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Berlin, 23.03.2015/cw – Vor dem Brandenburger Tor versammelten sich bei kaltem Wind am Sonntagabend mehrere hundert Radlfahrer vor dem Brandenburger Tor, um

Start bei Sonnenschein und kaltem Wind - Foto: LyrAg

Start bei Sonnenschein und kaltem Wind – Foto: LyrAg

gegen Intoleranz und Hass gegenüber Andersdenkenden zu demonstrieren. Ausgesprochen fröhlich und winkend starteten die Radler gegen 17:25 Uhr und radelten ihren Apell über die Siegessäule, dem Schloß Bellevue, vorbei am Kanzleramt über die Friedrichstraße am Jüdischen  Museum vorbei über die

Auf dem Weg zur Siegessäule - Foto: LyrAg

Auf dem Weg zur Siegessäule – Foto: LyrAg

Synagoge an der Oranienburger Straße zur Moschee in  Kreuzberg am Columbiadamm bis zum  Tempelhofer Feld, Ankunft 18:55 Uhr. Begleitet von einem stolzen Polizeiaufgebot, das den Demo-Tretern freies Geleit über rote Ampeln und ansonsten versperrte Straßen und Kreuzungen bot, zeigten sich hier einmal Demonstanten, die sich an die verkündeten Anliegen hielten und so der Forderung nach Toleranz glaubwürdig

Vorbei am Jüdischen Museum -LyrAg

Vorbei am Jüdischen Museum -LyrAg

 Ausdruck verliehen.

Imam Ferid Heider und Rabbiner Daniel Alter radelten symbol- und einträchtig auf einem Tandem am Kopf des Zuges. Andere Tandemfahrer hatten anfänglich Pech, als ihnen  kurz

Symbolträchtig: Der Halbmond stand über der Moschee am Columbiadamm, als die Tour vorbeiradelte - Foto: LyrAg

Symbolträchtig: Der Halbmond stand über der Moschee am Columbiadamm, als die Tour vorbeiradelte – Foto: LyrAg

nach dem Start die Kette vom Zahnrad sprang. Schnell eilten kundige Helfer herbei und verhinderten so eine Panne, die Gegner dieser Toleranz-Demo womöglich als hämische Beweisführung für das Scheitern dieser begrüßenswerten Nachdenk-Aktion benutzt hätten. (959)

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.:030-30207785

Neustadt a.d. Weinstraße, 25.04.2014/cw – Der Ayatollah aus Neustadt löst womöglich mit seinem neuerlichen WORT DES MONATS (Mai 2014) einen religiösen Taifun über dem Schloss Bellevue in Berlin aus. In der neuesten Ausgabe des Stadtmissionsbriefes wettert der von der Rheinland-Pfälzischen Evangelischen Landeskirche ordinierte Prediger gegen den Teufel, der als „Durcheinanderbringer“ die „göttliche Ordnung der Familie“, Mann und Frau „schon im Paradies“ voneinander entfremdete. Wagner konstatiert: „Vielweiberei (1Mo 4,19), Ehescheidung (Mt 19,6) und

Neues von der Weinstraße: Ein Prediger in Hohenschönahusen...

Neues von der Weinstraße: Vielweiberei in Bellevue?

Generationenkonflikte (Eph 6,1.4) unterminierten die göttliche Ordnung“ und sieht darin die Endzeit angedeutet, weil bereits in der Bibel als Vorläufer dafür „besondere Angriffe auf die Familie“ in den Raum gestellt werden.

