zschäpe wird zum Knabe-Kontext - Foto: LyrAg

Auch die NSU-Angeklagte Zschäpe wird zum Knabe-Kontext
– Foto: LyrAg

Das Bild, um das es hier geht, ist für sich betrachtet, eine Ausdrucksform der Kunst. In dieser Eigenschaft war es auch in der Ausstellung im ARD-Hauptstadtstudio 2011 gezeigt worden. Zum Skandal wurde und wird das Bild erst durch die beigefügte und provokante Textung. Erst hier wird „das Gesicht Knabes“ beschrieben, das vielleicht sonst keiner erkannt hätte, erst hier werden die bösartigen Diffamierungen des Gedenkstättenleiters postuliert. Und erst hier erschließt sich der gewollte Kontext zu den anderen ausgestellten Bildern von Goebbels, Gaddafi, Zschäpe und Mahler. Jan Bejsovec kann das Bild nach diesem Skandal nicht mehr so harmlos ausstellen, wie weiland im ARD-Hauptstadtstudio. Es ist durch seine widerliche Agitprop-Textung buchstäblich verbrannt. Jeder, der dieses Bild in Zukunft ausstellt, macht sich nunmehr gemein mit dieser Diffamierung eines anerkannten und weltweit respektierten Historikers.

So wie sich jeder gemein macht mit der Diskriminierung des Juden als „Knecht Satans“, wenn er den Schöpfer dieses abartigen Antisemitismus in neue Positionen wählt oder gar in bisherigen Positionen belässt. Ein „bisschen schwanger“ geht nicht, Gunnar Schupelius.

V.i.S.d.P.: Vereinigung 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030/30207785

 

Berlin, 29.03.2014/cw – Das ARD-Hauptstadtstudio hat in einem Telefonat mit uns die Angaben des Künstlers Jan Bejsovec bestätigt, wonach das in die Kritik geratene Textil-Bildnis der Kreuz-Darstellung mit Hitler-Gruß und Rot-Front-Faust tatsächlich 2011 im Hauptstadtstudio ausgestellt war. Das Hauptstadtstudio lege allerdings großen Wert auf die Feststellung, dass seinerzeit weder in der Textbeschreibung zum Bild noch in anderer Form eine Beziehung zu Hubertus Knabe hergestellt worden oder erkennbar gewesen war. Ansonsten hätte das Hauptstadtstudio eine solche Darstellung im Rahmen einer Ausstellung „in unseren Räumen selbstverständlich abgelehnt, “ so Eva Woyte in dem Telefonat.

Das Bildnis mit dem umstrittenen Text ist zur Zeit im Cafe Sibylle in der Karl-Marx-Allee ausgestellt -                  Foto: LyrAg - Foto: LyrAg

Das Knabe-Bildnis mit dem umstrittenen Text ist zur Zeit im Cafe Sibylle in der Karl-Marx-Allee ausgestellt – Foto: LyrAg
– Foto: LyrAg

Die Vereinigung 17. Juni begrüßt diese Klarstellung, die „an Deutlichkeit für sich spreche.“ Einmal mehr sei Jan Bejsovec überführt worden, der mit Halbwahrheiten seine Diffamierung Knabes bemäntelt. Der Künstler hatte in einer eigenen Presseerklärung u.a. betont, dass das kritisierte Bild ohne jede Beanstandung auch 2011 im ARD-Hauptstadtstudio gezeigt worden sei und damit den Eindruck erweckt, das Hauptstadtstudio habe die jetzt angegriffene Diffamierung des Leiters der Gedenkstätte Hohenschönhausen kommentarlos akzeptiert.

Wohl nach der selben Desinformations-Taktik hatte Bejsovec auch die behauptete Absicht der Deutschen Bank dementiert, sein  Werk auszustellen. Er habe mit der Bank zu keiner Zeit über eine Ausstellung gesprochen. Im Widerspruch zu dieser Darstellung in seiner PE veröffentlicht der Textilant auf seiner eigenen Homepage „Konfliktstoff“ eine Ausstellung seiner Werke in der „Deutsche Bank, Alte Münze“ in Berlin.

