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Berlin, 5.03.2018/cw – Vor knapp drei Jahren startete das DIH (Deutsches Institut für Heimerziehungsforschung) für ein Forschungsvorhaben einen Zeitzeugenaufruf an ehemalige Heimkinder in der DDR. Dabei ging es um die „Arbeit im Heim“ und die Frage der Zwangsarbeit in den DDR-Jugendhilfeeinrichtungen. Gefördert wurde dieses Projekt von der Ostbeauftragten Iris Gleicke, SPD. Nunmehr liegt das Ergebnis der Studie vor: „Zwangsarbeit – Über die Rolle der Arbeit in der DDR-Heimerziehung“, Anke Dreier-Horning, Karsten Laudien, 2018, 194 S., 39,00 €, ISBN 978-3-8305-3750-2, BWV – Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH.

Nach Mitteilung der Mit-Autorin und Leiterin des Deutschen Instituts für Heimerziehungsforschung, Anke Dreier-Horning, hatten sich an der Studie immerhin 120 Zeitzeugen beteiligt. Selbstverständlich ohne Honorar oder Aufwandsentschädigung. Jetzt bedauert Dreier-Hornig, dass man den Zeitzeugen leider kein Exemplar des Studienergebnisses zur Verfügung stellen könne: „Das Buch ist in einem kleinen Verlag erschienen und daher recht teuer. Das tut mir sehr leid, gerne würden wir allen, die einen Beitrag geleistet haben, ein Exemplar zur Verfügung stellen, aber bei über 120 mitwirkenden Zeitzeugen ist das leider nicht möglich.“

Hilferuf an Parlamentspräsidentin

Die in Berlin ansässige Vereinigung 17. Juni zeigte sich empört. Vorstandsmitglied Tatjana Sterneberg, selbst ehemaliges DDR-Heimkind, spricht von posthumer Diskriminierung: „Es ist nicht hinnehmbar, dass Zeitzeugen nicht einmal die Ergebnisse der eigenen Beiträge für ein Forschungsprojekt erhalten.“ Das sei diskriminierend und dürfe „nicht am Geld scheitern.“

Lutz Adler, ein Heim-Aktivist der ersten Stunde, ist ebenfalls erschrocken über den kaltschnäuzigen Umgang mit einst „angeworbenen Zeitzeugen.“ Er hat sich deshalb an die Präsidentin des Brandenburger Landtages, Britta Stark (SPD), gewandt und diese um Vermittlung „eines angemessenen Umgangs mit den ehemaligen Heimkindern“ gebeten. Adler erinnert an die jüngsten Überweisungen aus weiteren festgestellten ehemaligen SED-Millionen an die Länderkassen im Osten. Die Finanzierung von Belegexemplaren aus diesen Mitteln sollte „ohne Wenn und Aber zumindest an beteiligte Zeitzeugen möglich sein,“ sagte Adler gegenüber unserer Redaktion.

© 2018 Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.362).

 

 

 

Berlin/Gauting, 19.11.2013/cw – Erst heute erreichte uns die traurige Nachricht vom Tod des langjährige  Redakteurs der Zeitung „Freiheit und Recht“, dem Vereinsorgan des Bundes Widerstand und Verfolgung (BWV-Bayern) e.V., Jürgen Maruhn. Er starb im Alter von 76 Jahren und von seinen Freunden unerwartet am 11.November 2013 .

Jürgen  Maruhn war wichtiger Motor, ja Treiber des beachteten  Vereins in Bayern, dem namhafte Persönlichkeiten und Politiker angehörten und angehören. Der bekennende Sozialdemokrat war auch Vorsitzender der „Seeheimer Oberbayern“ in der SPD, einem bayerischen Teil des „Seeheimer Kreises“, dem über Jahrzehnte wichtigen  Flügel der Sozialdemokratie.

Die letzte Ausgabe in seiner Verantwortung...

Die letzte Ausgabe in seiner Verantwortung…

Jürgen Maruhn empfand die Verpflichtung: „Nie wieder Nationalsozialismus – Nie wieder Kommunismus“ als mahnende Verpflichtung seines steten Eintretens für die Freiheit. So verließ er 1957 die DDR, um der politische Enge und dem neuerlichen Unrecht im Namen des Volkes gegen  das Volk zu entfliehen. Im Gegensatz zu vielen Anderen blieb er zeitlebens seiner sozialdemokratischen Überzeugung treu, sah in dem Missbrauch sozialistischer Zielsetzungen durch die SED nie einen Grund, diesen abzuschwören. Für ihn war Freiheit und Sozialismus im besten  Sinn des Wortes untrennbar.

So engagierte er sich für das „Godesberger Programms“, durch das die SPD der Weg aus ihrer Isolation in die schließliche Regierungsverantwortung gelang. Er war Mitbegründer und Vorsitzender des Sozialistischen Hochschulbundes (SHB), war aber auch ein glühender Verfechter der deutschen Einheit. Ein Widerspruch für viele seiner Weggefährten, für ihn  aber Konsequenz aus tiefer Überzeugung und wachen Bekenntnisses zur deutschen Geschichte.

Sein  Einfluss und Engagement als Vorsitzender der bayerischen Seeheimer trug seinerzeit maßgeblich zum Sieg von Georg Kronawitter über den vormaligen  und bislang einzigen CSU-Bürgermeister in München bei. Man würde diesem Patrioten Unrecht tun, wenn  man ihm einzig seine Leidenschaft für die Sozialdemokratie anrechnen würde. Maruhn war mehr.

Anzeige i.d. SZ vom 23./24.11.2013

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Als Demokrat engagierte er sich ebenso leidenschaftlich für die Zusammenführung unterschiedlicher demokratischer Strömungen und Anschauungen in dem Verein „Widerstand und Verfolgung“. Nur im Zusammenwirken aller Demokraten gegen die braunen und roten Ungeister der Vergangenheit sah er die Chance, sein vertretenes Credo „Nie wieder!“ glaubhaft und tatsächlich umzusetzen. Behutsam redigierte er über Jahrzehnte das kleine, aber vielbeachtete Blatt „Freiheit und Recht“, gab Menschen unterschiedlichster politischer Prägung den Platz, sich für unsere Freiheit und gegen den Ungeist zu artikulieren.

Nicht nur die Sozialdemokratie, wir alle haben einen engagierten, ehrenwerten und aufrechten Freund verloren. Er wird allen, die ihm begegnen durften, unvergessen bleiben. Wir werden Jürgen Maruhn ein  dankbares und ehrenwertes Andenken bewahren.

Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.

V.i.S.d.P.:Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Der Vorstand, Berlin – Tel.: 030-30207785

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