Nun ist ja Wagner nicht allein mit seinen biblizistischen Auslegungen. Er selbst gibt in seinem Stadtmissionsbrief 300.000 Mitglieder in dem von ihm maßgeblich mit gesteuertem pietistisch ausgerichtetem Bibelbund an, der ein Bestandteil der Evangelischen Kirche sei. Aber der Prediger aus Neustadt ist nicht Irgendwer. Er bekleidet nebenher wichtige weltliche Ämter, ist seit Jahren Vorsitzender des Dachverbandes der Union der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), seit Anfang April Vorsitzender des größten und ältesten Verfolgtenverbandes VOS (auch wenn dies bislang nur auf der Homepage der Vereinigung der Opfer des Stalinismus, nicht aber auf der Seite der UOKG nachzulesen ist), bekleidet Vorstandsämter in Gliederungen der Pfälzischen CDU und ist u.a. in den Leitungsgremien der bekannten Stiftungen Berliner Mauer und Gedenkstätte Hohenschönhausen vertreten. Das täte nichts zur Sache, so Wagner bisher, weil er beide Positionen stets zu trennen wisse. Wirklich?

Jedenfalls folgt der die Heiligkeit der Ehe verteidigende und die Vielweiberei anklagende forsche Prediger gerne Einladungen in das Allerheiligste unseres Staates und lässt sich dabei auch gerne mit dem Bundespräsidenten ablichten. Vielleicht sieht ja für den Prediger auch so die eigenwillige Trennung zwischen Kirche und Staat aus: Verbeugung vor dem Staatsoberhaupt, der trotz gültiger Ehe mit einer LG präsidiert und seiner vormaligen Freundin eine Position in nächster Umgebung verschafft und die Geißelung derartiger Zustände im fernen Neustadt a.d. Weinstraße? Jedenfalls kommen die jetzigen Äußerungen zu diesem Thema einem religiösen Taifun gleich, in dessen Windschatten der gegenwärtige Präsident und vormalige Pfarrer nicht gerade glücklich dastehen dürfte. Die Ermahnung der Landeskirche Wagners, sich in seinen Äußerungen zurückzuhalten, hat wohl nicht lange gefruchtet. Allerdings bezog sich diese Ermahnung auf die Diffamierung anderer Religionen, die Wagner, freilich auch hier religiös untermauert, mit Knecht Satans, Götzenkult u.a.m. betitelt hatte.

Termine des Predigers

Termine des Predigers

Seine Verteidigung der strikten Trennung zwischen religiösen und weltlichen Funktionen bekommt augenscheinlich immer mehr Risse. So bezeichnete er Opfer der SED-Diktatur während einer UOKG-Veranstaltung als „Knechte Satans“, weil diese sich zum einen nicht zum Glauben oder zum anderen nicht zu seinen Sünden bekenne. Jetzt liefert er einen neuen Hinweis auf die berechtigt erscheinende Kritik: In der jüngsten Ausgabe seines Missionsbriefes gibt er unter „Dienste und Termine von Prediger Rainer Wagner“ nicht nur seine religiösen Verpflichtungen, sondern auch gleich zweimal jeweils die „Sitzung des Stiftungsrates Hohenschönhausen in Berlin“ an (am 15. und 27. Mai).

Die als „poetische Form“ verbrämte eiskalte Abhandlung einer „schrecklichen Kindstötung im Mutterleib“, die Veröffentlichung des „Tagebuch eines ungeborenen Babys“ und der sich anschließende „Abschiedsbrief des abgetriebenen Kindes“, die „in poetischer aber wahrhaftiger Form die Entwicklung eines Kindes im Mutterleib und den fiktiver Brief eines abgetrieben Mädchens an seine Mutter“ (Wagner) beschreiben, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Dieser steinherzige Umgang mit den Nöten von Menschen war es, der viele Hilfe suchende Menschen der Kirche entfremdet hat. Aber das ist eher ein innerkirchliches Thema, damit muß die Kirche selbst zu Rande kommen. Die offenbare Doppelzüngigkeit eines sich in den ausgeworfenen Netzen selbst verheddernden Predigers und Verbandsvorstandes einstiger Opfer intriganter und physischer Gewalt ist dagegen kein innerkirchliches Thema. Das geht uns alle an. Und es sollte spätestens jetzt den Präsidenten veranlassen, über weitere offiziöse Einladungen an diesen religiösen Fanatiker auf das Bellevue-Parkett nachzudenken. Es wäre auch eine späte Wiedergutmachung an den bei uns lebenden Juden (und Andersgläubigen), die bis heute ohne präsidiale Korrektur von dem aus dem Ruder laufenden Prediger als „Knechte Satans“ diffamiert werden dürfen.