Wie nicht anders zu erwarten, sprang das einstige FDJ-Zentralorgan, die heutige linksextreme Zeitung „jungeWelt“ dem Künstler zur Seite und unterstellte den Kritikern der Knabe-Diffamierung in der Freitag-Ausgabe einen Angriff auf die Freiheit der Kunst und nutzte die Gelegenheit, wie zuvor Bejsovec in seiner Erklärung zu einem Rundumschlag gegen die Union der Opferverbände Komunistischer Gewaltherrschaft , UOKG (http://www.jungewelt.de/2014/03-28/036.php).
„Das Hässliche häuft sich,“ resümiert das Blatt. Allerdings, möchte man anmerken.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17.Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030/30207785

Berlin, 26.03.2014/cw – Der Künstler Jan Bejsovec hat jetzt mit einer Presseerklärung die Vorwürfe gegen ein „Kunstwerk“ durch die Vereinigung 17. Juni in Berlin scharf zurückgewiesen. Bejsovec hatte Hubertus Knabe, den Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, nach Ansicht des Vereins mit einem textilen Bildwerk diffamiert, das nach mehreren Stationen, u.a. im ARD-Hauptstadtstudio (2011) aktuell im Cafe Sibylle in der Karl-Marx-Allee (der früheren Stalinallee) im Kontext mit politischen Extremisten wie Josef Goebbels, Muammar al-Gaddafi, Horst Mahler und Beate Zschäpe gezeigt wird.

Programmgestaltung mit Stasi-Oberst a.D. Schramm

Programmgestaltung mit
Stasi-Oberst a.D. Schramm

Nicht nur an dieser Zusammenstellung hatte sich die Kritik entzündet, sondern auch an dem Begleittext zu dem „gekreuzigten Knabe“, der vom Künstler namentlich mit seinem „Gesicht“ benannt und, wie es der Vorsitzende des Vereins ausdrückt, mit nicht hinnehmbaren Unterstellungen, die einer gezielten Diffamierung entsprechen, verunglimpft wird. (Siehe dazu https://17juni1953.wordpress.com/2014/03/21/erziehung-zum-hass-unglaubliche-diffamierung-des-historikers-knabe/).

Bejsovec verweist in seiner heutigen Presseerklärung auf die zahlreichen Ausstellungen mit dem Knabe-Werk und dass es „weder in dieser Anstalt des öffentlichen Rechts (Anmerkung: Hauptstadtstudio der ARD) noch in kommunalen oder privaten Galerien … je zu obengenannten Vorwürfen“ kam.
Wenn dem tatsächlich so sei, würde es sich um eine Ausweitung des Skandals handeln, kontert der Vereinsvorsitzende Carl-Wolfgang Holzapfel dieses Argument. Er könne nicht nachvollziehen, dass eine öffentlich-rechtliche Anstalt die Diffamierung des Leiters einer öffentlich-rechtlichen Stiftung „noch mit einer Ausstellung in den eigenen Räumen“ prämiert. Allerdings würde das erklären, warum die ARD-Medien diesen „an schlimme Zeiten des Kalten Krieges erinnernden Vorgang“ bisher nicht thematisiert hätten.

Jan Bejsovec holt entsprechend verbal aus, bezeichnet die Kritik an dem Knabe-Bild als „publizistisch geführten Angriff auf die Freiheit der Kunst“ und schwingt bei dieser Gelegenheit gleich selbst den Verbal-Hammer: So sei der Autor dieses „Pamphlets“, in dem „zum Bruch der Meinungsfreiheit aufgerufen“ werde, der „rechtskonservative Aktivist Carl-Wolfgang Holzapfel,“ der „seit Jahrzehnten eine aggressive Form der politischen Auseinandersetzung“ verfolgt. Das Holzapfel gegen die Mauer stets mit gewaltlosen Demonstrationen nach Gandhi demonstrierte und dafür 1966 nach neunmonatiger Einzelhaft im Zentralen Untersuchungsgefängnis der Stasi, der heutigen Gedenkstätte Hohenschönhausen, zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, übersieht der um die Meinungsfreiheit besorgte Künstler ebenso, wie er den Vorsitzenden der UOKG, Rainer Wagner, ohne Nachweis als „Monarchist und radikalen Kreationisten“ bezeichnet. Wagner hatte sich dem Protest der Vereinigung 17. Juni seitens des Dachverbandes UOKG angeschlossen und sogar eine Strafanzeige gegen Bejsovec angekündigt.

Brandstifter - keine Diffamierung Knabes? - Ausstellung in der Deutschen Bank - eine Erfindung?

Brandstifter – keine Diffamierung Knabes? – Ausstellung in der Deutschen Bank – eine Erfindung?