http://f3.webmart.de/f.cfm?id=2165073&r=threadview&t=3964410&pg=2

Siehe auch: http://www.geolitico.de/2013/09/30/joachim-gauck-ein-praesident-und-frauenversteher/   und

http://f3.webmart.de/f.cfm?id=2165073&r=threadview&t=3964410&pg=2

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Tel.: 030-30207785

Hinweis: Beiträge der Redaktion Hoheneck erscheinen ausschließlich in deren Verantwortung – Die Redaktion arbeitet rechtlich selbständig und unabhängig von Vereinen oder anderen Institutionen.

Berlin, 5.10.2013/ts – Gestern erhielt auch die ehemalige Hoheneckerin Gabriele Stötzer aus der Hand des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz verliehen. Unter ehemaligen Insassen des berüchtigten  Frauenzuchthauses löste diese Ehrung allerdings statt Begeisterung erheblichen Unmut aus. An den Bundespräsidenten wurden sogar Protestbriefe, so von Anita Kutschkau, geschrieben: „Interessieren würde es mich und meine Kameradinnen wer diese Frau vorgeschlagen hat … Doch nicht etwa für ihre Schilderungen ihres Münchhausen – Romans?“ (Anmerkung: „Die bröckelnde Festung“).

Auch Kutschkau, in  Hoheneck 1967, bezweifelt die Darstellungen Stötzers: „Vor allem das reichhaltige Obstangebot im Knast. Diese Artikel gab es in der DDR nicht mal im freien Verkauf.

Briefe an Bundespräsidenten

Wären die Kritiken ehemaliger Hoheneck-Insassinnen noch mit unterschiedlichen Wahrnehmungen abzutun, kann  sich Gabriele Stötzer nicht unbedingt über Beurteilungen, veröffentlich auf der Homepage einstiger Stasi-Angehöriger, freuen (http://www.mfs-insider.de/Erkl/DDR-Zuchthaeuser.htm). Ein Dieter Winderlich („begeisterter „Volkspolizist“ der ersten Stunde und eingefleischter Marxist-Leninist“ und zuletzt Generalmajor der Deutschen Volkspolizei)  zieht dort über eine Rezension des allseits bekannten Dr. Jochen  Bilke her und zitiert dann genüsslich aus „Die bröckelnde Festung“ von Gabriele Stötzer.

Natürlich kommt Winderlich zu anderen Schlussfolgerungen, als Bilke, Kutschkau oder andere Opfer des Stasi-Systems. Was Wunder, kann er doch eine leibhaftige ehemalige Insassin von Hoheneck als Kronzeugin anführen. Winderlich: „Um die Bedingungen im Strafvollzug der DDR ins schlechte Licht zu rücken, bedienen sich manche Selektivhistoriker und Opfervereine seltsamer Forschungsmethoden. Sie befragen nur „politische“ Gefangene und ignorieren die Meinung der normalen Strafgefangenen (Aha, ist man versucht zu fragen: war Stötzer eine „normale“ Strafgefangene?). Im Strafvollzug der DDR ehemals Beschäftigte oder Arbeiter der Arbeitseinsatzbetriebe werden nicht gehört. (Hier irrt der Autor. Die Autorin dieses Beitrags hat z.B. viele Gespräche mit Angehörigen des Wachpersonals und auch mit einstigen  IMs geführt.) So bekommt man natürlich erwünschte Ergebnisse und verkauft die als objektiv und wissenschaftlich.“ Und (zuvor): „Es sind bei den Antikommunisten und Gegnern der DDR immer die kleinen, fast nebensächlich erscheinenden Angaben und Bemerkungen, die den wahren Charakter und die Absichten der Schreiber erkennen lassen.“

Hoheneck – Erholungsheim des FDGB?

Bilke schrieb zu Winderlichs Äußerungen im Dezember 2010 (http://www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_2760/): „Ein Buch freilich, so scheint es, hat er gelesen. Es trägt den Titel „Die bröckelnde Festung“ (2002) und wurde geschrieben von der Erfurter Autorin Gabriele Stötzer, Jahrgang 1953, die 1988/89 ein Jahr gesessen hat wegen „Staatsverleumdung“, davon sieben Monate in Hoheneck.“ Und: „Dieses Buch gefällt Dieter Winderlich, hier kann er ausführlich Stellen zitieren über das segensreiche Wirken der „Volkspolizei“ und ihre „humane“ Einstellung zu den Gefangenen: „In den Paketen ließ sie sich Parfüm, Zahnbürsten, Wimpernspiralen, Deostifte, Lidschatten und Schreibwaren schicken…Zum Sprecher wechselten Äpfel, Zitronen, Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren über das Jahr hin zu Pampelmusen, Bananen und Apfelsinen“.

Nach einer Blitz-Umfrage der Autorin unter ehemaligen politischen Gefangenen von Hoheneck („War Stötzer in einem Erholungsheim des FDGB?“) tauchten immer wieder die Fragen auf, wofür Stötzer die beschriebenen Vergünstigungen erhalten habe. Jedenfalls seien derartige Vorteilsnahmen, wenn überhaupt, allenfalls für einen, meist von der Stasi handverlesenen Personenkreis üblich gewesen.

Bilke führte weiter aus: „Weil er (Winderlich) in einigen Textpassagen dieses „beeindruckenden Buches“ (Zitat Dieter Winderlich) den „humanen Strafvollzug“ angeblich bestätigt findet, stellt er alles in Abrede, was in der VOX-TV-Dokumentation von 2009 (Anmerkung: „Spiegel“-Dokumentation „Eingesperrt, um frei zu sein“, 14. November 2009) angeführt wird. Dass die Wasserzellen im Zuchthauskeller von Gabriele Stötzer nicht erwähnt werden, deren Existenz aber von anderen Gefangenen bestätigt wurde, ist für ihn Beweis genug, dass es sie nicht gab, jedenfalls nicht in der Funktion, aufsässige Gefangene zu bestrafen. Er argumentiert so: „…ist ein Nachbau und wurde für Filmaufnahmen über die Nazizeit geschaffen.

„Wenn dich deine Feinde loben, hast du etwas falsch gemacht,“ kolportierte man früher. Gabriele Stötzer hat wohl nichts falsch gemacht, wie ihr Besuch zum Zwecke der Auszeichnung in Bellevue zum Tag der deutschen Einheit zu belegen  scheint. Da kann man notorische Meckerer aus der Vergangenheit gelassen ignorieren. Glückwunsch, Frau Stötzer!

V.i.S.d.P.: Tatjana Sterneberg*, Berlin, Tel.: 030-30207778 – Redaktion Hoheneck

Die Autorin ist ehemalige Hoheneckerin (1974-1976) und wurde durch zahlreiche Forschungs-arbeiten zum Thema „Hoheneck“ bekannt (http://de.wikipedia.org/wiki/Tatjana_Sterneberg).

Berlin, 27.08.2013/cw – „Bundespräsident Gauck: Seine Ex schreibt ihm  die Reden“ schrieb BILD gestern eher verstohlen, wenn auch immerhin auf Seite 2 der Bundesausgabe des Boulevardblattes. Eher unterkühlt ruft BILD eine alte Liaison in die Erinnerung: Die einstige Beziehung zwischen  dem nunmehrigen Staatsoberhaupt und der bekannten Buchautorin Helga Hirsch. Diese wurde nun  im Februar 2013 von Joachim Gauck als „freie Beraterin“ mit einem Vertrag vom Bundespräsidenten verpflichtet, nachdem sie zuvor, wie BILD anmerkt, „unentgeltlich“ für Gauck seit dessen Amtsantritt gearbeitet hatte.