In der PE des in Karl-Marx-Stadt gebürtigen Textilanten macht sich dieser die Ausführungen des Historikers Martin Jander zu eigen, der über die UOKG u.a. feststellte: „Der radikale Antikommunismus jedoch, die mehr oder weniger deutliche Gleichsetzung des sowjetischen Krieges gegen das nationalsozialistische Deutschland mit dem Vernichtungskrieg der Wehrmacht, die Gleichsetzung sowjetischer Internierungslager am Ende des Krieges mit den Nationalsozialistischen Konzentrationslagern sowie die via einer banalisierenden Totalitarismustheorie vollzogene Gleichsetzung von Nazis und Kommunisten, rechts und links, die hat weiter ihre Heimat in der UOKG, sie ist ihr Markenkern“ (Hrsg. Wolfgang Benz: „Ein Kampf um die Deutungshoheit“). Das der Dachverband in seiner Satzung ausdrücklich jeglichen politischen und religiösen Extremismus verurteilt, wird – natürlich – verschwiegen.

Wundern tun sich die Kritiker darüber nicht, denn Jan Bejsovec hat auch nichts gegen eine im Internet verbreitete Programmgestaltung, in der er gemeinsam mit dem bekannten Stasi-Obersten a.D. Gotthold Schramm aufgeführt wird (http://www.kritische-kunst.org/de/2013/menschen-rechte).

Auch mit der Wahrheit nimmt es der offenbar bekennende oder auch „nur“ sympathisierende Kommunist nicht so genau. So unterschlägt er in dem seiner PE beigefügten Begleittext zur Abbildung seines „Knabe-Kunstwerkes“ seinen diffamierenden Exkurs in der Ausstellung und beschreibt stattdessen unverfänglich die Maße seiner Handstickerei und deren Entstehungsjahr (2010). Auch die Angabe der Kritiker über eine geplante Ausstellung durch die Deutsche Bank wird als „Beschuldigung“ der Bank durch Holzapfel hingestellt: „Es hat nie Planungen oder Absprachen mit der Deutschen Bank zu Einzelausstellungen von Werken des Künstlers … gegeben.“ Im Internet liest sich das anders. Auf der vom Künstler verantworteten Seite „Konfliktstoff“ wird an zweiter Position angeführt: „28.04.2013 / 24 Stunden – Konfliktstoff in der Deutsche Bank Kunsthalle Alte Münze Berlin.“ Neben dem Text wird ein Bild des Künstlers abgebildet
(http://www.testbildlabor.de/splitterbox/konfliktstoff/aktion.htm).

Auch auf dieser Seite: Das „Gesicht“ Knabes (Ausschnitt aus dem „Kunstwerk“) mit der Erläuterung „Beim Barte des Propheten – Einzelausstellung Textilpolitische Einsichten und handgestickte Ansichten von Knaben und anderen Brandstiftern.“ Keine Diffamierung?

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Siehe auch:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=42627

 

Berlin, 22.03.2014/cw – Der Vorsitzende der Vereinigung 17. Juni traute seinen Augen nicht, als er in  der Karl-Marx-Allee, der ehemaligen Stalin-Allee, auf eine ungeheuerliche Diffamierung stieß. In dem durch seine historische Dauer-Ausstellung bekannten Cafe „Sibylle“ bemerkte er ein unter dem Rubrum  „Kunst“ ausgestelltes Bildnis, das den weltbekannten Historiker und Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, mit unverkennbarem Hitlergruß und kommunistischer Kampffaust abbildet. Wer auf den ersten Blick glaubt, hier auf eine eigenwillige Interpretation der Fragestellung nach einer berechtigten oder unberechtigten Gleichstellung von Diktaturen zu stoßen, wird durch den beigefügten Text eines Besseren belehrt. Das einstige berüchtigte zentrale Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit, in dem der Vereinsvorsitzende selbst 1965/66 für neun Monate in  Einzelhaft eingesperrt war, wird in unerträglicher, weil verhöhnender Form als „Gedenkstätte eines ehemaligen Haftkrankenhauses“ beschrieben.