Antje Sirleschtov  vom Berliner TAGESSPIEGEL setzt sich da in der heutigen Ausgabe schon kritischer mit der Personalie auseinander und fragt gleich am Anfang ihres Artikels: „Was wäre wohl geschehen, wenn Christian Wulff als Bundespräsident seine erste Ehefrau zur offiziellen Kommunikationsberaterin ernannt und aus dem Etat des Präsidialamtes bezahlt hätte?“

Harmloser Beitrag oder Stich ins Wespennest? - BILD vom 26.08.2013, Seite 2

Harmloser Beitrag oder Stich ins Wespennest? – BILD vom 26.08.2013, Seite 2

Möglich, dass BILD in gewohnter Manier durch den Boulevard-Beitrag erst diese kritische Fragen (durch andere) anstoßen wollte. Uns interessieren eher andere Aspekte in diesem Zusammenhang. Dabei registrieren wir zwar, dass auch Helga Hirsch eine konvertierte einstige glühende Kommunistin war, auch wenn sie jetzt im Tagesspiegel mit Bezug auf Gauck zitiert wird: „Wir waren beide antikommunistisch“. Waren oder sind? Egal. Hirsch steht hier ja neben Jürgen  Trittin und anderen in einer Agenda, stellt also keine Ausnahme dar.

Zum Problem könnte die jetzt publizierte Personalie (neben dem Bundespräsidenten) für andere „Personen der Zeitgeschichte“ werden. So eifert der Neustädter pietistische Prediger Rainer Wagner seit vielen Jahren für christliche Moral und Ethik in unserem Land, gegen Homosexuelle ebenso wie gegen buddhistische Geisterbeschwörer, den erfundenen Islam oder gegen sonstige Heiden und Juden, die nach seiner Bibel-Interpretation ebenso „Knechte Satans“ sind.

Der theologische Bruder überzeugte Gauck

Das Problem: Wagner ist nicht nur nebenberuflich Vorsitzender des Dachverbandes UOKG (Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft), sondern auch theologischer „Bruder“ (Wagner) von Joachim Gauck, der Wagner (laut Wagner) jüngst erst attestierte „staatspolitische Entscheidungen“ zu treffen, als er Gauck von einer notwendigen (erneuten und erfolgreichen) Kandidatur „überzeugte“. Der Bundesverdienstkreuzträger vergaß denn auch schnell seine religiösen Überzeugungen, als er im Frühjahr letzten Jahres im UOKG-Blatt „Stacheldraht“ gegen die „Moralisten“ wetterte, die sich an dem verheirateten Gauck rieben, der mit einer Lebensgefährtin in das Schloss Bellevue einziehen wollte.

Nun hat der theologische Bruder auf vertraglicher Grundlage eine weitere, wenn auch ehemalige Lebensgefährtin ins Bellevue geholt, und man kann darüber rätseln, ob der Prediger Wagner darob Bauchschmerzen bekommt („Joachim Gauck nun auch ein Knecht Satans?“) oder der nebenberufliche Vereinspolitiker erneut über die Moralisten in Rage gerät. Letzteres wird wohl eher greifen, denn wenn es um das weltlich anmutende Ansehen  geht, lässt auch der Prediger Wagner mal „Fünfe gerade sein.“

BILD und ein brisantes Wespennest

Denn  im Vorstand der UOKG sitzt eine Frau, über die Gauck-Freundin Helga Hirsch in ihrem 2012 erschienenen Buch „Endlich wieder leben“ (Siedler, München) eine inzwischen  sehr umstrittene, weil weitgehend erfundene Biografie veröffentlicht hat. Der Haken bei der Sache ist weder die (wenn auch denkwürdige) Nibelungentreue des Predigers zu seiner Vorstandkameradin, auch nicht der Umstand, dass kein(e) Autor(in) vor derartigen  Reinfällen geschützt ist. Der Haken ist ein anderer: Helga Hirsch wurde bereits vor Drucklegung des Buches auf „gewisse Widersprüche“ in der gen. Biografie hingewiesen. Weder sie noch der Verlag haben bisher darauf reagiert.