IKONE des Antikommunisten? - Foto: LyrAg

IKONE des Antikommunisten?
– Foto: LyrAg

Epigone des Antikommunismus, totaler und rechthaberischer Theoretiker

Unter dem Titel: „Totaler Theoretiker“ heißt in der Bildbeschreibung u.a.:

Das Bild thematisiert die umstrittene „Totalitarismustheorie“, nach der in Wesen und Wirkung alle totalitären politischen Systeme gleich sind. Diese von seriösen Historikern lange widerlegte Theorie wird in Deutschland nur noch von den Epigonen des Antikommunismus als Propaganda verwendet. Das „Gesicht“ dieser noch tief im Kalten Krieg verwurzelten Gruppe ist Hubertus Knabe, der als Direktor die Gedenkstätte eines ehemaligen Haftkrankenhauses der Staatssicherheit der DDR mit unwissenschaftlichen Mitteln zur politischen Einflussnahme missbraucht.“

Und: „Der goldene Heiligenschein verweist auf die rechthaberische Selbstgewissheit der „totalen Theoretiker“.

Die Handstickerei, „Applikationen auf Keilrahmen 2011“ mit den Maßen „120 x 30 cm, 45 x 30 cm, 25 x 30 cm“ zeigt „in Anlehnung an Mattheuers „Jahrhundertschritt“ eine Figur, welche mit dem rechten Arm den Hitlergruß, mit dem linken Arm den Gruß des Rotfrontkampferbundes ausführt.“

Als Kunst verbrämter Hass auf die Diktatur-Opfer: Gesicht von Hubertus Knabe - Foto: LyrAg

Als Kunst verbrämter Hass auf die Diktatur-Opfer: Gesicht von Hubertus Knabe
– Foto: LyrAg

Der 17.Juni-Vorsitzende ist empört: „Das Bild an sich  – mit dem unverkennbaren und freimütig eingeräumten Gesicht von Hubertus Knabe – ist bereits eine Zumutung, die auch als Kunst an nachvollziehbare Grenzen stößt. Die angefügte „Erklärung“ des „Kunstwerkes“ aber überschreite die Zumutbarkeit und ist nicht von der uns heiligen Meinungsfreiheit gedeckt.“ Hier werde ein  anerkannter Historiker und um die Gedenkstättenkultur verdienter Mensch in „unverschämter Weise und unter Verwendung eindeutiger kommunistischer Injurien diffamiert und öffentlich verächtlich gemacht,“ stellt der Verfolgtenverband aus Berlin in einer heute verbreiteten Erklärung fest. Darüber hinaus sei die Zusammenstellung der Ausstellung in dem Cafe eine bösartige Beleidigung des ausgewiesenen Demokraten Knabe. Dieser werde vor Ort in einen Kontext mit dem NS-Propagandaminister Josef Goebbels, dem einstigen RAF-Anwalt und heutigen  NS-Propagandisten Horst Mahler, der der rechtsextremen NSU zugehörigen Beate Zschäpe und dem libyschen Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi gestellt: „Das ist keine Kunst, das ist Volksverhetzung in Reinkultur und die in der DDR-Diktatur praktizierte Erziehung zum  Hass auf Andersdenkende!“ zitiert der Verein seinen Vorsitzenden.

Tiefgang der einst gepflegten Kultur im führenden Bankhaus

Im Gegensatz zu Knabe künstlerisch verarbeitet: Josef Goebbels Foto: LyrAg

Im Gegensatz zu Knabe künstlerisch verarbeitet:
Josef Goebbels
Foto: LyrAg

Die Hubertus Knabe diffamierende Ausstellung „Konfliktstoff“ des 1975 in „Karl-Marx-Stadt“ (Chemnitz) geborenen Jan Bejšovec soll ab April auch in einer Filiale der Deutschen Bank gezeigt werden. Die Vereinigung 17. Juni fordert die Bank auf, „zumindest die diskriminierende und beleidigende Sequenz über Hubertus Knabe nicht in die geplante Schau zu übernehmen.“ Ohnehin entspräche die Übernahme einer eindeutig kommunistisch geprägten  Ausstellung ausgerechnet durch die Deutsche Bank „einem Tiefgang der einst gepflegten Kultur in dem führenden Bankhaus.“ Der Vereinsvorsitzende ist gelernter Bankkaufmann und hat als Abteilungsleiter für eine große Bank selbst Ausstellungen organisiert.

V.i.S.d.P.:Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Siehe auch „B.Z. am Sonntag„:  http://www.bz-berlin.de/bezirk/friedrichshain/politischer-streit-um-kreuzigungs-kunst-article1819180.html

Dezember 2021
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Blog Stats

  • 758.225 hits

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 129 anderen Followern an