Mit der Nähe oder gar Mitgliedschaft beider Damen zur bzw. in der SPD allein kann  dieses Schweigen wohl weniger begründet werden, obwohl sich das anbieten würde. Eher erscheint hier die Frage nach einer zumindest fragwürdig wirkenden Seilschaft im durch Joachim Gauck zweifellos vorhandenen politischen Raum zu stehen. Jedenfalls könnte sich nun auch erklären, warum ein  Mann, der in unserer Zeit mit seiner religiös begründeten These provoziert, auch Juden seien „Knechte Satans“, der gegen den Bau einer Moschee in seinem Wirkungsort mit gewagten  Thesen wettert oder die Evangelische Kirche Deutschlands u.a. wegen ihrer sündhaften Haltung gegenüber Homosexuellen zur Umkehr aufruft, nach wie vor vom Bundespräsidenten zu „Staatsakten“ (Wagner) eingeladen wird. Die hier erkennbare mögliche Vernetzung zwischen den Beteiligten könnte auch erklären, warum Helga Hirsch die „Genossin“ und Vorstandskameradin Rainer Wagners schont und deren, auch von Helga Hirsch publizierte Lügen ignoriert.

Es scheint, dass BILD mit einem harmlos erscheinenden kleinen  Beitrag am Montag des 26. August auf Seite 2 wieder einmal in ein brisantes Wespennest gestochen hat.

Siehe auch:

http://www.tagesspiegel.de/meinung/portraet-helga-hirsch-journalistin-wir-waren-beide-anti-kommunistisch/8696238.html

V.i.S.d.P.: C.W. Holzapfel, Freier Journalist, Berlin – Tel.: 030-30207785

Berlin, 11.02.2012/cw – Die Ankündigung, auf dieser Seite nach der ersten Bellevue Demo bereits veröffentlicht, wurde pünktlich zum heutigen Tag umgesetzt. Wieder fanden sich unter Führung des umstrittenen linkslastigen Vereins clof spontane und vermutliche Berufsdemonstranten vor dem Amtssitz des Bundespräsidenten ein, um Christian Wulff aufzufordern, endlich dem Druck zu weichen und aus Bellevue auszuziehen.

Ohne Stasi-Major nur 50 Demonstranten

Anders als geplant – der Veranstalter hatte 500 Demonstranten angemeldet – waren dem Aufruf spärliche zehn Prozent gefolgt. Vor Ort waren bald mehr Polizisten als selbsternannte Wutbürger aufmarschiert. Vielleicht hatten sich doch einige Teilnehmer an der ersten  Demonstration verschreckt vercloft, also abgewendet, nachdem bekannt wurde, dass der Veranstalter nicht nur eng mit linken Gruppen kooperiert, sondern auch mit einem ehemaligen  Stasi-Major zusammen die Liebknecht-Luxemburg-Demos organisiert.

Vielleicht hatte man ja aufgrund unserer Berichterstattung (https://17juni1953.wordpress.com/page/3/) den Stasi-Major gebeten, am heutigen  Tag einen Bogen  um  das Schloss zu machen, jedenfalls war Klaus Meinel heute nicht zu sehen. Clof-Sprecher Holger Werner bestätigte das auch locker. Der ehemalige DDR-Punk aus der Bewegung „Kirche von unten“ habe ein etwas differenziertes Verhältnis zu dem Stasi-Major, was ja „aufgrund der unterschiedlichen Wege kein Wunder“ sei. Dennoch erkenne er, Werner, mit Respekt an, wie Meinel sich von seiner Vergangenheit distanziere und „das heute sehr differenziert“ sehe. Nun ja…

Während einige Helfer einen großen selbstgezimmerten Stuhl nach der recht kurzen Demo in ein mit dem Gewerkschaftsbanner von verdi geschmücktes clof-Auto verbrachten, kündigte Holger Werner vor laufender Kamera die nächste Aktion an: Sollte sich Christian Wulff weiter weigern, „aufzuräumen und seinen Amtssitz zu räumen“, werde man auf der nächsten Demo „eine große PATTEX-Tube vorzeigen“, um Wulff das „Kleben an seinem Stuhl“ zu erleichtern. Ob sich der Hersteller für diese PR-Aktion wohlmöglich gegenüber dem Demo-Tausendsassa in Form einer Vergünstigung erkenntlich zeigen wird, ist derzeit nicht bekannt. Vielleicht ein neues Feld, um auch einmal diesen DEMO-Verein zu wulffen?

Missbrauch hehrer Utensilien des Protestes unanständig

Unabhängig von diesen Details mag die angekündigte PATTEX-Demo ja als originell empfunden werden, die STUHL-Demo ist es ebenso wenig wie die vorherige SCHUH-Demo, auch wenn  heute wieder einige Schuhe trotzig gleich einer (geübten) Faust in die Höhe gereckt wurden. Als überall in der Welt vor den Botschaften Chinas ein  leerer Stuhl aus Protest gegen die Inhaftierung des chinesischen  Nobel-Preisträgers von 2010, Liu Xiaobo aufgestellt wurden, waren clof-Aktivisten  ebenso wenig vertreten, wie bei Solidaritätsdemonstrationen für die sogen. Arabische Revolution, als Mubarak der SCHUH gezeigt wurde. Diese hehren Utensilien des Protestes gegen blutige Tyrannen bei allen unterschiedlichen  Bewertungen der Vorgänge um  den demokratisch gewählten Präsidenten eines demokratischen  Landes zu verwenden, ist unmoralisch und unanständig und darüber hinaus eine Ohrfeige für die wirklichen Freiheits- und Demokratiekämpfer  unserer Zeit. Diese könnten und können nicht gelangweilt und aus einer (geschenkten) Freude am Klamauk von einer Demo zur nächsten pilgern, wie die heutigen Demonstranten, die nach gut dreißig Minuten die Zwergen-Demo vor Bellevue abbrachen, um sich der nächsten Demo in  Sachen  Internet anzuschließen. Die Bürgerrechtler in China, die Freiheitskämpfer in Arabien, im  Iran und anderswo riskieren tagtäglich ihre Freiheit und vielfach ihr Leben. Auch die Bellevue-Aktivisten sollten das bei allem Spaß oder auch Grimm, wie man will, respektvoll beachten und eigene Protestformen entwickeln, als billig und vor allem unzulässig abzukupfern.

Man mag ja Christian Wulff mögen, verachten oder gar hassen. Dass man das darf, unterstreicht die Existenz unserer Demokratie. Ihn gleichsam, symbolisch hin oder her, auf eine Stufe mit den Despoten unserer Zeit zu heben, mag auch durch die Demokratie geschützt sein. Demokratisch im Sinne frei gewählter Verpflichtung zur Verantwortung ist es nicht.

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 CDU

Unterstützt den Veranstaltungskalender

Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf

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Das Logo der CDU auf der Seite von clof: http://www.clof.eu/index.php?id=378

Dass der CDU-Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf diese wunderlichen bis ärgerlichen Auch-Aktivitäten durch sein Logo auf der Veranstaltungs-Seite von clof  vermutlich sponsert und damit wohlmöglich unterstützt, verwundert allerdings schon. Vielleicht auch das ein Grund, warum sich Unionisten, die diese Bewegung nach LINKS nicht mitmachen  wollen, zunehmend in sogen. konservativen Arbeitskreisen einfinden. *

* Der Autor war von 1962 bis zu seinem Umzug nach Bayern Mitglied im OV Lietzensee der CDU.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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